ALIEN-HYBRIDEN! Sie sind mitten unter uns by David M. Jacobs by David M. Jacobs - Read Online

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ALIEN-HYBRIDEN! Sie sind mitten unter uns - David M. Jacobs

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Einleitung

Der Hintergrund

Bernard Davis erzählte mir 2003 während einer Hypnosesitzung eine absurde Geschichte. Er sagte, er habe mit seinem guten Freund Eric ein Baseballspiel der Baltimore Orioles besucht. Aber Bernard wusste absolut nichts über Eric. Er kannte weder seinen Nachnamen, noch wusste er, woher er stammte oder welchen Beruf er ausübte. Er wusste nicht einmal, wie er ihn kennengelernt hatte. Dennoch waren er und Eric seit mehr als siebzehn Jahren sehr eng befreundet. Bernard zeigte mir sogar ein Foto von Eric aus dem Jahr 1995: ein unauffällig aussehender Mann von Anfang bis Mitte dreißig, der neben Bernard an der Küste Brasiliens auf einem Fischerboot saß.

Im Laufe der Jahre haben mir viele Entführte von »speziellen Freunden« erzählt, die sich schon in der Kindheit mit ihnen angefreundet hatten und mit denen sie dann jahrzehntelang an Bord von UFOs, oder auch in völliger Abgeschiedenheit auf der Erde, zusammengekommen waren.¹ Doch Bernards Beziehung zu Eric war anders. Sie trafen sich nicht nur an Bord eines UFOs oder heimlich, sondern verbrachten auch in der Öffentlichkeit Zeit miteinander. Sie verabredeten sich in Restaurants, fuhren gemeinsam an verschiedene Orte, trafen sich in fremden Ländern, wenn Bernard dort auf Geschäftsreise war, oder besuchten zusammen Sehenswürdigkeiten. Sie führten auch lange Gespräche über das Leben in der menschlichen Gesellschaft. Das Problem daran ist: Eric ist ein Hybride – eine Mischung aus Mensch und Außerirdischem.

Noch vor wenigen Jahren hätte ich Bernards Baseball-Geschichte für ein unbewusstes Produkt seiner Fantasie gehalten. Eine solche öffentliche Interaktion zwischen Mensch und Hybride passte zu keiner der Beschreibungen, die ich seit dem Beginn meiner Entführungsforschung jemals gehört hatte. Aber bald nach dem Beginn von Bernards Sitzungen mit mir fingen andere Entführte an, ebenfalls von Treffen mit Hybriden in der Öffentlichkeit zu berichten. Was sie erzählten, war neu und alarmierend. Sie nahmen nicht mehr nur an Bord von UFOs an Aktivitäten mit Außerirdischen und erwachsenen Hybriden Teil, sondern interagierten nun auch in aller Öffentlichkeit auf komplexe Weise mit heranwachsenden und jungen erwachsenen Hybriden, die alle nur ein einziges Ziel vor Augen hatten: eine Eingliederung in die menschliche Gesellschaft. Mehrere Entführte hatten einen eigenen »Eric«. Bernards Geschichte über den Besuch eines Baseballspiels mit Eric stimmte mit meinen anderen Forschungsergebnissen überein. Durch meine Untersuchungen hatte ich eine beträchtliche Anzahl von Hybriden auf der Erde entdeckt.

Das vorliegende Buch erzählt, wie ich zu dieser scheinbar absurden Behauptung komme. Es gründet auf meinen früheren Büchern und meiner 50-jährigen Erforschung von UFOs und Entführungen. In Anhang A habe ich einen kurzen Überblick über meine eigenen Recherchen und einige andere Bücher zusammengestellt, um den Lesern eine Basis zum Aufnehmen der hier gelieferten Informationen zu geben. Das Buch selbst wird aufzeigen, wie Hybriden sich in die menschliche Gesellschaft integrieren und welche Strategien sie einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Schilderung beruht auf Gesprächen mit vierzehn Entführten, einem Bruchteil der 1.150 Entführungsfälle, die ich im Laufe der Jahre untersucht habe. Ihre Aussagen haben mich zu einigen überraschenden Schlussfolgerungen geführt.

Meine Ansichten zum Thema der außerirdischen Integration haben sich mit der Vertiefung meines Wissens gewandelt. Inzwischen weiß ich genug, um Theorien über die Identität dieser Wesen und ihrer Aktivitäten aufstellen zu können. Leider kenne ich aber den Hauptgrund, das »Warum«, immer noch nicht. Am Ende dieses Buches lege ich einige mögliche Erklärungen vor. Dennoch ist das Warum nach wir vor die wichtigste unbeantwortete Frage in der UFO- und Entführungsforschung.

Im vorliegenden Buch werde ich unser aktuelles, bis vor Kurzem noch unbekanntes Wissen um das Entführungsphänomen untersuchen. Kapitel 1 behandelt die Aussagen der Entführten und unsere Möglichkeiten, ihre Erfahrungsberichte genauer zu untersuchen. Kapitel 2 definiert Entführungen neu, beschreibt, wer die Entführten sind, umreißt ihre Funktion innerhalb der Planung der Außerirdischen, erläutert die Ziele der Außerirdischen im Detail und beginnt, den Aufbau des Entführungsprogramms eingehender zu analysieren. Kapitel 3 umreißt das Training an Bord der UFOs und die Evaluation von jungen Hybriden, die sich schließlich in die menschliche Gesellschaft eingliedern werden. Kapitel 4 beschreibt die Ausbildung und Evaluation älterer Hybriden. In Kapitel 5 werden die Besuche der Hybriden bei den Entführten, wo sie sich in häuslicher Umgebung mit der menschlichen Lebensweise vertraut machen, detailliert beschrieben. Kapitel 6 zeigt, wie Entführte den Hybriden beim Einzug in eigene Wohnungen helfen und sie darauf vorbereiten, »lebensechte« Situationen zu handhaben. Kapitel 7 zeigt die verschiedenen Anpassungsprobleme der Hybriden auf. Kapitel 8 erörtert, auf welche Weise Hybriden die Komplexität menschlicher Beziehungen erlernen. In Kapitel 9 wird erklärt, wie Entführte dazu ausgebildet werden, die Arbeit Außerirdischer zu leisten, wodurch wir einen Blick in die Zukunft erhaschen. Kapitel 10 spekuliert über die Bedeutung des außerirdischen Programms. Historiker benutzen normalerweise keine konditionalen Begriffe wie könnten, würden, sollten, möchten und wahrscheinlich, aber ich werde sie in diesem Buch dennoch verwenden.

Letztlich handelt das vorliegende Buch nicht von Entführungen, sondern vom Planungsprogramm der Außerirdischen und von der Rolle, die die Entführten darin spielen. Meine Erforschung hat mehr Einzelheiten dieses Programms offenbart, als je zuvor bekannt wurden. So geheimnisvoll die Außerirdischen auch sind – ihre Aktivitäten bewegen sich durchaus im Rahmen unseres Begriffsvermögens. Je mehr Hinweise wir entdecken, desto mehr werden wir lernen. Ich hoffe, dass das Buch einen Schritt in diese Richtung darstellt.

1Die Entführten und ihre Aussagen

»Sind sie hier?«

Mir ist klar, dass das Konzept einer Eingliederung Außerirdischer in die menschliche Gesellschaft irrwitzig klingt. Die Vorstellung, dass sich außerirdisch-menschliche Hybriden mitten unter uns befinden könnten, ist an sich schon absurd. Wenn mich früher die Medien interviewten, war meine Lieblingsfrage immer: »Glauben Sie, dass Außerirdische unter uns sind?« Ich mochte diese Frage, weil sie mir die Gelegenheit gab, »Absolut nicht! Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass Außerirdische unter uns sind!« zu antworten. Diese Aussage ermöglichte es mir, mich in der Welt des vermeintlichen Wahnsinns, in der ich lebte, normal zu fühlen. In diesem Buch lege ich allerdings Beweise dafür vor, dass Außerirdische nicht nur als Beobachter unter uns sind, sondern sogar hier leben. Mir ist klar, dass ich damit eine Grenze überschreite, um die die meisten Entführungsforscher – insbesondere die meisten Ufologen – einen großen Bogen machen. Aber als Wissenschaftler muss ich den Hinweisen folgen, wohin sie mich auch führen.

Trotzdem ist mir eher unbehaglich dabei zumute, dass ich das, was ich herausgefunden habe, nun veröffentliche. Solche abwegigen Aussagen zu glauben, wirkt einfach schwachsinnig und gibt den unerbittlichen Skeptikern, die beharrlich auf den Boden der bekannten Tatsachen pochen, noch mehr Munition. Zu schreiben, dass ein Entführter zusammen mit einem Hybriden ein Baseballspiel besucht hat, ist mir peinlich und bestärkt die Skeptiker noch mehr. Aber trotz meines persönlichen Unbehagens bin ich mir der Wahrheit der Informationen, die ich hier darlege, sicher. Dennoch sollte den Lesern bewusst sein, dass kein Autor unfehlbar ist und dass entführte Personen vielleicht nicht über ein eidetisches Erinnerungsvermögen verfügen.

Im vorliegenden Buch verwende ich wesentlich mehr wörtliche Zitate aus Mitschnitten als je zuvor, denn es sind Aufzeichnungen von persönlichen Berichten aus erster Hand. Die meisten Aussagen habe ich auf das Wesentliche reduziert, indem ich beiläufige Konversationen zwischen mir und den Entführten sowie irrelevante Äußerungen gestrichen habe. In allen Fällen habe ich jedoch Bedeutung und Zusammenhang der Gespräche festgehalten.

Um die Nützlichkeit dieser Mitschnitte zu verstehen, muss man sich die persönlichen Risiken bewusst machen, die entführte Personen häufig auf sich nehmen, wenn sie ihre Erfahrungen beschreiben. Viele Entführte sind erfolgreiche Individuen mit hohen beruflichen Qualifikationen und großem professionellen Können, die sowohl ihren Lebensunterhalt als auch ihren guten Ruf aufs Spiel setzen, wenn sie über ihre Erfahrungen sprechen. Entführte kommen aus allen Gesellschaftsschichten. Unter ihnen gibt es Ärzte, Geschäftsleute, Rechtsanwälte, Psychologen, Psychiater, Wissenschaftler, Universitätsprofessoren, Doktorranden, Polizisten, Bibliothekare, Einzelhändler, Arbeiter, Rentner und Arbeitslose. Sie alle riskieren Spott und Verachtung, wenn sie behaupten, von Außerirdischen entführt worden zu sein. Eine entführte Person, die über ihre Erfahrungen sprach, wurde von ihrem Arbeitgeber entlassen. Andere erzählten ihren Ehepartnern von ihren Entführungen und mussten dann erleben, dass ihre Berichte in Scheidungsund Sorgerechtprozessen gegen sie verwendet wurden, um ihre geistige Instabilität zu dokumentieren.

Wenn derartige Erfahrungen Nicht-Entführten erzählt werden, ergibt sich daraus nur äußerst selten etwas Positives. Sogar wenn sich jemand lediglich für diese Thematik interessiert, ohne zu behaupten, selbst entführt worden zu sein, kann es schon geschehen, dass seine Mitmenschen seine geistige Gesundheit in Frage stellen. Wenn Kinder in der Schule von ihren Entführungen durch Außerirdische erzählen, werden sie rücksichtslos verspottet und lernen schnell, ihre Erinnerungen für sich zu behalten. Dennoch überwiegt das Bedürfnis vieler Entführter, zu verstehen, was ihnen widerfahren ist, häufig die Gefahren einer Offenlegung. Diese Menschen kommen aus Verzweiflung zu mir und sind getrieben von der Notwendigkeit, eine logische Erklärung für die scheinbar irrationalen Aktivitäten zu finden, die sich in ihr Leben gedrängt haben.

Die meisten der vierzehn Entführten, deren Erfahrungen ich in diesem Buch auswerte, habe ich ausgewählt, weil sie die Schlussphase des Entführungsprogramms der Außerirdischen und die neuen, erschreckenden Aspekte ihrer Absichten am Besten erläutern. Alle hier aufgelisteten Namen sind Pseudonyme, um die Anonymität der Betroffenen zu gewährleisten. Tabelle 1 zeigt eine Liste der Entführten mit dem falschem Namen, dem tatsächlichen Geburtsdatum und ihrem Geburtsland, dem Jahr, in dem ich mit ihnen zu arbeiten anfing, und ihrem Beruf.

Tabelle 1: Die Profile der Entführten

Die meisten Sitzungen hatte ich mit Betsey. Zwischen 1999 und 2007 untersuchten wir über hundert Entführungen, und ich hatte die beispiellose Gelegenheit, mit ihr mehr als ein Jahr lang mindestens einmal wöchentlich (manchmal öfter) eine Sitzung durchzuführen. Dadurch erhielt ich einen tieferen Einblick in ihr Alltagsleben, und das ermöglichte es mir, die unbekannten Einzelheiten des Entführungsprogramms zu entdecken. Soviel ich weiß, hatte bisher kein anderer Forscher einen so intensiven Zugang zu einer entführten Person. Betsey konnte ihre Erlebnisse großartig beschreiben, und ich zitiere sie in diesem Buch häufig.

Hypnose und Hinweise

In der Entführungsforschung bestehen die Daten schlichtweg aus menschlichen Erinnerungen, die durch Hypnose wachgerufen werden – oft durch Amateure. Ich bin mir der Schwächen dieser Methodologie durchaus bewusst. Aber das außerirische Programm liegt tief verborgen, und nur wenige Entführte können sich bewusst an ihre Entführungen erinnern. Deshalb haben entführte Personen einzigartige Probleme, detaillierte Erinnerungen an ihre Entführungen abzurufen, und den Forschern gelingt es selten, ihnen präzise Beschreibungen zu entlocken. Leider gibt es derzeit weder Ausbildungskurse im Bereich der Entführtenhypnose noch zuverlässige Bücher zu diesem Thema. Man lernt durch systematisches Ausprobieren und die eigenen Erfahrungen. Um in der Entführtenhypnose kompetent zu werden, braucht man gründliche Kenntnisse des Entführungsphänomens und muss lernen, die Fallgruben innerhalb der herausgelockten Erinnerungen wahrzunehmen. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die diese Fertigkeiten besitzen.

Doch selbst bei kompetent geführter Hypnose sind die Entführungsbeschreibungen umstritten. Die Hinweise auf das Entführungsphänomen sind anekdotenhaft und oft unvollständig. Und wie es bei unvollständigen Daten zu erwarten ist, ergeben sich aus solchen Berichten oft mehr Fragen als Antworten. Überdies fantasieren sich Entführte womöglich irgendetwas zusammen, um ihren Erinnerungsverlust zu kompensieren. Sie erzählen dann von Ereignissen, die entweder gar nicht stattfanden (wobei sie selbst an das Erzählte glauben), oder ganz anders verliefen als in ihrer Erinnerung. Trotz dieser Probleme weisen jedoch sowohl die Einzelheiten als auch der Erzählstoff im Allgemeinen bis dato eine Folgerichtigkeit auf, deren Stringenz nicht durch individuelle Fantasien hätte zustande kommen können. Wenn Forscher auf kompetente Art und Weise die Erinnerungen von Entführten hervorlocken, erhalten wir einen realistischen Einblick in die befremdliche Welt der Entführungen durch Außerirdische.

Fantasie und Irrtum

Entführungsberichte, an die sich die Betroffenen ohne die Hilfe kompetenter Hypnose erinnerten, sind meist unglaubwürdig, auch wenn die Entführten von der Echtheit und Wahrhaftigkeit ihrer Erinnerungen überzeugt sind. Selbst unter kompetenter Hypnose treten während der ersten Sitzungen häufig Fabrikationen auf, also durch Fantasie angereicherte Erinnerungen, die sich erst in späteren Versuchen allmählich abbauen. Ausübende Hypnotiseure müssen lernen, fabrizierte Erinnerungen mittels geeigneter Kontrolltechniken zu erkennen und zu berichtigen. Leider erkennen unerfahrene oder leichtgläubige Entführungsforscher Fabrikationen oft nicht, und manchmal unterstützen sie falsche Erinnerungen sogar durch unsachgemäße Fragen. Dies führt zu verfälschten Berichten, die inkompetente Forscher dann für bare Münze nehmen.

Die Telepathie ist ein Beispiel für die Gefahren der Fabrikation. Immer wieder wird die Kommunikation der Wesen an Bord von UFOs als telepathisch beschrieben. Die Entführten beschreiben den Vorgang als ein Spüren der Gedanken. Darum ist es für sie äußerst schwierig, zwischen ihren eigenen Gedanken und einer vermeintlichen Kommunikation mit den Außerirdischen zu unterscheiden. In den bewussten Erinnerungen der Entführten geschieht dies häufig.

Andere Irrtümer werden von den Entführungsforschern selbst verursacht. Manche hegen eigene Absichten, die sie den Entführten suggerieren – sei es nun subtil oder ganz unmittelbar. Manche Forscher glauben zwar fest an die Entführungsphänomene, tendieren aber zur »New Age«-Philosophie, und das bedeutet, sie glauben, dass die Außerirdischen hier sind, um uns zu einer höheren Bewusstseinsebene zu führen. Die Außerirdischen werden uns spirituell erleuchten, uns lehren, einander oder die Erde zu heilen, Kriege zu beenden, die Zerstörung der Umwelt aufzuhalten und Massenvernichtungswaffen zu eliminieren, und sie wollen uns darauf vorbereiten, einer freundlichen Planetengemeinschaft beizutreten.

Manchmal stolpere ich über Berichte, in denen Außerirdische über die Umweltzerstörung sprechen. Sollten diese Erinnerungen zutreffend sein – was ich ernsthaft bezweifle –, geht es den Außerirdischen dabei jedoch kaum darum, die Umwelt für uns Menschen zu retten, sondern vielmehr um die Erde als einen Planeten, auf dem sie selbst leben wollen. Ich erörtere diese Argumentation ausführlich 1998 in meinem Buch Bedrohung – Die geheime Invasion der Aliens.

Wachrufen der Erinnerungen und die Entstehung von Mustern

Wenn ich Hypnosesitzungen mit Entführten leite, verwende ich einfache Entspannungstechniken. Die Personen befinden sich nicht im Trancezustand. Manchmal sagen sie mir, dass sie gar nicht hypnotisiert seien, und ich entgegne ihnen dann, dass das nicht von Belang sei. Während der Sitzungen stelle ich logische und chronologische Fragen, die man kaum als suggestiv bezeichnen könnte. Die entführte Person gibt selbst vor, was ich sie fragen kann. Wenn die Person zum Beispiel sagt, sie läge auf einem Tisch und ginge dann in einen anderen Raum, dann frage ich sie, wie sie vom Tisch aufgestanden ist. Nachdem sie mir das gesagt hat, frage ich, ob sie jetzt steht und was sie von dieser neuen Position aus sehen kann. Falls sie anfängt zu gehen, frage ich, in welche Richtung. Geht sie auf eine Tür zu, frage ich, wie die Tür aussieht. Verlässt sie einen Raum, frage ich, ob sie geradeaus oder nach rechts oder links geht. Sagt sie, dass sie sich auf einem Gang befindet, frage ich nach Größe, Beschaffenheit, Beleuchtung und anderen Einzelheiten.

Man kann diese Art der Fragestellung leicht übertreiben, deshalb versuche ich, sie in Maßen zu halten. Oft lasse ich meine Fragen offen, damit meine Meinung die Antworten nicht beeinflusst. Bei neuen Personen, mit denen ich höchstens drei Sitzungen durchgeführt habe, versuche ich, subtil irreführende Fragen zu stellen, um ihre Beeinflussbarkeit zu testen. Ich habe festgestellt, dass Menschen sich selten von etwas abbringen lassen. Nach einigen Sitzungen, sobald die Person mir einigermaßen vertraut ist und ich nicht mehr auf Fabrikationen achten muss, führe ich eher ein Gespräch als eine Befragung. Diese einfachen und logischen Techniken helfen, Fabrikation zu verhindern und die Erinnerungen wachzurufen.²

Entführungsforschung besteht aus dem Aufdecken von Mustern. Ohne erkennbare Muster wären alle Erinnerungen individualistisch und darum fast mit Sicherheit fabriziert. Unterschiedliche psychologische Phänomene würden zu völlig verschiedenen Entführungsberichten führen. Tatsächlich gäbe es ohne Muster überhaupt kein Entführungsprogramm zu erforschen.

Typischerweise höre ich jedoch immer und immer wieder die gleichen Entführungsberichte. Manche spezifischen Ereignisse habe ich Hunderte von Malen mit genau den gleichen Einzelheiten gehört – einige davon so oft, dass ich darum kämpfen muss, wach zu bleiben. Aber gerade dieser einschläfernde, sich wiederholende Aspekt ist für das Verifizieren der Geschehnisse von höchster Wichtigkeit. Hin und wieder höre ich etwas Neues – etwas, das meine Kenntnisse eventuell erweitern könnte. Normalerweise stehe ich solchen Berichten zunächst skeptisch gegenüber und betrachte ihren Inhalt nicht als bewiesen, bis andere Entführte von den gleichen Ereignissen berichten, ohne etwas von den früheren Aussagen über dieselben Phänomene zu wissen. Ich warte, bis ein Muster erkennbar wird. Im Prinzip sind mehrfache Beschreibungen der gleichen Phänomene der wichtigste Aspekt in der Entführungsforschung.

Natürlich können Muster auch durch ungeschickte Befragung hervorgerufen werden. Manche Forscher haben durch die Verwendung fehlerhafter Methodik mehrfache Beschreibungen gleichartiger Ereignisse erhalten – wie zum Beispiel den Empfang von Botschaften der Außerirdischen. Diese Gleichartigkeit erklären sie dann zu einem soliden Beweis. Üblicherweise entstehen solche Berichte jedoch durch suggestive Fragen und/oder die bizarre Aufforderung an die Entführten, den Außerirdischen Fragen zu stellen, als fände die Entführung im selben Moment statt. So etwas kommt einer direkten Aufforderung zur Fabrikation gleich, und die Testpersonen kooperieren unbewusst. Informationen, die aus dieser Befragungsmethode stammen, sind nutzlos und unterminieren jede ernsthafte Entführungsforschung.

Mit Hilfe einer kompetenten Untersuchungsmethodik erzählen Entführte das, was sie wissen, und nicht das, was sie nicht wissen.

Fortpflanzungsmethoden

Ein wichtiges Muster, das sich aus jahrelanger ernsthafter und systematischer Entführungsforschung ergeben hat, ist das der Fortpflanzungsmethoden. Dieses Muster ergab sich aus den beiden ersten aufgedeckten Entführungsfällen: 1957 der Fall des Brasilianers Antônio Vilas Boas und 1961 der Fall der beiden US-Amerikaner Betty und Barney Hill. Vilas Boas berichtete, er habe Geschlechtsverkehr mit einem weiblichen Wesen gehabt, das menschlich aussah. Nach dem Verkehr deutete das weibliche Wesen erst auf ihren Bauch und dann nach oben, vermutlich in den Himmel. Vilas Boas sagte, er habe gedacht, er sei als »Zuchthengst benutzt worden, um die Rasse aufzubessern«. Bei Vilas Boas wurde keine Hypnose angewendet.

Der Fall des Ehepaars Hill war der erste, der mittels Hypnose untersucht wurde. Der Hypnotiseur war zwar begabt und erfahren, wusste aber nichts über Entführungsphänomene und die damit verbundenen Erinnerungsprobleme. Barney Hill berichtete, dass man ihm an Bord des UFOs Sperma entnommen habe. Betty erzählte, ein Außerirdischer habe ihren Bauchnabel mit einer Nadel durchstochen und ihr gesagt, dies sei ein »Schwangerschaftstest«.

Der Fall Vilas Boas wurde erst 1966 publiziert und weder das Buch noch der 1975 entstandene Fernsehfilm über den Fall Hill erwähnten Barneys Spermaprobe. Dadurch hatten diese Fälle kaum Einfluss auf zukünftige Entführungsberichte über Fortpflanzungsmethoden. Trotzdem wurden seit den späten 1970ern die Fortpflanzungsaspekte bei den Entführungen immer wichtiger, und die Forscher begannen, ihre Allgegenwärtigkeit zu erkennen. Tatsächlich verstehen wir gerade aufgrund der weiten Verbreitung von Entführungsberichten über Fortpflanzungsmethoden heute die Wichtigkeit einer Entdeckung, die der renommierte Entführungsforscher Budd Hopkins erstmals im Jahr 1983 machte: Außerirdische kombinierten Spermien und Eizellen von Menschen mit außerirdischem genetischen Material, um eine Mischform der beiden Spezies zu erschaffen. Er nannte diese teils menschlichen, teils außerirdischen Wesen »Hybriden«.

Der Reifungsprozess dieser Hybriden beginnt mit einer Implantation. Weibliche Entführte berichten, dass ihnen Hybriden-Embryros in die Gebärmutter eingepflanzt und zehn bis zwölf Wochen später Föten entfernt wurden. Während späterer Entführungen sahen diese Frauen Hybriden (wenn auch nicht unbedingt ihre eigenen Sprösslinge) als Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche, junge und reife Erwachsene. (Seltsamerweise habe ich noch von keinem Entführten einen Bericht über eine Sichtung älterer Hybriden gehört.)

Entführte erzählen von einer ganzen Reihe verschiedener Hybridentypen – das Spektrum reicht von Wesen, die fast völlig außerirdisch aussehen, bis zu Wesen, die ein menschliches Äußeres haben. Obendrein berichten sie über eine breite Palette von Pflichten der Hybriden, die von der Begleitung der Entführten in die UFOs bis zu kompletten Entführungen ohne die Hilfe der bekannten grauen Außerirdischen reichen (der Greys mit den großen Köpfen, schwarzen Augen und dünnen Körpern). Viele Entführte beschreiben komplexe persönliche Beziehungen zu erwachsenen Hybriden.

Botschaften und Erstkontakt

Fantasien über Außerirdische und Entführungen fließen oft in die populäre Volkskultur ein und tauchen dann als »Wahrheiten« wieder auf. In manchen Fällen übten gewisse Aspekte dieser Fantasien großen Einfluss sowohl auf die allgemeine Bevölkerung als auch auf Wissenschaftler und Akademiker aus. Zum Beispiel war das Konzept, eine »Botschaft« zu empfangen, unter den berüchtigten »Kontaktierten« der 1950er weit verbreitet. Diese behaupteten, sie seien Außerirdischen begegnet, die sie zur Venus und auf andere Planeten mitgenommen und ihnen Botschaften übermittelt hätten. Oft ging es dabei um das Böse in Form des Kommunismus, die Atombombe und andere zu dieser Zeit gerade aktuellen Probleme. Die »Botschaft« ist heute noch ein Teil der Ufologie, wurde aber niemals zu einem legitimen Aspekt des Entführungsphänomens. Sobald man Entführungen genauer studiert, wird die Unlogik solcher Botschaften deutlich.

Auf ähnliche Weise ist das Konzept der offiziellen »Kontaktaufnahme« in der Volkskultur fest verankert. Viele Menschen sind davon überzeugt, dass Außerirdische, sollten sie jemals »zu uns herabsteigen«, ganz sicher als erstes eine Variante des berühmten Satzes »Bringen Sie mich zu Ihrem Anführer« sagen würden. Außerirdische und Menschen würden als Gleichgestellte zusammenkommen (vorzugsweise auf dem Rasen des Weißen Hauses in Washington), wobei beide Parteien einander mit gegenseitigem Respekt und Höflichkeit begegnen würden und den Wunsch hätten, voneinander zu lernen und Informationen auszutauschen.

Obwohl die Idee, dass die Außerirdischen sich in aller Öffentlichkeit zu erkennen gäben, fest im Zeitgeist verankert ist, findet man dieses Konzept bei den Entführungsphänomenen nicht. Doch auch das Gegenteil, dass nämlich die Außerirdischen hier sind, um die Menschheit auszulöschen und den Planeten zu übernehmen, ist ein fester Bestandteil der Volkskultur. Filmproduzenten bedienen sich dieser Thematik gern, denn sie bietet Dramatik, Grauen und Gewalt. Aber obwohl das Entführungsphänomen durchaus auch heimtückische Aspekte hat, gibt es keinerlei Berichte über den Wunsch, die Menschheit auszurotten.

Dessen ungeachtet, und trotz des Fehlens jeglicher konkreter Informationen, haben diese beiden Auffassungen vom Erstkontakt einen gewaltigen negativen Einfluss, denn sie gelten als die beiden einzigen Möglichkeiten. Und weil bis dato weder das eine noch das andere stattgefunden hat, zieht die Mehrheit der Menschen – Wissenschaftler und Akademiker eingeschlossen – den Schluss, dass UFOs und Entführungsphänomene Blödsinn sind.

Von Nobelpreisträger Kary Mullis stammt ein hervorragendes Beispiel dafür, wie etwas abgelehnt wird, weil es nicht den allgemeinen Erwartungen entspricht. Der australische UFO-Forscher Bill Chalker zitiert Dr. Mullis wie folgt: »Jede Kultur, die in der Lage wäre, die Grenzen der Raumzeit zu überwinden, könnte auch die weitaus einfacheren Probleme der Biochemie lösen und hätte es nicht nötig, uns zur Züchtung von Hybriden zu benutzen, so wie es die Grey-Mensch-Theorien behaupten«. So selbstsicher diese Aussage auch klingt, sie liefert keine Beweise. Sie besagt lediglich, dass Entführungen nicht stattfinden können, weil sie Dr. Mullis’ Erwartungen nicht entsprechen.³

Mullis’ Aussage impliziert außerdem, dass er etwas über außerirdisches Leben weiß. Doch selbst wenn wir das Wissen aller Akademiker und Wissenschaftler der Welt, die nicht UFO- und/oder Entführungsforscher sind und auch nie selbst entführt wurden, vereinen würden, wüssten wir dennoch absolut nichts. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Buches ist das noch immer eine unwiderlegbare Tatsache.

Wir müssen die Fakten betrachten, die wir haben, statt zu sagen, Außerirdische würden, sollten oder müssten sich so benehmen, wie wir es für richtig befinden. Wenn wir schon die Volkskultur oder populärwissenschaftliche Erklärungen auf die Entführungen anwenden, müssen diese zumindest eine Beweiskette enthalten, die aufzeigt, auf welche Weise die kulturelle Information in die Gedankenwelt der Testpersonen eingedrungen ist, wo sie dann zu einem komplexen, persönlichen Entführungsbericht mutierte. Bei kompetenten Untersuchungen von Entführungen konnten jedoch keine ursächlichen Beziehungen zwischen der Volkskultur und den Entführungsberichten festgestellt werden.

Skeptiker, Aufdecker und die verfügbaren Fakten

Einer der wichtigsten Aspekte des Entführungsphänomens ist die Tatsache, dass alle Entführten die gleichen Vorkommnisse schildern, obwohl sie keine Kenntnisse über die Erfahrungen anderer Entführter besitzen. Es wäre zum Beispiel sehr interessant (wenn auch irrelevant), zu wissen, woher die Außerirdischen stammen. Wäre das Entführungsphänomen also eher psychologisch und somit nicht real, dann würden manche Entführte einfach einen Heimatplaneten der Außerirdischen erfinden, genauso, wie sie sich alles andere angeblich ja auch einbilden. Wir hätten dann ein ganzes Theoriensortiment über den Ursprung der Außerirdischen. Tatsächlich aber beschreiben Entführte selten eine »Heimat« der Außerirdischen, denn diejenigen, denen sie begegnen, geben diese Information nicht preis. Ebenso wenig nennen sie jemals den Hauptgrund für ihre Anwesenheit unter uns. Wäre das Phänomen psychologischer Natur, hätten wir längst Gründe im Überfluss gehört.

Wie die Außerirdischen hierher gelangt sind, ist für die Wissenschaftler von großem Interesse. Sie wissen genau, wie enorm schwierig es beim gegenwärtigen Stand unserer Technologie für uns wäre, zu anderen Galaxien zu reisen, und halten es deshalb für äußerst unwahrscheinlich, dass es anderen gelingt, hierher zu fliegen. Sie gehen oft davon aus, dass wir lediglich ein kleiner Planet in einer abgelegenen Galaxis sind. Darum hätten Außerirdische keinen Grund, uns zu besuchen.

Diese Argumentation ist natürlich Unsinn. Es spielt keine Rolle, woher die Außerirdischen stammen und wie sie hierher kommen. Auch die Position der Erde innerhalb der Galaxis ist irrelevant. Die einzig wichtige Frage ist: »Sind sie hier?« Falls die Antwort »Ja« lautet, ist die zweitwichtigste Frage: »Warum sind sie hier?« Die Hinweise aus den Einzelberichten deuten sehr stark darauf hin, dass sie hier sind. Und der Frage nach dem Warum gehe ich in diesem Buch nach.

Wissenschaftler, sogenannte »Aufdecker« und Skeptiker, haben viele Gründe dafür, das Entführungsphänomen zu ignorieren oder als unwichtig abzutun. Niemand bestreitet, dass Menschen behaupten, entführt worden zu sein. Das Phänomen ist also entweder psychologisch oder empirisch. Andere Möglichkeiten gibt es nicht. Weil die empirische Erklärung für viele zu unwahrscheinlich ist, um ihr Beachtung zu schenken, präsentieren Skeptiker und Aufdecker eine Unzahl psychologischer Erklärungen – unter anderem schlecht durchgeführte Hypnose, »falsches Erinnerungs-Syndrom«, Schlafparalyse, das Assimilieren populärer Meinungen aus der Volkskultur, sexuelle Misshandlungen in der Kindheit, Angst vor dem neuen Jahrtausend, hysterische Ansteckung, Selbsthypnose, den Wunsch, daran zu glauben, Mythen, Folklore und vieles andere mehr.

Ich habe über fünfunddreißig verschiedene Aufdeckungen von vermeintlich falschen Entführungsberichten gelesen, die sich größtenteils gegenseitig ausschließen. Dennoch ist allen Skeptikern eine gewisse Denkweise gemeinsam. Sie kennen die deutlichen Hinweise auf das Phänomen nicht, sie ignorieren diejenigen Hinweise, die sie kennen, und sie verdrehen die Hinweise, damit sie zu ihren eigenen Erklärungen passen. Ich habe keine einzige Ausnahme gefunden. Den meisten Skeptikern ist nicht klar, dass kompetente Entführungsforscher ebenfalls mit den psychologischen Erklärungen vertraut sind und diese gründlich untersucht haben. Kein ernsthafter Forscher will den Fehler begehen, psychologisch bedingte Berichte mit empirischen Erzählungen zu verwechseln. Doch die Skeptiker ziehen der Idee, Entführungen seien real, jede andere Erklärung vor, sei sie auch noch so absurd, und ungeachtet dessen, wie viele Hinweise sie dabei ignorieren.

Das Entführungsphänomen lässt keine einfachen Antworten zu. Es folgen einige Aspekte gemeldeter Entführungen, die bei jedem Erklärungsversuch in Betracht gezogen werden müssen:

•Wenn Menschen entführt werden, sind sie aus ihrem gewöhnlichen Umfeld verschwunden.

•Menschen werden manchmal gruppenweise entführt und können ihre Berichte wechselseitig bestätigen.

•Manchmal beobachten Unbeteiligte, dass Menschen entführt werden.

•Wenn Menschen wieder in ihr gewohntes Umfeld zurückgebracht werden, weisen sie oft irgendwelche körperlichen Spuren auf: Schnittwunden, Blessuren, Knochenbrüche oder sogar voll ausgebildete Narben (eine biologische Unmöglichkeit), die vor der Entführung nicht vorhanden waren.

•Nachdem sie zurückgebracht wurden, tragen die Menschen ihre Kleidung manchmal links herum oder falsch herum oder sie tragen fremde Kleidung. In diesen Fällen erinnern sie sich deutlich daran, sich vor der Entführung korrekt angezogen zu haben.

•Für das, was Entführte berichten, gibt es meist keine exakten Modelle in der populären Volkskultur.

•Das Entführungsphänomen überschreitet alle sozialen, politischen, religiösen, bildungsbedingten, intellektuellen, ökonomischen, nationalen, ethnischen und geographischen Grenzen.

•Das Entführungsphänomen ist global. Menschen beschreiben die gleichen Geschehnisse mit den gleichen Einzelheiten weltweit, unabhängig von allen kulturellen Unterschieden.

•Entführungen geschehen zu jeder Tages- und Nachtzeit, je nachdem, wann Zugang zu den Entführten besteht und wann sie am wenigsten vermisst werden.