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David Wnendts Film Kriegerin - Versager, Unterschichten, Spießbürger

David Wnendts Film Kriegerin - Versager, Unterschichten, Spießbürger

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Published by Mind-Control-Victim
David Wnendts Film Kriegerin - Versager, Unterschichten, Spießbürger
Versager, Unterschichten, Spießbürger
Rüdiger Suchsland 19.01.2012
Versager, Unterschichten, Spießbürger
"Kriegerin" skizziert Grundlinien einer Sozialpsychologie des Neonazismus


Die Neonazimädels und ihr Milieu: David Wnendts Film "Kriegerin" skizziert Grundlinien einer Sozialpsychologie des Neonazis
David Wnendts Film Kriegerin - Versager, Unterschichten, Spießbürger
Versager, Unterschichten, Spießbürger
Rüdiger Suchsland 19.01.2012
Versager, Unterschichten, Spießbürger
"Kriegerin" skizziert Grundlinien einer Sozialpsychologie des Neonazismus


Die Neonazimädels und ihr Milieu: David Wnendts Film "Kriegerin" skizziert Grundlinien einer Sozialpsychologie des Neonazis

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Versager, Unterschichten, Spießbürger 
Rüdiger Suchsland 
19.01.2012 
Die Neonazimädels und ihr Milieu: David Wnendts Film "Krieger in" skizziertGrundlinien einer Sozialpsychologie des Neonazismus
 
Demokratie ist das Beste, was wir je auf deutschem Bodenhatten.Wir sind alle gleich. Es gibt kein Obenund kein Unten.In einer Demokratie kann jeder mitbestimmen: Du, ich, Alkoholiker, Junkies,Neger, Kinderschänder, Leute, die zublöd sind, denHauptschulabschluß zu schaffen. Ihnen ist es egal, was mit unseremLand passiert. Mir ist es nicht egal. Ich liebe mein Land. An der jungen Frau fallen als erstes das zarte Gesicht und ihr schmaler Körper auf. In Widerspruch dazu tritt schnell der stiere Blick, das teilweise zur Stoppelfrisur gekürzte Haar und die offensiv zur Schau getragenen Tatoos mitfetten schwarzen altdeutschen Frakturlettern.Gleich zu Anfang des Films sieht man auch, wie sie mal hochgehen kann, wie siespuckt und schreit, tritt und schlägt. Wer ihr da gerade in den Weg kommt, wer zu lange Haare oder zu dunkle Haut hat oder sie zu lange anguckt, der hatschlechte Karten. Marisa - von der jungen Alina Levshin, die einem bisher vor allem in Dominik Grafs Fernsehserie "Im Angesicht des Verbrechens" auffiel, ineinem atemberaubend souveränen und nuancenreichen Auftritt gespielt - isteine Neo-Nazibraut, irgendwo in einem Küstenkaff in Mecklenburg. Ihre Freundesind Skinheads, und wenn sie sich nicht gerade die Zeit damit vertreibt, Ausländer und Linke zu drangsalieren oder zu verprügeln, dann sitzt sie imSupermarkt ihrer Mutter an der Kasse.Gleich nach der Prügelszene zum Auftakt lässt uns der Film erfahren, wo sieherkommt. Man sieht sie als Kind mit ihrem Opa am Strand. Sie schleppt einenganzen Rucksack voller Sand auf dem Rücken und muss sich ziemlichanstrengen, während der Großvater sie anfeuert: "Zähne zusammenbeißen. EinIndianer kennt keinen Schmerz. Meine Kriegerin."Die Zähne beißt sie eigentlich immer zusammen. Auch heute noch, imSupermarkt oder wenn sie ihre Kumpel trifft. Dass gelobt sei, was hart macht,und die klaren Ordnungsmuster aus Befehl und Gehorsam sind eine der wenigen Verlässlichkeiten, die hier noch tragen, in dieser nicht nur von Gottverlassenen Welt.
Neid auf vermeintlich "heile" Verhältnisse und der Hass auf sie
"Kriegerin"heißt der Debütfilm von David Falko Wnendt, der in dem Augenblick, in dem er jetzt ins Kino kommt, durch die Ereignisse um die Aufdeckung der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle eine ganz unerwartete,beklemmende Aktualität erhalten hat. Wnendt hat sich in den Neonazi-Komplex,insbesondere in das Thema weibliche Neonazis, gut eingearbeitet, er hat vielrecherchiert und mehrere rechte Frauen interviewt, um seinen Stoff soauthentisch wie möglich zu gestalten. Das kommt seinem Film sehr zugute.
 Alle Bilder: Ascot Filmverleih
Versager, Unterschichten,Spießbürger 
"Kriegerin" skizziert Grundlinieneiner Sozialpsychologie desNeonazismus
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 Am Beispiel seiner Hauptfigur und eines zweiten Mädchens, Svenja, die aus"besseren", aber im Prinzip genauso kaputten Kreisen kommt - bei einemInternetchat meldet sie sich unter dem Benutzernamen "Hasserfüllt" mitFamilienstand "Vollwaise" an -, bietet der Regisseur so etwas wie Grundlinieneiner Sozialpsychologie des Neonazismus. Es ist keine geschlosseneDarstellung, eher sind es ein paar Schneisen im Gestrüpp und vieleImpressionen.Man hat den Eindruck, dass einem Jugendlichen in manchen GebietenOstdeutschlands gar nichts anderes übrig bleibt, als Neonazi zu werden, wenn er kein Außenseiter sein möchte; man sieht, wie bei den Mädchen Schwäche in Aggression umgemünzt wird, Neid auf vermeintlich "heile" Verhältnisse in Hassauf sie. Auch der sexuelle Subtext des Faschismus, die Verknüpfung von Sexund Gewalt, wird zumindest angedeutet. Man hört demagogische Sprüche und"Argumentationen" und böse Nazi-Rocksongs mit Titeln wie "Holocaustreloaded"."Kriegerin" ist am stärksten in dieser Schilderung seines Milieus, des braunenRands unserer Gesellschaft, der Schnittmengen bis hin zur Mitte aufweist undzugleich ein echter "brauner Sumpf" ist, eine Subkultur der Unterschichten undVerlierer. Der Film zeigt Menschen, die ein spießiges Kleinbürgerdasein führen,"Ordnung", "Anstand" und "Sicherheit" verklären und zugleich allen, die andersdenken, Chaos, Brutalität und Angst bringen.
Angst vor der eigenen Courage?
Man könnte "Kriegerin" höchstens vorwerfen, dass er sich manchmal etwas zusehr die Binnensicht seiner Figuren, ihren Blick auf die Welt, zu eigen macht,dass er mitunter sehr knapp die Grenze zur ästhetischen Faszination für seinenGegenstand berührt. Aber wie könnte man auch anders von politischer Verführung erzählen als verführerisch?Um so aufgesetzter wirkt dann die plötzliche radikale Wandlung Marisas, die imletzten Drittel des Films dieses Milieu hinter sich lässt und von einer fanatischenGewaltzicke, die am laufenden Band Sätze auskotzt wie: "Es ist Krieg, und da istalles erlaubt", zur mutig-sensiblen Humanistin mutiert, die ausGewissensgründen Widerstand übt - das alles ist zu schön, um wahr zu sein.Problematisch war es schon zuvor immer dann, wenn "Kriegerin" jenen Bereichberührte, an dem viele deutsche Drehbücher kranken und der in denDrehbuchschulen "Motivation" genannt wird. Diese hat in deutschen Filmennämlich unbedingt persönlich zu sein, jedenfalls bei Hauptfiguren, und darumsind Politik und Moral oder gar Ästhetik nie zureichende Motivationen für dieHandlung von Figuren. So ist jeder deutsche Film im Kern ein Melodram - Ausnahmen bestätigen die Regel, der leider auch "Kriegerin" entspricht.So wird, was als soziologisch fundierter Film beginnt, ohne Not emotionalisiert
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