Steht Deutsch au der Liste bedroh-ter Idiome? Dieter E. Zimmers Be-und: »Niemand kann sagen, ob derPunkt, an dem es ür einige europä-ische Sprachen keine Rettung mehrgibt, bereits erreicht ist und wann ererreicht ist. Niemand kann aber auchsagen, er sei noch nicht erreicht; erstrecht nicht, er werde nie erreicht.«»Sicher wird auch das Deutsch vonmorgen, das sich heute an vielen Stel-len ankündigt, eine Sprache sein, inder sich das Nötige ausdrücken läßt.Auch werden die Kids, die eines nichternen Tages genau dieses pidgini-sierte Deutsch ür das einzig richti-ge halten und vielleicht au ihre Wei-se kreolisieren. Vielleicht wird es,wenn sich seine Worte und Weiseneine gewisse Geschichte erworbenhaben, dann sogar eine Literatur er-möglichen, alls so etwas wie Litera-tur überhaupt noch geragt sein soll-te. Aber es wird die Brücken zu demDeutsch von gestern und heute abge-brochen haben. Wer das Deutsch vonmorgen spricht, wird einen Satz vonLichtenberg oder Heine oder Scho-penhauer oder Nietzsche oder Brechtoder Enzensberger vielleicht nochungeähr verstehen, aber er wirdnicht mehr in der Lage sein, zu erken-nen, daß er gut war und was an ihmgut war, wird es weniger können alswir angesichts eines Satzes von Walt-her von der Vogelweide.«In der »Berichtigung«, einem schar-en und glänzenden Essay, geht esum pc, ›politische Korrektheit‹: ihreursprünglich konstruktiven Motive,die heute zu undamentalistischenSprachdiktaten und Denkverboten,zu einer linguistischen Polizeiord-nung geworden sind.Weiter geht es um den internatio-nalen Status der deutschen Sprache,um Grammatik, um Zweisprachig-keit, um Schrifzeichen im Internet,um den PC als Übersetzungsautoma-ten und um Übersetzen als darstel-lende Kunst.