Die Liebe hat zwei Gesichter by Ina Imwald by Ina Imwald - Read Online

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Die Liebe hat zwei Gesichter - Ina Imwald

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Worte

1 Aller Anfang ist schwer

Argo sprang mit einem großen Satz auf Raphaels Bett, zog die Decke beiseite und stupste ihn auffordernd an.

»Buddy, nicht so stürmisch, ich brauche noch einen Moment«, gähnte Raphael.

Doch Argo, ein schöner schwarzer Staffordshire-Bullterrier-Kuvasz-Mix, knuffte sein Herrchen erneut und ließ sich schwer neben ihm auf den Rücken fallen. Raphael konnte bei diesem Anblick nicht anders, als seinem Hund den Brustkorb zu kraulen – der daraufhin zufrieden grunzte.

»So, genug. Auf, such die Leine!«, zum Abschluss klopfte Raphael dem Hund zweimal auf die Seite.

Sofort sprang Argo aus dem Bett und schnüffelte durch die Wohnung. Als er die Leine gefunden hatte, die Raphael jeden Abend versteckte, bellte er zweimal freudig und ging schwanzwedelnd zu seinem Herrchen zurück, die Leine und sein Geschirr im Maul.

»Du bist auch schon mal schneller gewesen«, grinste Raphael, der inzwischen seine Joggingklamotten angezogen hatte. Er legte Argo das Brustgeschirr und die Leine an, zusammen verließen sie das Haus.

Am Feldweg angekommen, checkte Raphael die Uhrzeit – 5.30 Uhr. Es war ein wolkenloser Sonntagmorgen Ende Juni, die ersten Vögel zwitscherten. Noch war niemand unterwegs, auch keiner der anderen Hundebesitzer oder Jogger.

Raphael dehnte sich kurz zur Aufwärmung. »Na Argo, welche Runde wollen wir heute laufen?«

Argo hob die Ohren, legte den Kopf schief und schaute sein Herrchen aufmerksam an, dann bellte er einmal lang.

»So? Ok, dann laufen wir die große Runde!«

Raphael leinte Argo ab und joggte in gemächlichem Tempo los, der Hund unmittelbar an seiner Seite. Sie liefen eine Weile den Feldweg entlang, vorbei an Bauernhöfen und Gestüten. Die Pferde waren noch nicht auf den Koppeln.

Argo entdeckte eine Bachstelze, die in Wellen auf- und abflog, und schoss ihr querfeldein hinterher. Raphael schmunzelte – immer wieder kam bei seinem Hund der Spieltrieb durch. Das war vor eineinhalb Jahren, als er ihn zu sich geholt hatte, auch schon so gewesen. Endlich flog die Bachstelze hoch hinauf und verschwand.

»Auf, Argo, hierher!«, pfiff Raphael seinen Hund wieder zu sich. Dieser trottete, man könnte sich fast einbilden, mit einem Lächeln auf den Lefzen, an die Seite seines Herrchens zurück.

Sie erreichten das Waldstück am Restaurant Zum Wildwechsel. Moos und Gras waren von Tau bedeckt. Es war ein Mischwald mit Birken, Ahornbäumen und Eichen. Dazwischen fanden sich vereinzelt Fichten und Lärchen. Nach zehn Kilometern kamen sie an die Kreuzung, an der es rechterhand zu einer großen, uralten Eiche ging. Raphael hielt kurz an, um Argo anzuleinen. Neben der Eiche befand sich ein Seerosenteich mit einer kleinen überdachten Rastmöglichkeit. Auf dem Teich waren immer Stockenten und Argo liebte es, sie zu jagen. Der Hund wurde deutlich langsamer und beäugte genau das Geschehen.

»Komm Buddy, du weißt doch, dass die Enten nicht mit dir spielen mögen, und heute gibt’s kein Bad für dich.«

Nach dem Teich liefen sie wieder schneller und beendeten ihre Waldrunde dort, wo sie begonnen hatte: beim Restaurant Zum Wildwechsel.

Die Sonne stand schon hoch am Himmel. Sie hatten wohl für die Runde länger gebraucht als sonst. Schnell marschierten sie zum Bäcker und im Anschluss nach Hause. Der Hund bekam ein einzelnes Brötchen in einer separaten Tüte, die er stolz im Maul zum Haus transportierte. Zurück in ihrer Dachgeschosswohnung füllte Raphael den Trinknapf mit frischem Wasser auf. Argo machte sich sofort darüber her. In der Zwischenzeit wurde auch der Futternapf gefüllt. Raphael kraulte sanft Argos Rücken, bevor er zum Duschen ins Bad verschwand.

Wie neugeboren stieg er aus der Dusche und zog sich eine schwarze Jeans und sein hellblaues Lieblingshemd an, das seine eisblauen Augen extrem zur Geltung brachte. Danach tippte er an den Hundekorb im Wohnzimmer und Argo sprang hinein. »Buddy, schlaf eine Runde und stell nichts an.«

Argo schaute seinem Herrchen betrübt hinterher.

Raphael verließ das Wohnzimmer und begab sich eine Etage tiefer. Dort erwartete ihn die leere Küche. Er setzte Kaffee auf, stellte das Radio mit seinem Lieblings-Rocksender an und deckte den Esstisch für drei. Kurz darauf ertönte ein verstörendes, aber wohlbekanntes Geräusch in seinem Rücken – Etienne, der verschlafen vor sich hin grummelte. »Mmmh, ich rieche Kaffee, wie spät ist es?«, nuschelte er, wobei er sich ausgiebig reckte und streckte.

»10 Uhr. Ihr seid gestern so zeitig gegangen!«, erwiderte Raphael.

»Pia hatte keine Lust mehr. Ich glaube, sie ist in Gedanken sehr bei ihrem Geburtstag. Wie lang warst du noch im Pub? Vermutlich konntest du wieder einen Treffer landen?«

»Bis 3 Uhr, die Livemusik war super. Ich hab noch eine hübsche Frau gefunden, allerdings war sie recht anstrengend. Wenn ich das vorher gewusst hätte ...«

»Das ist die gerechte Strafe für deine Umtriebigkeit«, lachte Etienne.

»Nicht so schnell, nicht so tief. Ach, und massier mir meine Brust ...«, äffte Raphael mit hoher Stimme die Frau nach.

»Dafür war es ein One-Night-Stand. Beide haben das Recht, auf ihre Kosten zu kommen. Frauen haben andere Bedürfnisse als Männer«, mit diesen Worten trat Pia zu den beiden Männern in die große Küche.

»Hallooo? Die hat mit mir den Sex ihres Lebens gehabt«, mimte Raphael den Entrüsteten.

Etienne schüttelte den Kopf.

»Genau! Für eine Nacht. Welche Frau will das nicht?!«, konterte Pia.

Raphael zog die Augenbrauen hoch, zuckte gespielt entschuldigend mit den Schultern. »Sie wissen vorher, auf was sie sich einlassen. Ich mache keinen Hehl aus meiner Einstellung.«

»Nur wissen sie vorher nicht, dass es«, Etienne hob die Hände und malte mit Zeige- und Mittelfingern Gänsefüßchen in die Luft, »der Sex ihres Lebens wird und sie ihn immer wieder wollen.«

Pia lachte aus vollem Hals, auch Raphael konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Die drei nahmen Platz am Frühstückstisch und unterhielten sich noch eine Weile über den gestrigen Abend und vor allem über die kommende Woche. Pia wurde dreißig und schmiss eine Party. Nie hätte Raphael gedacht, dass sie ihm so ans Herz wachsen würde. In der ersten Zeit war sie ihm mit ihrer hohen Quäkstimme, ihrer unbedarften Art und ihrem modelmäßigen Gehabe einfach nur auf die Nerven gegangen. Sie hatte ihn dafür ständig kritisch und abwertend gemustert.

Drei Monate lief das so, dann kam Etienne auf ihn zu und bat um ein Gespräch. Etienne und Raphael waren oft grundverschieden. Erst recht in Frauenfragen. Raphael wollte schon immer frei und ungebunden sein. Er mochte keine Nörgelei und Sex funktionierte für ihn nur für eine Nacht. Er vermied tunlichst jede Art von Emotionen. Für ihn war es einfach nur nervig gewesen, als Pia in Etiennes Leben trat.

»Raphael, du verunsicherst Pia und störst damit auch ihre Beziehung zu mir. Ich erwarte nicht, dass du dich verstellst, aber du hast dich, ehrlich gesagt, auch nie bemüht, freundlich zu ihr zu sein. Es ist wirklich wichtig für mich! Zeig einfach nur etwas Interesse und keine Sticheleien mehr, bitte!«, hatte Etienne damals schon fast gefleht.

»Sie wirkt immer abweisend. Was soll ich machen? Ich weiß nicht mal, wofür sie sich interessiert.«

»Hör auf, das Unschuldslamm zu spielen. Du bist immer kalt zu ihr. Ich weiß genau, wie viel Mühe du dir geben kannst, wenn du es willst. Mit den Freundinnen der Jungs kommst du, von Zoe abgesehen, auch gut klar«, hatte Etienne mit Nachdruck erwidert.

Raphael registrierte, dass sein Kumpel wirklich verzweifelt war. Also suchte er in den folgenden Wochen bewusst Pias Kontakt, statt sie zu meiden. Es lief schleppend an und war harte Überwindung für ihn. Immer wieder fragte er sich, was Etienne an der Bohnenstange fand, die in seinen Augen viel zu viel Wert auf ihr Äußeres legte, ewig lang im Bad brauchte, scheinbar nie etwas allein hinbekam und sicher im Bett genauso steif und unbeweglich war.

Etienne und Pia waren bereits mehr als ein halbes Jahr ein Paar, als der Sommer begann. Die Kumpels veranstalteten in dem Garten, der zu Raphaels Grundstück gehörte, regelmäßig ihre berüchtigten Pool- und Grillpartys. Dazu waren auch die anderen Dorfbewohner immer willkommen.

In diesem ersten Sommer hatte Pia ihr Geschick in der Küche gezeigt und die Jungs tatkräftig bei den Partyvorbereitungen unterstützt. Ihre Salate waren bald genauso legendär wie das Grillfleisch von Raphael.

Auch fuhr die Clique einmal im Jahr für eine Woche zelten und vertrieb sich mit diversen Spielen und allabendlichen Lagerfeuern die Zeit. Als Pia das erste Mal dabei war, hatte sie sich lange mit Raphael unterhalten, über das Reisen. Pia blühte regelrecht auf und berichtete von einigen Kurztrips in Europa mit ihrer Freundin Hannah. Sie schwärmte von den Fotos, die Hannah machte, die bereits etliche Low-Budget-Urlaube in exotischen Ländern hinter sich hatte. Pia konnte gar nicht mehr aufhören zu reden, erzählte auch von Hannahs Halsbandleguanen, die sie für ihre Freundin versorgte, während sie im Ausland arbeitete.

Langsam, mit der Zeit, änderte sich Raphaels Meinung über Pia. Sie fanden mehr Gesprächsthemen. Sie lobte ihn für sein Gitarrenspiel und seinen Gesang, seine tiefe Bassstimme, und lud ihn sogar in die Wohnung ein, die sie mit Hannah teilte.

In der modern eingerichteten Wohnung fehlten fast komplett Dekoartikel. Dafür gab es einige Pflanzen und wunderschöne Fotografien an den Wänden. Das Terrarium, das viel Platz im Wohnzimmer einnahm, zog Raphael in seinen Bann. Er begeisterte sich sofort für die possierlichen Halsbandleguane und bemerkte Pias Ekel vor dem Lebendfutter. Auch sahen die Pflanzen in der Wohnung ziemlich erbärmlich aus – Pia hatte einfach keinen grünen Daumen. Er bot ihr an, die Versorgung der Halsbandleguane und der Pflanzen zu übernehmen, nach Rücksprache mit ihrer Freundin Hannah stimmte Pia zu. Sie war heilfroh, dass Raphael ihr die Fütterung abnahm. Mit Reptilien konnte sie nichts anfangen. Das passte zu ihr – sie war viel zu ladylike dafür.

Diese Situation sollte ursprünglich ein halbes Jahr dauern, doch auch nach eineinhalb Jahren war Pias Freundin noch nicht zurückgekehrt. Sie besaß Bücher zur Haltung der Leguane und wenn Raphael Fragen dazu hatte, kontaktierte er Hannah per Mail, Pia hatte gleich am Anfang klargemacht, dass sie nicht als Mittelsfrau fungieren würde. In den Mails ging es ausschließlich um die Halsbandleguane.

Diese Hannah überhaupt nicht zu kennen, störte Raphael nicht, obwohl er es strange fand, dass sie so lange wegblieb und Leute, die sie nicht kannte, in ihre Wohnung ließ. Die fremde Wohnung betrat er zwar niemals allein, nur, wenn Pia da war, aber er an Hannahs Stelle hätte es nicht erlaubt. Seine Wohnung war ihm heilig.

Er fragte sich, wie Hannah aussah. Es waren keine Fotos von ihr in der Wohnung. Pia horchte er über die Wandbilder aus. Sie freute sich über sein Interesse und zeigte ihm mehrere der unzähligen Urlaubsalben, die von eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen und authentischen Bildern von Einheimischen nur so strotzten. Ihm fiel auf, dass auch in diesen Alben kein Foto von Hannah war. Doch ihr Talent, Emotionen in eine Momentaufnahme zu bringen, war unverkennbar.

Pia wurde ihm immer sympathischer. Das Einzige, was er nicht verstand und das ihn störte: Je länger und besser sie sich kannten, desto häufiger nannte sie ihn Ben. Er korrigierte sie jedes Mal und jedes Mal entschuldigte sie sich. Aber wenn er sie fragte, wie sie auf diesen Namen kam, tat sie es als Versehen ab – jedes ... einzelne ... Mal! Sie log mit Sicherheit.

Doch warum? Wehe, sie brach Etienne das Herz!

Nach einigen Monaten nervte ihn ihre Stimme nicht mehr so sehr. Er begann sie zu mögen und freute sich für seinen Kumpel. Und der strahlte über die Fortschritte.

Dennoch oder gerade wegen des glücklichen Pärchens, mit dem er zusammenlebte, fühlte Raphael sich einsam. Der Schmerz, verlassen worden zu sein, schwand zwar mit jedem Tag mehr, Argo sei dank, aber sein Herz zeigte er nur noch einer Handvoll Freunden. Für alle anderen errichtete er dicke Mauern, um sich abzuschirmen.

2 Das Geburtstagskind

In wenigen Tagen wurde Pia dreißig. Die Vorbereitungen für die große Feier liefen bereits. Schade nur, dass sie ohne ihre beste Freundin stattfinden würde, Hannah hatte ihren Arbeitsvertrag in Neuseeland erneut verlängert.

Sie fehlte ihr sehr. Auch der regelmäßige Videochat konnte das nicht wettmachen. Zum Glück gab es Etienne. Er war ihr eine große Stütze in den beiden Jahren ohne Hannah gewesen. Im Grunde hatte sie es auch Hannah zu verdanken, dass sie mit Etienne zusammen war.

Hanni, wie sie gar nicht gerne genannt wurde, hatte sich in der Anfangszeit für Etienne ausgesprochen, obwohl sie ihn nie getroffen hatte. Sie war meistens vorurteilsfrei und bewertete mit ihrem Bauch, dem Herzen und ihrem scharfen Verstand, ohne jede Hast. Pia hingegen war impulsiv und ungeduldig, sie urteilte oftmals vorschnell, das war ihr selbst bewusst.

Seitdem Hannah das Land verlassen hatte, fühlte Pia eine Leere, die auch Etienne nicht vollends füllen konnte. Sie wusste zwar, dass es nicht für immer war, aber als Hannah ihr damals davon erzählte, hatte Pia wieder dieses Gefühl beschlichen wie zweieinhalb Jahre zuvor. In dieser Zeit fürchtete sie, die Freundschaft zu Hannah verloren zu haben. Die Sache mit Ben war eine große Zerreißprobe gewesen.

Hannah und Pia waren zusammen aufgewachsen. Als Hannah ihre Heimat verlassen hatte, meldete sie sich lange bei niemandem. Erst ein Jahr später hatte sie wieder Kontakt zu Pia aufgenommen. Pia hatte sich dann schnell entschieden, ihrer Freundin hinterherzuziehen, um genau zu sein, direkt in ihre Wohnung.

Hannah hatte sie unterstützt und bestärkt, beruflich einen anderen Weg einzuschlagen, mehr aus sich zu machen. Sie war schon immer ein Freigeist. Also hatte sich Pia für einen Studienplatz in Hannahs Wahlheimat beworben. Doof nur, dass Hannah ausgerechnet in dieser Zeit die Zusage für einen Auslandsaufenthalt erhielt. Lediglich sieben Wochen lang wohnten sie zusammen. Dann war Pia allein in Hannahs Wohnung. Nun gewährte die Freundin ihr schon seit über zwei Jahren Asyl. Dafür musste sie sich um die drei Halsbandleguane kümmern, was aufgrund der Futtertiere wie Schaben, Heimchen, Wachsmaden und Co. eine ernsthafte Überwindung darstellte. Allerdings war glücklicherweise Raphael Feuer und Flamme für die Reptilien ...

Pia wusste noch immer nicht, wie es nach Hannahs Rückkehr in einem halben Jahr weitergehen sollte. Gerne würde sie mit Etienne zusammenziehen, doch genauso gern eine Weile mit Hannah wohnen.

»Hey Schatz, alles klar bei dir? Du scheinst gedankenverloren«, sagte Etienne, der gerade das Wohnzimmer betrat, in dem Pia stand und auf das Terrarium starrte.

»Ja, alles in Ordnung. Ich bin nur etwas wehmütig, weil Hannah nicht auf meine Fete kommen kann.«

»Stimmt, das ist wirklich schade, aber bald ist sie wieder zurück und ihr könnt nachfeiern. Wer weiß, ob es ihr nicht zu viele fremde Leute geworden wären.«

Pia schüttelte energisch den Kopf und erklärte Etienne, dass Hannah doch ihre Eltern kannte und sich allein deshalb schon gut unterhalten würde. Außerdem hatte sie ihrer Freundin ausgiebig von all den Menschen erzählt, die sie hier kennengelernt hatte. »Allen voran von dir!«

Zärtlich umarmte Pia Etienne und hauchte ihm ein Küsschen auf die Wange.

Etienne strahlte sie bis über beide Ohren verliebt an: »Das war die beste Entscheidung deines Lebens. Und ich lass dich nie wieder gehen!« Begehrlich drückte er sie an sich. »Hast du mit deinen Eltern schon geklärt, wo sie schlafen wollen und wo du schlafen wirst?«

»Ich habe dir doch bereits mehrmals gesagt, dass ich mit den beiden in Hannahs Wohnung schlafen werde«, antwortete Pia gereizt.

»Ja Babe, das habe ich nicht vergessen. Aber ich fände es schöner, dich bei mir zu haben. Dann könnten wir uns einen tollen Morgen machen. Deine Eltern bekommen ihre Zeit auch alleine vertan. Sie kennen sich mittlerweile gut hier aus«, erwiderte Etienne. »Frag sie bitte einfach, was sie von meinem Vorschlag halten. Euch bleibt danach noch die ganze Woche Zeit zum Quatschen.«

Pia verdrehte die Augen. Etienne musste endlich lernen zu verzichten, vor allem, wenn Hannah wieder zurückkam, dann würde der Wind anders wehen.

»Denk doch nur mal, am Ende wollen deine Eltern noch mithelfen!«

»Oookay, ich frage die beiden morgen, wenn wir telefonieren. Verlass dich aber bloß nicht darauf, dass es so läuft, wie du willst!«

Später im Großhandelsmarkt besorgten sie alles, was sie für die Feier brauchten. Sie arbeiteten als Erstes die Getränkeliste ab: vier große Bierfässer, etliche Flaschen Wein, Sekt, Säfte und diverse hochprozentige Sachen. Dann holten sie noch Party-Dekosachen und mehrere Eimer Chips. Höchstwahrscheinlich viel zu viel.

Wieder zurück beim Haus war Raphael zur Stelle, er und Etienne schleppten die Einkäufe in den Keller.

Zum Glück habe ich die beiden Jungs und muss mich nicht um die Schlepperei und die Essensvorbereitung kümmern, dachte Pia. Etienne hatte