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Journalist Nico Fried: Fall Wulff keine Staatskrise
Bundespräsident Wulff bleibt imAmt - „wenn nicht noch Gravie-rendes passiert“. Das sagte NicoFried, Chef der Hauptstadt-Redaktion der SüddeutschenZeitung, im Gespräch mit SPD-Bundestagsabgeordneten in Ber-lin. Für ihn ist das VerhaltenWulffs „unverständlich“ und seinAmtsverständnis unklar. EineStaatskrise sehe er jedoch nicht,und das Amt des Bundespräsi-denten nehme auch keinen Scha-den: „Das Grundgesetz hat aucheinen Rechtsbrecher wie HelmutKohl in der Parteispendenaffäreohne Schaden überlebt.“
DieAffäreum denBundespräsidentenbeschäftigt nachwievorvieleMenschen
Benachteiligte Jugendliche dro-hen noch mehr ins Abseits zugeraten. Der Grund: Die Bundes-regierung will ihren Zuschuss fürJugendliche, die einen Schulab-schluss oder eine Lehre nachho-len sollen, mehr als halbieren. DieSPD-Bundestagsfraktion fordertdie Regierung auf, ihre Kürzungs-absicht zurückzunehmen.Darum geht es: Das Bundesminis-terium für Familie, Senioren,Frauen und Jugend fördert mitden Programmen Schulverweige-rung - Die 2. Chance“und „Kompetenzagenturen“ diesoziale und berufliche Integrationbenachteiligter Jugendlicher. Siewurden bisher aus Mitteln desEuropäischen Sozialfonds (EFS)finanziert. Für die neue Pro-grammphase von 2011 bis 2013plant die Regierung, die ESF-Förderung um 26 Millionen Euroim Jahr (55 Prozent) zu kürzen.Dieser Kahlschlag kann von denKommunen nicht ausgeglichenwerden. Garrelt Duin: „Damit istdie Unterstützung von rund40.000 Kindern und Jugendlichengefährdet, die eine Schulausbil-dung oder eine Lehre erhaltensollen.“
Keine zweite Chance
Regierung kürzt:KeinSchulabschluss, keineLehre
Schwacher Tierschutz
SPD-Anträge:Massentierhaltung undAntibiotika
Mehr Tierschutz und mehrVerbraucherschutz fordert dieSPD-Bundestagsfraktion in zweiAnträgen von der Bundesregie-rung. Sie fordert Bundeslandwirt-schaftsministerin Aigner, CSU,auf, nicht länger vor den Agrar-lobbyisten zu katzbuckeln. DieSPD will die Tierhaltungssystemeverbessern.In zwei Anträgen sagt sie, was zutun ist. Änderungsbedarf bestehtvor allem im Baugesetzbuch, inden Umweltschutzgesetzen undim Tierschutzgesetz. Es geht um„Klare Regelungen in der Intensiv-tierhaltung“, wie der Antrag be-nannt wird.Die SPD will auch den Einsatz vonAntibiotika in der Tierhaltungdrastisch senken. Jede unsachge-mäße Anwendung erhöht dasRisiko, dass Krankheitserregerresistent werden. Das gefährdetdie Gesundheit der Menschen.Garrelt Duin: „Deshalb brauchenwir Klarheit und Transparenz beider Antibiotika-Anwendung.“ Dieschwarz-gelbe Koalition will je-doch nicht mitmachen und legteinen ganz schwachen eigenenAntrag vor. Eine Farce ist auch,dass sie erst ab 2017 verbietenwill, Ferkel ohne Betäubung zukastrieren - obwohl es längst eineschmerzfreie Alternative gibt.
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www.spdfraktion.de
Nico Fried, Leiter der Berliner Redaktion der Süddeutschen Zeitung, spricht in der Deutschen Parlamentarischen Ge-sellschaft mit SPD-Abgeordneten. Rechts neben ihm Diskussionsleiter Garrelt Duin, ganz rechts MdB Johannes Kahrs.
EU will Gütesiegel „Made in Germany“ an den Kragen
Plan:Mindestens 45 Prozent des Wertanteils der Produktemüssen aus Deutschlandstammen/ Kritik vonDuin
Zwar sagt die EU-Kommission , essei alles nicht so gemeint. Aberausräumen kann sie den Verdachtnicht, das Warenursprungsrechtändern zu wollen. Demnach dürf-ten Produkte nur dann noch dasGütesiegel „Made in Germany“tragen, wenn mindestens 45 Pro-zent des Wertanteils aus Deutsch-land stammen. Garrelt Duin er-hebt dagegen schwere Bedenken:„Wo ‚Made in Germany‘ drauf-steht, ist Qualität drin. Das wissenKunden und Verbraucher in allerWelt und richten ihren Kauf da-nach aus.“ Bei einer Ware kommtes auf die Qualität an, und nicht,aus welchem Land die Vormateri-alien stammen und welchen Wertsie haben. Entscheidend ist nichtdie Vorstufe in der Herstellung,sondern wer für die endgültigeVerarbeitung verantwortlich ist.Der EU-Plan verunsichert Käufer.
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