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LDK Hagen März 2009
OrdentlicheLandesdelegiertenkonferenzHagen 20.-22.3.2009
 
Beschluss
TO-Gegenstand:
 
Bildung
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Für das Recht auf die beste Bildung für alleBildungsoffensive NRW:Ein starkes Land braucht alle Talente
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1. Neun Jahre PISA - vier Jahre schwarz-gelb in NRW: Unser Schulsystembleibt ungerecht und leistungsfeindlich
Neun Jahre nach der ersten PISA-Studie und ihren ernüchternden Ergebnissenbelegen internationale Vergleichsstudien immer wieder die Qualitätsmängel und
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die fehlende Chancengleichheit in unserem Bildungssystem. Die Leistungen dernordrhein-westfälischen Schülerinnen und Schüler sind unterdurchschnittlich; nurwenige erreichen Spitzenleistungen. Dagegen ist der Anteil der Jugendlichendramatisch hoch, die nach der Schule nicht die Kompetenzen mitbringen, eineAusbildung erfolgreich beginnen und abschließen zu können. Es ist ein
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gesellschaftspolitischer Skandal, dass die Bildungschancen maßgeblich von dersozialen Herkunft abhängen und insbesondere die Integration von Kindern undJugendlichen mit Migrationshintergrund erschreckend schlecht gelingt.Ein Schulsystem, das soziale Ungleichheiten festigt oder gar verstärkt, verliert
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seine demokratische Legitimation. Den Schulen im vielgliedrigen Schulsystemgelingt es nicht, alle Kinder ihren individuellen Fähigkeiten gemäß optimal zufördern. Damit werden persönliche Lebenschancen vertan. Es werden aber auchPotentiale vergeudet, auf die wir in unserer Demokratie mit Blick aufgesellschaftliche Teilhabe, auf die wirtschaftliche Entwicklung und die
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Innovationsfähigkeit unseres Landes nicht verzichten können. In unseren Schulenkönnen Kinder und Jugendliche ihre Potentiale nicht voll entfalten, damit ist unsergegliedertes Schulsystem nicht nur ungerecht, sondern auch leistungsfeindlich.Durch das Aussortieren und Aussondern werden Kinder und Jugendlicheabgehängt und beschämt.
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Die schwarz-gelbe Schulpolitik hat die Probleme unseres Bildungssystems weiterverschärft. Die zwangsweise Abschaffung der Grundschulbezirke verstärkt diesoziale Spaltung, die verkorkste Schulzeitverkürzung produziert mehr Schulangst.Das Chaos beim Zentral-Abitur oder das Hickhack um die - pädagogisch sowieso
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unsinnigen – Kopfnoten zeigt, dass sich die Landesregierung von einer seriösenBildungspolitik längst verabschiedet hat.Die massive Chancenungleichheit in unserem Bildungssystem wird von derLandesregierung tatenlos hingenommen und damit festgeschrieben. Vor dem
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Hintergrund einer sich intensivierenden Diskussion um die Zusammenführung derverschiedenen Bildungsgänge im Rahmen von Gemeinschaftsschulen hat die CDUeine unverantwortliche Blockadehaltung eingenommen und sich komplett in die
 
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Schützengräben längst vergangener Schulkämpfe der siebziger Jahreverbarrikadiert.
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Die FDP will die Ellenbogenmentalität ihrer Wirtschaftspolitik auch auf Schulenübertragen. Aber Schulen erziehen und bilden Kinder und Heranwachsende, siesind keine Unternehmen, die man im freien Wettbewerb aufeinanderhetzen kann.Der Vorschlag der FDP für eine "Regionale Mittelschule" ist durchsichtig. Es geht
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ihr mitnichten um die Probleme der Schülerinnen und Schüler an Hauptschulen.Die FDP zielt auf eine Zwei-Klassen-Bildung. Sie unterstützt elitäre Privatschulen,koppelt das Gymnasium von qualitativer Schulentwicklung ab, will denGesamtschulen die Oberstufen nehmen und schafft mit ihrer schlichtenZusammenlegung von Haupt-, Real- und Gesamtschulen eine neue Schule zweiter
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Klasse.Bezeichnender Weise wird die Problematik der Förderschulen systematisch in denBildungsdebatten ausgeblendet. Dabei sprechen Studien auch hier eine klareSprache. Trotz der ausgezeichneten pädagogischen Arbeit vieler Förderschulen,
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die mit ihren Konzepten individueller Förderung wegweisend für die Regelschulensein sollten, führt der Besuch einer Förderschule nicht dazu, dass sich derEntwicklungsabstand der Förderschülerinnen und Förderschülern zu den Kindernin der Regelschule verkleinert; das Gegenteil ist der Fall. Die Förderschulen sind"Schonraumfallen".
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All das zeigt: Wer die Leistungsfeindlichkeit und die soziale Ungerechtigkeit imSchulsystem wirklich ändern will, muss Schule von Grund auf neu denken. Wirbrauchen endlich einen Aufbruch in ein gerechtes und leistungsorientiertesBildungssystem. Als GRÜNE wollen wir die Perspektive des Schulsystems
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verändern: Nicht die Frage, ob das Kind zur Schule passt, darf länger imVordergrund stehen. Unsere Frage lautet: Welche Schule brauchen Kinder, um ineiner Wissensgesellschaft die optimale individuelle Förderung zu erhalten und fürdie Zukunft gerüstet zu sein?
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2. Die Schule der Zukunft:Vielfältig – leistungsfähig - gerechtI. Die Zukunft der Schule beginnt jetzt
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Es ist Zeit für eine echte Bildungsoffensive in Nordrhein-Westfalen. UnsereSchulen müssen sich konsequent auf individuelle Förderung statt Aussortierenumstellen. Die skandinavischen Länder machen vor, dass Chancengleichheit undbessere Leistungen die beiden Seiten einer Medaille in einem integrativen
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Schulsystem sind.Als Grüne wollen wir Schulen, in denen kein Kind beschämt und zurückgelassenwird. Die Vielfalt und die Verschiedenheit sind eine Chance für den Bildungserfolgfür alle Schülerinnen und Schüler. Die Wertschätzung jedes einzelnen Schülers
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und jeder einzelnen Schülerin und die produktive Arbeit mit einer heterogenenLerngruppe sind die Grundlagen jeder individuellen Förderung. Die gute Schulezeichnet sich deshalb durch eine Kultur der Anerkennung und Wertschätzung vonVerschiedenheit aus. Wir haben einen ganzheitlichen und umfassendenBildungsbegriff, der Bildung auch jenseits der ökonomischen Verwertbarkeit als
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einen Wert an sich sieht. Kinder sollen nicht nur „Lesen, Schreiben, Rechnen“lernen, sondern auch singen, musizieren, malen, sich bewegen und viele mehr;kurz: lernen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
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II. Unser Ziel: eine gemeinsame Schule für alle Kinder - leistungsstark undgerecht
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Das vielgliedrige Schulsystem ist schon lange an seine Grenzen gestoßen. Esfördert weder die starken noch die schwachen Schülerinnen und Schüler so wie esnötig und möglich wäre. Die frühe und meist endgültige Trennung der Kinder in dieverschiedenen Schulformen wird zunehmend von den Eltern nicht mehr akzeptiert.
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Bessere Förderung und damit bessere Leistungen sind nicht durch das Sortierenneunjähriger Kinder zu erreichen, sondern nur durch eine neue Lernkultur. Eskommt darauf an, eine neue Lernkultur mit einer förderlichen neuen Schulstrukturzu verbinden. Individuelle Förderung, nicht mehr das Aussortieren muss die Schuleprägen. Das Ziel ist der Abbau aller Lernbarrieren und eine gemeinsame Schule
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aller Kinder bis zum Ende der Pflichtschulzeit. Eine Schule der Sekundarstufe II,die zur Fachhochschul- oder allgemeinen Hochschulreife führt bzw. einberufsbildendes Profil anbietet, schließt sich an.Wenn wir als Grüne von einer Schule für alle Kinder sprechen, schließt dies Kinder
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und Jugendliche mit Behinderung ausdrücklich ein. Wir streben ein inklusivesSchulsystem an, wie es auch von der UN-Konvention über die Rechte vonMenschen mit Behinderung eingefordert, in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen aber noch nicht einmal in den Grundzügen umgesetzt wird.Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung müssen als ersten Schritt endlich
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einen Rechtsanspruch auf gemeinsamen Unterricht in allen Schulstufen undSchulformen haben.Die Verwirklichung dieses Rechtsanspruches muss mit einer deutlichenVerbesserung der Rahmenbedingungen einhergehen. Schulen müssen personell
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und räumlich so ausgestattet werden, dass die individuelle Förderung derSchülerinnen und Schüler mit Behinderungen auch umgesetzt werden kann.Ein integratives Schulsystem kann nur von unten und mit einer größtmöglichen
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Einbindung der Beteiligten vor Ort wachsen. Ein integratives Schulsystem kannunter landespolitischer Rahmen- und Zielsetzung nicht entstehen, indem eineLandesregierung einen Schalter umlegt; vielmehr setzen wir auf eine Prozess, dervon den Kommunen ausgeht. Wir sind uns sicher: Wenn die bestehenden zentralvorgegebenen Schranken der Schulformen geöffnet werden, dann wird das
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verkrustete Schulsystem in NRW aufgrund des demographischen Wandels, desSchulwahlverhaltens der Eltern und der zunehmenden kommunalpolitischenBedeutung zu einem System mit längeren gemeinsamen Lernwegen verändern.Unsere Zielperspektive ist ein Schulsystem, das nicht aussondert. Statt dieSchlachten der Vergangenheit zu schlagen, machen wir pragmatische
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Schulentwicklung möglich. Wir spielen die Schulformen nicht gegeneinander aus,sondern brauchen die Stärken aller Schulformen in der neuen Schule, damit sie füralle Kinder wirksam werden können. Wir wollen jedes Jahr mindestens zehnProzent der Schulen gewinnen, sich auf den Weg zur neuen Reformschule zumachen. Den Prozess hin zu einem integrativen Schulsystem wollen wir aktiv
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unterstützen. Zentral sind folgende Maßnahmen:
 
Wir lassen die Schule im Dorf und stärken die Rolle der Kommunen in derSchulentwicklung
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Die nordrhein-westfälischen Kommunen haben in den vergangenen Monateneindrücklich dokumentiert, dass sie ihre Verantwortung in der Bildungspolitikwahrnehmen und angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen auchausbauen wollen. Neben dem Interesse vieler Städte und Gemeinden an der
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