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Wie Wir Unsere Kinder Aus Der Kreidezeit Befreien

Wie Wir Unsere Kinder Aus Der Kreidezeit Befreien

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06/19/2012

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Die größtenAgenturen für Mobile- undApp-Entwicklung
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Flipped Classrooms:Wiewirunsere Kinder aus der Kreidezeitbefreien
vonStephan Bayer 
19.06.12 Deutschland vergeudet seine Bildungsressourcen.Statt unsere Kinder auf dieInternet-Zukunftvorzubereiten,hältdieunheiligeAllianzaus Lernmittel-Industrieund16-fachem Postkutschen-Förderalismus unsere Schuleninder Kreidezeit.Dabei gibtesmit Flipped-Classroom-Strategien längstAnsätze,deutsche Schulenauf dieGegenwart vorzubereiten undfür diedigitaleZukunftfitzumachen.EinblickeindieDigitaleSchulevonmorgen undneue VisionenvonzukunftsfähigerBildung.
 
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Das familiäre Fotoalbum im Bücherschrank wirkt auf die jugendlichen Betrachter heutzutage fastantikgegen den digitalen Bilderrahmen auf dem Bücherschrank - der per W-LAN automatisch dieneuesten Fotos ins Wohnzimmer strahlt.Videorecorder geraten,als Staubfänger umfunktioniert,inVergessenheit und das analoge Fernsehen ist endgültig von der Bildfläche verschwunden.Wasbleibt,ist die Erkenntnis,dass die Digitalisierung nahezu alle Bereiche des Lebens verändert. Auch unsere Schulen spüren diesen Trend und reagieren - langsam.Bevölkert von jenen,die ganzselbstverständlich in diese neue digitalisierte Welt hineinwachsen ,scheint der sonst alles zuvereinnahmende Trend ausgerechnet hier im feinen Sand der Tradition zu verlaufen.Der selbstverständliche Umgang mit dem Handy auf dem Pausenhof kollidiert in nahezu paradoxer Selbstverständlichkeit mit dem Bild des Lehrers vor einer grünen Tafel,ausgestattet mit Kreide,Zeigestock und Klassenbuch.Medienmogul Rupert Murdoch kennzeichnet den gegenwärtigenBildungsmarkt in einem Essay als "Digitals next frontier".Doch die angelsächsischen Bildungsmärktesind traditionell fortschrittsfreundlicher als der deutsche.Genauer:Als die 16 (Landes-) plus der eine(bundesweite) deutschen Bildungsmärkte.Sicher ist,dass das Internet als ein maßgeblicher Katalysator wirkt.Als universales Medium zumLernen sowohl im Unterricht als auch zuhause,wird es sich in den kommenden Jahren weiter etablieren.Mehr noch:Es liefert das Potenzial,trotzschrumpfender Bildungsetats den Traum von individueller Förderung für eine breite soziodemografische Bevölkerungsschicht möglichzu machen,Lehrer zu entlasten und zugleich akademische und schulische Bestleistungen zu erreichen,während der Schulalltag auch für die Eltern nachvollziehbarer wird.Damit ergibt sich eine diskutable These,welcher in diesem Beitrag anhand der Betrachtung von zweibisher relativ unabhängigen Konstrukten nachgegangen werden soll:Vormittagsmarkt und Nachmittagsmarkt.
1.Der Vormittagsmarkt:
Staatlich regulierter B-to-B-Markt mit großem Potenzial
ImVormittagsmarkt stehen das Unterrichten im Klassenverband und alle damit zusammenhängenden Methoden und Materialien imVordergrund .So haben sich etwa die Unterrichtsmethoden an deutschen Schulen in den vergangenen Jahren in großen Teilen verändert.Vergleichsweise ofttauchen nun Gruppenarbeiten ,Präsentationen,eigenständige Rechercheaufgaben und andere Schwerpunkte imLehrplan auf,womit die Entwicklung einer selbstbewussten Schülerpersönlichkeit gefördert wird.Nahezu unverändert ist jedoch der Einsatzvon neuen Medien im Unterricht geblieben .Noch immer sind Bücher und - seit einigen Jahren in überschaubarem Maße -interaktiveWhiteboardsneben der klassischen Tafel und Schwarz-Weiß-Kopien die gängigen Tools.
Der FlippedClassroom verändert dieRolledes Lehrers im Unterricht
Neue Impulse zur Veränderung des klassischen Unterrichts lieferten vor wenigen Jahren die amerikanischen Lehrer Aaron Sams und
Schüler im Flipped Classroom, bei dem sichdie Schüler eigenständig zuhause auf denUnterricht vorbereitenBild: Sofatutor 
 
Jonathan Bergmann mit der Entwicklung der so genannten "Flipped Classroom"-Methode:Das Prinzip des herkömmlichen Unterrichtswird dabei einfach "umgedreht".Schüler bereiten sich zuhause eigenständig auf die im Unterricht behandelten Themenbereiche vor,indemsie etwa entsprechende Online-Lernvideos ansehen und sich den Stoffauf diese Weise aneignen.Die eigentliche Unterrichtsstunde wirdnicht wie zuvor größtenteils durch Monologe des Lehrers an der Tafel gefüllt,sondern stattdessen zum gemeinsamen Aufarbeiten,Problemlösen und Diskutieren genutzt. Auf diese Weise verbleibt der Lehrer nicht in der Rolle des alleinigen zentralenWissensvermittlers,sondern wird als Moderator und Mediator des Lernprozesseszum individuellen Lernpartner des Schülers.Damit bietet diese LernmethodeLehrern und Schülern gleichermaßen Vorteile,erleichtert sie doch die Arbeit desLehrers und führt durch die individuelle Betreuung des Schülers zu mehr Effektivität des Unterrichts.Es braucht nicht viel Fantasie,um sich vorzustellen,wie der Beliebtheitsgrad desMathematiklehrers bei den Digital Natives in die Höhe schnellt,sobald der stattdeseinsamen,monotonen Rechnens von Aufgaben aus dem Mathematikbuch dieeigenständige Herleitung der Lösungswege mit Hilfe von motivierendenOnlinevideos als Hausaufgabe aufgibt.Das liegt nicht zuletzt an den eindeutigenVorteilen,die das Medium "Video" mit sich bringt:Bewegtbilder können oftkomplexe Sachverhalte greifbar und verständlich visualisieren und zugleich aktivin Lernprojekte oder Tests integriert werden.
Medienklassen als erfolgreiches Projekt
Ein gelungenes Praxisbeispiel ,wie neue Lernmethoden dieser Artauch in dendeutschen Schulalltag eingebettet werden können,ist der Aufbau vonMedienklassen am Berliner Archenhold Gymnasium,in denen jeder Schüler dieser Klassen mit einem Netbook ausgestattet ist.An drei Tagen in der Woche nutzen dieSchüler ihr Netbook gleichberechtigt zu den klassischen Lern- und Lehrmethodenim Unterricht und bei den Hausaufgaben .Die Lehrinhalte können in vielfacher Weise vermittelt werden,gewinnen durch interaktive Elemente an Attraktivitätundsteigern zudem die Medienkompetenz und die Fähigkeit des eigenständigen Arbeitens der Schüler.Durch die Vernetzung kann dabei ein projektorientierter undauf gezielte Zusammenarbeit ausgerichteter Unterricht umgesetzt werden,der indieser Form früher nicht möglich gewesen wäre.
Rollenwechsel: Vom Dozenten zum Lernpartner 
ImKern steht das Flipped-Classroom-Modell damit dem klassischenFrontalunterricht entgegen und ebnet zugleich den Weg eines digitalisiertenVormittagsmarktes,welcher zunehmend ohne schwere Bücher und Zettelwirtschaftauskommt.Diese Entwicklung verlangt nach einer weitreichenden Anpassung andie Mediennutzungs - und Lerngewohnheit der Digital Natives durch die Lehrer,welche ihren Unterricht dementsprechend gestalten und ihre Dozenten-Rollegegen die eines aktiven Lehr- und Lernpartners eintauschen müssen.
Lernmanagementsysteme (LMS) verbindenSchüler,Lehrer undEltern online
Gegen die an deutschen Schulen bestehende Zettelwirtschaft aus Lehr- undKlassenbuch,Hausaufgabenheft und Aktenordner,sprechen vor allem auch die andeutschen Hochschulen bereits festetablierten Lernmanagementsysteme wieMoodle,CLIX oder Blackboard.Professoren veröffentlichen dort ihrePräsentationsfolien online.Darüber hinaus ist der Reader digital im nicht-öffentlichen Bereich des Seminars verfügbar,Studenten können in internenThreads relevante Themen diskutieren und ihre Essays hochladen.Unternehmen setzen mit Projektmanagement-Tools wie Asana,Basecamp und Co.auf ähnliche Softewarelösungen ,um Teamarbeit online abzubilden .Doch in denSchulen finden sich vergleichbare Anwendungen bisher nicht.Dabei lassen sichsolche Systeme genauso gut in den Vormittagsmarkt der Schule integrieren undhaben damit das Potenzial,auch den Schulalltag für Lehrer und Schüler effizienter zu gestalten.Hausaufgaben ,Stundenplan,Klassenarbeitstermine ,Notendurchschnitt oder Vortragsthemen könnten online eingesehen undkoordiniert werden.
 
Zusatzinformationen zum Unterrichtsstoff würden digital verschickt werden undEltern könnten eingebunden werden,um regelmäßig über den aktuellen Stand auf dem Laufenden zu bleiben und somit mehr von ihren Kindern zu erfahren,als im jährlichen Elterngespräch mit dem Klassenlehrer.Die Einführung einer an denSchulalltag angepassten LMS-Lösung als Standard im Schulbetrieb ist damit über kurz oder lang nur die logische Konsequenz einer zunehmend digital organisiertenGesellschaft.
Ungedeckter Kostenfaktor hemmt die Entwicklung
Wer das Klassenzimmer verändern möchte,muss allerdings einige Hürdennehmen und die Zustimmung von den für die Freigabe von Unterrichtsmaterialienzuständigen Kultusministerien,Schuldirektoren,Lehrern und nicht zuletzt auchEltern einholen,um mit seinem Produkt den Vormittagsmarkt betreten zu können.Imdirekten Verkauf bestehen Hemmnisse.So stehen die Entscheidungsträger inden Schulen aktuell noch vor dem Problem,dass der Kauf von digitalen Produktenzunehmend mit "SaaS-Modellen" verknüpft ist,für deren Service regelmäßig einenutzungsabhängige Gebühr fällig wird - ein Kostenfaktor,für den noch keine festenBudgets in öffentlichen Schulen zur Verfügung stehen.Aus diesem Grund warteneine Handvoll Unternehmen,welche mit ihren LMS bereits im Hochschulmarkt undteilweise auch im Ausland etabliert sind,inzwischen seit einigen Jahren darauf,dass der Markt sich entwickelt.
EBook-Reader undClassmate-PCs gewinnenan Bedeutung
Neben der Gestaltung und Organisation des Unterrichts,nehmen auch diegenutzten Unterrichtsmaterialien einen entscheidenden Stellenwert im Rahmender Digitalisierung des Vormittagsmarktes ein.ImEinzelnen geht es hier vor allemum das klassische Lehrbuch als Gegenpol zum modernen E-Book.Lange eher einNischenmedium ,schlägt die Umsatzkurve für E-Books auch wegen deninzwischen ausgereiften und weitreichenden Möglichkeiten zur mobilen Rezeption,etwa durch Kindle oder iPad,seit 2011 steil nach oben aus.Insofern sind dievergleichsweise preiswerteren digitalen Buch-Versionen inzwischen ein ernst zu nehmendes Thema in der Verlagsbranche und erfreuensich stetig steigender Nutzerzahlen.Insbesondere mit Blick auf die Schule gewinnt dieses Thema an Bedeutung.Schließlich verringern E-Books nicht nur die Ausgaben der privaten Haushalte für Lehrbücher,sondern vor allem auch das Gewicht der Schultaschen unserer Schüler - ein vor allem bei Schulanfängern seit vielen Jahren diskutiertes gesundheitliches Problem.Soweit zur Theorie.Doch abgesehen von ersten Ansätzen,wie sie etwa im genannten Berliner Beispiel existieren,sucht man in der Praxis nochvergeblich nach der deutschen Schule,die komplett auf iPads,Kindles oder Classmate-PCs umgerüstet hat.
Schüler tragen schwer an dendigitalenBildungslöchern
Ganz anders stellt sich die Situation in den USA dar,wo manche Schulen ihren Unterricht bereits ausschließlich mit Tablets gestalten.Laut Apple verwenden ca.1,5 Millionen Schüler in den USA ein iPad.Auch Südkorea hat bereits 2011 die Digitalisierung ausgerufen und plantbis 2015 sämtliche Schulbücher durch Smartphones und Tablet-PCs zu ersetzen.In der Türkei möchte die Regierung in den nächsten vier Jahren sogar 15 Millionen Tablet-PCs für Schulen anschaffen.Soweit ist die Entwicklung in Deutschland (noch) nicht.Ursache dafür sind vor allem auch begrenzte oder fehlende finanzielle Mittel der Schulträger,denn in keinem Bundesland gibt es derzeit eigene Budgets nur für digitale Bildungsmedien .Deutsche Schüler tragen daher nach wie vor täglich kiloweise Totbaum-Bücher mit sich herum.Ein anderer,wichtiger Aspekt,sind die Kosten für Lehrbücher und Arbeitshefte,dieEltern zu Beginn jedes Schuljahres in die ausgedruckte Unterrichtsausstattung ihrer Kinder investieren.ImRahmen der Elternbeteiligung der Lehrmittelfreiheit müssenEltern je nach Bundesland und Regelung bis zu 160 Euro pro Schuljahr an privatenKosten für die Lern- und Lehrmaterialien tragen.Hinzu kommt die schwierigeSituation auf dem Schulbuchmarkt:Aufgrund der demografisch bedingten,sinkenden Schülerzahlen sowie den zum Teil reduzierten öffentlichen Ausgaben für Lehrmittel sind die Umsätze seit Jahren rückläufig.Das digitale Lehrbuch ist damit ein Thema,mit dem sich derzeit alleBildungsmedienverlage auseinandersetzen .Das wurde auch auf der weltweitgrößten BildungsmesseDidactadeutlich,wo 27 Bildungsmedienverlage ihreersten Lösungen für digitale Lehrbücher präsentierten.Die bestehendeLehrbuchindustrie hat dennoch wenig Anreiz,diese Situation zu ändern.Denn mit der Umstellung von Print auf E-Book schrumpft der Umsatz pro verkaufte Einheit.Hintergrund ist die geringere Zahlungsbereitschaft der Nutzer für E-Books im Vergleich zu Printprodukten.
Bild: Sofatutor Netbookklassenzimmer am Berliner Archenhold Gymnasium,Bild: Sofatutor 

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