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Wichtig in der Massenpsychologie ist die Kunst der Beeinflussung.
Wenn man eine Rede Hitlers miteiner Rede von, sagen wir, Edmund Burke vergleicht, so wird man erkennen, welche großen Schritte indieser Kunst seit dem 18. Jahrhundert gemacht wurden. Was früher falsch lief, war, dass die Menschen inBüchern gelesen hatten, der Mensch sei ein rationales Tier, und sie entwickelten ihre Argumente aufgrunddieser Annahme. Wir wissen jetzt, dass Rampenlicht und eine Blaskapelle mehr zur Überzeugung beitra-gen können als die eleganteste Aneinanderreihung von logischen Schlüssen je erreichen kann.
Es bestehtdie Aussicht, dass irgendwann jedermann in der Lage sein wird, jemand anderen von allem zu über-zeugen, wenn er den Patienten jung einfangen kann und vom Staat mit Geld und Equipment ausge-stattet wird.
Dieses Forschungsobjekt wird große Fortschritte machen, wenn es von Wissenschaftlern unter einerwissenschaftlichen Diktatur aufgegriffen wird. [3]
Russell fuhr fort die Frage zu analysieren, ob eine ‚wissenschaftliche Diktatur‘ stabiler sei als eine Demokratieund stellte dazu fest:Abgesehen von der Gefahr des Krieges sehe ich keinen Grund, warum ein solches Regime instabil seinsollte. Immerhin hatten die meisten zivilisierten und halbzivilisierten Länder, die aus der Geschichtebekannt sind, eine große Schicht von Sklaven oder Dienern, die komplett ihren Besitzern unterworfenwaren. Es gibt nichts in der menschlichen Natur, das die Aufrechterhaltung solch eines Systems unmög-lich macht.
Die ganze Entwicklung wissenschaftlicher Technik hat es einfacher gemacht als je zuvor,Willkürherrschaft über eine Minderheit aufrecht zu erhalten.
Wenn die Regierung die Versorgung mitLebensmitteln kontrolliert, ist ihre Macht absolut, solange sie sich auf die Polizei und die bewaffnetenKräfte verlassen kann. Und deren Loyalität kann gesichert werden, indem ihnen etwas von den Privilegiender regierenden Klasse abgegeben wird.
Ich sehe nicht, wie irgendeine innere Bewegung zu einem Auf-stand den Unterdrückten in einer modernen wissenschaftlichen Diktatur jemals Freiheit bringenkann. [4]
Unter Bezug auf das von Aldous Huxley veröffentlichte Konzept – Menschen lieben ihre Knechtschaft – erklärteBertrand Russell, dass unter einer wissenschaftlichen Diktatur:Zu erwarten ist, dass
Fortschritte in Physiologie und Psychologie den Regierungen eine viel größereKontrolle über die individuelle Geisteshaltung geben wird, als sie jetzt haben, sogar in totalitärenStaaten.
Fichte stellte die Regel auf, nach der
Bildung darauf abzielen sollte, den freien Willen zu zer-stören
,
so dass, nachdem Schüler die Schule verlassen haben, sie für den Rest ihres Lebens unfähig seinsollen, anders als ihre Schulmeister es gewünscht hätten zu denken oder zu handeln… Diäten, Injektionenund Vorschriften ab einem sehr frühen Alter kombiniert angewandt,
um die Sorte Charakter und dieSorte von Glauben zu produzieren, die von den Autoritäten als wünschenswert erachtet werden;und jede ernsthafte aufkeimende Kritik an den Machthabern wird psychologisch unmöglich. Selbstwenn sich alle elend fühlen, so werden alle von sich selbst glauben, glücklich zu sein, denn die Regie-rung wird ihnen erzählen, dass sie es sind. [5]
Russell erklärte, dass „die Vollständigkeit der erlangten Kontrolle über die Meinung auf vielerlei Weise von denwissenschaftlichen Techniken abhänge. Wenn alle Kinder zur Schule gehen, alle Schulen von der Regierung kon-trolliert werden, können die Autoritäten die Köpfe der Kinder gegen alles verschließen, was der offiziellen Ortho-doxie (Rechtgläubigkeit) widerspricht. [6] Russell verkündete später in seinem Buch, dass „
einewissenschaftliche Weltgesellschaft nicht stabil bleiben kann, solange es keine Weltregierung gibt
.“ [7] Erführte aus:Solange es keine Weltregierung gibt, die die allgemeine Geburtenkontrolle sicherstellt, muss es von Zeitzu Zeit große Kriege geben, bei denen die Strafe der Niederlage in vielfachem Tod durch Verhungernbesteht. Dies ist genau der jetzige Zustand der Welt, und Einige mögen dem entgegenhalten, dass es kei-nen Grund gebe, warum dies nicht für Jahrhunderte so weitergehen solle. Ich selbst glaube nicht, dass diesmöglich ist.
Die zwei größten Kriege, die wir erlebt haben, haben das Niveau der Zivilisation in vie-len Teilen der Welt gesenkt, und es ist ziemlich sicher, dass der nächste in dieser Richtung viel mehrerreichen wird. Falls nicht zu irgendeinem Zeitpunkt eine Macht oder Gruppe von Mächtigen sieg-reich hervorgeht und mit dem Aufstellen einer einzigen Weltregierung mit einem Monopol auf bewaffnete Kräfte fortfährt,
ist es klar, dass das Niveau der Zivilisation fortlaufend abnehmen muss, biswissenschaftliche Kriegsführung unmöglich wird – das bedeutet, bis die Wissenschaft ausgelöscht ist. [8]Russell erklärt, dass Eugenik in der Konstruktion jedweder wissenschaftlichen Weltregierungs-Diktatur eine zen-trale Rolle spielt und stellt fest, dass durch selektive Zucht, nach und nach
die angeborenen Unterschiede zwi-