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Der Bundestag hat mit Mehrheitquer durch alle Fraktionen die sogenannte Präimplantationsdi-agnostik (PID) erlaubt.Zur Abstimmung standen dreiAnträge: Der Antrag für PID, dernach langer emotionaler Debattedie meisten Stimmen erhielt,sieht die begrenzte Zulassung vonGentests an künstlich erzeugtenEmbryonen vor. PID ist grundsätz-lich verboten, aber in Ausnahmenzulässig. Das Gesetz soll Paaren,die eine Veranlagung für schwereErbkrankheiten haben, die Chan-ce auf ein gesundes Kind ermögli-chen. Zu diesen Ausnahmefällenzählt neben schweren Erbkrank-heiten eine deutliche Neigung zuTod- oder Fehlgeburten. Vor derPID müssen sich Paare beratenlassen, eine Ethikkommissionmuss zustimmen. Nur lizenzierteZentren dürfen PID vornehmen.Garrelt Duin: „Ich habe diesemAntrag zugestimmt“. Für diesePosition stehen neben anderenStaatssekretär Peter Hintze, CDU,und die SPD-GesundheitsexpertinDr. Carola Reimann. Der Antragerhielt 326 Stimmen.Der zweite Antrag wollte ein strik-tes Verbot der PID. Die künstlicheBefruchtung bekäme nach ihrerMeinung durch PID eine neueDimension. Zustimmung: 260Abgeordnete. Der dritte Antragwar ein Kompromiss, der PIDgrundsätzlich verbietet, die Aus-nahmen im Vergleich zu Antrag 1 jedoch strenger fasst. Zustim-mung: 58 Abgeordnete.
Gentests vor künstlicher Befruchtung erlaubt
PID-Gesetz:Paaremit Veranlagung zuschwerenErbkrankheitensollenChanceauf eingesundes Kindhaben
Befruchtung einer Eizelle in der Petrischale. Später können Embryonen auskünstlicher Befruchtung in frühem Stadium auf Erbkrankheiten oder Behinde-rungen untersucht werden. Eine Petrischale ist eine flache, runde Schale mitDeckel und kommt in der Biologie, Medizin und Chemie zum Einsatz. Namens-geber ist der Bakteriologe Julius Richard Petri, der sie 1887 einführte.
Pflege ist große Aufgabe
SPD-Bundestagsfraktion:Bürgerversicherung für Pflege
Panzer dürfen nicht in Span-nungsgebiete verkauft werdenund die Empfängerstaaten müs-sen die Menschenrechte einhal-ten. Basta.Damit ist eigentlich alles gesagt.Die präzisen Vorschriften für denRüstungsexport hindern die Re-gierung Merkel aber nicht daran,200 Leopard-Panzer nach Saudi-Arabien zu liefern. Über Hinter-gründe schweigt die Regierung.Sie beruft sich auf die Geheimhal-tungspflicht.Regierungssprecher Seibert sagt,die Regierung stehe zu den Richt-linien für Rüstungsexporte. Wiesich diese mit dem diktatorischregierten Saudi-Arabien vertra-gen, bleibt sein Geheimnis.Gegenwärtig kann die RegierungRüstungsexporte im Alleinganggenehmigen und diese erst im jährlichen Rüstungsbericht veröf-fentlichen. Somit wird sich dieErlaubnis des Panzerdeals mitSaudi-Arabien von Ende Juni 2011erst im Exportbericht finden, dendie Regierung Ende 2012 be-schließt.Thomas Oppermann, Parlamenta-rischer Geschäftsführerder SPD-Bundestagsfraktion, fragt: „Wersoll durch die Geheimhaltungeigentlich geschützt werden?“ Erverweist darauf, dass die SPDbereits Ende März ein Papier zurÄnderung der Rüstungsexport-Genehmigungen veröffentlichthat. Darin fordert sie, den Export-bericht „schneller und in verlässli-cher Zeitfolge“ zu veröffentlichen.Gedacht wird an sechs Monatenach Ablauf des Kalenderjahres.Der Panzer-Verkauf an Saudi-Arabien sorgt - mit Recht - fürerhebliche Unruhe im BerlinerRegierungsviertel und bei denMenschen im Land. Denn es siehtso aus, als ob die Regierung einsensibles Thema höchst fahrlässigbehandelt. An Waffenverkauf sind strenge Maßstäbe anzule-gen. Garrelt Duin: „Gerade beieinem Land wie Saudi-Arabien,das erst jüngst gegen Oppositio-nelle in Bahrein vorgegangen ist.“Unsere älteren Mitbürger habenein Recht und auch einen morali-schen Anspruch auf gute undbezahlbare Pflege - sei es ambu-lant zu Hause oder in einemHeim. Die Pflegeversicherung hatsich bewährt, aber sie ist auf Dau-er nicht leistungsfähig genug.Die SPD-Bundestagsfraktion wirddeshalb im Herbst über eine Re-form der Pflegversicherung bera-ten und beschließen. Schon jetztsteht fest, dass Pflege nach Auf-fassung der SPD eine gesamtge-sellschaftliche Aufgabe ist. GarreltDuin: „Wir wollen die solidarischeund paritätische Umlage-finanzierung der Pflegeversiche-rung ausbauen und keine Zwei-oder Drei-Klassen-Pflege.“Dafür brauchen wir eine„Bürgerversicherung Pflege“ nachdem Muster, wie die SPD auch inder Krankenversicherung einBürgerversicherungs-Modell vor-legt. Duin: „Ein Finanzierungsmo-dell wie zurzeit in der gesetzli-chen Krankenversicherung nachArt von Union und FDP mit pau-schalen Zusatzbeiträgen anstellevon einkommensabhängigenBeiträgen lehnen wir ab.“Die SPD will eine Pflegeversiche-rung, die nach den Einkommender Versicherten finanziert wird.Alle zahlen entsprechend demEinkommen ein, die Arbeitgeberbeteiligen sich paritätisch. Duin:„Nur das ist gerecht.“Die Herausforderungen an diePflegeversicherung sind wegendes demografischen Wandelsgroß. Um sie zu meistern, wollenwir die Pflegeberatung ausbauen,die Pflegequalität verbessern, diePflegeforschung fördern undderen Erkenntnisse zügig nutzen.Wichtig ist auch, dass pflegendeAngehörige die Pflege und ihrenBeruf unter einen Hut bringenkönnen.Wir brauchen gut ausgebildetePflegekräfte, die leistungsgerechtbezahlt werden. Duin: „Auch übereine schlagkräftige und bezahlba-re Pflegeinfrastruktur werden wirintensiv nachdenken und realisti-sche Vorschläge machen.“
Fragwürdige Panzer
SPD-Kritik am Rüstungs-Deal mit Saudi-Arabien