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Jahrbuch Der Luftwaffe (1970)

Jahrbuch Der Luftwaffe (1970)

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Published by Ed Palmer
Berghoff, Major Walter (1970), "ln einem Flugkörpergeshwader Pershing [Pershing Missile Squadron]" (in German), Jahrbuch der Luftwaffe [Yearbook of the German Air Force], Luftwaffe
Berghoff, Major Walter (1970), "ln einem Flugkörpergeshwader Pershing [Pershing Missile Squadron]" (in German), Jahrbuch der Luftwaffe [Yearbook of the German Air Force], Luftwaffe

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02/04/2013

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text

original

 
fi/IJ/Jrbuc!J
·
.
der
lui/Kaffe
FOLGE
7 -1970
Herausgegeben
von
Kurt NeherunterMitarbeit
von Karl
Heinz
Mende
I
WEHR
UND
WISSENVERLAGSGESELLSCHAFTMBH
DARMSTADT
 
Major Walter
Berghoff
ln
einem
Flugkörperges[hwader
Es
ist gemütlich
um
den großen,runden Tisch
im
Bierkeller
des Offizierheims
der
Flugkörpergruppe.DieKleinstadtgarnison bietet kein· ·ausgesprochenesObermaß
an
Abwechslung.Dahersitzen dieOffiziere
hier
gern nachDienstnoch ein wenigbeisammen,
besonders
wenn das-
Wetter
draußen sounfreundlichist
wie
an
diesem kalten Novemberabend.
Es
scheint sichaufWochen hin einzuregnen.Einer
der
Offiziere
der
heiteren Runde muß sich offenbar gegendie gutmütigen Frotzeleien
der
übrigen
zur
Wehr
setzen. Gehört
er
etwa'nichtzuPERSHING?SeineschlagfertigenParaden verraten überlegeneSachkunde.Aus
einerder
Bemerkungenentnehme ich:
er
istSachbearbeiter
im
StabedesFlugkörper geschwaders,
der
in derselben Kaserne liegt.Das
erklärt
diewechselseitigen
St
icheleienfreilich jedem
zur
GeAüge,
der
sich
in
dieProblemeeinesSoldatenhineindenken kann.
Im
Gegensatz zur FK-Gruppe (so
wird
Flugkörpergruppe abgekürzt) ist
der
Geschwaderstabnichtdem NATO-Befehls haber assigniert,sondern ein rein nationalerStab.Daher
führtder
Kommodore auch nichtdenEinsatz
der
beiden ihm unterstellten FK-Gruppen,die
an
verschiedenenStandortenliegen.Ähnlich dem Kommandeur eines Fla-Regiments nimmt
er
dievielfältigen
in
deutscher Zuständigkeit verbliebenenAufgabenund Angelegenheiten
wahr
.Zunächstund
vor
allemist
er
trup-
pendienstlicher
Vorgesetzter der
beiden Gruppenkommandeure.SeinStabsteuert das Personalwesen und wacht
über
die Güte,Genauigkeit und Einheitlichkeit
der
Ausbildung.·
Der
bei hochtechnisierten Verbänden stetsschwierigeNachschub läuft weitgehend
über
das Geschwader.
Mit
Hilfe
der
Teileinheit Technikdes Geschwaderstabes,
an
derenSpitze
der
Technische Stabsoffizier,ein fähiger Ingenieur, steht,
sorgtder
Kommodoredafür, daß
der
Einsatz
seiner
beiden FK-Gruppen nicht in denkomplexen technischen Problemen des Waffensystems und desgroßen Geräte-und Fahrzeugparks erstickt. Ohne all dieseHilfen des Geschwaderstabes wäre
der
EinsatzbeiPERSHINGVerbänden
gar
nicht möglich.Für den Einsatz
selber
hingegen
geht
der
Befehlsstrang von
der
Luftwaffendivisionunmittelbar zum Gruppenkommandeur,welcher
der
taktisch Führende ist. in
dieser
fröhlichen Rundewill
er
gerade sein Bierglas heben, als
er
ans Telefon gerufenwird.
Die
übrigen Herren ahnen
in
diesemAugenblicknoch nicht,daß sich damit ein
sehr
abruptes Ende
der
fröhlichen Gesellschaft anbahnt.
Der
Offizier
vomGefechtsstanddienst(OvG)meldet knapp-
"Herr
Major, Alarm
ab
19.00
Uhr
Zulu! AlleMaßnahmenlaufenan."
Der
Kommandeur
wirft
einenkurzen
Blick
auf seine
Uhr
:
Es
istjetzt 20.06
Uhr
,also
19
.06
Uhr
nach
der
r
denEinsatz·gel tenden Greenwich-
oder
Zulu-Zeit.
Mit
einem knappen"Danke!Ich komme gleich zum Gefechtsstand heraus"
legt
er
den
Hörer
auf.Dasalsoistdie lang erwartete mehrtägige Obung! Die Division hätte sich ruhig freundlicheres
Wetter
dafür aus-
36
suchen können.Und ideal kann man denZeitpunkt
der
Auslösungauchnicht gerade nennen. Um 20.00
Uhr
haben dieLeutegerade einen anstrengenden Tag
hinter
sich.Nunwerdensie nicht mehr zum Schlafen kommen,und zwar recht lange nicht.Zunächst
wird
jetztallesselbsttätig anlaufen. Alarmierungenwerden
in
einer FK-Gruppe so häufig geübt,
da
ßeskeinerumfangreichenBefehlemehr
bedarf
.Jeder einzelneSoldatweiß, was
er
zu
tunhat. Dieneuen Wehrpflichtigen werdenvonden Erfahreneren angewiesen.
Der
Kommandeur kehrt
an
seinen Tisch zurück: "Meine Herren!Alarm!
S~it
19.00
Uhr
Zulu haben
wir
Alarm.
Also:
ab
zu
IhrenDienststellen!"Schlagartigist
der
Humorverschwunden. DieOffizierespringen auf.in diesem Augenblick gehen alle Lichter
der
Kaserne aus.
DerOffiz
ierdes Geschwaderstabes lächelt schadenfroh.Erwußte natürlich von dieser ersten Obungseinlage, die den Herren von
der
Gruppe das Leben etwas sauer machen soll.
Aber
schließlich muß PERSHING auch dann seinen Einsatz schaffen,wenndieStromversorgung-etwa durch Sabotage -ausfallensollte.Und das
will
geübt und vorbereitet sein.Und es
wird
geübt,wie ich sehe!in
der
Zwischenzeit haben die
UvDs der
Staffeln den Alarmspruch
über
die eigens geschaffene Alarmringleitung erhalten.inSekundenschnelle haben sie ihren Heim aufgestülpt undrennen pfeifend und mit dem Ruf"Aiaaaarm!"durch die Korri dore.Und mittendrin gehen auch hier die Lichter aus. Ich schließe mich nun dem Kommandeur
an.
Er hatsich
in
denerdbraunen Kampfanzug geworfen und verstaut soeben seinenRucksack
auf
dem Rücksitz seines Wagens,
um
zum
ortsfestenGefechtsstand hinauszufahren.Nach.einigen Kilometern durch heftige Regenböen treffen
wir
ein.
Ein
Posten
fordert
ParoleundSonderausweise,dann dürfen
wir
passieren.Einige unter dieErde führende,nach Beton riechendeGänge,erneut ein Posten
an
einerGittertür
,wiederumParoleundAusweiskontrolle,dann sind
wir
endlich drin.
Der
OvG
erstattet Meldung. Während
der
Kommandeur seinGepäck abstreift,
wirft er
einenBlickauf die
an
der
Wandhängenden Obersichten.
Es
ist eigentlich nicht viel drin
in
diesemGefechtsstand.Wenn ich
an
dieGefechtsständefliegender Verbände denke,nimmt sich die Innenausstattung geradezu bescheiden aus.
Ein
langer Tisch mit einigen Feldtelefonen,
an
der
Wand einige Obersichtstafeln,zwei große Karten.
Im
Nebenraum,
der
mit
einer
dickenStahltürgesichertist,liegen die Zielunterlagen.in einem weiteren Nebenraum sitzen einigeFernmelder
hinter der
Gefechtsvermittlung.Ich habe
mir
eigentlich
vorgestellt
,daß
zur
Führungeines mitso modernenRaketensystemenausgerüsteten Verbandes wesentlich mehr gehört.
Der
Kommandeur erläutert
mir
,daß
es
eben
der
große Vorteil vonPERSHINGist, daß dieses Waffensystem so einfach einzusetzen sei."Was
wir
h
ier
brauchen,ist
 
PERSHING
in
der
Tat nicht viel! Eine Karte des Raumes, in dem
wir
unsbewegen! Und natürlich gute drahtlose Fernmeldeverbindungen.Wenn manindie Bewegung
geht
,
hilft
einem
der
Draht
ja nicht mehr viel!"Und die Unterlagen
r
die Zielbearbeitung?Von den fliegenden Verbänden weiß ich,daß sie allerhand
Arbeit
kostet.
..
Zielbearbeitung? Natürlich, wenn Sie es
so
wollen,dann haben
wir
freilich auch etwas Ähnliches.
Aber
Siewerden sicherlich davon enttä.uscht sein.Denn
r
unseren
Auf-
trag benötigen
wir
keine großartigen Unterlagen.
Es
genügt
uns
zu
wissen,welche Koordinaten
unser
Ziel
hat,
wie
hoch es
über
dem Meeresspiegel liegt, und wann undin
welcher
Höhe
der
Gefechtskopf detonieren soll. Das ist
wirklich
alles.
Ja,
man braucht uns nicht einmal zu sagen,was das eigentlich
r
ein Ziel ist, das
wir
bekämpfen sollen.Ein Flugplatz,von dem aus atomare
Angriffe
gegen unsere Städte
gelltartet
werdenkönnen? Raketenstellen,die uns bedrohen?
Oder
Verkehrs-
knotenpunkte,
über
die
der Angriff
des Feindes
erfolgen
muß?
Vielleicht
auch Nachschubbasen,aus denen sich die feindlichen Offensiven nähren? Das alles ist
r
die Durchführyng unseresAuftrages unnötiges Wissen!Unsinteressiertebensowenig,was unterhalb
der
Flugbahn alles
liegt
.
Wir
brauchen keine feindlichen Fla-Stellungen
zu
umfliegen.Uns können Jäger nicht verfolgen. Daher sindauchkeineauf wendigen Kursausarbeitungen erforderlich.
Allerd
ings: den eigenen
Standort
müssen
wir
schon kennen,wenn
wir
das Ziel bekämpfen wollen.
Und
die Bezugsrichtung,
an
der
wir
uns orientieren,muß exakt festliegen.
Aberdafür
haben
wir
in
der
FK-Gruppe ja unseren Vermessungszug.Ergenügt höchsten Ansprüchen.S
elbst
das Landesvermessungsamthat von ihm schon manchen Hinweis erhalten,
wo trigono-
metrische Punkte
früher
einmal nicht genau genug vermessenwurden.Wenn etwa die Bezugsrichtung auch
nur
um
den60.Teil eines Grades nicht stimmen
würde
,entspräche das in500 km Entfernung
einer
Ablage von rund
150m.
Und PERSHINGschießt erheblich
weiter
.Sie werden also verstehen,mit
wel-
cher
Sorgfalt
unsere
Vermesser
arbeiten müssen."
Der
Kommandeur wendet sich nun
wieder
den Obersichten
zu,
die laufend ergänzt und
auf
den neuesten Stand gebracht
wer-
den.
Zweite
Staffel:
Vorkommando
abmarschiert!
Vierte Staf
fel:Vorkommando abmarschiert!
Dritte
Staffel:
Vorkommando
marschbereit;die Staffel hat erst fünfzig Prozent
ihrer Stärke
erreicht.
Der
Einsatzoffizier erläutert mir:
Die
dritte
Staffel
hat
als
Aus-
gleich
r
mehrere Wochen Bereitschaft-einen Teil davonalssogenannte
Sofortbereitschaft
-nunmehr endlich eineWoche Bereitschaftsbefreiung.
Die
Soldaten waren also nichtgehalten,sich ständig
verfügbar
zu
halten.
Der
Staffelchefkonnte teilweiseDienstbefreiung gewähren.
Daher
dauert esbei
ihr
natürlich wesentlich länger,bis sieihre volle
Stärke
erreicht hat. Außerdem hat sie
ihr
Gerät zu den fälligen Ober-prüfungen und Inspektionen an die
Versorgungsstaffel
mit ihremInstandsetzungszug abgegeben.Sie muß es daher nun erst
wieder
fassen und die
Flugkörper
aufden Startlafettenzusammenbauen,
bevor
sie mit
einer
Nullzählung
(Countdown)
beginnen kann.
Der
Einsatzoffizi
er
schlägt
mir
vor, mi
ch
di
eser
Staffel anzuschließen.
Hier
könnteichdie
Arbeit
am
Flugkörper
vom Zusammenbau an beobachten.
Die
anderen Staffeln hieltenihre
Flugkörper
ständigzusammengebaut
bereit
,um schnellstensreagieren
zu
können.
Als
ich bei
der
..
Dritten"eintreffe,sind die Soldaten gerade dabei,
ihr
Gepäck
auf die
Fahrzeuge
zu
verladen.
Es
regnetimmer noch, und das
Wasser
rinnt von den Oberjacken.
Der
jugendlich
wirkende
Staffelchef
erklärt mir
,daß
er
jeden Augen
blick
die Rückkehr seines Abschußzugführers
erwarte
,
der
imGruppengefechtsstand die Einsatzunterlagen abhole.Dannkönne
er
sein
Vorkommando
abmarschieren lassen.Ich solltemich zweckmäßigerweise anschließen,
um
alles von Anfang
an
mitzubekommen.Er
stellt
mich daher dem
Vorkommandoführer
,einem
Oberfeldwebel,
vor.Endlich
trifft
der
Abschußzugführer ein.
Mit
einem
Blick
entdeckt
der
Staffelchef beim Oberfliegen
der
Einsatzmappe, daß
der
Kommandeur
r
ihn eine Oberraschung
bereit
hat. DieStaffel
wird
eine
der
Gruppe
bisher
nicht bekannte Obungsstellung beziehen.Sie kann zeigen,
ob
sie denin einem wirk lichen Einsatzfall
zu
erwartenden Bedingungen gewachsenist.
Der
Hauptmann
erläutert
mir
den Sachverhalt. PERSHING kannpraktisch überall und in nahezu jedem Gelände völlig
unvor
bereitete Stellungen beziehen.Einzige Voraussetzungist,daß man
mit
den Kettenfahrzeugenin diese Stellung gelangen kann.
Und
natürlich muß
der
Vermessungstrupp angesetzt werden,
um
die Koordinaten und eine Bezugsrichtung
zu
liefern.ImFrieden hingegen
ist
die Sache nicht ganz
so
einfach.
Die
vielenschweren Fahrzeuge
einer
Staffel können nicht beliebigenPrivatgrund zerfurchen.
Daher
muß sich die FK-Gruppeaufeinenaturgemäß begrenzte Zahl von Obungsstellungen beschränken,mit deren Verhältnissen man
im
Laufe
der Ze
it vertraut ist.Wenn gelegentlich eine neue Stellung
verfügbar wird
,ist diemit
der
Obung gewonnene Erfahrung
größer
.
;-
Nach
einer
knappen Einweisung des
Vorkommandoführers
treten
wir
in
die Dunkelheit
hinaus. Immer noch peitscht
der
kalte,
heftige
Novemberregenin
unser
Gesicht.
Die
Einweisung
wird
an
die Soldaten
weitergegeben
:Auftrag,Marschziel, Marschweg,Marschfolge,
Geschwindigkeit
,Sicherung,Frequen zen
r
die Funkgeräte und Parole.
Wenige
Minuten darauf sind
wir
unterwegs.Nach etwa vierzig
Kilometer
Fahrt durch nächtliche
Dörfer
und
Weiler wird der Blick
des
Oberfeldwebels
immer gespannter.Er vergleicht das Gelände
mit
seiner
Karte.Nun
gibter
demFahrer ein Zeichen:
Die
Fahrt verlangsamt sich, und
wir
biegenineinen Feldweg ein.
Sofort
werden die Scheinwerfer auf
37

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