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GPS Zielpersonen Überwachung - Ein Geschäftsmodell

GPS Zielpersonen Überwachung - Ein Geschäftsmodell

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RSS|Comment RSS|ImpressumHome|Grimme Award|Mobil|Twitter|Archiv27.7.2011
Ein selbstverständliches Geschäftsmodell
Detekteien werben offen mit dem Angebot, Zielpersonen und deren Fahrzeuge per GPS zu überwachen (Beispiel1 2 3). Schon auf dem ersten Blick fällt auf, dass die Polizei für so etwas eine richterliche Genehmigung braucht. Für die privateWirtschaft scheint die verdeckte Observation Dritter aber ein selbstverständliches, genehmigungsfreies Geschäftsmodell zusein. Damit könnte es nun vorbei sein. Das Landgericht Lüneburg hat nämlich festgestellt, dass die kommerzielle heimlicheGPS-Observation
strafbar 
ist.Eine Detektei hatte für einen Kunden einen GPS-Sender am Auto der ahnungslosen Zielperson angebracht. Bei einemWerkstattbesuch fiel die Wanze auf. Die Polizei beschlagnahmte den Sender, was die Detektei sich nicht gefallen ließ. Mitihrem Widerspruch provozierte sie nun die Gerichtsentscheidung, welche diese Art der Ermittlungen ins Zwielicht rückt.Das Landgericht Lüneburg wertet die GPS-Observation als unbefugte Verarbeitung von Daten. Dafür gibt es in harmlosenFällen ein Bußgeld. Da die Detektive aber “gegen Entgelt” handelten, greift sogar eine Strafvorschrift – bis zu zwei JahreGefängnis kann es geben.Die Richter sehen einen klaren Verstoß gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Nicht nur der Staat, sondernauch ein Detektiv müsse dieses Recht achten, sofern mit der Überwachung in wesentliche Teile der Lebensgestaltungeingegriffen wird.Die Interessen des Auftraggebers oder Detektivs müssten hinter den Rechten des Betroffenen zurückstehen. Auch die Orteund Zeiten, zu denen ein Autofahrer seinen Pkw bewegt, gehören nach Auffassung des Landgerichts Lüneburg zu denschützenswerten persönlichen Informationen. Jedermann habe das Recht, Herr seiner Daten zu bleiben.Wenn diese Entscheidung Bestand hat, müssen sich Detektive sehr gut überlegen, ob sie das Risiko einer Strafe auf sichnehmen. Sofern sie dies tun, wird es künftig extrem schwierig sein, die Observationsergebnisse in ein zivilrechtlichesVerfahren einzuführen. Da sie durch eine Straftat gewonnen wurden, dürften sie unverwertbar sein.Überdies,darauf weist der Kollege Jens Ferner hin, könnte ab sofort die Werbung mit verdeckter GPS-Observationwettbewerbswidrig sein.Landgericht Lüneburg, Beschluss vom 28. März 2011, 26 Qs 45/11
58 Kommentare zu “Ein selbstverständliches Geschäftsmodell”
 Hondo
meint: (27.7.2011 um 17:32) AntwortenDas nennt man dann wohl saubere Arbeit.Gut gemacht, LG Lübeck.1.
Klabund ( Link )
meint: (27.7.2011 um 17:35) AntwortenRichtiges Urteil. Sehr gut.2.
Thomas ( Link )
meint: (27.7.2011 um 17:42) AntwortenHabe ich hier nicht schon mal gelesen, dass es in Deutschland eben
kein
Beweismittel-Verwertungs-Verbot (oder wiedas heißt) gibt?3.
Ein selbstverständliches Geschäftsmodell | law bloghttp://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/07/27/ein-selbstverstn...1 von 905.09.2011 23:26
 
 Mahwa
meint: (27.7.2011 um 17:42) AntwortenDas sowas nicht absolut selbstverständlich ist ist eigentlich ein Witz.4.
gnarly
meint: (27.7.2011 um 17:43) Antworten"Auch die Orte und Zeiten, zu denen ein Autofahrer seinen Pkw bewegt, gehören nach Auffassung des LandgerichtsLüneburg zu den schützenswerten persönlichen Informationen. Jedermann habe das Recht, Herr seiner Daten zubleibe" – damit ist der Beruf "Detektiv" ja eigentlich legal nicht mehr ausführbar – es dürften ja alle Informationeneines Betroffenen persönlich und schützenswert sein, sonst bräuchte es keinen Detektiv, um sie herauszufinden ;)5.
bombjack 
meint: (27.7.2011 um 17:43) Antworten[...]Auch die Orte und Zeiten, zu denen ein Autofahrer seinen Pkw bewegt, gehören nach Auffassung des LandgerichtsLüneburg zu den schützenswerten persönlichen Informationen.[...]und wie ist es dann mit den normalen Observationen d.h. der Detektiv folgt mit seinem Fahrzeug dem überwachtenAutofahrer? Sind diese Informationen denn dann nicht auch in dem Sinne eine schützenswerte persönlicheInformation?bombjack6.
gnarly
meint: (27.7.2011 um 17:48) Antworten@bombjackNa klar, zumindest verstehe ich das so. Die [lückenlose] Observation bringt ja dieselben Daten zusammen [wenn auchmit mehr Aufwand] wie die Wanze. Selbe Daten, folglich illegal.Und überhaupt, ist beispielsweise die Information, mit wem ich beispielsweise gerade eine Affäre habe, /besonders/ persönlich und schützenswert! Das versteht sich doch von selbst, sonst müsste man derlei Dinge ja nicht geheimhalten! ;)7.
 x
meint: (27.7.2011 um 17:50) AntwortenHihi, Detektive … Ich habe vor einigen Jahren einmal einen "enttarnt". Und zwar saß er stundenlang vor meinem Hausin seinem Auto und fotografierte mit einem Teleobjektiv – wie sich später herausstellte die Frau eines Nachbarn, diedes Fremdgehens verdächtigt wurde. Ich habe dann einfach mal nach drei, vier Stunden die Polizei angerufen, weil eszu jener Zeit sehr viele Wohnungseinbrüche im Viertel gab. Die Polizei ist dann auch sofort mit Blaulicht gekommen,hat den Detektiv (publikumswirksam) mit ihrem Streifenwagen blockiert und eine Viertelstunde lang seine Personalienund sein Alibi (Observation) kontrolliert … Die Observation war damit natürlich im Eimer :D8.
hinterwaeldler 
meint: (27.7.2011 um 17:59) Antworten@Thomas:Zivilrecht und Strafrecht sind zwei paar Stiefel. Und auch im Strafrecht gibt es (zumindest in der Theorie) nur kein*generelles* Verwertungsverbot.9.
 Der Peter 
meint: (27.7.2011 um 18:01) AntwortenWas denn jetzt? Lübeck oder Lüneburg?10.
SW 
meint: (27.7.2011 um 18:03) AntwortenDie allermeisten Dienste, die Dedektive so anbieten, müßten meiner Meinung nach strafbar sein, wobei derAuftraggeber gleich das doppelte einkassieren müßte.11.
5zjunge
meint: (27.7.2011 um 18:36) AntwortenAuch die Orte und Zeiten, zu denen ein Autofahrer seinen Pkw bewegt, gehören nach Auffassung desLandgerichts Lüneburg zu den schützenswerten persönlichen Informationen. Jedermann habe das Recht,Herr seiner Daten zu bleiben.Gilt das nur für GPS oder auch für Dauerobservieren?12.
Ein selbstverständliches Geschäftsmodell | law bloghttp://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/07/27/ein-selbstverstn...2 von 905.09.2011 23:26
 
 Alex
meint: (27.7.2011 um 18:36) AntwortenSo pauschal würde ich bei so einer Geschichte auch nicht von einem zivilrechtlichen Verwertungsverbot ausgehen.Ich kenne dazu nur Urteile aus dem Arbeitsrecht – ich glaube nicht mal, dass es da aus z.B. der Detektiv-Szene(nennenswerte) Urteile gibt. Dort sieht es das BAG jedoch ziemlich richtig und hält sich mit Verwertungsverboten argzurück. Instanzgerichte sind da viel Verwertungsverbot-Freudiger. Da muss man sich dann eben nur gescheit gegenwehren.Eine Wanze am Auto halte ich nicht für so einen übertriebenen Eingriff, der ein Verwertungsverbot rechtfertigt. Manmuss einfach beides getrennt betrachten. Der Detektiv und dessen Anstifter bekommen ihre Strafe und müssen evtl.Schmerzensgeld zahlen etc. Der Erwischte muss aber auf der anderen Seite natürlich in aller Regel auch in denzweifelhaften Genuss seiner Verurteilung kommen dürfen.13.
 Müller 
meint: (27.7.2011 um 18:44) AntwortenWie sieht denn so ein Ding, so eine Wanze aus?14.
marcus05
meint: (27.7.2011 um 18:45) AntwortenDer Erwischte muss aber auf der anderen Seite natürlich in aller Regel auch in den zweifelhaften Genussseiner Verurteilung kommen dürfen.Welche Verurteilung denn? Da muss man ja erst mal eine Straftat hinlegen.15.
 fernetpunker 
meint: (27.7.2011 um 18:47) Antworten@marcus05: Nö, man kann auch zivilrechtlich verurteilt werden.16.
 MisterX 
meint: (27.7.2011 um 19:07) AntwortenDas staatliche Gewaltmonopol ist das Herz eines modernen liberalen, demokratischen und sozialistischen Staates. Esist erfreulich, daß die Judikative in Deutschland noch soviel Verstand und Verve aufbringt, das Monopol derStaatskollegen in der Exekutive zu sichern. Ermittlungen, Strafe und auch alle anderen Sicherheitsdienstleistungenmüssen fest in staatlicher Hand monopolisiert bleiben. Schon jetzt gehen vermeintliche Rechte von Bürgern, die garnicht wissen, was es heißt Bürger im Staat zu sein, viel zu oft so weit, daß man eigentlich bereits von Selbstjustizsprechen muß. Der Schutz ist Aufgabe des staatlichen Monopols. Sich selber schützen wollen muß auf Fahrrad- Tür-und Schrankschlösser beschränkt bleiben. Selbst hier wäre es oft besser, diese Sicherheit nähme der Staat in die Hand,da bereits mit dem privaten Verschließen von Sachen viel Mißbrauch betrieben wird und die staatlichenSicherheitsorgane immer wieder unnötig belästigt werden. Detekteien als private Konkurrenz sind in einem sozialemund demokratischen Staat ohnehin ein Unding und schaffen nur ein Zwei-Klassen-Recht zugunsten Reicher. Hier ist esgeboten, entschieden das staatliche Gewaltmonopol wieder in sein grundlegendes Recht einzusetzen.Man muß sich schon entscheiden, in was für einer Gesellschaft man leben will.17.
Klaus Graf ( Link )
meint: (27.7.2011 um 19:09) AntwortenSiehe auchhttps://plus.google.com/u...1338747/posts/YinLpLNhFua18.
 Alex
meint: (27.7.2011 um 19:14) AntwortenIch hätte dazu gerne nochmal die feministisch-radikale Perspektive. Die GPS-Wanze ist ja im übertragenen Sinne einintellektuelles Saatgut, also ein Spermium das dem Opfer mit Gewalt "beigebracht" wird und dessen er sich nichterwehren kann. Die männlich-dominante Variante des Einrbingens von Erbgut, dem sich das Opfer nur passivhingeben kann wird hier zwar farblos verurteilt, aber bleibt gängige Praxis! Nichts als Vergewaltigung ist das!19.
 fernetpunker 
meint: (27.7.2011 um 19:32) Antworten@MisterX: Wie soll man aber an Beweismittel kommen, damit ein Gericht mir Rechtsschutz gewährt?20.
ostdeutsch
meint: (27.7.2011 um 20:07) Antworten@MisterX:"…Das staatliche Gewaltmonopol ist das Herz eines modernen liberalen, demokratischen und sozialistischenStaates…"wir hier sozialismus??21.
Ein selbstverständliches Geschäftsmodell | law bloghttp://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/07/27/ein-selbstverstn...von 905.09.2011 23:26

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