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Wieviel wird verdient bei Amway?

Wieviel wird verdient bei Amway?

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In ihrer wissenschaftlichen Studie erläutert Dr. Claudia Groß, wie viel Mitglieder von Amway verdienen. Der Text ist ein Kapitel ihrer Dissertation.
In ihrer wissenschaftlichen Studie erläutert Dr. Claudia Groß, wie viel Mitglieder von Amway verdienen. Der Text ist ein Kapitel ihrer Dissertation.

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Published by: Claudia Groß (Gross) on Jan 22, 2012
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01/22/2012

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Auszug aus Buch Dr. Groß, Claudia (2008): „Multi-Level-Marketing -Identität und Ideologie im Network-Marketing.“ Wiesbaden: VS, Seite189-196.
Weitere Infos und Texte zum Direktvertrieb, Network-Marketing und Multi-Level-Marketing siehe www.ideologie-im-mlm.de
Kapitel 9.4 Wie viel wird verdient bei Amway?
Wie im Laufe der Ausführungen noch deutlicher wird, sieht sich AW als Chance zur(finanziellen) Freiheit und als Lösung für die Arbeitsmarktprobleme Deutschlands. Solobt auch der bei MLM-Mitgliedern beliebte Sprecher Prof. Dr. Zacharias die Mitglieder:„Und die Sache muss Zukunft haben! Und das ist auch ein Thema, oder das ist meinThema, mit dem ich Sie heute hier konfrontieren will: Network-Marketing – ein Beruf mit Zukunft. Oder, wir können es auch anders formulieren: Ein Beruf der Zukunft!“(Sinngemäße Wiedergabe, Quelle s. Tabelle 9.4). Kritiker sehen dagegen keinerleiAnlass, diese Euphorie zu teilen. Im Gegenteil wird AW vorgeworfen, Menschen mitvöllig illusorischen Versprechen zum „Sponsern“ weiterer Mitglieder und zum Kauf vonProdukten zu bewegen. Daraus entstehen – so der Vorwurf – keine Einkünfte außer füreine Handvoll Mitglieder an der Spitze der Pyramide und für das Unternehmen selbst: „Itis idiotic to suggest that distributors can make a profit on sales when sales do not takeplace. The entire ‘buy from your own store’ pitch is illegal, costly, and unprofitable.“
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 Da bei AW die „völlige finanzielle Freiheit“, die durch das System erlangt werden kann,die wichtigste Überzeugung und die größte Verheißung ist, werden im folgenden Kapitel
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Quelle:www.angelfire.com/nm2/hnheeg/ , abgerufen am 30.1.2007.
 
Überlegungen zur Provisionssituation der Mitglieder vorgestellt. Dazu gibt es zwar nursehr wenige (und alte) offizielle Zahlen, aber ansonsten sehr umfangreiche Materialien,die auf indirektem Wege Rückschlüsse auf die materielle Seite der AW-Tätigkeitzulassen.Das vorliegende Kapitel gliedert sich in drei Teile: Zunächst wird eine Übersicht überAussagen von Kritikern zur finanziellen Seite der AW-Tätigkeit gegeben (9.4.1).Anschließend werden eigene Überlegungen zur Provisionssituation in Deutschlandpräsentiert (9.4.2) und eine Zusammenfassung der materiellen Aspekte gegeben (9.4.3).
9.4.1 Kritiker zu Einkünften und Ausgaben bei Amway
Wie angedeutet, gibt es von AW selbst nur sehr wenige Angaben. Zahlen, die nicht nurdie Provisions
möglichkeiten
(s. Tabelle 9.2), sondern die
tatsächlichen
Provisionen oderdie Verteilung dieser abbilden, sind für die USA nur im Rahmen der im dritten Kapitel(3.2.6) vorgestellten Dissertation von Juth-Gavasso (1985) erhältlich (s. auch Ausführungin Kapitel 2.2.2). Besonders interessant sind die Zahlen der Federal Trade Commission,aus denen ersichtlich ist, dass der Anteil der Direktberater bzw. Platine, also der erstenFührungsebene bei AW, im Jahre 1975 0,75% und im Jahr 1977 1% der Mitgliederausmachte (Juth-Gavasso, 1985: 114). Zudem zeigt die Aktivitätsrate der Mitglieder, dasslängst nicht jeder „AW-Geschäftspartner“ tatsächlich am Verkaufen oder Anwerbeninteressiert ist. Hier greift Juth-Gavasso auf die Ausgabe des AW-Marketingplans von1984 zurück. Aus diesem wird ersichtlich, dass 40% der Mitglieder im entsprechendenErhebungsmonat „aktiv“ waren, wobei gilt: „An ‘active’ distributor was defined as ‘onewho attempted to make a retail sale, or attended a company or distributor meeting in themonth surveyed’“ (Juth-Gavasso, 1985: 115). Da hier der „Versuch des Verkaufs“ undder Besuch von Veranstaltungen erhoben wurde, aber nicht der Einkauf von Ware oderder tatsächliche Verkauf dieser, bleiben diese Angaben dennoch vage.Über diese geringen Angaben hinaus, die auf offiziellen Daten beruhen, gibt es zahlreicheÜberlegungen von Kritikern zur materiellen Seite einer MLM-Tätigkeit im Allgemeinensowie bei AW im Besonderen. Die folgende Auflistung gibt einen Überblick überbesonders prägnante Einschätzungen und Erhebungen:
 
Für MLM allgemein aufgestellte Gewinn-und-Verlust-Rechnung von Karl-Heinz Kreiter,dem Initiator der deutschen Ausgabe des „MLM-Beobachter“. Seine Aufstellung kommtzu einem „Negativeinkommen“ von bis zu 1.500 US-$/Jahr, s.www.mlm-beobachter.de/mlm/mlmwachstum.htm, abgerufen am 30.1.2007.Zwei Gerichtsurteile aus Deutschland, in denen die AW-Tätigkeit (teilweise) alssteuerliche „Liebhaberei“ bewertet wird, da die Gewinnerzielungsabsicht nicht inausreichendem Maße erkannt werden konnte. Für ein Urteil von 2006 s.www.mandanteninformation.de/dienste/mdt/51705446LR/inhalt/texte/200606/t20060616.phtmlabgerufen am 30.1.2007; für ein Urteil von 1999 s.www.zingel.de/amway.htm, abgerufen am 3.12.2006.Eine monatliche Aufstellung von Kosten und Zeitaufwand für AW in den USA, die zueinem monatlichen „Minuseinkommen“ bzw. zu Mindestkosten von 460-680 US-$ führt,s.www.cs.cmu.edu/~dst/Amway/AUS/toolexp.htm, abgerufen am 29.1.2007.Aufwändige Erhebung unter Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern in Utah zu derEinnahmensituation von MLM-Mitgliedern. Das Ergebnis besagt, dass 99,9% derMitglieder Verluste in ihrer Steuererklärung aufweisen, während eine geringe Anzahlzwischen 10.000 und 1 Mio. US-Dollar im Monat verdient. Autor ist Jon M. Taylor,Gründer und Präsident des „Consumer Awareness Institutes“, Pyramid Scheme Alert, s.www.mlm-thetruth.com/tax_study.htm, abgerufen am 29.1.2007.Ohne auf Steuererklärungen aufzubauen, kommt eine weitere Statistik zu einemähnlichen Ergebnis: 99,6% der Mitglieder in MLM weisen „Negativeinkünfte“ auf, s.www.caic.org.au/commercial/amway/amwastat.htm, abgerufen am 30.1.2007.Erfahrungsberichte von ehemaligen Mitgliedern, die von geringen und wesentlichgeringeren Einkünften als erwartet berichten. Obwohl also bestimmte Erfolgsebenenformal erreicht wurden, wurden die für diese Ebenen in Aussicht gestellten Einkünftenicht realisiert(Andrews, 2001; Scheibeler, 2004; Sonnabend, 1998).

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