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Web 2.0 als Basistechnologien für CSCL-Umgebungen

Web 2.0 als Basistechnologien für CSCL-Umgebungen

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Vorabversion
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Vorabversion – die finale Version ist erschienen in: CSCL-Kompendium 2.0. Haake, J.,Schwabe, G., Wessner, M. (Hrsg.). 2012. Oldenbourg, München, S. 97-111
2.2 Kapitel 2.2: Web 2.0 als Basistechnologien für CSCL-Umgebungen
Martin Ebner 
1
, Anja Lorenz
2
 
1
Technische Universität Graz,
2
Technische Universität Chemnitz
1
 
Einleitung
 Nach der Dotcom-Blase und der damit verbundenen ersten abflauenden Euphorie gegenüber den Potentialen des World Wide Webs wurde im Jahr 2004 ein neuer Begriff postuliert:
Web 2.0
. Dieser beschreibt aber keinen technologischen Versionssprung, sondern den Um-gang der Nutzer/innen durch deren aktive Beteiligung. Es entstehen immer mehr Dienste undApplikationen, die eine Einbeziehung der Nutzer/innen ermöglichen und es so immer einfa-cher machen, im World Wide Web zu partizipieren und eigene Inhalte zu publizieren. Indiesem Beitrag wird eine erste grobe Übersicht über die wichtigsten Applikationen gegebensowie deren typische Merkmale herausgearbeitet. Ziel ist es, eine Grundlage für nachfolgen-de Kapitel zu geben, welche die speziellen Ausprägungen der Anwendungen in CSCL-Umgebungen darlegen.
2
 
Web 2.0 und Social Software
2.2
 
Web 2.0
Anders, als es die Versionsnummer vielleicht erwarten lässt, ist das
Web 2.0
kein „neuesInternet“, das entwickelt wurde, um das alte zu ersetzen. Der Begriff ist bei einem Brain-storming zwischen O’Reilly, bekannt als Fachverlag für IT-Themen, und MediaLive Interna-tional, Organisator von Veranstaltungen im IT-Bereich, entstanden (O'Reilly, 2007, S. 17), bei dem ein geeigneter Name für eine Konferenz gesucht wurde, die heute unter dem Namen
Web 2.0 Summit 
 bekannt ist (siehe Web 2.0 Summit, 2011). Der dazu entstandene Blogein-trag von Tim O’Reilly (O'Reilly, 2005), 2007 als Journalartikel veröffentlicht (O'Reilly,2007), erläutert die Besonderheiten der veränderten Internetnutzung durch neue Anwendun-gen und den damit eingeläuteten Paradigmenwechsel im Umgang mit dem Internet. Diewichtigsten Aspekte sind dabei User Generated Content, die dabei entstehenden Nutzernetz-werke, der Zuwachs an (Meta-)Daten und die Bereitstellung von Diensten anstelle des Ein-satzes von Werkzeugen.
Inhaltserstellung durch die Nutzer/innen: User Generated Content.
Während die Erstel-lung von Webinhalten lange Zeit denen vorbehalten war, die zumindest Kenntnisse in HTMLund Internetprotokollen hatten, ist dieses Wissen für die Web-2.0-Anwendungen nicht mehr nötig, da diese nutzerfreundlicher und vor allem einfacher geworden waren (Back, Gronau,& Tochtermann, 2009, S. 3; Schaffert & Wieden-Bischof, 2009, S. 17ff). Nun war es jedem
 
 möglich, ohne diese tiefere Kenntnis Beiträge auf Webseiten, z. B. in Form von Wiki-,Blogeinträgen oder Kommentaren, zu hinterlassen. Die Webseiten gewinnen damit ständigan Aktualität und werden für die Leser/innen relevanter (Kerres, 2009, S. 3f). Diejenigen, diefrüher also „nur“ gelesen haben, werden zu „Prosumern“ (Toffler, 1980, S. 283), also selbstaktiv (siehe Abbildung 1), was auch im CSCL Möglichkeiten zur unmittelbaren Beteiligungder Lernenden eröffnet.
 
 Abbildung 1: Nutzerrolle in Web 1.0 und Web 2.0 (vgl. Trump, Klingler, & Gerhards, 2007, S. 9)
Nutzernetzwerke.
O’REILLY bezeichnet die bei der Nutzerbeteiligung entstehenden Netz-werke als einen zentralen Aspekt der Web-2.0-Ära (O'Reilly, 2007, S. 24). Durch die Kom-munikation der Autoren und Autorinnen mit den Leser/innen – auch über Webseiten hinweg – entstehen Autorengemeinschaften (Trump, Klingler, & Gerhards, 2007, S. 12), in denensich jede/r Nutzer/in aus einer individuellen Motivation heraus beteiligt. Die Gemeinschaftwurde also weder formell gegründet, noch haben die Autorinnen und Autoren fest definiertegemeinsame Ziele oder Interessen (Koch & Richter, 2008, S. 7). Hierdurch sind Nutzernetz-werke auch stark von
Online-Communities
zu unterscheiden, welche sich aus gemeinsamenBedürfnissen, Absichten oder Interessen heraus bilden (Schaffert & Wieden-Bischof, 2009,S. 11f), und können eher mit dem im CSCL angesiedelten Konzept der Communities of Practice (Lave & Wenger, 1991, S. 30) verglichen werden. Mit Nutzerprofilen bieten vielePlattformen ihren Nutzern und Nutzerinnen die Möglichkeit, sich selbst darzustellen und mitanderen zu kommunizieren. Beiträge und Kommentare werden mit diesem Profil verknüpftund erhalten so einen persönlichen Aspekt (Schmidt, 2006, S. 39). Die Profile können durch
 Freundschaften
,
 Kontakte
oder 
 Follower 
auch oft explizit miteinander verknüpft werden und bilden ein soziales Netzwerk, dessen Verbindungen unterschiedlich stark sein können (vgl.Granovetter, 1973). Das Web 2.0 ist keine reine technologische, sondern vor allem einesoziale Revolution, die auf dieser Nutzerbeteiligung und -vernetzung basiert (Downes,2005).
(Meta-)Daten.
Neben der gewachsenen Anzahl datengetriebener Anwendungen (vgl. Back,Gronau, & Tochtermann, 2009, S. 3), beispielsweise zum Austausch von Fotos und Musik oder für Nutzerprofile, sind es vor allem die Metadaten(-banken), die Informationen oder Dienste aufwerten (O'Reilly & Battelle, 2009, S. 4). Durch sie können die Inhalte durchsuchtund gefiltert werden.
Dienste statt Werkzeuge.
Nachdem das „Web 1.0“ hauptsächlich aus HTML-Dokumenten bestand, die durch Hyperlinks verbunden waren, werden Anwendungen immer mehr direktüber das Internet zur Verfügung gestellt. Aus dem
Web of Hyperlinks
entwickelt sich ein
Web of Applications
(Ebner, 2010; Tuchinda, Szekely, & Knoblock, 2008). Die benötigtenOperationen werden nicht auf dem Anwender-PC, sondern von einem Webservice ausgeführt(O'Reilly, 2007, S. 18ff). Die serverseitige Software wird dabei kaum noch als ein Produkt,sondern immer mehr als eine Dienstleistung betrachtet, die teilweise über mehrere Anbieter 
 
Vorabversion – die finale Version ist erschienen in: CSCL-Kompendium 2.0. Haake, J.,Schwabe, G., Wessner, M. (Hrsg.). 2012. Oldenbourg, München, S. 97-111hinweg bereitgestellt wird (Trump, Klingler, & Gerhards, 2007, S. 12), ständig verfügbar istund die technischen Barrieren bis zur Anwendung oft auf eine Anmeldung bei dem Anbieter reduziert. Die Webangebote werden dabei ständig – auch mehrmals täglich – aktualisiert undweiterentwickelt, was ihnen den Ruf einbrachte sich in einem fortwährenden „Beta-Status“zu befinden (O'Reilly, 2007, S. 30).
2.3
 
Social Software
Web-2.0-Anwendungen werden dann als
Social Software
bezeichnet, wenn sie Interaktioneninnerhalb einer Nutzergemeinschaft gezielt unterstützen (Koch & Richter, 2008, S. 12). Sieermöglichen das Finden, Herstellen und Vertiefen sozialer Kontakte und bringen so Men-schen miteinander in Beziehung, während im „Web 1.0“ vor allem Verbindungen zwischenDaten durch Hyperlinks hergestellt wurden (Baumgartner, 2006, S. 2f). Dabei ist SocialSoftware selbst per se nicht sozial, sondern wird es erst durch den gemeinsamen Gebrauchder Nutzer/innen (Schmidt, 2006, S. 38). Hierzu muss der Funktionsumfang einfacher HTML-Seiten unter Verwendung verschiedenster Web-Technologien, wie PHP, Ajax oder REST erweitert werden. Für einen tieferen Einblick in Webtechnologien verweisen wir auf SAFRAN, LORENZ & EBNER (2011). KOCH UND RICHTER unterscheiden drei Basis-funktionen, die von Social Software mehr oder weniger unterstützt werden (Koch & Richter,2008, S. 54ff):
 
Das
 Identitäts- und Netzwerkmanagement 
stellt Funktionalitäten zur Selbstdarstellung inden Nutzerprofilen und Aufbau von Kontaktnetzwerken bereit.
 
Ein
 Informationsmanagement 
bringt Personen mit den von ihnen erstellten Inhalten inBeziehung und erlaubt ihnen das Finden, Bewerten und Verwalten von Inhalten.
 
Zudem stellt Social Software Möglichkeiten zur 
 Interaktion und Kommunikation
mitanderen Personen bereit, um die Netzwerkbildung zu unterstützen.Die Frage, was nun genau zu Social Software gehört, ist stark umstritten. KOCH UNDRICHTER unterscheiden Weblogs, Wikis (Gruppeneditoren), Social-Tagging-und -Bookmarking-Anwendungen, Social-Networking-Anwendungen und Instant Messagingals Anwendungsklassen von Social Software (Koch & Richter, 2008, S. 13). BAUM-GARTNER zählt dagegen Wikis, Podcasts, Instant Messanger und Weblogs nicht dazu, dasie nicht zwingend zur Bildung sozialer Netzwerke führen (Baumgartner, 2006, S. 4f). Es besteht aber eine weit verbreitete Einigkeit darüber, dass die Personennetzwerke in SocialSoftware von den Nutzerinnen und Nutzern selbst (
bottom-up
) und nicht wie in Groupwarevon einer organisierenden Instanz (
top-down
) gebildet werden (Koch & Richter, 2008, S.20).Wir möchten beide Aspekte kombinieren, um auch zukünftigen Entwicklungen Raum zulassen. In Abbildung 2 stellen wir die Basisfunktionen nach KOCH & RICHTER als dreiKanten eines Würfels dar, in dem Weblogs, Wikis usw. einen Teilbereich einnehmen.Weblogs zeichnen sich durch die Möglichkeit der Kommunikation und des Informationsma-nagements aus, jedoch bieten sie nur wenig Möglichkeit sich mit anderen Personen zu ver-netzen. Ähnlich ist es bei Wikis, die zunächst Informationsträger sind. Erst in den letzten

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