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SonntagsZeitung 2. Oktober 2011

SonntagsZeitung 2. Oktober 2011

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SonntagsZeitung vom 2. Oktober 2011
SonntagsZeitung vom 2. Oktober 2011

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11/09/2012

 
 
Preis Fr. 4.20
Euro 4.20
2. OKTOBER 2011
ALPHA
77 Kaderstellen-Angebote
WETTER
Nebel löst sicham Nachmittagauf. Dann überall Sonne,Temperatur um 20 Grad.
P.S.
 Aus Liebe zur Schweiz
 Fulvio Pelli will die schwachen Wahlprognosen nicht länger hinnehmen. Die FDP sei schon seit längerer Zeit «massiv» unterbewertet. Dies schade nicht nur der Im-und der Exportindustrie sowie dem Werk- und Finanz- platz, sondern auch der Schweiz im Allgemeinen. Die Parteispitze habe darum beschlossen, künftig eine Unter- grenze von 16 Prozent – «koste es, was es wolle» – zuverteidigen. Dazu werde man notfalls so viele Umfrage-ergebnisse drucken, «wie es für das Erreichen diesesZiels erforderlich» sei. Die Märkte reagierten auf die An-kündigung verhalten optimistisch. Während Kritiker voneinem richtigen Schritt in die falsche Richtung sprachenund erwarten, die Marktteilnehmer könnten diese neueMarke zunächst austesten wollen, begrüsste Kaspar Villiger, der bekannte Autor der liberalen Bestseller «Zukunft gestalten statt ängstlich verwalten» und «EineWillensnation muss wollen», Pellis Initiative zu mehr  Eigenverantwortung. Villiger gab jedoch zu bedenken,dass man aufpassen müsse, «dass nicht im politischenRaum von den Laien etwas falsch gemacht wird», denn:«Die Profis wissen schon, was zu tun ist.» Bundesrat Schneider-Ammann kündigte eine superprovisorischeStellungnahme noch vor dem 23. Dezember an.
PETER SCHNEIDER
Nationalrats-Kandidatmacht Hitlergrussin KZ-Gedenkstätte
Berner posiert vor Foto mit Leichen
deutsche Justiz alarmiert
ANZEIGE
VON HANS STUTZ UND REZA RAFI
BERN
Der Berner Nationalratskan-didat Jonas Schneeberger wird eswohl bald mit der deutschen Jus-tiz zu tun bekommen: Vom jungenSchweizer Demokraten ist ein Bildaufgetaucht, das ihn im ehemali-gen Konzentrationslager Buchen-wald mit Hitlergruss zeigt – voreinem Foto von KZ-Leichen.In Deutschland ist das Präsentie-ren von Nazisymbolik ein Offizial-delikt und kann mit bis zu drei Jah-ren Freiheitsstrafe gebüsst werden.
Mitarbeiter der GedenkstätteBuchenwald haben gemäss Re-
cherchen der SonntagsZeitung das
Material vor zwei Wochen derPolizei Weimar übergeben. Die
örtlichen Behörden würden «dienötigen Schritte einleiten».Schneeberger selber beteuert, mitseiner braunen Vergangenheit ab-geschlossen zu haben: «Ich bereuedas.» Er habe sich damals von sei-
nen Kameraden «mitreissen las-
sen». Recherchen zeigen aber, dassder Jungpolitiker noch bis vor kur-zem Kontakte mit dem Neonazi-Milieu pflegte.Andreas Beyeler, Chef der Ber-ner Sektion der Schweizer Demo-kraten, hat von der SonntagsZei-
tung erfahren, dass sich sein
Schützling so in Pose warf. «Dasist abstossend», sagt er. Mit Nazis
habe seine Partei nichts zu tun.
«Wir haben ein patriotisch-schwei-zerisches Gedankengut.» Er wer-de nächste Woche mit Schneeber-ger das Gespräch suchen.
SEITE 5TAUSEND KANDIDATENUNTER DER LUPE AUF SEITE 3
Älteste Schweizerin ist111-jährig: Neue Statistik
ZÜRICH
Der älteste Mensch der Schweiz ist 111 Jahre altund wohnt in Genf. Bis jetzt schmückte sich ein 109-jäh-riger Freiburger mit diesem Titel.
NACHRICHTEN SEITE 2
Milliardär Schmidheinywill CO
2
-Abgabe für Autos
 
ZÜRICH
Der Zement-Milliardär fordert die Einführungeiner CO
2
-Abgabe auf Treibstoff. «Kostet Benzin 3 oder 4Franken, steigen die Fahrer auf kleinere Autos um», sagtThomas Schmidheiny im Interview.
WIRTSCHAFT SEITE 62
BABY AUF BESTELLUNG
Der perfekteSamenspender
Seite 71
ROMAN POLANSKI
So wars im Gefängnis – das Interview 
Seite 45
ZÜRICH
Der neu gewählte Bundes-anwalt Michael Lauber will wäh-rend seiner Amtszeit eine effizi-
entere und engere Zusammen-arbeit mit den Kantonen und
der Bundeskriminalpolizei: «Mir
schwebt der vermehrte Einsatz
von Taskforces vor», sagt er imersten grossen Interview gegen-
über der SonntagsZeitung. Zu-
dem will er die Schweizer Straf-verfolgung international stärkervernetzen.
SEITE 8
BundesanwaltLauber setztauf Taskforces
ZÜRICH
Sein Abstecher zur UBS
hat Oswald Grübel einen hohen
persönlichen Vermögensverlust
eingebrockt. Wäre er nicht aus derPension zurückgekehrt und hätte
stattdessen seine Anteilscheineaus einem Bonusprogramm derCredit Suisse eingelöst, wäre er
heute um rund 74 Millionen Fran-ken reicher. Grübel hatte die An-teilscheine gegen UBS-Optioneneingetauscht.
SEITE 55
 
Oswald Grübel:74 Millionen
 Verlust
Rapper Stress:«Ich bereue nichts»
ZÜRICH
Erstmals spricht der erfolgreichste Rapper derSchweiz im Interview über seine gescheiterte Bezie-hung mit Melanie Winiger, seinen Bandscheibenvorfall,Paparazzi und sein neues Album.
KULTUR SEITE 47
25. Jahrgang, Nr. 40 /
www.sonntagszeitung.ch
AZA 8021 Zürich Redaktion: 044 248 40 40 · Abo-Service: 044 404 64 40
 
 
FOTO: S. AGNETTI/STRATES
ZÜRICH
Der Flugpionier Bertrand Piccard hat mitdem Bau des Solarflugzeugs begonnen, mit dem erim Frühling 2014 um die Welt fliegen will. Das Flug-zeug sollte in einem Hangar in Dübendorf zusam-mengebaut werden, doch nun stellt der Bund Forde-rungen: «Wir haben plötzlich eine Rechnung von400 000 Franken erhalten. Eine solche Summe kön-nen wir nicht bezahlen», sagt Piccard im Interview.Bis letztes Jahr habe er vom Bund viel Goodwill er-fahren. «Heute haben wir ein Problem.» Wo der Rie-senflieger montiert wird, ist unklar. Piccard erhieltbereits Angebote aus dem Ausland. Ebenso unklarist, wo die Weltumrundung 2014 starten wird. DieSchweiz ist nicht gesetzt. Fürs kommende Jahr plantder Lausanner weitere Testflüge, geprüft werden dieDestinationen Marokko und Türkei.
SEITE 23
Abenteurer Bertrand Piccard: Erdumrundung mit Riesen-Solarflieger
SZMONTAGE/FOTOS: SOLAR IMPULSE
PICCARDS NÄCHSTER HÖHENFLUG
Testflug nach Marokko – doch Geldforderung des Bundes bremst Euphorie
 
2
NachrichtenSchweiz
2. OKTOBER 2011
US-Thriller erhält Zürcher Filmpreisfür besten internationalen Spielfilm
ZÜRICH
Der Thriller «Take Shelter» des US-amerika-nischen Regisseurs Jeff Nichols erhielt gesternAbend am 7. Zurich Film Festival im Opernhaus dasGoldene Auge für den besten internationalenSpielfilm. Der Publikumspreis ging an denSchweizer Dokumentarfilm «Unter Wasser atmen –das zweite Leben des Dr. Nils Jent».
Die SVP lanciert eine zweiteAusschaffungsinitiative
GOSSAU SG
Die SVP lanciert eine zweite Ausschaf-fungsinitiative. Das haben die 500 Delegierten amSamstag in Gossau beschlossen. Mit derUnterschriftensammlung wird im Januar begonnen.
MELDUNGENHEUTE
BILDUNG UND KURSE S. 56FERIEN UND REISEN S. 90IMMOBILIEN KAUF S. 66IMMOBILIEN MIETE S. 68KINO S. 50VERANSTALTUNGEN S. 44MARKTPLATZ S. 22RENDEZVOUS S. 22LOTTO S. 40SPORT AM TV S. 40LESERANGEBOT S. 88TVPROGRAMM S. 52RÄTSEL S. 79HOROSKOP S. 87COMICS/IMPRESSUM S. 96WETTER S. 42
INSERATEEDITORIAL
 Liebe Leserinnen und Leser
Sind Sie Mitglied in einer Partei? Diemeisten Leute winken ab.
Fast alle Par-teien leiden unter Mitgliederschwund.Sie stellen zwar in Gemeinden,Kantonen und auf nationalerEbene das Personal für Be-hörden, Parlamente undRegierung. Es gelingtihnen aber immer weni-ger, das Volk zu mobili-sieren.
Die beklagens-wert tiefe Stimmbeteili-gung bei Abstimmungenund Wahlen spricht für sich.
Anders als in den Gemeinden, wo Knochenarbeit ge-fragt und es schwierig ist, für Behörden und Kommis-sionen genügend Interessierte zu gewinnen, stehenfür einen Platz im Nationalrat Kandidatinnen undKandidaten Schlange. 3458 kandidieren für einen der200 Sitze. Wie eine Kandidatenumfrage der Sonntags-Zeitung zeigt, verdienen viele unterdurchschnittlich.Ihnen brächte die Wahl eine finanzielle Verbesserung.
Überdurchschnittlich vertreten sind unter denKandidaten Studenten, Bauern und Juristen. Letz-tere zwei Berufsgruppen sitzen auch besondershäufig im Parlament.
Im Kampf um beste Listen-plätze wird oft mit harten Bandagen gerungen. Dashat viele gute Leute vertrieben und bietet keine Gewähr,dass die Fähigsten die besten Wahlchancen haben.
Dass es möglich ist, dass es ein Nazianhänger oder jemand, gegen den wie im Kanton St. Gallen dieStaatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf straf-bare Handlungen gegen die sexuelle Integrität er-mittelt, auf Nationalratslisten schaffen, wirft Fragenauf: Wie seriös nehmen es Parteien mit der Auswahlder Kandidaten? Wie steht es um deren Qualität?
Eine Professionalisierung der Selektion tut not.Der Mitgliederschwund bei den Parteien kann nurgestoppt werden, wenn die Politik auf nationalerEbene glaubwürdiger wird.
Viele Leute haben dieNase voll vom Zickzackkurs der Parteien, ihrentaktischen Spielchen und dem oft unanständigenUmgangsstil unter Politikern.
Statt sich in reinerParteipolitik zu überbieten, sollten sich Parlamenta-rier und Parteipräsidenten darauf besinnen, wie siewirklich dem Volk dienen und dessen Willen umset-zen.
Angesichts eingetrübter Wirtschaftsaussich-ten braucht es in den eidgenössischen Räten mehrLeute mit hoher Integrität und Kompetenz, die be-reit sind, über Parteigrenzen hinaus Lösungen zuerarbeiten, die das Land nicht blockieren, sondernweiter bringen.
 
MARTIN SPIELER, CHEFREDAKTOR
Die älteste Schweizerinist 111-jährig
Neue Zahlen zu über 100-Jährigen entthronen vermeintlichen Rekordhalter
VON PETRA WESSALOWSKI
BERN
Der älteste Mensch derSchweiz ist 111-jährig und wohntin Genf. Das ist neu; bisher hattesich Pierre Gremion mit diesemTitel geschmückt. Er feierte imMärz in Bulle FR seinen 109. Ge-burtstag. Die neue Erkenntnisverdanken wir der seit 2010 gel-tenden Erhebung des Bundes-amts für Statistik (BfS). Seithergreift das Amt auf Daten der amt-lichen Personenregister zurück.Die Genfer Staatskanzlei re-agiert erstaunt, als sie zur ältestenSchweizerin Auskunft geben soll.Es handle sich um ein «geheimesDossier». Der Wunsch nach Dis-kretion werde respektiert, und esgebe keine öffentliche Gratula-tion. Aus diesem Grund wurdedie Frau auch nie gemeldet – bisdas Einwohnerregister das Ge-heimnis lüftete, weil es verpflich-tet ist, die Daten ans BfS weiter-zugeben. Letzte Woche jedenfallswar die Dame noch wohlauf.
Wie Tippfehler für falscheRekorde sorgen können
Doch die neue Statistik liefertnoch weitere Überraschungen.Auch im Kanton Zürich lebtenam Stichtag 31. 12. 2010 eine Frauund ein Mann mit Jahrgang 1900.Die Gemeindepräsidentin vonNiederweningen, wo die beidenwohnhaft sein sollen, weiss abervon nichts. Wie sich herausstelltsind es diesmal keine geheimenDossiers, jemand hat Daten amComputer falsch eingegeben.Insgesamt ist die neue Statistikjedoch besser als die frühere Er-hebung. Bisher schätzte das BfSaufgrund der Volkszählung dieZahl der Hochbetagten zu hoch.Nun wissen wir erstmals genau,dass in der Schweiz 1332 Perso-nen leben, die über 100 Jahre altsind. Davon sind nur 218 Männer.Lediglich 6 Prozent dieser Alters-kategorie sind Ausländer.Am meisten über Hundertjährigepro Kopf der Bevölkerung lebenin Appenzell Innerrhoden. Fürden Genfer Demografen PhilippeWanner sind diese Zahlen aber zugering, um Schlüsse zu ziehen.
Die Daten der Langlebigkeit seien
viel aussagekräftiger. Und dortliegt Appenzell Innerrhoden imunteren Mittelfeld und Zürich ander Spitze.Auch Altersforscher FrançoisHöpflinger hält die Unterschiedegerade in kleinen Kantonen fürzufällig. «Die regionalen Unter-schiede sind eher gering, zentralist die soziale Zusammensetzungder Bevölkerung.»
ZÜRICH
Die Ausschreitungen am
Central in Zürich haben ein Nach-
spiel: Mehrere Anwälte legtenbeim Zürcher Obergericht Be-schwerde gegen die Anordnungder Untersuchungshaft für diemutmasslichen Randalierer ein.Das Obergericht bestätigte amFreitagabend den Eingang voneiner Beschwerde. Die Sonntags-Zeitung hat zudem Kenntnis vonmindestens einem weiteren An-walt, der noch vor dem Wochen-ende ebenfalls eine Beschwerdeabgeschickt hat. Bereits in denvergangenen Tagen kritisiertendiverse Anwälte die lange Unter-suchungshaft für die jungen Män-ner als unangemessen. Zwölf Ver-dächtige sitzen unterdessen seit14 Tagen in Haft.Staatsanwalt Daniel Kloibersieht zum jetzigen Zeitpunkt aberkeinen Grund, der gegen eineUntersuchungshaft spricht. «Beiden Inhaftierten besteht nach wievor die Gefahr der Absprache mitEntlastungszeugen oder Freun-den», sagt er.Kloiber kann sich zudem vor-stellen, dass nach der Auswertungder Bilder und Videos durch diePolizei eine öffentliche Internet-fahndung gestartet werde. Zuerstwolle man sich jetzt aber um dieErmittlungen gegen die Inhaftier-ten kümmern.Das Obergericht entscheidetvoraussichtlich innerhalb derkommenden Woche, ob den Be-schwerden stattgegeben wird.
FABIAN EBERHARD
LAUSANNE
Die Gewerkschaft Uniahat vor dem Bundesgericht eineherbe Niederlage eingefahren:Die Lausanner Richter verurtei-len 67 Unia-Mitarbeiter wegenNötigung. Mit dem Verdikt vom13. September, das der Sonntags-Zeitung schriftlich vorliegt, endetein neunjähriger Rechtsstreit. Im
Kampf für das Rentenalter 60 hat-
te die Unia 2002 das Kieswerk Ri-si in Cham blockiert.Die Gewerkschaftsleitung hielt
das Urteil zwei Wochen lang unter
dem Deckel – mit gutem Grund:Betriebsblockaden werden für dieArbeitnehmervertreter künftignoch riskanter und die Mobilisie-rung darum noch harziger. DasUrteil hat deswegen, so fürchtetman in Gewerkschaftskreisen,
Präzedenzcharakter und wird den
Arbeitskampf erschweren.Die Verurteilten üben ausser-dem massive Kritik an ihren Vor-gesetzten: «Die Verantwortlichenhaben uns im Stich gelassen»,klagt einer der 67 Gewerkschaf-ter, der nicht namentlich genanntwerden will. Tatsächlich findetsich unter den Gebüssten keinerder damaligen Organisatoren derAktion. «Die haben sich ver-drückt, als die Polizei auf demAreal erschien.»Unia-Sprecher Nico Lutz rela-tiviert den Gerichtsentscheid ausLausanne: Es habe in diesemBereich auch schon Freisprüche
gegeben. Blockaden werde es des-
halb, wo nötig, auch künftig ge-ben.
REZA RAFI
Schlappe für die Unia
Bundesgericht verurteilt 67 Gewerkschafter wegenNötigung – Unia verschwieg den Schuldspruch
Beschwerden gegen U-Haft
Nach Krawallen: Staatsanwaltschaft überlegt sicheine öffentliche Internetfahndung
BERN
Wenige Stunden nach demEnde der Herbstsession ist amFreitagabend in der Durchgangs-galerie vom Parlamentsgebäudezum Bundeshaus Ost in Bern einBrand ausgebrochen. Verletztwurde niemand. Die Brandursa-che und die Höhe des Sachscha-dens sind noch nicht bekannt. Esentstanden jedoch erheblicheRauchschäden an der Decke.Die Berufsfeuerwehr Bern wur-de nach eigenen Angaben gegen20.45 Uhr am Freitagabend alar-miert. Ein Kantonspolizist, einSecuritas und zwei Techniker desSchweizer Fernsehens bekämpf-ten den Brand zuerst mit Klein-löschgeräten und brachten dasFeuer unter Kontrolle. Mit zweiTanklöschzügen und 15 Feuer-wehrleuten gelang es darauf, denBrand in kurzer Zeit zu löschen.Der Securitas-Wachmann undder Polizist wurden vor Ort durchdie Sanitätspolizei auf Rauchgas-vergiftung geprüft. Sie musstennicht in Spitalpflege gebrachtwerden.
FABIAN EBERHARD
Feuer imBundeshaus
Die Ursache ist unklar,der Schaden erheblich
 
Feuer in derDurchgangsgalerieim Bundeshaus:Die Herbstsessionwar gerade zu Ende
foto: ReuteRs
 
3
2. OKTOBER 2011
Wahlen 2011Nachrichten
EDUPartei-freiGLPSVPSPGrüneFDP/ LiberaleEVPCVPBDP
010203040506070Prozent
BILDUNG:
HÖCHSTER ABSCHLUSS NACH PARTEIEN
Fachhochschul- oder Universitätsabschlussmit DoktortitelFachhochschul- oder Universitätsabschlussmit Lizentiat oder MasterFachhochschul- oder Universitätsabschlussmit BachelorBerufslehreObligatorische Volksschule
BILDUNG:
DURCHSCHNITTALLER PARTEIEN
      8     %
      3     0     %
      2     5     %
 3    3    %    
               4              %
Ein Volksschulabschlussist kein Hinderungsgrund
4,4%
der Kandidierendenhaben nur einen obligatorischenGrundschulabschluss.Mit einer Berufslehre schafften esüberdurchschnittlich viele bei EDU,SVP und BDP auf eine Wahlliste.
5101520
in Prozent
Sammeln vonGegenständenKünstlerischeBetätigungBesuch vonkulturellenVeranstaltungenHalten oderZüchten von TierenGartenarbeit oderPflanzen züchtenAktivitätenmit der FamilieEinzelsportart wieJogging oder SchiessenMusizierenKochenAndereTeamsportartenwie Fussball
HOBBYS
Politiker sind Familienmenschen
58%
der Kandidierenden sindverheiratet. Das ist deutlich mehrals der Landesdurchschnitt.Die Familie steht in der Listeder Hobbys von Parlamentarier-Kandidaten an zweiter Stelle.Nur
6%
der Befragtengeben als Zivilstandgeschieden an.
ARBEIT
StudentenJuristenBauernLehrerGeschäftsführerUnternehmerÄrzte, Apotheker,Pflegefachpersonen
7,6%5,8%4,8%4,7%4,3%3,6%2,1%
Studenten, Juristen und Bauernsind überdurchschnittlich vertreten
3,12,54,94,37,37,36,76,25,35,3
ParteifreiEDUGLPEVPGrüneSVPSPFDP/LiberaleBDPCVP
Anzahl Vereine pro Kandidat im Durchschnitt
VEREINSGÄNGERDAS POLITISCHE VORLEBEN
38% 36% 6%1%
Gemeinderat undGemeindeparlamentMitgliedKantonsparlamentKantonaleExekutivenNationalrat
Die Kandidaten sind aktive Vereinsgänger
Kandidierende sind durchschnittlichMitglied in
5,3 Vereinen.
Mehr Lokal- als Kantonspolitiker trauen sicheinen Auftritt auf dem nationalen Parkett zu.
62%
sind oder waren Präsident oderPräsidentin eines Vereins oder Verbands.Drei Spitzenreiter von der SVPsind in je
50 Vereinen
.
DEKLARIERTE EINKOMMENIM DURCHSCHNITT
    1     2    5     0     0     0    1     0    6     9    1     9     8    7     8     2     9     8    7    1    4    7    7    7    5     0     0    7    5     8    7     3
    D   u   r   c    h   s   c    h   n    i    t    t   a    l    l   e   r    P   a   r    t   e    i   e   n
Parteifrei
    7    1     9    4    4    6     3     8    7     3    5    7     0    6    5    5    7     0    6    5    5     3     9     0    6
EDU GLP SVPSP Grüne FDP/LiberaleEVP CVP BDP
in Franken pro Jahr
Kandidaten der BDP deklarieren die höchsten Löhne, Linksparteien die kleinsten
Ein Fünftel
der Kandidierenden verdient
weniger als 25 000 Franken
.
Bei SVP und FDP ist der Lohn ein Tabu:
 30% der SVP-Kandidaten und 27% derFDP-Kandidaten verweigerten eine Angabe.
Grossverdiener
mit einem Lohn
über175 000
 
Franken
meldeten sich aus derFDP (10), BDP (9), der CVP (7), der SVP (5)und von Parteifrei (1).
SoZ Candrian; Foto: Shutterstock; Quelle: Recherche Desk SoZ
 Volksvertreter im Visier
Die SonntagsZeitung hat 1007 Kandidatinnen und Kandidaten für die Parlamentswahlen 2011 befragt.Das Fazit: Viele verdienen unterdurchschnittlich. Ein obligatorischer Volksschulabschluss reicht, um auf eineListe zu kommen. Wichtig ist Freiwilligenarbeit in Vereinen und Verbänden
VON MARTIN STOLL, DANIELGLAUS UND SVEN BAUMANN
BERN
Kandidatinnen und Kandi-daten der Parlamentswahlen 2011legen erstmals ihre Einkommens-verhältnisse offen. Die Umfragefördert grosse Lohnunterschiedezutage. Kandidaten der bürgerli-chen Parteien BDP oder der FDPverdienen im Schnitt doppelt soviel Geld wie Kandidaten einer
Linkspartei. Mit durchschnittli-chen Jahreslöhnen um 57 000Franken (Monatseinkommen:
4400 Franken) verdient ein Kan-
didat der SP oder der Grünen
nicht einmal halb so viel wie ein
Kandidat der BDP. Die Parteiführt die Lohnliste mit einem
Durschnittsverdienst von 125 000
Franken (Monatseinkommen:
9600) an (
siehe Grafik oben
). Alle
Angaben beruhen auf Eigen-
deklarationen.
Nur ein Viertel der SVP, FDPwollen Spender offenlegen
Trotz der unterschiedlich verteil-ten Einkommen ist Transparenzdas Gebot der Stunde – auch beivielen gut verdienenden bürgerli-chen Kandidaten. Insgesamt willeine deutliche Mehrheit die Spen-der des persönlichen Wahlkampfsoffenlegen. 62 Prozent der übertausend Kandidatinnen und Kan-didaten, die sich an der Umfrageder SonntagsZeitung beteiligt ha-ben, gaben an, sie würden publikmachen, welche Privatpersonen,Verbände oder Firmen ihnen Geldspenden, um am 23. Oktober insParlament gewählt zu werden.Mit über 80 Prozent ist die Zu-stimmung bei den Kandidieren-den von SP, Grünen und EVP amgrössten. Doch auch die meistenPolitiker der BDP und der Grün-liberalen würden ihre Geldgeberöffentlich nennen. Bei der CVPzeigen sich rund 40 Prozent dazubereit, bei SVP und FDP jeweilsrund ein Viertel.
20 Prozent der Kandidatengeben bis 5000 Franken aus
Die Folgefrage, um welche Spen-der es sich tatsächlich handle, ha-ben allerdings nur 180 Kandidie-
rende beantwortet. Als Grund
gaben viele an, sie hätten ihrenSpendern beim Sammeln Anony-mität zugesichert – nun müsstensie sich daran halten. In kommen-
den Wahlkämpfen würde man
dann offen dazu stehen, so dasVersprechen.Die Antworten der Politikerin-
nen und Politiker, welche ihre
Transparenzansage gleich in dieTat umsetzten, zeigen, dass linkeund grüne Kandidierende insbe-sondere von Konsumenten- und
Verkehrsverbänden finanziell
unterstützt werden. BürgerlichePolitiker erhalten von Berufs- undBranchenverbänden Geld. Dabeihandelt es sich um privat organi-
sierte Wahlwerbung wie Zei-
tungsinserate, Briefversand, Pla-kate oder Schulungen bei Rheto-rikprofis, die nicht von der Parteibezahlt werden. Mit diesen Inves-titionen in zusätzliche Wahlwer-bung, oft ausschliesslich mit demeigenen Gesicht im Zentrum, wol-len sich ambitionierte Kandidatenvon der Masse abheben. EtlicheKandidierende lassen sich diesenpersönlichen Wahlkampf einiges
kosten. 20 Prozent geben
zwischen 1000 und 5000 Franken
dafür aus. Für 10 Prozent liegtdie Ausgabegrenze bei 10 000Franken. Sechs Prozent gebenbis 20 000 Franken aus, siebenProzent bis 50 000 Franken.20 Befragte Kantdidaten gaben
an, zwischen 50 000 und 100 000Franken aus dem eigenen Sack zu
investieren, drei sogar bis zu
150 000 Franken.
Ausser Geld spielt auch das
Netz der Wahlhelfer eine wichti-ge Rolle. 41 Prozent werden im
Wahlkampf durch Partner und
Familie unterstützt. Diese inves-tieren für die Wahlen im Schnittmehr als eine Arbeitswoche.
Politiker versprechen Transparenz bei Wahlkampfgeldern
Erstmals legen Kandidaten ihre Einkommen offen – Linkspolitiker verdienen halb so viel wie Bürgerliche
1007 Kandidaten und Kan-didatinnen von den schweizweit3458 Kandidierenden haben dieUmfrage beantwortet. DieBefragten widerspiegeln dieGeschlechterverteilung derKandidierenden exakt: 67 ProzentMänner und 33 Prozent Frauenliessen sich auf den Zahn fühlen.Die politische Ausrichtung derAntwortenden ist ausgewogen:241 Linke (SP, Grüne, GLP),299 Bürgerliche (CVP, EVP, FDP)und 273 Rechte (SVP, BDP, EDU)machten von den grossenParteien mit. Die Umfrage fandzwischen dem 12. August unddem 21. September 2011 statt.
Sie haben geantwortet

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