Initiative "Hilfe für Dresden - Bürger helfen Bürgern" / ABM „Spendenagentur“ 13. August 2002 – 20.

Juli 2003

Ein Arbeitsbericht

Dresden, im Juli 2003

Initiative "Hilfe für Dresden - Bürger helfen Bürgern" - ein erfolgreich und professionell arbeitendes Hilfe - Management
Vorbemerkungen
Gegründet wurde die Initiative „Hilfe für Dresden - Bürger helfen Bürgern“ im August 2002 zum Zweck der direkten Vermittlung bzw. Koordinierung und Beschaffung von dringend benötigen Hilfeleistungen während der unmittelbaren Flutkatastrophe. Im Verlauf der folgenden Monate entwickelte sie sich immer stärker zu einem kompetenten Ansprechpartner für Rat- und Hilfesuchende und nicht nur für die vom Hochwasser direkt betroffenen Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Dresden. Initiiert und getragen wurde und wird sie vom Kulturbüro Dresden und der Initiative für Dresden e.V.. In der Verwaltung der Landeshauptstadt Dresden, dem Arbeitsamt Dresden sowie der Qualifizierungs- und Arbeitsförderungsgesellschaft Dresden mbH fand sie weitere engagierte Partner. Ihre Leistungsfähigkeit schöpfte sie in den Augusttagen aus dem Bürgerengagement hunderter freiwilliger Helfer. Zum Beispiel Sabine Apelt (Studentin), die gerade an ihrer Diplomarbeit in Psychologie schrieb und Torsten Dörnbach (Angestellter), welcher bis zum Umfallen an der Sandsackfront kämpfte. Aber auch Schüler, Arbeitslose und Ruheständler, wie Frau Karin Börner mit ihren 67 Jahren, oder Tierarzt Dr. Ingo Pfeil (Selbständiger), der Räume und Telefonanlage bereitstellte - um nur einige zu nennen - waren von Anbeginn dabei und sind zum Teil bis heute selbstlos gegen die Flut und ihre Folgen im Einsatz.

1. Die Gründung und das Wirken der Initiative "Hilfe für Dresden - Bürger helfen Bürgern" in der Phase der unmittelbaren Flutkatastrophe (14.08.02 – 15.09.02) Die Ausgangslage
Am 13. August, nach einem mehrtägigen Dauerregen war nicht nur der Elbpegel gestiegen, sondern auch viele der sonst so friedlichen Bäche traten über die Ufer und verwüsteten ganze Stadtgebiete der Landeshauptstadt Dresden. Die Weißeritz überschwemmte den Dresdner Hauptbahnhof, das Krankenhaus Dresden – Friedrichstadt musste evakuiert werden und die Kommunikation des Rathauses der Landeshauptstadt wurde teilweise lahmgelegt. Informationen zur Lage waren nur unvollständig vorhanden. Die Lage spitzte sich stündlich zu. Am 14. August 2002 stand der Pegel der Elbe bei 6,97 Meter. Vor diesem Hintergrund setzten sich Christoph Anders, Geschäftsführer des Kulturbüros Dresden, und Dr. Dietrich Herrmann, Sprecher der Initiative für Dresden e. V., zusammen, spielten absehbare Katastrophenszenarien durch und berieten über entsprechende Hilfsmöglichkeiten. Die Initiatoren erkannten schnell, dass in der Katastrophensituation die neuen Medien – Internet und E - Mail – ein großes Potenzial für die schnelle und präzise Verbreitung von Informationen und für die Vermittlung von Helfern und Material besitzen, gerade auch angesichts des überlasteten und teilweise gestörten Telefonnetzes der Stadtverwaltung Dresden. Durch Vermittlung zwischen dem Büro des Oberbürgermeisters / Katastrophenstabes und der Firma Sandstein wurde der Internet-Notauftritt der Stadt Dresden einge-

Erste Absprachen werden getroffen. Auf dem Foto von links Dr. Dietrich Herrmann, Andreas Querfurth, Christoph Anders, Achim Wesjohann, Anja Stephan und Jan Zimmermann

richtet. In den folgenden Wochen stellte die Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ für den Notauftritt von DRESDEN.DE Informationen für Helfer und das Verhalten in der Notsituation zusammen. Die bei DRESDEN.DE eingehenden Mails wurden an die Initiative weitergeleitet und bearbeitet. Bis Ende August 2002 wurde der Notauftritt (sowie die gespiegelten Seiten bei DDkom und der Energieversorgung Halle) 3,2 Millionen mal angeklickt und erhielt den Sonderpreis des European E-City Awards. Im Ergebnis des Gesprächs wurde neben der Einrichtung der Kommunikationszentrale in den Räumen des Kulturbüros auf der Bautzner Straße 41 HH mit der sofortigen Mobilisierung von freiwilligen Helfern begonnen. Bis 22:00 Uhr wurde ein kleines Büro mit zwei PC, zwei Telefonen und Internetanschluss eingerichtet sowie ein riesiger Stadtplan an die Wand gepinnt und ein Spendenkonto benannt. Eine Datenbank zur Erfassung der zahlreich zu erwartenden Hilfsangebote und Hilfegesuche wurde eigenständig programmiert und online gestellt. Auf diese Datenbank war der Zugriff von jedem PC mit Internetanschluss möglich. Damit wurde (in Hinblick auf eventuelle lokale Stromausfälle) eine ortsunabhängige Möglichkeit des Zugriffes auf die Daten geschaffen. Mitglieder der Initiative für Dresden, Mitarbeiter des Kulturbüros und weitere Freiwillige hatten sich noch am späten Abend eingefunden und standen für unterschiedlichste Aufgaben wie Telefon- oder Kurierdienste etc. bereit. Am 15. August 2002 begannen dann diese Kräfte nach Absprache mit dem Krisenstab der Landeshauptstadt Dresden, Hilfegesuche und Hilfsangebote aus Dresden, dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland entgegenzunehmen, zu koordinieren bzw. weiterzuleiten. So wurden notwendige Hilfeleistungen oder dringend benötigte Materialien, wie Sandsäcke, Transportmittel, Mineralwasser, Lebensmittel oder Werkzeuge, vermittelt bzw. beschafft und weitergeleitet. Helfer wurden an Brennpunkte gesandt, notwendige Informationen eingeholt und weitergegeben. Die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen, kommunalen Einrichtungen und unterschiedlichsten Helfergruppierungen wurde gesucht bzw. intensiviert. Später entwickelte sich aus dem Vermittlungsbüro mit Unterstützung der Telekom ein Logistikzentrum, in welchem die Mitglieder der Initiative die unterschiedlichsten Angebote zu komplexen Hilfspaketen schnüren konnten. In den ersten Wochen wurde rund um die Uhr gearbeitet. Obwohl die Arbeitsbedingungen für die Freiwilligen keinesfalls optimal waren, wurden doch an manchen Tagen mehr als 1400 Anrufe entgegengenommen und abgearbeitet.

Einige Streiflichter aus diesen Tagen
Von Beginn an sammelten die Mitglieder der Initiative Angebote für private Notquartiere. So standen beim Scheitelpunkt der Flut mehrere hundert Quartiere bereit, um tausende Betroffene aufnehmen zu können. Für die Bedürfnisse von älteren und behinderten Menschen hat die Initiative die Bevölkerung mit Erfolg zu spezifischen Hilfsangeboten aufgerufen. In Kooperation mit dem Jugendhilfe - Träger „Outlaw“ initiierte die Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ in diesem Zusammenhang ein „Projekt Altenpatenschaften“, um mit freiwilligen qualifizierten Helfern insbesondere von der Flut betroffene ältere Mitbürger bei der Bewältigung der Ausnahmesituation zu unterstützen. Am 15. August wurden Helfer, Sandsäcke und Transportmittel an bedrohte Objekte vermittelt und teilweise auch die Versorgung der Kräfte koordiniert.

Die Kommunikationszentrale der Initiative „Hilfe für Dresden Bürger helfen Bürgern“ in den Räumen des Kulturbüros Dresden nimmt die Arbeit auf.

Pinnwand, Telefon und Computer – gleichberechtigte Arbeitsmittel in diesen Tagen

Am 16. August wurde, die Stromversorgung in einigen Stadtgebieten war bereits zusammengebrochen, im Büro auf der Bautzner Straße 41 HH ein Notstromaggregat aufgebaut und ein Notstromkreis verlegt. Es wurden erfolgreich Kontakte mit den meist selbständig arbeitenden Sandsackfüllplätzen hergestellt. Ziel war es, mit den Freiwilligen vor Ort einen Kommunikationsstrang aufzubauen. Einerseits, um die Helfer auf den jeweiligen Plätzen mit Lebensmitteln und Getränken zu versorgen (die meisten der Helfer waren ununterbrochen im Einsatz) und andererseits, um die gefüllten Säcke zielgenau an die aktuellen Brennpunkte schicken zu können und benötigte Helfer an diese Plätze zu vermitteln. In diesem Zusammenhang sei ein privater Spediteur aus Leipzig genannt, welcher sich bei uns meldete und seine Unterstützung anbot. Mit seinem 40 - Tonner wurde er in die Transportlogistik integriert und verteilte drei Tage lang Sand an die Füllplätze. Am 18. August, der Pegel stand noch bei 8,90 m und das Grundwasser stieg ständig weiter, drohte im St.- Benno – Gymnasium die Grundplatte zu brechen. Die Mitarbeiter der Initiative beschafften Sandsäcke zur Belastung des Fundamentes, schickten Helfer vor Ort und organisierten über die Dresdner Tafel e.V. die Versorgung der Helfer mit den notwendigen Lebensmitteln. Zu diesem Zeitpunkt waren Sandsäcke in Dresden schon nicht mehr sofort ausreichend verfügbar, da die Reserven bereits nach Sachsen - Anhalt abtransportiert wurden. Checklisten für die Inbetriebnahme von Strom, Gas, Fernwärme und Wasser sowie Flugblätter mit den wichtigsten Notrufnummern und hygienischen Hinweisen wurden erarbeitet und vervielfältigt. Hunderte Gymnasiasten (z. T. aus Radeberg) waren im Dresdner Stadtgebiet unterwegs und haben diese Informationen verteilt. Reinigungs- und Desinfektionsmittel sowie dazugehörige Gerätschaften wurden von Fachmärkten nach Hilfsanfragen und Vermittlung von Mitarbeitern der Initiative den von der Flut betroffenen Bürgern bzw. Helfern kostenfrei zur Verfügung gestellt. Bekleidung, Unterkünfte, Trinkwasser, medizinische und psychologische Betreuung wurden nachgefragt und in Kooperation mit anderen Hilfskräften bereitgestellt bzw. vermittelt. Bundesweite Angebote von freiwilligen Helfern wurden entgegengenommen und deren Einsatz koordiniert, Betreuung eingeschlossen. So konnten durch die Vermittlung der Initiative „Hilfe für Dresden - Bürger helfen Bürgern“ u. a. einhundertundfünfzig Berliner Schüler in Meißen eingesetzt werden und mithelfen, die Innenstadt vom Schlamm zu beräumen. Am 20. August wurde in den Kellerräumen der Tierarztpraxis von Dr. Pfeil auf der Fischhausstrasse 5 ein zweites Call - Center der Initiative eingerichtet. Hier wurden ausschließlich Hilfsanfragen angenommen, um die chronisch überlasteten Telefonanschlüsse auf der Bautzner Straße 41 HH zu entlasten. Eine Psychologiestudentin, Mitglied der Initiative, baute eine Psychologenhotline auf. Mit Hilfe vieler freiwilliger Psychologen und Psychotherapeuten wurde eine 24 - Stunden Besetzung gewährleistet, um notwendige Beratungs- und Betreuungsleistungen für Flutopfer aber auch Helfer zu erbringen. In Zusammenarbeit mit der Taxi-Genossenschaft Dresden wurde für Hilfesuchende die Möglichkeit geschaffen, sich über das Funknetz der überall im Stadtgebiet befindlichen Taxis mit dem Call - Center in Verbindung zu setzen. Dies bedeutete flexibles Reagieren auf neue Situationen und damit schnellere Hilfeleistungen sowie eine Entlastung der Telefonanschlüsse der Initiative.

Um die Aufräumarbeiten nach dem Erreichen des Hochwasserscheitels in den verschiedenen Stadtgebieten effektiver unterstützen zu können, wurden dezentrale Punkte in der Stadt gesucht bzw. eigenständig aufgebaut. Dadurch entstanden teilweise regelrechte Stützpunkte, an denen Schaufeln, Eimer und andere Werkzeuge ausgegeben und auch Medikamente oder Trinkwasser zur Verfügung gestellt wurden. Helfer und Hilfsbedürftige erhielten so Anlaufstellen, welche schnelle Hilfeleistungen ermöglichten. In gemeinsamen Absprachen wurden diese Stellen miteinander vernetzt. Es fand somit ein wichtiger Informations- und Erfahrungsaustausch statt. Die Koordinierung übergreifender Probleme und spezifischer Aufgaben wurde dann oftmals von der Zentrale der Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ in den beiden Call-Centern übernommen. Es wurde aber auch kommunalen Einrichtungen, wie der Stadtreinigung und den Ortsämtern direkte Unterstützung zuteil. So verstärkten die Freiwilligen der Initiative u.a. die Schichten der Müllabfuhren und andere Mitarbeiter der Initiative unterstützten unmittelbar die verantwortlichen Koordinatoren in den betroffenen Ortsämtern. Es wurde damit eine großflächige Vernetzung zwischen den freiwilligen Helfern und den Verwaltungseinheiten geschaffen. Die für diese Aufgaben nicht ausgelegten kommunalen Stellen konnten so wesentlich entlastet und dringend erforderliche Maßnahmen schnell und effektiv bewältigt werden. Für die dringend notwendigen Aufräumarbeiten wurden in diesen Tagen innerhalb von Dresden, aber auch nach außerhalb, so z. B. nach Schlottwitz oder Weesenstein, Hunderte von freiwilligen Einzelhelfern bzw. Helfergruppen vermittelt. Sie wurden insbesondere zur Unterstützung privater Haushalte eingesetzt. So organisierten u. a. die Mitglieder der Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ am 28. August in Kooperation mit dem Studentenrat der Dresdner Universität einen Hilfseinsatz im Müglitztal – mehrere Busse fuhren die Studenten zu ihrem freiwilligen Einsatz. Der Internetauktionär eBay AG setzte sich mit der Initiative in Verbindung und erfragte sinnvolle Möglichkeiten der Unterstützung. eBay startete daraufhin in Zusammenarbeit mit einem Hotelunternehmen im Internet eine Versteigerung von Urlaubsplätzen zu Gunsten von der Flut betroffener Familien. Diese Reisen konnten dann Anfang des Jahres 2003 von den Mitarbeitern der ABM „Spendenagentur“ an betroffene Familien vergeben werden und wurden von diesen dankbar angenommen.. Aus der ganzen Bundesrepublik und dem Ausland gingen Angebote zur Unterstützung der Flutopfer und zur Hilfe bei der Beseitigung der Hochwasserschäden ein – nur wenige mussten die Mitarbeiter der Initiative ablehnen bzw. an öffentliche Stellen weitervermitteln. Dies betraf u. a. das Angebot eines Piloten, der mit seinem Hubschrauber kostenlos Transportflüge übernehmen wollte oder die Anfrage eines OFF ROAD - Clubs aus dem Süden Deutschlands. Dieser bot die Hilfe seiner Mitglieder und ihrer geländetauglichen Fahrzeuge bei der Versorgung der schwer betroffenen Gebiete außerhalb Dresdens an. Die eigenständig und kurzfristig von einem Mitglied der Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ entwickelte Datenbank zur schnelleren Zusammenführung von Hilfsanfragen und Hilfeangebote bestand in diesen Tagen ihre Feuertaufe. Tausende von Angeboten und Gesuchen wurden entgegengenommen, eingetragen, abgeglichen und abgearbeitet. Im Mai enthielt sie noch mehr als 1.000 Angebote/Gesuche, welche bis Mitte Juli 2003 abgearbeitet wurden. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt hatte die Datenbank keinen Ausfall zu verzeichnen und funktionierte nach wie vor zuverlässig.

Höhere Effizienz durch Zentralisierung
In der Nacht vom 30. August zum 31. August erfolgte der Umzug der Mitarbeiter der Initiative aus den Objekten Bautzner Straße 44 HH und Fischhausstraße 5 in Räume des Ortsamtes Blasewitz auf der Junghansstraße 2. Dank der Unterstützung durch die Stadtverwaltung Dresden mit Räumlichkeiten und Telefonanschlüssen wurde damit ein einheitliches Logistik - Zentrum und ein zentrales Call – Center für eine effizientere Tätigkeit der Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ geschaffen. Das Angebot an Vermittlungs- und Beratungsleistungen wurde somit zentralisiert und konnte wesentlich effektiver erfolgten. Dies war auch notwendig, denn allein bis Ende August erreichte die Initiative ca. 40.000 Anrufe, 1.000 Faxe, 6.000 E-Mails mit unterschiedlichsten Hilfsangeboten oder Hilfegesuchen zur Bearbeitung.

(Sächsische Zeitung vom 17.09.2002)

Mehr als 20.000 Hilfegesuche, vom Lastkraftwagen und Lebensmittel über Schaufeln, Helfer, Arbeitshandschuhe, Gummistiefel, Sandsäcke, Kühlschränke, Trockner u.a. konnten so in den August- und Septembertagen abgearbeitet werden. Neben genannten materiellen Hilfen wurden insbesondere auch Auskünfte zu Ansprechpartnern und Telefonnummern staatlicher und kommunaler Einrichtungen oder Hilfsorganisationen bzw. für verschiedene Dienstleistungen abgefordert. Nicht zu vergessen sind auch die vielen persönlichen Gespräche, die mit Betroffenen geführt wurden und zur Stabilisierung ihrer Psyche beitrugen. So konnte vielen von der Jahrhundertflut geschädigten Mitbürgerinnen und Mitbürgern, KMU sowie Kinder- und anderen Einrichtungen, nicht nur in der Landeshauptstadt Dresden, schnell, kostenfrei und unbürokratisch geholfen werden.

2. Austausch der freiwilligen Kräfte der Initiative "Hilfe für Dresden - Bürger helfen Bürgern" durch Mitarbeiter einer ABM (16.09.02 – 31.12.02)
Anfang September 2002 wurde, bedingt durch die Rückkehr der ehrenamtlichen Kräfte in Beruf oder Studium, zur Unterstützung der Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ mit großer Förderung durch das Arbeitsamt Dresden die Qualifizierungs- und Arbeitsförderungsgesellschaft Dresden mbH mit der Einrichtung und Führung einer entsprechenden ABM unter dem Namen „Spendenagentur“ beauftragt. Am 16.09.2002 konnte diese Maßnahme ihre Arbeit aufnehmen. Die Arbeitnehmer der ABM „Spendenagentur“ bewältigten in Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Mitgliedern bzw. freiwilligen Helfern der Initiative und den Mitarbeitern des Kulturbüros Dresden ein umfangreiches Arbeitspensum. Zwischen dem Fachanleiter bzw. der Fachanleiterin sowie weiteren Mitgliedern der ABM „Spendenagentur“ und den Vertretern der Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ erfolgten kontinuierliche Absprachen zu den Arbeitsinhalten. Dabei ist hervorzuheben, dass die Mitarbeiter der ABM in der Folgezeit nicht nur auf die jeweils aktuellen Anforderungen reagierten, sondern sich langfristig auf erweiterte Formen der Unterstützung der Flutopfer vorbereiteten. Unter dem Aspekt der „Hilfe zur Selbsthilfe“ wurden Arbeitsmaterialien insbesondere zur Beratung (Verfahrensfragen bei der Antragstellung oder der Realisierung von Vorhaben zur Schadensbeseitigung, Erstellung von Listen mit Gutachtern, Spezialfirmen etc., Schaffung und ständige Aktualisierung einer Übersicht der unterschiedlichen Hilfsprogramme seien hier nur genannt) und der Betreuung hilfesuchender Mitbürger entwickelt. Im Verlauf der nächsten Monate erfolgten die Einsatzvorbereitung und Betreuung von mehr als 37 Gruppen von Helfern aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Raum. Es waren Jugendlichen aus Polen und Frankreich oder der Schweiz, Azubis aus Gera, dem Schwarzwald oder Rostock, Pfadfinder aus Heidelberg u. a. Regionen im Einsatz. Neben der Koordinierung von Einsatzorten / Arbeitsaufgaben erfolgte in der Regel auch die Vermittlung von Unterkünften und / oder von Freifahrten mit den Dresdner Verkehrsbetrieben sowie die Bereitstellung von Versorgungsleistungen. Dankenswerte Unterstützung erhielten die Mitarbeiter dabei u. a. auch durch die „Dresdner Tafel“ und die DVB AG, mit denen sich eine intensive Zusammenarbeit entwickelt hatte. In diesem Zusammenhang muss auch erwähnt werden, dass es Mitarbeitern der Initiative gelang, die DB davon zu überzeugen, dass sie für Helfer bzw. Gruppen Freifahrten nach Dresden inklusive Rückfahrt zur Verfügung stellte. Weiterhin konnte in diesem Zeitraum auch der Einsatz von mehr als 500 Einzelhelfern / Familien / Kleingruppen mit insgesamt mehreren tausend Arbeitstagen vorbereitet und koordiniert werden. Die Helfer kamen neben Sachsen aus den verschiedensten Bundesländern, so u.a. aus Hamburg, Bayern, Brandenburg, Sachsen/Anhalt, Hessen, BadenWürttemberg. Auch aus Polen, Schweden oder Neuseeland kamen Helfer. Von einem bis zu mehreren Tagen, teilweise Wochen waren diese Helfer bei Flutopfern im Einsatz. In diesem Zusammenhang erfolgte auch die Vermittlung von preisgünstigen oder kostenlosen Unterkünften, die in der Regel durch Hilfsangebote aus der Datenbank abgedeckt werden konnten bzw. gezielt akquiriert wurden. Die Mitarbeiter der ABM „Spendenagentur“ sowie Freiwillige der Initiative widmeten sich neben der Vermittlung von Helfern oder Sachspenden aber auch der direkten, persönlichen Betreuung von hilfebedürftigen Personen / Familien in den Überflutungsgebieten wie z. B. in Dresden – Zschieren, Hosterwitz, Cossebaude, Gohlis, Laubegast oder Kleinzschachwitz.

Dr. Dietrich Herrmann, Sprecher der Initiative für Dresden e.V., ist bei den Mitarbeitern der ABM „Spendenagentur“ zu Gast. Von links unten: Dr. Dietrich Herrmann, Sonja Pàsztor, Diana Stärz, Michael Pièc, Karin Kretschmann (Fachanleiterin), Anita Werab, Joachim Schütz (Teamleiter), Anita Tlusty, Martina Schiefelbein und Uwe Schiemann

Neben praktischer Hilfe gab es von Frau Ingrid Löwenberger und Frau Anita Tlusty immer ein Lächeln und ein freundliches Wort für die um Unterstützung nachsuchenden Bürgerinnen und Bürger.

Ein Beispiel dafür war die Betreuung der Familie O. in Kleinzschachwitz oder von Frau H. in Dresden – Zschieren. Ende September 2002 rief Frau H. erstmals in unserem Büro an und erbat sich Hilfe bei der Säuberung ihres vom Hochwasser der Elbe stark betroffenen Hauses, dieses stand bis Mitte 1. Etage eine Woche im Wasser. Die eingesetzten Kräfte signalisierten, dass Frau H. von der gesamten Situation überfordert war und dringend einer umfassenden Betreuung bedurfte. Ein Hausbesuch durch Herrn P., Mitarbeiter der ABM bestätigte dies und förderte die Tatsache zutage, dass umfassende Sanierungsarbeiten notwendig waren. Diese Erkenntnis mit all ihren Konsequenzen auch bei Frau H. zu erzeugen, war eine schwierige Aufgabe für den Mitarbeiter. Letztlich gelang es jedoch. Wärmegeräte wurden beschafft und aufgestellt sowie ein Bautrockner angeschlossen, um auch wirksam dem Mauerwerk Wasser zu entziehen. Ein freiwilliger Helfer, Ingenieur aus München konnte die E-Installation wieder in Ordnung bringen, drei an Frau H. vermittelte ABM – Kräfte brachten die Räume im EG vollständig, die im 1. OG teilweise in Ordnung. Es wurde Putz abgehackt und wieder neu aufgebracht. Die Räume wurden geweißt und die Küche teilweise gefliest. Viele Gespräche wurden geführt und schrittweise konnte bei Frau H. auch die Einsicht erzeugt werden, dass ein Gutachten dringend notwendig ist, um die Schäden und daraus resultierende Maßnahmen in ihrer Komplexität auflisten zu können. So konnte ein Architekturbüro beauftragt werden, welches die nächstfolgenden Schritte für Frau H. plante. Frau H. war ein Beispiel dafür, dass es nicht allein ausreichend ist, materielle Hilfe anzubieten, sondern insbesondere bei älteren Bürgerinnen und Bürgern sehr individuell sowie einfühlsam aber auch komplex zu arbeiten. Ehrenamtliche Mitarbeiter der Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ waren darüber hinaus in Weesenstein und in weiteren Orten des Dresdner Umlandes im Einsatz.

Zunehmend suchten vom Hochwasser betroffene Personen direkt im Call - Center um Hilfe nach und ließen sich zu Hilfsprogrammen, Antragsformalitäten etc. beraten. Dazu

Diesem Lebensmotto folgten alle anderen ehrenamtlichen Helfer sowie Mitarbeiter der ABM. So auch Frau Martina Schiefelbein, welche den Einsatz der Helfergruppen betreute.

machten sich die Mitarbeiter der ABM eigenständig sachkundig und erarbeiteten interne Arbeitsunterlagen, welche ständig aktualisiert wurden. Die Mitarbeiter unterstützen u. a. auch eine Privatinitiative aus Hannover bei der Vorbereitung, Koordinierung und Durchführung einer gelungenen Nikolaus- und Weihnachtsaktion für Dresdner Kindereinrichtungen, Schulen und ausgewählte Familien sowie betroffener Einrichtungen im Osterzgebirge. Zunehmend wurde die Zusammenführung von Direktspendern (Privatpersonen / Unternehmen) mit betroffenen Familien, Kinder- und anderen Einrichtungen zu einem weiteren Schwerpunkt der Arbeit. Dies betraf ebenfalls die Vorbereitung bzw. Anbahnung möglicher Patenschaften. Umfangreiche Recherchen und differenzierte Gespräche, insbesondere auch mit kommunalen Stellen, so den Ortsämtern und dem Sozialamt, bestimmten hier die Arbeit der Mitarbeiter. In diesem Zusammenhang erfolgte auch die Lenkung von ungewidmeten Spenden auf Konten der Stadtverwaltung Dresden oder des Kulturbüros Dresden. Auf Anfrage und in Zusammenarbeit mit dem Sozialen Dienst der Justiz beim Landgericht Dresden erfolgte die Vermittlung und Koordinierung von gemeinnützigen Arbeitseinsätzen bzw. -stunden. Die Vermittlung von Erholungsaufenthalten für Flutopfer war zeitweilig eine weitere wichtige Aufgabe der Mitarbeiter der ABM / Initiative. Angebote für kostenfreie oder kostenreduzierte Erholungsaufenthalte aus der gesamten Bundesrepublik für Flutopfer und ihre Familien wurden entgegengenommen und an Betroffene weitergegeben. Von Husum und St. Peter - Ording an der Nordsee bis Garmisch – Partenkirchen mit seinem Einzugsgebiet, Bad Reichenhall, Aschau oder Wernigerode wurden Quartiere sowie verschiedene zusätzliche Leistungen angeboten. Die Mitarbeiter erreichten in der Folge eine Reihe von Kartengrüßen, so von Urlaubern aus Garmisch oder der Familie Sch. aus Kleinzschachwitz, die sich im Kurhotel Bad Endorf entspannen konnte. Auch Goms – Tourismus in der Schweiz und deren Partner bereiteten 87 Familien abwechslungsreiche und erholsame Ferientage. Weitere Kurzurlaube führten u. a. auch auf die Kanaren. Aber auch Helfer wurden mit derartigen Erholungsaufenthalten bedacht. So die Familie W. aus Hamburg, die einige Wochen bei der Beseitigung der Flutfolgen in Dresden geholfen hatte. Ihr konnte im April 2003 ein Aufenthalt im Hotel Harz in Wernigerode zugesprochen werden. Insgesamt konnten so ca. 178 Familien ein paar Tage die Folgen der Flutkatastrophe hinter sich lassen und neue Kräfte schöpfen. Auf die Pflege der vorhandenen Datenbanken zur Gewährleistung einer effizienten Arbeit der Initiative, so z. B. der Datenbank mit Hilfsangeboten (ca. 7.000) unterschiedlichster Art (Material / Helfer / Technik etc.) oder der Datenbank mit Hilfegesuchen (ca. 1.000) wurde durch die Mitarbeiter der ABM und die ehrenamtlichen Internetprofis der Initiative großen Wert gelegt. Die aktuellen Arbeitsaufgaben verlangten aber auch, dass neue Datenbanken von den Mitarbeitern der ABM angelegt werden mussten, so z. B. zur Erfassung flut-

Mitglieder der Initiative beziehen die neuen Räume in der Junghansstraße 2. Von links: Herr Ralf Lippold, Frau Pouneh Maleki und Herr Torsten Dörnbach

Einweisung an der Karte durch den Teamleiter der ABM, Herrn Joachim Schütz, in Vorbereitung der Außendienstmitarbeiter auf die Verteilung der Flyer im Überflutungsgebiet

Meinungsaustausch zu weiteren Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Von links: Herr Hans-Peter Glocke, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit der ABM, Dr. Dietrich Herrmann, Sprecher der Initiative für Dresden e.V. und Herr Michael Piec, Mitarbeiter im Außendienst der ABM

geschädigter Vereine, besonders betroffener Familien, Kitas und anderer sozialer Einrichtungen oder Direktpatenschaften. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der ABM bestand in der Entwicklung einer breiten Öffentlichkeitsarbeit für die Maßnahmen zur weiteren Unterstützung der Flutopfer und der dafür notwendigen Sensibilisierung nichtbetroffener Kreise. Aktivitäten waren u.a. die Entwicklung direkter überregionaler Medienkontakte, z. B. zum Heinrich-Bauer-Verlag / Hamburg (LAURA), der Süddeutschen Zeitung (Magazin), dem Hamburger Wirtschaftsmagazin „brandeins“, der Verkehrsrundschau / München, der dvz / Hamburg, der hessischen Strassen - Gazette, dem Mannheimer Morgen, der Ostthüringer Zeitung sowie zu den regionalen Medien, wie dem Dresdner Wochenspiegel, dem Sächsischen Boten, der SZ, der DNN, der Morgenpost, den Dresdner Stadtteilzeitungen, Radio PSR, dem MDR u.a. Medien. In all diesen Medien konnten Anliegen und Arbeit der Initiative vorgestellt werden. Analog zu genannten Aktivitäten wurde der Kontakt zu verschiedenen Presse- und Öffentlichkeitsabteilungen, z. B. der Stadtsparkasse Dresden, der DVB AG, der Deutschen Bahn AG u.a. gesucht, um sie als Multiplikatoren für die Verbreitung der Inhalte / Angebote der Initiative zu gewinnen. Kontakten zu anderen Initiativen, wie z. B. in Birkenau/Hessen, die Aktionen zu Gunsten von Flutopfern vorbereiten und durchführen, wurden hergestellt. Die Mitarbeiter der ABM bestimmten wesentlich mit der inhaltlichen Erarbeitung, gestalterischen und technischen Realisierung eines Flyers (zwei Auflagen / gesamte Auflagenhöhe 8.300 Stück, davon allein 1.300 Stück per Hand kopiert und gefalzt) die Entwicklung einer breiten Öffentlichkeitsarbeit. Allein im Herbst 2002 wurden ca. 3.600 Stück durch die Mitarbeiter (teilweise außerhalb ihrer Arbeitszeit) sowie über Partner verteilt. Die Präsentation der Initiative / ABM, ihrer Ziele und Möglichkeiten im Rahmen der Teilnahme an unterschiedlichsten Aktivitäten, so u. a. an der 2. Bürger- und Sozialkonferenz der Stadt Dresden, an einem Treffen mit Hochwassergeschädigten am 26.11.02 in der 95.Grundschule in Laubegast, bei der Eröffnung einer Fotoschau durch den OB zum Thema Flut im Rathaus oder anlässlich von Beratungen mit Vertretern von Kleingartenvereinen, halfen, das Anliegen der Initiative weiter bekannt zu machen. In diesem Zusammenhang galt für die erfolgreiche Tätigkeit im Jahr 2002 besonders dem Arbeitsamt Dresden der Dank für ihre umfassende finanzielle und personelle Unterstützung der Maßnahme. Auch der Stadtverwaltung Dresden war für die unbürokratische Bereitstellung der Infrastruktur für die Tätigkeit der Mitarbeiter der Initiative / ABM „Spendenagentur“ zu danken.

3. Weiterführung der Aktivitäten der Initiative "Hilfe für Dresden - Bürger helfen Bürgern" durch Mitarbeiter einer ABM (24.01.03 – 20.07.03)
Für das Jahr 2003 ergab sich aus den absehbaren notwendigen Wiederaufbauarbeiten und der Beseitigung der erst im Frühjahr 2003 überschaubaren Folgeschäden der Flut die Notwendigkeit für die Weiterführung der Tätigkeit dieser ABM. Darüber hinaus zeichnete sich in Zusammenhang mit der Abarbeitung vorwiegend praktischer Aufgaben ein wachsender Bedarf an direkter und differenzierter Beratung und Betreuung von Flutopfer und damit der verstärkten „Hilfe zur Selbsthilfe“ ab. Leider ergaben sich Probleme, welche dem Anliegen der Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ und damit insbesondere auch den Wirkungsmöglichkeiten der ABM „Spendenagentur“ entgegenstanden. Diese bestanden insbesondere in der definitiven Beendigung der ABM zum 31.12.02 lt. der vorliegenden Arbeitsverträge sowie unterschiedlicher und nicht untersetzter Auffassungen bzw. Aussagen zu Notwendigkeit und Weiterführung der ABM im Januar 2003.

Damit wurde keine Planungssicherheit für 2003 gewährleistet und verhinderte im November / Dezember 2002 langfristige und verbindlichen Absprachen mit Hilfesuchenden oder potentiellen Helfern (Privatpersonen/Gruppen etc.). Hinzu kam, dass dann erst zum 21.01.2003 eine endgültige Entscheidung zur Weiterführung der ABM für einen Zeitraum von sechs Monaten getroffen wurde. Die Einordnung der geforderten Praktika von fünf Kalenderwochen pro Mitarbeiter in diesem Zeitraum erschwerte darüber hinaus eine personenbezogene kontinuierliche Arbeit. Hervorzuheben ist jedoch, dass die Mehrzahl der Mitarbeiter der ABM „Spendenagentur“ im Zeitraum vom 02.01. bis zum 20.01.2003 durch freiwilligen persönlichen Einsatz die Arbeitsfähigkeit der Initiative erhalten hatte. Den Hilfesuchenden wurde weiter zur Seite gestanden sowie Hilfsangebote aufgenommen und weitergeleitet. Die Bürger haben dabei von den Problemen, mit denen die Mitarbeiter zu kämpfen hatten, kaum etwas gespürt. In diesem Zusammenhang wurden vom 02.01. bis zum 20.01.2003 mehr als 725 unbezahlte Arbeitsstunden geleistet und das Gesamtprojekt im Interesse der Hilfebedürftigen weitergeführt.

Aktivitäten der ABM „Spendenagentur“ ab dem 24.01.03
Mit der offiziellen Bestätigung der ABM „Spendenagentur“ wurde sofort erneut eine breite Öffentlichkeitsarbeit unter Einbeziehung der Medien initiiert.

Wesentlicher Bestandteil dieser Aktivitäten war die gezielte Verteilung von Flyern. Auf der Grundlage einer in Eigenleistung erstellten Straßenübersicht der Überflutungsgebiete wurden allein bis zum 15.03.2003 durch Mitarbeiter der ABM ca. 2.000 Flyer mit Informationen und Hilfsangeboten der Initiative sowie der Stadtverwaltung Dresden in den von der Flut schwer betroffenen Gebieten verteilt und das Gespräch mit Betroffenen gesucht. So wurden u. a. das Altenpflegeheim St. Michael, das Kinderzentrum Friedrichstadt, die Kleingartensparte „Birkenleite“, die Kreativitätsschule Dresden, der Kulturverein „Riesa efau“, die Gärtnerei Ziegenbalg, der Gartenbau Mehnert, die Fam. P. in Hosterwitz sowie weitere Privathaushalte aufgesucht. Vor Ort wurden konkrete Angebote zur Unterstützung unterbreitet bzw. der Einsatz von Hilfskräften abgesprochen. Etwa 250 persönliche Gespräche konnten im Rahmen dieser Aktivität geführt werden. Weitere 137 Kontakte wurden hergestellt und eine Vielzahl von Hilfegesuche direkt vor Ort aufgenommen.

Die Mitarbeiter der ABM „Spendenagentur“ / Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ informierten über ihre Angebote auf der 2. Bürgerund Sozialkonferenz der Stadt Dresden. Frau Stärz, Frau Pàsztor und Frau Kretschmann (von links) im Gespräch mit Teilnehmern der Konferenz.

Tafeln der Ausstellung zur Messe „Haus 2003“ in Dresden

Eine wesentliche Hilfe für die Außendienstmitarbeiter der ABM waren die Datenerfassungsgeräte, die von der Firma Palm dankenswerter Weise zeitweilig zur Verfügung gestellt wurden. Diese Leihgabe war das Ergebnis intensiver Bemühungen eines Mitgliedes der Initiative zur weiteren Erhöhung der Effektivität der Arbeit.

Dresdner Amtsblatt vom 20.02.2003

Auch im nachfolgenden Zeitraum erfolgten durch Mitarbeiter der ABM weitere Besuche bei Familien, Einzelpersonen oder Einrichtungen bzw. Unternehmen, die um Unterstützung gebeten hatten. Im Gespräch mit ihnen wurde deutlich, dass nach wie vor Hilfe durch Beratung, persönliche Gespräche oder praktische Leistungen bei der Wiederherstellung des Wohnumfeldes einschließlich der Gärten und zum Teil der Produktionsflächen gewünscht wird. Ein Beispiel war u.a. die Familie Sch.. Herr Sch. ist an den Rollstuhl gebunden und stand nach der Flut vor den Trümmern seines Gartengrundstücks in Cossebaude. Neben der

Beratung erfolgte auch praktische Hilfe. Das zerstörte Gartenhaus und das dazugehörige Grundstück konnten durch freiwillige Helfer wieder nutzbar gemacht werden. Herr Sch. erhielt so ein Stück Lebensqualität zurück. Einer der Helfer, der hier zum Einsatz kam, war Herr K.. Der Rentner, aus Heidelberg in das Dresdner Umland zugezogen, hatte im Herbst 2002 seine kostenfreie Hilfe angeboten und wurde seither durch die Mitarbeiter der ABM / Initiative bei verschiedenen Flutopfern eingesetzt. Sein handwerkliches Geschick und seine ausgeprägte Hilfsbereitschaft stellte er in ungezählten Arbeitsstunden unter Beweis. Ihm wurde, ebenso wie vielen anderen freiwilligen Helfern aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus, von den jeweiligen Betroffenen eine hohe Einsatz- und Leistungsbereitschaft bestätigt. Viele der Helfer hatten Urlaubstage genommen oder waren von ihren Arbeitgebern zu Hilfseinsätzen in Dresden und Umgebung freigestellt worden. Einige Lehrlingsgruppen, u.a. aus Gera verbanden ihren Einsatz mit einem berufsspezifischen Praktikum. Die Mitarbeiter der ABM konnten bei ihren Außenkontakten im April / Mai 2003 feststellen, dass in Dresden in der Regel scheinbar Normalität eingezogen und man zur Tagesordnung übergegangen war. Die staatlichen sowie karitativen Hilfsprogramme hatten im wesentlichen gegriffen, Nachbarschaftshilfe und fremde Helfer wurden weitgehend durch Auftragsvergabe an Firmen ersetzt. Somit wurden in der Regel nur noch einzelne Arbeitskräfte für Helfertätigkeiten benötigt. Hier bewährte sich auch weiterhin, selbstverständlich mit Ausnahmen, die Zusammenarbeit mit dem Sozialen Dienst der Justiz beim Landgericht Dresden, der uns Jugendliche zur Ableistung von Auflagen gemeinnütziger Arbeit in die Vermittlung gab. Integriert in oben genannte Gespräche waren, wie bereits angeführt, verschiedene Beratungsleistungen. Diese Beratungsgespräche waren in der Regel sehr zeitintensiv und erforderten eine gründliche Vorbereitung durch die Mitarbeiter der ABM. Im Mittelpunkt standen dabei neben den staatlichen insbesondere die karitativen Hilfsprogramme (DRK, Caritas und Diakonie), Hinweise zu Fragen der Bausanierung, zu Gutachten und Gutachtern, der Bautrocknung oder der Verwendung von Entfeuchtungsputz ebenso wie Auskünfte zu Fragen, die sich aus Mietverhältnissen und dem Besitz von Wohneigentum ergaben. In spezifischen Fällen erfolgte eine Weitervermittlung an Rechtsberatungsstellen bzw. an zuständige staatliche oder kommunale Einrichtungen. Neben der Beratung zu den staatlichen und karitativen Hilfsprogrammen erfolgten teilweise auch Antragstellungen bei „Lichtblick e.V.“ oder die Weitervermittlung an den Verein „Sachsen helfen e.V.“ bzw. das Kuratorium Fluthilfe in Berlin. In diesem Zusammenhang erfolgten bereits seit Herbst 2002 in Eigenleistung durch die Mitarbeiter der ABM umfangreiche Recherchen bzw. wurden vorhandene Handreichungen der Initiative fortgeschrieben. Im Ergebnis entstanden eine Vielzahl von Arbeitsdokumenten, wie Listen von Ansprechpartnern für Flutopfer, von Gutachtern oder Spezialfirmen, Sammlungen von Antrags- u.a. Formularen, Handbücher für die Mitarbeiter im Innen- und Außendienst etc.. Damit konnte ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Effizienz der ABM / Initiative und Aussagefähigkeit der Mitarbeiter geleistet werden. Unterstützt wurde dies auch im Team durch regelmäßige Beratungen mit Weiterbildungscharakter. Es konnte generell festgestellt werden, dass die Nachfrage nach Beratungsleistungen im Frühjahr 2003 zugenommen hatte. Damit erwies sich unsere Einschätzung vom Herbst 2002, dass in der Folge Beratung und Betreuung der Flutopfer einen zentralen Platz in der Tätigkeit der Mitarbeiter einnehmen werden, als richtig. Hilfesuchende wurden teilweise direkt von kommunalen Einrichtungen, so u.a. von der Wohnbauförderung der Landeshauptstadt an das Call – Center der Initiative verwiesen bzw. suchten dieses nach entsprechenden Veröffentlichungen in den Medien oder durch

Frau Ingrid Löwenberger (rechts) übergibt einen Gutschein der „NH Hoteles“ für einen Kurzurlaub.

Ehrenamtliche Mitarbeiter der Initiative „Hilfe für Dresden - Bürger helfen Bürgern“ bei einer Einsatzbesprechung. Von links: Herr Markus Hoffmann, Frau Ines Thietz - Bartram und Frau Karin Börner

Gemeinsame Erarbeitung der Inhalte der Hochwasser – Hilfsprogramme durch Mitarbeiter der ABM. Von links: Frau Sonja Pásztor, Frau Anita Werab, Frau Diana Stärz und Frau Doris Schröter

„Mundpropaganda“ selbständig auf. Selbstverständlich wirkten sich hier auch die Außendienstaktivitäten der Mitarbeiter der ABM aus. Allen Hilfesuchenden konnte im wesentlichen entweder durch konkrete Leistungen oder ein klärendes Gespräch geholfen werden. Generell konzentrierten sich die Mitarbeiter der ABM ab Ende März / Anfang April besonders auf die Abarbeitung von Hilfeersuchen aus den vergangenen Wochen und auf die Kontrolle des Realisierungsstandes bereits eingeleiteter Hilfsmaßnahmen. Die Palette reichte hierbei von der Unterstützung bei der Suche nach neuem Wohnraum für von der Flut bzw. deren Nachwirkungen betroffenen Einzelpersonen bzw. Familien. In Zusammenarbeit mit Wohnungsgesellschaften und deren Sozialarbeitern galt es neben Möglichkeiten der Bereitstellung von entsprechendem Wohnraum auch Fragen des Mietzinses, der Kaution und der Finanzierung des Umzuges vor zu klären. Mit großem Engagement und teilweise hohem Aufwand wurden Lösungen erarbeitet, welche von den Bürgern dankend angenommen wurden. In einzelnen Fällen benötigten die Bürger aber noch Bedenkzeit für endgültige Entscheidungen. In vielen Gesprächen mit betroffenen Bürgern wurde auch deutlich, dass allein schon Anteilnahme an den vielfältigen Schicksalen und die Bereitschaft der jeweiligen Mitarbeiter zum Zuhören als helfend empfunden wurde. Hier zahlte sich auch aus, dass die Teamleitung der ABM in Eigenverantwortung am 25.02.2003 eine Weiterbildungsveranstaltung zu Problemen der psychologischen Betreuung von Katastrophenopfern organisiert hatte. Vertreter des psychologischen Dienstes beim Regierungspräsidiums konnten für deren Durchführung gewonnen werden und fanden eine sehr gute Resonanz. Eine Vielzahl von Direktspendern, die Kontakt mit Flutopfern hatten, bestätigte ebenfalls die Notwendigkeit des Gesprächs mit den Betroffenen. Da viele Spender nicht auf ein anonymes Konto Geld einzahlen wollten, wurden verstärkt in Zusammenarbeit mit den Ortsämtern und anderen kommunalen Einrichtungen flutbetroffene Personen / Familien recherchiert. Nach Zustimmung durch diese Personen / Familien wurden deren Daten dann an potentielle Spender weitergegeben. Stellvertretend für diese Form der Hilfsbereitschaft sollen nachfolgend einige Beispiele genannt sein. So konnte u.a. ein Direktspender einer alleinerziehenden arbeitslosen Mutter mit drei Kindern, die praktisch vor dem Nichts standen mit 1.200 € helfen. Dieser Spender, Herr N. aus Dresden unterstützte darüber hinaus noch weitere Familien finanziell. Selbstverständlich wurden auch weiterhin nach entsprechenden Absprachen Spenden an soziale Einrichtungen vermittelt. So erhielt z. B. die Kindervereinigung Dresden e.V. durch unsere Vermittlung von der Firma Leica-Mikrosystems in Bensheim 10.000 €. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang auch die Elbe Flugzeugwerke GmbH. Mit insgesamt ca. 20.000 € unterstützte sie u.a. den Dresdner Schwimmverein, die Hochschule für Musik, die Kreativschule Dresden und die IG Weißeritzbahn e.V. Freital. Bis zu diesem Zeitpunkt war auch die Tendenz zu verzeichnen, dass ein Teil der flutbetroffenen Bürger nach wie vor zurückhaltend mit der Bitte um insbesondere finanzielle Hilfeleistungen war. Teilweise wurden aus moralischen Aspekten (... anderen geht es viel schlechter...) die Möglichkeiten der bereitgestellten Hilfsangebote / -programme nicht umfassend genutzt. Deshalb hatten die Mitarbeiter der ABM im April / Mai 2003, mit der Ankündigung des Auslaufens der staatlichen Wiederaufbauhilfen zum 31.05.2003, nochmals verstärkt diesbezügliche Beratungsleistungen über die Medien und über direkte Kontakte im Außendienst angeboten. Im April / Mai 2003 suchten dann auch täglich mehrere vom Hochwasser betroffene Bürger das Center auf und ließen sich zu Hilfsprogrammen beraten bzw. mit notwendigen

Anträgen versehen. Telefonische Beratungen und Vereinbarungen zu Terminen vor Ort wurden ebenfalls verstärkt abgefordert. So wurden u.a. mehrere Bewohner der Siedlung Grüner Weg in DD – Gohlis beraten. In diesem Zusammenhang wurde auch die Vorbereitung der Produktion einer mehrteiligen Berichterstattung des TV – Sender „Pro 7“ über die Aufbauaktivitäten in dieser Siedlung durch Mitarbeiter der ABM unterstützt. Im Frühjahr 2003 liefen u. a. auch die Programme des Deutschen Bundesjugendringes aus, welche den freiwilligen Einsatz von Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet zu Aufräumarbeiten im Dresdner Raum finanziell sicherstellten. Diese Gruppen leisteten wesentliche Unterstützung bei Beräumungen, Bepflanzungen oder anderen Rekultivierungsarbeiten. In der Zeit zwischen 08.04. und 08.05.03 waren so die letzten sechs Gruppen (u. a. von der Kath. Jugend Karlsruhe oder der Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd / Büro Potsdam)) im Einsatz. Insgesamt wurde im Frühjahr der Einsatz von 8 Gruppen mit ca. 70 Helfern durch die Mitarbeiter der ABM vorbereitet und begleitet. So hat u. a. eine siebenköpfige Gruppe von Jugendlichen aus Hennef / NRW in der Zeit vom 14. bis 17.04.2003 dem Rentnerehepaar P. bei der Herrichtung ihres Gartens geholfen und auf der Plantage des Obstbaubetriebes Schlage 650 neue Bäumchen gepflanzt. Eine andere Gruppe, Jugendliche aus Brandenburg, die ihr freiwilliges soziales Jahr leisten, tauschten den Mutterboden in zwei Gewächshäusern der Gärtnerei Ziegenbalg aus, beräumten Elbwiesen und unterstützten einen Hotelier in Stadt Wehlen bei der Feinreinigung seines Objektes. Ein anderer Schwerpunkt der Arbeit der Mitarbeiter der ABM bestand in der Recherche, der Erfassung, einschließlich des Schadensumfanges, und der weiterführenden Betreuung von 266 flutgeschädigten gemeinnützigen Vereinen. Neben Beratungen zur Beantragung finanzieller u. a. Hilfen, der Information zu den unterschiedlichen Hilfsprogrammen und deren Modifikationen, erfolgte auch hier auf ausdrücklichen Wunsch von potentiellen Spendern weiterhin die direkte Zusammenführung mit hilfesuchenden Vereinen. So erfuhren Vereine, z. B. das Kreativhaus Dresden, „Riesa efau“, der Wassersportverein „Am Blauen Wunder“ oder der „Job – in - Club“ erst durch unsere Mitarbeiter, dass die Stadtverwaltung Dresden auf Antrag Mittel zur Schadensregulierung bereitgestellt hatte. Mit dieser Information und der Begleitung bei der Beantragung durch uns, wurde ein entscheidender Beitrag für die weitere Existenz betroffener Vereine geleistet. Mit diesen Aktivitäten konnte auch wesentlich die Arbeit der Bürgerstiftung Dresden und des Kulturbüros Dresden unterstützt werden. Des weiteren wurden zur Unterstützung des Kulturbüros Dresden u. a. mehr als 200 Anschriften von Spendern recherchiert und die entsprechenden Spendenquittungen ausgestellt. Die Mitarbeiter betreuten darüber hinaus von Ende April bis Ende Juni eine weitere Auflage der Aktion „Hotels helfen Familien in Not“ von hotel.de AG. In diesem Zusammenhang zeichneten sie für die notwendige Öffentlichkeitsarbeit und die Vermittlung von 170 Hotelgutscheinen an vom Hochwasser betroffene Familien verantwortlich. Diese Gutscheine

umfassten ein, im wesentlichen, kostenfreies Wochenende in fünfzehn unterschiedlichen Hotels der NH-Hoteles Deutschland GmbH im gesamten Bundesgebiet sowie weiteren Partnern von hotel.de. Die Pressemitteilung der Initiative „Kostenloser Kurzurlaub für Flutopfer Für Flutopfer, die nach den anstrengenden Wochen des Wiederaufbaues, der Sanierung bzw. Renovierung ihrer Wohnungen und der Herrichtung ihres Wohnumfeldes dringend ein paar Tage Erholung benötigen, haben die Mitarbeiter der Initiative ,Hilfe für Dresden - Bürger helfen Bürgern" eine Reihe von interessanten Angeboten. Im Rahmen einer dritten Auflage der Aktion „Hotels helfen Familien in Not“ stellt die „NH Hoteles Deutschland GmbH" in Zusammenarbeit mit der „hotel.de AG" 150 mal einen Kurzurlaub für betroffene Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Hotelgutscheine berechtigen zu einem kostenfreien Wochenendaufenthalt in Düsseldorf, Berlin, Dresden, Frankfurt, Göttingen, Hamburg, Heidelberg, IngoIstadt, Köln, München, Nürnberg oder Leipzig. Diese Angebote gelten bis 31. Dezember 2003. Interessenten können sich telefonisch unter 4 88 12 20 melden. (SZ)“ wurde von den Bürgerinnen und Bürgern sehr aufmerksam zur Kenntnis genommen. Eine kleine betreute Ausstellung der ABM / Initiative im Eingangsbereich der Dresdner Messe „Haus 2003“ im April 2003 und Veröffentlichungen in den regionalen Medien sowie die aktive Teilnahme an verschiedenen Bürgerkonferenzen und Zusammenkünften von Bürgerinitiativen bildeten einen weiteren Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit der Initiative und der Mitarbeiter der ABM. Im Zentrum stand dabei weiterhin die Sensibilisierung einer breiten Öffentlichkeit zur Unterstützung der Flutopfer und die Vorstellung der verschiedenen Angebote der ABM / Initiative.

4. Stimmen zur Tätigkeit der Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ / ABM „Spendenagentur“
Die Mitarbeiter der Initiative / ABM erreichte in den vergangenen Monaten eine Reihe von Zuschriften, in denen sich Hilfesuchende wie auch Helfer gleichermaßen für die Unterstützung bedankten sowie Eindrücke und Erlebnisse aus diesen Tagen schilderten. Einige Zuschriften seien hier auszugsweise wiedergegeben. - So sagte Herr C. aus Nürnberg zur Arbeit der Telefonhotline der Initiative im August 2002: „Die Arbeit der Hotline ist goldwert! Da weiß man genau, wo man gebraucht wird.“ - Frau H. vom Caritasverband Aachen e.V. in einer Mail: „ ..., haben Sie uns mit Ihrem Büro wertvolle Hilfestellungen und Tipps gegeben.“ - Der Geschäftsführer der Mühle GmbH Dresden in einem Brief: „Ohne diese Unterstützung hätten wir unsere Arbeit nicht so schnell wieder aufnehmen können.“ - Die Mitglieder der siebenköpfigen Familie O. betonten: „Wir sind Ihnen und den anderen Helfern / Mitarbeitern für alle Hilfe, aber auch persönliche Anteilnahme und moralische Unterstützung sehr dankbar.“ - Ein Helfer, Herr E. aus Köln schrieb nach seinem Einsatz: „Das ungläubige Erstaunen der Hochwasseropfer und die Dankbarkeit in deren Augen sind mein Lohn und machen mich zufrieden und glücklich. In den beiden Tagen hat sich eine freundschaftliche Verbundenheit eingestellt...“ - Mieter des Hauses Trachenberger Str. 22 a in einem Brief: „Betonen möchten wir die freundliche und besonnene Art ihrer Helfer, die beruhigend auf uns ältere, zum Teil kranke und behinderte, Mitbürger wirkte.“ - Fam. P. teilte mit: Wir können Ihnen nur bestätigen, dass alle Absprachen mit Ihnen bestens klappten. Die Helfer waren hoch motiviert, sie arbeiteten oftmals bis zur Erschöpfung.“ - Mitglieder der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg aus Wülfrath stellten fest: „Die Damen und Herren, die dort (im Call – Center) Dienst tun sind sehr motiviert und kümmern sich um die Leute... . Die größte Wiederaufbauarbeit wurde in unseren Köpfen geleistet...“

- Die Direktorin des Hotels „Alttolkewitzer Hof“ in einem Schreiben an das Team: „...möchte ich mich nochmals für die Unterstützung Ihrer Initiative „Hilfe für Dresden“ bei der Beseitigung der Hochwasserschäden bedanken.“ - Die Vereinsleitung des Kinderzentrums Dresden – Friedrichstadt e. V. schrieb u. a. „Besonders positiv ist zu erwähnen, dass die Hilfe sehr rasch einsetzte und äußerst koordiniert und praktikabel erfolgte.“ ... „Sie haben wesentlichen Anteil daran, dass mittlerweile ein Großteil der Flutschäden an unserer Einrichtung beseitigt werden konnte und wir positiv in die Zukunft blicken können.“

5. Vorschläge und mögliche Schlussfolgerungen
Das Augusthochwasser und seine Folgen haben gezeigt, dass der Solidaritätsgedanke und daraus resultierendes freiwilliges Bürgerengagement in den unterschiedlichsten Formen in breiten Kreisen der Bevölkerung noch fest verankert sind. Ebenso deutlich wurde aber auch, dass dieses Engagement durch die vorhandenen Verwaltungsstrukturen im Interesse der betroffenen Bürger hätte effektiver genutzt werden können. In Vorbereitung bzw. Reaktion auf Krisensituationen ist deshalb die Bereitschaft Freiwilliger zu spontanen Hilfeleistungen unbedingt anzunehmen und einzuplanen. Es sollten dafür notwendige Voraussetzungen, wie die mögliche Einbindung in die Arbeit der jeweiligen Krisenstäbe, Bereitstellung einer entsprechenden Arbeitsplattform, Benennung kompetenter Ansprechpartner etc. in den entsprechenden Dokumenten festgeschrieben werden. Initiativen von Freiwilligen sollten nach kurzfristiger Prüfung ihrer Notwendigkeit / Berechtigung vom jeweiligen Arbeitsamt durch eine ABM mit ausgesuchten Mitarbeitern zur Sicherung von Kontinuität in der Arbeit und der Stabilisierung der jeweiligen Leistungsangebote untersetzt werden. Stellenbeschreibungen und Aktionsmöglichkeiten sollten dabei entsprechend der konkreten und sich zwangsläufig verändernder Situationen flexibel angelegt sein.

5. Anmerkung
Die erfolgreiche Tätigkeit der Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ konnte nur durch das Bürgerengagement und die Solidarität unzähliger Helferinnen und Helfer aller Alters- und Berufsgruppen sowie gesellschaftlichen Schichten der Bevölkerung aus der gesamten Bundesrepublik, anderen europäischen Ländern und Übersee ermöglicht werden. Ein besonderer Dank gilt der Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Dresden, dem Arbeitsamt Dresden und der Qualifizierungs- und Arbeitsförderungsgesellschaft Dresden, welche die grundsätzlichen materiellen und personellen Voraussetzungen für die Einrichtung und Führung einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme geschaffen hatten. Diese ABM ermöglichte es, dass das Anliegen der Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ engagiert und erfolgreich über einen längeren Zeitraum im Interesse der von der Flut betroffenen Bürgerinnen und Bürger umgesetzt werden konnte.

6. Anhang
Handbücher u. a. Arbeitsmaterialien

Impressum: Herausgeber: Text, Gestaltung und Produktion: Fotos: ABM „Spendenagentur“ Hans-Peter Glocke Joachim Schütz Karin Kretschmann Markus Hoffmann

Die Texte entstanden unter Verwendung von Pressemitteilungen und anderer Veröffentlichungen der Initiative „Hilfe für Dresden – Bürger helfen Bürgern“ sowie der ABM „Spendenagentur“. Internes Arbeitspapier – Nachdruck oder auszugsweise Veröffentlichungen sind nicht gestattet.

© 2003 QAD mbH

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