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Arbeitsrecht für Berufseinsteiger - André Stoffer

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1. Grundlagen des Arbeitsrechts

1.1 Was ist Arbeitsrecht?

Arbeitsrecht ist das Sonderrecht der Arbeitnehmer. Es setzt sich aus dem Individual- und dem Kollektivarbeitsrecht zusammen, umfasst alle Rechtsnormen über Arbeitsverhältnisse und dient vor allem dem Schutz des Arbeitnehmers.

1. Individualarbeitsrecht

Das Individualarbeitsrecht betrifft das einzelne Arbeitsverhältnis.

Es regelt die Rechtsbeziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Bezug auf Anbahnung, Inhalt, Übergang und Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Grundlegende Bestimmungen hierzu finden sich z.B. in den §§ 611 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG), dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG), dem Bundesurlaubsgesetz (BUrIG), dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG), dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) und dem Mutterschutzgesetz (MuSchG).

2. Kollektivarbeitsrecht

Das Kollektivarbeitsrecht regelt dagegen die Rechtsbeziehungen zwischen den überbetrieblichen Berufsverbänden und Koalitionen (Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände), sowie das Recht zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber. Es setzt sich vor allem aus dem Koalitions-, dem Arbeitskampf-, dem Tarif-, dem Mitbestimmungs- und dem Betriebsverfassungsrecht zusammen.

1.2 Wer ist Arbeitgeber und wer Arbeitnehmer?

Arbeitgeber

Arbeitgeber ist, wer mindestens einen Arbeitnehmer beschäftigt.

Der Arbeitgeber kann daher sowohl eine natürliche Person, eine juristische Person des Privatrechts (z.B. GmbH, AG, UG, Limited etc.) oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts (z.B. Bundesland, Gemeinde etc.) sein.

Arbeitnehmer

Arbeitnehmer ist, wer aufgrund eines privatrechtlichen Vertrags weisungsgebunden für jemand anderen Dienstleistungen gegen Entgelt entbringt. Das können auch Auszubildende sein, wie § 23 Absatz 1 Satz 2 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) zeigt. Allerdings gelten für Auszubildende nach §§ 10–26 Berufsbildungsgesetz (BBiG) gewisse Besonderheiten, da bei Auszubildenden nicht die Leistung fremdbestimmter Arbeit im Vordergrund steht, sondern die Erlernung fachlicher Fertigkeiten und Kenntnisse. Die Weisungsgebundenheit des Arbeitnehmers betrifft dabei vor allem Inhalt, Durchführung, Zeit, Dauer und Ort der Tätigkeit.

Freier Mitarbeiter

Abzugrenzen ist der Arbeitnehmer vom freien Mitarbeiter, der nicht weisungsgebunden für einen Arbeitgeber tätig wird und daher selbstbestimmt über Inhalt, Durchführung, Zeit, Dauer und Ort der Tätigkeit handelt.

2. Bewerbungsgespräch /

Bewerbungskosten

2.1 Welche Fragen darf der Arbeitgeber im Bewerbungsgespräch stellen?

Der Arbeitgeber darf in einem Bewerbungsgespräch nur Fragen stellen, an deren Beantwortung er im Hinblick auf das Arbeitsverhältnis ein berechtigtes, billigenswertes und schutzwürdiges Interesse hat. Das Interesse des Arbeitgebers muss im Vergleich mit dem Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers gewichtiger erscheinen. Dabei kommt es auch auf die zu vergebende Stelle an. Bei einer Führungskraft sind beispielsweise weitergehende Fragen zulässig als bei einem Produktions-Mitarbeiter.

Als zulässig gelten im Bewerbungsgespräch beispielsweise Fragen nach:

•  beruflichem Werdegang

•  Schulbildung einschließlich Abschlüssen

•  Zeugnisnoten

•  Wehr- und Ersatzdienstzeiten

•  Krankheiten, soweit sie die Eignung für die vorgesehene Tätigkeit beeinträchtigen

Als unzulässig gelten im Bewerbungsgespräch beispielsweise Fragen nach:

•  einer Schwangerschaft der Bewerberin (unzulässig wegen geschlechtsbezogener Diskriminierung)

•  Gewerkschafts- oder Parteienzugehörigkeit

•  Vorstrafen, soweit diese für die vorgesehene Stelle nicht von Bedeutung sind (Ausnahme z.B. Vermögensstrafen bei Kassierer)

2.2 Darf der Arbeitnehmer im Bewerbungsgespräch