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CC CHIEMGAUER Theorie Regiogeld Pro Und Contra De

CC CHIEMGAUER Theorie Regiogeld Pro Und Contra De

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Chiemgauer.info 
 
Der Chiemgauerin der ökonomischen Diskussion
Eine Gegenüberstellungvon Christian Gelleri
Stand: Juni 2005
 
Zum ersten Mal hat sich ein Volkswirt der Deutschen Bundesbank zum Thema Regionalgeld inDeutschland geäußert: Im „Wirtschaftsdienstuntersucht der Wissenschaftliche Mitarbeiter Dr.Gerhard Rösl verschiedene regionale Zahlungsmittel aus ökonomischer Sicht.Diese Auseinandersetzung mit dem theoretischen Hintergründen des Chiemgauer beruht sehr starkauf einer neo-klassischen Sichtweise. Als Grundlage der Argumentation werden Theorien der Institu-tionenökonomie (Transaktionskostenanalyse) und der Handelstheorie (Theorem der komparativenKostenvorteile) herangezogen; eine Nutzenbetrachtung für die Beteiligten bei der Berechnung derNetto-Transaktionskosten wird außer Acht gelassen und neuere Ansätze in der Handelstheoriewerden ebensowenig einbezogen wie die Disziplinen Umweltsoziologie, Regionalökonomie oder Wirt-schaftsethik.Zwar erhebt sich die grundsätzliche Frage, ob Vergleiche zwischen Euro und Chiemgauer (Euro als „günstigeres" oder ökonomisch sinnvolles Geld) nicht von vorneherein in die falsche Richtung führen.Denn Ziele und Nutzen von Euro und Chiemgauer sind verschieden. Eine gründliche Analyse könntezeigen, dass ein regionales Zahlungsmittel keine Konkurrenz zum Euro darstellt, sondern eher einweiteres Zahlungsmittel neben bereits bestehenden wie Bargeld, ec-Karte, Kreditkarte und vielenanderen. So wie „Traveller Checks“ für Reisen und ec-Karten für Spontaneinkäufe gut sind, kann einZahlungsmittel wie der Chiemgauer für die Region gut sein, wobei diese Aussage im Folgendenanhand der wichtigsten Einwände von Dr. Rösl überprüft wird:
Kontra ChiemgauerPro Chiemgaue
 „Money is what money does“:Regionale Gutscheinsystemesind Geld, weil sie dieGeldfunktionen Zahlungs-mittel, Recheneinheit undWertaufbewahrungsmittelerfüllen. Der Euro ist zudemzeitlich unbeschränkt gültig.Der Chiemgauer-Gutschein ist kein Geld, weil er keine eigenständigeRecheneinheit ist. Die Wertaufbewahrung wird durch ein gesetzlichvorgeschriebenes Ablaufdatum verhindert und die Zahlungsfunktiontritt erst in Kombination mit einem anderen Zahlungsmittel wieBankguthaben oder Bargeld in Kraft. Der Chiemgauer baut als
freivereinbartes
sekundäres Medium auf dem Notenbankgeld (primäresZahlungsmittel) auf.Schwundgeld ist teuer. DieBundesbank stellt den Eurofür 2% pro Jahr zur Verfü-gung. Der Chiemgauer kostetdemgegenüber 8% pro Jahr.Mit Schwundgeld "beißen denLetzten" im Quartal dieHunde.Der nominale Verlängerungsbeitrag r ein weiteres Quartal(„Umlauf-Impuls“) beträgt 2 %. Wie hoch der effektive Prozentsatz inder Praxis ist, hängt davon ab, wie lange ein Chiemgauer im Umlauf ist. Derzeit beträgt der durchschnittliche Verlängerungsbeitrag imJahr 0,1 % pro Chiemgauer bzw. 40 Cent pro Mitglied! Selbst wennder Chiemgauer dauernd im Umlauf bleibt, macht dieKostenbelastung nur wenige Euro aus. Die Mitglieder entscheidenübrigens direktdemokratisch selbst über die he des Umlauf-Impulses. Es gilt wohl eher das Motto„Zwickts mi“, wodurch dieAufmerksamkeit für die regionale Ökonomie erhalten bleibt.Geld ist ökonomisch effizient,wenn es zeitlich un-beschränkt einsetzbar unddamit möglichst billig ist.Zeitlich befristete Zahlungsmittel regen dazu an, das Geld alsTransaktionsmittel zu verwenden und nicht als Spekulationsmittel.Der Wertschöpfungskreislauf wird stabilisiert und umorientiert auf einlangfristig nachhaltiges Denken und Handeln. Vor 30 Jahren war dasGeld zu 90% ein Transaktionsmittel, heute ist der Anteil derSpekulationskasse weit über 50%, das spüren dieWirtschaftsteilnehmer und setzen daher ernzend auf denChiemgauer als garantiertes 100%-Transaktionsmittel.Das Bankensystemverwendet gespartes Geldzum Nutzen der Wirt-schaftsteilnehmer.Dem herkömmlichen Bankensystem ist es oftmals egal, wo dasgesparte Geld investiert wird, ob Arbeitsplätze entstehen oderwegrationalisiert werden. Beim Chiemgauer ist das nicht egal undauch viele Genossenschaftsbanken und Sparkassen achten noch auf ihre in den Statuten verankerte regionale Verantwortung.
 
Der Zins ist ein effizienterMarktmechanismus zumAusgleich von Angebot undNachfrage nach Geld undGeldanlagen.Marktmechnismen haben Grenzen und bedürfen immer wieder dermenschlichen Feinsteuerung. Sinkt das reale Wirtschaftswachstumwie in Japan und nun auch in Deutschland auf nahe Null herab, kannder Fall der Liquiditätsfalle eintreten, dass also ein Geldanleger lieberseine Spekulationskasse erhöht, bevor er sein Geld zu einem Realzinsvon Null anlegt. Wenn die Spekulationskasse durch den Umlauf-Impuls Kosten verursacht, gewinnt die 0%-Anlage im ökonomischenVergleich. Eine Ökonomie ohne Wachstumszwang wird dadurchmöglich! Die Alternative ist mehr und noch mehr Wachstum, damitdie Geldhalter ihre Spekulationskasse zur Verfügung stellen.Regionale Unternehmen ohnegenügend Umsatz sind nichtbillig oder gut genug und da-mit nicht konkurrenzfähig.Regionale Zahlungssystemeführen zu einer Abschottung,die eine Pleite der regionalenUnternehmen nur untigverlängert (Beispiel DDR).Der Chiemgauer erglicht ein Klima der Kooperation. Auch inKonzernen wird arbeitsteilig zusammen gearbeitet und ein Stück weitein Schutzraum aufgebaut. Warum sollen das die kleinen undmittleren Unternehmen über eine Vernetzung nicht dürfen? Dieteilnehmenden regionalen Unternehmen bieten eine hohe Qualitätund sehr guten Service an und durch die Zusammenarbeit entstehenSynergieeffekte, die die Widerstandshigkeit gegeberBilliganbietern erhöhen.Das Regiogeld-System zieltauf Abschottung undverhindert den Handel unddie Zusammenarbeit mitneuen, innovativen Unter-nehmen.Der Chiemgauer ist offen für alle; gerade die Gründung von innova-tiven Unternehmen wird angeregt und unterstützt. Unternehmen, dieim Chiemgauer keinen Vorteil sehen, nnen im wettbewerbs-orientierten Euro-Markt agieren, der derzeit mit 99 % genügendMöglichkeiten lässt. Das Regionalprinzip zielt nicht auf Isolation, son-dern soll wie eine Membran einer Zelle wirken: Man kann raus undrein, aber mit gewissen Spielregeln, die der Region gut tun und ihrZeit für Anpassungen lassen.Die Regionalbank gewinntimmer. 13% pro Jahr werdenvon der Chiemgauer-Initia-tive in Form von Umlaufsi-cherung und Rücktausch-Ge-bühren "abgezockt".Die Chiemgauer-Initiative ist keine Bank und die Initiatoren sind dieMitglieder des Vereins, also alle Teilnehmer. Die 13% bestehen ausdem Regionalbeitrag bei cktausch in Euro (5%) und aus dembereits diskutierten Umlauf-Impuls (2% pro Quartal). In der Praxiszahlt ein Teilnehmer entweder den Regionalbeitrag ODER denUmlauf-Impuls von 2% pro Quartal. Kein Teilnehmer behält denSchein 10 Monate (6%), um ihn dann zurück zu tauschen (5%).Bei einer durchschnittlichen Kostenbelastung von derzeit 80 Euro proJahr und Anbieter kann von „Abzocke“ nicht die Rede sein, zudemetwa 50 Euro an Vereine in der Region gehen – und das ist auch imSinne der Anbieter. Die Verwaltung kostet einen Anbieterdurchschnittlich weniger als drei Euro im Monat: weniger als dieGebühr für ein Girokonto.Nach Abzug der Herstel-lungskosten und der 3% fürdie Vereine verbleibt einerheblicher "Geldschöpfungs-gewinn".Es wird kein „Geld“ geschöpft, sondern eine Dienstleistung angebo-ten. Der Chiemgauer ist auf die Mitarbeit vieler freiwilliger und unent-geltlich arbeitender Menschen angewiesen. Einnahmen und Ausgabensind beim Chiemgauer für alle transparent und öffentlich zugänglich.Die Kontrolle erfolgt demokratisch durch die Mitgliederversammlung.Regio-Initiativen wie der Chiemgauer mit dem Qualitässiegel desRegionetzwerks streben langfristig eine Kostendeckung an, aberkeinen Gewinn.Die Betreiber der Regio-In-itiativen verfügen über einmangelndes Verständnis deroffiziellen Geldwirtschaft.In den Leitungsgremien des Vereins Chiemgauer regional istprofundes volks- und betriebswirtschaftliches Know-how vorhanden.Es kann allerdings sein, dass die Betreiber der Regio-Initiativen einetwas anderes Verständnis von den Aufgaben des Geldes und derBanken haben als die Vertreter der sog. „offiziellen“ Geldwirtschaft.

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