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Epistemologische Überzeugungen als Bestandteil der professionellen Kompetenz von Lehrkräften und ihre Bedeutung für die Auswahl und Bewertung von Lernaufgaben aus Schulbüchern des Wirtschaftslehreunterrichts: Eine explorative Studie

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Summary

Der Bildungsauftrag berufsbildender Schulen zielt auf den Erwerb beruflicher Handlungskompetenz ab. Die Handelslehrer/-innen sind dazu gefordert, einen Unterricht zu gestalten, der diesen Erwerbsprozess unterstützt. Empirische Studien belegen, dass den Vorstellungen der Lehrenden von Wissen und Wissenserwerb ein wesentlicher Einfluss für die Gestaltung von Unterricht zukommt. Diese epistemologischen Überzeugungen besitzen handlungsleitende und -steuernde Funktionen. Als zentrales Element kaufmännischen Unterrichts gelten nach wie vor die in Schul­büchern enthaltenen Schulbuchaufgaben. Allerdings wurden sie bislang noch nicht unter der Perspektive epistemologischer Überzeugungen untersucht.

Es ergeben sich daraus drei Forschungsdesiderate:
1. Welche epistemologischen Überzeugungen spiegeln sich in Schulbuchaufgaben wider?
2. Welcher Zusammenhang besteht zwischen den in Aufgaben erkennbaren epistemologischen Überzeugungen und dem potentiellen Beitrag der Aufgaben zur Beförderung beruflicher Handlungskompetenz?
3. Welche Bedeutung haben epistemologische Überzeugungen von Lehrkräften für die Auswahl und Bewertung von Aufgaben aus Schulbüchern?

Für eine erste Klärung dieser Fragen werden 406 Aufgaben für das Lernfeld 10 aus fünf aktuellen Schulbüchern für Industriekaufleute analysiert. Mit Hilfe eines neuen Instruments zur Erfassung epistemologischer Überzeugungen in Lernaufgaben erfolgt zunächst die Bildung von empirisch belegbaren epistemologischen Typen von Aufgaben, die sodann in ihrem potentiellen Beitrag zur Beförderung beruflicher Handlungskompetenz charakterisiert werden. Die so durchgeführte Schulbuchanalyse bildet die Grundlage für eine Befragung von fünf Lehrer(inne)n an berufsbildenden Schulen mit einem Mehr-Methoden-Ansatz bestehend aus der Methode des lauten Denkens, einem problemzentrierten Interview und einem Fragebogen. Die Ergebnisse geben Hinweise, dass epistemologische Überzeugungen die Wahl von Aufgaben beeinflussen und einen geeigneten Ansatzpunkt zur Sicherung eines kompetenzförderlichen Unterrichts bilden können.

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