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SonntagsZeitung CH - Bilderberger - Elitäres Klassentreffen

SonntagsZeitung CH - Bilderberger - Elitäres Klassentreffen

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Aus der aktuellen Ausgabe
ELITÄRES KLASSENTREFFEN IN ST. MORITZ
Gegen die Bilderberg-
Konferenz, bei der sich nächste Woche die Spitzen ausPolitik, Wirtschaft und Medien unter Ausschluss der Öffentlichkeit treffen,
formiert sich Widerstand
 
Von Dieter Schweiger und Balz Spörri 
 Unter den Luxushotels von St. Moritz ist das Suvretta House zweifellos das
aristokratischste. Ägyptens König Faruk logierte hier, ebenso der Schah von Persien.
Auf einem Plateau etwas ausserhalb des Orts gelegen, ist das Hotel vor allzu
neugierigen Blicken geschützt.
 Die Abgeschiedenheit kommt den Teilnehmern der Bilderberg-Konferenz gelegen, die
nächste Woche, von Donnerstag bis Sonntag, das Haus mit seinen 191 Zimmern
komplett gemietet haben -
auch wenn es dafür keine offizielle Bestätigung gibt. Hinter 
dem Namen Bilderberg verbirgt sich ein geheimnisumwitterter Zirkel: Seit 1954 treffen
sich alljährlich rund 130 der mächtigsten Menschen dieser Welt privat zu einem
Wochenende. Im vertraulichen Rahmen wollen sie sich
«
offen und frei
» über die
aktuellen Probleme der Welt austauschen. Zeit, Ort, Teilnehmer und Traktanden werdennicht bekannt gegeben. Erst nach dem Treffen werden jeweils ein paar lapidareAngaben auf die Bilderberg-Homepage gestellt.
Die Konferenz findet zum fünften Mal in der Schweiz statt. Doch so diskret wie früher 
wird es diesmal nicht zugehen: Der jurassische SVP-Nationalrat Dominique Baettig hatletzten Montag in einem offenen Brief Bundesanwalt Erwin Beyeler und mehrere
kantonale Staatsanwälte aufgefordert, mögliche Teilnehmer, die wegen früherer 
politischer Machenschaften irgendwo auf der Welt angeklagt sind, bei der Einreise zuverhaften. Der ehemalige US-
Aussenminister Henry Kissinger oder der frühere US
-
Präsident George W. Bush, so heisst es im Brief, «
sind ziemlich eindeutig als ?Kriminelle?gesucht
»
.
Am kommenden Freitag laden Globalisierungskritiker, Verschwörungstheoretiker und
mehrere Sektionen der Jungen SVP zu einer Gegenveranstaltung nach St. Moritz.Zwischen
«
Info-Rap
»
und
«
Polit-Pop
»
werden die SVP-
Nationalräte Lukas Reimann und
Pirmin Schwander auftreten.
«Ich habe etwas dagegen, dass im stillen Kämmerlein
Weltpolitik gemacht wird
»
,
sagt Reimann. Die Veranstaltung müsse viel transparenter werden. Am Tag darauf wird die Juso Graubünden auf dem St. Moritzer Dorfplatz gegen
die
«
selbst ernannte Elite
»
protestieren, die bei ihren Treffs die
«
politischen und
wirtschaftlichen Weichen für Deregulierung und Ausbeutung»
stelle.
Erster Tagungsort war das Hotel Bilderberg in Oosterbeek
 
Geheimniskrämerei gehört zum Flair des elitären Klassentreffens. Es existiert keinGründungsvertrag, keine Mitgliedschaft. Von den Meetings werden keine Fotos gemacht,
von den Debatten keine Protokolle angefertigt. Die Teilnehmer sind zum Schweigenangehalten. Auch die anwesenden Medienleute wie Michael Ringier, Hubert Burda oderSpringer-
Chef Mathias Döpfner unterwerfen sich willig der Omertà.
 
Bekannt ist heute immerhin die Gründungsgeschichte des klandestinen Clubs. Sie reicht
in die 1950er-Jahre, als zwischen den USA und Europa tiefes Misstrauen herrschte.
Während die Europäer isolationistische Tendenzen der USA befürchteten, argwöhntendie Amerikaner, Westeuropa suche eine Annäherung an die Sowjetunion.
 Die Aufgabe, eine
«transatlantische Brücke» zu bauen, übernahm Josef Retinger (1888
-
1960).Dem gebürtigen Polen, halb Hasardeur, halb Geheimdiplomat, gelang es im Mai
1954, Eliten beider Seiten des Atlantiks an einen Tisch zu bringen. Als Schirmherrfungierte Prinz Bernhard der Niederlande, der auch gleich den ersten Tagungsort stellte:das Hotel Bilderberg in Oosterbeek.
Nahezu jede Schlüsselfigur aus Westeuropa und den USA hat seither mindestens einmal
an einer Bilderberg-Konferenz teilgenommen: Staatschefs wie Bill Clinton, MargaretThatcher oder Angela Merkel, Wallstreet-
Grössen wie George Soros, Wirtschaftsführer 
wie Bill Gates, die Nato-
Generalsekretäre
- alle waren da. Mit am Tisch sitzen stets auchVertreter der alten Hochfinanz - die Rockefellers, Rothschilds, Agnellis.
«
Wenn man ihre
Milliarden in Zentner gewogen hätte»
, erinnerte sich der deutsche Politiker Egon Bahr
einmal süffisant, «wäre der Fussboden einsturzgefährdet gewesen.»Gemäss Bilderberg
-
Homepage bietet die Agenda wenig Überraschendes: An der Konferenz 2010 im spanischen Sitges wurde über die Euro
-Krise, Afghanistan oder
soziale Netzwerke debattiert. Der Ablauf folgt festen Regeln: Anwesenheitspflicht über 
drei Tage, Sitzordnung nach Alphabet. Es bilden sich Arbeitsgruppen, einige Teilnehmerhalten Reden, dann wird diskutiert.
Werden Beschlüsse gefasst? «
Nein
»
, sagt Alt-Bundesrat Pascal Couchepin, der anmehreren Konferenzen teilgenommen hat. Es sei nicht Ziel des Treffens, Entscheide zu
fällen. «
Das Ziel ist, die Welt besser zu verstehen.
»
Er selber habe diese Treffen immer
gerne besucht, die Gespräche mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Milieus seien
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