2Fall 1: Herr S. – traditionale männliche Adoleszenz eines Einwanderers der zweitenGenerationEs handelt sich um Herrn S., einen 21-jährigen, in Deutschland geborenen undaufgewachsenen Spanier. Die Eltern haben ihre Kindheit in Spanien verbracht undkamen jeweils mit den Großeltern von Herrn S. Anfang der 1970er Jahre nachDeutschland.
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Die Familie der Mutter stammt aus Kastilien, die des Vaters ausAndalusien. Die Eltern haben außer Herrn S. noch eine vier Jahre ältere Tochter,und blickt man auf die Familienkonstellation insgesamt, so kann man die Prognosewagen, dass Herr S. mit seiner Position als jüngstes Kind und einziger Sohn mitälterer Schwester ein Verwöhnungskandidat ist, was sich möglicherweiseretardierend auf seine Entwicklung ausgewirkt hat. Außerdem ist seine Mutter starkabsorbiert durch die Pflege der krebskranken Großmutter, die nach Spanienzurückgekehrt und dort von der Mutter zunächst betreut worden war und dann wiedermit ihr nach Deutschland kam.Kennzeichnend für die Schul- und Ausbildungskarriere von Herrn S. ist eine„Bewegung des Nachholens“. Er scheiterte zunächst am Hauptschulabschluss,musste eine Klasse wiederholen und wurde von mehreren Schulen verwiesen, bis erschließlich über die Vermittlung des Arbeitsamtes in einer von Sozialpädagogenbetreuten Einrichtung den Hauptschulabschluss nachholen konnte. In dieser Zeitdurchlief er auch ein halbjähriges Praktikum in einer Zimmerei. Nach seinemAbschluss begann er eine Lehre als Dachdecker, die er nicht beendete, da ihmbereits nach einem Jahr aufgrund seines Fehlverhaltens gekündigt wurde. Esschloss sich eine zweijährige Zeit der Arbeitslosigkeit an, in der er sich in„Nebenjobs“
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verdingte, gegenwärtig durchläuft er eine dreijährige Ausbildung ineinem Programm zur Eingliederung Benachteiligter in den Arbeitsmarkt mit dem Ziel,den Gesellenbrief als Maurer bzw. Hochbaufacharbeiter zu erlangen. DieseAusbildung bezeichnet er selbst als seine „letzte Chance“. Er hat sich mit der Hilfeseiner Freundin, mit der er zusammenziehen möchte, von seinem ehemaligen
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Der Vater kam im Alter von zwölf Jahren nach Deutschland, im Falle der Mutter ist ihr Alter zumZeitpunkt der Übersiedlung nicht bekannt; die Eltern von Herrn S. lernten sich in der deutschen Schulekennen.
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„Nebenjobs“, wie er es nennt, ist in diesem Zusammenhang eine etwas merkwürdige Bezeichnung,weil sie impliziert, dass es daneben noch einen „eigentlichen“, einen „Hauptjob“ gibt.
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