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Offene Bildungsressourcen:frei zugänglich und einsetzbar 
von Martin Ebner (Technische Universität Graz, BIMS e.V.) und Sandra Schçn(Salzburg Research Forschungsgesellschaft, BIMS e.V.)
Open Educational Resources · Lernobjekte · Lehrunterlagen · Arbeits-blätter · Urheberrecht
Offene Bildungsressourcen (engl. Open Educational Resources, kurz OER)sindfreizugängliche,nutzbareundhäufigauchmodifizierbareOnline-Res-sourcen für das Lernen und Lehren. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts be-ganndasThemamiteinerzunehmendenZahlanProjekten,BerichtenundMitwirkenden immer bekannter zu werden. Zahlreiche Argumente, unteranderem bildungspolitische, didaktische wie auch wirtschaftliche, spre-chen dafür, sich an der Erstellung von OER zu beteiligen. In diesem Beitragwerden ausgewählte OER-Initiativen und -Projekte vorgestellt, die Poten-zialevonOERdiskutiertundMotivefürdieEinführungvonOER-StrategienanHochschulenbeschrieben.ZudemwerdenauchpraktischeTippszurRe-cherche, Erstellung und zum Austausch von OER gegeben. Der Beitragschließt mit einem Abschnitt, der darauf hinweist, dass bei offenen Bil-dungsressourcen sich nicht nur der Vertriebsweg deutlich von traditionel-len Lernobjekten (z.B. gedruckte Lehrbücher und Arbeitsmaterialien) un-terscheidet, sondern dass auch weitere Prozesse einfach anders sind, u.a.das Qualitätsmanagement.
1 Die Idee der offenen Bildungsressourcen
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2 Ausgewählte OER-Initiativen und-Projekte
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3 Potenziale von OER und Motive r die Einführung vonOER-Strategien in Institutionen
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4 OER in der Praxis: OER finden, erstellen und teilen
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5 OER sind anders: Entwicklung und Vertrieb
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6 Literaturhinweise
SchlagworteÜberblick Offene Bildungsressourcen: frei zugänglich und einsetzbar 
7.15
Handbuch E-Learning 39. Erg.-Lfg. Oktober 2011
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1 Die Idee der offenen Bildungsressourcen
Wer im Internet nach Lern- und Lehrmaterialien recherchiert, wird zahlrei-che Treffer landen: Von Abbildungen über passende Texte bis hin zu kurzenVideos finden sich – zumindest in Englisch – häufig etliche passende Funde.Trotzdem erlauben es Urheberrechtsregelungen im deutschsprachigen Eu-ropa im Regelfall nicht, diese Materialien im Unterricht einzusetzen bzw.als Bestandteil neu zusammengestellter Lern- und Lehrmaterialien wiederzu verçffentlichen, also beispielsweise anderen im Internet zur Verfügungzustellen.SolcheMaterialiensindsomitprinzipiellkostenfreizuentdecken,sind aber rechtlich nicht ohne weiteres zu nutzen und wieder zu verçffent-lichen.Anfangdes 21. Jahrhundertsformierte sich eine Bewegung,die die freie Ver-wendung, den freien Austausch und die Modifikation von Bildungsressour-cen im Web einfordert und unterstützt. Dies geschah unabhängig, aber si-cherlichbeeinflusstvondenInitiativenundErfolgenderfreienbzw.offenenSoftware-EntwicklungsowiederOpen-Access-Bewegung,dieseitden1990er Jahren mit zunehmendem Erfolg den freien Zugang zu Forschungsergebnis-sen fordert und unterstützt. Maßgeblich war hier die UNESCO-Initiative»Free Educational Resources«, die erstmals weltweit Interesse für das Themaweckte.DasUNESCOInternationalInstituteforEducationalPlanning(IIEP)beschrieb dann den Begriff »Open Educational Resources« im Jahr 2002 als»wish to develop together a universal educational resource available for thewholeofhumanity,toberefferedtohenceforthasOpenEducationalResour-ces« (
d‹Antoni
2006). Kostenfreie Bildung und freier Zugang zu Bildungs-materialien ist hierbei das zentrale Motiv. Ein Paukenschlag und wichtigerMeilensteinwardieVerçffentlichungzahlreicherKursunterlagendesMassa-chusetts Institute als Auftakt der Initiative »MIT OpenCourseWare« imHerbst 2002, der jedoch von Seiten des MIT zunächst vor allem als Marke-tingmaßnahmebetrachtetwurde,umweitereStudierendezugewinnen.DieVerçffentlichung einer Befragung der OECD (2007) zu OER sowie einer Ver-çffentlichung der Wiliam and Flora Hewlett Foundation zur OER-Bewegung(
Atkins/Brown/Hammond
2007) waren weitere wichtige Schritte für die For-mierung einer weltweiten Aufmerksamkeit für das spannende Thema. DieEuropäische Kommission begann im gleichen Jahr damit, erstmals For-schungsprojektemiteinemSchwerpunktauf OERfinanziell zuunterstützen(z.B. OLCOS, Bazaar).»OER« hat sich in den letzten Jahren, auch im deutschsprachigen Raum, alsAbkürzung für »Open Educational Resources« (engl. für offene Bildungsres-sourcen) etabliert. Darunter werden Materialien für Lernende und Lehrendeverstanden,welchekostenlosimWebzugänglichsindundübereineentspre-chende Lizenzierung zur Verwendung und auch zur Modifikation freigege-ben sind (
Geser 
2007;
Mruck 
et al. 2011).Offene Bildungsressourcen zeichnen sich zunächst dadurch aus, dass sie (a)kostenfreiimWebzurVerfügungstehen.Darüberhinaussindsieauch(b)freiverwendbar: Da generell Urheberrechtsinhaber/-innen, also in der Regel dieAutor/-innenvonInternetmaterialien,umErlaubnisgefragtwerdenmüssen,bevorMaterialienimUnterrichteingesetztwerdenbzw.modifiziertundwie-derverçffentlicht werden, wurden dazu eine Reihe von Lizenzmodellen ein-geführt.ImdeutschsprachigenRaumistderEinsatzderCreative-Commons-Lizenzen verbreitet. Einige Sammlungen von offenen Bildungsressourcen
Materialien im Web:kostenfrei, aber nichtfrei nutzbar Die Idee offener BildungsressourcenDefinitionBedeutung von»offen«
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Offene Bildungsressourcen: frei zugänglich und einsetzbar 
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39. Erg.-Lfg. Oktober 2011 Handbuch E-Learning
 
oder Plattformen zur Erstellung von offenen Bildungsressourcen werdendurchentsprechendeLizenzierungsmodelleunterstützt,umdiespätereNut-zungsoeinfachwiemçglichzumachen.Dann,alsdritteBedeutungdesWor-tes »offen«, wird dem Verständnis einiger Initiativen zufolge auch eingefor-dert, dass offene Bildungsressourcen (c) dem Prinzip offener Softwarestan-dards folgen sollen, ein Microsoft-Word-Dokument würde dabei diesem An-spruchnichtgenügen.SchließlichwirdindenletztenJahrenimmerhäufigerunmittelbar (d) auch auf »offene Lern- bzw. Lehrformen« verwiesen, die mitoffenenBildungsressourcenmçglichwerden,aberauchentsprechendunter-stützt werden sollen. Dabei wird auch eingefordert, dass Lernende bei derEntwicklung der Lern- und Lehrmaterialien mitwirken kçnnen.Derzeit gibt es zahlreiche Projekte und Initiativen mit unterschiedlichenAusprägungen,dieindiesemBeitragvorgestelltwerden.AuchstehenoffeneBildungsressourcen definitionsgemäß kostenfrei zur Verfügung, die çko-nomischen Hinter- und Beweggründe von OER-Projekten sind dabei sehrunterschiedlich. Praktische Erfordernisse, wie Lizenzen oder auch Qualitäts-sicherungsstrategien, werden ebenso angesprochen.
2 Ausgewählte OER-Initiativen und -projekte
Es gibt zahlreiche, nur schwer zu überschauende OER-Initiativen und -Pro-jekte.ImFolgendenmçchtenwirhiereinigeausgewählteUnternehmungenzur Erstellung und Zurverfügungstellung von OER herausgreifen, um damitauch die Unterschiedlichkeit der Projekte zu illustrieren. Wir haben dazuInitiativenvonHochschulen,VerbändenundUnternehmen,großewieauchkleine,englisch-unddeutschsprachigesowieProjekteausunterschiedlichenBildungssektoren ausgewählt, um das breite Spektrum und die unterschied-lichen mçglichen Zugänge aufzuzeigen.Die älteste und wohl auchbekannteste OER-Initiative einer Bildungsinstitu-tionistdiedesMassachusettsInstituteofTechnology(MIT),welchemitihrerInitiative
OpenCourseWare
(OCW, ocw.mit.edu) seit Herbst 2002 umfangrei-che Kursunterlagen und Skripte kostenfrei ins Web stellt und ständig erwei-tert.1.900Kursevonanfänglich50aus33DisziplinenkçnnenheuteüberdieWebseiteabgerufenwerden(
Lerman/Miyagawa/Margulies
2008).OCWerhielt2005 zahlreiche Auszeichnungen und gründete das OCW-Konsortium, demsich weltweit Universitäten anschlossen und sich daran beteiligen, Kurs-materialien zur Verfügung zu stellen (vgl. OCW Finder, ocwfinder.com).Das MIT hat mit dieser Initiative die OER-Bewegung gut vorangebracht,und die Materialien inzwischen auch Vorlesungsaufzeichnungen undExamensindfür vieleLernende(undLehrende)attraktiv.DieLizenzbedin-gungen der OCW-Materialien erlauben Modifikationen und Wiederver-çffentlichung der Materialien unter der Bedingung, dass sie ähnlich lizen-siert und nicht kommerziell genutzt werden.Die
Open University 
des Vereinigten Kçnigreiches hat,als Konsequenz des Er-folgs des MIT, mit einer Planungsgruppe begonnen, erste Überlegungen an-zustellen, wie eine Fernuniversität mit Open Content und Open Access um-zugehen hat (
Lane
2008). Dies mündete im Open-Learn-Projekt, das von derWilliamandFloraHewlettFoundationfinanziellunterstütztwurde.DieZielewaren, Erfahrungen mit Nutzer/-innen zu offenen Bildungsmaterialien zubekommen,schlechterreichbareBevçlkerungsgruppennochbesserzuinteg-
MITOpenCourseWareOpen Learn der OpenUniversity UKOffene Bildungsressourcen: frei zugänglich und einsetzbar 
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