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Schwule Nazis - Aufmarsch Der Kuschelnazis - Www-taz-De

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04032012
30.03.200911 Kommentare
 Abgesehen vom Profifußball gibt es nur wenige Teile der Gesellschaft,in denen schwul sein so unpopulär ist wie in der NPD. Umso brisanter sind daher die zartrosa Blüten, die nun im braunen Sumpf sprießen.Seit den Untersuchungen um veruntreute Spendengelder und denQuerelen an der Spitze der Partei gärt es heftig bei denNationaldemokraten. Dies fördert auch allerhand Unbequemes zutage,das am rechtsextremen Image der Partei nagt. So soll es hinter denKulissen nicht immer so rau und radikal zugehen wie gedacht. In der Szene machten zuletzt sogar Gerüchte um eine "lauwarme" Abspaltung der NPD die Runde - von einer nun kurz bevorstehenden"rosa Revolte" soll sogar die Rede gewesen sein.Die Angst vor einer homosexuellen Unterwanderung undMachtverschiebung in der Partei sei schon lange vorhanden gewesen,berichten Insider, nur mit großen Mühen konnten diese Tendenzenunterdrückt werden. Bis jetzt. Das öffentliche Outing des FunktionärsHubert Mölsen schlug in den homophoben NPD-Kadern ein wie eineGranate. "Wir sind es leid, uns weiter zu verstecken!", brüllte Mölsenbei einer zunächst geheim gehaltenen Kundgebung vorvergangeneWoche im hessischen Schlüchtern. "Bloßweil man schwul ist, heißtdasnicht,dassman kein auf rechter Deutscher sein kann, der stolz auf  sein Vaterland ist. Das Gegenteil ist richtig: Wir wissen, wie man für eine Überzeugung kämpft!"Die spontanen Beifallsstürme zeigten, dass er mit dieser Meinungkeineswegs allein dasteht. Und es ist ihm ernst: Er will die schwulenNazis an die Macht führen und dazu eine Interessenvertretung für Schwule und Bisexuelle in der NPD nach dem Vorbild der LSU in der CDU/CSU errichten. Nur entsprechend radikaler als "Lesben undSchwule in der Union" (LSU) soll diese Organisation sein, wie Mölsenerklärt: "Die LSU ist ein Luschenhaufen, wir müssen um ein Vielfachesenergischer sein, wenn wir in der NPD bestehen wollen!" Und damitkönnte es in der Tat schwierig werden, stecken sie doch in einemunangenehmen Zweifrontenkrieg: Die Mehrheit der liberalen deutschenSchwulen attackiert sie von links und die radikalen Heteros in der NPDhetzen wie üblich von rechts.Trotzdem haben Mölsen und seine "Schwulnationale Bewegung" in denletzten Wochen weitere Unterstützung durch Sympathisanten aus der Partei erhalten. Das zeigt, wie groß die Bedrohung auch für die NPDselbst ist: Schon bald könnte es sie zerreißen. Denn Homosexuelle inden eigenen homophoben Reihen, das beschädigt die Glaubwürdigkeitund demontiert das patriarchalische Weltbild. Vor allem, weil es sichnicht nur um Einzelne handeln soll. Mölsen behauptet gar: "In der NPDgibt es mittlerweile mehr Schwule als Frauen." Die Parteispitze gibtsich aber gelassen: "Für dieses Häufchen Hinterbänkler werden wir schon eine Lösung finden!", ließ ein Vorstandsmitglied verkünden."Jetzt heißt es eben mal Arschbacken zusammenkneifen!", ätzte einanderer in Richtung seiner "entarteten Kameraden". Dennoch wirdlangsam auch die große Propaganda-Maschine auf Touren gebracht.Die "Volksschädlichkeit" der als "Kuschelnazis" verunglimpftenhomosexuellen Nationaldemokraten soll unbedingt eingedämmtwerden. Gerüchte wurden gestreut: Das seien keine echten NPDler,sondern von der Antifa eingeschleuste schwule V-Leute, deren Aufgabees sei, die Partei "von innen zu zersetzen", lautet beispielsweise einWeb-Eintrag in einem NPD-Blog."Billige Trickserei", nennt das Hubert Mölsen, den gerade dieBezeichnung "Kuschelnazis" zur Weißglut bringt: "Nichts ist weiter vonder Realität entfernt: Dieses Zerrbild vom weibischen, perversen undunmännlichen Homosexuellen ist der Ausdruck jener Pervertierung, mitder die NPD-Führung unsere homosexuelle Veranlagung zuinstrumentalisieren versucht. Dabei sind gerade Schwule für Führungsaufgaben geeignet und heute so gut wie unverzichtbar imKampf!"
DIEWAHRHEIT
 Aufmarsch der Kuschelnazis
VON RUDOLPH REIMANN
Zartrosa Blüten im braunen Sumpf: Die NPD entdeckt ihreschwule Seite.
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DAS WETTER: DER PULLOVEREinst lebte ein Pulloverhändler. Dieser Pulloverhändler hatte einen Pullover besonders lieb.Das war ein blauer Pullover mit dem Bild einer Katzeund einer Kapuze. Da begab es sich einmal, dassder König des Pulloverhändlers Pulloverhandlungbetrat und ausgerechnet Gefallen an desPulloverhändlers Lieblingspullover fand und diesenPullover unter allen Umständen dem Pulloverhändler abkaufen wollte. Da aber der Pulloverhändler seinenLieblingspullover unter keinen Umständen verkaufenwollte, dachte der König lange nach, bis er sagte:"Na, sooooooo schön ist der Pullover nun auchwieder nicht." Worauf der Monarch diePulloverhandlung stillschweigend verließ. Und der Pulloverhändler wurde mit seinem Lieblingspullover alt und glücklich.tazinfoe-PaperAboAnzeigenGenossenschaftStiftungtazshoptazcafe
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 Aller Kampfeslust zum Trotz könnte sich Mölsen mit seiner Vorreiterrolle in große Gefahr begeben. Das lehrt auch die Geschichtedes ermordeten früheren SA-Chefs Ernst Röhm. Die Legende besagt,dass die SA seinerzeit auch deshalb viele junge schwule Männer anzog, weil ihr Chef seine Homosexualität auf sehr barocke Art undWeise auslebte und damit vielen Schwulen suggerierte, die Naziskönnten nicht so schlimm sein wie behauptet. 1934 unterstellte manRöhm dann einen Putschversuch. In der Nacht zum 1. Juli wurde er während der "Nacht der langen Messer" zusammen mit vielen anderenverhaftet und erschossen - danach war es schlagartig vorbei mitoffener Homosexualität unter den Nationalsozialisten.Hubert Mölsen kennt die Geschichte und will heute - 75 Jahre später -dennoch einen neuen Versuch wagen. Auf die Frage, was er davonhalte, dass sich Adolf Hitler einmal in einer öffentlichen Erklärung hinter den als schwul bekannten Ernst Röhm gestellt hatte, reagiert Mölsenmit einem wissenden Lächeln und der Bekundung: "Der Führer ist für mich ein Vorbild - auch in sexueller Hinsicht!"
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19.04.2009 14:09 | EMPEROR
Ich finde diese Art der Satire einfach nur geschmacklos, ignorant undselbstgerecht. Die taz und Herr Reimann reihen sich ...
02.04.2009 15:31 | DER REBELL
Schwul oder nicht, eines zeigen die Kommentare hier deutlich: WasSatire angeht, gleichen sich Homo- und Heterosexuelle. Vö ...
01.04.2009 14:52 | MARTIN
Ich bin selbst schwul und weder Sozialist noch Antifa und fühle michdurch diesen Artikel diffamiert! ...
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