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Ephräm d. Syrer - Vier Lieder über Julian den Apostaten

Ephräm d. Syrer - Vier Lieder über Julian den Apostaten

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Published by Schear Jaschub
Ephräm der Syrer (* 306; † 9. Juni 373) war ein Heiliger, Schriftsteller und Kirchenlehrer.
Er gilt als Begründer der Schule der Perser und neben seinem älteren Zeitgenossen Aphrahat als einer der größten Theologen der syrischen Kirche. Da Ephräm vor den großen Kirchenspaltungen lebte, wird er in vielen östlichen und westlichen Kirchen sehr geschätzt und als Heiliger verehrt. Im Jahr 1920 wurde er durch Papst Benedikt XV. mit der Enzyklika Principi apostolorum Petro zum Kirchenlehrer erklärt.
Ephräm der Syrer (* 306; † 9. Juni 373) war ein Heiliger, Schriftsteller und Kirchenlehrer.
Er gilt als Begründer der Schule der Perser und neben seinem älteren Zeitgenossen Aphrahat als einer der größten Theologen der syrischen Kirche. Da Ephräm vor den großen Kirchenspaltungen lebte, wird er in vielen östlichen und westlichen Kirchen sehr geschätzt und als Heiliger verehrt. Im Jahr 1920 wurde er durch Papst Benedikt XV. mit der Enzyklika Principi apostolorum Petro zum Kirchenlehrer erklärt.

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08/13/2011

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1
Ephräm d. Syrer (
373)
Vier Lieder über Julian den Apostaten
Generiert von der elektronischen BKVvon Gregor Emmenegger / Diether WegenerText ohne Gewähr
 
Text aus:
Des heiligen Ephräm des Syrers ausgewählte Schriften / aus dem Syrischen und Griechischen übers. (Desheiligen Ephräm des Syrers ausgewählte Schriften Bd. 1; Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 37) Kempten;München : J. Kösel : F. Pustet, 1919
Erstes Lied.
Gegen den Kaiser Julian, der Heide wurde, gegen die Irrlehren und gegen die Juden. Nach der Melodie:
 Haltet euch an die Wahrheit!
 1. Das kaiserliche Szepter soll die Menschen leiten, die Länder beaufsichtigen und die wildenTiere verjagen; das Szepter des kaiserlichen Apostaten tat gerade das Gegenteil. Bei seinemAnblick frohlockten die Bestien, die Wölfe traten auf seine Seite, freudige Erregung erfaßtePanther und Löwe, ja sogar die Schakale erhoben ein Freudengeheul
1
.2. Als die Wölfe den Nebel, den Regen und den Sturm sahen, riefen sie einander zu, stürmtenherbei und tobten voll Hunger. Bisher waren sie alle eingeschlossen gewesen, jetzt umringten sievoll Wut die gesegnete Herde Christi. Aber bald zerbrach das Szepter, das sie erfreut hatte, undsie wurden wieder in Trauer versetzt. Die Stütze der Linken
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war eben nur ein zerbrechlichesRohr.3. Da flohen sie wieder in ihre finsteren Felsenklüfte und zogen die Furcht, die sie abgelegthatten, in ihren Höhlen von neuem an. Die verfinsterte Schöpfung wurde wieder hell und klar,nachdem die zerschmettert waren, die ihre Häupter erhoben hatten. Die Häupter desLeviathan
3
wurden im Meere zermalmt, seinen einst so beweglichen Schwanz aber zerstampfteman auf dem Lande.4. Die lebendig Toten
4
waren zu neuem Leben erwacht; sie hofften, am Leben zu bleiben, mußtenaber bald erkennen, daß sie sich bitter getäuscht hatten. Zu derselben Zeit, als die Götzenbilderwieder erstanden, waren auch sie zu neuem Leben erwacht. Daher sprachen die Götzen selbst denUngläubigen das Urteil. Die Heiden und die Unkräuter
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waren dem gleichen Tode verfallen; dennbeide klammerten sich zur gleichen Zeit an den gleichen Halt
6
.5. Damals geriet der Kot in Gärung und brachte Schlangen jeder Größe und Gewürm jeglicherArt hervor, so daß die ganze Erde mitten im Winter
7
davon wimmelte; denn der Hauch desDrachen hatte ihn befruchtet. Wer aber mit den Schuhen der Wahrheit ausgerüstet war, derverachtete die giftigen Stacheln der Söhne des Irrtums.
1
Der bei den übrigen Liedern stets nach der ersten Strophe angemerkte Kehrvers, den der Chor zu singen pflegte, fehlt hier wohl nur aus Zufall.
 
2
Nach Mattth. 25,33 stellt der Weltenrichter die Schafe auf seine rechte, die Böcke dagegen auf seine linke Seite. Deshalb nennt Ephräm dasGeschlecht der Bösen die Linke [nl. die linke Seite], das der Guten die Rechte. Die Stütze der Linken das Haupt der gottfeindlichen Partei, istJulian.
 
3
Ps. 78 [74],13 f.; vgl. auch Ezech, 29,3 ff.; 88, 2 ff.
 
4
Die Heiden.
 
5
Die Häretiker
 
6
Julian begünstigte sowohl die Heiden als auch die Häretiker.
 
7
Nach Str. 10 begann Julian seine proheidnische Tätigkeit im Februar, wozu wir als Jahr 361 zu ergänzen haben.
 
 
26. Die mit den gestürzten Götzen wieder aufgestanden waren, fielen aufs neue mit dem fallendenKaiser
8
. Sie hielten sich für stark und hofften bestehen zu können. Die Toren schlossen sichaneinander, kamen herbei und fielen. Ihr Fall beweist ihren Anstoß; denn mochten sie auch sonstverschiedenen Sinnes gewesen sein, hinsichtlich des Anstoßes waren sie eins; denn alle warendurch die gleiche Liebe zu dem einen Kaiser mit einander verbunden.7. Damals, als sich die Teufel freuten, lebten auch sie plötzlich wieder auf; damals, als der Böse jubelte, frohlockten auch sie. Es war sozusagen ein Vorbild der ihnen bestimmten Ewigkeit, wosie ebenfalls alle zusammen an den einen gehängt werden sollen: er machte sie jetzt schonuntereinander zu Brüdern und Gliedern, sie hingen ja am Haupte der Linken.8. Denn während die Rechte über die Sünder trauerte, waren die Söhne der Linken hocherfreut.Die Engel freuen sich nur
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über die Büßer, die Toren aber tun törichterweise das Gegenteil. Nurdie Kirche ahmt die Engel in beidem nach, indem sie über die Sünder weint und über die Büßersich freut.9. Als der Böse sah, daß er die Menschen in Rausch und Taumel versetzt hatte, da freute er sichund verachtete die Freiheit um so mehr, als sich die Menschen ihm so sklavisch unterworfenhatten. Der Böse staunte, dass er uns so mißhandeln durfte; aber die misshandelten Torenachteten nicht auf ihre Schmerzen und verschmähten die Heilung, obwohl der Arzt bereit war.10. Der abscheuliche Februar
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, der trübe und alles betrübende Monat, hatte sich den Vorzug desalles erfreuenden April
11
angemaßt; aber es sproßten und blühten in ihm nur Dornen und Unkraut.Der Frost, der sonst alles erstarren macht, trieb Saft in die [noch unentwickelten] Dornen undStacheln im Innern der Gestrüppe und Sträucher, und alsbald kamen sie nackt und bloß
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hervor.11. Die Spätsaat
13
war gleichsam in Angst und Furcht, sie war ja nicht kunstgerecht gesät undgepflegt worden; denn es waren nur von selbst ausgefallene Körner, die in der Erde gekeimthatten. Was nur oberflächliche Wurzeln geschlagen hatte, wurde bald ausgerottet; aber diekunstgerecht bestellte Saat schlug tiefe Wurzeln und trug hundertfältige, sechzigfältige unddreißigfältige Frucht.12. Die Kaiser, welche Söhne der Wahrheit waren, hatten mit den beiden Testamenten, wie mitzwei an dasselbe gemeinschaftliche Joch gespannten Stieren, die Erde gepflügt und bestellt.Selbst die Dornen
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bekleideten sich mit dem Glanze des Weizens, und die Saat teilte sogar demUnkraut
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ihre Farbe mit. Als sie dann den Glanz wieder ablegten, taten sie es mit freiem Willen.13. Die einen zeigten sich dann als Dornen, die anderen als Weizen; die einen erwiesen sich alsGold, die anderen als Staub. Der Tyrann wurde zu einem Schmelzofen für den Glanz derWahrhaftigen
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. Welch herrliches Schauspiel! Die Wahrheit kommt in den Schmelzofen desLügners und wird darin erprobt, der Irrtum dagegen verherrlicht die Wahrhaftigen und hat davonkeine Ahnung!14. Über den Abtrünnigen freuten sich alle Abtrünnigen und über das Haupt der Linken dieSöhne der Linken. In ihm konnten sie sich sehen, wie sie waren; denn er war für sie alle ein
8
Der orthodoxe Nachfolger des Apostaten, Jovian, hob dessen christenfeindliche Erlasse auf und stellte den früheren Rechtszustand wieder her.
 
9
d. h. nicht über die Sünder als solche, sondern nur, wenn sie Büßer sind, also für die Sünden Buße tun.
 
10
Siehe Anm. 4 auf S. 214.
 
11
Der syrische Februar entspricht unserem wetterwendischen April; der syrische April aber unserem Wonnemonat Mai bezw. Juni.
 
12
wörtlich: nackt und barfuß; der Sinn ist wohl der, daß sich das Heidentum ohne Maske überall zeigte.
 
13
Jene Christen, die sich nur aus weltlichen Beweggründen, namentlich aus Streberei und Wohldienerei zum Christentum bekannten.
 
14
Die Scheinchristen, die innerlich Heiden geblieben waren.
 
15
Den Häretikern.
 
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Die mit voller Überzeugung und in aller Aufrichtigkeit Rechtgläubigen im Gegensatz zu Scheinchristen und zu den irgendeinem IrrtumAnhängenden, also auch
die an der Wahrheit Haftenden
. Alle Nuancen von
š
ariro lassen sich im Deutschen nicht mit einem Worte umfassen.
 
 
3Spiegel. Diejenigen, welche sich über seinen Sieg freuten, teilten den Triumph mit ihm, wie sieauch bei seinem Untergange Anteil an der Demütigung hatten.15. Denn nur die Kirche war ganz gegen ihn, wie auch umgekehrt er und alle seine Anhängergegen sie waren. Dies genügt zweifellos zum Beweise, daß es nur zwei Parteien gibt, die derKirche und die ihrer Widersacher. Auch die Heuchler, von denen man glaubte, dass sie nicht zuden letzteren gehörten, schlossen sich ihnen schleunigst an, gleich Gliedern einer und derselbenKette.16. Die Juden erfaßte rasendes Entzücken, sie stießen in die Posaune und freuten sich darüber,daß er ein Zauberer war, und jubelten, weil er ein Magier war
17
. Die Beschnittenen sahenplötzlich das Bild des Stieres vor sich; auf seinen Goldmünzen erblickten
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sie den Stier derSchmach und begannen, ihn mit Pauken und Trompeten zu umtanzen; denn sie erkannten in ihmihr ehemaliges Kalb
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.17. Er ließ den Stier, das Symbol des Heidentums, der in sein Herz eingezeichnet war, in jenemMünzbilde für das Judenvolk, das ihn liebte, ausprägen. Vielleicht riefen die Juden beim Anblickdieses Stieres:
Israel, das sind die Götter, welche deine Gefangenschaft aus Babylon in dasverwüstete Land zurückführen werden, wie dich das gegossene Kalb aus Ägypten herausgeführthat
20
.18. Der König von Babylon wurde plötzlich in einen Waldesel verwandelt; er lernte aber, sichbändigen zu lassen. Er schlug nicht mehr aus, obwohl er ein störrisches Tier geworden war
21
. DerKönig von Griechenland
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wurde plötzlich ein Stier, der die Kirchen stieß, aber bald dahingerafftwurde. Die Beschnittenen sahen den Stier auf die Stateren geprägt und freuten sich, daß dieKälber des Jeroboam
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wieder aufgelebt waren.19. Vielleicht hatten die Juden deshalb an diese Münze eine so ausgelassene Freude, weil siedachten: gleichwie der darauf abgebildete Stier einen Platz im Herzen, im Beutel und in der Handdes Kaisers habe, so stehe auch jenes Kalb der Wüste vor seinen Augen, seinem Herzen undseinem Geiste, ja er schaue es möglicherweise sogar in seinen Träumen
24
.20. Der König von Babylon wurde wahnsinnig und entfloh in die Wüste. Gott ließ ihnumherirren, auf dass er zur Ruhe komme; er ließ ihn wahnsinnig werden, auf daß er Vernunftannehme. Und er bereitete auch schließlich Gott Freude und dem Daniel Entzücken. Dergriechische Kaiser machte sich dadurch strafbar, daß er Gott erzürnte und den Daniel Lügenstrafen wollte
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des Greuels wird Vernichtung sein; bis zur Vollendung der beschlossenen Dingewird sie
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in der Vernichtung verharren
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; daher wurde er zu Babylon dem Gerichte überliefertund verurteilt
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.
17
Julian verstand sich auf Magie und Wahrsagekunst
 
18
Zur Erinnerung an die Renaissance des heidnischen Opterkultes ließ Julian auf der Rückseite seiner Münzen einen Opferstier anbringen.
 
19
Das goldene Kalb in der Wüste Sinai, Exod. 32,4 ff.
 
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Anspielung auf den Ausruf der Israeliten beim Anblick des goldenen Kalbes, der nach Exod. 32,4 lautete:
Das ist dein Gott, o Israel, der dichaus Ägypten weggeführt hat.
 
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Über Nebukadnezars Strafe und Umkehr siehe Daniel 4,25-34.
 
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d. i. der König von Byzanz, also Julian.
 
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3 Kön. 19,28 ff.
 
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Verhöhnt die Traumdeuterei Julians.
 
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nl. dadurch, daß er trotz Dan. 9,27 den Tempel zu Jerusalem wieder aufbauen wollte. Ephräm versteht wie die Väter die Danielstelle von derbleibenden Verwüstung des Tempels. Der masoretische Text ist heillos verderbt und unverständlich. Die Peschito ist nicht viel klarer:
und auf den Flügeln (!
 
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wer?
 
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LXX ist deutlicher:
und im Tempel wird der Greuel der Verwüstung herrschen bis zum Ende, und ein Ende wird der Verwüstung gemachtwerden
. Vulgata: et erit in templo abominatio desolationis, et usque ad consummationem et finem perseverabit desolatio.
 
28
Julian kam in Babylon ums Leben
 

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