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DIGITALER RUNDFUNK 
MEINUNGSBAROMETER
Seite 1
Juni 2008
einem Strang ziehen. Kritische Töne kommenvon der Linkspartei: Der ParteivorsitzendeLothar Bisky, zugleich auch medienpolitischer Sprecher der Partei, schätzt die Erfolgs-aussichten für den angestrebten Neustartals gering ein. Schon mehrfach sei schließlichein solcher Neustart versprochen worden.„Die kommerziellen Anbieter wie auch Ge-rätehersteller müssen bereit sein, in DABzu investieren“, beschreibt Bisky die erfor-derlichen Voraussetzungen für die Zukunftdes digitalen Standards. Er betont besondersdie Bedeutung von erschwinglichen End-geräten. Die Geräteindustrie müsste einenpreiswerten Empfänger bieten, der sowohlUKW - als auch DAB-Empfang ermögliche.„So könnte die Politik beschließen, dass abdem 01.01.2009 nur noch solche Geräte an-zubieten sind“, schlägt Bisky vor.Wichtig für den Erfolg scheint allen Parteiendie Etablierung eines Mehrwertes gegenüber der herkömmlichen UKW-Verbreitung. Diemedienpolitische Sprecherin der Grünenmacht deutlich: „Prinzipiell sehen wir, dassdigital-terrestrische HörfunkübertragungMehrwert für NutzerInnen bringt: mehr Ka-näle, bessere Übertragungsqualität, Möglich-keit ergänzender Texte, Bilder und Videos,Schließung weißer Flecken.“Unionsmann Börnsen schließt für einen er-folgreichen Übergang auch staatliche Unter-stützung nicht aus: „Zu prüfen ist, was der Staatgerade für kleinere Lokalradios, die zur Vielfaltbeitragen, tun kann, um diesen den Start indie Digitalisierung zu erleichtern.“
EDITORIALBericht
Die Zukunft des Hörfunks ist digital. Darüber sind sich auch die politischen Parteien einig.„Es ist ein Irrglaube, die Digitalisierung auf-halten zu können“, zeigt sich Wolfgang Börn-sen, medienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, überzeugt. An der Frage des „wie“ scheiden sich jedoch die par-teipolitischen Geister. Während die CDU/CSUund der SPD-Vorsitzende Kurt Beck Kritikan der Entscheidung der KEF üben, die Mittelfür DAB drastisch zu kürzen, zeigen sich dieGrünen auf einer Linie mit den Gebühren-wächtern: „Die Entscheidung der KEF ist hartaber richtig. Wir Grüne haben die Etablierungdigital terrestrischen Hörfunks lange Zeitunterstützt. Die Gebührenzahler aber habenDAB nicht akzeptiert.“Die Erfolgsaussichten für den geplanten Neu-start des digitalen Radios im Jahr 2009 be-urteilen die Volksvertreter generell vorsichtig.„Bleibt es bei den ursprünglichen Ansätzen,ist schwer zu vermitteln, weshalb analogedurch digitale Empfangsgeräte ausgetauschtwerden sollten“, gibt etwa Christoph Waitz,medienpolitischer Sprecher der FDP, zu be-denken. Aus Sicht der Radiohörer blicken auch CDU/CSU auf den Neustart. Wolfgang Börnsen:„Dem Kunden ist die Technik letztlich egal,solange das Endprodukt, nämlich das pro-grammliche Angebot, stimmt. Dies ist beiallen Diskussionen über DAB, DAB+, DVB-Hoder DVB-T zu berücksichtigen.“ Damit eineUmstellung von analog auf digital gelingt, er-gänzt sein liberaler Amtskollege Waitz, müsstenöffentlich-rechtliche und private Anbieter an
Deutscher Bundestag
Liebe Leserinnen, liebe Leser,was dürfen ARD, ZDF und Deutschland-radio im Internet anbieten? Nachdem sichÖffentlich-Rechtliche und Verleger monate-lang medial bekriegt haben, ist nun offenbar eine Vorentscheidung durch die Minister-präsidenten gefallen. Demnach sollen dieöffentlich-rechtlichen Sender nur noch eininhaltlich und zeitlich eingeschränktes Ange-bot präsentieren dürfen. Dieses Angebotmuss „sendungsbezogen“ sein. SportlicheGroßereignisse dürfen nur 24 Stundenabrufbar sein. Für alle anderen Sendungenist eine Sieben-Tage-Frist vorgesehen. Einevon den Verlagen gefürchtete „elektronischePresse“ soll nicht erlaubt werden. Für ihrenVorschlag wollen sich die Länderchefs jetzt noch den Segen der EU-Kommissionholen, anschließend noch mal mit Verlegernund Rundfunkchefs sprechen, bevor der 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag dannim Herbst unterschriftsreif vorliegt. Wie dieBetroffenen den Vorschlag aufgenommenhaben, lesen Sie in unserer Presseschauauf Seite 3.Ungeachtet der kommenden neuen gesetz-lichen Regelung wird im Internet weiter mitbewegten Bildern experimentiert. Ob etab-lierte TV-Anbieter oder Newcomer, viele ver-suchen ihre Seiten mit Filmen oder Videosattraktiver zu machen. Seit ein paar Wo-chen hat auch die ARD ihre Mediathek imNetz. Unser Autor Tobias D. Höhn hat dieseausprobiert und mit anderen Angebotenverglichen (Bericht Seite 4).In guter Laune haben sich in diesem Jahr wieder die Besucher des Radioday in Kölngezeigt, obwohl die Branche gleich anmehreren Stellen zu kämpfen hat. Zum einenwandern die jungen Hörer ab, zum anderenist noch unklar mit welchem Verbreitungs-standard die Gattung Radio in der digitalenWelt überleben will. Und so wurde nicht nur gefeiert, sondern auch eifrig diskutiert (Be-richt Seite 3). Politisch ist unterdessen nochunklar, wie der Hörfunk in Deutschlanddigitalisiert werden soll. Die Parteien habenzwar Vorschläge, diejedoch weichen zumTeil erheblich vonein-ander ab, wie unser Bericht auf Seite 1zeigt.HerzlichstIhr Thomas Barthel.
Parteien uneins über Weg zum digitalen Hörfunk 
 
MEINUNGSBAROMETER DIGITALER RUNDFUNK | Juni 2008
NACHRICHTEN
Seit Mitte Juni ist Deutschlands erster DVB-H-Radiosender auf Sendung. Der Comedy-und Karaoke-Kanal „MyFun Radio“ wirdüber die Plattform Mobile 3.0 übertragen.Hinter dem Sender steht das Radiokonsor-tium DIGITAL 5. „Wir sind den deutschenLandesmedienanstalten dankbar, dass sieauch innovatives Radio für diese neuedigitale Plattform vorgesehen haben“, soHans-Dieter Hillmoth, Geschäftsführer beiDIGITAL 5. Momentan ist das DVB-H-Signalnur in Hamburg, Hannover, Frankfurt/Mainund München aufgeschaltet. Der eigentlicheStart der DVB-H-Plattform soll im Herbsterfolgen. „MyFun Radio“ überträgt Zusam-menschnitte aus den Comedy-Redaktionender sechs am Konsortium beteiligten Radio-stationen sowie Aktuelles zu den Ereignis-sen des Tages und Live-Programme nam-hafter Künstler. Abends wird ein Karaoke-Programm gesendet. Durch die DVB-H-Technik wird es möglich, parallel zur Musikden Song-Text auf dem Handy-Displaydarzustellen. Auf einem Fachsymposium sind Ende Maiin Kaiserslautern die Ergebnisse einesDRM+-Feldversuchs vorgestellt worden. SeitMärz dieses Jahres läuft an der Fachhoch-schule Kaiserslautern ein UKW-Versuchs-sender, der den neuartigen digitalen Stan-dard „Digitale Radio Mondiale Plus“ (DRM+)ins Stadtgebiet und ins Umland abstrahlt.Nach Auskunft der FH Kaiserslautern ist esin dem Projekt weltweit erstmals gelungen,die komplette Übertragungskette für DRM+zu realisieren. Joachim Lehnert von der eben-falls am Projekt beteiligten Landeszentralefür Medien und Kommunikation (LMK)Rheinland-Pfalz erklärte, DRM+ könnte dasSystem sein, das gerade für den regionalenund lokalen Hörfunk den Weg in die digitaleWelt weise. DRM+ ist konform zum UKW-Raster.Die derutec GmbH & Co. KG, ein Dienst-leister für den Betrieb von UKW-Sendern,hat Klage gegen die von der Bundesnetz-agentur (BNetzA) im April veröffentlichten„Eckpunkte zur Vergabe von Frequenzendes terrestrischen Rundfunkdienstes“ ein-gereicht. Das Gemeinschaftsunternehmenvon RTL Radio Deutschland und der REGIOCAST begründet die Klage mit demfehlenden Wettbewerb beim Sendernetz-betrieb in Deutschland. Laut derutec-Ge-schäftsführer Florian Fritsche hätten dieRadiosender bisher keine Chance, auf die Auswahl des Sendernetzbetreibers Einflusszu nehmen. Außerdem kritisiert die derutec,dass laut dem Eckpunktepapier der BNetzAdem Bewerber, der eine „maximale Versor-gung“ sicherstelle, der Vorzug zu gewährenist. Dies diskriminiere Wettbewerber, diekeinen Zugang zu den höchsten Sender-standorten hätten, aber dennoch von demVersorgungsanspruch genügenden Stand-orten sendeten.
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Interview
Helwin Lesch, Leiter Hauptabteilung BR-Programmdistribution
DLM oder gegenseitige Einladungen zwischenPrivatfunkverbänden und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind weitere Beweisedafür, dass beide Seiten des dualen Rund-funks in dieser Frage eng zusammenwirken.So konnte ein Konsens über das Frequenz-nutzungskonzept, die Anforderungen anEndgeräte und den zukünftig zu verwenden-den Standard sowie die Leitlinien zur Migra-tion auf ein effizienteres Codierverfahrenerzielt werden. Problematisch bleibt, dassdie Finanzierung für diesen langen Umstiegsowohl für den privaten wie für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk derzeit noch nicht be-friedigend gelöst ist.
Halten Sie das Verfahren der KEF, diePrivaten in die Konsensfindung einzu-beziehen, insgesamt für geeignet?
Grundsätzlich hat die KEF an einigen Stellenrichtige Fragen gestellt. Auch der Ansatz,ein breites und abgestimmtes Vorgehen vonöffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunkzu fordern, ist nachvollziehbar und richtig.Tatsächlich findet diese Abstimmung ja, wiegeschildert, bereits auf vielen Ebenen statt.Zu bezweifeln ist allerdings, ob die KEF-For-derung nach einer Zustimmung privater Wett-bewerber zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks der richtige Weg ist.
Welche Signale hinsichtlich der Entwick-lung des Gesamtkonzeptes kommenbisher aus der Politik sowie aus Industrieund Handel?
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Funkver-waltungskonferenz stehen für den digitalenterrestrischen Hörfunk weitere Frequenzenin beachtlichem Umfang zur Verfügung.
Herr Lesch, wie muss aus Ihrer Sicht dasneue Gesamtkonzept für den digitalenHörfunk in Deutschland aussehen?Helwin Lesch:
Konsens zwischen allen Markt-beteiligten ist, dass der digitale terrestrischeHörfunk einen eigenständigen Verbreitungs-weg benötigt, um seine besonderen Stärkenausspielen zu können.Die für DAB errichtete Senderinfrastruktur ist technologieneutral, das heißt, darüber kön-nen Programme und Dienste in DAB, DAB+und/oder DMB verbreitet werden. Daher spricht viel dafür, diese Netzinfrastruktur wei-ter zu verwenden.Schon angesichts der Vielzahl existierender UKW-Empfänger ist von einem längerenUmstellungszeitraum auszugehen. Politik,KEF, öffentlich-rechtliche und private Pro-grammanbieter benötigen also einen langen Atem, um dieses Ziel zu erreichen.
Wie ist der derzeitige Stand? Auf welcher Ebene werden Gespräche innerhalb der ARD, mit dem Deutschlandradio und denPrivaten geführt und was sind die erstenErgebnisse?
Seit Jahren finden intensive Gespräche zwi-schen öffentlich-rechtlichem und privatemRundfunk zu diesem Thema statt. Die Pro-duktions- und Technik-Kommission von ARD,ZDF und Deutschlandradio (PTKO) und dieTechnische Kommission der Landesmedien-anstalten (TKLM) haben gemeinsam sehr weitreichende und detaillierte Vorschläge für den neuen digitalen terrestrischen Hörfunkerarbeitet. Auch im Rahmen des von Bundund Ländern eingesetzten Forums DigitaleMedien wurden gemeinsame Konzepte er-arbeitet. Spitzengespräche zwischen dem ARD-Vorsitzenden und dem Vorsitzenden der 
Zweifel am KEF-Verfahren zur künftigenFinanzierung des digitalen Radios
Der Leiter der Hauptabteilung Programm-distribution beim Bayerischen Rundfunk, Hel-win Lesch, hat das Verfahren kritisiert, welchesdie Kommission zu Ermittlung des Finanz-bedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) anwen-det, um ARD und Deutschlandradio zusätz-liche Mittel für digitales Radio freizugeben.„Zu bezweifeln ist, ob die KEF-Forderungnach einer Zustimmung privater Wettbewerber zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichenRundfunks der richtige Weg ist“, sagte Leschim Interview mit dem Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk. Die KEF hat die Freigabevon 30 Mio. Euro für die ARD und 12 Mio.für das Deutschlandradio an ein Gesamtkon-zept zur Entwicklung des digitalen Hörfunkgeknüpft, das sowohl von öffentlich-rechtlichenals auch privaten Sendern mitgetragen wird.
 
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MEINUNGSBAROMETER DIGITALER RUNDFUNK | Juni 2008
Die Ministerpräsidenten sind sich über denneuen Staatsvertrag nun weitgehend einig.Der ARD-Vorsitzende Raff hält die neuenRegeln für viel zu eng. (…) „Wir gehen da-von aus, dass das, was wir im Netz haben,auch im Netz bleibt. Für einige Angebotewird sich aber die Frage stellen, wie langesie im Netz bleiben können und was wir unternehmen müssen, um die Einstellzeitenim Netz zu verlängern.” (…) „Meine per-sönliche Sicht ist folgende: In fünf Jahrenwird kein Mensch mehr diese Diskussionenverstehen, die hier zwischen Verlegern,privaten Rundfunkveranstaltern, der Politikund den öffentlich-rechtlichen Rundfunk-anstalten zum Thema Online stattgefundenhaben.”Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff im Inter-view mit tagesschau.de am 15.06.2008 zum12. RundfunkänderungsstaatsvertragDie Zeitschriftenverleger begrüßen den vonden Ministerpräsidenten beschlossenenEntwurf für einen neuen Rundfunkstaats-vertrag. Der geforderte Sendungsbezug seiein „Schritt in die richtige Richtung“. ChristophFiedler, zuständig für Medienpolitik beimVerband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) forderte neben dem Kriterium desSendungsbezugs aber weitere Einschrän-kungen. Rechtsstreitigkeiten seien vor-programmiert, wenn ARD und ZDF behaup-teten, ihre redaktionelle Text- und Bild-berichterstattung sei nicht presseähnlich.Es müsse deshalb zusätzlich geregeltwerden, dass sendungsbezogene Texte nur als begleitende Randbetätigung und damithöchstens als Zusammenfassung ge-sendeter Nachrichten zulässig sein dürften,erklärte der VDZ.Focus Online am 12.06.2008 zum gleichenThemaIm Streit um die Expansion von ARD undZDF im Internet schert Springer-Chef Mathias Döpfner aus der bisherigen Positionder Verlage aus. Der Entwurf für einenRundfunkänderungsstaatsvertrag (…) seiauf Dauer nicht handhabbar, sagt Döpfner im SPIEGEL. (…) Döpfner: „Neue Medienaber brauchen mehr Kreativität und Freiheit,nicht Beschränkung. Das entspräche nichtmeinem Verständnis von Pressefreiheit."Es sei „lebensfremd, wenn man eine neuentstehende multimediale Welt durch Über-wachungsgremien und Abmahnungen regu-lieren will." (…) „Ich glaube, es gibt nueinen ordnungspolitisch sauberen und vor der EU-Kommission vertretbaren Weg: ARDund ZDF dürfen im Internet inhaltlich tunund lassen, was sie wollen - und verzichtendafür im Netz, aber auch im TV und allenanderen Kanälen auf Werbung, Sponsoringoder E-Commerce und finanzieren sich nur aus Gebühren."Spiegel Online am 15.06.2008 zum gleichenThema
PRESSESCHAU
angekündigt, belegt dies eindrucksvoll.
Bis wann soll das Gesamtkonzept stehenund wie geht es danach weiter?
Gemeinsam mit den Landesmedienanstaltenhat der öffentlich-rechtliche Rundfunk eineErweiterung der Standardfamilie initiiert, umein modernes, digital-terrestrisches Hörfunk-system zu ermöglichen. Erfreulich ist, dassauch aus Großbritannien und Frankreich gleich-gerichtete Vorstöße kommen.Parallel hierzu erarbeitet der öffentlich-recht-liche Rundfunk derzeit das darauf aufbauen-de Konzept für ein neues digital-terrestri-sches Hörfunksystem, wie von der KEF ge-fordert. Wir hoffen, dass die KEF dann zügigdie notwendigen Entscheidungen trifft unddamit wieder Planungssicherheit für öffent-lich-rechtlichen und privaten Hörfunk inDeutschland schafft.Zusätzlich erlauben weiterentwickelte Codier-verfahren eine noch effizientere Frequenz-nutzung. Beides wird dazu führen, dass sichder programmliche Mehrwert durch mehr undregional differenziertere Programme sowiemultimediale Zusatzdienste spürbar erhöht.Hinzu kommt, dass die bisherigen Beschrän-kungen der Sendeleistungen, die einenEmpfang in Gebäuden bisher beeinträch-tigten, überwunden sind. Schließlich wird das„Neustart“-Konzept eines bundesweiten undmehrerer regionaler/lokaler Multiplexe Auf-merksamkeit wecken und besonders diebundesweite Verbreitung einen wichtigenmedienpolitischen und Marketingimpuls aus-lösen.Dies haben Politik und Industrie aufgegrif-fen; nicht zuletzt die Bestellbarkeit vonEmpfängern bei nahezu allen Neuwagen,wie vom Verband der Automobilindustrie
Bericht
lich auf diesen Trend reagieren. Mit immer neuen Konzepten versuchen die Radiostra-tegen gegen den kleiner werdenden Werbe-kuchen anzukämpfen.Jörg Howe, Sprecher des Handels- undTouristikkonzerns Arcandor AG, sprach inseiner Keynote darüber, welche Chancendie Digitalisierung dem Radio bietet und wel-che Herausforderungen sie gleichzeitig stellt.Er habe den Eindruck, dass der Radioalltagnoch weitgehend analog ist. „Jedenfalls sindsich fast alle Experten darüber einig, dassder Endgerätemarkt eines der großen - wennnicht sogar unüberwindbaren Hindernisse -auf dem Weg zur Verbreitung des digitalenRadios ist.“ Dafür werde der Computer zumRadio. Webradios würden wie Pilze aus demBoden schießen und bedienten ein immer kleineres, spezialisiertes Publikum. „Der Trendzum webbasierten Radio ist aus meiner Sichtschon absehbar.“ Und doch, meint Howe, istdas klassische Radio mit all seinen Werbe-formen noch lange nicht am Ende. Denn dieBindung zum Medium Radio und zu einzel-nen Sendern sei in Deutschland ganz beson-ders ausgeprägt. Eine aktuelle Untersuchunghat gezeigt, dass die Deutschen ihr Radiostark bis sehr stark vermissen würden, wennes auf einmal nicht mehr da wäre. Auch Eric Markuse, Programmchef der MDR-Jugendwelle „Sputnik“, scheut die neue Kon-kurrenz aus dem Web keinesfalls: „Wer gutenContent hat, braucht den iPod nicht zu fürch-ten.“ In einer aufwändig aufbereiteten Multi-mediashow stellten die drei Programmchefsder ARD-Jugendwellen „Sputnik“, „Fritz“
Trotz rückläufiger Hörerzahlen bleibt Radiobranche optimistisch
Lounge-Atmosphäre auf dem Radioday
„Wer guten Content hat, braucht den iPod nichtzu fürchten“
„Ich habe noch nie eine Branche erlebt, in der die Leute über so viele Jahre so gut gelauntsind wie die Radiobranche“, stellte ein Radio-day-Besucher mit ungläubigem Kopfschüt-teln fest. Er gehört der Endgeräteindustriean. Die rund 3.000 Besucher und Aussteller des Radioday 2008, die am 12.06.2008 nachKöln gekommen waren, zelebrierten 24 Stun-den lang ihre gute Radio-Laune - am Tagauf den Messeständen in der Köln-Messe undauf den Diskussionsforen sowie am Abendund in der Nacht bei ausgelassener Party-stimmung in den Rheinterrassen.Der normale Radioalltag versetzt hingegendie Radio-Manager nicht in so positive Stim-mung. Die Branche hat seit den letzten Jahrenmit einem Phänomen zu kämpfen: Die Zeit,die der Nutzer einem einzelnen Medium wid-met, nimmt in der fragmentierten Medienland-schaft immer weiter ab. Im Jahr 2007 gabenUnternehmen erstmals mehr Geld für Wer-bung im Internet als für Radiospots aus. Auf dem Radioday wurde deutlich, dass die Radio-sender - wenn auch etwas schleppend - end-

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