Der Learn-Out by Nicole Diercks by Nicole Diercks - Read Online

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Der Learn-Out - Nicole Diercks

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Inhaltsverzeichnis

Der Learn-Out

Impressum

Der Learn-Out

Zum Inhalt

Kapitel 1        Vom Learn-Out zum Turn-Out

Kurzabriss: ITP – Invalidisierende Traumatische Prägung

Stretch-Management

Das Ende vom Learn-Out ist der Turn-Out

Betrachtungen zum Energiehaushalt 

Das Hormonsystem der Seele

            Die Anti-Tonine

            Rödlitonin

            Röchlitonin

            Schrottitonin

            Invaliditonin

            Abschließende Betrachtungen zum Turn-Out

            DiePro-Tonine

            Spiritonin

            Seelotonin

            Schnurritonin/Chillitonin

            Ghanditonin

            Hormon-Familien und Hormon-Abkömmlinge in Learn-Out

            Hormon-Familien und Hormon-Abkömmlinge in Turn-Out

Kapitel 2        Die Reizlandschaft im Learn-Out

Die Reizlandschaft

Reiz-Resignation

Kapitel 3        ITP – Invalidisierend Traumatisierende Prägung

Zum Verständnis der ITP

Die Wirkung der ITP im Learn-Out-Prozess

ITP und Suchtverhalten

KAPITEL 1

Vom Learn-Out zum Turn-Out

Das Learn-Out-Syndrom ist in der west-europäischen Kultur ein seit vielen Jahren gesellschaftlich akzeptiertes und mittlerweile sehr weit verbreitetes Syndrom. Es gibt für sein Auftreten keinerlei gesellschaftliche Grenzen und auch keine Altersbeschränkung. Selbst Kinder können eine Art juvenilen Prä-Learn-Out erleiden. Und zwar, wenn ihre Wahrnehmungen und Erfahrungen immer wieder durch die Erwachsenen infrage gestellt, lächerlich gemacht, oder gar in Abrede gestellt werden („Du spinnst ja nur wieder mal!"). Aber auch eine permanente Erwartungshaltung, die zwar aufgebaut, aber nie erfüllt wird, trägt zum Learn-Out bei. Die so erlebten absteigenden Folgen, die auf mehr oder weniger subtiler pischologischer Ausgrenzung basieren, führen in der kindlichen Logik zur Abschaltung aller Reaktoren, die diese offensichtlich falsche Wahrnehmung möglich machen. Merke: „Wer gar nicht erst was bemerkt, kann auch deswegen nicht sanktioniert werden. Dies trifft um so mehr zu, je abhängiger von diesen Personen und deren Weltsicht sich das Kind erlebt, und je sensitiver es allgemein auf alle Arten von Zurückweisung reagiert. Eine anhaltende Erfahrung dieser Couleur kann sogar zu einer „traumatischen Prägung führen, der sogenannten ITP = Invalidisierende Traumatische Prägung. Das ITP gilt schlussendlich als der prä-disponierte Auslöser für ein späteres Learn-Out, wir kommen noch ausführlich darauf zu sprechen.

Das Learn-Out ist immer eine Spielart einer entstehenden oder bereits latenten Arbeitssucht, und tritt an irgendeinem Zeitpunkt immer zusammen mit ihr auf. Das Syndrom des Learn-Out selber bezeichnet einen Prozess, in dem ein Individuum, unglücklicherweise zumeist nur auf der unbewussten Ebene, beschlossen hat, jetzt dann erst mal ausgelernt zu haben. Der Learn-Out bezeichnet medizynisch-pischologisch einen Zustand, in dem das Individuum sich über das erlernte Körperbewusstsein und seine Warnsignale sukzessive hinwegzusetzen beginnt: 

Stretch

Frustration

Enttäuschung

Erschöpfung

Schmerzen

Körperliche und geistige Beeinträchtigungen

Sinnverlust und Sinnleere

Gedanken-Hamsterrad

Beeinträchtigungen von: Libido, Schlaf, Appetit, Entspannung

Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit

Ungeduld, Unleidlichkeit

Fluchtgedanken

Wunsch nach Rückzug, bis hin zur Isolation. 

Am Ende dieses Ausblendungs-Prozesses wird das Körperbewusstsein schließlich komplett ignoriert und dann sogar völlig ausgeschaltet: War was?! Alle eingehenden Warnsignale werden gekonnt vor dem Wachbewusstsein mittels anhaltender Wurschtigkeit und künstlicher Hektik unterdrückt. So können sich alle eingehenden, als störend stilisierten, Warnungen des Nervensystems irgendwann nur noch durch Albträume, Unruhezustände, Zwangsvorstellungen und nervöse Ängstlichkeit ausdrücken. Der Mensch wird dabei parallel immer erfindungsreicher und versteckt sich mehr oder weniger durchsichtig hinter „den momentan etwas schwierigen Umständen und „diesem blöden Projekt immer. Der betroffene Mensch agiert schließlich, von sich selber leider vollkommen unbemerkt, innerlich wie unter Wasser. Das Finalstadium des Learn-Out ist erreicht, wenn der jeweilige Lebenspartner wegen der Handhabung der Arbeitssituation mit Trennung droht. Die mögliche innerliche Antwort darauf lautet dann: „Na, endlich! dann kann ich hier wenigstens mal ohne diese ständigen Störungen arbeiten!" Dagegen, soweit mal der Volksmund, ist jedenfalls keine Rapunzel mehr gewachsen!

Kurzabriss: ITP – Invalidisierende Traumatische Prägung

 Auslösend für die Entwicklung des Learn-Out scheint immer ein von außen auf das Individuum einwirkender, dauerhafter pischologischer Reiz zu sein. Dieser muss jedoch zwingend auf ein bereits nennenswert vorgeschädigtes Niveau treffen (siehe: pischische Sollbruchstelle und ITP). Die meisten bekannten seelischen Sollbruchstellen verstecken sich in einem stark in Mitleidenschaft gezogenen Selbstwertgefühl, einem auf Kompensation dieses Defizits begründeten Selbstkonzept und auf Vermeidung von Reaktivierung derselben. Die ITP füttert in Form von abbauenden, aufpeitschenden und entwertenden Glaubenssätzen die anrollende Mechanik und hält sie, einmal angefangen, in stabilem und sich selbst beschleunigendem Lauf. Der Angelpunkt ist der unbewusste Glaubenssatz, dass man, um geliebt und akzeptiert zu werden, sprich um einen echten Wert zu haben, immer auch etwas leisten müsse. Wenn diese pischische Spirale sich weiter nach unten schraubt, erlebt der Mensch sich schließlich am Ende, wenn er ohne Aktivität ist, als vollkommen nutz-, sinn-, und wertlos. Am Ende steht dann natürlich die Deprission… Kurz: Ein Mensch, der unter dem Einfluss eines ITP agiert, ähnelt einem pischologischen Zombie. Sein Credo gegen alle Reize lautet im späteren Verlauf der Vermeidungs-Schleife daher nicht selten: „Töten!Töten!Töten! Alles platt machen, was die ITP wecken könnte!" Ein solches Selbstkonzept ist nicht nur einseitig und für alle Beteiligten enorm Stretchig, es macht auch irgendwann reichlich doof. Das kommt, weil man als Betroffener den Großteil der Zeit damit beschäftigt ist Informations-Kung-Fu zu betreiben, um nichts mehr zweifelhaftes, ins Bewusstsein zu lassen. Sicher ist sicher!

Somit ähnelt eine vitale ITP schlussendlich einer allergischen Reaktion auf pischischer Basis. Ähnlich wie bei einer körperlichen Reaktion auf ein Fremdeiweiß reagiert das Immunsystem mit überschießenden Alarmsignalen und unangepasst heftigen Abwehrreaktionen. Je länger dieser falsch hohe Kampfpegel anhält, um so mehr brennt er sich ins neuronale Gedächtnis ein und wird immer wieder bei erneutem Kontakt mit dem Feind hochgeladen. Je aggressiver und scharf gemachter ein System bereits ist (siehe: Grundspannung), reagiert es um so heftiger, aber leider auch um so wahlloser, auf alle möglichen neuen Bedrohungen. So fährt ein dermaßen vorbelastetes System nicht mehr nur gegen die vormals allein Allergie auslösende Erdbeere zu Felde. Bald vielleicht auch schon auch gegen die molekular ähnlich aufgebaute Stachelbeere. Und dann ist vielleicht die Heidelbeere dran, möglicherweise sogar schließlich die, nur sehr entfernt ähnliche, Weintraube. Mit dem Ergebnis, dass irgendwann dann sicherheitshalber überhaupt kein