/  4
 
Eine Offensive für Technikfreund-lichkeit und Technikoffenheitfordert Garrelt Duin. Der wirt-schaftspolitische Sprecher derSPD-Bundestagsfraktion nanntediese Aktion in seiner Antwort imBundestag auf die Regierungser-klärung von WirtschaftsministerRösler zum Jahreswirtschaftsbe-richt 2012 als einen von sechsPunkten.Es mangelt bereits an Ingenieu-ren, in Schulen fällt naturwissen-schaftlicher Unterricht aus, zuwenige Abiturienten studierenMathematik, Physik oder Chemie,BASF verlagert die grüne Genfor-schung in die USA, Landesregie-rungen in Schleswig-Holstein,Niedersachsen und Bayern ver-hindern CCS-Forschung, Technik-skepsis, gar Technikfeindlichkeitoder ein Bekenntnis zur Mathe-matikschwäche gehört bei relativvielen Menschen, gerade in Aka-demikerkreisen, zum guten Ton.Das kann sich unser Land auDauer nicht leisten.Der Wohlstand im rohstoffarmenDeutschland sst sich nur si-chern, wenn wir die ökonomischeund ökologische Spitzenpositionbehaupten. Der Ausbau der tech-nologischen Leistungsfähigkeitbraucht politischen Vorrang.Grundlage dar ist, dass dieMenschen eine umfassende tech-nologische Forschung und Ent-wicklung gutheen und Ver-ständnis für Technik entwickeln.Technik ist grundsätzlich nichtder Feind des Menschen, son-dern der Motor seinesWohlstands und Wohlergehens.Dies ist nicht mit blinder Technik-gläubigkeit zu verwechseln. An-dererseits ist die Freiheit derWissenschaft und Forschung einhohes Gut, das wir hegen undpflegen sollten.Duin schlägt ein breites Bündniszu einer Offensive für Technik-freundlichkeit und Technikoffen-heit vor. Gewerkschaften, Arbeit-geberverbände, Kammern, Hoch-schulen und Ministerien könntenvoran gehen.In seiner Antwort auf MinisterRösler forderte Duin die Regie-rung auf, für ein besseres Investi-tionsklima zu sorgen. So seienInvestitionen in Verkehrs-, Strom-und Telekommunikationsnetzelängst überfällig. Er mahnte aus-drücklich ein Energiewirtschafts-gesetz an, „damit die Energie-wende gelingt“.
Berlin, 20. Januar 2012 Ausgabe 01 / 2012www.garreltduin.de
Garrelt Duin
Ostfriesisch. Klar.
Newsletter
Aufruf: Verständnis für Technik wecken
Die Bundesregierung mit Kanzle-rin Merkel hat natürlich nicht dieEuro-Krise, nicht die Bankenkrise,nicht die Schuldenkrise oder all-gemein die Finanzkrise zu verant-worten. Das wirft ihr ernsthaftauch keiner vor. Aber wie siedamit umgeht, gibt allen Anlasszur Sorge. Kanzlerin Merkel zö-gert und taktiert, immer mit Blickauf die Innenpolitik, handelt inder Regel zu spät und setzt danneinseitig auf Sparen, Sparen, Spa-ren - in Europa, nur nicht zu Hau-se. Hier häuft der Finanzministerweiter Schulden an trotz spru-delnder Einnahmen. In den süd-europäischen Ländern gehen dieVolkswirtschaften unter der Spar-knute in die Knie. Wenn dieseLänder jemals wenigstens einenTeil ihrer Schulden tilgen undobendrein unsere Produkte kau-fen sollen, müssen wir ihnen hel-fen. Das unterlassen Merkel undRösler. Sie bauen stattdessentatenlos auf den Faktor Hoffnung.So basiert ihre 0,7-Prozent-Wachstumsprognose allein dar-auf, dass bis Jahresmitte die Fi-nanzkrise aus dem Gröbsten her-aus ist. Das ist leichtfertige Politik.
Technik ist der Motor unseres Wohlstandes / Duinregt breites Bündnis an
Garrelt Duin spricht im Bundestagregelmäßig für die SPD zu wirtschafts-politischen Themen. Im HintergrundParlamentspräsident Norbert Lam-mert.
 
Seite 2
Journalist Nico Fried: Fall Wulff keine Staatskrise
Bundespräsident Wulff bleibt imAmt - „wenn nicht noch Gravie-rendes passiert“. Das sagte NicoFried, Chef der Hauptstadt-Redaktion der SüddeutschenZeitung, im Gespräch mit SPD-Bundestagsabgeordneten in Ber-lin. Für ihn ist das VerhaltenWulffs „unverständlich“ und seinAmtsverständnis unklar. EineStaatskrise sehe er jedoch nicht,und das Amt des Bundespräsi-denten nehme auch keinen Scha-den: „Das Grundgesetz hat aucheinen Rechtsbrecher wie HelmutKohl in der Parteispendenaffäreohne Schaden überlebt.“
DieAffäreum denBundespräsidentenbeschäftigt nachwievorvieleMenschen
Benachteiligte Jugendliche dro-hen noch mehr ins Abseits zugeraten. Der Grund: Die Bundes-regierung will ihren Zuschuss fürJugendliche, die einen Schulab-schluss oder eine Lehre nachho-len sollen, mehr als halbieren. DieSPD-Bundestagsfraktion fordertdie Regierung auf, ihre Kürzungs-absicht zurückzunehmen.Darum geht es: Das Bundesminis-terium für Familie, Senioren,Frauen und Jugend fördert mitden Programmen Schulverweige-rung - Die 2. Chance“und „Kompetenzagenturen“ diesoziale und berufliche Integrationbenachteiligter Jugendlicher. Siewurden bisher aus Mitteln desEuropäischen Sozialfonds (EFS)finanziert. Für die neue Pro-grammphase von 2011 bis 2013plant die Regierung, die ESF-Förderung um 26 Millionen Euroim Jahr (55 Prozent) zu kürzen.Dieser Kahlschlag kann von denKommunen nicht ausgeglichenwerden. Garrelt Duin: „Damit istdie Unterstützung von rund40.000 Kindern und Jugendlichengefährdet, die eine Schulausbil-dung oder eine Lehre erhaltensollen.“
Keine zweite Chance
Regierung kürzt:KeinSchulabschluss, keineLehre
Schwacher Tierschutz
SPD-Anträge:Massentierhaltung undAntibiotika
Mehr Tierschutz und mehrVerbraucherschutz fordert dieSPD-Bundestagsfraktion in zweiAnträgen von der Bundesregie-rung. Sie fordert Bundeslandwirt-schaftsministerin Aigner, CSU,auf, nicht länger vor den Agrar-lobbyisten zu katzbuckeln. DieSPD will die Tierhaltungssystemeverbessern.In zwei Anträgen sagt sie, was zutun ist. Änderungsbedarf bestehtvor allem im Baugesetzbuch, inden Umweltschutzgesetzen undim Tierschutzgesetz. Es geht um„Klare Regelungen in der Intensiv-tierhaltung“, wie der Antrag be-nannt wird.Die SPD will auch den Einsatz vonAntibiotika in der Tierhaltungdrastisch senken. Jede unsachge-mäße Anwendung erhöht dasRisiko, dass Krankheitserregerresistent werden. Das gefährdetdie Gesundheit der Menschen.Garrelt Duin: „Deshalb brauchenwir Klarheit und Transparenz beider Antibiotika-Anwendung.“ Dieschwarz-gelbe Koalition will je-doch nicht mitmachen und legteinen ganz schwachen eigenenAntrag vor. Eine Farce ist auch,dass sie erst ab 2017 verbietenwill, Ferkel ohne Betäubung zukastrieren - obwohl es längst eineschmerzfreie Alternative gibt.
@
www.spdfraktion.de
Nico Fried, Leiter der Berliner Redaktion der Süddeutschen Zeitung, spricht in der Deutschen Parlamentarischen Ge-sellschaft mit SPD-Abgeordneten. Rechts neben ihm Diskussionsleiter Garrelt Duin, ganz rechts MdB Johannes Kahrs.
EU will Gütesiegel „Made in Germany“ an den Kragen
Plan:Mindestens 45 Prozent des Wertanteils der Produktemüssen aus Deutschlandstammen/ Kritik vonDuin
Zwar sagt die EU-Kommission , essei alles nicht so gemeint. Aberausräumen kann sie den Verdachtnicht, das Warenursprungsrechtändern zu wollen. Demnach dürf-ten Produkte nur dann noch dasGütesiegel „Made in Germany“tragen, wenn mindestens 45 Pro-zent des Wertanteils aus Deutsch-land stammen. Garrelt Duin er-hebt dagegen schwere Bedenken:„Wo ‚Made in Germany‘ drauf-steht, ist Qualität drin. Das wissenKunden und Verbraucher in allerWelt und richten ihren Kauf da-nach aus.“ Bei einer Ware kommtes auf die Qualität an, und nicht,aus welchem Land die Vormateri-alien stammen und welchen Wertsie haben. Entscheidend ist nichtdie Vorstufe in der Herstellung,sondern wer für die endgültigeVerarbeitung verantwortlich ist.Der EU-Plan verunsichert Käufer.
 
Seite 3
Über Weihnachten und Neujahrschien sie eine Verschnaufpausezu machen. Doch jetzt hat sich dieKrise im Euro-Gebiet zurückge-meldet. Die Rating-Agentur Stan-dard & Poor‘s hat die Kreditwür-digkeit von neun Eurostaatenherabgestuft, Frankreich undÖsterreich verlieren die Bestbe-wertung AAA. Nur noch vier Euro-länder haben ein Triple A, außerDeutschland noch die Niederlan-de, Finnland und Luxemburg.Sogar dem Rettungsfonds EFSFwurde die Bestnote entzogen.Seine Bonität leitet sich vollstän-dig von der Bewertung der ihntragenden Länder ab.Die Herabstufung bleibt nichtohne Folgen. Garrelt Duin:„Damit wird wieder zweifelhaft,ob die Garantiesumme des Fondsnoch zur Verfügung steht.“ Hin-fällig zu werden droht die imSeptember beschlossene Erhö-hung des Fonds auf 780 Milliar-den Euro. Sie hatte gerade denZweck, durch Übersicherung eineeffektive Summe von 440 Milliar-den Euro zu besten Konditionenverleihen zu können. Nach demScheitern einer so genanntenHebelung der EFSF-Mittel imvergangenen Jahr starten wir insneue Jahr mit einem neuenSchlag gegen die Glaubwürdigkeitdes Rettungsschirms.Kritik am schädlichen Einfluss derRating-Agenturen ist notwendig.Aber sie ist jetzt auch leicht beider Hand. Die Regierung Merkel jedenfalls betreibt mit ihren Atta-cken auf die Rating-Agenturenvor allem ein Schwarzer-Peter-Spiel. Die Kanzlerin selbst hat auf dem Euro-Gipfel im Dezember einFiasko angerichtet. Duin: „VielGerede über einen auch europa-rechtlich anfechtbaren‚Fiskalpakt‘, aber keine Lösungder drängenden Probleme.“ Jetztwird das Scheitern immer klarer.Merkel aber schiebt den Über-bringern der schlechten Nachrich-ten die Schuld in die Schuhe. Dalohnt sich ein Blick in die Begrün-dung, die Standard & Poor‘s fürdie Abwertung gibt: Der Dezem-ber-Gipfel habe es nicht ge-schafft, die akuten Krisenursa-chen anzugehen. Diese seiennicht nur auf zu hohe Staatsver-schuldung, sondern auch auf Außenhandelsungleichgewichteund auf ein Auseinanderklaffender Wettbewerbsfähigkeit zwi-schen den Ländern der Eurozonezurückzuführen. Die Eurozoneinsgesamt wird 2012 in eine Re-zession gehen.
NeujahrsempfängeinvielenStädtenundGemeinden Ostfrieslands / GernbesuchteTreffpunkte
Bornemann setzt Akzent auf Bildung und Erziehung
DieKriseim Euro-Gebiet meldet sichzurück / Fiaskoauf dem jüngstenEuro-Gipfel / Rezessiondroht
Kanzlerin Merkel spielt Schwarzer Peter
In vielen Städten und GemeindenOstfrieslands haben sich in denletzten Jahren Neujahrsempfängeeingebürgert. Sie stoßen überallauf große Resonanz und habensich zu willkommenen Treffpunk-ten entwickelt. Man sieht sich,wünscht einander viel Glück undbespricht schon mal das eineoder andere.Die Bürgermeister nutzen dieGelegenheit zu programmati-schen Äußerungen. Sie blickenzurück und kündigen an, was dieBürger im neuen Jahr erwartet. InEmden beispielsweise setzte derneue Oberbürgermeister BerndBornemann einen sozialdemokra-tischen Akzent, als er Bildung undfrühkindlicher Erziehung denpolitischen Vorrang einräumte -ohne jedoch die Entwicklung derInnenstadt und des Hafens zuvergessen. Bornemann ist opti-mistisch, dem Ziel eines neuenHafens auf dem Rysumer Nackenspürbar näher zu kommen. DieBesucher des Empfangs belohn-ten den neuen Oberbürgermeis-ter mit viel Beifall für seine Rede.Unter den Gästen waren auchLandschaftspräsident Collmann,Europaabgeordneter Groote,Garrelt Duin, MdL Haase, SPD-Urgestein Joke Bruns und Hoch-schul-Präsident Prof. Kreutz.
Urlaub ohne Barrieren
Die SPD-Bundestagsfraktion for-dert von der Bundesregierung,auf der Internationalen Touris-musbörse (ITB) in Berlin einen„Tag des barrierefreien Touris-mus“ einzurichten. Es soll dazudienen, die Menschen für Barrie-refreiheit zu sensibilisieren undBeispiele zu zeigen, wie Behinder-te guten Urlaub machen können.
Bessere Standards
Die SPD-Bundestagsfraktion legtgemeinsam mit den Grünen einenGesetzentwurf für einen besserenöffentlichen Nahverkehr vor.Darin wird die Position der kom-munalen Verkehrsträger gestärkt.So können unter anderem Tarif-,Sozial- und Umweltstandards beiöffentlich finanzierten Verkehrs-angeboten vorgegeben werden.
Oberbürgermeister Alwin Brinkmann lud jahrelang ins Neue Theater zum Emder Neujahrsempfang ein. Sein frischgekürter Nachfolger Bernd Bornemann setzte mit der Einladung in die Johannes-a-Lasco-Bibliothek einen neuen Punkt.Noch etwas war neu: Er trug während der Begrüßungszeremonie die Amtskette, welche die Bürger sonst selten zusehen bekommen. Das Foto gibt den Blick frei auf einen Teil der gut 800 Besucher des Neujahrsempfangs.

Share & Embed

More from this user

Add a Comment

Characters: ...