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Schutzjuden im ehemals woellwarthschen Essingen

Schutzjuden im ehemals woellwarthschen Essingen

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Schutzjuden im ehemals woellwarthschen Essingen

Length:
69 pages
27 minutes
Publisher:
Released:
Nov 1, 2018
ISBN:
9783748152712
Format:
Book

Description

Nach dem Schutzbrief vom 11. November 1684 wurden sechs Juden und ihre Familien durch die Ortsherrschaft von Woellwarth in Essingen aufgenommen. Es handelte sich um den Vorsteher der kleinen jüdischen Gemeinde Zägg, er wird auch Süßlin der Ältere genannt, seinen Sohn Süßlin, Mair Moses, Moses Polagg, Lazarus und Ezechiel. In den Jahren 1684 bis 1687 bezahlten die sechs genannten Familienväter das vereinbarte Schutzgeld. In der Abrechnung von 1688 wird Mair Moses nicht mehr aufgeführt; vermutlich war er in Essingen nicht mehr wohnhaft. Ab 1689 finden sich keine Abrechnungen mehr, so dass davon auszugehen ist, dass alle jüdischen Familien Essingen wieder verlassen hatten.
Die jüdischen Familien in Essingen wohnten in einem >Judenhaus< und lebten vor allem vom Vieh- und Warenhandel.
Spuren des jüdischen Friedhofes im Gewann Kemmle können nicht mehr festgestellt werden, zumal auf dem Grundstück keine Bestattungen vorgenommen wurden.
Publisher:
Released:
Nov 1, 2018
ISBN:
9783748152712
Format:
Book

About the author

1943 in Aalen geboren lebt Heinz Bohn seit seiner Heirat 1966 in Essingen. Er befasst sich seit Jahrzehnten mit der Ortsgeschichte von Essingen, welche ab dem 15. Jahrhundert von der jüngeren Linie der Freiherren von Woellwarth geprägt wurde. In der Reihe >im ehemals woellwarthschen Essingen< erfolgten dazu bereits zahlreiche Veröffentlichungen.


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Book Preview

Schutzjuden im ehemals woellwarthschen Essingen - Heinz Bohn

Christliche und jüdische Scholasten beim Disput (Holzschnitt 1483)¹

Inhaltsverzeichnis

Wie kam es zum Begriff des „Schutzjuden"?

Juden in Württemberg

Judensteuer

Aufenthaltsverbot für Juden in Württemberg

Die Grundherrschaft der Freiherren von Woellwarth

Juden im woellwarthschen Herrschaftsbereich

Die Dorfordnungen für Essingen und Lauterburg von 1554 und 1663 verbieten den Handel mit Juden

Judenschutzbrief von 1684 als erster Nachweis von Juden in Essingen

Wortlaut des Vertrages von 1684

Ausfertigung für die Juden

Ausfertigung für die Gemeinde Essingen

Ausfertigung für die Herrschaft von Woellwarth

Einige Abrechnungen mit den Juden

Anfrage beim Rat der Stadt Aalen 1685

Vertreibung der Juden aus Essingen

Der Judenfriedhof

Gebäude Nr. 161, ab 1822 „Beim Bären" Haus Nr. 172, 173 und 173a, später Bahnhofstraße 8

Gebäude Nr. 160, ab 1822 „Beim Bären" Haus Nr. 171 und 171a,später Bahnhofstraße 6

Judengasse

Beschreibung der Häuser in der Judengasse nach dem Kataster 1822/23

Weitere Beziehungen von Juden mit Essingen

Juden kaufen und verkaufen 1884 das Anwesen des Zieglers Wilhelm Koch in Lauterburg

Dank

Quellennachweis

Schutzjuden

im ehemals

woellwarthschen Essingen

Ende des 17. Jahrhunderts lebten eine Zeit lang Juden unter dem besonderen Schutz der Herrschaft von Woellwarth in Essingen. Juden waren über Jahrhunderte hinweg vor allem beim gebietsübergreifenden Viehhandel auf dem woellwarthschen Herrschaftsgebiet tätig. Mit einem kleinen Rückblick soll an diese „Schutzjuden" in Essingen erinnert werden.

Wie kam es zum Begriff des „Schutzjuden"?

Ein Dokument, das Karl dem Großen zugeschrieben wird und vor 814 erstellt worden sein soll², beschreibt die rechtliche Stellung der Juden im Römischen Reich sehr deutlich:

„Kein Jude darf von einer Kirche etwas für Bürgschaft oder Schuld nehmen bei Verlust des Vermögens und der rechten Hand.

Keine Christen in Schuldknechtschaft bringen bei Verlust der Schuld,

Weder Münze in seinem Haus haben noch Wein oder Getreide verkaufen bei Verlust des Vermögens und Gefängnis."

Zwischen 814 und 825 nimmt der Karolinger Kaiser Ludwig der Fromme die Juden in seinen Schutz, gewährt ihnen Zollfreiheit, das Recht innerhalb des Reichs zu tauschen und zu verkaufen und nach ihren Gesetzen zu leben.³

Am 6. April 1157 bestätigt der Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa den Juden die ihnen von Kaiser Heinrich IV. verbrieften Rechte wie beispielsweise die alleinige Unterstellung unter die königliche Gerichtsbarkeit

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