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Das Hartsteinprojekt (Die Entkernung aller Währungen) - Kurzgeschichte / Drehbuch zum Film „Der wahrhaft größte Betrug aller Zeiten“

Das Hartsteinprojekt (Die Entkernung aller Währungen) - Kurzgeschichte / Drehbuch zum Film „Der wahrhaft größte Betrug aller Zeiten“

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Published by jwr47
Nun, nachdem alle Beteiligten wussten, wer hinter dieser gesetzlich abgesicherten Manipulation steckte beschloss Eric ganz einfach in Rente zu gehen. Er hatte mit 65 Jahren seine Beitrag zur Wolfram-Anreicherung geleistet und wollte jetzt mal etwas vernünftiges tun, zum Beispiel den Waisen im Nachbardorf das Malen beibringen.
Tatsächlich hatte sein Vater Recht gehabt mit der Aussage dass Wolfram ein kriegswichtiges Material sei, was sich sowohl als Schwermetall im militärischen wie im monetären Sinne bestätigt hatte.

Dass man als ehemaliger Kriegsdienstverweigerer letztendlich seinem Land einen so bedeutenden Dienst erwiesen haben soll wie es in seiner Entlassungsurkunde stand empfand er jedenfalls als übertrieben. Was für das Volk wirklich wichtig gewesen sei, würde sich ohnehin in wenigen Monaten zeigen, sobald der Goldpreis die magischen Grenzen erstmalig überschreiten werde.

Da war es dann auch schon gut das Schiff rechtzeitig verlassen zu haben. Nichts ist unangenehmer als die bohrenden Blicke der Nachbarn in den Rücken eines Kriminellen. Er würde seine Goldmünzen abheben und sich irgendwo in einem sicheren südamerikanischen Land niederlassen, wo das Leben auch ohne Dollars recht preiswert blieb und man sich notfalls auch von Bananen und Klapper ernähren konnte.

Zu seinem 65ten Geburtstag kaufte er sich einen One Way-Flugschein von Washington nach Acapulco, wo sein Vater bereits zu Lebzeiten ein Appartement in einer umzäunten Urbanisación gekauft hatte. Vielleicht sollte er mal versuchen seine Memoiren zu schreiben. Denn letztlich war das Hartsteinprojekt doch sein Lebenswerk, gewissermaßen sein Kind, das man nicht in die Versenkung verschwinden lassen sollte.

Er überlegte sich einen Titel. Ja, sicherlich wäre das Hartsteinprojekt ein passender Begriff für das, was er veranstaltet hatte. Zum um Wohle des Volkes, ja, und alles mit legalen Mitteln. Nichts ungesetzliches habe er jemals auch nur in Erwägung gezogen. Und gut gegangen war es ja, bis heute zumindest...
Nun, nachdem alle Beteiligten wussten, wer hinter dieser gesetzlich abgesicherten Manipulation steckte beschloss Eric ganz einfach in Rente zu gehen. Er hatte mit 65 Jahren seine Beitrag zur Wolfram-Anreicherung geleistet und wollte jetzt mal etwas vernünftiges tun, zum Beispiel den Waisen im Nachbardorf das Malen beibringen.
Tatsächlich hatte sein Vater Recht gehabt mit der Aussage dass Wolfram ein kriegswichtiges Material sei, was sich sowohl als Schwermetall im militärischen wie im monetären Sinne bestätigt hatte.

Dass man als ehemaliger Kriegsdienstverweigerer letztendlich seinem Land einen so bedeutenden Dienst erwiesen haben soll wie es in seiner Entlassungsurkunde stand empfand er jedenfalls als übertrieben. Was für das Volk wirklich wichtig gewesen sei, würde sich ohnehin in wenigen Monaten zeigen, sobald der Goldpreis die magischen Grenzen erstmalig überschreiten werde.

Da war es dann auch schon gut das Schiff rechtzeitig verlassen zu haben. Nichts ist unangenehmer als die bohrenden Blicke der Nachbarn in den Rücken eines Kriminellen. Er würde seine Goldmünzen abheben und sich irgendwo in einem sicheren südamerikanischen Land niederlassen, wo das Leben auch ohne Dollars recht preiswert blieb und man sich notfalls auch von Bananen und Klapper ernähren konnte.

Zu seinem 65ten Geburtstag kaufte er sich einen One Way-Flugschein von Washington nach Acapulco, wo sein Vater bereits zu Lebzeiten ein Appartement in einer umzäunten Urbanisación gekauft hatte. Vielleicht sollte er mal versuchen seine Memoiren zu schreiben. Denn letztlich war das Hartsteinprojekt doch sein Lebenswerk, gewissermaßen sein Kind, das man nicht in die Versenkung verschwinden lassen sollte.

Er überlegte sich einen Titel. Ja, sicherlich wäre das Hartsteinprojekt ein passender Begriff für das, was er veranstaltet hatte. Zum um Wohle des Volkes, ja, und alles mit legalen Mitteln. Nichts ungesetzliches habe er jemals auch nur in Erwägung gezogen. Und gut gegangen war es ja, bis heute zumindest...

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Das Hartsteinprojekt
- Die Entkernung aller Währungen -
Joannes Richter 
Kurzgeschichte / Drehbuch zum Film„Der wahrhaft größte Betrug aller Zeiten“1.3.2012
Die Handlung und die handelnden Personen dieses Buches sind frei erfunden.Jede Ähnlichkeit mit toten oder lebenden Personen oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebensist nicht beabsichtigt und wäre rein zufällig.
 
Prolog
Es gab Zeiten, da war man dem Goldpreis und seinem Treiben hilflos ausgesetzt. Es herrschte dasChaos des Gersham-Gesetzes, das besagt dass bei einer von Regierungen verordnetenWährungskursfestlegung die unterbewertete Geldsorte gehortet wird und vom Markt verschwindet,während die überbewertete Währungen am Markt erhalten bleiben:Das schlechtere Geld vertreibt daher das gute, solange das Gesetz den Wechselkurs bestimmt.In 1980
1
trieben zum Beispiel die Spekulationen der Gebrüder Hunt den Silber- und Goldpreis auf 800 US$ hoch, bis ihnen dann doch das Kapital ausging und sie einen riesigen Verlust hinnehmenmussten. Solche Spekulationsgeschäfte waren dann ein Auslöser für eines der Allzeithochs in denEdelmetallpreisen, die jegliche Papierwährung in den Schatten stellten. Die Finanzwelt und die politische Führungsriege gerieten in Aufruhr. Solche Ereignisse sind Gift für das Vertrauen in dieFinanzpolitik und in der Politik allgemein.Laut Wikipedia betragen dieofficiellen Goldreservenweltweit 31.350 t
2
, wovon die deutschenReserven offiziell etwa 3,401.0 t betragen. Gemessen am vorhandenen Papiergeld stellen dieGoldreserven zur Zeit geradezu ein lächerlich winziger Geldwert dar, aber ist dieser Wert wirklichso winzig und wie könnte man das ändern?Diese Frage wurde zuvor schon mal gestellt und auch beantwortet. Es ist ein Krimi, der nicht nur spannend ist, sondern auch immer noch fortgeschrieben wird....
vonRealtermim Public Domain veröffentlichtDie Kurve zeigt den historischen Goldpreis und dessen inflationsbereinigten Wert in US-Dollars.Die Abbildung zeigt auch die Wertspitze am Silver Thursday als die Gebrüder Hunt den Silberpreis durch Spekulation in die Höhe trieben und etwa eine Milliarde Dollars verloren.1Silver Thursday(1980)2officiellen Goldreserven
 
 Fig. 1: Historischer Goldpreis in USD und inflationsbereinigter Goldpreis
 
1967 Die Goldmeister 
Als US-Amerikanischer Student kam Eric Deere als Student Metallurgie erstmalig in Kontakt mitdem faszinierenden Edelmetall Gold. Er verblieb damals im dritten Semester an der TechnischenHochschule Eindhoven und experimentierte mit der freien Liebe, die Kursentwicklung der Aktienmärkte in Abhängigkeit der Kriegsführung und andere Investmentformen.Die Technische Hochschule Eindhoven war wenigen Jahren zuvor als Kaderschmiede für denortsanssigen Elektrokonzern gegründet worden. An diesem Ort arbeiteten die bestenmetallurgischen Spezialisten weltweit. Speziell auf dem Gebiet des Wolframs hatten sie sich einenWeltruf erworben, weil dieses Metall die Basis der Qualitätsglühlampen bildete, das Hauptproduktder lokalen Glühlampenfabrik.Zum Gold hatte Eric eine eigene Meinung entwickelt, die sich insbesondere auf Äußerungen seinesVaters basierte, der als hoher Funktionär im US-Bankwesen tätig war. Eric aber hatte sich kurz vor seiner Einberufung in die Armee und in der Gewissheit eines Einsatzes in Vietnam nach Europaabgesetzt, wo man billig und bequem studieren konnte.„Warum sollte man sich für eine Handvoll Dollars in einem fernen Land erschießen lassen?“ hattesein Vater zum Abschluss der Highschool gesagt, „wenn man für sein Land auch bessere Waffenschmieden kann...“.Eric hatte das damals weder wörtlich noch im übertragenen Sinne verstanden. Sein Vater meinte,dass man sich als Student auf die Metallurgie des Wolframs spezialisieren solle. Wolfram hätte einedurchschlagende Wirkung. Man konnte damit Kugeln und Granaten beschweren und deren Wirkungvervielfachen. Außerdem wurde es in Bankkreisen hinter vorgehaltener Hand als Ersatz für denGoldstandard gehandelt. Banker leben davon Gerüchte aufzunehmen, zu filtern und zur rechten Zeitdanach zu handeln. Das Gerücht der durchschlagenden Wirkung von Wolfram war dem alten Herrnin Erinnerung geblieben und sorgte dafür, dass Eric Metallurgie studieren sollte. Nach der Highschool schreib er sich 1966 ein in der Technischen Hochschule Eindhoven und fandwie viele seiner Kommilitonen ein winziges Mietzimmer im Haus einer Arbeiterfamilie. Ein preiswertes Essen fand man in der Mensa, wo man über Gott und die Welt, über Technologie,Kriegsführung und Kapitalismus diskutierte. Eric frequentierte die Kneipe eines Studentenvereins,wo das Bier nur die Hälfte kostete und die Studenten auch mal in Englisch fluchen lernen wollten.In der Kneipe spielte man Protestsongs, Blues und Rockmusik. Man rauchte, ja man versuchte esauch mal mit Gras, was es tatsächlich auch gewesen sein könnte, vermischt mit etwas Kuhfladen.Es gab nur wenige Studentinnen an der Universität, dafür aber umso mehr Sekretärinnen. Ericleistete sich einige Liebschaften und genoss das Ansehen des US-Amerikaners, wenn auch dieKriegsverweigerung immer im Unterton der Gesprächen mitschwang. Niemand konnte wirklich beurteilen, wer am ausgewanderten amerikanischen Studenten ein Feigling oder ein Schlaumeier war.Mit einer Gruppe Kommilitonen reiste er im Sommer1968 in einem Kleinbus nach Paris, zeltete auf einem Campingplatz im Bois de Boulogne und bestaunte in den Pariser Straße die Proteste gegendas Establishment sowie die Gelassenheit der französischen Polizei, die sich von den Studentennicht aus der Ruhe bringen ließen. Dabei hatte der Kapitalismus andere Sorgen als nur eineStudentenrevolte. Eric wusste von seinem Vater, dass die Basis der Demokratie an ganz anderer Stelle bereits zu beben begonnen hatte. Es geschah ganz unauffällig, zumindest für das breitePublikum. Man lebte auf einem Vulkan, der nur ab und zu leise zitterte.Im Ausland ahnten einige weitsichtige Politiker bereits was passierte. Charles de Gaulle ließ 1968das französische Gold rechtzeitig mit Kriegsschiffen aus den USA zurückholen
3
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