Bolthar, der Wikingerfürst Band 2: Die Götter zürnen by Tomos Forrest by Tomos Forrest - Read Online

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Bolthar, der Wikingerfürst Band 2 - Tomos Forrest

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Publisher

Bolthar, der Wikingerfürst Band 2: Die Götter zürnen

TOMOS FORREST

IMPRESSUM

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author

© Cover: nejroN/123 RF mit Steve Mayer, 2018

Created by Thomas Ostwald mit Jörg Martin Munsonius, 2018

Lektorat: Kerstin Peschel

© dieser Ausgabe 2018 by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Klappentext:

Als der Wikingerfüst Bolthar auf der Suche nach seiner Tochter Fringa in die befestigte Seestadt Brønderslev kommt, tritt ihm an der Seite des hünenhaften Häuptlings Garpur seine Tochter als Kriegerin gegenüber und erklärt ihm, dass sie den Kampf gegen alle Männer aufgenommen haben, die mit ihren Viking-Zügen die Küsten unsicher gemacht haben.

Garpur hat nichts von einem christlichen Prediger an sich, seine Stadt ist stark befestigt, seine Kriegsflotte wird ausgebaut, und das seltsame Paar zögert nicht, den Kampf gegen Bolthar aufzunehmen, denn Fringa kennt ihren Vater zu genau, um nicht jeden seiner Züge im Voraus zu erahnen. Trotzdem unterschätzt sie seinen Kampfgeist und seine Heimtücke ...

1.

Die Götter zürnten , das war Bolthar klar geworden. Auch wenn man ihn belogen hatte. Fringa war nicht mit einem christlichen Priester aus ihrem Dorf geflohen, sondern sie hatte sich offenbar aus freien Stücken dem Häuptling von Brønderslev angeschlossen und war ihm in die Quere gekommen.

Sein Scheitern seit dem Überfall auf das Kloster, der Verlust seiner beiden Langboote, schließlich der Tod seiner Krieger, der Verrat durch Galdur – das alles waren deutliche Hinweise, dass er Fehler begangen hatte, die von den Göttern nicht hingenommen wurden.

Sie verlangten zu Recht von einem Fürsten der Wikinger, dass er sich durchsetzen konnte, Beute von einem Viking in sein Dorf brachte und nicht alles unterwegs verlor.

Ein Blick zu dem Mann, der ihm die Flucht aus der befestigten Stadt Brønderslev ermöglicht hatte, steigerte seinen Zorn noch.

Bolthar presste seine Fäuste gegen die Stirn und hatte Mühe, sich zu beherrschen. Am liebsten wäre er aufgesprungen, hätte sich auf Sven Einar gestürzt und ihn über Bord geworfen. Aber das wäre nicht nur töricht gewesen, sondern zudem sehr gefährlich.

Zwei Dinge hatte der Wikingerfürst erkannt, kaum, dass die Sonne ihre ersten Strahlen über das Meer schickte. Es würde erneut ein Unwetter geben. Die Sonne hatte Schwierigkeiten, eine dunkle Wolkenwand am Horizont zu durchdringen.

Und dann war dort draußen ein Segel zu erkennen, das ihren Kurs noch vor dem Unwetter kreuzen würde. Zweifellos eines der Langschiffe, nach der Größe des Segels zu urteilen.

Es wurde Zeit, seinen Plan zu entwickeln und Sven einzuweihen. Er traute dem Mann, der ihn aus dem Gefängnis und der Stadt befreit hatte, keinen Augenblick. Dazu war zu vieles bei ihrer gemeinsamen Flucht seltsam. Aber Bolthar war gewillt, die Hilfe dieses Mannes zu beanspruchen, solange es ging. Und ihn dann, in einem günstigen Augenblick verschwinden zu lassen.

Nur Tote schwiegen für immer, diese Erfahrung hatte der Wikinger schon vor langer Zeit machen müssen. Und Sven Einar war kein wertvoller Krieger, sonder nur ein williges Werkzeug.

Ihr winziges Boot wurde bereits mit den Ausläufern des weit draußen auf dem Meer tobenden Sturmes in Berührung gebracht. Zuerst war das nur ein heftigeres Auf- und Abtauchen über immer größere Wellenkämme, dann frischte der Wind merklich auf und füllte ihr kleines Segel, das Bolthar nun so gestellt hatte, dass er in jedem Falle das Langboot erreichen musste. Denn dass die Mannschaft zum Land strebte, war unverkennbar. Das Langboot schnitt durch die Wellen, als wäre es ein großer Pfeil, den eine mächtige Faust vom Bogen schnellen ließ. Wohlgefällig hatte Bolthar seinen Lauf und seine Geschwindigkeit registriert. Jetzt lief das Schiff vor dem Wind, und es würde nicht mehr lange dauern, und die Besatzung musste selbst ihre kleine Nussschale auf den tanzenden und schäumenden Wellen erkennen.

Jetzt begann der erste Teil seines Planes. Die beiden Männer nahmen eine Haltung ein, die einem fremden Betrachter vermitteln musste, dass er es hier mit zwei völlig entkräfteten Seefahrern zu tun hatte. Sven Einar streckte sich malerisch auf dem Ruderkasten aus, ein Arm hing halb über die Bordwand.

Bolthar schien über seiner Ruderpinne zusammengebrochen zu sein.

Ihr Segel war nicht mehr ordentlich an der Rah befestigt, sondern hatte sich teilweise davon gelöst, und das freie Ende schlug knatternd im Wind um den dünnen Mast. Tatsächlich erklang durch das anschwellende Tosen des Sturmes ein lauter Ruf, den die beiden im Fischerboot nicht erwiderten.

Dann rauschte es heran, ein mächtiger Bootskörper schob sich neben ihren Winzling, und aus dem Augenwinkel konnte Bolthar die Männer erkennen, die auf geschickte Weise ihre Ruder bedienten und dafür sorgten, dass dieses Schiff sich im Wind halten konnte. Erneute, laute Rufe, und ein Tau flog herüber. Der zusammengesackte Mann am Heck des Fischerbootes schien sie zu bemerken und bewegte sich, aber er verfehlte den Moment, um es zu fangen. Gleich darauf wurde der Versuch wiederholt, und diesmal fiel das Tauende direkt vor Bolthar klatschend auf die dicken Eichenbohlen, sodass er nur den Fuß darauf stellen musste, um es dann anschließend mit langsamen Bewegungen an sich zu ziehen.

„Mach es fest, Mann, dann holen wir euch herüber! In dieser Nussschale überlebt ihr den Sturm nicht!", donnerte eine kräftige Stimme, und Bolthar befestigte das Tau mit betont langsamen Bewegungen.

Hand über Hand zogen jetzt die Männer an Bord des Langbootes das kleine Fischerboot heran, bis es sicher an der Seite vertäut lag und mit Hilfe der Besatzung die beiden geschwächten Männer herübergeholt wurden.

„Ich bin Andrax und mit meinen Kriegern auf Viking. Du kannst dich uns anschließen oder bei nächster Gelegenheit an Land bleiben."

Der schwarzbärtige Mann drückte Bolthar kräftig die Hand, dann drehte er sich zu seinen Kriegern um und gab ihnen ein Zeichen. Man schnitt die Verbindung wieder durch und gab das Fischerboot frei. Sofort tauchten die Riemen wieder in die aufgewühlte See, und das Langboot setzte seine Fahrt durch das aufgewühlte Meer fort. Es wurde jetzt immer stürmischer, und die schwarzen Wolken, die Bolthar schon vor längerer Zeit bemerkt hatte, jagten über den Himmel und verdüsterten ihn.

Noch hatte die Sonne genug Kraft, um für ein mattgraues Licht auf dem schäumenden Meer zu sorgen, doch auch dieses Licht verschwand immer mehr, während das Boot, gerudert auf beiden Seiten von jeweils fünfzehn stämmigen Ruderern, kraftvoll durch alle Wellenberge stürmte und auf das Land zuhielt.

Bolthar hatte nur für kurze Zeit die Befürchtung gehegt, man wolle möglicherweise nach Brønderslev, aber dann rechnete er rasch die Geschwindigkeit und die Windrichtung aus und war überzeugt davon, dass ihr Ankerplatz zu Land mehr als eine Tagesreise entfernt liegen musste.

Bald