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Die kulturelle Überformung der Menopause Kopie

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Philosophische FakultätKulturanthropologie/Europäische EthnologieDr. Victoria Hegner Dr. Silke Schicktanz
Die kulturelle Überformung der Menopause
Abschlussarbeit im Fach Kulturanthropologie des Zwei-Fächer-Bachelor-Studiengangs zur Erlangung des Akademischen Grades „Bachelor of Arts“ (B.A.) der Georg-August-UniversitätGöttingenvorgelegt am 31.5.2012von Philip Kiehlaus MindenMatr.-Nr. 20717534
 
1. Einleitung
„Mir scheint in der Tat, dass sich hinter der gegenwärtigen ökonomischen Krise und den großen Gegensätzen undKonflikten, die zwischen reichen und armen Nationen [...] absehbar werden, eine Krise der Regierung abzeichnet. Unter Regierung verstehe ich die Gesamtheit der Institutionen und Praktiken, mittels derer man die Menschen lenkt, von der Verwaltung bis zur Erziehung. [...] Wir stehen vielleicht am Beginn einer großen krisenhaften Neueinschätzung desProblems der Regierung.“(Foucault, 2005)
Gute Forschung bildet sich am Gegenstand. Diese Erfahrung musste ich machen, als ich mich schonim Schreibprozess befand. So war das Kapitel zur Menopause erst völlig anders angelegt; jedochmusste ich feststellen, dass sich die Frage „Was ist die Menopause?“ nicht einfach und schon gar nicht kurz beantworten ließ. Hatte ich naiver Weise geplant, einer kurzen Darstellung der Menopause die Forschungsergebnisse folgen zu lassen, so befand ich mich bereits nach wenigenSätzen mitten in einer Kontroverse.Doch von vorne. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Menopause. Sie fragt allerdings nicht nachHormonwerten. Vielmehr dreht sie sich um die kulturellen Dimensionen der Menopause. Denn eszeigt sich, dass die Menopause jenseits medizinischer Kategorien Schnittpunkt mehrerer, quer zueinander liegenden Kontroversen ist.
1.1 Fragestellung
Ein Grund, warum mich die Menopause als Thema reizte, war die Anknüpfbarkeit an andereDebatten, insbesondere aus dem Gebiet der Science and Technology Studies. Ich wollte keinePhänomenologie betreiben, ich wollte das Verhältnis von Körpern, Gesellschaft und Ökonomieausloten. Ich musste allerdings bald feststellen, dass dieses Arbeiten zu einem unkontrolliertenKonvolut von Theorien führte. Bei einer kritischen Revision meiner Vorannahmen undHerangehensweisen blieb das Spannungsfeld Medizin und Gesellschaft bestehen.Wie bereits festgestellt, gibt es auf die Frage „Was ist die Menopause?“ keine valide Antwort, zuvielfältig sind die individuellen Erfahrungen. Wonach sich allerdings fragen lässt, ist der gesellschaftliche Umgang mit der Menopause. Hier zeigen sich kulturelle Muster, welche nicht auf die Menopause beschränkt sind, hier aber eine besondere Wirkmächtigkeit entfalten. Medizinübernimmt dabei sowohl als Legitimationshilfe sozialer Kontrolle als auch als
 Heilsbringer 
eine besondere, ambivalente Rolle.
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