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20110701 Newsletter Juli II

20110701 Newsletter Juli II

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07/08/2011

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Es war eine bittere Stunde fürden neuen Bundeswirtschaftsmi-nister Rösler, FDP. Die Regie-rungsfraktionen hatten den Punkt„Wirtschaftsmacht Handwerk“auf die Tagesordnung des Bun-destags setzen lassen. MinisterRösler eröffnete die Debatte -und schnell stellte sich heraus,was viele schon vorher ahnten: Erist ein Minister mit leeren Ta-schen. Er hat noch keine Akzentegesetzt, wie auch schon nicht alsWirtschaftsminister in Nieder-sachsen. Die FDP hat in der Krisegegen die Konjunkturpakete ge-stimmt, die dem Handwerk überdie Runden geholfen haben. Auchdas CO2-Gebäudesanierungs-Programm hat sie im vorigenJahr heruntergefahren - um es jetzt nach der Energiewendemühsam wieder aufzupäppeln.Das Handwerk jedenfalls mussdie mangelnde Verlässlichkeit derRegierung ausbaden.Als erster Redner der Oppositionhielt Garrelt Duin, wirtschaftspoli-tischer Sprecher der SPD-Fraktion, der Regierung vor, demHandwerk keine Planungssicher-heit zu bieten. Ihr falle nichts einaußer der „Luftnummer mit Steu-ersenkungen auf Pump“. Duinmahnte mehr öffentliche Investi-tionen an - und einen Mindest-lohn, den das Handwerk alsSchutz gegen Billigfirmen ausdem Ausland braucht. Es sei einUnding, dass der Staat viel Geldzahlen müsse, um schlecht be-zahlte Jobs zu subventionieren.Duin kritisierte Rösler, dem Fach-kräftemangel tatenlos zuzuschau-en: „Sie schöpfen die Potenzialeim Inland nicht aus.“ Als Beispielnannte er die vielen tausendSchüler ohne Abschluss. In derBildungspolitik forderte er einEnde des unsinnigen Kooperati-onsverbotes zwischen Bund undLändern. Außerdem: „Sechzehnverschiedene Bildungssystemekönnen wir uns nicht leisten.“
Berlin, 08. Juli 2011 Ausgabe 7 / 2011 IIwww.garreltduin.de
Garrelt Duin
Ostfriesisch. Klar.
Newsletter
Rösler - ein Minister mit leeren Taschen
Bundesregierung lässt das Handwerk im Stich/ KeinRezept gegenFachkräftemangel
Opposition ist Mist - dieses schongeflügelte Wort von Franz Münte-fering bestätigt sich oft, wie wirAbgeordneten aus Bundes- undLandtag oft erfahren ssen.Aber manchmal kann man sichauch als Oppositionspolitiker übereinen Erfolg freuen. Dazu gehörtin diesen Tagen, dass Union undFDP ihren irrigen Plan zu denAkten legen, die Wasser- undSchifffahrtsverwaltung zu„reformieren“ und Wasserstraßenso einzustufen, dass manch wich-tiger Fluss und Kanal bei uns imNorden bei Investitionen leerausgehen würde.Gegen diese Pläne sind wir Sozial-demokraten Hand in Hand mitPersonalräten, Gewerkschaften,Verbänden und der maritimenWirtschaft monatelang Sturmgelaufen - bis schließlich die Re-gierungsfraktionen eingesehenhatten, welchen Unsinn sie ver-zapfen wollten. Die Folge: Amvorigen Dienstag pfiffen sie -leicht verklausuliert, aber deutlich- ihren Verkehrsminister Ramsau-er, CSU, zurück. Die größte Gefahrist damit erst einmal vorbei.
Der Sommer ist da. Zeit für Urlaub und Ferien. Garrelt Duin und sein Team inBerlin und Ostfriesland wünschen allen Lesern des Newsletter einen schönenSommer - sei es im Urlaub oder bei der Arbeit.
Schönen Sommer!
 
Seite 2
Wer etwas länger darüber nach-denkt, kann dieser These vonThomas Oppermann folgen: „DieGrünen sind die einzige Klassen-partei in Deutschland.“ Der Parla-mentarische Geschäftsführer derSPD-Bundestagsfraktion begrün-det sie mit dem Hinweis auf diegleichmäßig zusammengesetztesoziologische Mitglieder- undWählerstruktur der Grünen. Sohaben Grüne im Schnitt eine hö-here Schulbildung und höhereEinkommen und sind somit weitentfernt davon, eine Volksparteizu sein.Oppermann sprach mit sozialde-mokratischen Abgeordneten inBerlin über die Halbjahresbilanzder SPD und wertete sie als guteBasis, 2013 wieder die Regierungzu übernehmen: „Die Merkel-Regierung kommt nicht wiederhoch.“Die Botschaft der SPD an dieWähler müssen sein: „Die Regie-rung kann es nicht, wir können esbesser.“ Um die Erwartungen derMenschen jedoch zu erfüllen, seiweiterhin solide Arbeit an Kom-petenz und Profil der Partei nötig.Bis zum Parteitag Anfang Dezem-ber werde die SPD alle Felder derSozial- und der Wirtschaftspolitikmit einleuchtenden Konzeptenbestellt haben. Dazu gehören einEnergie-, Steuer- und Abgaben-,Gesundheits- und Pflegekonzept.In der Sozialpolitik genießt dieSPD bei den Menschen höchsteKompetenzwerte. Bei Wirtschaftund Arbeitsplätzen hole sie auf,liege aber noch hinter der CDU.Garrelt Duin: „Wir müssen wieOlaf Scholz in Hamburg eine guteBalance aus Wirtschafts- undSozialpolitik schaffen.“
SPD bereitet sich auf Regierungs-Verantwortung vor
Thomas Oppermann:Regierung Merkel kommt nicht wieder auf dieBeine/ Arbeitenan der Wirtschaftskompetenz
Connemanns Nein
Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann (links), im Gespräch mit Gar-relt Duin. Der Göttinger Oppermann und der Ostfriese Duin sind sich einig, dass die SPD mit einem gut austariertenProgramm mit den Schwerpunkten Sozial- und Wirtschaftspolitik wieder an die Regierung kommen kann.
Die CDU-BundestagsabgeordneteGitta Connemann aus Leer gehörtneben einer Handvoll andererkonservativer Politiker zu denNein-Sagern zum Atomausstieg -Hand in Hand mit den Linken.Europaabgeordneter MatthiasGroote und SPD- Bezirksvorsit-zende Johanne Modder kritisie-ren dies als „energiepolitischeGeisterfahrt“ und halten ihr vor,damit gegen ein nationales Ge-meinschaftswerk und besondersgegen ostfriesische Interessen zuverstoßen. Windenergie trägtmaßgeblich zum wirtschaftlichenAufschwung in Ostfriesland bei.Connemann begründet ihr Neinmit zu erwartendem Widerstandgegen die Energiewende. GarreltDuin: „Wem es in der Küche zuheißt ist, sollte nicht Koch wer-den.“ Es gehöre auch kein Mutdazu, wie Connemann bei klarenMehrheiten gegen die eigeneFraktion zu stimmen: „Da passiertnichts. Es ist opportunistischesKalkül.“Eine gute Nachricht für Ostfries-land: Die Verkehrspolitiker derRegierungsparteien pfeifen Ver-kehrsminister Peter Ramsauer,CSU, zurück. Er darf wesentlicheAufgaben der Wasser- und Schiff-fahrtsverwaltung (WSV) nichtohne weiteres privatisieren. Viel-mehr muss er zunächst die Struk-turen der WSV überprüfen undsich Gedanken über das Vergabe-verfahren machen. Darüber wirdviel Zeit verstreichen. Das heißt:Ramsauer kann nicht so einfachdie WSV von einer Ausführungs-in eine Gewährleistungsverwal-tung umkrempeln, wie er geplanthatte. Ausführung bedeutet: DieBehörde macht es selbst, beiGewährleistung werden Aufga-ben privatisiert. Außerdem sollRamsauer wichtige Bundeswas-serstraßen nicht in ihrer Bedeu-tung abstufen dürfen. GarreltDuin: „Damit haben unsere Mü-hen sich gelohnt, die Reformplä-ne zu kippen.“- Sie dazu auch„Moin“ auf Seite 1.
Minister zurückgepfiffen
CDU-Abgeordnete auf energiepolitischer Geisterfahrt Kelchder WSV-Reform geht vorerst vorüber
 
Seite 3
Der Bundestag hat mit Mehrheitquer durch alle Fraktionen die sogenannte Präimplantationsdi-agnostik (PID) erlaubt.Zur Abstimmung standen dreiAnträge: Der Antrag für PID, dernach langer emotionaler Debattedie meisten Stimmen erhielt,sieht die begrenzte Zulassung vonGentests an künstlich erzeugtenEmbryonen vor. PID ist grundsätz-lich verboten, aber in Ausnahmenzulässig. Das Gesetz soll Paaren,die eine Veranlagung für schwereErbkrankheiten haben, die Chan-ce auf ein gesundes Kind ermögli-chen. Zu diesen Ausnahmefällenzählt neben schweren Erbkrank-heiten eine deutliche Neigung zuTod- oder Fehlgeburten. Vor derPID müssen sich Paare beratenlassen, eine Ethikkommissionmuss zustimmen. Nur lizenzierteZentren dürfen PID vornehmen.Garrelt Duin: „Ich habe diesemAntrag zugestimmt“. r diesePosition stehen neben anderenStaatssekretär Peter Hintze, CDU,und die SPD-GesundheitsexpertinDr. Carola Reimann. Der Antragerhielt 326 Stimmen.Der zweite Antrag wollte ein strik-tes Verbot der PID. Die künstlicheBefruchtung bekäme nach ihrerMeinung durch PID eine neueDimension. Zustimmung: 260Abgeordnete. Der dritte Antragwar ein Kompromiss, der PIDgrundsätzlich verbietet, die Aus-nahmen im Vergleich zu Antrag 1 jedoch strenger fasst. Zustim-mung: 58 Abgeordnete.
Gentests vor künstlicher Befruchtung erlaubt
PID-Gesetz:Paaremit Veranlagung zuschwerenErbkrankheitensollenChanceauf eingesundes Kindhaben
Befruchtung einer Eizelle in der Petrischale. Später können Embryonen auskünstlicher Befruchtung in frühem Stadium auf Erbkrankheiten oder Behinde-rungen untersucht werden. Eine Petrischale ist eine flache, runde Schale mitDeckel und kommt in der Biologie, Medizin und Chemie zum Einsatz. Namens-geber ist der Bakteriologe Julius Richard Petri, der sie 1887 einführte.
Pflege ist große Aufgabe
SPD-Bundestagsfraktion:Bürgerversicherung für Pflege
Panzer rfen nicht in Span-nungsgebiete verkauft werdenund die Empfängerstaaten müs-sen die Menschenrechte einhal-ten. Basta.Damit ist eigentlich alles gesagt.Die präzisen Vorschriften für denRüstungsexport hindern die Re-gierung Merkel aber nicht daran,200 Leopard-Panzer nach Saudi-Arabien zu liefern. Über Hinter-gründe schweigt die Regierung.Sie beruft sich auf die Geheimhal-tungspflicht.Regierungssprecher Seibert sagt,die Regierung stehe zu den Richt-linien für Rüstungsexporte. Wiesich diese mit dem diktatorischregierten Saudi-Arabien vertra-gen, bleibt sein Geheimnis.Gegenwärtig kann die RegierungRüstungsexporte im Alleinganggenehmigen und diese erst im jährlichen Rüstungsbericht veröf-fentlichen. Somit wird sich dieErlaubnis des Panzerdeals mitSaudi-Arabien von Ende Juni 2011erst im Exportbericht finden, dendie Regierung Ende 2012 be-schließt.Thomas Oppermann, Parlamenta-rischer Geschäftsführerder SPD-Bundestagsfraktion, fragt: „Wersoll durch die Geheimhaltungeigentlich geschützt werden?“ Erverweist darauf, dass die SPDbereits Ende März ein Papier zurÄnderung der Rüstungsexport-Genehmigungen veröffentlichthat. Darin fordert sie, den Export-bericht „schneller und in verlässli-cher Zeitfolge“ zu veröffentlichen.Gedacht wird an sechs Monatenach Ablauf des Kalenderjahres.Der Panzer-Verkauf an Saudi-Arabien sorgt - mit Recht - fürerhebliche Unruhe im BerlinerRegierungsviertel und bei denMenschen im Land. Denn es siehtso aus, als ob die Regierung einsensibles Thema höchst fahrlässigbehandelt. An Waffenverkauf sind strenge Maßstäbe anzule-gen. Garrelt Duin: „Gerade beieinem Land wie Saudi-Arabien,das erst jüngst gegen Oppositio-nelle in Bahrein vorgegangen ist.“Unsere älteren Mitbürger habenein Recht und auch einen morali-schen Anspruch auf gute undbezahlbare Pflege - sei es ambu-lant zu Hause oder in einemHeim. Die Pflegeversicherung hatsich bewährt, aber sie ist auf Dau-er nicht leistungsfähig genug.Die SPD-Bundestagsfraktion wirddeshalb im Herbst über eine Re-form der Pflegversicherung bera-ten und beschließen. Schon jetztsteht fest, dass Pflege nach Auf-fassung der SPD eine gesamtge-sellschaftliche Aufgabe ist. GarreltDuin: „Wir wollen die solidarischeund paritische Umlage-finanzierung der Pflegeversiche-rung ausbauen und keine Zwei-oder Drei-Klassen-Pflege.“Dafür brauchen wir eine„Bürgerversicherung Pflege“ nachdem Muster, wie die SPD auch inder Krankenversicherung einBürgerversicherungs-Modell vor-legt. Duin: „Ein Finanzierungsmo-dell wie zurzeit in der gesetzli-chen Krankenversicherung nachArt von Union und FDP mit pau-schalen Zusatzbeiträgen anstellevon einkommensabhängigenBeiträgen lehnen wir ab.“Die SPD will eine Pflegeversiche-rung, die nach den Einkommender Versicherten finanziert wird.Alle zahlen entsprechend demEinkommen ein, die Arbeitgeberbeteiligen sich paritätisch. Duin:„Nur das ist gerecht.“Die Herausforderungen an diePflegeversicherung sind wegendes demografischen Wandelsgroß. Um sie zu meistern, wollenwir die Pflegeberatung ausbauen,die Pflegequalität verbessern, diePflegeforschung rdern undderen Erkenntnisse zügig nutzen.Wichtig ist auch, dass pflegendeAngehörige die Pflege und ihrenBeruf unter einen Hut bringenkönnen.Wir brauchen gut ausgebildetePflegekräfte, die leistungsgerechtbezahlt werden. Duin: „Auch übereine schlagkräftige und bezahlba-re Pflegeinfrastruktur werden wirintensiv nachdenken und realisti-sche Vorschläge machen.“
Fragwürdige Panzer
SPD-Kritik am Rüstungs-Deal mit Saudi-Arabien

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