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DieunerfreulicheRolleder „TeaParty“ indenUSA / Ex-Botschafter beleuchtet Amerikavor der Präsidentenwahl
Spitzendiplomat erwartet knappen Wahlsieg Obamas
Klaus Scharioth erwartet einenWahlsieg von Präsident Obamaam 6. Juni bei den Wahlen in denUSA - allerdings nur mit knappemVorsprung vor seinem noch nichternannten republikanischenKontrahenten. Der pensionierteDiplomat, bis 2011 Botschafter inWashington, hält die Arbeits-markt-Entwicklung für den ent-scheidenden Punkt, von dem diemeisten Amerikaner ihre Wahlabhängig machen. Zurzeit sieht esnach einer leichten Konjunkturer-holung aus, die Arbeitslosenzah-len sinken allmählich wieder un-ter zehn Prozent. „Wenn sie aberwieder steigen sollte, wird es fürObama sehr schwer“, sagte Scha-rioth.Fünf Punkte hatte der Präsidentsich zu Beginn seiner Amtszeit auf die Fahne geschrieben: Bildung,Gesundheit, Infrastruktur, erneu-erbare Energien und eben Jobs.Dafür hat er 360 Milliarden Dollarausgeben, allein 100 Milliardenfür Infrastruktur. Die Gesund-heitsreform war erfolgreich, erst-mals sind Millionen von Amerika-nern krankenversichert. Aber dieMasse dankt es ihm nicht, dieReform ist unpopulär. Gleichesgilt für die Bildungsausgaben, dievor allem benachteiligten Kindernzu Gute kommt. Aber genau die-ses werfen ihm seine Gegner vor.Die Energiepolitik Obamas warwenig erfolgreich. Pluspunktesammelte der Präsident mit demRückzug der Truppen aus demIrak, dem Ausschalten von OsamaBin Laden und dem bevorstehen-den Truppenabzug aus Afghanis-tan. Gescheitert ist sein Plan, dasGefangenenlager Guantanamoauf Kuba zu schließen. Die uner-bittliche Blockade-Haltung derRepublikaner gegen Obama be-gründet Scharioth mit der starkenRolle der „Tea Party“ bei denRepublikanern. Sie macht etwaein Drittel von ihnen aus. Die„Tea Party“ setzt sich aus Verlie-rern der Immobilienblase, Evan-gelikalen und Radikal-Liberalenzusammen, die den Staat ein-schließlich Polizei weitgehendzurückdrängen wollen. GarreltDuin: „Gut, dass wir den Tee nurtrinken und es nicht mit einersolch irren Partei zu tun haben.“
Dr. Klaus Scharioth, früherer Staatssekretär im Außenministerium und von 2006 bis 2011 Botschafter der Bundesrepu-blik in Washington, analysierte vor SPD-Bundestagsabgeordneten die Lage vor der Wahl in den USA. Garrelt Duin(Mitte) und der frühere Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe (links) hören aufmerksam zu.
Die Bundesregierung tut zu wenigim Kampf gegen Rechtsextremis-mus. Sie hat dies viel zu langevernachlässigt, wirft die stellver-tretende SPD-ParteivorsitzendeManuela Schwesig namentlichFamilienministerin Kristina Schrö-der, CDU, und InnenministerHans-Peter Friedrich, CSU, vor.Schröder verteidigt nach wie vordie „Extremismusklausel“, nachder Menschen, die sich gegenRechts engagieren und dabei vomStaat unterstützt werden, erstnachweisen müssen, dass siekeiner extremistischen Richtunganhängen. Innenminister Fried-rich hat die Mittel für die Bundes-zentrale für Politische Bildungzusammengestrichen, obwohldiese gute Aufklärungsarbeitgegen Rechtsextremismus leistet.Die Bundesregierung kommt überLippenbekenntnisse nicht hinaus,hält Schwesig ihr vor. MinisterinSchröder habe es nicht geschafft,den Kampf gegen Rechts zu ei-nem breiten gesellschaftlichenThema zu machen. Nötig sei jetzteine solide Förderung der Projek-te und Initiativen. Duin: „Wirfordern die Regierung erneut auf,eine Bundesstiftung für demokra-tische Kultur einzurichten.“
Lippenbekenntnisse
SPD:Bundesregierung schwachim Kampf gegenRechts
Terror durchleuchten
Untersuchungsausschuss:Prüfung, Analyse, Vorschläge
Alle Fraktionen des Bundestagshaben gemeinsam einen Untersu-chungsausschuss beantragt, derdie Mordserie der Terrorgruppe„Nationalsozialistischer Unter-grund“ durchleuchten soll. DerAusschuss soll mit der Bund-Länder-Expertenkommissionzusammenarbeiten. Vorsitzenderwird der Abgeordnete SebastianEdathy, SPD, Sprecherin der SPD-Ausschussmitglieder Dr. Eva Högl.Der Ausschuss soll sich ein Bildüber Mitglieder, Taten, Umfeldund Unterstützer der Terroristenmachen. Er soll prüfen, welcheInformationen den Sicherheits-und Ermittlungsbehörden vorla-gen, wie diese bewertet wurdenund zu welchen Aktionen sieführten. Fehler und Versäumnisseder Behörden müssen dabei of-fengelegt werden. Zu klären sinddie Verbindungen zu rechtsextre-mistischen Kreisen, außerdem dieRolle von V-Leuten. Garrelt Duin:„Der Ausschuss muss sagen, wiekünftig Struktur, Zusammenar-beit, Befugnisse und Qualifizie-rung der Sicherheits- und Ermitt-lungsbehörden aussehen sollenund wie Rechtsextremismus wirk-sam bekämpft werden kann.“
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