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Ärzteinitiative Bamberger Appell Bamberg, den 19.09.2008Dr. med. C. Waldmann-SelsamKarl-May-Str. 4896049 BambergBundeskanzlerin Dr. A. MerkelPersönliche Übergabe in Bamberg
Erkrankungen von Menschen, Tieren und Pflanzen durch technisch erzeugte hochfrequenteelektromagnetische Felder weit unterhalb der geltenden GrenzwerteGefahr im Verzug, da Tausende von Kindern, Erwachsenen und Kranken schwer betroffensind
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,die Situation ist todernst. Menschen, Tiere und Pflanzen sind weit unterhalb der geltenden Grenzwerteder 26. BImSchV in ganz Deutschland erkrankt.Vielleicht haben Sie unsere sieben Briefe nicht persönlich erhalten. Daher übergebe ich Ihnen heute imAuftrag von Ärzten und von hochfrequenzgeschädigten Menschen Unterlagen zu den Auswirkungenhochfrequenter elektromagnetischer Felder auf Menschen und auf die Natur.Ab 1992 wurde mit dem flächendeckenden Aufbau des Mobilfunknetzes begonnen, obwohl ab 1930Veröffentlichungen über schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen, Tieren undPflanzen vorlagen. Nur drei ausgewählte Beispiele:
Harte
vom
 
Botanisches Institut an der Universität Freiburg veröffentlichte 1950:
 
Mutationsaus-lösung durch Ultrakurzwellen in der Zeitschrift Chromosoma, 1950, Band 3, S.140- 147.
Wenzel
untersuchte
1967
den Gesundheitszustand des
Funkmesspersonals
der Nationalen Volks-armee. Gegenüber einer nicht exponierten Kontrollgruppe fand er eine
Zunahme von Kopf-schmerzen, Schlafstörungen, allgemeiner Mattigkeit, Augenschmerzen, Herzstechen, sinkenderDenkschärfe, erhöhter Reizbarkeit, Schwindelgefühl, Neigung zu Schwitzen und Sehstörungen.
 Die Ergebnisse sind in seiner Inaugural- Dissertation „Zur Problematik des Einflusses vonMikrowellen auf den Gesundheitszustand des Funkmesspersonals der Nationalen Volksarmee“ an derErnst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald veröffentlicht. Das Literaturverzeichnis zitiert 268 wissen-schaftliche Veröffentlichungen über Auswirkungen von Mikrowellen auf Tiere, Menschen, Gewebe,Augen, Ohren, Testes u.a.
Jacobi (1975)
untersuchte den Einfluss von in Klimakammern simulierten Sferics auf dieThrombozytenadhäsivität bei gesunden Versuchspersonen. Bei einer
Impulsfolge von 10 Hz
 (
Anmerkung:: bei WLAN liegt ebenfalls eine Pulsfolge von 10 Hz vor
) und der Impulsfeldstärke 0,4 V/m
 
(
geltender Grenzwert für UMTS beträgt 61 V/m
) fand er eine
hochsignifikante Steigerung derThrombozytenadhäsivität
. Bedeutsam ist, dass er eine
Korrelation zwischen Änderung derThrombozytenadhäsivität und Psychasthenie-Skala (nach MMPI)
fand. Wurde bei derBestrahlung der Versuchspersonen deren Kopf mit Kupfergaze abgeschirmt, so blieb die Bestrahlungunwirksam.
Gegen eine Erhöhung der Feldstärke auf Werte über 0,4 V/m sind von derDeutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) damals Bedenken ausgesprochen worden (21).
Am
25.09.1992
räumte
Dipl.-Ing. Rüdiger Matthes, BfS
, auf einem Hearing zu Gesundheits-gefahren durch elektromagnetische Strahlung im hessischen Landtag mögliche Schäden ein: „..
.Sie(die elektromagnetische Belastung) liegt heute um Größenordnungen über der natürlichenFeldbelastung durch nichttechnische Quellen. Parallel zu der Entwicklung
 mehren sich die Befunde
 
 aus wissenschaftlichen Studien, wonach möglicherweise bei einem lang andauernden Einwirken derartiger Felder mit gesundheitlichen Gefahren zu rechnen ist
....In diesem Zusammenhang ist auchwichtig, dass natürlich innerhalb der Bevölkerung erhebliche Unterschiede bestehen. Ein kleines Kind  z.B. absorbiert wesentlich mehr Energie im höherfrequenten Bereich als ein Erwachsener...Es liegen
 
einige Befunde bei geringer Exposition vor, die als gut abgesichert gelten, weil sie oft reproduziert wurden, die man aber nur schwer bewerten kann. Dazu zählt z.B. der Einfluss vor allem gepulster oder niederfrequent modulierter Hochfrequenzstrahlung auf den Zellstoffwechsel. Man hat gefunden,dass bestimmte Ionen, z.B.
Calzium
 , bei der Exposition in diesen Feldern,
vermehrt aus der Zelle ausströmt
. Das Auftreten dieses Effektes wird nahezu unabhängig von der Feldintensität be-schrieben.Es wird 
 bei verschwindend geringer Absorption gefunden
...Wie zuvor bereits ange-sprochen besteht bei starker thermischer Belastung des Auges die Gefahr der Linsentrübung. Das meiste, was zu diesemThema bekannt ist, stammt aus Untersuchungen an Kaninchenaugen und am Auge von Affen...Völligoffen ist, welche Schwellen beim Menschen bestehen. Hierzu fehlen weitgehend die Informationen. Bei all den derzeit vorliegenden wissenschaftlichen Befunden bleiben einige wesentliche Fragen offen....Es gibt Lücken in der sogenannten Datenbasis. Das heißt z.B. dass nur die biologischen Wirkungenbei einzelnen Frequenzen untersucht worden ist. Daten, z.B. Wirkungsschwellen, für die ver-schiedenen biologischen Effekte über das gesamte Frequenzspektrum liegen nicht vor.
 Die Grenz-werte beruhen deshalb auf einer starken Vereinfachung der sehr komplexen Realität
 , die im Detailnicht fassbar ist. Berücksichtigt werden muss auch, dass
 konkrete Daten über mögliche Wirkungen bei langfristigem Einwirken der Felder weitgehend fehlen
....Außerdem kann man nicht ausschließen,dass es Kombinationseffekte gibt, wenngleich die Annahme derzeit rein spekulativ ist. Aber man kannnicht ausschließen, dass es zu Wechselwirkungen z.B. mit Pharmaka und anderen Umweltagenzienkommt.“
Auch das
Landesamt für Naturschutz und Landschaftspflege
,
Kiel
, warnte am
30.06.1992
in einerStellungnahme für das Ministerium für Natur, Umwelt und Landesentwicklung des LandesSchleswig- Holstein, betreffend
Antennenträger/Funktürme der Post: Beeinträchtigung vonPflanzen und Tieren in Natur und Landschaft:
„...Zum Abschluss dieser Betrachtung sei noch mal auf die Diskrepanz zwischen Forschung und Erkenntnis – vor Jahren – in anderen Ländern und der veröffentlichten Fachmeinung – heute – in Deutschland hingewiesen. Im Februar 1974 wurde auf einer Konferenz in der New Yorker Akademieder Wissenschaften über biologische Effekte nichtionisierender Strahlung berichtet. „MehrereForscher legten Daten vor, welche die Hypothese unterstützten, dass Mikrowellenstrahlung selbst sehr niedriger Intensität Auswirkungen auf Nervensystem, Verhalten und Befinden von Lebewesen hat.“
 Nach diesen eindeutigen Aussagen aus der 1975er USA erscheint die 1992er Einschätzung der BRD unverständlich: Bernhardt (1991, p. 5): ...Stand der Forschung...“zeigt, dass Alarmrufe um mögliche gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung einer sachlichen Grundlage entbehren.“ 
Ingenieur Seidl
hatte über viele Jahre an Richtfunksendern gearbeitet. Als er feststellte, dass vieleseiner Berufskollegen das Rentenalter nicht erreichten, bat er in einer
Petition vom 11.11.1992
denBayerischen Landtag um universitäre Forschungen zu Langzeitschäden und
Erfassung derErkrankungen und Todesursachen der Fachgruppe „Sendertechnisches Personal“ ab 1960
. Am17.01.1994 wurde in Berufung auf das Bundesamt für Strahlenschutz die Petition mit folgenderBegründung
abgelehnt
: „
Epidemiologische Untersuchungen sind aufwendig, dauern lange und sind inder Bundesrepublik Deutschland durch das Fehlen entsprechender umfassender Register und durchbestehende Datenschutzvorschriften erschwert.
 Das Bundesamt für Strahlenschutz gibt daher derÜberprüfung von Hypothesen über mögliche Wirkungsmechanismen den Vorzug.“ 
Ab 1992
wandten sich Anwohner, die im Zusammenhang mit Inbetriebnahmen von Sendernerkrankten, an zuständige Behörden mit der Bitte um Hilfe.
Ab April 1993
stellte
Prof. Dr. med. R. Frentzel-Beyme, Epidemiologe an der UniversitätBremen
, mehrere Anträge zur Mobilfunkforschung an Netzbetreiber, Forschungsgemeinschaft Funk,Deutsche Forschungsgemeinschaft und BfS (u.a. 1993:Untersuchung möglicher gesundheitlicherRisiken bei Mobilfunkanwendern mittels epidemiologischer Studien; 2002: Machbarkeitsstudie fürKohortenstudie hochexponierter Berufsgruppen zur Abschätzung des Krankheitsrisikos; 2002:Querschnittsstudie
Mobilfunkbasisstationen).
Sämtliche Anträge wurden abgelehnt
.
Die Verweigerung von Untersuchungen der erkrankten Menschen (am Arbeitsplatz oder amSenderstandort) ermöglichte die fatale Entwicklung in den folgenden 16 Jahren.
 
Ab 1995
erkrankten Kühe nach Inbetriebnahmen von Sendern. Im
Dezember 1997
musste
Prof. Dr.W. Löscher, Tierärztliche Hochschule Hannover
, für die Veröffentlichung des Artikels „AuffälligeVerhaltensstörungen bei Rindern im Bereich von Sendeanlagen“ in „Der Praktische Tierarzt“kämpfen. Er schrieb an das bayerische Staatministerium:
 Die bei Rindern im vorliegenden Fall(betreffend Landwirt Altenweger) beschriebenen Verhaltensauffälligkeiten und Gesundheitsstörungensind nicht überraschend, sondern entsprechen dem, was bereits in anderen, ausländischenUntersuchungen auftrat.
 Insofern hat die Fachöffentlichkeit ein Recht, über derartige Fälleinformiert zu werden
. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie sich dafür einsetzen könnten, dass das Bayrische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit diePublikation der beiliegenden Arbeit in der Zeitschrift "Der Praktische Tierarzt" nicht weiter verhindert.“
Bitte entnehmen Sie den weiteren Verlauf der Anlage „
Verantwortung für Mensch undUmwelt?
“ (14) und der „
Chronologie des Auftretens von Erkrankungen, Fertilitätsstörungen undMissbildungen bei Rindern im Zusammenhang mit Hochfrequenzexposition
“ (26).
 
Auf die Frage nach den Ergebnissen der im Jahr 2002 gegenüber Landwirt Stengel angekündigtenStudie zu Rindern teilte
Dr. A. Dehos, BfS
, am
13.11.2007
mit: „
 In der Planungsphase des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogrammes wurde auch über eine Studie zu möglichen Auswirkungen der hochfrequenten Felder des Mobilfunks auf Rinder diskutiert. Daher rührt meine von Ihnen zitierte Aussage, dass für den Umweltforschungsplan 2003 eine Studie zu dieser Thematik geplant sei. Im Laufe der Konkretisierung des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms erhielten
Unter- suchungen an Rindern aber keine ausreichende Priorität
 , so dass kein entsprechendes Vorhabendurchgeführt wurde.“
Mit der Unterlassung der ursprünglich geplanten und von der Tierärztlichen Hochschule Hannoverentworfenen Studie an Rindern, wurden weitere Erkrankungen von Rindern in Kauf genommen.Obwohl
in ganz Europa
 
unerklärliche, neuartige Baumschäden
seit etwa 2002 explodierten undDr.-Ing. V. Schorpp den Verdacht auf kausalen Zusammenhang mit Hochfrequenzexposition anhandvon Baumkasuistiken auf dem Fachgespräch am 02.08.2004 untermauert hatte, antwortete Dr. A.Dehos, BfS, am 13.11.2007 auf die Frage nach Konsequenzen aus den von Dr.-Ing. V. Schorppvorgetragenen Indizien:
„Zu möglichen
 Auswirkungen hochfrequenter Felder auf Pflanzen
gibt es von wissenschaftlicher Seite bisher keine klaren Hinweise. Daher messe ich dieser Frage ebenfalls
keine Priorität
bei.“
Die Anlage „
 
Einwirkungen natürlicher und technisch erzeugter elektromagnetischer Felder auf Pflanzen und Mikroorganismen“ einschl. Literaturliste belegt, dass dies Aussage unzutreffend ist (23).
Das BfS hat sich sechzehn Jahre lang über die dringenden Bitten und Aufforderungen vonWissenschaftlern, Ärzten und erkrankten Menschen hinweggesetzt. Das Naheliegendste, daswissenschaftlich und ethisch Unabdingbare, die Untersuchung der langzeitexponiertenMenschen, wurde absichtlich unterlassen.
Am
17.06.2008
sagte Physiker
Dr. Wolfgang Weiss
, Leiter des Fachbereichs Strahlenschutz undGesundheit des Bundesamtes für Strahlenschutz, in seiner Rede auf der Abschlusskonferenz desDeutschen Mobilfunk Forschungsprogramms zu den vorgelegten ärztlichen Fallbeschreibungen:
 Zusätzlich zu den Forschungsaktivitäten habe ich das Gespräch mit mobilfunkkritischen Ärzte-initiativen gesucht. Dabei wurden Möglichkeiten und Grenzen im Umgang mit medizinischen Befundberichten erörtert.
Nach meiner Einschätzung, die von Fachexperten gestützt wird 
 , bilden dievorgelegten medizinischen Fallbeschreibungen bisher 
 keine Grundlage
 ,
um dem immer wieder postulierten Zusammenhang zwischen Feldern des Mobilfunks und gesundheitlichen Beein- trächtigungen
über die im Rahmen des DMF durchgeführten Studien hinaus
wissenschaftlich nachzugehen.
Diese Aussage entspricht nicht der Wahrheit
. Der Gutachter Prof. Dr. Dr. A. Kappos,Bundesärztekammer, hatte aufgrund der eingereichten Kasuistiken weitere Untersuchungen angeregt:
...Weiterführend wären möglicherweise doppelblind durchgeführte Belastungs-/Karenzunter-suchungen des Blutdruckes und des Schlafes. Auch neurologische Untersuchungen wären denkbar....Zumindest, das Schlafverhalten und die Herzrhythmusstörungen würden sich zu einer Objektivierung u.U. unter EMF- Belastung/-Karenz anbieten....Die Beantwortung dieser Frage würde möglicherweise einen umfangreiche lege artis durchgeführteepidemiologische Untersuchung erfordern.“

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