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Soziale Interaktion für die Zielgruppe 60+ - Das Projekt ALICE

Soziale Interaktion für die Zielgruppe 60+ - Das Projekt ALICE

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Published by Alexander Stocker
Der demographische Wandel stellt unsere Gesellschaft und unser Sozialsystem vor gewaltige Herausforderungen. Um diesen erfolgreich zu begegnen, finden unter dem Begriff „Ambient Assisted Living“ (AAL) zusammengefasst national und europaweit intensive Aktivitäten statt, um die Entwicklung von Technologien zu stimulieren, welche die Lebensqualität älterer Menschen nachhaltig sicherstellen können. Ein wesentliches Thema stellt dabei die Gewährleistung von sozialer Integration und sozialer Interaktion dar. Beides ist wesentlich, damit Menschen im Alter nicht vereinsamen. Das von JOANNEUM RESEARCH im europäischen AAL-Joint Programm koordinierte Projekt ALICE – Advanced Lifestyle Improvement System & New Communication Experience integriert Web-2.0-basierte Services zur sozialen Interaktion in eine an ein TV-Gerät angeschlossene und mit dem Internet verbundene Set-Top-Box. ALICE-Services werden speziell für die Zielgruppe 60+ aufbereitet und sind durch die Bereitstellung über TV auch in der gewohnten Umgebung der Zielgruppe 60+ zugängig. Im vorliegenden Beitrag werden diese Services nach einer kurzen Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse einer im Vorfeld durchgeführten Befragung der Zielgruppe 60+ zu Mediennutzung und Kommunikationspraktiken erstmalig vorgestellt.
Der demographische Wandel stellt unsere Gesellschaft und unser Sozialsystem vor gewaltige Herausforderungen. Um diesen erfolgreich zu begegnen, finden unter dem Begriff „Ambient Assisted Living“ (AAL) zusammengefasst national und europaweit intensive Aktivitäten statt, um die Entwicklung von Technologien zu stimulieren, welche die Lebensqualität älterer Menschen nachhaltig sicherstellen können. Ein wesentliches Thema stellt dabei die Gewährleistung von sozialer Integration und sozialer Interaktion dar. Beides ist wesentlich, damit Menschen im Alter nicht vereinsamen. Das von JOANNEUM RESEARCH im europäischen AAL-Joint Programm koordinierte Projekt ALICE – Advanced Lifestyle Improvement System & New Communication Experience integriert Web-2.0-basierte Services zur sozialen Interaktion in eine an ein TV-Gerät angeschlossene und mit dem Internet verbundene Set-Top-Box. ALICE-Services werden speziell für die Zielgruppe 60+ aufbereitet und sind durch die Bereitstellung über TV auch in der gewohnten Umgebung der Zielgruppe 60+ zugängig. Im vorliegenden Beitrag werden diese Services nach einer kurzen Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse einer im Vorfeld durchgeführten Befragung der Zielgruppe 60+ zu Mediennutzung und Kommunikationspraktiken erstmalig vorgestellt.

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Published by: Alexander Stocker on Oct 31, 2011
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4. Forum Medientechnik1
Soziale Interaktion für die Zielgruppe 60+ - Das Projekt ALICE
Kurt Majcen
2
, Alexander Stocker
2
, Sandra Murg
2
, Ronald Fellmann
2
,
 
Mike Dorst
3
,
Paul Dijkgraaf 
4
,
KarlBlümlinger
5
,
Francisco J. Nuñez
1
 
AT4 wireless
1
 JOANNEUM RESEARCH, DIGITAL – Institut für Informations- und Kommunikationstechnologien
2
 Mens en Zorg
3
 ThuisConnect
4
 telecare
5
 
Zusammenfassung
Der demographische Wandel stellt unsere Gesellschaft und unser Sozialsystem vor gewaltige Herausforderungen. Um diesenerfolgreich zu begegnen, finden unter dem Begriff „Ambient Assisted Living“ (AAL) zusammengefasst national und europaweitintensive Aktivitäten statt, um die Entwicklung von Technologien zu stimulieren, welche die Lebensqualität älterer Menschennachhaltig sicherstellen können. Ein wesentliches Thema stellt dabei die Gewährleistung von sozialer Integration und sozialerInteraktion dar. Beides ist wesentlich, damit Menschen im Alter nicht vereinsamen. Das von JOANNEUM RESEARCH imeuropäischen AAL-Joint Programm koordinierte Projekt ALICE – Advanced Lifestyle Improvement System & new Communi-cation Experience integriert Web-2.0-basierte Services zur sozialen Interaktion in eine an ein TV-Gerät angeschlossene und mitdem Internet verbundene Set-Top-Box. ALICE-Services werden speziell für die Zielgruppe 60+ aufbereitet und sind durch dieBereitstellung über TV auch in der gewohnten Umgebung der Zielgruppe 60+ zugängig. Im vorliegenden Beitrag werden dieseServices nach einer kurzen Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse einer im Vorfeld durchgeführten Befragung derZielgruppe 60+ zu Mediennutzung und Kommunikationspraktiken erstmalig vorgestellt.
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Einleitung
Aufgrund degressiver Geburtenraten und progressiver Lebenserwartung prognostizieren Demografeneinen stetigen Anstieg der älteren Bevölkerung in Österreich und in ganz Europa. Durch diesen noch niedagewesenen Strukturwandel wird das bestehende Sozialsystem an seine Grenzen kommen. Die Verän-derung der Alterspyramide stellt die Gesellschaft vor enorme wirtschaftliche und gesellschaftliche Her-ausforderungen. Das wird zu umfassenden sozialen und technologischen Veränderungsprozessen in un-serer Gesellschaft führen. Nach aktuellen Berechnungen, beispielsweise von Seiten des Deutschen Statis-tischen Zentralamts, ist mit zunehmendem Alter mit einem Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen zurechnen.Eine Definition der Gruppe älterer Menschen erfolgt zumeist uneinheitlich: Häufig findet eine solcheAbgrenzung über das Alter – bei einer Untergrenze von 60 Jahren – statt. Doch auch die „über 60er“stellen keine homogene Grundgesamtheit dar – vielmehr besteht diese Gruppe aus unterschiedlichenSegmenten, welche sich in gesundheitlicher, sozialer und geistiger Hinsicht und auch in Hinsicht auf ihreAkzeptanz für Informationstechnologie unterscheiden. Moderne Technik stellt eine wichtige Ressourceder Umwelt älterer Menschen dar (Mollenkopf u.a. 2007). Dennoch müssen technologische Errungen-schaften für ältere Menschen erst einmal nutzbar gemacht werden.Eine wesentliche Rolle im Hinblick auf die Techniknutzung spielen die Überwindung des Digital Divide,ein möglichst hoher Nutzungskomfort entwickelter Technologien und eine hohe Akzeptanz durch Barrie-refreiheit. Moderne Informationstechnologien werden wesentlich dazu beitragen, das alltägliche Lebenälterer Menschen kontextabhängig und unaufdringlich im Hintergrund zu unterstützen. Auf europäischerund nationaler Ebene finden zusammengefasst unter dem Begriff Ambient Assisted Living (AAL) um-fangreiche Bemühungen statt, um durch die Entwicklung neuer Technologien die Lebensqualität ältererMenschen nachhaltig zu sichern. Das Ziel dieser Bemühungen besteht darin, neue Technologien, insbe-sondere Informations- und Kommunikationstechnologien zu entwickeln, damit ältere Menschen so langewie möglich ein selbstbestimmtes, unabhängiges und sozial integriertes Leben in ihren eigenen vierWänden führen können. Gleichzeitig wird durch AAL-Initiativen ein neuer Markt entstehen, welcher
 
Kurt Majcen, Alexander Stocker, Sandra Murg, Ronald Fellmann, Mike Dorst, Paul Dijkgraaf, Karl Blümlinger,Francisco J. Nuñez
 
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wettbewerbsfähige, einfach zu bedienende Produkte mit ansprechendem Design für die Zielgruppe „Älte-re Menschen“ hervorbringt. Eine gute Übersicht liefert eine durch die European Ambient Assisted LivingInnovation Alliance publizierte AAL-Roadmap. In dieser werden die aktuellen AAL-Trends aus unter-schiedlichen Perspektiven im Hinblick auf ihre Implementierung betrachtet und die Anwendungsdomä-nen AAL4persons, AAL@community, AAL@work ausführlich diskutiert. Die dabei entscheidendentechnologischen Werkzeuge Sensorik, Reasoning, Aktorik, Interaktions- und Kommunikationstechnolo-gien werden ebenfalls umfassend beschrieben (Van Den Broek u.a. 2010).Das von JOANNEUM RESEARCH im AAL-Joint Programm
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koordinierte Projekt ALICE – AdvancedLifestyle Improvement System & new Communication Experience entwickelt und integriert ein Set vonWeb 2.0-basierten interaktiven Diensten über eine Set-Top-Box in das bestehende TV-Gerät. Mit diesenDiensten werden ältere Menschen in die Lage versetzt, in ihrer gewohnten Umgebung auf die Instrumen-te der IT-basierten Kommunikation und der sozialen Interaktion zurückzugreifen. Mit der Entwicklungvon Sozialen Interaktionsdiensten für die Generation 60plus will ALICE
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neue Wege für ältere Men-schen ermöglichen, um Momente der Freude, des Spaßes und der Fröhlichkeit trotz der vorherrschendenräumlichen Distanz zu Familie und Freunden zu bereiten.Zu Beginn des ALICE-Projekts wurde eine Befragung von Klienten der niederländischen Betreuungsein-richtung Mens en Zorg mit insgesamt 109 Teilnehmern durchgeführt (Majcen u.a. 2011). Im Zuge dieserBefragung wurden erste Erkenntnisse zu Kommunikationspraktiken und Mediennutzung der Zielgruppe60+ gewonnen. Diese Ergebnisse tragen dazu bei, dass die in ALICE entwickelten Web-2.0-basiertenServices enger an die Bedürfnisse der Zielgruppe 60+ angepasst werden können. Derzeit werden dieersten ALICE-Services, Video-Conferencing, Foto-Sharing und Grußkarten bei Klienten vonMens en Zorg pilotiert, um Erfahrungen zu sammeln. Im vorliegenden Beitrag werden diese ALICE-Services erstmalig der wissenschaftlichen Community vorgestellt.
2
 
ALICE-Befragung
Um die zu entwickelnden Dienste zur Web 2.0-basierten sozialen Interaktion möglichst eng an die Be-dürfnisse der Zielgruppe 60+ anzupassen, wurde gleich zu Beginn des Projekts eine Befragung von Kli-enten des niederländischen Projektpartners Mens en Zorg
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durchgeführt (Majcen u.a. 2011). Diese liefer-te interessante Ergebnisse über ältere Menschen, ihre Kommunikationspraktiken sowie ihre Mediennut-zung.Hinsichtlich der Demographie wurde herausgefunden, dass die Hälfte der Befragten als höchste abge-schlossene Ausbildung die Sekundärstufe angibt, wobei Männer tendenziell über eine bessere Ausbil-dung verfügen als Frauen. Der Großteil der Befragten verfügt über ein Haushaltseinkommen von unter2000 €, wobei Frauen tendenziell über ein geringeres Einkommen verfügen.Mehr als die Hälfte der Klienten sind alleinstehend oder verwitwet. Der Großteil der Befragten besitztzwei oder mehr Kinder, Enkelkinder und gute Freunde. Ein großer Teil der Personen aus dem engerensozialen Netzwerk wohnt nicht in der unmittelbaren Umgebung des Klienten, was die soziale Interaktionüber physische Treffen erschwert.Mehr als die Hälfte der befragten Klienten wünscht sich mindestens einmal pro Woche einen Kontaktzum engeren sozialen Netzwerk. Der Wunsch nach Kontakt zu den Kindern ist dabei am stärksten ausge-prägt. Physische Treffen mit dem eigenen sozialen Netzwerk finden zum größten Teil einmal in der Wo-che bzw. einmal im Monat statt. Um die Beziehung zu pflegen, telefoniert der Großteil der befragtenKlienten mindestens einmal in der Woche mit seinem sozialen Netzwerk, fast 20% sogar täglich.
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 http://www.aal-europe.eu 
2
 http://www.aal-alice.eu/  
3
 http://www.mezorg.nl 
 
4. Forum Medientechnik3
Email/Internet-basierte Dienste werden vom Großteil der befragten Personen noch nicht zur Kontakt-pflege verwendet.Der Fernseher ist das Medium, an dem die meisten Klienten Gefallen finden, knapp gefolgt vom Telefon.Email/Internet liegt weit abgeschlagen zurück. Rund 40% der befragten Klienten sehen zwischen einerund drei Stunden pro Tag fern, rund 30 Prozent zwischen drei und fünf Stunden und 15% sogar mehr alsfünf Stunden. Während Frauen eher telefonieren, interessieren sich Männer stärker für das Internet.Trotzdem nutzen nur rund 19% der befragten Klienten bereits Internet. Es wird von den wenigen Nutzernderzeit hauptsächlich zur Informationssuche verwendet, gefolgt von Online Banking und dem Kontakt zuFamilie und Freunden.
 Abbildung 1: Thematische Mediennutzung
3
 
ALICE-Services
Unterschiedliche IKT basierte Services für die soziale Interaktionen älterer Menschen werden in ALICEfür die Verwendung auf einem Fernsehgerät implementiert und für Pilot-Experimente zur Verfügunggestellt. In der Umsetzung werden die entsprechend benötigten Systeme auf einem Middleware-Serverimplementiert bzw. über öffentliche Schnittstellen integriert.
Family SWOperatorWorkstationWeb ClientDatabaseServer(Web-)ServerServer
 
 Abbildung 2: ALICE Architektur 
KonsumierteFernsehprogrammeGesamtFrauenMännerKonsumierteInternetseitenGesamt
Dokumentationen22%14%30%Informationssuche24%Game-Shows35%43%22%Nachrichten6%Nachrichten71%68%70%Online Shopping5%Filme12%14%9%Online Banking18%Serien10%13%7%Online Games9%Kurse & Training1%2%0%Online Fotos anschauen2%Programme für Ältere12%11%13%Online Fotos teilen9%Familie und Freunde kontaktieren13%Websiten für Ältere 5%

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