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Aldiss, Brian W. - Helliconia - Sommer

Aldiss, Brian W. - Helliconia - Sommer

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11/26/2012

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Die Meeresküste von Borlien
Wellen rauschten den Strand hinauf, wichen zurück und kamen wieder.Draußenvor der Küste wurde die Prozession der anlaufenden Brandungswellenvon einermit Vegetation bedeckten felsigen Masse gebrochen. Sie markierte dieGrenzezwischen der Flachwasserzone und der offenen See. Einst war derschwärzlicheFelsen Teil eines Berges im Landesinneren gewesen, bis vulkanischeEruptionenihn in die Bucht geschleudert hatten.In dieser Zeit war der Felsen durch einen Namen domestiziert; er war als>derLinienfels' bekannt. Nach ihm hatte man der Bucht und ihremunmittelbarenHinterland den Namen Gravabagalinien gegeben. Jenseits diesesFelsens lag dieschimmernde blaue Weite des Meeres der Adler. Die auflaufendenBrecherwaren unter ihren Schaumkronen trüb vom Sand, den sie aufgewühlthatten,bevor sie in weißer Gischt zusammenfielen und ihre schaumbedecktenAusläuferden Strand hinaufjagten, wo sie ermattet im Sand versickerten.Nachdem sie die Bastion des Linienfelsens umbrandet hatten, trafen dieWellenfronten in verschiedenen Winkeln auf die Küste, wo sie sich mitverdoppelter Gewalt brachen und schäumend die Füße einer vergoldetenSänfteumspülten, die von vier Phagoren am Strand niedergesetzt wurde. DierosigenZehen der Königin von Borlien tauchten in die Ausläufer deranstürmenden
 
Wogen.Die enthornten Ancipitalen standen bewegungslos. So sehr sie dasWasserfürchteten, ließen sie es um ihre Füße brodeln, ohne mehr zu tun alsgelegentlichmit einem Ohr zu zucken. Obwohl sie ihre königliche Bürde eine halbeMeile vomPalast hergetragen hatten, zeigten sie keine Erschöpfung, und obwohl derleichteSeewind die drückende Hitze kaum zu lindernvermochte, gaben sie durch nichts zu erkennen, daß sie darunter litten.Nochschienen sie im geringsten interessiert, als die Königin ihr Gewand abwarfundnackt von der Sänfte ins Wasser watete.Hinter den Phagoren stand im trockenen Sand der Majordomo desPalastesund beaufsichtigte zwei menschliche Sklaven bei der Errichtung einesZeltes, daser mit hellen Madi-Teppichen auslegen ließ.Die Wellenausläufer umschmeichelten die Knöchel der KöniginMyrdaleminggala. >Königin der Königinnen< wurde sie von derbäuerlichenBevölkerung Borliens genannt. In ihrer Begleitung waren Prinzessin Tatro,ihreTochter, und einige Damen aus ihrem Gefolge.Die Prinzessin schrie vor Begeisterung und sprang auf und nieder. ImAltervon zwei Jahren und drei Zehnern betrachtete sie die See als einenriesigen,unbekümmerten Freund."Oh, schau diese Welle, Mutter! Es ist die größte! Und die nächste ... dakommt sie ... oooh! Wie hoch sie sind! Immer größer werden sie, Mutter,

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