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Stefan Nicolae - Review of Schutzian Research. A Yearbook of Lifewordly Phenomenology and Qualitative Social Science, Vol. 1/2009 (Zeta Books, 2009), in: Studia Phaenomenologica X (2010)

Stefan Nicolae - Review of Schutzian Research. A Yearbook of Lifewordly Phenomenology and Qualitative Social Science, Vol. 1/2009 (Zeta Books, 2009), in: Studia Phaenomenologica X (2010)

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Stefan Nicolae - Review of Schutzian Research. A Yearbook of Lifewordly Phenomenology and Qualitative Social Science, Vol. 1/2009 (Zeta Books, 2009), in: Studia Phaenomenologica X (2010)
Stefan Nicolae - Review of Schutzian Research. A Yearbook of Lifewordly Phenomenology and Qualitative Social Science, Vol. 1/2009 (Zeta Books, 2009), in: Studia Phaenomenologica X (2010)

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Categories:Types, Research
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BOOK REVIEWS418
Dank ihrer Orientierungsunktion in der aktuellen Schütz’ Forschung (KapVIII) runden die Hinweise au prominente Vertreter und Forschungsgebieteeine – trotz Fehlens einer ausührlichen Erörterung von Schütz’ Relevanz ürzeitgenössische Debatten bspw. in der Phänomenologie des Fremden (Walden-els) oder in der Leibphilosophie (Schmitz) – durchaus gelungene Einührungab. Eine Einührung, die durch begrifiche Rigorosität, Vorliebe ürs Detailund wissenschatliche Kompetenz des Autors nicht nur in Schütz’ Werk son-dern auch in die wissenssoziologische Denkart einleitet.Ștean NICOLAE
Schutzian Research. A Yearbook of Lifewordly Phenomenology and Quali-tative Social Science 
, Vol. 1/2009, Zeta Books: Bucharest, 2009, ISSN:2067-0621, € 25
Fachzeitschriten mit klar deniertem Zuschnitt sind keine Einzelerschei-nung, sondern eher die Regel:
Schutzian Research
bricht oenkundig mitdieser radition. Dem Bekenntnis, als internationale Bühne ür Phänome-nologie der Lebenswelt und qualitative Sozialwissenschat zu ungieren, wirdkeine legitimierende Spezizierung oder Konturierung des Zeitschritprolsund dessen Relevanz ür die aktuelle Schütz-Rezeption, sowie ihrer virtuellenPlatzierung im akademischen Kontext der Adressaten hinzugeügt. Der Jahr-buchstitel soll also Programm sein, denn die Herausgeber erhoen ein breitesSpektrum von „mit Alred Schütz’ Orientierung vergleichbaren“ (7) Arbeiten.Ein
vaste projet 
, das den Beiträgen mitunter ern liegt.Die Einleitung (7-10) versetzt den Leser abrupt mitten in die versammel-ten, latent kontextlosen Ausätze. Allein dem akt des Herausgebers verdanktdas ableau seine Kontur. Demzuolge praktizieren
Berguno
und
Loutfy 
eine„ne synthesis o Schutzian philosophy with qualitative research“ (7),
Wal-denfels 
„begins with the extraordinary experience o the Other“ (ebd.) und
Embree 
„explains basic eatures o science“ (9). Kontur, aber dennoch kei-nen Rahmen, denn auch hier bleibt das theoretische Potenzial der
SchutzianResearch
dius. Stattdessen zählt der Leser neben dem „multidisziplinären“bzw. „interdisziplinären“ Charakter die „Multilingualität“ der Beiträge zu denErrungenschaten der Zeitschrit zu und lernt schließlich, dass dies allein demVerlag zu verdanken sei (10).Im Anschluss an Schütz’
Collected Papers 
, Band I – im methodologischeneil der Studie werden Quellen hinlänglich übersehen – entwickeln
da Silva
 und
Tocantins 
(11-28) ein „phänomenologisches Interview“ (11., 18), dasdie subjektive Motivation der Angehörigen von Patienten mit ChronischerNiereninsuzienz im amiliären Unterstützungsprozess erassen soll. Schütz’Einuss au Studiendesign, Generierungsschritte der identizierten Katego-rien (Wohlbenden des „Klienten“ bzw. „Angehörigen“, 22.), sowie deren
 
BOOK REVIEWS419
 Auswertung (23.) ist knapp gehalten und wirkt außerhalb Schütz’ Abhand-lungen über Relevanz wenig überzeugend.Gründlicher in Schütz’ Schriten verankert ist der Beitrag von
Berguno
 und
Loutfy 
(29-50). Sie bevorzugen eine „phänomenologische Analyse“ vonInterviews (35) über Erahrungen sudanesischer asylsuchender Kinder inNordarika. Als Vergleichsolie gilt Schütz’ ext über „Den Fremden“ (30.),der sich als Erklärungsinstanz des Lebensweltprols minderjähriger Asylan-ten (32.) anbietet. Integrationssequenzen der mühsamen sprachlichen undkulturellen Übersetzungspraxis dissonanter Alltagstypisierungen werden im Anschluss an Mead („play-game“-Unterscheid) und Schütz (insb. die Sprach-problematik) ausgelegt. An der Situation des Anderen orientiert sich auch
Waldenfels’ 
Beitrag überFremdheit in der Ethnopsychiatrie (51-65). Die Unterscheidung von Anders-heit (
otherness 
) als logisch-ontologische und Fremdheit (
alienness 
) als topolo-gische Dierenz (52) okussiert au Grundzüge der Fremderahrung in derPsychiatrie (53.) und au die doppelte, kulturelle Fremdheit eines ethno-psychiatrischen Ansatzes (57.). Die Ethnopsychiatrie soll, so
Waldenfels 
, zumkonzeptuellen und nicht zuletzt praxeologischen errain problematisierbarerVerzahnungen von intra- und interkultureller Fremdbestimmungen werden.Die „negative Situierung“ des psychologischen Leidens wird von Wie-Lun
Lee 
in der kommunikativen Praxis des Terapeuten als existentiales und nor-matives Reservoir ür psychotherapeutische Behandlung verortet. Im Vergleichdazu bespricht
Rogers 
die Sinnstruktur der Lebenswelt von Sorgebedürtigenin der eministischen Ethik der Sorge (85-99). Schütz’ Begri der „Enklave“(93) erlaubt der Autorin die „Hybridität“ (90., 94) – „postkolonialistisches“Resultat der Intererenz mannigaltiger Sinnprovinzen – einer „Welt besonde-rer Bedürnissen“ (91), der sinnhaten „Wir-Sphäre“ der Sorge, estzustellen.Zeitgenössische Beiträge werden kontrapunktisch von „Reality as Work“(101-112) ankiert: ür die erste Ausgabe von
Schutzian Research
hat sich
Luckmann
ür einen ext aus dem Jahr 2002, einen Klassiker, entschieden.Mit Schütz’ Ansatz ane Leserinnen werden den Selbstverständlichkeitscha-rakter einer Epik am Rande der Schütz’ Unterscheidung von „Handeln“ und„Wirken“ zu bewundern wissen, zumal
Luckmann
weder au Weber noch au Schütz explizit verweist. „Arbeit“, so
Luckmann
, ist wie eine Form von „Wir-ken“, die die Außenwelt modiziert (103, 107), soziale Wirklichkeit kon-struiert (105) und die historisch bis hin zu einem Verobjektivierungsniveauinstitutionalisiert wird (109., 112).Sung ae
Lee 
interessiert sich ür den „kosmopolitischen Raum“ (113-127)– und zugleich ür Arendt und Ulrich Beck, Mead und Habermas, Fukuyamaund Huntigton, Margaret Tatcher, Jihad, BSE (Mad Caw Disease) und letzt-endlich den 11. September. Schütz ist natürlich auch
en passant 
erwähnt mitder Behauptung, Sozialwissenschaten würden da beginnen, wo die Phäno-menologie endet (122). Du-Einstellung in kosmopolitischer Wirklichkeit, ür
 
BOOK REVIEWS420
die auch
Lee 
plädiert, ist ein Tema, das Schütz’ Auseinandersetzung mit Hus-serls Phänomenologie augreit und die Beiträge von Nam-In
Lee 
(129-147),
Liberman
(149-164) und Chung-Chi
Yu
(177-200) leitet.Die erwähnten Ausätze ergänzen sich thematisch und bringen die einzi-ge Auslegungssequenz in
Schutzian Research
zum Vorschein: während Nam-In
Lee 
den Ursprung einer phänomenologisch undierten Soziologie in derÜberwindung subkutaner Schwierigkeiten der Weber’schen Perspektive durchden Appell an Husserl und insb. an dessen Spätschriten erklärt, versucht
Li-berman
den hochkomplexen Werdegang der Intersubjektivitätsproblematik in der phänomenologischen Sozialorschung zu rekonstruieren. Einerseitsidentiziert
Liberman
drei wichtige Stationen au diesem „itinerary“: die Bin-nenstruktur der Schütz’schen Kritik an Husserl (149-154), die Artikulationder Schütz-Parsons-Debatte mit Akzentuierung der intersubjektiven und vor-prädikativen Ebene (154.) und die radikalen Züge des ethnomethodologi-schen Projektes Garnkels mit Blick au Husserls und Schütz’ Verständnis derIntersubjektivität (160.). Andererseits, so
Yus 
Argumentation, koinzidierenHusserls und Schütz’ Schriten in Bezug au die „phänomenologische Psycho-logie“. Die starke Tese von
Yu
besagt, Schütz ührt – trotz Ablehnung dertranszendentalen Intersubjektivität – die Grundprinzipien der phänomenolo-gischen Psychologie weiter.Dieser Sequenz von Beiträgen olgen
Embrees 
Überlegungen zu Schütz’ Wissenschatstheorie (165-175). Großzügige Zitate vervollständigen diese in-tendierte eine Popularisierung in katechistischer Form: durch Fragen und Antworten, Anmerkungen und Erklärungen (bspw. „the social sciences the-matize aspects o the socio-cultural world“, 168) ührt
Embree 
die Leserinsouverän durch das komplizierte Labyrinth der Grundzüge, Denitionen undmethodologischen Postulate von Schütz’ Kulturwissenschat. Wenig Aumerk-samkeit ndet bei Embree das ypisierungsproblem, ein Tema, das
Butnaru
 zum Gegenstand ihres Beitrags macht (201-225). Durch eine parallele Proble-matisierung von „ypenbildung“ (Schütz) und „Phantasie“ (Husserl) gelingtes der Autorin au eine innovative Weise die Relevanz, Anschlussmöglichkeitund das konzeptionelle Anwendungspotential der Phantasie ür eine Sondie-rung der Sinnkonstitution der Lebenswelt zu explizieren.
Hermida-Lazcano
argumentiert in Anlehnung an Schütz’ Teorie der Rele-vanzen gegen eine „atomistische Perspektive“ au soziales Handeln (227-243).Vielmehr lasse sich die Handlungstheorie von Schütz durch ein Netzwerk intersubjektiv konstituierter Relevanzstrukturen erklären. Im Spannungseldvon gewählten und auerlegten Relevanzen identiziert der Autor ein geeigne-tes Instrumentarium ür die Erorschung individueller Freiheit.Zwei unveröentlichte Dokumente aus dem Nachlass ergänzen die erste Ausgabe von
Schutzian Research
: Schütz’ „Reisetagebuch“ über seine erste Amerika-Reise (1937) (245-271) und die ranskription der Diskussionen au der agung „Aspects o Human Equality“ (1955) (273-291). Komplementäre

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