RotFuchs
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Juni 2009
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Intelligent und listig wie ein Rotfuchs
Aus „Brzask“ (Morgenröte), Organ der Kommunistischen Partei Polens (KPP)
S
eit dem 1. Februar 1998 erscheint in
Berlin die Monatszeitschrift „RotFuchs“,
„Tribüne für Kommunisten und Soziali-
sten in Deutschland“, wie es im Untertitelheißt. Die Zeitschrift schart nicht nur auf-
opferungsvolle Mitarbeiter der Redaktion
und eine Vielzahl berühmter Federn um
sich, sondern auch erfahrene Layouter,
Korrektoren, Techniker und Drucker. Eine
vieltausendköpfige Leserschaft ist heran-
gewachsen. Dr. Klaus Steiniger arbeitet seitAnbeginn als Chefredakteur. Zu DDR-Zeiten
war er anfangs Jurist, später Redakteurund Auslandskorrespondent der Zeitung
„Neues Deutschland“, der u. a. aus den USA,
Portugal und Lateinamerika berichtete.
Bei dieser Gelegenheit sei angemerkt, daß
Klaus als Junge unmittelbar nach dem Krieg
in Karpacz (Krumm-
hübel) lebte, wo sein
Vater, ein Kommunistund Antifaschist, bis
zur Aussiedlung der
Deutschen aus diesen
Gebieten Bürgermei-
ster war.
Die Zeitschrift errang
eine bedeutende Position
im Feld linker Publika-
tionen Deutschlands.
Sie präsentiert sich als nicht parteigebunden,
ist jedoch parteilich. Mit anderen Worten:
Sie identifiziert sich nicht mit den verschie-
denen kommunistischen und sozialistischen
Parteien in Deutschland, schafft jedocheine organisatorisch-ideologische Platt-
form, um die sich Kommunisten, Sozialisten
aber auch andere Vertreter gegenwärtiger
revolutionär-progressiver Strömungen in
Deutschland, Europa und selbst andererKontinente sammeln. Ihre Grunddevisebesteht darin, alles wiederzuentdecken,
was jene Menschen eint, statt trennt. Wirhaben einen gemeinsamen Feind, zahlrei-
che Gegner, eben den Imperialismus, Kapi-
talismus, Faschismus, Chauvinismus und
Nationalismus, Intoleranz und Verfolgung.
In dieser Situation geht es darum, sich über
Meinungsunterschiede hinweg in einereinheitlichen Front gegenüber all diesen
inneren und internationalen Bedrohungen
zu vereinigen. Erinnert wird hierbei auchan die Gefahr eines Krieges.
Um die gesellschaftliche Aktivität der
Zeitschrift zu verbreitern, organisierte sieeinen Verein mit dem Recht zur Schaffung
territorialer Strukturen, die eine umfang-
reiche kulturelle und Bildungstätigkeit
entwickeln. Der „RotFuchs“ läßt in seinen
Spalten bekannte politische Karikaturisten
zu Wort kommen – darunter Klaus Parche.
Sie prangern mit ihren Mitteln die Barbarei
der kapitalistischen Gesellschaft an. DerVerein ist keine Partei, doch die politische
und ideologische Linie der Monatszeitschrift,
die ständig durchgeführten Versammlun-
gen, die interessanten Vorträge und Diskus-
sionen sowie die bisherige publizistischeTätigkeit stellen den „RotFuchs“ ganz auf die Seite der konsequenten Linken, wo erbedeutende Resultate erzielt.
Die Zeitschrift steht auf einem hohen theo-
retischen Niveau, greift zahlreiche Themen
der gegenwärtigen Entwicklung des Mar-
xismus-Leninismus und seiner Geschichte
sowie brennende Probleme der deutschen
und internationalen Arbeiterbewegung auf.
Einen wichtigen Teil der Aktivitäten desRF nimmt die Bewertung der Errungen-schaften der Deutschen Demokratischen
Republik sowie die organisatorische und
ideologische Situation in den kommu-
nistischen und sozialistischen ParteienDeutschlands ein. Es gibt auch eine Viel-
zahl von Informationen und Analysen zu
China, Kuba und anderen Ländern. Artikel
über den zeitgenössischen Imperialismus
und dessen Widersprüche wie auch über
die Situation in den Staaten der früherenUdSSR, in Polen usw.
Seit über elf Jahren entwickelt und per-fektioniert die Zeitschrift ihren journali-
stischen Schliff. Es ist ihr gelungen, viele
bedeutende Journalisten, Wissenschaftler
und Künstler nicht nur aus der einstigen
DDR zu sammeln, die nach 1989 durch
die Herrschenden der BRD zumeist auf die Straße gesetzt worden waren. In die-ser Hinsicht erwies und erweist sich die
Situation in Deutschland schlechter als in
Polen. Für die machtausübenden Kräfte derBundesrepublik waren nicht nur Kommuni-
sten und Sozialisten Feinde, sondern auch
andere Aktivisten beim Aufbau der DDR.
Zum Feind wurde faktisch die gesamte im
Osten Deutschlands ausgebildete sozialisti-
sche Intelligenz, die mit deutscher Gründ-
lichkeit durch die „demokratische“ BRD bis
zu den tiefsten Wurzeln zerschlagen undausgelöscht wurde.In dieser Situation verhielten sich die Zeit-
schrift „RotFuchs“ und ihr Förderverein
sehr klug. Nicht ohne Grund ist das Logo
der Zeitschrift ein skizzierter Rotfuchs,
der für List und Intelligenz steht. Die
deutschen Kommunisten und Sozialisten
vom „RotFuchs“ haben es verstanden, das
Regime zu überlisten. Es ist ihnen gelungen,
eine große organisatorische und publizi-stische Arbeit in Gang zu setzen und zu
entwickeln, in ihren Reihen viele Tausende
nicht nur der älteren Generation, sondern
auch immer mehr junge Leute zu sammeln.
Der RF wurde für sie alle zu einer eigenenpolitisch-ideologischen Heimat.
Es ist zu betonen, daß die Initiative des
„RotFuchs“ nicht nur in den ostdeutschen
Bundesländern – auf dem Gebiet der frü-heren DDR – Fuß faßt. In immer stärke-
rem Maße wird er auch zur Plattform für
Kommunisten und Sozialisten in West-
deutschland.
Am Rande dieser Information sind die inter-
nationalen Aktivitäten der Zeitschrift eineNotiz wert. Sie finden ihren Ausdruck u. a.
in ständigen Kontakten mit vielen auslän-
dischen Mitarbeitern und Korrespondenten,
z. B. in der früheren UdSSR, China, Grie-
chenland, Australien, auch in Polen sowiein anderen europäischen Ländern. In den
Spalten der Zeitschrift
erscheinen tiefgründige
Analysen zu brennen-
den internationalen
Problemen wie Berichte
über Konferenzen, Par-
teitage usw.
Es ist zu unterstrei-
chen, daß die Regio-nalgruppen zu ihren
Veranstaltungen auch
ausländische Gäste
einladen. So hielt Prof. Zbigniew Wiktor
(Wrocław) Ende Januar bei zwei Gelegen-heiten Vorträge in deutscher Sprache zum
Thema „Die organisatorische Situation und
die aktuellen Aufgaben der polnischen Kom-munisten“. Das Treffen in Chemnitz (früher
Karl-Marx-Stadt), an dem auch Genossen
aus Plauen und Zwickau (insgesamt 60 Per-
sonen) teilnahmen, fand im traditionellen„Rothaus“, das linken Organisationen zur
Verfügung steht, statt. Die zweite Begeg-
nung war in der „Drogenmühle“ Heidenaubei Dresden anberaumt. Hier hatten sich
über 40 Genossen eingefunden. Mehr als 20
Fragen wurden gestellt, deren Beantwor-tung, einschließlich der Diskussion, den
vorgesehenen Zeitraum von zwei Stunden
erheblich überschritt. Die Zusammenkünftewurden vom stellvertretenden Vorsitzenden
der Regionalgruppe Wolfgang Naundorf
(Chemnitz) und vom Vorsitzenden Günther
Strobel (Dresden) geleitet.Vorträge und Diskussionen über die Situa-tion der KPP und deren aktuelle Aufgaben
zeugten davon, daß sich diese Problematik
eines großen Interesses in Kreisen deut-scher Linker erfreut. Zugleich zeigen die
Erfahrungen der deutschen Kommunistenund Sozialisten, daß man den Gegnern der
sozialistischen Ideologie durchaus wirksam
begegnen kann. Die Tätigkeit der Monats-
zeitschrift „RotFuchs“ beweist das. Wir
wünschen ihr weiteren Erfolg.
Zbigniew Wiktor
Übersetzung aus dem Polnischen: StefanWary
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