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Julian Assange: Statement zu der nichtautorisierten, geheimen Veröffentlichung
der “Autobiographie” von Julian Assange
durch Canongate
Julian Assange Presse
erklärung zu der nicht autorisierten “Autobiografie”: Donnerstag, 22.
September 2011, 01:00UhrIch habe heute durch einen Artikel im The Independent erfahren, dass mein Verleger,Canongate, insgeheim einen 70.000 Wörter starken ersten Entwurf dessen, was meine
Autobiografie werden sollte, verteilt hat. Laut dem The Independent hat Canongate “eine
umfassenden Sicherheitsplan für die Versendung der Bücher in tausende Läden landesweiteingeleitet, damit
niemand den Inhalt des Buches erfährt.“ Morgen wird es in den Buchläden
sein.
Ich bin nicht “der Autor” dieses Buches. Ich besitze die Reche an dem Manuskript, das vonAndrew O’Hagan geschrieben wurde. Durch die Veröffentlichung dieses Entwurfes ohne
meine Einwilligung hat Canongate einen Vertragsbruch begangen, einen Vertrauensbruch,eine Verletzung meiner Kreativrechte und den Bruch von persönlichen Zusicherungen. DerUS-Verlag, Knopf, zog sich aus dem Geschäft zurück, als sie von den Absichten Canongates,ohne meine Einwilligung zu veröffentlichen, erfuhren. Dieses Buch sollte eigentlich vonmeinem Lebenskampf für Gerechtigkeit durch den Zugang zu Wissen handeln. Es wurde zuetwas anderem. Diese Vorgänge um die nicht autorisierte Veröffentlichung durch Canongatehaben nichts mit der Informationsfreiheit zu tun
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es geht um ganz altmodischenOpportunismus und Doppelzüngigkeit
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darum, Menschen zu linken, damit man etwas Gelddamit machen kann.Am 20. Dezember 2010, drei Tage nach der Entlassung aus dem Gefängnis und nunmehrunter Hausarrest stehend, unterschrieb ich einen Vertrag mit Canongate und dem US-VerlagKnopf. In diesem stimmte ich zu, ein Buch im Umfang von 100.000
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150.000 Wörtern zuautorisieren
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teils Memoiren, teils Lebenswerk
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um die juristische Verteidigung zufinanzieren und zu den Betriebskosten von WikiLeaks beizutragen. Am 7. Dezember 2010hatten die Bank of America, Visa, MasterCard, PayPal und Western Union dem Druck derUSA nachgegeben, indem sie willkürlich und ungesetzlich WikiLeaks von der finanziellenLebensader abschnitten. Die Blockade hält an. Die Europäische Kommission wirdvoraussichtlich im Oktober ihre ersten Ergebnisse mitteilen. Mein Verteidigungsfond wurdeim ähnlichen Ausmaße zur Zielscheibe und geschlossen.
Das Manuskript wurde unter dem Titel “Julian Assange – 
Die Nicht Autorisierte
Autobiografie” veröffentlicht; ein Widerspruch in sich selbst. Es handelt sich um eine
erzählende und schriftstellerische Interpretation zwischen dem Autor und mir. Obwohl ichMr
. O’Hagans
Arbeit als Schriftsteller bewundere, so ist das Manuskript doch noch nichtvollständig ausgearbeitet. Es wurde nicht von mir korrigiert oder auf die Richtigkeit derFakten geprüft. Das gesamte Buch sollte eigentlich noch stark überarbeitet, erweitert undgeprüft werden, vor allem in Hinsicht auf die Privatsphäre der im Buch erwähnten Personen.
Mich verbindet eine enge Freundschaft mit Andrew O’Hagan und er steht mir bei.
 
Der Verlag
erhielt weder eine Kopie des Manuskripts von Andrew O’Hagan noch von mir.
 Vielmehr
wurde ihnen aus Höflichkeit das “in Arbeit befindliche Manuskript” von AndreO’Hagans Rechercheur gezeigt, als Akt der Großzügigkeit und nur zur Anschauung – 
diesemstimmte Canongate ausdrücklich zu. Canongate nahm das Manuskript an sich, behielt es und
gab es weder an Mr. O’Hagan noch an mich zurück.
Entgegen dem, was der Independent schreibt, habe ich nicht den Vertrag beendet oder war garnicht zu einem Kompromiss bereit. Vielmehr schlug ich am 07. Juni 2011 vor, dass derbestehende Vertrag annulliert wird, um einen neuen mit einer neuen Deadline aufzusetzen.Ich informierte die Verleger darüber am 7.Juni 2011, und erklärte dass ich aufgrund derAuslieferungsanhörung vor dem High Court und den fortwährenden Spionageermittlungender Grand Jury gegen mich in Virginia nicht in der Position sah, meine volle Aufmerksamkeitauf ein Buch zu richten, das meine persönliche Geschichte und mein Lebenswerk erzählt. Am09. Juni 2011 erhielt ich eine Mail von meiner Agentur, PFD, die mich darüber informiertedass die US- und UK-Verlage (Knopf und Canongate) daran interessiert waren, neu über dieArt des Buches zu sprechen, und darauf bestanden, den existierenden Vertrag zu beenden:
„Die Hauptverleger [Canongate und Knopf] waren sehr angetan von der Idee [das Buch in
eine dokumentarische Form zu ändern, wie es im Vertrag vereinbart wurde] und verstanden,dass wir das nicht vor dem 12. Juli [der erste Tag der Auslieferungsanhörung] besprechen
können… Beide, Jamie [Byng] und Sonny [Mehta, vom US Verlag Knopf] (befindet sich
momentan hier) bestehen auf der Stornierung des
 bestehenden Vertrages.“ Dies ist der 
Vertrag, bei dem alle Seiten einer Stornierung zustimmten, auf den Canongate seineHandlungen aufbaut.Der anfängliche Vorschuss, auf den sich mein Agent bezieht, war der erste von eigentlich dreiRaten. Der Vorschuss wurde direkt auf das Bankkonto meiner ehemaligen Anwälte (FSI)gezahlt, absolut ohne meine Zustimmung. Das Geld befindet sich immer noch vollständig auf einem FSI Klientenkonto. Die FSI hat sich geweigert, das Geld an Canongate freizugebenaufgrund eines Streites um die Rechtskosten (die FSI hatte anfangs zugestimmt, meine
Auslieferungssache „pro bono“, also ohne Gebühr, zu bearbeiten). Die Gebühren der FSI
wurden von einem unabhängigen Kostengutachter geprüft. Diese Überprüfung zeigte eine vielzu hohe Berechnung auf. Der Ausgang dieses Disputs ist noch offen, aber ein positivesÜbereinkommen würde den gesamten Vorschuss, der nicht angerührt wurde, an Canongateund Knopf zurückführen.Bei einem Treffen mit dem Canongate Verleger Jamie Byng am 20. May 2011 stimmte ichmündlich zu, das vereinbarte 100.000
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150.000 Worte umfassende Manuskript bis Ende desJahres abzugeben. Während eines aufgezeichneten Telefongespräches am 15. Juni 2011 (plusminus ein Tag) versicherte mir Jamie Byng, dass Canongate niemals, entgegen der mirzugetragenen Gerüchte, das Buch ohne mein Einverständnis veröffentlichen würde. Wirstimmten überein, dass das Buch neu strukturiert und eine neue Deadline gesetzt wird, undentwarfen einen neuen Vertrag. In einem Briefwechsel schrieb mein Agent (am 24. August
2011): „Wir werden
 
für Sie ein persönliches Gespräch mit Jamie [Byng] arrangieren… Ich
denke, dass wir eine Veröffentlichung im Frühling 2012 anstreben und einen Zeitplan, der uns
dorthin führt, entwerfen sollten, aber das liegt an Jamie und Ihnen… Wir können einen neuen
Zahlungszeitplan besprechen, aber sie brauchen erhebliche Zusicherungen, dass das Buch
dann an sie geht zur Veröffentlichung.” Allerdings ignorierte Jamie Byng die Versuche
meines Agenten, ein Treffen mit mir zu arrangieren. Mein Agent informierte mich dann, dassJami Byng sich weigerte, auch nur einen meine Anrufe anzunehmen. Trotzdem versuchtensowohl ich als auch zwei Mitglieder meines Teams wiederholt, ihn zu erreichen, über Anrufe,Nachrichten auf seinem Anrufbeantworter und Textnachrichten, bis zum und direkt am 05.
 
September 2011. Er hat keinen unserer Kontaktversuche beantwortet. Während dieser ganzenZeit wussten wir nichts von dem geheimen Plan von Canongate, das Manuskript ohneEinverständnis zu veröffentlichen.Zwei Tage später informierte Canongate meinen Agenten darüber, dass sie das nichtautorisierte Buch am Montag, dem 19. September 2011, drucken wollen. Ich wurde vonmeinen Anwälten darauf hingewiesen, dass ich Begründungen für eine einstweiligeVerfügung hätte, um den Druck des Manuskriptes am 19. September zu verhindern. Ichwurde darüber informiert, dass ich Einwände gegen die Aktionen von Canongate erhebenkann, da das Vorhaben auf Copyright-Verletzungen, einen Bruch der Vereinbarungen sowieauf einen Verstoß gegen mein Recht, dass meine Arbeit nicht einer unwürdigen Behandlungausgesetzt wird, basiert.Am 16. September 2011 schrieb ich einen Brief an meinen Verlag, um sie über meine Plänezu informieren, eine einstweilige Verfügung zu beantragen, sofern sie nicht zustimmen, Q.C.Geoffrey Robertson sofort eine Kopie des angekündigten Buches zukommen zu lassen. InÜbereinstimmung mit meinen im Vertrag aufgeführten Rechten beantragte ich einen Zeitraumvon 5 Tagen, um das Buch juristisch prüfen zu lassen von meinem eigenen Anwalt, damit erStreichungen, die zum Schutz unserer Leute vor negativen rechtlichen Konsequenzen, diedurch die Veröffentlichung entstehen könnten, wichtig sind, vorschlagen könne. Jamie Byngversuchte, eine juristische Immunität für seine Handlungen zu erpressen, indem er sichweigerte, mir auch nur ein einziges Kapitel zukommen zu lassen, bevor ich nicht schriftlichmein Recht auf gerichtliche Schritte gegen Canongate abtrete. In seiner Antwort an meinenAgenten (am 16. Septembe
r 2011) schrieb er: “Und wir brauchen eine schriftliche
Versicherung von Julian, dass er keine rechtlichen Schritte gegen das Buch unternimmt, bevor
wir unseren Anwälten grünes Licht für die Übersendung dieses Kapitels geben.
Canongate hat erklärt, dass ich mich nicht um eine Anordnung in dem zwölftägigenZeitrahmen zwischen dem Datum des Briefes, der mich über die Veröffentlichunginformierte, und dem Tag, an dem das Buch in Druck ging, gekümmert habe. Diesesvermeintliche zwölftägige Zeitfenster betrug in Wirklichkeit fünf Tage, da der Brief erst amFreitag, dem 09. September 2011 um 16:00Uhr an mich übergeben wurde. Ab dem Moment,als ich über die Handlungen von Canongate informiert wurde, sprach ich mit zahlreichenAnwälten. Diese Anwälte wollten meinen Fall nicht übernehmen, da ich als der Antragstellereine Garantiesumme hinterlegen müsste wenn ich eine Verfügung beantrage. Das heißt, ichwäre verpflichtet zu beweisen, dass ich in der finanziellen Lage wäre, Schadenersatz anCanongate zu leisten, falls die Verfügung nicht gewährt wird. Ich bin nicht in der Lage solcheine Summe vorzuweisen. Canongate weiß das. In einem Brief vom 14. September 2011
schrieben die Anwälte von Canongate: “Bitte beachten Sie, dass, falls das Buch nicht
veröffentlicht wird, unser Klient einen signifikanten zusätzlichen Schaden erleidet. Wie Siewahrscheinlich wissen, wird das Gericht dies in Betracht ziehen bei der Erwägung jeglicherAnträge für Verfügungen, und sich vergewissern wird, das die Garantisumme, die Mr.Assange vorweisen muss, diesem gerecht wird. Weiterhin sind wir der Auffassung, dass Mr.Assange ein australischer Staatsbürger und nicht Einwohner dieses Landes ist. Falls das
richtig ist, muss er Sicherheiten für die Kosten vorweisen.“
Canongate profitiert von einem unvollendeten fehlerhaften Entwurf, hindert mich an derAusübung meiner Rechte als Urheberrechtsinhaber, versagt mir und vielen anderen dieMarktchance für das Buch, dass ich gerne veröffentlichen möchte, und entzieht mir dieVerdienste, die ich möglicherweise mit der zweiten und dritten Rate gemacht hätte. Siehandeln nach einem Vertrag, bei dem beide Parteien einer Beendigung zugestimmt haben,

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