2werden. Einzelheiten sollen auf dem Treffen der Staats- und Regierungschefs im März2012 beschlossen werden.
I. 2. Automatische Sanktionen
In Zukunft soll es automatische Sanktionen geben, wenn ein Eurostaat gegen die Drei-Prozent-Defizitgrenze verstößt. Die Europäische Kommission wird Verletzungen derBestimmungen des Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts feststellen. Nur wenneine qualifizierte Mehrheit der Staaten dagegen stimmt, unterbleiben Sanktionen. Das warbisher nicht möglich, so dass bislang mehr als 60 Verstöße gegen den Stabilitätspaktfolgenlos geblieben waren. In Zukunft müssen Defizitsünder ein verbindliches Programmzu Reformen und zum Abbau der Verschuldung nachweisen.
I. 3. Verantwortung des privaten Sektors
Die Europäische Union will private Gläubiger nur noch nach den Regeln desInternationalen Währungsfonds (IWF) an Kosten beteiligen, falls ein Eurostaat seineSchuldentragfähigkeit verlieren sollte. Collective Action Clauses (CACs) werden alsoBestandteil zukünftiger Staatsanleihen in der Eurozone, die aber nicht zwangsläufig eineGläubigerbeteiligung vorsehen. CACs erlauben im Umschuldungsfall schnellereAbsprachen zwischen Schuldnern und Gläubigern. Damit wird gewährleitet, dass in derEurozone keine strengeren Regelungen existieren als an anderen Orten in der Welt.Dadurch wird vermieden, dass strengere Sonderregeln innerhalb der EurozoneInvestitionen in Anleihen von Eurostaaten abschrecken. Der Konkursfall Griechenland sollein Einzelfall bleiben, der sich nicht mehr wiederholt.
I. 4. Europäischer Stabilitätsmechanismus
Der dauerhafte Rettungsschirm (Europäischer Stabilitätsmechanismus – ESM) wird nichterst am 1. Juli 2013, sondern möglichst bereits im Juli 2012 seine Arbeit aufnehmen. SeineEntscheidungen sollen nicht einstimmig, sondern mit einer qualifizierten Mehrheit von85 Prozent gefällt werden. Das macht die Arbeit effektiver. Gleichzeitig behältDeutschland aber quasi ein Vetorecht, weil seine Anteile über 15 Prozent liegen.Der bisherige Rettungsfonds EFSF wird für eine Übergangszeit weiter fortbestehen. ImMärz 2012 soll überprüft werden, inwieweit die Gesamtausstattung der EFSF bzw. des ESMausreichend ist.