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Kunstperformance gegen Huldigung des Kolonialismus in Hamburg

Kunstperformance gegen Huldigung des Kolonialismus in Hamburg

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Published by azadi-hb
Polizeieinsatz gegen postkoloniale Kunstperformance
in Hamburgs Lettow-Vorbeck-Kaserne
Die Begehung "Kasernenechos: Widerstand und Widerhall", die am 9.12.
anlässlich des 50. Jahrestags der Unabhängigkeit Tansanias in Hamburg-
Jenfeld stattfand, wurde durch ein größeres Polizeiaufgebot abgebrochen.
Den Veranstaltern droht nun eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs
und wegen einer "unangemeldeten Demonstration".
Polizeieinsatz gegen postkoloniale Kunstperformance
in Hamburgs Lettow-Vorbeck-Kaserne
Die Begehung "Kasernenechos: Widerstand und Widerhall", die am 9.12.
anlässlich des 50. Jahrestags der Unabhängigkeit Tansanias in Hamburg-
Jenfeld stattfand, wurde durch ein größeres Polizeiaufgebot abgebrochen.
Den Veranstaltern droht nun eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs
und wegen einer "unangemeldeten Demonstration".

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P R E S S E M I T T E I L U N G 15.12.2011
Polizeieinsatz gegen postkoloniale Kunstperformancein Hamburgs Lettow-Vorbeck-Kaserne
Die Begehung "Kasernenechos: Widerstand und Widerhall", die am 9.12.anlässlich des 50. Jahrestags der Unabhängigkeit Tansanias in Hamburg-Jenfeld stattfand, wurde durch ein größeres Polizeiaufgebot abgebrochen.Den Veranstaltern droht nun eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchsund wegen einer "unangemeldeten Demonstration".
Im so genannten „Tansania-Park“ und auf dem Gelände der heute freizugänglichen ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Hamburg-Jenfeldhatten sich ca. 40 Menschen, unter ihnen Politiker aus Bezirk und Stadt,zu einer performativen Begehung in 14 Szenen eingefunden. Dieveranstaltende Initiative
freedom roads
! wollte kritisch an den deutschenKolonialismus erinnern und den Widerstand der afrikanischen Bevölkerungwürdigen.Mit Wasser und Asche, Verhüllung und Offenlegung, Flüsterung undAufforderung, mit lebenden Skulpturen und „weißen Flecken der Erinnerung“rückten sie den NS-Kolonialdenkmälern zu Leibe und kreierten Moment-aufnahmen einer würdevollen postkolonialen Erinnerungskultur.
 
Diegemeinsame Kunstaktion von Tansaniern und Deutschen forderte die StadtHamburg, seit dem letzten Jahr Partnerstadt von Dar es Salaam inTansania, zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit ihrem kolonialenErbe auf."Wer einen umzäunten Kleingarten mit Nazi-Kolonialdenkmälern als ‚Tansania-Park’ bezeichnet“, so der Tansanier M.S. Mboro, „ist respektlosund verhöhnt die zahlreichen Opfer des deutschen Kolonialregimes. Ichbin schockiert darüber, dass bis heute Häuser nach Kriegs- und Kolonial-verbrechern wie Lettow-Vorbeck, Wissmann und Trotha benannt sind.Wie kann es sein, dass die ‚Schutztruppen-kommandeure’ ‚Deutsch-Ostafrikas’ hier noch immer mit wuchtigen Terrakotta-Porträts geehrtwerden?"
Photos: Stilla Seis
 
Erst 2003 wurde der „Tansania-Park“ mit den zwei Reliefs des „Deutsch-Ostafrika-Kriegerdenkmals“ angelegt und inszeniert. Aus dem Beirat, der einerinnerungskulturelles Konzept erarbeiten sollte, traten mehrerekolonialkritische ExpertInnen unter Protesten aus. Der kleine Rest desfachlich überforderten Beirats hat nun ein fragwürdiges Tafeltext-Exposéerarbeitet, das der Arbeitskreis Hamburg Postkolonial kürzlich kritisierte. DerArbeitskreis reagierte mit einer Reihe von Alternativvorschlägen, diepostkoloniales Erinnern und Globales Lernen in Hamburg-Jenfeldermöglichen sollen. „Das vom Beirat vorgelegte Exposé“ so die bildendeKünstlerin HMJokinen, „kann dies jedenfalls nicht leisten, denn es isteurozentrisch und lässt zudem das Denkmal- und Bauensemble als Ganzesaußen vor.“Der Historiker Christian Kopp fügt an: "Stadt und Bezirk sollten nun endlichallen interessierten Fachleuten - vor allem aus Tansania und aus HamburgsBlack Community – ermöglichen, an einem umfassenden postkolonialenKonzept für das denkmalgeschützte Bauensemble mitzuwirken.“
Photos: Stilla SeisPhotos: Stilla Seis

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