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Zum Problem der Offenbarungskritik: Insbesondere bei Swedenborg und Lorber

Zum Problem der Offenbarungskritik: Insbesondere bei Swedenborg und Lorber

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02/06/2015

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Zum Problem der Offenbarungskritik
Insbesondere bei Swedenborg und Lorber
Friedemann Horn
 
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FFENBARUNGSKRITIK
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Friedemann Horn – 1975 / 76 / 77
Vorbemerkung von Thomas Noack: Von diesem Beitrag existieren zwei Versionen. Die ur-sprüngliche Fassung (A) erschien zwischen 1975 und 1977 in der Zeitschrift »Offene Tore« (OT(1975) 126-130, 187-191, (1976) 31-56, 65-66, 103-112, 145-147, 180-197, (1977) 27-38, 132-140). 1984 gab Friedemann Horn diese OT-Texte in einer leicht überarbeiteten Form als Büch-lein mit dem Titel »Zum Problem der Offenbarungskritik: Am Beispiel von Swedenborg undLorber« heraus (B). Ich drucke im Folgenden (mit kleinen Änderungen) Version A ab, wobei ichallerdings zu den Zitaten meist die Quellenangaben hinzugefügt habe. Auf die Weglassungenoder Ergänzungen in Version B weise ich in den Fußnoten hin.
[1. Teil: OT (1975) 126-130]
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Obwohl die Kirche von der Offenbarung lebt, ist doch ihr Verhältnis zur Offenbarung im allge-meinen und im besonderen zu jeder neuen Offenbarung stets mehr oder weniger gespanntgewesen. Schon der Apostel Paulus sah sich mit dem Problem konfrontiert, wie die Gemeindeeiner wahren Inflation von Offenbarungen entgehen sollte. Da es im Wesen der Offenbarungliegt, der Erfahrung des nicht von ihr Betroffenen — also der breiten Masse der Gläubigen eben-so wie der Ungläubigen — entzogen zu sein, erhebt sich begreiflicherweise die Frage, ob esüberhaupt möglich ist, Offenbarungen, oder was sich dafür ausgibt, anders als in Bausch undBogen anzunehmen oder abzulehnen.Der Verfasser des 1. Johannes-Briefes hielt das Problem unter einer Bedingung für lösbar, näm-lich: »Daran sollt ihr den Geist Gottes (der sich in den Offenbarungsträgern manifestiert) erken-nen: ein jeglicher Geist, der da bekennt, daß Jesus Christus ist im Fleisch gekommen
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der ist
1
[In B ist dem Text ein »Vorwort« vorangestellt: »Die nachstehenden Gedanken zur Offenbarungskri-tik stammen aus den Jahren 1975 bis 1977. Anhand zweier klassischer Neuoffenbarungen habe ich versucht, Maßstäbe aufzuzeigen, die zweifellos auch auf andere Fälle angewandt werden können. Inacht verschiedenen, zum Teil vergriffenen Nummern der Zeitschrift OFFENE TORE abgedruckt, istdiese Arbeit bisher kaum mehr zugänglich gewesen. Da aber die Zahl von Neuoffenbarungen immernoch im Steigen begriffen ist – oft wird man freilich das Wort besser in Anführungsstriche setzenoder von ›sogenannten Offenbarungen‹ sprechen — habe ich mich entschlossen, das Verstreute in ei-nem Band zusammenzufassen und in bescheidenster Auflage zu vervielfältigen. Der Leser wird frei-lich immer wieder auf Anzeichen einer gewissen Planlosigkeit stoßen. Ich gebe zu, daß mir mancheGedanken erst während des Schreibens an den einzelnen, zeitlich Monate auseinanderliegendenFortsetzungen, teilweise aufgrund von kritischen Reaktionen der Leser kamen. Eine Überarbeitungwürde daher naheliegen, ist aber gegenwärtig unmöglich. Auch gewisse Wiederholungen erklärensich aus der Entstehungsgeschichte. Aus allen diesen Gründen muß ich um Nachsicht bitten undkann nur hoffen, daß man trotzdem Gewinn aus dem vorgelegten Bande ziehen kann. Ich möchteauch an dieser Stelle betonen, daß es mir nicht darum geht, niederzureißen, sondern aufzubauen.Vor allem möchte ich dem Leser helfen, sich gegen Versuche zu wehren, ihm etwas aufzudrängen,indem man seine Vernunft durch die Behauptung lahmlegt, es handle sich um Offenbarung, unterdie er sich einfach zu beugen habe. Im Zeitalter der neuen Kirche des Herrn soll nun aber, Sweden-borg zufolge, der bisher herrschende Überredungsglaube durch einen Überzeugungsglauben abge-löst werden. Des Apostels Paulus bekannte Forderung: ›Prüfet alles, und das Gute behaltet‹ (1. Thess.5,21) scheint mir daher heute aktueller denn je. Wie man prüfen soll, ist Gegenstand dieses Ver-suchs. Selbstverständlich ist es nur ein Versuch, und ich bin mir darüber klar, daß vieles unvoll-kommen und ergänzungsbedürftig ist. Vielleicht regt gerade dies den einen oder anderen dazu an,es anders und besser zu sagen! Friedemann Horn«]
2
das bedeutet zugleich, daß Jesus Christus der Sohn Gottes bzw. Gott im Fleisch ist (vgl. Ev.Joh.14,9:»Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen«). Von einem solchen Text aus sind etwa die »Of-
 
2 Friedemann Horn
 von Gott; und ein jeglicher Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist derGeist des Antichrist« (4,2f.).Die Kirche hat später als Maßstab zur Prüfung der Echtheit oder Unechtheit dessen, was sichals Offenbarung ausgab, ihre eigene Dogmatik genommen, von der sie freilich behauptete, sieberuhe auf der Heiligen Schrift.Muß man wohl im ersten Falle sagen, das Kriterium sei doch wohl zu vage und zu weit, so imzweiten, es sei allzu eng. Es lassen sich sehr viele Offenbarungen denken, die dem Maßstab des Johannes genügen und doch höchst zweifelhaft bleiben, andererseits scheint erwiesen, daßOffenbarungen, die im Widerspruch zur (einen oder anderen) kirchlichen Lehre stehen, denStempel der Echtheit tragen.Es muß also wohl noch ein anderes Kriterium geben. Wir glauben, es sei folgendes: Die Über-einstimmung, oder doch wenigstens Vereinbarkeit mit der bekannten, von allen Gläubigen als —mindestens im Kern — echt anerkannten oft insbesondere mit der Offenbarung in und durch Jesus Christus, wie sie uns in den Evangelien und in der Offenbarung des Johannes, in denApostelbriefen hingegen nur sehr bedingt, vorliegt. Es ist schlechterdings undenkbar, daß Gottsich selbst widerspricht, daß er heute dies und morgen etwas ganz anderes offenbart. Denkbar, ja sogar im höchsten Maße wahrscheinlich ist hingegen, daß er heute dies und morgen jenes,daß er heute ein wenig und morgen ein wenig mehr offenbart — der wachsenden Reife seinerMenschenkinder entsprechend. Denkbar ist auch, daß ältere Offenbarungen im Licht der neue-ren gewisse Mängel zeigen, oder doch ihre Ausrichtung auf eine überwundene bzw. nicht mehrallgemein gültige Situation im Verhältnis zwischen Gott und Menschheit.Nicht nur denkbar, sondern geradezu selbstverständlich ist, daß Gottes Offenbarung völlig un- verständlich bleiben müßte, wenn sie keine Rücksicht nähme auf ihre Werkzeuge, die Prophe-ten und Seher, wie auf die Menschen, denen sie gilt. Offenbarung, anders ausgedrückt, mußangepaßt, muß Wesen in Zeit und Raum verständlich sein. Ist sie das nicht, so verfehlt sie ihrenZweck. Das heißt natürlich nicht, daß sie nur jeweils für den einen geschichtlichen Augenblickgilt, in dem sie gegeben wird; denn dann gäbe es beispielsweise auch keine Prophetie. Aber dieOffenbarung muß immer anknüpfen bei den Vorstellungen und Denk-Möglichkeiten der Men-schen, durch die und für die sie erfolgt.Undenkbar aber ist, das sei nochmals betont, daß neue Offenbarung alte widerlegt, außer Kraftsetzt
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. Mit großem Nachdruck erklärt Jesus, von dem es heißt, er sei das fleischgewordene»Wort« Gottes, also die Offenbarung schlechthin, er sei »nicht gekommen, aufzulösen, sondernzu erfüllen«. Und er fügte noch hinzu. »Denn wahrlich, ich sage euch, bis daß Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis daßes alles geschehe« (Matth. 5,17f.).
fenbarungen« der sogen. »Geistigen Loge« in Zürich zu disqualifizieren, denen zufolge Christus ledig-lich das höchste Geistwesen ist.
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Dieser Fall soll freilich nach Ansicht der neuapostolischen Gemeinde vor einer Reihe von Jahrentatsächlich eingetreten sein. Ihr Stammapostel namens Bischof hatte nämlich behauptet, vom Herrneiner besonderen Offenbarung gewürdigt worden zu sein, des Inhalts, daß er nicht sterben werde,sondern bei der Wiederkunft des Herrn »entrückt« werden solle. Nun, er starb trotzdem, woraufhindie neue Leitung erklärte, nicht der verstorbene Stammapostel habe sich geirrt, vielmehr habe derHerr seinen Plan geändert. Schon der Apostel Paulus meinte, eine entsprechende Zusage des Herrnerhalten zu haben (»Kindlein, ich sage euch ein Geheimnis: wir werden nicht alle entschlafen, alleaber verwandelt werden. Im Nu, im Augenblick, bei der letzten Posaune; denn die Posaune wird er-schallen und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt wer-den«, 1.Kor.15,51). Freilich hatten die Nachfolger des Paulus nicht die Stirn, den Herrn so direkt derSinnesänderung zu beschuldigen, wie dies die neuapostolischen Nachfolger Bischofs taten.

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