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Willkommen in Neuland: Ein Reiseführer durch YouTube, Instagram & Co. für Eltern und andere Digital Immigrants

Willkommen in Neuland: Ein Reiseführer durch YouTube, Instagram & Co. für Eltern und andere Digital Immigrants

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Willkommen in Neuland: Ein Reiseführer durch YouTube, Instagram & Co. für Eltern und andere Digital Immigrants

Length:
199 pages
2 hours
Released:
Nov 5, 2019
ISBN:
9783866236066
Format:
Book

Description

"Was machen die da eigentlich? Und wie funktioniert es?" Als Vater und Manager eines erfolgreichen YouTubers schildert der Autor @dieserdad auf unterhaltsame Weise, was #diesejungenleute in der digitalen Welt treiben, welche Bedürfnisse dahinterstehen, und welche Folgen das für Erziehung, Gesellschaft und Freizeitgestaltung hat.

@dieserdad ist der Vater von Oskar (@dieseroskar), einem der bekanntesten und erfolgreichsten YouTuber der jungen Generation. Als dessen Erziehungsberechtigter, Manager und zunehmend auch selbst Creator hat er "Neuland" – so nennt er mit Bezug auf den berühmt gewordenen Ausspruch von Angela Merkel die Welt der Digital Natives auf YouTube, Instagram & Co. – intensiv bereist: Er hat sich ausführlich mit den einzelnen Social-Media-Angeboten beschäftigt und ist dort unter dem Pseudonym @dieserdad inzwischen ebenfalls sehr aktiv. Dabei wurde er als einer der wenigen Vertreter seiner Generation selbst zum Insider.

Seine Erfahrungen und Einblicke teilt er in diesem Buch. Es richtet sich besonders an Eltern, Lehrer und andere Digital Immigrants. Die Social-Media-Aktivitäten Jugendlicher werden von Angehörigen der Generation Ü35 oftmals mit Unkenntnis und Unbehagen betrachtet. Viele Digital Natives verbringen gefühlt den halben Tag am Smartphone mit YouTube, WhatsApp und Instagram. Aber was genau sie da tun und warum, bleibt für viele ältere Erwachsene ein großes Fragezeichen. Spätestens seit sich die junge Generation mit Artikel 13-Demonstrationen oder dem #niewiedercdu-Video von Rezo selbstbewusst Gehör verschafft hat, ist der Autor der Überzeugung, dass weder der erhobene Zeigefinger noch ein Achselzucken die richtige Reaktion ist. Es ist ein tiefergehendes Verständnis vonnöten. Sein persönlicher "Reisebericht" aus Neuland soll hierfür einen Beitrag leisten.

@dieserdad beschreibt darin die gängigen Apps – neben Instagram und YouTube auch WhatsApp, Facebook, Twitter, Instagram, TikTok, Twitch und Snapchat – und erläutert ihre wirtschaftlichen und psychologischen Funktionsprinzipien. Ausführlich geht er auf die Chancen wie auch auf Risiken und Nebenwirkungen ein und legt dar, welche Bedürfnisse speziell der jungen Generation die verschiedenen Social-Media-Kanäle erfüllen. Den Verdienstmöglichkeiten von Affiliate-Link bis YouTube-Money widmet er ein eigenes Kapitel, setzt sich zugleich kritisch mit den Schattenseiten der Aufmerksamkeitskultur in Neuland auseinander, die er und sein Sohn selbst erlebt haben, und hinterfragt die gesellschaftlichen Auswirkungen.

Interviews mit bekannten YouTubern und Experten ergänzen die Erfahrungen des Autors um weitere Einblicke aus erster Hand: Charles Bahr, Oskar, LeooBalys, Christian Solmecke, Christian Behrens, Felix von der Laden (Dner), Tiemo Wölken und Axel Voss kommen darin zu Wort. Für einen Teil dieser Interviews ist zusätzlich eine erweiterte Version als Video verfügbar. Diese sind per QR-Codes direkt über das Buch erreichbar, das auch und nicht zuletzt durch Umfragen,

Kommentare und den Austausch mit der Community von @dieserdad auf Twitter, Instagram und YouTube entstanden ist. Ein "Sprachführer" mit Erläuterungen der wichtigsten Begriffe sowie "Reisetipps" zu ausgewählten YouTube-Kanälen runden den Reiseführer durch Neuland ab.
Released:
Nov 5, 2019
ISBN:
9783866236066
Format:
Book

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Willkommen in Neuland - dieserdad

@dieserdad

Willkommen in Neuland

Ein Reiseführer durch YouTube, Instagram & Co. für Eltern und andere Digital Immigrants

Kreutzfeldt digital

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Es wird darauf hingewiesen, dass alle Angaben trotz sorgfältiger Bearbeitung ohne Gewähr erfolgen. Eine Haftung des Autors oder des Verlags ist ausgeschlossen.

Besuchen Sie uns im Internet:

www.kreutzfeldt-digital.de

ISBN 978-3-86623-606-6

© 2019 Kreutzfeldt digital, Hamburg

Illustration Umschlag: iStock/tomass2015

Foto Umschlagklappe: privat

Alle Rechte vorbehalten.

Willkommen in Neuland

Warum und für wen ich dieses Buch schreibe

1 Vom Testbild zu Steve Jobs

Die Entstehung von Neuland

       Interview: Charles Bahr

2 Bleibt alles anders

Was an Neuland wirklich neu ist und was nicht

       Interview: Oskar

3 Was machen die da eigentlich?

Die wichtigsten sozialen Plattformen und welche Bedürfnisse sie befriedigen

       Interview: Leoobalys

4 Chancen, Nebenwirkungen und Kritik

Helle und dunkle Seiten einer vielfältigen Welt

       Interview: Christian Behrens

       Interview: Christian Solmecke

5 Zwischen Kreativität und Kommerz

Verdienstmöglichkeiten von Affiliate-Link bis YouTube-Money

       Interview: Felix von der Laden

6 Schattenseiten der Aufmerksamkeitskultur

Was einem Creator das Leben schwer macht

       Interview: Johann Griebl

       Interview: Oskar

7 Gesellschaftliche und politische Auswirkungen

Die Zerstörung der kontrollierten Meinungsäußerung

       Interview: Axel Voss

       Interview: Tiemo Wölken

8 Mein Fazit und die „Dos and don’ts"

Ergebnisse, Erkenntnisse und offene Fragen

9 Sprachführer

Die wichtigsten Begriffe aus Neuland kurz erklärt

10 Reisetipps

YouTube-Kanäle, die einen Besuch wert sind

Danke

QR-Codes

Bildnachweis

Willkommen in Neuland

Warum und für wen ich dieses Buch schreibe

Mein Sohn Oskar ist 17 und YouTuber. Spätestens seit er zwölf ist, lebt er in zwei Welten gleichzeitig: Bei uns zu Hause am Bodensee und parallel dazu auch in Neuland. Dieser sagenumwobene virtuelle Ort, um den es in diesem Buch geht, scheint bei vielen Menschen meines Alters gleichzeitig in aller Munde und dennoch völlig unbekannt zu sein.

Als ich 2018 die Chance hatte, das faszinierende Land selbst kennenzulernen, wurde mir ein möglicher Grund dafür klar: Vielleicht ist Neuland für Menschen meiner Generation deshalb so schwer zu bereisen, weil sie glauben, schon dort zu sein. Dabei haben sie noch nicht einmal die Eingangstür gefunden.

Als Oskar diese Tür für mich öffnete, hatte ich bereits über 50 Jahre in Analogland verbracht. Als jüngster Spross einer evangelischen Pfarrersfamilie begann ich mit fünf Jahren Klavier zu spielen, machte mein Abitur am humanistischen Gymnasium, studierte danach klassische Musik und Dirigieren und verbrachte 20 Jahre als musikalischer Leiter und Bühnenkomponist auf, neben und unter den Brettern, die die Welt bedeuten.

Mit fünf faszinierte mich die neue elektrische Schreibmaschine im Arbeitszimmer meines Vaters. Als ich neun war, bekamen wir ein Tastentelefon. Im Wohnzimmer meiner Eltern stand ein Röhrenfernseher, der in meiner Kindheit allerdings meist in einem TV-Schrank eingeschlossen war.

Das Wort „digital" las ich vermutlich zum ersten Mal mit 16, als ich mir vom Verdienst meines ersten Ferienjobs den sündhaft teuren Yamaha DX7-Synthesizer leistete. Später programmierte ich mit 21 auf meinem ATARI-Computer die Arrangements für meine erste Langspielplatte. In den folgenden Jahren lernte ich, im Tonstudio mit professionellen Samplern wie dem AKAI S 1000 umzugehen, mit denen man Naturklänge aufnehmen und damit Musik machen konnte.

Ich gehöre also zur Generation derjenigen, die in die digitale Welt hineingewachsen sind, den echten „Digital Immigrants. Und wahrscheinlich bin ich auch das, was man einen „Early Adopter nennt, zumindest gehöre ich zur „frühen Mehrheit" bei Innovationsprozessen. Mich hat Technik schon immer interessiert, und Kommunikation noch mehr. Das Tastentelefon und die elektrische Schreibmaschine waren für mich erste Sinnbilder dieser Faszination. Und heute sind es eben der Laptop und das Smartphone, die vor mir auf dem Schreibtisch liegen.

Viele der heute 35- bis 55-Jährigen haben sicher ähnliche Erfahrungen gemacht. Der große Trugschluss unserer Generation ist jedoch, zu glauben, dass wir deshalb Ortskundige in Digitalland wären. Wir sind es so wenig, wie wir Amerika kennen, nur weil wir mal eine Woche in New York verbracht haben. Denn Digitalland ist groß und beinhaltet ebenso viele unterschiedliche Kulturen und Landschaften wie die USA.

Abbildung 1: Erster Instagram-Feed-Post mit Oskar, 31. Juli 2018

Am 31. Juli 2018 beschloss mein Sohn Oskar, dass ich einen Instagram-Account haben sollte. Als Bühnen- und Fernsehmensch ist mir Öffentlichkeit nicht fremd, deshalb stimmte ich zu. Da er mit heute 450.000 Abonnenten ein erfolgreicher YouTuber ist und auf Instagram @dieseroskar heißt, war für mich der Name @dieserdad naheliegend. Oskar, damals 16, postete ein erstes Foto, das uns beide in einer für mein Alter ungewöhnlich coolen Pose zeigte. Einen Tag später hatte das Foto 13.000 Likes und mein Account 10.000 Abonnenten.

Man muss dazu wissen, dass ich damals schon seit einigen Jahren auf Social-Media-Plattformen unterwegs war. Ich hatte sogar bereits ein ganzes Jahr lang einen YouTube-Kanal betrieben, auf dem ich wöchentlich Interviews mit teilweise namhaften Persönlichkeiten wie Gabor Steingart, Günter Oettinger, Ralph Caspers, aber auch YouTube-Größen wie Unge, Christoph Krachten oder DieLochis veröffentlichte. Dennoch hatte ich es mit 52 Videos und einem Jahr Arbeit nur auf demütigende 200 Abonnenten gebracht. Und dabei vor allem eine ganze Menge darüber gelernt, wie es nicht funktioniert. Insofern war ich mit einer gewissen Erfahrung (und vor allem Demut) ausgestattet, als ich an diesem letzten Julitag von meinem Sohn quasi die Eintrittskarte für Neuland und 10.000 Abonnenten obendrauf geschenkt bekam.

Ab diesem Tag lernte ich Neuland kennen und lieben. Aber warum war es so schwer, die Eingangstür zu finden? Es ist wie mit dem berühmten Gleis 9 ¾ im King’s Cross Bahnhof aus J. K. Rowlings Harry Potter. Wer es nicht kennt, sieht es nicht und hält die eigene Realität für die einzige. Wer es gefunden hat, betritt eine völlig andere Welt: Willkommen in Neuland!

Zugegeben, den Begriff „Neuland" habe ich nicht erfunden. Und natürlich hat Angela Merkel mit ihrem berühmten Ausspruch „Das Internet ist für uns alle Neuland" etwas ganz anderes gemeint. Sie prägte ihn auf einer Pressekonferenz anlässlich Barack Obamas erstem Deutschlandbesuch im Juni 2013. Der Anlass damals war ihre Überraschung darüber, dass der US-amerikanische Geheimdienst Telefon- und Internetverbindungen auch in Deutschland überwachte. Diese digitale Spionage von Freundesseite zeigte der Bundeskanzlerin, wie wenig Deutschland – und sie selbst – sich offenbar in der Welt des Digitalen auskannten.

Das „Neuland von dem ich in diesem Buch spreche, ist vielleicht ebenso unbekannt und überraschend. Aber – um im Bild zu bleiben – auf dem digitalen Kontinent namens Internet meine ich mit „Neuland nur einen bestimmten Teil, das Land, in dem vorwiegend die Unter-30-Jährigen, Juso-Chef Kevin Kühnert nannte sie auch mal #diesejungenleute, das Internet auf ihre spezielle Weise zu Informations- und Unterhaltungszwecken nutzen.

Natürlich sind die Grenzen zur „normalen" digitalen Welt, in der wir alle mehr oder weniger zu Hause sind, fließend. Auf meiner Reise durch Neuland sind mir jedoch so viele Besonderheiten und kulturelle Kostbarkeiten begegnet, denen in der öffentlichen Wahrnehmung gleichzeitig so viele Missverständnisse, Vorbehalte und Vorurteile gegenüberstehen, dass ich mich entschieden habe, dieses Buch zu schreiben. Ich möchte Sie, meine Leserinnen und Leser, gerne in einer Art subjektivem Reiseführer an meinen Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben lassen. Wobei es weniger ein Reiseführer im Sinne einer konkreten Anleitung geworden ist, sondern eher eine Art Reisebericht, der Lust machen soll, Neuland selbst zu bereisen.

Meine Erkenntnisse über Neuland speisen sich aus verschiedenen Quellen: Mein Sohn Oskar ist seit seinem zwölften Lebensjahr bei YouTube aktiv. Als sein Vater konnte ich in den letzten sechs Jahren beobachten, welche fantastischen kreativen Möglichkeiten das Videoportal bietet – und welche Risiken damit verbunden sind. Seit etwa drei Jahren unterstütze ich Oskar dank seines wachsenden Erfolgs zudem als Manager und lerne Neuland auch von seiner wirtschaftlichen Seite kennen. Als Kreativer schließlich habe ich auch selbst mit meinen Kanälen als @dieserdad auf Instagram und YouTube inzwischen erste Erfolge, was mir noch einmal eine ganz andere Sichtweise eröffnet.

Aufschlussreich waren bei meiner Reise nach Neuland natürlich – wie auf jeder anderen Reise auch – die Gespräche mit Einheimischen. Für mein Buch habe ich mit digitalen Ur-Einwohnern (Oskar, Felix von der Laden, Charles Bahr, Leoobalys) und Zugereisten (Christian Solmecke, Christian Behrens, Johann Griebl) gesprochen. Auszüge aus diesen Interviews finden sich im jeweils passenden Kapitel. Für einige der Gespräche sind dort auch Videos der Langfassung über QR-Codes verlinkt (mehr dazu auf S. 125). Einen wichtigen Beitrag zu diesem Buch leistete darüber hinaus der ständige Austausch mit meiner Community, die z.B. beim „Sprachführer oder den „Reisetipps aktiv eingebunden war.

Durch diese vielen Perspektiven – Vater, Manager, Creator (so heißen die Kreativen auf den sozialen Plattformen), Eingeborene, Community – habe ich ein sicher subjektives, aber wie ich denke doch recht umfassendes Bild von Neuland gezeichnet. Es unterscheidet sich in manchem von dem, was ich in den Darstellungen von Presse, Rundfunk und Fernsehen finde. Auch hier greift die geografisch-kulturelle Analogie, denn ebenso erging es mir, als ich das erste Mal nach Afrika kam, das erste Mal die arabische Halbinsel besuchte oder meine allererste Reise in die USA unternahm: Selten fand ich die vorher angelesenen Stereotypen und Klischees bestätigt, immer bot sich mir ein differenziertes Bild. Auch auf Neuland bezogen gilt wohl der Satz Alexander von Humboldts: „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben."

Ein Reisebericht ist dieses Buch auch deshalb geworden, weil ich weder Medienwissenschaftler noch Soziologe bin. Auch wollte ich keinen Elternratgeber darüber schreiben, wie viele Stunden Smartphonegebrauch für eine 13-Jährige angemessen sind. Sicher klingen solche Überlegungen auch immer wieder an. In erster Linie will ich aber meine persönlichen Erfahrungen teilen, differenzierte Informationen bieten, Neugier und Reisefieber wecken.

Denn von einem bin ich überzeugt: Weder schulterzuckende Gleichgültigkeit noch reflexhafte Ablehnung oder verständnislose Überregulierung werden Neuland gerecht. Notwendig ist ein umfassendes Verständnis bei Eltern, Lehrern, Politikern, aber auch den Jugendlichen selbst. Und dazu möchte ich als „Wanderer zwischen den Welten" gerne etwas beitragen.

Auf geht’s!

Abbildung 2: Internet von 1991 bis heute

1 Vom Testbild zu Steve Jobs

Die Entstehung von Neuland

Im Analogland meiner Kindheit war der Zugang zu audiovisuellen Verlockungen streng geregelt: Als uns meine Großeltern in den 70er-Jahren den ersten Farbfernseher schenkten, gab es dazu einen TV-Schrank mit abschließbarem Rollladen, hinter dem der attraktive Bildschirm die meiste Zeit über verborgen blieb. Am Samstagabend schauten wir gemeinsam Rudi Carells Am laufenden Band, sonntags die Sendung mit der Maus, später gelegentlich unter der Woche ausgewählte Programme wie Scheibenwischer, Loriot oder Fast wia im richtigen Leben mit Gerhard Polt. Wenn wir selbst etwas sehen wollten, z.B. die Sportschau oder Dick und Doof, dann mussten wir meine Mutter fragen. „Darf ich fernsehen?" reichte nicht, wir mussten ihr die genaue Sendung und Uhrzeit nennen.

Natürlich war die Verlockung des Fernsehers schon damals sehr groß. Und ebenso groß war der Wunsch, die lästigen Verbote und Einschränkungen zu umgehen. Zum Beispiel durch den Besuch bei Klassenkameraden, die weniger strenge Eltern hatten. Oder durch einen Wochenend-Aufenthalt bei meiner Oma, der mir gleichzeitig den Ruf eines braven Enkels und ein paar Stunden mit Denver-Clan, Dallas, Musik ist Trumpf und zahlreichen anderen von meinen Eltern verschmähten Sendungen bescherte.

Was meine Eltern in der Kindheit durch einen abschließbaren Schrank noch hatten verhindern können, brach sich später in der Studentenzeit in der eigenen Wohnung Bahn: Es gab zwar noch kein Binge-Watching, bei dem man sich heute

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