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Die Mondensichel

Die Mondensichel

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Published by Christof Wahner
... von mir persönlich in Sorgfalt überarbeitet und veröffentlicht in der Annahme, dass der Autor (Hartmut Becker) damit einverstanden sein dürfte, dass ein so wunderschönes Märchen nicht einfach in irgendeiner Schublade vor sich hin dümpelt

(Falls aber jemand etwas dagegen einzuwenden hat, möge er sich bei mir persönlich melden: christof.wahner@gmail.com)
... von mir persönlich in Sorgfalt überarbeitet und veröffentlicht in der Annahme, dass der Autor (Hartmut Becker) damit einverstanden sein dürfte, dass ein so wunderschönes Märchen nicht einfach in irgendeiner Schublade vor sich hin dümpelt

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Published by: Christof Wahner on Jul 06, 2011
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07/06/2011

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Die Mondensichel 
© Hartmut Becker 2004Es war einmal ein alter König. Der lebte mit seiner Königin im Lande der Verborgenheit. Seine Unter-tanen liebten ihn sehr und immer, wenn sie Zeit hatten, besuchten sie ihren König und seine Königin.
Er hatte so viele Schätze, dass sein Schatzmeister diese nur verwalten, aber nicht zählen konnte. Trotz
dieses Reichtums war der König nicht glücklich, denn es fehlte ihm die Erfüllung seines sehnlichstenWunsches, endlich ein Kind zu haben. Oftmals sprach er mit seiner Königin darüber, aber es wolltekein Kind zu ihm und seiner Königin kommen. Darüber war er so traurig, dass er sich eines Abendsschwor, in die Berge zu jenem weisen Manne zu gehen, der alles wusste aus dem Verborgenen der Menschheit. Diesen wollte er befragen und ihn um Hilfe bitten. Seiner Königin wollte er von seinemnun beschlossenen Plan nichts sagen. So legte er sich nieder - und ein Traum begleitete seinen Schlaf.Er hörte eine klare Stimme, die zu ihm sprach: „Guter König, guter Mann, mache Dich morgen früh auf den Weg in die Berge der Weisen. Du wirst 7 Tage und 7 Nächte gehen müssen bis zu dem Tor der goldenen Rosen. Dort bleibe stehen und warte bis ein süßer Duft Deine Sinne durchströmt. In diesemAugenblicke wird die Weisheit Dir Deinen Weg zeigen.”Der König erwachte am nächsten Morgen sehr früh. Er setzte sich an seinen Schreibtisch und schriebseiner Königin einen Brief. Beim Schreiben des Briefes merkte er, wie die Worte, die aus seiner Feder kamen, seinem Herzen entsprangen:
 
Meine liebe Königin,wenn Du heute morgen aufstehst und an meinen Schreibtisch gehst, wirst Du diesen Brief finden. Ichmusste Dich schon ganz früh für eine gewisse Zeit verlassen, um in die Berge der Weisen zu gehen.
Meine Zeit ist gekommen, um am goldenen Rosentor eine Antwort für das Mysterium für das kommende
Leben zu finden.
Nach Beendigung meiner Reise wird es jene Gewissheit geben, die uns befähigt, tiefer in unsere Herzenzuschauen. Mach Dir keine Sorgen um mich, denn ich fühle mich beschützt durch den Himmel über mir.
Das Licht der Sonne scheint immer, es ist nur sehr oft von Wolken bedeckt - so scheint auch ein höhe-res Licht, wir müssen es nur entdecken.Es ist mir heute Nacht noch einmal klar geworden, dass Du meine große Liebe und meine Königin bist.Habe Vertrauen in die göttliche Fügung, sich darauf einlassen wird der große Schritt in meinem Lebensein.Ich nehme mein Pferd mit, ziehe meine Rüstung an und befehle den Wachen und Rittern in meinem
Reich, mir nicht nachzufolgen. Es wird sich auch nicht lohnen, denn der Weg ist ganz allein für mich be-
stimmt. Er ist steinig und hart und zugleich wunderschön, er hat aber die Bewandtnis, dass jeder Weg für die anderen, die mich suchen, im Labyrinth endet.In Liebe und Verbundenheit Dein König 
Nachdem er diesen Brief geschrieben hatte, sattelte er sein Pferd, zog seine Rüstung an und befahl den
Wachen und Rittern, ihm nicht nachzufolgen. Dann ritt er aus dem Tor der königlichen Burg gerade-
wegs auf die Berge der Weisen zu. Bald schon verdeckte der Staub seinen Ritt und die ihm nachsahen,
erkannten nicht mehr, wohin der König geritten war. Nun war er allein mit sich und dem Pferd, der Wegwar überschaubar und das Pferd konnte mit gutem Schritt mithalten.
Am dritten Tag wurde der Anstieg immer steiler, das Pferd mühte sich redlich, aber es konnte nicht mehr 
vorankommen. Der König gab seinem Pferd den letzten Schluck aus seiner Flasche, klopfte ihm zärt-
lich auf die Schulter und sagte: „Mein treues Pferd, ich danke dir, dass du mich bis hierher begleitet hast.Ich muss nun allein voranschreiten und lasse dich zurück. Auf dem letzten Stück des Weges kann mich
keiner begleiten, ich muss ganz allein gehen.” Der König ging und bald sah er sein Pferd nicht mehr,sondern nur noch den Himmel über sich. Jetzt machten sich die Steine und die Hitze bemerkbar.Der Weg wurde beschwerlich - aber die ganze Herrlichkeit der Natur, die er nun sah, ließ ihn seineSchmerzen vergessen. Er hatte weder Hunger, noch Durst. Seine Seele war voll von einem Gefühldes Getragenseins.Am 7. Tag erreichte er den Gipfel des Berges der Weisen und wie in seinem Traum beschrieben, stander vor dem Tor mit den goldenen Rosen. Voll Dankbarkeit fiel er auf die Knie und spürte in diesemAugenblick einen Hauch von Ewigkeit. Die Mondensichel war am Firmament aufgestiegen. Als er soverharrte, öffnete sich das goldene Rosentor und eine weiße Gestalt kam auf ihn zu. Sie war so schönanzuschauen - ja es waren diese wunderbaren Augen, die ihn ansprachen. Dann sprach die weißeGestalt zu ihm:„Ich wusste, dass du kommst, denn ich habe dich erwartet. Dein Anliegen kenne ich genau und ichwerde dir deinen Wunsch erfüllen. Zieh deine Rüstung aus, diese brauchst du nicht mehr. Du musstdich nicht mehr schützen, du bist Schutz genug. Gehe zu deiner Königin und warte auf deinen Sohn,der dir geboren wird. Nun höre meine Weissagung: Nenne deinen Sohn 3 Tage nach seiner Geburt
 
Magnus, lade zum Namensfest alle deine Freunde und Verwandten ein. Freut euch über die Geburt
des neuen Erdenbürgers. Eines möchte ich Dir sagen - und du wirst es nicht verhindern können. Wenn
dein Sohn auf der Schwelle steht, zum Mann zu werden, wird er sein Elternhaus verlassen und in dieWelt gehen, um die Prüfungen der Reife zu bestehen. Hindere ihn nicht daran, diesen Weg zu wagen.”Als der Weise diese letzten Worte gesprochen hatte, schloss er das Tor der goldenen Rosen und der König war allein. Er zog die Rüstung aus, legte sie vor das Tor der goldenen Rosen nieder und begannmit dem Abstieg. Nichts beschwerliches war an ihm und sein Herz war voll Freude auf das Ereignis,das nun bald kommen würde.So kam er an die Stelle, an der sein Pferd auf ihn wartete. Er bestieg den Rappen und ritt stolz in die
königliche Burg ein. Kaum einer seiner Wachen wollte ihn erkennen, nur seine Königin wusste, er war’s.
Sie nahmen sich in die Arme und der König teilte der Königin die Kindesbotschaft mit, verschwieg aber,dass sie ihren Sohn zu jenem Zeitpunkt an die Welt verlieren würden, wenn er den Weg zur Mann-werdung beschritte.Die Geburt war auf der königlichen Burg ein großes Ereignis und alle Leute von fern und nah wurden
zum Namensfest eingeladen. Magnus wurde gefeiert. Nach und nach wuchs Magnus heran. Er spielte
im Burggarten, lernte zu reiten, zu fechten, sich mit den Kräften der anderen zu messen. Er wurde von
allen sehr geliebt und es ging die Kunde im Lande herum, dass der Königssohn ein besonderer Mensch
sei. Der König selbst betrachtete das Älterwerden seines Sohnes mit großer Sorge.Eines Tage ließ er seinen königlichen Baumeister holen und befahl ihm, um die ganze Burg eine hoheMauer zu ziehen. Der Baumeister sollte jedem, der ihn nach dem Bau der Mauer fragte, antworten, siesei für Abwehr von Feinden bestimmt. So entstand innerhalb von kurzer Zeit diese Mauer um die könig-liche Burg. Die Königin war zwar verwundert, fragte aber nicht näher nach den Gründen.
Magnus wuchs heran, seine Neugier wurde von Tag zu Tag größer und so untersuchte er alle Wege, dieim Burggarten angelegt waren. Er entfernte sich an manchen Tagen sehr weit von der königlichen Burg.
Bei all seinen Erkundigungen stellte er sich immer wieder die Frage, wo das Ende des Reiches sei.Eines Tages, als er mal wieder unterwegs im Burggarten war, schlüpfte er unter einem Rosenstrauchmit roten Rosen hindurch und stand vor einer hohen Mauer. Er ging an der Mauer entlang, immer weiter und suchte eine Tür. Aber so sehr er auch die Tür suchte, er fand sie nicht. So kam er ermattetmit Beginn der Dunkelheit zur königlichen Burg zurück. Er konnte an diesem Abend nichts essen undging sofort zu Bett, jedoch ohne einschlafen zu können. Zu sehr beschäftigte ihn die Begrenzung desköniglichen Gartens. Er merkte in diesem Augenblick, dass ihn eine ungeheuere Sehnsucht beschlich,hinter die geheimnisvolle Mauer zu schauen. Dieser Gedanke ließ ihn nicht mehr los. Jeden Tag ginger bis zum Ende des königlichen Gartens und versuchte über die Mauer zu gelangen. Aber so sehr er sich auch bemühte, er kam nicht hinüber.Eines Tage, als er wieder einmal so traurig da saß, kam ein Adler über die Mauer herangeschwebt undsetzte sich vor ihn hin. Der Königssohn freute sich und sprach den Adler an: „Was ist wohl hinter der 
Mauer? Du kommst doch von der anderen Seite? Sag es mir bitte.” Der Adler breitete seine Flügel aus
und glitt über die Mauer. Wenig später kam er zurück und setzte sich wieder nieder. Magnus wusstenun, dieser Adler würde ihm helfen, das Land hinter der Mauer zu entdecken. Der Adler kam jeden Tagin den königlichen Garten und Magnus versuchte, sich an den Füßen des Adlers festzuhalten, um über die Mauer zu liegen. Es ging jeden Tag ein bisschen besser - und eines Tage war es soweit. Der Flugkonnte gelingen. Am nächsten Morgen würde er es mit seinem neuen Freund, dem Adler, wagen.So stand er ganz in der Frühe auf, zog sich nur das Notwendigste an und schlich sich an das Ende der 

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