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Schlafstörung Parasomnien

Schlafstörung Parasomnien

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Unter dem Begriff Parasomnienfassen Fachleute eine ganze Rei-he von aussergewöhnlichen Ver-haltensweisen zusammen,die denSchlaf begleiten. Dazu gehörenzum Beispiel Albträume,Schlaf-wandeln oder Zähneknirschen. Alldiesen Störungen ist gemeinsam,dass sie während des Schlafs auf-treten oder an der Grenze zwi-schen Wachen und Schlafen.
Unangenehme Begleiterdes Schlafs
Albträume:
Betroffene habenTräume,deren Inhalt sie sehrängstigt. Sie erwachen meistensund erinnern sich genau an denschrecklichen Traum (siehe Seite71 ff.).
Nachtschreck (Pavor noctur-nus):
Betroffene schrecken – oftmit einem Schrei – aus dem Schlafhoch,haben Angst,Schweissaus-brüche und Herzrasen,sie wissenaber nicht,was sie erschreckt hat(siehe Seite 73 f.).
Schlafwandeln(Somnambu-lismus):
Betroffene bewegen sichim Tiefschlaf durch die Wohnung,verrichten bestimmte Tätigkeitenoder essen. Am Morgen erinnernsie sich nicht (siehe Seite 74 ff.).
REM-Schlaf-Verhaltensstörung:
Betroffene leben ihre Träume kör-perlich aus. Sie schlagen und tre-ten um sich und gefährden ihreSchlafpartner durch tätliche An-griffe. Am Morgen können sie sichan nichts erinnern (siehe Seite 75).
Zähneknirschen (Bruxismus):
Betroffene mahlen und knirschenmit den Zähnen,indem sie Ober-und Unterkiefer stark aufein-anderpressen (siehe Seite 78 ff.).
Unruhige Beine (RestlessLegs):
Betroffene haben nachtsdas unwiderstehliche Bedürfnis,ihre Beine zu bewegen. Sie spürenein Kribbeln,Brennen und Ziehenin den Beinen. Erst beim Herum-gehen werden die Beschwerdenbesser (siehe Seite 80 f.).
Wadenkrämpfe:
Die Waden-oder Fussmuskeln verkrampfensich plötzlich und verursachenSchmerzen (siehe Seite 81 ff.).
Sprechen im Schlaf(Somni-loquie):
Betroffene murmeln undsprechen im Schlaf,oft jedoch un-verständlich. Das passiert relativhäufig,vor allem bei Stress,Fieberund unter Alkohol.
Schlaftrunkenheit:
Betroffeneerwachen nicht vollständig undsind stark verwirrt,desorientiertund reagieren verlangsamt. Dieskann sogar stundenlang dauern.Meist wachen sie dann für kurzeZeit vollständig auf und schlafendanach wieder ein. Am Morgen er-innern sie sich nicht.
Rhythmische Kopfbewegungen(Jactatio capitis nocturna):
Be-troffene machen im Übergang vomEinschlafen zum leichten Schlafstereotype Bewegungen mit Kopf
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Störungen im Schlaf
Albträume, Schlafwandeln, Zähneknirschen
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Im Schlaf tun sich manchmalunheimliche Dinge: SchrecklicheAlbträume plagen den Schläfer,Schlafwandler durchstreifen dieWohnung und essen den Kühl-schrank leer. Zähne reibenknirschend aufeinander oder dieBeine wollen nicht ruhig liegen.Gegen solche schlafbegleitendenStörungen gibt es Hilfe.
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und Hals. Die Störung tritt meistnur bei Kleinkindern auf.Viele dieser Parasomnien sindharmlos,wie das Sprechen imSchlaf,die Schlaftrunkenheit oderdie Kopfbewegungen. Gerade beiKindern treten Parasomnien rela-tiv häufig auf. Das gilt auch für dasSchlafwandeln,Albträume undden Nachtschreck. Die Ursacheliegt vermutlich darin,dass dasHirn des Kindes noch nicht voll-ständig ausgereift ist. Eltern brau-chen sich keine Sorgen zu ma-chen. Mit der Pubertät verschwin-den solche Störungen meistens.Bei Erwachsenen können sie aller-dings manchmal auf ernst zu neh-mende Probleme hinweisen.Einige der Parasomnien sind fürBetroffene sehr belastend. Sieführen zu gesundheitlichen Schä-den (Zähneknirschen) oder zuSchlaflosigkeit (Albträume,Rest-less Legs und Wadenkrämpfe). Indiesen Fällen sollte man die Stö-rungen unbedingt behandeln.
Nächtlicher Horror:Albträume undNachtschreck
«Jeden Morgen wache ich mit gros-ser Angst auf. Manchmal braucheich eine Stunde,um sie zu über-winden. Aber mittlerweile habe icheinen Trick gefunden. Ich liebeHorrorfilme. Am Morgen nach ei-nem schlimmen Albtraum sage ichmir: Tomi,du liebst Horrorfilme,dieser Traum war ein toller Horror-film,und du,Tomi,warst der Haupt-darsteller. Dann geht es mir bes-ser. Aber was heisst schon bes-ser? Ich leide an Verfolgungswahn – in meinen Träumen. Dabei tau-chen verschiedene Horrorträumeimmer wieder auf.Da ist einmal die Situation,inder ich verhaftet werde,ohne et-was getan zu haben. Dann dieserabsurde Traum,dass man mir nachdem Krieg vorwirft,einem Arbeiterdas Geld geklaut zu haben,undalle bezeichnen mich als Dieb.»Das berichtet der französischeGrafiker und Illustrator Tomi Unge-rer in der deutschen Wochenzei-tung «Die Zeit» vom 13. Juli 2006.
Den Horrorbildernhilflos ausgeliefert
Albträume erschrecken den Träu-mer,machen ihm Angst,weil er derbedrohlichen Situation im Traumhilflos ausgeliefert ist. Wer nacheinem Albtraum aufwacht,kannsich meist schnell orientieren undweiss genau,was er geträumt hat.Die Traumbilder sind noch sehrpräsent. Albträume treten vor al-
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5Störungenim Schlaf
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Die häufigsten Störungen im Schlaf
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Albträume und Nachtschreck:Dem nächtlichen Horror hilflos ausgeliefert
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Medikamente als Ursache von Albträumen
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Schlafwandeln: Nächtliche Ausflügeohne Bewusstsein und Orientierung
75
Gewalt- und Sex-Attacken im Schlaf
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Medikamente als Ursache von Schlafwandeln
78
Zähneknirschen: Nächtlicher Stressabbaumit Folgen für dieGesundheit
80
Restless-Legs-Syndrom:Zappelbeine rauben den Schlaf
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Wadenkrämpfe: Mineralwasser kann helfen
IN DIESEM KAPITEL
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lem im letzten Drittel der Nachtauf,hrend der längsten REM-Phasen des Schlafs.
Sensible Menschen leidenhäufiger unter Albträumen
Einige Menschen werden häufigervon Albträumen heimgesucht alsandere. Dafür gibt es zwei Gründe:Veranlagung und Stress. Laut Ex-perten trifft es vor allem Men-schen,die von Natur aus dünn-häutiger sind,dazu kreativ. SolcheMenschen können sich schlechtergegen Reize von aussen abgrenzenund sind dadurch anfälliger für Alb-träume. In Stresszeiten treten Alb-träume gehäuft auf,ebenso nachtraumatischen Erlebnissen. Rundfünf Prozent der Bevölkerung hatregelmässig Albträume.Allerdings braucht man die Ur-sache der Albträume nicht immerin der Seele zu ergründen. Manch-mal sind auch Pillen schuld,dieman regelmässig schluckt. Eineganze Reihe von Medikamentenkann Albträume verursachen. Da-zu gehören Mittel gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten,Antidepres-siva und Schlafmittel (siehe Kas-ten rechts). Wer häufig Albträumehat und Medikamente schluckt,sollte deshalb in der Packungsbei-lage nachschauen,ob Albträumeunter den Nebenwirkungen aufge-führt sind. Doch Achtung: VieleMittel darf man nicht einfach ab-setzen. Meist kann der Arzt ein an-deres Medikament verschreiben.
Lernen,mit derAngst umzugehen
Bei gelegentlichen Albträumen istkeine Therapie nötig. Sinnvoll istsie dann,wenn die Träume zuSchlaflosigkeit führen. Zum Bei-spiel,weil man sich vor dem Ein-schlafen fürchtet oder ständig auf-wacht. Als wirksam hat sich einegezielte Angsttherapie erwiesen.Diese verläuft in drei Schritten:
1.Mit der Angst konfrontieren:
Man schreibt den Albtraum aufoder zeichnet ihn.
2.Neue Lösung ausdenken:
Manüberlegt sich,wie man die beängs-tigende Situation im Traum aktivbewältigen kann,ohne vor ihr zufliehen. Zum Beispiel: die bedroh-liche Traumfigur ansprechen,sichHelfer vorstellen oder Ähnliches.Diese Lösungsstrategie schreibtman auf oder fügt sie in die Zeich-nung ein.
3.sung einüben:
Damit sichdas Verhaltensmuster auf denTraum auswirkt,muss man sichdie neue Strategie während zweiWochen mindestens einmal pro
Dunkle Märchenwesen hockenauf der Brust des Träumers
Der Begriff Albtraum wird abgeleitet von Figuren ausder nordischen Mythologie: den Alben,auch Elfenoder Elben genannt. Unterschieden werden die schö-nen Lichtalben und die düsteren Dunkelalben,dieeine dämonische Seite haben. Auf diese führte mandie schlechten Träume zurück; ebenso den Hexen-schuss,der früher Albenschuss hiess.Seit dem späten Mittelalter überwog das negativeBild des Albs: Man stellte sich vor,dass der Alb alshässliches Wesen nachts auf der Brust des Schlä-fers sitzt. Dies verursacht Beklemmung und Atem-not. Die Folge sind Albträume oder das Albdrücken,wie die schrecklichen Träume früher auch genanntwurden.
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