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Das Lob kam überraschend undungefragt in einer überparteili-chen Gesprächsrunde zu wirt-schaftlichen Fragen: „Es ist dasumfassendste und schlüssigstePapier, das ich bisher zur Indust-riepolitik von einer Partei odereiner Fraktion gelesen habe.“Garrelt Duin und Hubertus Heilfreuten sich. Der wirtschaftspoli-tische Sprecher und der Vize-Chef der SPD-Bundestagsfraktionsind die Autoren des 27-seitigenWerkes mit dem Namen„Sozialdemokratische Industrie-politik - Impulse für den StandortDeutschland“.Heil und Duin stellten das Papierin Berlin vor. Es erläutert, was dieSPD unter integrierter Industrie-politik versteht. Integriert heißt,dass die klassische Industrie nichtgegen die neue ausgespielt wird,oder umgekehrt. Integriert heißtauch: Die Beschäftigten stehenim Mittelpunkt. Es geht um dieGestaltung der Arbeitswelt vonmorgen.Garrelt Duin: „Integriert bedeutetauch, dass wir mit einer Zungesprechen. Wir sagen zur Wirt-schaft dasselbe wie im Ortsvereinoder zur Gewerkschaft.“ Dasbedeutet, und so steht es wört-lich im Papier: „Industriepolitikmuss sich ebenso am Leitbild der‘guten Arbeitorientieren, wiegute Arbeitspolitik am Leitbildeiner innovations- und qualifika-tionsorientierten Industrie.“ DieFraktion gliedert ihre Forderun-gen, die 2013 Regierungspro-gramm werden sollen, in sechsPunkten: Impulsprogramm durchInvestitionen und gesellschaftli-che Akzeptanz von Infrastruktur-projekten; Sicherung des Fach-kräftebedarfs; gute Arbeit, starkeSozialpartnerschaft und koopera-tive Unternehmensführung; öko-nomischer und ökologischerWandel - Energie- und Rohstoff-versorgung; technologische Leis-tungsfähigkeit der Industrie si-chern; den Industriestandortnational koordinieren, europä-isch ausrichten und mit schlüssi-ger Handelspolitik flankieren.
Berlin, 27. Januar 2012 Ausgabe 02 / 2012www.garreltduin.de
Garrelt Duin
Ostfriesisch. Klar.
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Es geht um die Arbeitswelt von morgen
Eine Zeitung titelte „SPD will wie-der Partei der Arbeit sein“. Siemag es so sehen, obwohl wir esnach meiner Meinung immerwaren. Richtig ist: Mit ihrem in-dustriepolitischen Papier sagt dieSPD-Bundestagsfraktion klar unddeutlich, welche „Impulse für denStandort Deutschland“ sie gebenwill. Damit haben wir Sozialdemo-kraten ein Alleinstellungsmerk-mal, denn alle anderen Fraktio-nen und Parteien vernachlässigenseit Jahren das Thema Industrie.Dabei sorgt die Industrie immernoch r ein Viertel der Wert-schöpfung in Deutschland. Das istein wichtiger Grund, warum wirwirtschaftlich besser als alle an-deren Europäer dastehen. Huber-tus Heil und ich haben im letztenhalben Jahr mit vielen Firmengesprochen, mit großen und klei-nen, von Ostfriesland bis Bayern,haben uns mit Gewerkschafternberaten, dann das Papier ge-schrieben, bevor wir es in 15 Ar-beitsgruppen der Fraktion disku-tiert haben. Jetzt hat die Fraktiones verabschiedet. Es ist ein Werkaus einem Guss. Wir können unsdamit sehen lassen.
SPD-Bundestagsfraktionverabschiedet Industriepolitisches Papier
Garrelt Duin, wirtschaftspolitischer Sprecher, und Hubertus Heil, einer der stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, stellen der Hauptstadtpresse in Berlin das Industriepolitische Positionspapier vor.
Das Papier im Internet:www.garreltduin.de
 
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Wir brauchen beide: Alte und neue Industrie
Nachhaltiges Wachstum - überdas Ziel gibt es keine zwei Mei-nungen. Aber über den Weg dort-hin gleich mehrere. Der Professorredete der Nachhaltigkeit dasWort, ohne sich festzulegen. DieGrüne legte sich auf qualitativesWachstum fest, dem Christde-mokraten und dem Freidemokra-ten passten die ganze Richtungnicht so ganz. Garrelt Duin warn-te davor, alte gegen neue Indust-rie auszuspielen: „Um Wohlstandund Arbeitsplätze zu sichern,brauchen wir beide.“ Nötig seieine integrierte Industriepolitik.
DiskussioninBerlin:Wegezum nachhaltigenWachstum / IntegrierteWirtschaftspolitik
Cookies sollen nur von Anbieterngesetzt werden können, wenn dieNutzer vorher einwilligen. Dassieht ein Gesetzentwurf der SPD-Bundestagsfraktion zur Änderungdes Telemediengesetzes vor.Mit Cookie-Technik (Cookie,englisch: Keks) kann ein Web-Server auf dem PC des Anwen-ders Informationen streuen, prak-tisch wie (elektronische) Krümel,die ein Keks hinterlässt. Anbietervon Telemediendiensten spei-chern so Informationen auf denComputern ihrer Nutzer. Dadurchkönnen diese Computer bei zu-künftigen Besuchen einer Inter-netseite wieder erkannt werden.Ein Beispiel: Nach der erstenBestellung bei Amazon wird einCookie gesetzt. Beim nächstenMal wird man über den Cookieerkannt, auf der Webseite wirddie Funktion „Mit 1-Click kaufen“angeboten. Der Nutzer mussweder Mail-Adresse, Namen oderKundendaten eingeben. Das spartZeit und Kosten.Ein Sicherheitsrisiko ist ein Cookienicht, aber er kann als lästig emp-funden werden. Die EU will denUmgang mit Cookies neu regeln.Die Bundesregierung hat dieRichtlinie bisher nicht umgesetzt.
Krümel im Netz
SPD:Nutzer müssenCookies vorher zustimmen
Akzeptanz gefragt
SPD sucht nacheinem Infrastruktur-Konsens
Das Phänomen ist nicht auf Deutschland beschränkt. Sokennt man in England die Abkür-zung „Nimby“ - „Not in my back-yard“ - „Nicht in meinem Gar-ten“. Es geht um die Akzeptanzvon so genannter Infrastruktur.Kommunalpolitiker kennen dasProblem, wenn es um eine Umge-hungsstraße geht. Viele sind da-für, aber wer sich davon bei-spielsweise in seiner Ruhe gestörtfühlt, ist dagegen. Alles verständ-lich. Die Politik steht beim Strom-netzausbau für die Energiewen-de, beim Kraftwerks- oder Spei-cherbau oder gar beim Bau vonFabriken vor dem Problem, in derBevölkerung weitgehend eineAkzeptanz zu schaffen. GarreltDuin erläutert es an einem Bei-spiel: „Die meisten Menschensind für Windkraft, aber fürWindmühlen braucht man auchein Gusswerk.“Die SPD-Bundestagsfraktion ar-beitet seit längerer Zeit an einemInfrastruktur-Konsens. Sie über-legt, wie man die Bevölkerungmitnehmen kann, ohne dadurchBeschlüsse zu verzögern. Duin:„Wir brauchen Verlässlichkeit.“
Sie diskutierten über nachhaltiges Wachstum: Von links Prof. Christoph Schmidt, Uni Bochum, „Wirtschaftsweise“ und Präsident des Rheinisch-WestfälischenInstituts für Wirtschaftsforschung (RWI), MdB Hermann-Otto Solms, FDP, Kerstin Andreae, wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Diskus-leiter Michael Bröcker, Rheinische Post, Garrelt Duin und Michael Fuchs, wirtschaftspolitische Sprecher der SPD- und der CDU-Bundestagfraktion.
Vorrang hat Ausbildung von Polizisten und Soldaten
SPD stimmt Verlängerung des ISAF-Mandats inAfghanistanzu/ Sicherheitsverantwortung schrittweiseübergeben
Die SPD-Bundestagsfraktionstimmt zu, den Einsatz der Bun-deswehr an der InternationalenSicherheitsunterstützungstruppein Afghanistan (ISAF) fortzuset-zen. Mit diesem Mandat wird dieTruppe auf 4900 Soldaten verklei-nert. Bis zum Ende des MandatsJanuar 2013 soll das Kontingentum weitere 500 verringert wer-den, jedoch abhängig von derSicherheitslage und Fortschrittenbei der Übergabe der Sicherheits-funktionen an die Afghanen. Auf-trag der Bundeswehr bleibt Auf-bau und Ausbildung der dortigenSicherheitskräfte und der Schutzder Bevölkerung. Die Sicherheits-verantwortung muss den Afgha-nen schrittweise übergeben wer-den. Garrelt Duin: „Die internatio-nale Gemeinschaft muss sichdarauf konzentrieren, Polizistenund Soldaten auszubilden.“
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www.spdfraktion.de
 
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DieunerfreulicheRolleder „TeaParty“ indenUSA / Ex-Botschafter beleuchtet Amerikavor der Präsidentenwahl
Spitzendiplomat erwartet knappen Wahlsieg Obamas
Klaus Scharioth erwartet einenWahlsieg von Präsident Obamaam 6. Juni bei den Wahlen in denUSA - allerdings nur mit knappemVorsprung vor seinem noch nichternannten republikanischenKontrahenten. Der pensionierteDiplomat, bis 2011 Botschafter inWashington, hält die Arbeits-markt-Entwicklung für den ent-scheidenden Punkt, von dem diemeisten Amerikaner ihre Wahlabhängig machen. Zurzeit sieht esnach einer leichten Konjunkturer-holung aus, die Arbeitslosenzah-len sinken allmählich wieder un-ter zehn Prozent. „Wenn sie aberwieder steigen sollte, wird es fürObama sehr schwer“, sagte Scha-rioth.Fünf Punkte hatte der Präsidentsich zu Beginn seiner Amtszeit auf die Fahne geschrieben: Bildung,Gesundheit, Infrastruktur, erneu-erbare Energien und eben Jobs.Dafür hat er 360 Milliarden Dollarausgeben, allein 100 Milliardenfür Infrastruktur. Die Gesund-heitsreform war erfolgreich, erst-mals sind Millionen von Amerika-nern krankenversichert. Aber dieMasse dankt es ihm nicht, dieReform ist unpopulär. Gleichesgilt für die Bildungsausgaben, dievor allem benachteiligten Kindernzu Gute kommt. Aber genau die-ses werfen ihm seine Gegner vor.Die Energiepolitik Obamas warwenig erfolgreich. Pluspunktesammelte der Präsident mit demRückzug der Truppen aus demIrak, dem Ausschalten von OsamaBin Laden und dem bevorstehen-den Truppenabzug aus Afghanis-tan. Gescheitert ist sein Plan, dasGefangenenlager Guantanamoauf Kuba zu schließen. Die uner-bittliche Blockade-Haltung derRepublikaner gegen Obama be-gründet Scharioth mit der starkenRolle der „Tea Party“ bei denRepublikanern. Sie macht etwaein Drittel von ihnen aus. Die„Tea Party“ setzt sich aus Verlie-rern der Immobilienblase, Evan-gelikalen und Radikal-Liberalenzusammen, die den Staat ein-schließlich Polizei weitgehendzurückdrängen wollen. GarreltDuin: „Gut, dass wir den Tee nurtrinken und es nicht mit einersolch irren Partei zu tun haben.“
Dr. Klaus Scharioth, früherer Staatssekretär im Außenministerium und von 2006 bis 2011 Botschafter der Bundesrepu-blik in Washington, analysierte vor SPD-Bundestagsabgeordneten die Lage vor der Wahl in den USA. Garrelt Duin(Mitte) und der frühere Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe (links) hören aufmerksam zu.
Die Bundesregierung tut zu wenigim Kampf gegen Rechtsextremis-mus. Sie hat dies viel zu langevernachlässigt, wirft die stellver-tretende SPD-ParteivorsitzendeManuela Schwesig namentlichFamilienministerin Kristina Schrö-der, CDU, und InnenministerHans-Peter Friedrich, CSU, vor.Schröder verteidigt nach wie vordie „Extremismusklausel“, nachder Menschen, die sich gegenRechts engagieren und dabei vomStaat unterstützt werden, erstnachweisen müssen, dass siekeiner extremistischen Richtunganhängen. Innenminister Fried-rich hat die Mittel für die Bundes-zentrale für Politische Bildungzusammengestrichen, obwohldiese gute Aufklärungsarbeitgegen Rechtsextremismus leistet.Die Bundesregierung kommt überLippenbekenntnisse nicht hinaus,hält Schwesig ihr vor. MinisterinSchröder habe es nicht geschafft,den Kampf gegen Rechts zu ei-nem breiten gesellschaftlichenThema zu machen. Nötig sei jetzteine solide Förderung der Projek-te und Initiativen. Duin: „Wirfordern die Regierung erneut auf,eine Bundesstiftung für demokra-tische Kultur einzurichten.“
Lippenbekenntnisse
SPD:Bundesregierung schwachim Kampf gegenRechts
Terror durchleuchten
Untersuchungsausschuss:Prüfung, Analyse, Vorschläge
Alle Fraktionen des Bundestagshaben gemeinsam einen Untersu-chungsausschuss beantragt, derdie Mordserie der Terrorgruppe„Nationalsozialistischer Unter-grund“ durchleuchten soll. DerAusschuss soll mit der Bund-Länder-Expertenkommissionzusammenarbeiten. Vorsitzenderwird der Abgeordnete SebastianEdathy, SPD, Sprecherin der SPD-Ausschussmitglieder Dr. Eva Högl.Der Ausschuss soll sich ein Bildüber Mitglieder, Taten, Umfeldund Unterstützer der Terroristenmachen. Er soll prüfen, welcheInformationen den Sicherheits-und Ermittlungsbehörden vorla-gen, wie diese bewertet wurdenund zu welchen Aktionen sieführten. Fehler und Versäumnisseder Behörden müssen dabei of-fengelegt werden. Zu klären sinddie Verbindungen zu rechtsextre-mistischen Kreisen, außerdem dieRolle von V-Leuten. Garrelt Duin:„Der Ausschuss muss sagen, wiekünftig Struktur, Zusammenar-beit, Befugnisse und Qualifizie-rung der Sicherheits- und Ermitt-lungsbehörden aussehen sollenund wie Rechtsextremismus wirk-sam bekämpft werden kann.“

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