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Was Darmstadt erzählt

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Inhalt

Vorwort

Zauber im Künstlergarten

Die 70er-Jahre im Alice-Hospital

Liebesgeschichte am Hauptbahnhof

Wilde Kraken auf dem Skateplatz

Erstes Date im Jugendstilbad

Musik auf dem Karolinenplatz

Buckingham Palace im Bürogebäude

Theater im Gewächshaus

Vergangenes in der Voktoriastraße

Lebensentscheidung an der Tankstelle

Sonnenaufgang auf der Brücke

Sitzen in der Altstadtanlage

Große Liebe auf der Rheinstraße

Küssen auf der Mathildenhöhe

Überwältigung am Prinzenberg

Obdachlos vor der Post

Neues Leben auf der Landgraf-Georg-Straße

Darmstadt in der Krone

Korea auf der Mathildenhöhe

Urlaub am Hundertwasserhaus

Schwarzwaldhügel im Bürgerpark

Flucht in den Herrengarten

Heiligabend auf der Straße

Graffiti im Grünen Weg

Selbstmord von einem Garagendach

Diebstahl vor dem Friseurladen

Glücksmoment auf dem Friedhof

Spontan sein in der Centralstation

Trost im Prinz-Emil-Garten

Regenschutz unter Balkonen

Kindheitserinnerungen beim Bäcker

Leichenfund im Woog

Wohnen im Teehäuschen

Statue vor dem Fenster

Blinddarmdurchbruch an der Schlossmauer

Eroberung in der Schloßgartenstraße

Impressum

Vorwort

Nicht nur die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe, nicht nur die Brandnacht 1944 macht Darmstadt zu der Stadt, die sie ist. Vor allem die Menschen, die heute dort leben oder nur zu Besuch sind und ihre Geschichten prägen die Atmosphäre Darmstadts. Was Darmstadt erzählt ist ein alternativer Reiseführer, der die Geschichten solcher Menschen enthält. Sie sind zum Schmunzeln und Mitfühlen, zum Verstehen der Stadt und vor allem dazu gedacht, die dort angegebenen Orte selbst aufzusuchen.

Für ihre Bachelorarbeit in Online-Journalismus machte sich Johanna Kindermann auf, um Menschen auf der Straße nach ihren Orten in Darmstadt zu befragen und den Geschichten dahinter. Sie sprach mit Obdachlosen, mit Leuten vom Theater oder auch mit Studenten.  Aus allen Geschichten suchte sie 36 heraus und das Ergebnis ist der alternative Reiseführer Was Darmstadt erzählt.

Danke an schabernack.konstrukt, die die Illustrationen angefertigt hat.

Zauber im Künstlergarten

Über den Autor: Nach einem königlichen Leben in einem Palast voller Affen träumt der Hobbyautor nun von einem Leben in Südost-Asien und der großen Liebe.

Ich wohnte erst seit ein paar Monaten in Darmstadt, unweit der Mathildenhöhe. Mein Mitbewohner trieb mich an einem späten Frühlingsabend den Hügel hinauf, um ihm bei einer Zigarette zwischen den in gelbes Laternenlicht getauchten Statuen auf dem Gipfel des Jugendstils Gesellschaft zu leisten.

Als die Dunkelheit auch die letzten der ersten Blüten farblos werden ließ und eine angenehme Kühle mit sich brachte, machte mein Freund einen Satz von der Mauer, auf der er saß. Und verwehte die Stille um uns herum, wie der Wind den Rauch unserer Zigaretten. „Komm mit, wir gehen ein Stück. Ich will dir was zeigen."

Wir liefen einige Meter bergab und blieben vor dem Hoftor eines schönen Hauses stehen, das tagsüber sehr unscheinbar war. Nun aber leuchteten unweit des offenen Tores seltsame Laternen und behagliches Licht brannte im Innern des Hauses. Mein Freund betrat das Grundstück und erklärte mir, dass das Haus von einem fantasievoll angelegten Garten umgeben war. Und dieser sogenannte Vortex Garten, in dem wir nun standen, sei für die Öffentlichkeit zugänglich.

Ein Pfad führte, vorbei an Laternen und merkwürdigen Brunnenkonstruktionen, einmal um das Haus herum. Ein großes Trampolin stand hinter dem Haus und jeder Luftsprung wurde von einer Buddha-Statue direkt daneben beäugt. Ein großes, kraterartiges Loch, aus dessen nassem Zentrum eine leuchtende Säule aus Acryl zu wachsen schien, erzeugte schon fast einen mystischen Eindruck.

Wir waren alleine und Wasser plätscherte im Halbdunkeln vor sich hin. Eine mit Perlen bestückte, fast mannshohe Engelsfigur beobachtete uns aus einer der spärlich beleuchteten Ecken. Dies, so dachte ich, war wohl der einzige Ort, an dem sie nicht kitschig wirkte. Teilte sie sich