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Staatschutz - V-Leute-bei-der-NPD-ArNo-8-9-2002

Staatschutz - V-Leute-bei-der-NPD-ArNo-8-9-2002

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Inhalt
Vorwort..................................................................................................................................3Einleitung...............................................................................................................................4Wolfgang Frenz: V–Mann oder „Kontaktmann der Partei zum Verfassungsschutz“............6Udo Holtmann: Von der Terrortruppe über die NPD zum Verfassungsschutz....................13Die Zeitschrift „Deutsche Zukunft“ unter Frenz und Holtmann..........................................16Frenz und Holtmann in der Zeitschrift „Deutsche Stimme“................................................18Holtmann in der Beilage „Wir in NRW“.............................................................................21Antisemitische Propaganda..................................................................................................23Die Asyl- und Ausländer-Kampagne....................................................................................29Fazit: Fatale Effekte.............................................................................................................30Anmerkungen.......................................................................................................................35
Impressum
Die vorliegende Studie wurde erstellt für dieBundestagsfraktion der PDS.Die Archiv-Notizen erscheinen seit 1997 monatlich alsHintergrund-Informationsdienst des Duisburger Instituts fürSprach- und Sozialforschung. Das Jahresabonnement kostet60 EUR. Kooperationspartner des DISS erhalten die ArNokostenlos oder gegen Spende.Die Beiträge unterliegen dem Copyright. Sollten Sie an einerVerwertung oder einem Nachdruck interessiert sein, setzenSie sich bitte mit uns in Verbindung.DISS, Siegstraße 15, 47051 Duisburg, 0203-20249,fax: 0203-287881, URL http://www.uni-duisburg.de/DISSKonto Nr. 209 011 667 Stadtsparkasse DuisburgBLZ 350 500 00Redaktion: Martin Dietzsch und Alfred SchobertRedaktionsschluss: 5.8.2002
 
Archiv-Notizen 8-9/2002- 3 -
Vorwort
Das NPD-Verbotsverfahren hat sich zu einem großenGeheimdienst-Skandal entwickelt. Ob es überhaupt zueiner Verfahrenseröffnung beim Bundesverfassungsgericht kommen wird, ist vor dem von den Verfassungsrichtern angesetzten Erörterungstermin, dem 8.Oktober 2002, offen. Die schlampige Vorbereitungder Verbotsanträge durch die Innenministerien und dieVerfassungsschutzämter kann durchaus dazu führen,dass das NPD-Verbot scheitern wird.Dieser V-Leute-Skandal entfaltet eine Eigendynamik,die ihn über das Verbotsverfahren hinaus für die Zukunft bedeutsam macht. Die vorliegende Studie versteht sich als Beitrag zu der notwendigen Debatte überdie V-Leute-Praxis der Verfassungsschutzämter. Siewurde für die Bundestagsfraktion der PDS erstellt,am 11. Juli 2002 der Öffentlichkeit präsentiert undfand einige Medienresonanz (Tagesspiegel, Freitagu.a.). Auch der Schriftsatz der Prozessbevollmächtigten der drei Antragsteller Bundesregierung, Bundesratund Bundestag vom 26. Juli 2002 nahm auf sie Bezug.Am Beispiel von zwei Personen, die beide jahrzehntelang hochrangige Parteiämter inne hatten, untersuchtdie Studie das Treiben von V-Leuten. Die Analyse derAktivitäten von Udo Holtmann und Wolfgang Frenzergibt, dass diese nicht als agents provocateurs innerhalb der NPD wirkten. Vollkommen unsinnig wäre es,sogar von einer Steuerung der NPD durch Geheimdienste zu sprechen. Vielmehr verkörpern die beidenexponierten NPD-Funktionäre den Typus des omnimodo facturus, d.h. es handelt sich um Personen, dieman zu nichts anstiften kann, weil sie ohnehin zu allem bereit sind. Ihre Aktivitäten deckten sich nahtlosmit dem sonstigen Kurs der Partei, und sie genossengerade wegen ihrer antisemitischen und rassistischenHetze über Jahrzehnte das Vertrauen der Partei. Ausdiesem Grund kann die V-Mann-Affäre nicht als Argument gegen das lange überfällige Verbot der NPDdienen.Freilich wirft die Affäre ein düsteres Licht auf die Aktivitäten der Verfassungsschutzämter, insbesondereauf deren V-Mann-Praxis. Diese führte letztlich dazu,die NPD zu stärken, statt sie zu schwächen, und sie erbrachte geheimdienstliche Informationen, die zuvorvon der NPD gefiltert worden waren und deren Wertauch deshalb mehr als zweifelhaft gewesen sein dürfte.Es stellt sich die Frage, ob es nicht an der Zeit ist, dasV-Mann-Unwesen endlich vollständig zu beenden.Die Affäre ist ein Beleg dafür, dass sich die Geheimdienste der Bundesrepublik Deutschland einer wirksamen Kontrolle entziehen.Insofern wundert es nicht, dass die Verfassungsschutzämter und Innenminister auch jetzt noch mauern, vertuschen und beschönigen und gerade mal scheibchenweise das zugeben, was durch Recherchen öffentlichgemacht wird. Nur ist bei dieser Salamitaktik dasEnde der Wurst noch lange nicht abzusehen.Dies zeigt sich auch in den Schriftsätzen der Antragsteller, in denen die prozessbevollmächtigten Juristeneinige Mühe haben, die ihnen von den Innenministerien vorgelegten dürftigen Angaben zu überzeugendenArgumentationen auszuarbeiten. Unsere Darstellunggeht in den beiden untersuchten Fällen von der bisdato gültigen offiziellen Version im Schriftsatz derAntragsteller vom 8. Februar 2002 aus, um diese dannzu präzisieren, zu ergänzen und zu korrigieren. Daswar in einigen Fällen nötig. So hieß es im Schriftsatzvom Februar beispielsweise fälschlich über den V-Mann Holtmann, er habe „offenbar keine Artikel geschrieben“.Wir vermögen die kluge juristische Strategie, die hinter der den Tatsachen widersprechenden Verharmlosung bzw. Verneinung bestimmter Aktivitäten des V-Mannes Holtmann vielleicht stecken mag, nicht zu erkennen. Dem Antragsgegner, der NPD, dürfte es, einerationale Verfahrensstrategie vorausgesetzt, ein leichtes sein, die darauf bauende Argumentationslinie zudurchkreuzen.Nachdem in der vorliegenden Studie Holtmanns publizistische Tätigkeit aufgezeigt worden ist, räumt auchder Schriftsatz der Antragsteller vom 26. Juli 2002Holtmanns Autorentätigkeit teilweise ein. Doch bleiben immer noch zahlreiche Lücken, und manches wirdbewusst vage gehalten. Es würde den Rahmen einesVorwortes überschreiten, dies nun im einzelnen zu belegen. Jedenfalls bleibt der Verdacht, dass noch somanche überaus fragwürdige V-Mann-Aktivität vorder Öffentlichkeit verborgen werden soll.Nach dem, was bisher bekannt wurde, können sich dasBundesverfassungsgericht und die demokratische Öffentlichkeit nicht mit eidesstattlichen Beteuerungenvon Verfassungsschutz-Chefs und Innenministern zufrieden geben, es habe alles schon seine Ordnung gehabt. Die Innenminister verschanzen sich zur Zeit vorallem hinter den angeblichen Schutzinteressen ihrerV-Leute, doch dient dies vor allem ihrem Interesse,Geheimdienstaktivitäten vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Und selbst wenn es nur darum ginge, eine behauptete Gefährdung enttarnter V-Leute zu vermeiden, bleibt es ein Skandal, dass hier der Schutz von alsSpitzel verpflichten braunen Kameraden höher gewichtet wird als das Interesse des Bundesverfassungsgerichts (wie auch der demokratischen Öffentlichkeit)an der Offenlegung ihres Treibens in der NPD. Hierendlich reinen Tisch zu machen, wäre die einzig richtige Strategie, um das Verbotsverfahren nicht weiterzu gefährden. Wichtig wäre dies auch als Voraussetzung für die bitter nötige Diskussion über das V-Leute-Unwesen.Duisburg, den 5. August 2002

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