Searching for Love: Begehren by Jennifer Probst by Jennifer Probst - Read Online

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Searching for Love - Jennifer Probst

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1. Kapitel

Kate Seymour studierte den Computerbildschirm vor sich, kniff die Augen zusammen und las die Nachricht noch einmal.

Und noch ein weiteres Mal.

Ihr Herz klopfte schneller und das vertraute elektrische Kribbeln kitzelte unter ihrer Haut. Unmöglich. Sie waren völlig verschieden. Im wahrsten Sinne des Wortes eine Verbindung aus der Hölle – nicht aus dem Himmel. Doch Zahlen wie diese logen nicht. Höchste Zeit, den Rat einzuberufen.

Sie drückte auf den Knopf der Gegensprechanlage. »Hey Arilyn? Kannst du herkommen? Und bring Kennedy mit.«

»Sicher.«

Ein paar Minuten später gesellten sich ihre Geschäftspartnerinnen und besten Freundinnen zu ihr ins Büro. Die Anwesenheit der beiden genügte, damit sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete. Ihre vor Jahren im betrunkenen Zustand entworfenen Pläne, ihre eigene Partneragentur in Verily, im Norden New Yorks, zu gründen, hatten unmöglich geklungen, aber sie hatten es geschafft. Mehr noch. Mit über einem Dutzend Hochzeiten und unendlich vielen statistisch nachweisbar glücklichen Partnerschaften hatten sie aus dem Traum Realität gemacht. Kinnections war eine exklusive Partneragentur für Fünfundzwanzig- bis Fünfundvierzigjährigen und wurde bereits in lokalen Zeitungen und bei Fernsehsendern als der neue heiße Weg vorgestellt, einen Partner zu finden. Zum Teufel, für sie selbst und Kennedy hatte es tatsächlich funktioniert. Wenn sie jetzt auch noch den richtigen Partner für Arilyn finden könnten …

Kennedy Ashe, Social Recruiter und Umstylingexpertin, glitt auf den Stuhl und ließ ein Seufzen verlauten. Ihr geglättetes Haar, ihre whiskeyfarbenen Augen und das pflaumenblaue Donna-Karan-Kostüm drückten Glanz und Erfolg aus. »Bitte lass es gute Nachrichten sein. Ich habe meine Alkoholfläschchen aus dem Hotel bereits aufgebraucht. Ist es schon Freitag?«

Arilyn schüttelte mitfühlend den Kopf. Ihr rotes Haar fiel ihr in kerzengeraden Strähnen auf den Rücken. Ihre grünen Augen glänzten vor Sorge. Sie war sowohl Beraterin als auch Computergenie und hatte ihr Leben einem natürlichen, gesunden Weg zum Glück gewidmet. Sie trug ihr übliches Outfit aus Biobaumwolle und verbrachte ihre freie Zeit in Yogakursen oder beim Tierschutz. »Wollt ihr etwas Schokolade oder Süßigkeiten? Ich habe eine Tafel Kashi in meiner Handtasche.«

Kennedy warf ihr ein dankbares Lächeln zu. »Nein, danke. Die Kalorien spare ich mir auf. Ich bin wegen der Trennung von Sally und Tom geknickt. Ich dachte wirklich, sie wären perfekt füreinander. Ich hasse es, zu versagen.«

Kate tippte mit einem Finger auf den Schreibtisch. »Wir können nicht ständig zu hundert Prozent richtig liegen. Wir versuchen es noch mal und finden hoffentlich einen besseren Partner für die beiden.«

»Hoffentlich.« Kennedy zog einen Schmollmund. Sie hasste es, wenn eines ihrer Pärchen scheiterte. Jede von ihnen nahm ihren Job ernst, denn sie wussten alle, dass der Weg zur Liebe voller gemischter Gefühle war, inklusive zu häufigem Herzschmerz.

»Das erinnert mich daran, warum ich euch hergebeten habe.« Sie drehte ihren Apple-Monitor herum, sodass ihre Freundinnen ihn sehen konnten. »Wisst ihr noch, wie ich euch von meiner Nachbarin Riley Fox erzählt habe?«

Arilyn nickte. »CEO von Chic Publishing. Wurde von Fortune zur Frau des Jahres ernannt. Wunderschön, klug und wahnsinnig toll. Ich kann nicht fassen, dass sie noch immer in Verily lebt. Sind ihre Büros nicht in Manhattan?«

»Ja, aber Riley zieht es vor, außerhalb des Rampenlichts zu bleiben. Sie ist hier alteingesessen. Jahrelang habe ich versucht, sie mit Kinnections zusammenzubringen, aber sie hat immer abgelehnt.«

Kennedy neigte ihren Kopf zur Seite. »Vermutlich braucht Riley uns nicht. Ich wette, mit ihrem Background ist es kein Problem für sie, Männer zu finden.«

»Falsch. Nächste Vermutung.«

Arilyn ließ ein kleines Seufzen verlauten, als würde ihr ein Licht aufgehen. »Ah, das ist das Problem, nicht wahr? Jede Menge Quantität, aber wenig Qualität?«

Kate grinste. »Ihr letztes Date hat zu Ben & Jerry’s und einem Wochenendmarathon von Top Chef geführt. Sie ist dreiunddreißig und ihre biologische Uhr hat gerade zu ticken begonnen.«

»Tick tack«, sagte Kennedy. »Mieses Stück Technik, wenn du mich fragst. Wenn es nach mir ginge, hätte ich die Batterien schon längst rausgenommen.«

Kates Lippen verzogen sich zu einem Schmunzeln. »Wie oft hat Nate dir diesen Monat einen Antrag gemacht?«

Ihre Freundin schnaubte. »Ein paar Mal.«

Kennedy hatte ihren Seelenverwandten und die Liebe ihres Lebens in Nate Dunkle gefunden, aber sie scheute sich noch immer davor, den letzten Schritt zu machen und zu heiraten. Kate genoss es, dabei zuzusehen, wie die Mauern ihrer Freundin Stein für Stein in sich zusammenbrachen, seit Nate eingezogen war und dann beschlossen hatte, ihr zu zeigen, dass die Ehe keine tödliche Falle für Frauen war.

»Nun, Riley hat eine andere Herangehensweise. Ich habe ihr Interview gemacht und sie weigert sich, an einer Beratung oder einem Umstyling teilzunehmen.«

»Die Frau war auf dem Cover von Fortune. Sie braucht keinen Besuch im Shoppingcenter«, betonte Kennedy.

Arilyn kräuselte die Lippen. »Aber jeder könnte etwas Beratung gebrauchen. Wonach sucht sie, Kate?«

Hier wurde es heikel. Kate legte ihre Fingerspitzen aneinander und starrte ihre Freundinnen an. »Sie ist die gründlichste Klientin, die ich je getroffen habe. Sie weiß genau, was sie will, was sie nicht will und ist dabei so detailliert, dass ich dachte, wir würden nie einen passenden Partner für sie finden. Ich habe das neue Computer-Profiling-Programm benutzt, das du erstellt hast, A, und es ist etwas Verrücktes passiert. Ich habe eine vollständige Übereinstimmung bekommen.«

Kennedy lehnte sich vor. »Vollständig? Du redest von einhundert Prozent?«

Im Raum wurde es still. Das System, Leute via Computer zusammenzubringen, war ein heikler Balanceakt aus Wissenschaft, Bauchgefühl und Social Networking. Eine Übereinstimmung von achtzig Prozent galt als erstklassig und es gab bereits drei Ehen dank dieser Statistik. Doch diesmal war es etwas anderes.

Arilyns Gesicht hellte sich auf. »Das ist wundervoll. Wir haben den perfekten Partner für sie gefunden. Wer ist es?«

Kate drückte auf eine Taste und zeigte auf den Bildschirm.

Arilyn und Kennedy schnappten gleichzeitig nach Luft.

»Voller Name: Ryan Dylan McCray«, ließ Kate verlauten. »Bevorzugt es, als Dylan bekannt zu sein und auch so genannt zu werden.«

Arilyn sah blass aus. »Da muss ein Fehler vorliegen. Das ist unmöglich.«

Kennedy stieß ein humorloses Lachen aus. »Arilyn hat recht. Dylan ist seit über zwei Jahren bei uns. Er hat zwölf gemischte Dates, fünf Single-Feiern, zweiunddreißig Einzeldates und mehrere Beratungsstunden hinter sich. Er ist ein Peter-Pan-Milliardär, der zwar sagt, er will eine Ehefrau, uns aber innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach dem ersten Date anruft und behauptet, da wäre keine Chemie zwischen ihnen. Das Desaster ist nur noch eine Frage der Zeit.«

Kate deutete erneut auf den Bildschirm. »Ich weiß! Ich habe es unzählige Male überprüft, ihre Akten hervorgeholt und habe mir eigenhändig jeden einzelnen Punkt angesehen. Ihre Persönlichkeiten sind völlig gegensätzlich, trotzdem ordnet der Computer die beiden einander als perfekte Übereinstimmung zu.«

Arilyn schauderte. »Vielleicht ist hier etwas Größeres im Gange. Das Universum versucht, uns etwas zu sagen.«

Kennedy ging zum Monitor hinüber, ließ sich in den Stuhl neben dem Schreibtisch fallen und begann, die Diagramme und Daten zu studieren. »Ich vertraue dem Universum nicht, sondern Kate. Warum rufst du sie nicht beide ins Büro, legst deine Hände auf sie und bestätigst, ob sie füreinander bestimmt sind oder nicht?«

Kate stöhnte. Ihre Fähigkeit, die sie die »Berührung« nannte, wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Sie war dazu in der Lage, die elektrische Verbindung zwischen zwei Seelenverwandten zu spüren. Während ihrer endlosen Datingjahre war es eher ein Fluch gewesen – bis sie Slade Montgomery berührt hatte. Ein Kunde von Kinnections und das komplette Gegenteil von ihr. Dennoch hatte sie realisiert, dass sie zusammengehörten. »Ken, ich habe dir doch gesagt, dass wir unsere Firma nicht auf diese Weise führen. Ich werde nicht jedes Paar berühren und versuchen, die Leute so zusammen zu bringen. Wir sind auf all unsere Anlagen angewiesen. Darauf haben wir uns geeinigt, als wir eröffnet haben.«

»Sie hat recht«, ergriff Arilyn das Wort. »Wir nutzen Kate nicht als eine Art Abkürzung. Ich sage, wir arrangieren ein Date für die beiden. Sie haben nichts zu verlieren. Wenn es nicht klappt, wissen wir, es gibt eine Störung im System und ich werde es umprogrammieren. Wenn sie sich ineinander verlieben, ist es eine Win-Win-Situation.«