ZEITSCHRIFT

FÜR

ÄGYPTISCHE SPRACHE
UND

ALTERTUMSKUNDE
MIT UNTERSTÜTZUNG DER DEUTSCHEN MORGENLANDISCHEN GESELLSCHAFT
HERAUSGEGEBEN VON

A.

ERMAN

UND

G.

STEINDORFF

DREIUND VIERZIGSTER BAND
MIT
29

ABBILDUNGEN UND

3

TAFELN

LEIPZIG
J. C.

HINRICHS'scHE

BUCHHANDLUNG

1906

Inhalt des 43. Bandes.
Seite

Calice, Fr., Graf.

Zur Entwicklung der Negationen im Neuägyptischen
Sethe

149
1

Erman, A. Die Geschichte des Scliiff brüchigen Mit einer Bemerkung von K. Die > Horuswege "

.

72
27

Gardiner, A. H.

Mesore as first month of the Egyptian year Beispiel einer Textentlehnung in Dendera Junker, H.

— —

A

Statuette of the

Four papyri of the 18th Dynasty from Kahun (mit 3 Tafeln) High Priest of Memphis, Ptahmose (mit 1 Abbildung)

55

136
127
101

Poesie aus der Spätzeit

Krencker, D., und Schäfer, H.
Lripoldt, J.

Eine neue Art altägyptischer Riegelschlösser (mit 17 Abbildungen)
Abbildung)

.

.

60
152
51

Ein bohairisches Lied zum Preise Schenutes Die Totenfeier im Garten (mit
1

Madsen, H.
JKavüte, E.

Le dieu Bat

(mit 3 Abbildungen)

77
151

Rahlfs, A.
Schäfer, H.

»Nein« im Koptischen
Äthiopische Fürstinnen

48

— —

Die Entstehung einiger Mumienamulette
Altägyptische Geldgewichte

66 70 74
144
147
1

Das Zeichen für tun (mit 4 Abbildungen) Sethe, K. Der Name der Göttin Neith Der Name des Gottes Krjp


Spiegelberg,

— Ein

W.

Ägyptologische Randglossen zu Herodot (mit

Abbildung)

84
129
71

Denkstein auf den

Tod

einer heiligen Isiskuh
III.

Wrede, P.
Miszellen:

Eine Vase Amenophis'

(mit 2 Abbildungen)

Capart,

J.

Broyeurs en pierre

168
162

Stele de Nebuaui

Gardiner, A. H.

— — —

KjJ-hw

••

foreigners

••

160

The goddess Ningal in an Egyptian text The origin of the Coptic tense Futurum I

97 97
159

The

particle

^

Jequier, G.

Les prisonniers sous
'frf'x

les pieds

du

roi

96
160

Junker, H.
Sethe, K.

=

a

<^

Zur Lesung von

=^

«Fürst«

98

Spiegelberg,
7un.s

— — — —

Berichtigung

98

W.

Das Diadem der Prinzessin Berenike

.

156 158
158 159
161

»Königsring« (Kartusche)

Zu den Hermotybiem Zu Papyrus Harris 75,

2

ft'.

Ungnad, A.

Der Feuerbohrer Wreszinski, W. Zwei Inschriften des Museo Maffeiano

in

Verona
98.

163

Erschienene Schriften

163

Digitized by the Internet Archive
in

2010 with funding from

Brigham Young University

http://www.archive.org/details/zeitschriftfr43brug

Adolf Erman: Die Geschichte des Schiffbrüchigen.

[43.

Band.

1906.]

Die Greschichte des Schiffbrüchigen.

/)',i^^, so.

Von Adolf Erman. Uas
Jahr 1906 hat den Ägyptologen die Erfüllung eines alten Wunsches geHr. GoLENiscHEFF hat den Papyrus 1115 der Eremitage, der die Geist

bracht,

schichte des Schiffbrüchigen enthält, veröffentlicht \

Ein Vierteljahrhundert

verflossen, seit er uns seine erste Übersetzung dieses Textes gab^, eine Über-

setzung,

die, wie wir jetzt nach Einsicht des Originales sagen können, eine bewundernswerte Leistung war. Und schon damals betonte er mit Recht, wirklich welches Interesse auch inhaltlich diesem Buche zukomme: bei den so wenig

seefahrenden Ägyptern

tritt

uns die älteste

aller Schiffergeschichten

entgegen

und und

sie

erinnert in

merkwürdiger Weise an ähnliche Geschichten anderer Völker
in seiner

Zeiten.

Auch

neuen Bearbeitung weist Golenischeff wieder mit
die folgende Arbeit untersuchen

Entschiedenheit auf diese Rätsel hin.

Es sind indessen nicht diese Probleme, die
soll;

sie steckt sich ein

bescheideneres Ziel und will die Anlage des ägyptischen
Ist

Textes und seine Stellung in der Literatur erkennen.

er ein naives Volks-

märchen wie
vertritt?

die

Geschichten des Westcar? oder gehört er zu jener höheren
sie
z.

Gattung des ägyptischen Schrifttumes, wie

B. das Gedicht

von Sinuhe

Ob wir zu diesem oder jenem
und da

Resultate gelangen, das hat auch für

jene sagengeschichtlichen Untersuchungen seine Wichtigkeit.
Ich habe zugleich auch hier heiten berichtigen können, nicht
die Übersetzung Golenischeffs in Einzel-

zum mindesten,

weil mir das

fiir

das ägyptische

Wörterbuch gesammelte Material zu Gebote stand.
abstatten kann, den es
.

Es

ist

mir eine Freude,

daß unser Unternehmen auf diese Weise Hrn. Golenischeff etwas von dem Danke

ihm schuldet. Den von Golenischeff in Hieroglyphen umschriebenen Text konnte
stellte;

ich mit
freilich

Photographien vergleichen, die er mir freundlichst zur Verfügung
zeigten sie

mir eigentlich nur, daß an seiner genauen und durchdachten

Um-

schreibung

kaum etwas

ernstlich zu bessern

ist.

Die wenigen Abweichungen

meiner Lesung habe ich an ihrer

Stelle angeführt;

wo

ich sonst

von Goleni-

scheffs Text scheinbar abweiche, handelt es sich nur

um

jene äußerlichen Diffe-

renzen, die beim Umschreiben des Hieratischen nicht ausbleiben, ob
knht der
^)

man nach

Form nach s

setzen soll

oder
73
ff.

dem Sinne nach

[p"

usw.
Orientalistenkongresses

Recueil de Travaux,
ff.

XXVIII,

S.

*)

Verhandlungen des

5.

(Berlin 1881) II, 3 S. 100
Zeitschr.
f.

Ägypt. Spr., 43. Band.

1906.

1

2

Adolf Erman: Die Geschichte des

SchiflFbrüchigen.

[43.

Band.

Vorbemerkungen.
Die Handschrift stammt, wie die Schrift zeigt und wie der
Unterschrift
(Z.

Name
Ihr

in der

189) überdies bestätigt,

noch aus dem m. R.
selir

Schreiber
er sich ja

schreibt eine zwar ausgeschriebene, aber

sorgfältige

Hand, wie

auch selbst seiner »geschickten Finger« rühmt.
keit

Aber
31.

leider

war

seine Genauig-

nicht

weiter her als
ist

die

seiner

meisten Kollegen;
GS.

an

augenscheinlichen
107. 111. 120.
Stellen,

Schreibfehlern

kein Mangel, vgl. Z.T. 13.

74. 76.

141. 142. 159.

Es steht

dalier zu

vermuten,

daß auch manche der

die uns übersetzbar sind, nur durch Schreibfehler entstellt sind, die wir nicht er-

kennen können.
Seine Orthographie
gibt er stets durch
a

ist

im ganzen konsequent.

Die Zeichen U=fl und A

ü

wieder; nach Golenischeffs Vorgange habe ich in beiden

Fällen der leichteren Lesbarkeit
eingesetzt.

wegen

die in

den Hieroglyphen üblichen Zeichen
Prosa des m. R. an,

Sprachlich gehört der Text

der gewöhnlichen

wie

wir sie aus der Einleitung der Klagen
des m. R. kennen.

des Bauern

und aus anderen Texten

Einzelne Punkte verdienen
Suff". 1

aber eine nähere Betrachtung.

Pronomen. Das

sg. ist
,

einmal mit der vorhergehenden Dualendung
(8~)

zu wjj zusammengezogen:
Dasselbe Suffix

y(|lj^
es ist

"eben

,

^ Sf
daß

(54. 161).

muß

auch mit dem folgenden Pron. abs. wj irgendwie zu-

sammengezogen' werden, denn
artigen Fällen das

gewiß kein

Zufall,

in allen vier der"i^''

W^ ungeschrieben
»ich legte

bleibt:

'f'p-i^'^^ÖA
161)'",

sättigte

mich« (53),
ich

^wvAAA^i^M^i

mich« (156.

^V^W^

rdjtj

wj

»als

mich legte« (166).
Sonst wird das

^

konsequent geschrieben, mit Ausnahme eines
besteht: statt i

Falles,

in

dem

ein

Schwanken

(39. 131. 155. 170) schreibt der

Schreiber auch nur i

(109. 157. 169. 174. 177),

auch das

muß

einen be-

sonderen Grund haben.
Pscudopartizip.
setzung -^"^rzp^i
1 sg.
"^z:::^

v\^,

aber

-^z::^

in

der merkwürdigen
(l^^*)'

Zusammenin

^:^^ \\1\
man das wj an

v>Vir

I

vir

die

dem von mir

^)

Dafür, daß

das \'erbiiin heranzog, sprechen auch die Schreibungen auf der
f'

Stele des Königs Neferhotep:
»sie

^ ^^ %^
^
'

-sehet mich« (33),

HT"^ ^0

a/wwv'^^
deshalb

denken meiner«

(31),

wo
v\

das n des Suffixes offenbar zu
ui.

dem wj herübergezogen und

vor diesem wiederholt wird, etwa *metennüi für *meten
lung des
^)

Übrigens sieht man aus dieser Behand-

V^^T' daß

das

in

ihm vokalisch gesprochen wurde.
in

Die gleiche Schreibung kehrt im gleichen Fall auch
(a-K., PiEHL, Inscr. hier. I 122 |),

anderen Texten wieder,
Paris, Bibl. nat. 33).

z.

B.:

0%^

^

n

|%

(saitisch,

1906.]

Adolf Erman: Die Geschichte des

Scliiff'bn'icliigeii.

der Gramm."

§

267 besprochenen ^^^'^zz^^

<:^^>

-^^ J\^:z:::^\>^'T
Dieser

(Sinuhe 252) entspricht; beide bedeuten »ich warf mich auf den Bauch«.
altertümliche Ausdruck,

der sich in der Sprache des Hofzeremoniells erhalten
als
Jcivj

haben wird, enthält das Pseudopartizip von wnn
natürlich enttont
2 m. 3 m.
1 Plist,

Hilfsverb,

und da

dieses

so ist in
sg.

ihm nun auch das

zu ^^n^, ^ci::^W» verkürzt.
(4. 7.

und

3

f.

stets

altertümlich mit c^ statt Ih

73. 155. 158).

^^
^^A.

(125) neben
(10).

^

(22).

.

.

3

pl.

^Q^i)^
Auch

(146).

Passivendimg.

hier wieder die kurze Schreibung mit einfachem
als

o,

sowohl vor Suffixen (15. 73. 152)
unpersönlich (147)^;

vor nominalem Subjekt (140. 146) und
findet sich

die volle Schreibung

nur einmal

in

1^^"^^^

o^

(143).

RelatiFformen.

Sehr bemerkenswert

ist

die

Stelle:

»ich

erzähle

was mit mir geschehen

ist

und von dem,

was

ich

durch seine Macht geschaut habe« (143).

Hier sind die beiden Formen,

die partizipiale sowohl wie die relativische, als Plurale gekennzeichnet

wiß auch
dies

als

solche zu sprechen; das Pluralzeichen

und gekann hier nicht wohl, wie

Sethe' für ähnliche Fälle annahm, nur ein äußeres Zeichen des neutri-

schen Gebrauches sein, denn andere neutrische Formen schreibt unsere Handschrift

ohne die Pluralstriche (124. 155. 174. 181).
ci

Das
PluraP

^
eil

»was ich gebe« (46) würde man gern mit dem alten weiblichen

A^

identifizieren.
<^A'^n.

Gebrauch von

Die Form bezeichnet auch in diesem Texte ausnahmslos
greift nie

den jedesmaligen Fortschritt der Erzählung und
Schlußworte des Buches leiten muß.
vor,

auf frühere Gescheh-

nisse zurück; es ist wichtig, dies festzustellen, da es uns

beim Verständnis der

Ihre große Häufigkeit

sie
sie

kommt 26 mal
keinen Platz

obgleich

findet

der Text doch langie Reden enthält, in denen

erklärt sich aus
'^h'^n

einem eigentümlichen Sprachgebrauch des Verfassers;

er gebraucht das die

auch bei den Verben des Gehens,

wo

andere es durch

Umschreibung mit n^'^^^^

ersetzen, die er überhaupt nicht benutzt.

Die verschiedenen möglichen Verbindungen verteilen sich in folgender Weise. Die 7Z-Form braucht

man

bei transitiven

Verben mit folgendem Objekt

(45.

53.

56. 161. 162. 166. 176)* sowie bei »sagen« (83. 158. 167. 183),
(86)

»antworten«

und «lachen«
')

(149).

Das Pseudopartizip verwendet man beim Passiv (109.
ist.

Falls

dies

nicht ein imperfektisches Partizip

^)

Verbum

II, §77.5.

^)

11.

§ 783.

*)

Auch 76 mit

irrig

ausgelassenem

n.

1

Adolf Erman: Die Geschichte des Schiffbrüchigen.

[43.

Band.

177) und bei »herabsteigen« (129. 169), »kommen« (155), »gehen« (155. 157),
»eintreten«
Infinitiv

(174)

und »sterben«
(170).
ein
ist

(131).

Endlich verwendet

man
dem

T

mit

dem

bei

»rufen«

Merkwürdig
hervorgehoben
;i

zweimal wiederkehrender Satz,

in

das Subjekt

ist,

analog

dem

in

meiner Gramm.''

§

370 angeführten
Er
lautet:

»der König .... der starb.«

fl^n

(37)

und ^hcn dpt

es starben, die in

ihm waren«.

Nun verwendet
ist

^ ^'^

ntjw ims (106) »das Schiff

der Text zwar bei »sterben«

das Pseudopartizip (131), aber das kann ja in
Soll er

diesem Satze nicht vorliegen.

etwa die n-Form enthalten und

deren auslautendes n etwa mit

dem

Anlaut von ntjw zusammengezogen?

hpr und hprn.
gebrauchten

Unser Text enthält zwei Beispiele eines unpersönlich
eins für ein ebenso verwendetes
<3>'

w V^

und
AAAAAA

^

.

Bei zweien von

diesen scheint es mir klar, daß sie Temporalangaben einleiten:
AAAAAA AAA^yVA

.^
/l__D

»als

ich

mich auf den

Bauch warf .... sagte
^(1 P^:;s\

sie

zu mir«
y>•

(166).

y^^^^*-^

-(^^
du

"^"^-^
sie nie

""^^^""

^u ^^^

^^^'^' '^'on

dieser Stelle trennen wirst, wirst

wieder sehen« (153).
h/prn für
<^Äf

Dabei würde kpr für präsentische Sätze,
sein,

perfektische gebraucht
^h^n (Gramm." § 247.

was an den gleichen Unterschied zwischen
vgl.

und

250;

auch 252) erinnert.

Ähnliche Fälle finden sich auch sonst; so steht
li-pm

Sinuhe 11 und Pianchi 32 ein

vor Zeitangaben, die einen Satz eröffnen,
ein Jipr hinter solchen Zeitangaben \
Z.

und Kubanstele 8 und Sphinxstele 8 steht Aber an anderen Stellen und so auch in
Erklärung".

130 unserer Texte versagt diese

Übersetzung und Kommentar.
a (1—11).

'^L\\t\m.

MM
a_d:
xzx:

'1^-,^,^^^^
^)

Dies hpr scheint hier und sonst die jüngere
:

Form

für hprn zu sein.
£<? Ssot;?.
1, 1, 1;

Vgl. auch Ka-

nopus 27
'^)

/www
/::>

WD
ist

^^*
-^^

^\ —f— _S^

^»'^sNP

-Hm

i

i

'i««

In^i

m£t>)?,3'£i'

1

1

Beliebt
7).

hpr swt

am Anfang

längerer Erzählungen (Sall.

Inscr. d^d. 21;

Mar.,

Abyd.

n

1906.]

Adolf Erman: Die
O
AAAAAA

Geschiclite des Schiffbrüchigen.

^^

.

AAAAAA


I

-

AAAAA^

Hill
-_
I

I

I

-^^^flfl
11
==> AAAA/SA
I

W\A

VJ

I

I

AA/S/V\A

I

Ein trefflicher Leibwächter sagt: Freue dich,

o

Fürst.

Siehe, wir

haben die Residenz

erreicht.

Man

hat

den Schlägel genommen und

ist aufs Land gelegt. und jeder umarmt den anderen. Unsere Mannschaft ist heil heimgekehrt, und es gab keinen Verlust bei unseren Soldaten, nachdem wir (doch) das Ende von Wawat erreicht haben und bei Senmet vorbeigekommen sind. Sieh, wie wir glücklich heimge-

hat den Pflock eingeschlagen, und das Schiftstau
preist

Man

und dankt

Gott,

kommen

sind; unser Land, das haben wir erreicht!
ist,

Die Stelle schildert das Landen; hrpw
hier der Schlägel, den
darstellen

wie mir Schäfer gezeigt

hat,

das Zeichen ö, w^o es hrp bedeutet, auch ursprünglich

mag.

'^^

»das
ed.

Tau am
7,

Vorderteil«

ist

häufig belegt (Totb. ed.
gilt

Nav. 130, 33; Rechmere
als

Newb.

17 usw.) und hw mnjt
(lo|<c=r>Tj

im m.R. geradezu

Ausdruck für »landen«:

x^ ^
<=:=>

»ich schlug den Pflock

ein zu

Abydos«

(Brit.
~vyA^«

Mus. 574).
ist

In

JrvXo^

das

natürlich zu streichen.

Das Land Snmt
wöhnlich gestalteten

ist

eigentlich nicht mit

^v\

,

sondern

mit

einem

unge-

^^

geschrieben.

h
12

(12

21).
AAAAAA

C,

j}l==ß

AAAAAA ^^

014'^^^^^ <Q,
AA/^AA^
I

X

I

I

I

r-^v~i

Jf<

161
''l T/

o

\^"j

10 A^^AAA

^l
^fe:^21

'19

A^_a

^

20

^^ D
ich

Höre auf mich, du Fürst!

bin einer,

der nicht zu viel

Wasche dich und gieße Wasser über deine Finger. Möchtest du antworten, wenn du angeredet wirst; rede zum König mit Geistesgegenwart; antworte ohne Stottern
sein

Wort

läßt

Der Mund des Menschen errettet ihn; das Gesicht vor ihm verhüllen. Wenn (?) du nach (?)
(?).

deinem W^unsche

tust,

nachdem (?) du gesagt

hast.

und

frisch

Der Leibwächter erlaubt sich, dem Fürsten einen Rat zu geben: gleich und offen solle er dem Pharao über die Reise berichten, das bringe

gutes ein.

6

Adolf Ermax: Die Geschichte des Schiffbrüchigen.

[43. Band.

Nach sw
und
ibid. I.

fehlt natürlich

m; der Ausdruck sw

m

hiw findet sich Siut

I,

222
h^w

349,

wo

ein Begleiter des

Königs sich nennt wsh nmtt, §w

m

»weitschreitend (aber) ohne L"bertreibung«\

Daß

wsd,

das

gewöhnliche Wort für das »Begrüßen«,

auch einfach den

Beginn des Gesprächs, die Anrede, bezeichnet, zeigt der Vers
"vs. i-rr-i
jl

ü^ y^^
ng^gs, ndidi

y^A
sieht

X

^

a<^

»der Angeredete
216).
njtjt

antwortet«

(parallel:

der Schlafende

einen

Traum: Bauer
In

In

dem unbekannten dem allgemeinen

haben wir eins der alten Verba wie

usw.
die

Satze über den Nutzen des Redens möchte

man

zweite Hälfte als Gegensatz zur ersten verstehen:

man

verhüllt das Gesicht aus

Abscheu. Aber der Ausdruck //m hr n bedeutet auch, daß man geblendet von der Schönheit das Gesicht verhüllt (Naukratisstele 4), und das mag hier besser
passen.
c

(21—30).

3"n"n"kA^P
28|.

i^-

©.

^

Z^RRkKVP —
.<S>-

Pl-Ä^"n"n"flkP
iH
I

4 tk n^ -^^
1

^29D
I

c^

I

I

F==3-<2>-l

/f.^SAl.'

Erzählen werde ich dir etwas
ist,

dem

Gleiches, das mir selbst geschehen

als ich

zum Bergwerke

des Königs ging und

zum Meere

hinabstieg,

in

einem Schiffe von 150 Ellen Länge und 40 Ellen Breite.
Schifi'er

Es waren

150

darin, von den Auserlesensten Ägyptens.
sie

Sie beschauten
als

den Himmel,
das der

beschauten das Land, und ihr Herz war kundiger (?)

Löwen (?).
läßt sich nicht anders übersetzen, als

Der Ausdruck yO^^^O
schehen
ist;

hier ge-

er hat in

allen Stellen,

die wir

für

das Wörterbuch
Gleiches«.

gesammelt

haben, noch seine volle Bedeutung: »etwas

dem
»ein

So zum Beispiel:

^cr^(](]yo^^^M<==>^
und dem etwas Gleiches begegnet
•^^^^''~J^

y

;

(]

.

anderer, der dir gleichsteht,

ist«
j

(Prisse 13, 9).

i^f^^^
I

I

M^^ i-^l M
I

(J 1

,—w— VS^ P*!

I

I

y i©CiLI

ij

»sehet
I I

euch

meine vortrefflichen
64).
ist«.

11

Taten an und

tut etwas

dem

Gleiches«

(Sethe,

Urkunden IV
|)

Dazu paßt denn auch der Zusatz »das mir selbst

^

geschehen

Wir

dürfen also nicht übersetzen: »je vais aussi te raconter ce qui m'est arrive, ä moi
^)

GoLENiscHEFF übersetzt -prive de ressources«, aber hiw bedeutet nur »Zuwachs, Ver-

mehrung».

1906.]

Adolf Erman: Die Geschichte des

Schiff brüchi<>;en.

personnellement«\ sondern nur: »ich erzähle dir etwas dem Gleiches, das mir
selbst

begegnet

ist«

;

der Leibwächter erzählt

dem Fürsten

also nicht die Reise,

die eben vollendet ist,

sondern ein anderes Abenteuer, das er selbst früher einhat.

mal bei einer anderen Reise erlebt
Schlange

zum

Schiffbrüchigen,

der ihr

Ebenso sagt ja auch unten (125) die sein Unglück erzählt liat, es sei anso wolle sie

genehm, vergangenes Leid einander zu erzählen und
M<c:r>V>^^^^
ist,

ihm

y^^

(j

»etwas
d. h.

dem

Gleiches, das auf dieser Insel geschehen

erzählen«

also

auch einen Unglücksfall wie den seinen.
irj als

Be-

merkenswert

Maskulinum konstruiert wird; es ist das ein Seitenstück zu dem männlichen Gebrauche von ^..P im Sinne von »etwas«, der auch in unserem Texte (124) vorkommt.
ist

übrigens, daß in beiden Beispielen mjtt

Die Schlußsätze besagen wohl, daß die Schifier sich nach
der Küste zu richten wußten,

und das

dem Himmel und unbekannte Adjektiv" m^k^ mag demAber dazu passen

nach »kundig« bedeuten, wie auch Golenischeff annimmt.
die

Löwen

nicht,

und da

dieses

Wort

hier ohnehin in einer ganz

ungewöhn-

lichen

Weise geschrieben wäre^,
gemeint sein

so fragt

man

sich,

ob hier nicht etwa doch

ein anderes Tier

"sollte.

ein

Das Determinativ von sM »Schiffer« ist nicht das des Soldaten, sondern Mann, der irgend etwas kurzes in der Hand hält; meine Umschreibung ist Das »Bergwerk des Königs« wird eine Sinaigrube
sein.

natürlich nicht streng zu beweisen.

d (30—39).
31 IT
A^^ww nn A/wvv\

im7:,'^^--\\i
33
I

C3a

W

)y^
AA^AA^
I

V^

^|34
I I

J\ 35

JlH^

V

\rm

I

IH

I

ö
38

A^'vw\ AAAAAA A/WVV\

o

36

cxz:><
fl

!!!
I
I

I

AAAAAA

37C|

D

^

1^

^^39^^^
I^Si.P
n

®

')

Ich wüßte, wie gesagt, nicht, daß
ist.

»y'^^

/r;"

je die adverbielle Bedeutung »aussi« hätte, die

bei r mjtt gewöhnlich

Aber

selbst

wenn

dies der Fall

wäre, so müßte

dem Objekt

stehen.

Und

dieses Objekt »ce

qni

m'est

arrive«
in

es dann doch hinter müßte dann doch die weibliche

Form

hprt haben, wie auch Z. 142 richtig
'')

dieser

Bedeutung

steht.

Daß

es ein Adjektiv ist,

Cl ergibt sich aus Z. 99.
I

I

')

Die Schreibungen des

Löwen ohne
(als

[I

oder

(|

(1

kommen

fast

nur

in

den Pyramidentexten

vor und die Schreibungen mit

hieße er der »Sehende«) sogar nur

W.

541

= T. 297

=

T. 305.

8

Adolf Erman: Die Geschichte des Schiffbrüchigen.

[43.

Band.

Sie sagten einen
ein Unwetter,
als

Sturm (schon) vorher,
es (noch) nicht
eintrat.

als er (noch) nicht

kam, und
ist

Der Sturm

(aber)

losge-

brochen,

als

wir (noch) auf

dem Meere waren, bevor wir
es,

landeten.

Der

Wind
war

erhob sich(?) und tat es aufs neue(?), und eine
Ein Holzstück war
das mir sie
.
.

Woge von
.

8 Ellen

in ihm.

.;

das Schiff

da starben, die darin waren; keiner davon blieb übrig.

Der Sinn

ist

gewiß, daß die Schiffer zwar das Nahen des Sturmes recht-

zeitig erkannten,

daß

sie

aber nicht

mehr
soll

Zeit hatten, das

Land zu

erreichen;
dies klar

aber der Mangel entsprechender Partikeln erschwert es

dem Ägypter,
ist

auszudrücken.

Der Nominalsatz

d^^

pr

wohl das

Plötzliche des Losbrechens

malen;

man

sieht nicht,

daß er kommt, sondern »er
[*^.=^]^

da«.
§

Die Worte

meiner Ägypt. Gramm, und bei Sethe, Verbum

A

und

«:^Jw' II

enthalten die in
§

304. 307

353 besprochene Form; die

von diesem
wirklich
es in

zitierten Stellen,
^s^-^

Ebers 38, 6 usw. zeigen, daß die Negation dabei
^'"'^

aucli

und nicht nur
Z. 79.

lauten kann; mit der letzteren

kommt

unserem Texte

80

vor.

Für das Folgende

reicht unsere W^ortkenntnis nicht aus.
ist

Was
f

heißt »der

Wind ward
holen«?

getragen«? und

whmjt einfach das Substantiv zu
das von

^^v Q() »wieder-

Das Femininum

nwjt,

dem
ist,

häufigeren Maskulinum nwj »die

Flut« (auch unten 154) zu unterscheiden
Teil

wird hier und sonst den einzelnen

der Flut,

die

Woge,

bezeichnen.

Endlich

«H^^l

das sieht nach der

Schreibung wie eine Reduplikation von Jmj »schlagen« aus, aber sonst kann
ich
es

nicht belegen'.

Bei der Übersetzung dieser Stelle

ist

übrigens zu befl

achten, daß

^^

Subjekt sein

muß

(Ägypt.
es

Gramm.

§

374) und daß das

nicht

auf das Maskulinum
ziehen.

^^

gehen kann;

wird sich auf die Flut, die nwjt be-

e

(39—46).
AAAAAA AAAA/SA ^AAAAA

40
A

41^5

ra

o

^^^
D
46

42^,
44

&

n

'"^;

kHö^n
A
Ich

O
^
!

iT^r o

sie

li

wurde von einer Welle des Meeres an eine Insel geworfen und verbrachte drei Tage allein, (nur) mit meinem Herzen als Genossen, in')

Die Berichtigung ergibt sich aus Z. 98.

^)

Nur auf der

Palette Berlin 7798 steht y 8 X

^

X

G

anstatt des

gewöhnlichen

AAAAAA

D

W

(Six temples 12) »wie der Nil strömt«.

1!)0G.]

Adolf Erman: Die Geschichte

fies

Schiffbrüchigen.

9

dem

ich in

einem ....

schlief,

und{?) ich umfaßte den Schatten.

Ich
täte

streckte

meine Füße aus,

um

zu wissen, was ich in meinen

Mund

W^w
und
Zu
Inschrift

«Welle« findet sich auch Totb. ed. Nav. 149, 84, Mar.,
darf

Kam.

42, 22

in Dendera.
Jc^p

man

vielleicht das kp vergleichen,

das in einer unpublizierten
.£:l
I
|

des Sethostempels von

Abydos vorkommt:

»eine Säulenhalle,
die

Uj

^^
es

aus feinem weißen Kalk,

^

<=> /wwva'X\

,

Türen aus Erz«;

wird die »Decke« bedeuten, wenn
nicht
erraten,

es auch

mit dem Femininum RHne nicht

identisch sein kann.
sich

Aber was mit dem k^p n ht »Baumdach« gemeint ist, läßt jedenfalls aber wohl etwas, was den »Schatten« spendet,
ist

der danach genannt wird.

Die Verwendung von dwn für das Ausstrecken von Gliedern
lich,

gewöhn-

der Ausdruck selbst aber so geschraubt wie das »Schatten umarmen« und

das »in den

Mund

tun«.

/ (47—52).

"^.
49

JHi
j
CO
n

_^-

£1^

I

I

I

'Olli

^

o
<e<51

^ Jr
A^^/W\

III
r.

AftAAAA

iZ:^=Ll,¥,

C^

O

AAAAAA

und fand Feigen und Weintrauben darin und allerlei prächtige Zwiebeln (?), es gab dort klvo und nkwt und Gurken wie es gab dort ., Fische und Vögel; es gab nichts, was nicht in ihr gewesen wäre.
. .
.

56).
153

'54

c»=^

ö:
55

^_j]'

'%

X

56

^^

,'

{^

11

Ich sättigte

mich und

ließ (noch) liegen,

weil es zu viel auf meinen

Armen war.
Das rdj
r

Als ich ....

genommen

hatte(?),

machte ich Feuer und

v^'f^yO. tit

hackte Holz und machte ein Brandopfer ^ für die Götter.

U

steht

für »vernachlässigen«.

wohl

in

seiner

gewöhnlichen übertragenen Bedeutung

Bei sd darf

man

nicht an sid »graben«

denken, da

dies erst neuägyptisch ohne

X

/

geschrieben wird.
"

ist

Abkürzung

für

£\

X

I

svoi ht

(Benihasan

I,

XXIX) mit dem auch

sonst zu belegenden
')

Verbum ^^^

»abschneiden«.

Wörtlich wohl: »ich machte Holzhacken und ein Brandopfer«.
f.

Zeitsclir.

Ägypt. Spr.,

43.

Band.

1906.

2

,

10

Adolf Erman: Die Geschichte des

Schiff briichioen.

[43.

Band.

Über -7T~^^^wvAAA

U

sh

n

sdt,

den von Golenischeff längst erkannten Aus-

druck für das Brandopfer, gedenke ich an anderer Stelle zu handeln.

h (56

66).

V
59

•57

A

r^^
62.

u^'^^^mw
60
©>tii^
1^^^^^
^AAAA^ AA/NAAA

^

A^AAA^
A/NAAAA

_Z1 AAA/V\A

^5
61 -f»,

o

I

Y

7^

T
nn
n
SIC

64

°^
Q.

ill

t:
[c^]

sie

^"rk^U:
Ich

^66_^

,°^;

•il
Bäume
braclien
(?)

hörte

ein

donnerndes Geräusch, indem ich meinte,
,

es

sei

eine

Welle des Meeres

während

die

und

die

Erde bebte,

und
die

ich enthüllte

mein Gesicht und fand, daß

es

eine Schlange war,

J2-^S,ol

war 60 Ellen (hing), und ihr Bart war länger als waren mit Gold überzogen, ihre beiden Augenbrauen waren aus echtem (?) Lapislazuli, .... und sie krümmte sich(?)
herankam;
sie

2 Ellen,

ihre Glieder

vorwärts.

Über

Ih

hat Golenischeff schon das riclitige bemerkt und eine zweite Stelle Bei ymyni spricht das Determinativ

mit der gleichen Bedeutung nachgewiesen.
für brechen, splittern o.
ä.
;

das

Ungetüm knickt im

Schlangen Grashalme biegen.
»sie

Das
>>il

m

vor

[\\\

«

Bäume wie andere malt das langsame Herankommen:
Krieclien

war beim Kommen«,

s'approchait«,

wie Golenischeff gut übersetzt.

Bei der Beschreibung des Tieres

schweben dem Dichter die Erzeugnisse

der ägyptischen Goldschmiede vor

wie ja auch im Westcar die Königskinder

Kopftücher aus Lapislazuli und mit Gold verzierte Glieder bei der Geburt mit
auf die Welt bringen.
graphisch für
shr), die

Der Leib der Schlange

ist
ist

vergoldet {shr steht unortho-

Umrahmung

der Augen

^

durch blaue Einlagen wiederin^(^

»wahr« mit "^ ist unmöglich, und wenn man, wie das auch paläographisch näher liegt, '^^ liest,
gegeben.

Der Schluß scheint verderbt zu

sein,

denn

so fehlt

dem

w?/<'

jedes Determinativ, und das

mh hängt

überdies in der Luft.

Daß

(^rk,

das auch

vom Krumniziehen

der Holzschiffe gebraucht wird,
III 9)

auch

wie kopt. oi\K »krümmen« bedeutet, hat schon Sethe (Verbum

bemerkt.

Aber wenn man daraufhin,
anstößig

so wie ich vorschlage, übersetzt, so bleibt es doch

daß diese Bemerkung über das Kriechen der Schlange hier hinten

')

Wie

das

zeigt. inuL es ein doppelter Körperteil sein; iß

daher

ist

das H
1

Yh nicht
x^/^A^A

Schreibfehler für
(J

"^^^^

sondern für

(1

ö^-

1906.]

Adolf Erman: Die Geschichte des

Schiirhriiclii"en.

11

nachhinkt.
nauigkeit

Freilich

darf

man
;

bei

einem orientalischen Autor nie unsere Ge-

und Logik erwarten

auch in unserer Stelle überläßt er es ja

dem

Leser, sich zu denken, daß der Schiffbrüchige

beim Hören des Geräusches vor

Schreck das Gesicht verdeckt hatte.

i

(67—76).

67

\\y.
^^
c=3 G
3X
I

'kJ%-^i
70

r==iö

69
<::^:si

\

72<=^
1^

A^AAA^

"

73

(

o
75

w

74^

^
76

w
sagte zu

o
Du
mich
nicht.«

Sie öffnete ihren
lag,

und

Mund gegen mich. indem ich vor ihr auf dem Bauche mir: »Wer hat dich hergebracht? wer hat dich her-

gebracht, du Kleiner? wer hat dich hergebracht?
gleich sagst,

Wenn

du mir nicht

wer dich auf

diese Insel gebracht hat, so sollst

du sehen,

wie du zu Asche gebrannt wirst \ indem du zu etwas Unsichtbarem ge-

worden
dir
Ijl

bist.

redest zu mir, ohne daß ich es höre, ich bin vor

und
ist

[du?] kennst

4^s:

ii

unvollkommene Schreibung
ist hprtj,

für

II

\\,

das »Verbranntes« be§

zeichnet"';

hprt

zum Gebrauch von

^^

bei negierten Sätzen, vgl.

427

meiner Grammatik.

Meine Erklärung der letzten Sätze geht davon aus, daß iw mdwk den Beginn
eines Abschnittes andeutet

(Gramm.

§

236); die Schlange erhält auf ihre Frage
sie hält eine

von dem erschreckten Manne keine Antwort,
ihn nun ironisch:

Weile inne und

schilt

»Du

redest ja so, daß

ich

nichts

hören kann; du kannst

mich wohl nicht sehen?«

Aber auch
hinter

diese Erklärung setzt voraus, daß Fehler
ist

im Texte sind: das
zu lesen.

^
J7\

sdm

zu streichen und statt

hnn

ist

hmnk

Je

(76—80).

A_ü

o

M^i
80

c^uns'

H%.^
/vw^v\

C^ C^

-/J

^)

Eigentlich: ich

mache, daß du dich kennst, wie du Asche

bist.

^)

Das Wort
2*

ist

frei-

lieh bisher nicht vor

Dyn. 19 belegt.

Ä

1

12
Sie
platz;

Adolf Erman: Die Geschichte des

Schiff brüchif^en.

[43.

Band.

nahm mich^
sie legte

in

ihren

Mund;

sie

brachte mich zu ihrem Ruheich heil blieb

mich hin, ohne mich zu berühren, indem
sie

und ohne etwas von mir fortzunehmen.

Ä^-rs^j^

Die Schlange trägt ihn so behutsam, daß

ihn nicht drückt (das wird

dmj hier besagen

sollen)

und ihm kein Glied
(81—86).

abbeißt.

/

J^k
/VAftAAA

/=ö)

83/

AAAA/V^

j5
ü AAAAAA

—— ^^f^^^^
—U.
I

I

H

\,

_—

J}

AAAAAA

—ii.

5S

I

A^AAA^

85

q? AAAAAA

^5
c^

1

ci

ArA/\^f\

W

w

1

1

AAAAAA

Sie öffnete ihren
lag.

Sie sagte zu

Mund gegen micli indem ich vor ihr auf dem Bauche mir: »Wer hat dich hergebracht? wer hat dich her,

gebracht. Kleiner?

wer hat dich hergebracht auf

diese Insel des Meeres,

deren beide Seiten in der Flut liegen?«

Eine Insel denkt sich der Ägypter länglich:
Seiten,

c

),

daher hat

sie hier
ist.

zwei

während wir sagen würden:

die rings

vom Meere umspült

m

(86


v^

97)
,T—

^ooj
r=u)

87

88

J

^'

89

ö

D^ra
a^

A

.90

AAAAAA

92°^pnnn-^

nn

k^^P
/V^A^^ >>*^

'V'^p
D
I I

n

94
1(2

<

^PoM
^
96@.
I I

95^
97

o

^

IS

_>
I
I

Jli

1

indem meine Arme vor ihm gekrümmt waren, und sagte zu ihm: »Ich war es, der ich zum Bergwerke mit einem Auftrage des Königs Iierabzog in einem Schiffe von 150 Ellen Länge und 40 Ellen Breite. Es waren 150 Schiffer darin, von den Auserlesensten Ägyptens. Sie beschauten den Himmel, sie beschauten das Land und ihr Herz war kundiger (?) als das der Löwen (?).
Ich beantwortete es ihm,

Die »gekrümmten«

Arme

bezeichnen die bekannte demütige Stellung der

Ägypter, eine Verneigung, wobei die
Die Stelle entspriclit der Stelle
wert,

Arme herabhängen und
c,

leicht

gebeugt sind.

unter den Abweichungen

ist
ist.

bemerkens-

daß hier der Auftrag des Pharao ausdrücklich erwähnt
^)

Was

das

Wörtlich: legte mich;

lies

rdjnf.

1906.]

Adolf Erman: Die Geschichte des Schiffbrüchigen.

13
»herab-

pw

hinter

ink

soll,

weiß ich
natürlich

nicht;

wenn

er

zu

dem Bergwerke

zieht«, so ist

dabei

eigentlich

an das Meer gedacht,

das tiefer als

Ägypten

liegt.

n (97—108).

KifiT,:i,^"'

oA
u
102

A/VAA/\A

AA/^AA^

W

)y
ö
^^=f

103

I

I

I

:i4^

^
105

7^

I

I

I

A
AA/WAA 0<:Z><

,l-fl"*^
106
AAAAAA

J>1%

ö

o

Cy

I

.o
108«^

IkP

D ®.
Sie sagten einen

^

I

Sturm (schon) vorher,
es

als

er (noch) nicht

kam, und
es

ein Unwetter,

als

(noch)

nicht eintrat.

Jeder von ihnen hatte ein
als

kundigeres
keinen

(?)

Herz und einen stärkeren
in ihrer Mitte.

Arm

der andere;

gab
als er-

Dummen

Der Sturm

(aber) ist losgebrochen,

wir (noch) auf

dem Meere waren, bevor
aufs neue(?)
es,

wir landeten.

Der Wind

hob
ihm.

sich(?),

er tat es

und

eine
.
.

Woge von
.
.

8 Ellen war in

Ein Holzstück war

das mir sie

;

das Schiff

da

star-

ben, die darin waren; keiner blieb davon übrig auf meinen ....
hier bin ich neben dir.

Siehe,

/Ms.

Cf,

Die Stelle
Stelle.

ist

eine Erweiterung

von d und nicht verständlicher
die nächstliegendste

als

diese

Am

Schlüsse scheint mir
ein

^^

Lesung zu

sein;
y^® n,

wir
aber

kennen nun zwar

^^

als altertümliche spielende

Schreibung von
ist

das kann hier doch nicht vorliegen.

Was man

erwartet,

ein

Ausdruck für

»außer mir«.

109

1

(109—116). HO D
AA/VAAA AAAAAA

AAAAAA
A.A/VSAA

.

j

^^

s

"'^

I

AAAAAA

AA/VSA/^

,

A^y\AAA AAAA/V^

J14

^1
115-

Ö
Ich

116
/C^
I I I

o

wurde von

einer

Welle des Meeres zu dieser Insel getragen.«
fiirchte

Sie sagte

zu mir:

»Fürchte dich nicht,

dich nicht, Kleiner,

[fürchte dich] nicht.

Sorge (?) dich nicht, nachdem du zu mir

gekommen

1

14
bist.

Adolf Erman: Die Geschichte des

SchiflFbrüchigen.

[43.

Band.

Siehe,

Gott, der hat

dir

das Leben

geschenkt

,

damit er dich

auf diese Insel mit Nahrung brächte, in welcher es nichts gibt, was
nicht in ihr wäre

und welche

voll ist

von allem Guten.

Daß der
noch
erzälilt,

Erzähler, der schon gesagt hat, »hier bin ich
»ich

nun

bei dir«, danach

wurde an

diese Insel geworfen«

,

erscheint uns als eine ungeeines Textfehlers beseiti-

heuerliche Nachlässigkeit, die

man

gern durch

Annahme
ist

gen möchte'.

Aber unten in z und aa haben wir einen noch ärgeren Fall gleicher
eben nicht Sache des Orients.

Art, der sich nicht beseitigen läßt; die Logik

Das sinnlose
Schlange
'^^

in

m md m nds ist ruls, m md zu m md
r:
rj

gewiß auf Grund der früheren Reden der
emendieren.

im

^^^ V A ^ö^^te man das ^^^^^^ heranziehen, das Totb. 115, 5 Papyrus des ööö^ vorkommt; }d zu lesen, geht nicht wohl an, da die
Worte mit J\ oder mit
'^sa.

so lautenden

determiniert werden.

Mit

ji

könnte an und für sich ja auch

»ein Gott«

gemeint sein, doch

hat GoLENiscHEFF gcwiß recht,

wenn

er

es

allgemein mit »Dieu« wiedergibt.

So heißt
y[l
l

es

Sinuhe 43: »was micli
es

liierhcr geführt hat,

weiß

ich

nicht,
ist

(|^
]|

<:=p>
1

,

war wie

eine

Eingebung Gottes«, und Prisse 13, 9
Mar., Mast.

es

»Gott«, der

Reichtum

verleiht;

D

12 hat Gott

|^

dem Könige

Weisheit gegeben.

Vergleiche auch den häufigen Ausdruck

j^^aa^aa^ »Gott

um

jemandes willen preisen«.

J'/^<

/r

Wenn
es

ich

aaaaaa L-J

mit »diese Insel mit Nahrung« übersetze, so ge-

schieht dies zunäclist, weil

M

ganz gewölinlich diese Bedeutung hat, ohne daß

darum mit pp, determiniert zu sein brauchte^. Man vergleiche: zwischen oder zusammen mit den anderen poetischen Worten

^

fiir

Speise

^^. '^^^^
ib.

oder

^^

I

(Mar., Ab.

I

28d

6: ib.

34b

6; ib.

App. B Taf. 31;
11

unpublizierte Inschrift des Sethostempels).
l,y=D'
3
I

Dafür auch ^T"^ (Mar., Ab.

6),

^
C

undBJ
t
I

(Mar., Ab.

I

34a;
I

ib.

I

I

I

App. B Taf. 18; LD.III 202a; An. 3,2,2; ^ ^
3).
,

An. 4,

6,

2: An. 2, 1, 2:

Harr.

58,

Der König gibt seinen Dienern
Treuen« (Kairo 20538).
/

^

parallel zu »er ernährt

[1

|i

i

i

seine


ed.

Er gibt mir ~^»
Davies
II 7).

und macht, was
satt
/

ich brauche
'

^
^)

'

(Teil

Amarna,


ich

Man wird

^

(Louvre 97).
parenthetische
Ich

Allenfalls

könnte man auch das »siehe,
"keiner blieb

bin hier neben dir»

als eine

Bemerkung

auffassen:

am Leben außer mir

(der ich hier vor dir stehe).

wurde

an die Insel geworfen«.
^)

Eigentlich

\

ist

'-p

j

das, was

den Menschen leben macht, die Lebenskraft, die bei seiner
Daraus entwickeln sich

Geburt ihm verliehen wird und die durch Essen weiter erhalten wird. dann die Bedeutungen 1. Seele, 2. Nahrung.

1906.]

Adolf Erman: Die Geschichte des

Schiffbrücliigen.

15

»Ihr bleibt in
Katal. 1505).

seinem Tempel, und ihr empfangt täglich ^J" (Florenz,
die Milde des

Oft in Teil

Amarna, wo
Nil,

Königs gegen seine Getreuen gereich wird,

rühmt wird: »du

auf dessen Befehl
(Teil

man

M ^^^

{k^

dß) NahI

rung und Speise für Ägypten
I

Amarna,

ed.

Davies

I

38); ähnlich ib.

35;

38:

»du Nil usw.

AK
'

[|[1

/wvwvVh^M/vvvwv-

fl 'J

'vi^

meine tägliche Nahrung«.
satt

»Du

Nil,

nD=p^

[/

y-^
in

von dessen Nahrung man

wird«

(ib. II 7).

U.a.m.
ist,

Daß auch
ergibt sich

unserer Stelle diese Bedeutung »Nahrung« anzunehmen

dann weiter aus den Bemerkungen, die sich hier und ausführlicher

noch in der Parallelstelle

/

an die Erwähnung der Insel knüpfen und ihren

Reichtum an Nahruns: schildern.

p (117—123).
117
'

-<cr>- ''"=^

c:S3 <^118 ^"=^

e^

o ^ O M
D
AA/VvAA

^ O
D

^
AA'WAA

TilH™k
123

3

nfkl20<

o

r-ClKf\

122

^ W^

AAAA/V\

J\

0,^

I

I

I

Siehe, du wirst

Monat auf Monat verbringen,

bis

du vier Monate im

Innern dieser Insel vollendest.
in

Ein Schiff wird aus der Residenz kommen,

welchem Schiff'er sind, die du kennst. Du gehst mit ihnen zur Reund du stirbst in deiner Stadt.« Daß ihm bekannte Leute im Schiff sehi werden, wird auch unten in w bemerkt: diese Bemerkung soll wohl erklären, daß sie ihn auch in ihr Schiff aufnehmen werden einen unbekannten Mann nimmt der Schiffer jener alten
sidenz,

Zeit

ungern mit
Interessant

sich.
ist

die

?i-Form des rhnk, eigentlich »die du kennen

gelernt

hast«, also derselbe Bedeutungsübergang wie in novisse.

q
124 <=>
jo

(124—129).
-A Ol
f

^w
D

^
S
127?
1

k.^

I

I

'"D
AV^AA^

126^,

n Wvaaa

W

AA^yNA^

A/VAAAA

ö
III

\m
129-2

\f>m
o
c\

J-P,
I

I

I

\^%vi}%.'''mmM:zi7\m
p
AA/NA/NA

AAAAAA

«

H

.^

\

/

;

16

Adolf Erman

:

Die Geschichte des Schiffbrüchigen.

[43.

Band.

/f.^.^^Js'

»Wie

freut sich der,

der,

was

er erlebt hat,

erzählt,

der an bösen

Dingen (wieder) vorbeigeht.

Ich erzähle dir (daher) etwas

dem

Gleiches,

was auf dieser Insel geschehen ist. Ich war auf ihr mit meinen Brüdern und [meine] Kinder waren (auch) unter ihnen, und wir waren im ganzen 75 Schlangen an meinen Kindern und meinen Brüdern. Ich erwähne dir nicht die Tochter eines Mädchens, das mir durch das Geschick (?)
gebracht war.

Die Schlange will den Schiffbrüchigen durch eine Erzählung trösten: er
ist

nicht der einzige, der

all

seine Genossen verloren hat, auch ihr ist es einst

ähnlich ergangen.
dip

Die ersten Sätze entsprechen

dem

»olim meminisse juvabit«

»kosten« für »erleben« kehrt auch Z. 181 wieder, sn mit folgendem Objekt
Z.

haben wir schon
in s,

22 angetroffen.

Mit den »Brüdern«

sind wohl hier

wie auch Golenischeff annimmt. Verwandte gemeint.
sie

— Da

und

die Schlange

Kinder hatte, mußte
liche

auch Frauen haben, aber diese nennt
sie eine

sie als

unwesent-

Personen nicht: nur mit einer macht

Ausnahme: mit »der Tochter

eines

Mädchens \ das mir durch .... gebracht war«.
ein

Warum

erwähnt

sie diese?

und was ist das für ein und ihre Tochter keine Schlange, sondern
vielleicht

Wesen? war das Mädchen etwa auch eine Schiffbrüchige
Menschenkind?

Wir würden

es

erraten,

wenn wir
?

m

s^f

verständen;

Golenischeff hat dies schon

mit dem ^^TiTVT^^
weitere Stelle zufügen: schrieben
ist.

Prisse IB, 7,

identifiziert,

und
es

ich

kann noch eine

Totb. ed. Nav. 148, 20,
Stellen

wo
es

^\.

LXJ

^^ ^^ SO

S^'

Aber
'vx

alle

sind leider nur halb verständlich.

Gehört es

etwa zu

i

JtTtT

^

»bestimmen«

und bedeutet

»Schicksal, Verhängnis«?

r

(129—132).

TJ\*o""ra

A

n A
I

^

\^ —
ihm.
nicht in

P,

,

,

^
Ich
starb

w

I

I

4r-=^
I

I

lO

I

Ein Stern

fiel

herab und diese gingen heraus

in(?)

dem Feuer

mit(?)

Es geschah, daß(?) ich nicht mit den Verbrannten (?) war und
ihrer Mitte war.

über

sie,

nachdem (?)

ich sie als

einen einzigen Leichenhaufen gefunden hatte.«

Die Stelle
stark verderbt

ist
ist.

die dunkelste des

Buches und

ich

möchte glauben, daß

sie

Zum

Glück sind Anfang und Ende klar: ein Stern

fallt

herab und
ist,

alle

sind tot; da dazwischen von »Feuer«

und »brennen«

die

Rede

ist

Golenischeffs Deutung, daß der Stern ein tötendes Feuer entflammt hat,
Das bedeutet kä »Kleine«
als

^)

Substantiv (vgl. Westcar 12,22).

1906.]

Adolf Erman

:

Die Geschichte des Schiffbrüchigen.

17

ohne Zweifel
aus

richtig.

Daß

alle

Schlangen das Opfer sind, sieht
lo, das sich nicht auf den sg.
f.

man schon
die »Tochter

dem

neutrisch- pluralischen

des Mädchens« beziehen kann.

Das »ich starb über

sie«

statt

»ich hatte Leid

um

sie«

wird man ange-

sichts des eigentümlichen Stils unseres Textes nicht

ändern dürfen.

s

(132—188).
(->

l33°^=^
WNAA
l

AAAA/'

i^m
135

I

ß

134

O

r3

I^P
^..
136
(

o

I

I

I

ci

n
137

z]

3,1 A
^7—^,
138

m
t
.

.^Su,

'^,:,kj
f^U)

Wenn du stark bist und dein Herz so umarmst du deine Kinder ., und küßt deine Frau und siehst dein Haus wieder sie sind das Beste von allem. Du erreichst die Residenz und bist darin inmitten deiner
.

.

Brüder.

«

Da warf

ich

mich auf meinen Bauch und berührte den Boden

vor

ihr.

Die Stelle zeigt wieder den Zug des ägyptischen Volkstums,
oft zu

dem wir

so-

unserer Freude begegnen:

Weib und Kind und Haus
^

sind das Beste im

Leben.

Im

ersten Satz ist die 7i-Form nach

auffällig

und

vielleicht eine falsche es liegt

Schreibung;

"^^

wird sonst vom Bezwingen der Feinde gebraucht, und

nahe, es auch hier so zu fassen, indem

man

ein ^rr^ dahinter ergänzt:

»wenn

du

stark bist

und dein Herz zwingst«, nämlich zur Geduld.
letzten

In

dem

Satze hat der Verfasser zu der oben

(S. 2)

besprochenen

seltenen Verbalform noch einen seltenen Ausdruck gefügt: dmi, das eigentlich
z,

r.^. geschrieben wird,

heißt »in Garben binden,

einpacken«;

gedacht

ist

wohl, daß er sich bei der Verbeugung »zusammenpackt«.

t

(138—144).
.1

139

P^i
'"k:
AAAAAA
p

I

I

y%^s|-o^,;
O
,

"'^^rj

141

C^
Zeitschr.
f.

^

,

,

AAAAAA
I

I

ini42 il M

I

o

D

1'H.

Q

Ägypt.

S]>t., 43.

Band.

190G.

,

18

Adolf Erbian: Die

Geschiclite des Schiffbrüchigen.

[43.

Band.

Olli
^::z:^

I

^
I

1
I

_B^Oi
»Ich

I

^^

/wwvA -d U

11^

I

<=>

sage dir: Ich erzähle

ihm deine Größe mit. Ich und das iwdnb und die hs^jt

dem Könige von deiner Macht und teile mache, daß man dir die Öle ibj und hknw bringe und den Tempelweihrauch, mit dem
Macht geschaut habe.

man
ist

alle

Götter erfreut.

Erzählen werde ich, was mit mir geschehen

und von dem, was

ich durch seine
in

Man wird

dir in der

Hauptstadt danken,

Gegenwart der Beamten des ganzen
zu ihr«
fehlt, liegt

Landes.

Da

die

übliche

Einleitung

»ich

sagte
liest.

es

nahe,

sie

dadurch zu schaffen, daß

man

ddj rf nf

rf wäre dann nicht am Platze. als einen fremden König, den

— Der
er

Aber

die

Betonung des ddj durch

Schiffbrüchige denkt sich die Schlange

fehlen will, damit der ihn durcli

der Sitzung des Rates ehre.

besucht hat und den er dem Pharao empZusendung von Geschenken und ein Lob in Daß es des Pharaos Macht ist, die den Reisen-

den

das

alles

hat

erleben

lassen,
docli

da

sie

ihn

seinerzeit

ausgesandt hat,

ist

ja richtig, aber

man muß
ist

Ägypter

sein,

um

dies so hervorzuheben.
für s^i; sie zeigt schon

Beachtenswert

die Schreibung

n^ ,-^'^

den

Übergang von

Ss in

si,

hat aber, anders als dies später geschieht, auch die
([pri

Reste der alten Schreibung
unkenntlich geworden
ist.

und zjj aufgegeben,

so

daß das Wort ganz

Unter den Wohlgerüchen und Räucherwerken, die hier aufgeführt werden,
ist

das iwdnb

daß so zu lesen

ist,
,'—,—{

zeigt deutlich

162

neu; es

muß

ein
soll,

Fremdwort

sein.

Daß

sntr n

^

»Weihrauch der Tempel« bedeuten
ist

\

wird man nicht bezweifeln,

aber auffällig genug

diese

Verwendung von
tritt

^—

1.

Denn

in allen alten

Texten hat das Wort eine andere Bedeutung, die mit

der Rinderzucht in Verbindung zu stehen scheint \
erst in der

Für den Tempel

es

griechisch-römischen Zeit auf;

das älteste Beispiel,

das wir kennen,

stammt aus dem 4. Jahrhundert. Wir werden nach unserer Stelle annehmen müssen, daß diese späte Verwendung wieder einmal nur die Erneuerung eines alten Gebrauches ist: alte Dichter hatten gs-pr vereinzelt auf die Tempel übertragen,

und

die späten

Hierogrammaten freuten
u (144—148).

sich,

dies

nachzuahmen.

——
"

c^

hs Q 145 ^"^^

\h.
^)

Vgl. Benihasan

\^%^^^ j^ ^ g ^^^\^%.^--Jl % \u\%T^mrr, ^fiz.i-^:^, und den Stempel — nnHI 43 vom
0.
I

~7T~

X

n

f^

r-^~i

-?

~w«aa ^^AAA^

I

8,

16

eines Rindes:

I

»Nr.

|

ys-pr des Königlichen Gutes

<•

(Berlin

111.")).

1906.]

Adolf Krman: Die Geschichte des Schiffbrüchigen.

19

148'

M
Ich schlachte dir Ochsen
als

I

I

i_S^s

l"^

(

Ä %ä
Ich

Brandopfer und rupfe dir Vögel.
es für einen

mache, daß

dir Schiffe

gebracht werden, die mit allen Kostbarkeiten
Avie

von Ägypten beladen sind,

Gott getan wird, der die

Menschen in einem fernen Lande liebt, das die Menschen nicht kennen.« Zu dem, was der König der Schlange senden wird, will der Schiffbrüchige
auch seinerseits etwas fügen: Schiffe voll Kostbarkeiten und Brandopfer, die
ja auch
ein

ferner Gott

entgegennehmen kann, da

die Luft sie

ihm

zuträgt;

die Vögel sollen natürlich einen Teil dieses Opfers bilden.

V
149/

(149—154).

u
AAAAAA
"^c^^

150^
=0=

1
153

151

D

^
S
I

D
A/^/VS'V

I

I

AAAAA/

m

AAÄAAA

A/WA/\A

S
Sie lachte über

I

AAAyVVA

ö

AAAAAA

mich und über das, was
sagte zu mir:

ich als etwas für sie Törichtes (?)
viel;
alles,

was (da) ist(?), (ist nur?) Weihrauch. Ich aber bin der Herrscher von Pwnt und die Myrrhen, die gehören mir: jenes hknw, von dem du sagst, daß es gebracht werden würde, das ist das Größte dieser Insel. Wenn du dich aber von dieser Stätte trennst, siehst du diese Insel niemals wieder,
die (wieder) zur Flut wird«.
a;^

gesagt hatte

und

»Myrrhen hast du nicht

^> ^^ ^^ ^

"^^ »Böses, Unrechtes« muß hier

eine schwächere

Bedeutung haben;

denn
in

w*as der

Mann

der Schlange gesagt hat, kann wirklich nicht »etwas Böses

ihrem Herzen« sein, sondern nur etwas ihr Komisches.
GoLENiscHEFFs Übersetzung von hprt nh mir »tout (ce que tu as) n'est que

gewiß den Sinn richtig, denn der Gegensatz zwischen dem geringen Weihrauch und den kostbaren Myrrhen wird ja auch sonst hervorgehoben. Aber ich sehe nicht, wie diese Übersetzung dem vorliegenden Texte
de l'encens«
trifft

abgewonnen werden kann.

Wenn

die Schlange

sich

»den Herrscher von Punt« nennt, so darf

man

daraus natürlich keine geographischen Schlüsse ziehen und noch weniger darf

man dann etwa mit dieser Stelle die Angaben von y kombinieren, um Fauna von Punt zu ermitteln. Wir befinden uns hier überhaupt nicht
wirklichen Welt,

so die
in

der

sondern in einem erträumten Lande des Südens,

20
In

Adolf Erman: Die Geschichte des Schiffbrüchigen.

[43.

Band.

dem

Satze

<^ntjWj

nj im sw

»die

Myrrhen, die gehören mir«,
offenbar der Ausdruck, von
ist.

ist

<^ntjw

zur Betonung vorangestellt,
eigentlich
»(sind)

ebenso wie das hknw im nächsten Satze; nj im,
ist

mir dort (gehörig)«,

dem

das

adjektivische

^U^>.uU

(Gramm. §151,2) hergeleitet
ist

Mit hw wr »das Große«

die

Hauptsache gemeint;

um

die Negation

hw
qui

kann

es sich nicht handeln,

da diese erst dem Neuäg^ptischen angehört'.
»cette ile,

Ich habe mich Golexischeffs Übersetzung des Schlußsatzes
se transformera en Hots«

angeschlossen, denn einmal
eine

ist

sie

grammatisch wohl
erwarten
sie

möglich,
könnte".

wenn man auch
einen

schärfere

Betonung des Futurums
für
sie,

Sodann aber spricht entschieden
Sinn
erhält;
willst,
sie soll
icli

daß

erst

durch
die
als

die

ganze Stelle

offenbar
so wie so

besagen:

All

schönen

Dinge,

die

du schicken

habe

schon besser

du und

im übrigen kannst du mir sie auch gar nicht schicken, denn meine Insel verscliwindet doch wieder. Weshalb der Verfasser der Geschichte diesen Zug hier
anbringt,
ist

zudem

klar;

er

überhebt ihn der Notwendigkeit,
bei

eine

weitere

Fahrt nach

der Scldangeninsel zu erdenken,
die profane Wirklichkeit versetzt

der diese aus der Welt der

Wunder

in

worden wäre.

10
Li

(154
*

— 157).
4Y
/p
f\r\/\f\/\r\
flftfl

n

,

g

^.

KHZ.

^ 1^^ h

W

/~N

A

A

AAA/NAA

U

(\

O

H

A_ü

Jim

I

o

1
sie

-^¥:i,^,kHö^nfi
es

vordem vorhergesagt hatte. Ich ging und stieg auf einen hohen Baum und erkannte die, die in ihm waren. Ich ging, um es zu melden, und fand, daß sie es (schon) wußte.
Das
Schiff'

kam, wie

»Ich erkannte die Leute«

heißt nicht etwa nur,

daß das Schiff so nahe
sich auf j?,

kam, daß er die einzelnen Schiffer erkennen konnte, sondern bezieht wonach er von ihm bekannten Leuten abgeholt werden sollte. X (158

— 160).

III

1

_fcHc^

^w.v

Sit'

<:c=>

_öf^ 1^

I

_Hf*^ ^cr::^

/C^

i

l

i

PI

II
^)

Beiläufig: die erste

Spur ihrer Existenz

zeigt vielleicht der

Name

1

^

auf einer

Stele aus
^)

dem Ende

des m. R. (Turin 98).
ist«,

Die andere Übersetzung »diese Insel, die aus der Flut entstanden

ergäbe übrigens

einen ganz überflüssigen Zusatz.

D

1906.]

Adolf Erman: Die Geschichte des Schiffbrüchigen.

21

Sie sagte zu mir:

daß du

deine

Kinder wiedersehest.
ist

»(komm) gesund, (komm) gesund zu deinem Hause, Laß (meinen) Namen in deiner
es,

Stadt schön sein; sieh, das

was

ich

mir von dir wünsche«.
ist

//

^^.

cc

Die Abschiedsformel snhtj r prk »nach Hause, indem du gesund bist«
neu;

daß
hrtj

sie

volkstümlich

ist,

sieht

man
ist

aus

der Ellipse von

»komme«.
deren
soll


er

Das

pw

imk bedeutet wörtlich »das

mein Bedürfnis an dir«; die Schlange
statt

denkt wieder an die versprochenen Opfer und Geschenke,
ihrer nur

dankbar bei den Seinen gedenken.

y (161—165).
1611
A^_fl

c=ia

162/

Nsf^t'Js/^

AA^^V\

=0=

A—
163

IfT-

ö^Mi^:^:rJiM

Ö'
6
^-=

n
1IJ

XI64Ö
I

I

I

I

.

K^

^

III

O

n

v^^i,\^^\^i\i\\^\

^pptiere,

Da warf ich mich auf den Bauch, indem meine Arme vor ihr gekrümmt waren. Sie gab mir eine Schiffslast, bestehend aus Myrrhen,
hknw, iwdnb,
einer
hs?jt,

tßps,

s^<^s,

Schminke, Schwänzen der ....

aus

großen mrrß an Weihrauch, aus Elefantenzähnen, Windhunden,

Meerkatzen, kjw-Affen und allerhand schönem Kostbaren.

Mit —»—\\j\ bezeichnet
"TT"])
/\

man

das

Beladen der Schiffe (LD.

II,

150),

und

bezeichnet neuägyptisch (An. 8 passim) die Fracht der Schiffer.
sonst einigemal: so
^cr::?6

Den kJw-Affen kennen wir auch
Nav. 64, 18 nach
J. C.)

*^^(1

(1

^^^

(Totb. ed.
(Florenz,

und

als

Frauenname im m. R.

[1[1W^

Katalog 1544); auch das vielbesprochene Tier

^^^'

^^^ Tnsm tanzen lehrt,

wird wohl damit identisch

sein.

z (166—169).
166
1


U
^^
AAAAAA

/L_D

167

o

^ _

AAAAAA AAAA/V\

1^
168
=x=>^

.%i
y\

o

^o--%.m\m

'"kHö^n^hi U^

i

22

Adolf Ermax: Die Geschichte des

Schiff brüchioen.

[43.

Band.

Ich lud sie in dieses Schiff.
hatte,

Als ich mich auf den Bauch geworfen
sie

um

ihr zu

danken, sagte

zu mir:

»siehe,

du wirst

in zwei

Monaten zur Residenz kommen, und wirst deine Kinder umarmen und
dich in deinem Begräbnis verjüngen«.

Der

erste Satz greift in naiver

Weise

vor,

denn

erst der nächste Abschnitt

aa erzählt ja, daß der Schiffbrüchige zu

dem

Schiffe geht.

Was
Textes
rdjtj

ist

£:»^^?
S. 3).
als

es als Passiv zu fassen,

»ich

wurde auf den Bauch

gelegt«, verbietet der Sinn; auch entspräche es nicht der Orthographie unseres
(vgl.

Dagegen paßt

es

gut

zum

Sinne,

wenn man

rdjtwj als

wj faßt\

jene infinitivartige Form, die
§

man

zur Temporalbestimmung

vor den Hauptsatz setzt (Gramm. ^

307).

Das ewige Leben im Grabe

ist als

eine

immer erneute Verjüngung gedacht.

aa (1G9

— 172).
170

^1^.-4^'
i~n—
j

s

ra
I I

I

I

U

d

AAAfNAA

171

c^

W.

s
Ich

I

H

I

w
dieses Schiff' war.

stieg

zum Ufer herab, da wo
Insel,

Ich

rief

den

Soldaten zu, die in diesem Schiffe waren, und pries auf

dem Ufer den
Schiffe)

Herrn dieser
waren.

und ebenso

(taten)

die,

die auf

ihm (dem

Der Verfasser

eilt

zum Ende und
als

erledigt daher das

Wiedersehen mit den
ist.

ägyptischen Schiffern kürzer,

eigentlich verständlich

Das weibliche Suffix

in ims

kann nur auf dpt oder mrjt gehen.

hh

(172—175).
173

_/1P=XiJC

-A

I

I

I

^ö^n-TTTii ^ O
175
1*

la
ö

AAAAAA

^
S
I

AAAAAA AAAAA

^AAAAA

i
Wir

fuhren nordwärts zur Residenz des Königs und kamen in zwei
so wie sie es gesagt hatte.

Monaten zur Residenz, ganz
gebracht hatte.
Über
die Nichtbezeichnung des ünff.

Ich trat

zum

Könige ein und brachte ihm diese Gabe, die ich aus dieser Insel mit-

')

1

sg.

vor wj siehe oben S. 2, über

^pm

oben

S. 4.

\

j

190G.]

Adolf Ermax: Die Geschichte des

Schift'briichigen.

23

cc

176ä-

fl^
.

/WVSA^
,

I

IX Je^

^^'^'^^^'^^

®£:i<^
2^=^
I

(170—179). A W ^ \^
/wwvs
-s^l

=^
1

A^ —

2ir

LT

^

177

I

I

Gegenwart der Beamten des ganzen Landes. wurde zum Leibwächter gemacht und mit seinen Leuten belehnt.
Er dankte mir
i?h
in

Ich

Während

mit folgendem Objekt stets »an etwas herankommen«

be-

deutet, wird sih mit

m vom

»belehnen« mit Äckern gebraucht
in

Demnach erwartet man auch
Ausdruck,
also

dem auf
III

s^h

m

folgenden halbzerstörten
einen

Worte, das Golenischeff wohl richtig ^M'm^..^^^
etwa »Bauern, Leibeigene«.
vä ®ä' v\
Ich

liest,

dazu passenden ^

möchte vorschlagen, an das
»mir wurden 3 Köpfe

Wort »Kopf«
und

(für

Person) zu denken, das LD. lU, 12d, 23 wenigstens in ähnlicher
H

Schreibung vorkommt: f
5

^

im

Maße Acker gegeben«.

Der König schenkt unserem Manne einige Sklaven

aus seinem Besitze.

rfj(179— 182).

Sieh mich an,

was

ich erlebt habe!

nachdem ich gelandet bin, nachdem ich gesehen habe, Höre auf mich; sieh, es ist gut, auf einen Menschen

zu hören.«

mit

Da das »gelandet sein« kein Unglück ist, kann es hier auch nicht gut dem »was er erlebt hat« zusammengehören, und man wird daher die
^V

beiden Sätze mit r

als

auf verschiedenem Niveau stehend ansehen müssen:

»nachdem
des Ganzen

ich nach allem,
ist:

was

ich erlebt habe,

heimgekehrt bin.«

Der Sinn

solch ein glücklicher

Mann

bin ich nach meiner Heimkehr und
dir ein Beispiel

nach allem, was ich erlebte, geworden.
tue,

Daran nimm du
d. h.

und

was

ich

dir

erst

(in

h)

geraten

habe,

rede ohne Zagen vor

dem

Köniö-e.
ee
183]

(183—186).
Ci
fyAJ\/\/V\

_c£^

<3:^5i

_Q^

k\D

\

s

I

c^

^-^

Er sagte zu mir:
denn(?)
schlachtet?«
^)

»sei kein Vortrefflicher,

mein Freund.
ihn
in

Gibt

man

einem Vogel Wasser

am Morgen, wo man

der Frühe

LD.

III,

12, 3; Totb. ed. Leps. 2,

1

(eigentlich Schlußzeile

von Kap.

1),

eine Stelle, die

öfters in thebanischen

Gräbern nachgeahmt

ist.

24

Adolf Erman: Die Geschichte des Schiffbrüchigen.

[43.

Band.

Die Rede des Leibwächters,
Reisegeschichte nur ein Teil
ist,

die
ist

er

dem Fürsten

hält

und von der

die

augenscheinlich mit

nenden Abschnitte zu Ende.
Y
es die
sieht,

Was

hier noch folgt, ist, wie

dem vorigen ermahman schon aus dem
als

ein neues Ereignis^

und

ich

kann nicht anders denken,

daß

Antwort des Fürsten

enthält.

Eine Schwierigkeit bleibt

freilich bei dieser
treff-

Erklärung.

Die Rede des Leibwächters war eingeleitet mit einem »ein

licher Leibwächter sagt«

Ende ist, und statt
die uns

demnach sollte dieser hier, wo auch nicht mehr als erste Person, sondern als
;

diese seine
dritte

Rede zu
sein,

genannt

»er sagte zu mir«

sollte

es richtiger heißen:

»dieser Fürst sagte zu

Aber wie schon einmal bemerkt: die strenge Logik, modernen Europäern natürlich ist, ist dem Orientalen kein Bedürfnis, weder jetzt noch im Altertume. Und als Antwort des Fürsten passen jene Worte auch gut. Auf den langen Redeerguß und die guten Ratschläge erdiesem Leibwächter«.
widert er nur zwei ironisch
ich

ablelinende Sätze:

»rede nicht allzu klug^;

was

vom Könige

zu erwarten habe, weiß ich selbst«.

Warum

sollte

der Pharao

ihm noch Gutes erweisen, da er ilin doch gewiß »schlachten« will. Daß GoLENiscHEFFS Übertragung des Sprichwortes: »est-ce qu'on
matin de l'eau ä un oiscau pour Fegorger ensuite
sache^ richtig
H

sert le

le

lendemain?« in der Hauptbleiben.

ist,

bezweifle ich nicht.
als

Aber Schwierigkeiten

Er nimmt

als die
ist

Fragepartikel und A

Passivum: »wird Wasser gegeben«; aber

dann das ^\ ? Ist es etwa die seltene Partikel -^^j die Una 41. 45 und später noch nach Imperativen (Kuban 11, Pianchi 86) vorkommt? Aber

was

diese

ist

ja in Fragesätzen nicht belegt

schrieben sein.

— Scheinbar näher
als

und würde doch auch gewiß
zu übersetzen:

^
Vv

ge-

liegt es,

»Wer

gibt Wasser?«.

Aber
84)
i)

für

»wer«
,

Subjekt benutzt unser Sclireiber immer schon (69. 70. 83.
er hier

AAAA/vA

^

und wenn

davon abwiche

,

so sollte er doch wenigstens
\\

^

schreiben und nicht eine so ganz veraltete Schreibung wie

an-

wenden.

Und schwerer noch wiegt ein anderes Bedenken; nach Gramm. ^ § 384. 374 müßte das Verbum in einem solchen Satze entweder oder A ü lauten,
ü.

hier aber steht A

ff

(186—189).

%m^-m-~'''^zmzz:ikwm
*)

Also kann es auch

niciit die

nachträglich angefiilirte

scHEFF meint.

Rede des Königs

sein,

wie Goleni-

^)

Man kann

nur übersetzen:

»sei kein Vortrefflicher«.

Golenischeffs Über-

setzung "deviens un aqer (un savant)" berücksichtigt das negierende
übersetzt,
als

m

nicht.

*)

Golenischeff

stände vor s/tf ein <zr> und nicht ein

aaaaaa

.

Dies letztere kann nur der übliche

genetivische Ausdruck sein, also: »der
seiner Erklärung anstatt hd-t{ ein

Morgen des
für »heute«

ihn Schlachtens«.

Überdies würde man bei

Wort

erwarten.

1906.]

Adolf Erman: Die Geschichte des Schiffbrüchigen.

25
es geschrieben ge-

Es

ist

vollendet, von

Anfang

bis zu

Ende, so wie

funden wurde.

[Geschrieben von dem?] Bücherschreiber (?),

dem

Schreiber
ist.

mit trefflichen Fingern Ameni Amen-o, der lebt, heil und gesund

Das

AAAAAA

hinter ikr

ist

wohl zu

tilgen.

Ergebnis.

Vergegenwärtigen wir uns noch einmal den Inhalt unseres Buches:
d)

Ein Leibwächter sagt zu einem Fürsten: freue dich, wir sind glücklich

und ohne Verlust aus Nubien heimgekehrt.
h)

Höre nun, was
Mir selbst

ich

dir

rate:

wasche dich und rede

frisch

vor

dem

Könige, denn mit seinen Worten bestimmt der Mensch selbst sein Schicksal.
c)

ist

Gleiches begegnet, das ich dir erzählen wilP.

Ich fuhr zu den Bergwerken.

ich eine große Schlange traf. p)

— m—
d

/)

Das Schiff ging unter, und ich

rettete

mich an eine

Insel,

wo

Ich erzählte ihr meinen Schiffbruch.
Schiff".

Sie tröstete

mich und

verhieß mir Erlösung durch ein anderes
q

r)

Um

uns zu unterhalten, erzählte

sie

mir ein Unglück,

das ihr selbst begegnet war: ihre ganze Sippschaft war von einem

Stern verbrannt.
s

u)

Sie verhieß mir die Heimkehr,

und

ich versprach ihr,

Geschenke

zum Dank
v)

zu schicken.

Sie lehnte sie ab, da sie diese Schätze selbst besser habe; über-

dies

werde ihre

Insel wieder verschwinden.

w
bh

— —

aa)

Das Schiff kam,

ich

nahm Abschied von
und dankte

der Schlange, empfing
ihr.

ihre Geschenke, lud diese ins Schiff
CG)

Wir kamen

in

zwei Monaten zur Residenz.

Könige und gab ihm

die Geschenke.

Er dankte mir,

zum machte mich zum
Ich ging

Leibwächter und beschenkte mich.
dd)

Sieh, so gut

ist es

mir ergangen, nachdem ich gelandet bin, nachdem
höre du auf meinen Rat.
»je suis prive de resdaß der Leibwächter den Fürsten ersuche, für ihn daß diese Übersetzung schwerlich haltbar ist (vgl. oben

ich all dies erlebt habe.

Darum

^)

GoLENiscHEFF faßt die Stelle ebenso; durch seine Übersetzung:

sources«

kommt
1),

aber der Gedanke hinein,

beim Pharao zu
S. 6

betteln.

Abgesehen davon
es
erst

,

Anm.

so

wäre

doch auch wenig wahrscheinlich, wenn der Leibwächter, der nach

GoLENiscHEFFS Auffassung eben

vom Könige

reich begnadigt ist,

demungeachtet schon wieder

Ansprüche erhöbe.
^)

Hier

liegt

die

Hauptdifferenz gegenüber Golenischeff; seine Übersetzung von mjtt
ist

irj

mit »aussi«

statt

»etwas Gleiches«, die meines Erachtens unmöglich

(vgl.

oben

S. 6), läßt ihn

annehmen, daß der Leibwächter auch im folgenden von seiner jetzigen, eben vollendeten Reise
erzählt.
Zeitschr.
f.

Ägypt. Spr.,

43.

Band.

190G.

4

26
Er

Adolf Erman: Die Geschichte des Schiffbrüchigen.

[43.

Band.

ee)

(d.

li.

der Fürst) sagte zu mir (dem Leibwächter)':
er geschlachtet wird?«

»gibt

man einem

Vogel Wasser,

am Morgen, wo

Verstehe ich dies richtig, so haben wir das Ganze demnach folgender-

maßen
lich

aufzufassen.

Ein Fürst kehrt von einer Expedition nach Nubien glück-

heim;

aber die

Freude seiner Mannscliaft kann er nicht
zu berichten.

teilen,

denn ihm

liegt es ob,

dem Pharao
ihn
ein

Und wer
er

sollte

sich

da nicht fürchten"?

Da ermahnt

alter Offizier,

sich
solle

zu waschen^ und frischen Mutes

zum

Pharao zu gehen; wenn der frage,
antworten, denn (und das
errettet ihn«.
ist die

ihm »mit seinem Herzen
»der

bei sich«

Pointe des Buches):

Mund

des Menschen

Als Beleg für diese Wahrheit erzählt er nun

dem

Fürsten, was ihm selbst

einmal begegnet

sei;

er hat Schiffbruch erlitten und

ist erst

nach einem halben
als er

Jahre von einem anderen Schille heimgeführt worden.
seine

Aber

dem Könige
dieser

Gaben brachte und sich dabei (das müssen wir ergänzen) nahm, da dachte der König nicht an den kläglichen Ausgang
dition, sondern belohnte ihn so, als
solle

gescliickt be-

Expe-

wäre

sich der Fürst gesagt sein lassen.

alles

auf das beste gelungen.

Das

Aber der Fürst kann seiner Sorge

nicht Herr werden und antwortet nur ausweichend mit einem Sprichwort.
In diesen künstlichen

eingefügt,

und

in

diese

Rahmen ist dann die einfache Schiffbruchsgeschichte war wohl ursprünglich noch eine andere längere ErAber, wie Golenischeff

zählung

(die

von der Sternschnuppe) eingeschachtelt.
bemerkt,
conte

gewiß

richtig

an

ihrer

Stelle

steht

lieute

nur noch

»la

redaction

raccourcie d'un

original*.

In

der ursprünglic-hen
(Z.

Fassung dürfte auch
ist,

die »Tochter des Mädchens«, deren Erwälinung

129) heute zwecklos

eine

Rolle gespielt haben.

Somit
enthält,

ist

unser Buch, trotz der mancherlei Ungeschicklichkeiten, die es

doch ohne Zweifel ein

Werk

der höheren Literatur, das einen popu-

lären Stoff, die Schiffbruchsgeschichte, für gebildete Leser herrichtete.

Zu diesem
aber mit

Resultate stimmt nun

auch seine Sprache, die zwar prosaisch
u. ö.,
njtjt
ist.

ist,

ungewöhnlichen Worten (yW^y 30
für

\1

,

gs-pr für »Tempel« 141, dm}
der Stil entspricht in

»niederfallen«

137 usw.) geschmückt

Und auch

Annahme; wer »den Schatten umarmt« statt sich in ihn zu legen, wer »die Beine ausstreckt« statt »aufzustehen«, wer »in den Mund legt« statt »zu essen« und wer den Sturm und den Schiffbruch so
seiner Geschraubtheit dieser

wunderlich erzählt,
^)

ist

gewiß
dies
s.

ein feiner Stilist.

Golenischeff

faßt

als

Worte des Königs,
S.

die
^)

der Leibwächter nachträgHch noch
diese Furcht nicht ausdrücklich

anfuhrt.

Was
ist,

dagegen spricht,

oben

24 Anni.

1.


es

Daß

erwähnt

kann uns befremden; den Ägypter wird

nicht befremdet haben,

denn dem war

das selbstverständlich.

')

Dieser kleine
*)

den Heimkehrenden

ist.

Zug

ist

wichtig, da er zeigt, daß der Fürst selbst unter
die Trägheit

Vielleicht ist es nur

eines Abschreibers gewesen, die

diesen Teil des Buches auf ein

Minimum

reduziert hat.

1906.]

A. H. Gardiner:

Four papyri of the 18th Dynasty

froni

Kahun.

27

Four papyri of the 18th Dynasty from Kahun.

By Alan

IL Gardiner.

Among

the

papyri from

Kahun and Gurob

edited

by Mr. Griffith

are

two

small documents^ from the end of the 18th Dynasty, which, notwithstanding the faintness and the
to

unfamiliarity

of their handwriting, could

be made out
this inform-

be eontracts for the Services of certain female slaves.
little

Beyond

ation, however,
free

was

to

be gleaned from them: where the readings seemed

from doubt, the formulae were of uneertain meaning; so that there remained

it but to hope that time would bring to light evidenee that might away some of the difficulties. By a curious chance the Berhn Museum has become possessed of two more documents of a similar kind, and, as in-

nothing for

clear

spection

soon showed, obviously derived from the same source as the
tlie

first.

Not only did

handwriting and contents resemble those of the earlier
four documents a herdsman Msi
is

known

papyri, but in

all

the principal person con-

cerned in the transactions.
in

Mr. Griffith's fragments were,
the
is

we
at

are told^, found

a

conical

case
all

of pottery, in
that
is

workmen's quarter

Kahun.

Of the

Berlin

papyri

known

that

they were bought in the winter of

1901

— 1902 by
who
By

Dr. Borchakdt, then excavating at Abusir, from a dealer of an-

tiquities,

declared positively that they came from Medinet Ghurab, and

not from Kahun.
the kindness of the Berlin Authorities
to
I

am

enabled here to publish

these valuable acquisitions

their

collection^.
it

The new material explaining
to subject this likewise
it

various obscure passages in the old,

seemed desirable

to fresh treatment: but in fairness to their previous editor,

should be said

that a hasty examination of the original of the smaller fragment published

by

him convinced me of the
this
article

skill

with which he had succeeded in eliciting so

much

from an unpromising manuscript.
leaves

From

the outset

it

must be admitted that
seem soluble with the
as well as in

the main problem

of the texts, namely the nature of the
it

eontracts they deal with, unsolved; nor indeed does
data
at

our disposal.

But palteographically and philologically,

other respects, the papyri are not devoid of interest: and in Egyptology, where
')

vants,

Mars 1898,

to class

book as and help:

— See too Prof. Maspero's review, Journal des Sa92. — Tlioiigh found Kahun, — 155. — was thought better these papyri with those of the N. K. found Gurob and so they appear Mr. Griffith's — In particular am indebted Prof. Schaefer for encouragement Gurob
Griffith, Hieratic Papyri, plate 39.
p.

152

^)

Ibid. p.

at

it

at

;

in

II, 1: II, 2.

^)

I

to

it

was

at

first

intended that
it

we

should edit the texts conjointly, but not finding time

for the task, he confided

to

my

sole care.

4*

28

A. H. Gardiner:

Four papyri of the 18th Dynasty

froin

Kahun.

[43.

Band.

the most attractive texts,

when

not corrupt, are usually

Ml

of lacunae,

we

must be thankful for small mercies. For convenience of cross-reference the four documents have been designated Gurob II, 7; C = Guroh II, 2; and D Berlin Pap. 9784; B by letters: A

=

=

=

Berlin Pap. 9785.

A.

Berli?i

Pap. 9784 (Plates

I, II).

48 cm, breadth 18 cm, dark in colour. 31) is written on the side where the vertical fibres are The main text (11. superimposed on the horizontal: the verso has only two lines (11. 32, 33). The papyrus had been folded from top to bottom and then again erosswise: whence
Single sheet of papyrus, height
1

A

the lacunffi

in

the

middle of the

lines.

The hand
to

is

a

eareless

and hasty
14 and 20.

uncial, uniform throughout;

and the whole seems
in

have been written con11.

tinuously on a Single oecasion, in spite of the various dates in

1,

There are rubrics, represented by underlining

the transcription.

ir^niiii
1

on
f

i=JoOCC

III

'

MC O ^^'

\

I

rr,]fiKi(Ct°]ii4]för5k^i
I

^^

oQ|^37 lLl(S ol<=>A

>wwvs

o

§_

(2

^
I

I

f-^,?,PWl<-::iH^^^fM®iö4qk^
I

AAA/VNA

L-Jl 'ra

2

O

i

^krräzif^i'^iiml^^

'(j^'t'öi

ö(2,

ra^, o'iii

ä2.

AVWV\ AAA^«A

f.i^PH|öi.------ft;iz

giaiiii
/vww\

'fe%;.^--|Mr9i°iiiIr-^9i-i-^9i^
e o'

ra

Tafel

1.

...^.

••fi>-fr:i .H.:.Sr^!

.4..-!

Zeitschr.

f.

Ägypt.

Spr., 43.

BaDd.

1906.

PAP. BERLIN 9784

(recto

1—17).

Verlag:

J.

C. Hiarichs, Leipzi;


1906.]

A. H. Gardiner:

Four papyri of the 18th Dynasty from Kahun.

29

(I3SZ1

k^fikfilfJ^^^i^rJranna^-llS,^^,

'ragon
10

^Mk27--^^^[[r7=,:^,i:
^1

w

9'\1\^

"f^^\,T,^Af^lA^ia^^i^iiiiiyA^i^
12

i°«\-f¥|-<^1|k 111^.^1
sie SIC

-l^s

I

1
"([S]ll«niol° ccz
O
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i^

— m[

A6imA\}^K.^ö^\\\_ßU

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15
<

'^-iMm^zuoim^iCo\°j^ro^ii
®

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AAA/VsA

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^r-i^

AAAAAA

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AAA'^vA

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A

AAAAAA

A/WvAA AAAA/V\

18

^Ti)*^
I

I

II

I

I

I

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20

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4 6,

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I

I

i;

D

fSiiiffiPJM^IAMW^

r^

o

I

]fiP^CC.°]fiP

30

A. H. Gardiner:

Four papyri of the 18th Dynasty from Kahun.

[43.

Band.

21

m'^zuoimuMz:^^^
'

(2

O

7\

"^t^^^-^I^ZiT-^i-f^llPl^ft^l
raeo'
23

O
sie

^liili ^ iillll^=\'J^e,
X

1.01^1

24a-

.Piö^CElTliis^irsi^si-ih

25

26°^ S

kiP±i:,i^[MJüHiaii(kM
raeolUw'^'S'

l^^lkfMfJrsi^^isi
cx^
3

^ ^^[[
21/

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c=i:f=.ll

I

<:

>

I

1

1

;

1906.]

A. H. Gardiner:

Four papyri of the 18th Dynasty

Iroin

Kahun.

31

Mnflll\^^,A,^Ä
*
is

®

1^.

flflfl

®

"l/liilk
sie

Without the dot, and consequently

identical with

)^: where

the dot occurs,

its

presence

signalised

by the word
shotild

sie;

in

other cases

one niay hesitate as

to the niore correct reading.

Conversely

^^
•=

perhaps sonietiines be replaced by 31.
,

^>

Probably so nieant, but niore
spr reqnires

^ — Hke
.
1

<=>
Hardly \J^
although

®
. ,

.

.

is

pleonastic

after

whm, while

some
it

fiirther

determination.

"^

Against the reading

|

x^O
s.

(cf.

Spiegelberg, Rechnungen,
sign
^'

p.

37

— 39)

inay be

urged that the

first

sign never reseinbles

<^

The
not

first

is

of indeterminate sha{)e.

like

]

twice in 12 below.

f

Or

(21*
'

S

Probably

2,

3.


(cf.

The
26
ti

scanty traces might possibly be
swnt).

completed to

^^^:

but?

Very cursive, but

certain

^Year 27, third month of summer, day 20. ^Under the Majesty of king Amenothes III, living ever and until eternity ^üke his father Re every day. The day that Nb-mhy, who is a herdsman of the house of Amenothes, came ^before the cowherd Msi and said: »I am without clothes: let (me) be given the price of ^two days' (service) of the female slave Hrit. « Thereupon
the

cowherd Mst ga^ve
7-2

to

him:

1 c?y/M)-garment,
(to

value ^BYa rings; 1
said:

-garment,

value

ring.

He came
,

again

me) and

»Give

me

the price of ^four

days' (service) of the female slave Hnwt.«-

Thereupon the [herdsman] Msi gave
;

him
and

grain
silver,

(

six sacks) 8

,

value 4 rings

^ 6 goats

,

value 3 rings

1

ring: total 12 rings.

Now
me two
l^the

the

two

(sie)

days were ^hot with the female slave Hnwt: so he gave

days' (service) of

Mry-rmtf and two

days' of the slave ^^Nh-st{h)i in

the presence of

many

witnesses.

List thereof: before the
,

herdsman
,

(^pr,

before

herdsman Nn, before ^{?)f, before before 12before Pn, Mt{?), Ti, Ky, before the negress Mrkst 13

before

'Itf{?)-it,
st{h)i.

Done by the
l^Year

scribe Tt
. .
.

on

this

day.
. . .

month of winter, day 27: under the Majesty of this [good 2, .] god the king Amenothes ^^IV, living ever and until eternity like his father Re
every day.

On

this

day came again '^^Nhmhy before the herdsman Msi [and
to

said:

»Let

there] be given

me

a

cow

as the ^^price of 3

acres

of field.«

Thereupon
Before

Msi gave him
before Nn.

cow, value Y2 dbn, in the presence of ^^many witnesses. 'F^ms and his son Nb-imn, before Itt l^and his son 'Iwf-(^nh{?), before
1

Hy and
living

Done by the
3,

scribe Tt on this day.

20Year

Birth of Isis: under the Majesty of the king

Amenothes

21 IV,

ever and until eternity like his father

On
and
let

this

day came

22y^

son of the soldier

Re every day. Mn-hpr

said:

Buy

for yourself

two

23(iays' (service)

[something(?)] be given to our lords in spite

Msi of the female slave Hnwt: and 24xhereupon of the (?)
before the herdsman
1

the herdsmgwi Msi gave

him

a price for the

same: bronze,

g^y -\essel, value

1

.

.

32

A. H. Gardiner:

Four papyri of the 18th Dynasty

frora

Kahun.

[43.

Band.

2Y2 rings; 25c]othing, 1

,

value

1

ring;

1 styt- cloth,

4

rings.

Then he
which
I

said:

[my] female slave.
are hot

am 26fQiiy ^nd completely paid As Amon endures, so the Prince enduresi
«I

value Y2 ring: total with the price of
if

27the

have given

to

you

in (service of) the female slave

two days Hmct, comBefore the
Sti
7/,
Tt/,

pensation shall be given ring for ring.«
soldier

Before 28inany witnesses.
St{h)t,

Nh-mhy, before

^pr,
,

before the boatman

29|3efore

Ml, before

and her daughter
before the
w?'^6-

M

before
,

Nn,

before Pn, 30 before Pih{^), before

priest 'Irr

before his wife Nfrric, ^^before his daughter
Tt son of 'In on
this day.

before Pthmi.

Done by the

seribe
sale

32Those present at the
^^'ly-hr-s^: before M{?)y,

that

was made of the female slave Nh-mhy,
Tij{?).

and before

Commentary
3.

'^^^

minw »herdsman«,

cf.

ÄZ. 42 (1905), 119.
this

— Pr
Cf.

'Imnhtp, probably

an estate of the king Amenothes
the
title

in

neighbourhood.
l

»house of

TU

in

^
R
tp n,

\\\y\

Spiegelberg -Pörtner, Grabsteine

^\
to

4.

so again

below 16, 22: otherwise unknown

me.

fliP^(2(j^^,

so written also below 5, 16, 17, 22, 24: ^ariants

| []^^^(]'^^

D2,
first

17.

He

is

named

in all of the papyri,
is

and

in

6, 9,

below the intrusive

person referring to him

a clear indication

that they belonged to him,

and were compiled

at his instanee.

o
ff^y-k{wi)

so too
lit:

C19; below 25,27

"(j[|gf,

but o(£

B

9 and

o^^

D

4.

»am naked«; the meaning must

be, that

Nb-mhy was momentarily

short of clothes and eager to replete his wardrobe: in the sequel he receives

two garments.
'"^^ÖCE
trast

»price« or »value«, a /6'wm«w^ Substantive;

cf.

below 26: conbelow 32.

A^ ^^
i//jH
rr\^
I

'"^^
AAA/w\
c=i=!=i
1

"*^be sale,
1

purchase«

,

probably the

Infinitive,

5.

^v probably »two days
,

CjOnsistmg
it

o/the female slave«

:

in this conneetion

m

is

here always written

so that

should not be taken as equivalent to n
is

(so Griffith, ibid. p. 105);

although conversely n

written for

tw in

31

{n

hrw pn:

13. 19

771

hnc p7i).
J] is (loubtless identical

T^.<=>||[]
SH'h

with the female slave

T^^<=>|

Iv)

^'^' I^^-^^l^^^*""^!^

^^

^^^

whose Services Msi contracts on

two other
of

occasions, since in

B

she

is,

as here,

named together with Hnwt. Both
people in the
23; B5): of

thiese släves

however are found
no
difficulty,

in the possession of different

various bargaiiis Avhere they are mentioned (ior

Hnwt

see

A7,

9;

course this

is

for slaves

may

easily

change hands; or the several

Tafel

2.

^--i^'f:^

5eitschr.

f.

Ägypt. Spr.,

43.

Band.

1906.

PAP.

BERLIN

9784 (redo 17—31).

Verlag:

J.

C. Hinrichs, Leipzig.

n

I
1906.]

A.

II.

Gardinek:

Four

j)apyri of the

IStli

Dynasty fVom Kahun.

33
obviously

uwners may be joint-owners.
feminine of T'^<=>|(j
n'^'in.
(1


e.

As

for

tlie

name

IJryt,

it

is

tlie

j^'^in, »Syrian« whicli would naturally form a feminine

So Maspero,
8.

/.

c.

]^Ä^

»goats«, so speit

g.

Ebers 67, 18; 79, 22.

I

cannot decipher

the next words.
9.

oa|^(3f| below
explicitly
or,

26,
the
as

B8, C18, D16
last

(with

hrw »day« as subject,
expresses a contingency
the performance of

either

as

in

case,

implicitly)

which might prevent, or
the
Services
"^jil

here,

actually
in

did

prevent,
is

contracted
'^z^

for.

Since

C 19,

§rn

followed

by the words

5^
heat
is

»through any man«\ the notion conveyed thereby must depend
accordingly impossible that actual climatic
too
is

on external

human influences: and it is meant. The same conclusion
in

suggested by the close connection

with the verb here and used technicallj^
able for
^°'" in

27 of the words
its

^flJ)§ ^
one:

J)-

Probably §m

is

a sense wider than

literal

»the days were unsuit-

work«

as thev
(3

would be,
^ ^^^

for instance, at times of excessive heat.


7.

/^

m^

O"

'"

sho\i\(^

perhaps emend

^ ^rO

^^

q

(cf'

'

1

C 18
in

1

^^^.Ol...
Otherwise the
of two slaves.

for the position of the numeral) in
article
is

agreement with hrw 4
for

inexplicable

:

and the compensation

the

idleness

of Hnict on these days consists of four days' service

two days from each

The

latter

argument

is,

however. not quite convincing: for the
to males

names of these

slaves are

more appropriate

than to females (the det.

M$ proves
is

nothing!), and if any weight be attached to this consideration, there
for

no reason

assuming that the labour of men or lads was necessarily equal

to that of

women.

the faet that this
12.
''^
."'"^

The Omission of m before Mry-rmtf name begins with an m.
IN]

is

probably due to

3§"ain

in

29; perhaps the same name as

VH^Ilr"^

ScHiAPARELLi, Cat.

dfi

Floreuce 1568,

where

Prof. Breasted's

copy suggests that

should be read.
13.

-"^
AAAAAA

so

19,31 but ^^\\
\^
I

B13, C22, D19
AAAAAA

for

»done by«,
aaaa/^a

i.e.

»written

by«:

again
cases
II

»worth«
the verb

is is

so

speit in

A

and D, but

in

B and

C.

In both

probably an impersonal passive sdmwf-

form (Sethe, Verbum
14.
17.

§476) and
cf.

/wwva

must be equivalent

to

(l/vww\.

Ntr

pw

[n/r],

R

swn{t),

so

C14. B5(?), C16, D15; Pap. BoulakXl,
:

3;

Westcar
»in

11, 8;

Rhind Math. Pap. 86,7 »as the price of «
to be«,

r has

here final force;

order

»as«.
Prof.
f.

')

Maspero

{I.e.)

translates m<: »avec"; but surely this

woiüd be

hnc.

Zeitschr.

Ägj'pt. Spr.. 43. Band.

1906.

5

34
20.

A. H. Gardiner:

Four papyri of the 18th Dynasty from Kahun.

[43.

Band.

3Iswt

'Ist

«the birthday of Isis«,

i.

e.

the fourth epagomenal day.

The
18,

instances of this

mode
is
:

of dating are collected
list

126

— 127,
r

to

whose

by Wiedemann, Rec. de Trav. Pleyte-Rossi, Pap. Turin 152 should be added.
'Int

AÄAAAA

22.

f\T^
buy«

probably an imperative with ethical dative.
cf.

here clearly

means

«to

for

example Pleyte-Rossi, Pap. Turin 10,
f^f\N\rj\

6.

10; Rhind

Math. Pap. 62.
23.

This line

is
is

extremely obscure:
not

"^Uüfa
in

must be written
the

for

and

whoUy without analogy
1,

frequent writing

1^^
supertluous;
for

and Wnimn

6

^"^
in

[(]()]

,^J ^

After ms/, 9"! must be

m

s/

with determined
tlius

Infinitive,

see Sethe, Verbum 2 § 561rf.

Ik

ö

r.

occurs

twice written

a

very obscure context Pleyte-Rossi,

Pap. Turin 105, 23.
25.

The words foUowing

hbst are uncertain,

and the

^

of styt hardly more

than a guess.
26.
price of
Twi/ mh-k{wi) grh-k{im), literallj-:
»I

am

filled

and completed by the
itself;

my

female slave«.

Mh

can hardly mean »be satisfied« by
h^ti {cf.

though

the demotic Substitute tykmtr{y)

Spiegelberg, Pap.

T/i.

Reinach p. 207

— 208)

must have

this

meaning.

Other instances of ^^_ so used,

B

9,

C19: Pleyte-

Rossi, Pap. Turin d, 9: (l(£^

of copper to

fill

you«,

i.

e.

»to

cor\<=> ^_^^^=^ »I will give 10 dbn D\n, pay you in füll«; and in demotic e. g. Strassht 27^/io,

burg Ostracon 629,
277,0 {dbn)
silver«'.

mi-f mh-s{w) n

»and he pays him

in

füll

with

^ -"-.^^TSi^ Q^'
S^^\
I I

--'-•>• B8, C19
'^^^

^O^O:
of

a„,l

D17

^B^J
days are
1.

J

^^

these cases the words constitute the apodosis of

I

a conditional

sentence.

Mr. Griffith's translation

B8:
I

»If the

completed (?) (reading kmw), adding day to day, then

have taken the pay-

ment« conveys very

little

meaning

to

me:

it

is

open to the objections that

A^^^-^^,
Gram?n.
missing.
§

which he renders »then« elsewhere means »for« (Erman, Neuäg.
2.,

136); and
Translate:

in the case before us the apodosis

would be altogether
i.e.

»it shall

be made, ring for ring« or »day for day«:

in case the service stipulated for be not fulfilled,

then compensation shall be

made;

in the

one case, by a proportionate return of the payment, in the other,
proportionate

by

the rendering of a
^)

number of

additional

days of service".

I
It

am
is,

indebted for this instance to Prof. Spiegelberg.

^)

however,

difficalt

to explain these

phrases logically.

Putting aside the verb .<s>confine

or

;^^

as inexplicable

(;^^

is 1.

not necessarily wrong), w e will
»ring by ring«, »day by day«,
i.

onr discnssion to the

use of

hr.

This might mean:

e.

each several ring paid or day
is

promisetl shall be separately acconnted for: bnt in

D

17 this Solution

inipossible, for one
it

may
its

say »ring by ring« bnt not »ring by
siiffix,

my
2.

ring«: thiis whatever y^b-i
It is

means,
to

will not,

with

suit

itself to

this

explanation.

perhaps better therefore

give hr the meaning

1906.]

A. H. Gardiner:

Four papyri of the 18th Dynasty from Kahun.

35

^0-

°^^
4. 5).

a

woman's name:

so

B

3,

C15°^(]y;
K}
is

and

°^(]'^^,
Riiind,

a daughter of Thutmosis IV,

on the Rhind mummy-tickets
either
l j

(cf.

Two
but

Papyri 12,

At

all

events not »Pikay«!

^^

or

^^,

seldom
82.

^^

alone.
r

Mir

«present at«

cf.

Gardiner, Mes.
1

p.

30
find

n. 2.

^^P±I^,^11=li!l^this construction,

-n

no P-cise

parallel

to

but

it

would probably be wrong

to

assume

a preposition lost

before

t?

hnt.

This would be quite the proper

way

of expressing the passive

»the purchase«
It
is

see above on 4: swn similarly

B

3,

C14.
refer:

unclear to

what

transaction

these two lines

those

mentioned

on the

recto

have

eacli

their

own

list

of witnesses.

B.

Guroh Pap.
93

II, 1

(Griffith,

TJw Peine Pap. 39,
Und.
p.

1

13).

I

For description of the papyrus, see Griffith,

92

and notes

l.

c.

p.

— 94

and

p.

105

— 106,

— 93.
ibid.

Translation

Also Maspero,

The

text

is

here revised with the facsimile, so far as this was possible.

lonn'"

I

^^.
e^^
sie

A/vAAAA

P
I

A/SAAAA

-

^

'

I

I

l

(^

^
_2^

4Q
/\

'^'"'V^AA

^
H
f

y<^

AAAAAA

^q^^

^

^

^

ra
f^'sr^NVK
I

(^

Olli

Olli

^ra@o

ö !T^L°J^^^m-PSP±f;,1
[ZU

w

öirs
TIIIIn'^'
I

o öir"9i°iiM^ir^8i-^^'(S
I

(1

\

II

I

I

ci

II

IIM^ (£ M
1 1 1

(ZU

PTJI
r^c^~i

8

eük O
I

I

- -<3>- o

"^
I I

O

I

cxrxr
'^
I

1

CiL _ö*V^

AA^VWV r-^^

III

I

Tä^Pf
\\

r=u)

^111
»for«,

hl^^J^Si^
J
\\

r=n)

AAAAAA

»corresponding to«:

i.e.

the ring's-worth rendered shall correspond to the rings paid for

the same: the days given shall correspond to the days promised: the gib paid shaU be equivalent
to

my

gib

(that

is,

the gib

fixed

already by me).

For

this

use of hr

cf.

Rhind Math. Pap.

19,

no. 62.

36

A. H. Gardiner:

Four

pajjyri of the 18th

Dynasty from Kahun.

[43.

Baud.

13

c^ W
""^

?h

?

/VVW/V\

—k#-siij

Tliis is wliat
tlie

a\

e ex[)ect,

biit

can

it

be read out of

tlie

tracesi*


"^

*>
|

has ofteu au
is

oiit-

ward
cwt
is

beiid at

reqiüred.


8:

bottoni in otlier papj'ri, though not elsewliere liere:
Füllstrich at tho eiid of
')(!*):

but a nuinber

urgently

"^

A

the iiext line certainly begins with 8.
is

siiggested

by A S
is

(cf.

('

17).

but the last sign
(cf.

very doubtful.


"^

4 restored from

The reading C 17
cf.

and

cf.

A

there
is

not rooin for [["w^
g >:

A

8) in the lacuna.


ö''

sp sn almost certain;

D

14.


D

f

There

no stroke over
all

1

do not transcribe

^^
\\

because this spelling never
\\
'

occurs in hieroglyphic, at
^ Cf.

ovents before Ptoleniaic times.
;


?.

^

^"^

hardly

^^

.

19 very siinilarly writteu

for

perhaps

^

month of inundation, day 5. '^TJndev the Majesty of King Amenothes III., living ever and iintil eternity. 30n this day, purchase made by the herdsman Mst from the dweller in the town Pihi/{?) ^and her son the priest Mni, of 17(?) days' (service) of the female slave ]B^ri/t, 5 and 4 days of the female slave Hnwt. Given to them as the price thereof: ®1 ^/y-garment, value 6 rings; 1 Ngarment, value
^Year 33,
first
.
.

.

.

4 rings;

1

bull,

value ^8 rings; 8 goats, value 4(?) rings and(?) 15 rings.
said:

Thereupon they
been
fully paid with

^„As

Amon

endures, so the Prince endures!

if
I

the

days are hot, then eompensation shall be given,
the price
thereof.«
List

day

for

day; ^iov
oath

have

She spoke

this

before '^the
priest Q^y,

Council of judges

of Pr-Wsir.

thereof:

the priest

TVy ^tlie

the iü''&-priest Hhct, the

iü<'ft-priest

PivJh, the iü^6-priest R^^-ms.

^Tlie people
scribe,

of the town

who heard

the matter: 'Iwy,

K,

^"^Dyi^).

Done by the

the to^ö- priest Wnnfr.

Commentary.

4
7

7.

The reading »17 days«
days' service acquired

is

not improbably correct, so that the total
will

number of

by Mst
a
little

be

—8

17+4 =
little

21.

In

A5 — 6,

a day's service costs
to

2 rings, and

to

amount together
in 7

42 rings

we

accordingly expect the items here

more or a
silver.

less.

»15 rings«
6

cannot be the total of the preceding items, so

The words that we must
have some

suppose this amount to have been paid in

We

thus get for the total

+ 4 + 8 + 4 (?)-fl5 =
7

37 rings, which
In

is

sufficiently near

42

to

likelihood of being correct.

C 17

six

day's service cost 1472 rings.

8.

T§ U^^^Tm^?) J M
(A26).

obviously a short
it

way

of writing wih imn,

w^J),

pi

lik{^)

be translated:

am »As Amon
I

not sure whether

has been noticed that this must

endures, so the Prince endures!« {not e.g.

»As

Amon

lÜOG.]

A. H. Gardiner:

Four papyri of

tlie

18th Dynasty from Kahun.

37

endures, and as the Prince endures«), the phrase belonging to a
of expression.
9.

common type
is

in the

The oath, first said mouth of the woman
Pr-wsir, Abusir
el

to

have been spoken by both the
at the entrance to the

sellers,

put

only.

10.

Meleq

Fayum.

See Griffith's

note and ÄZ. 41 (1904) p. 21, note.

C.

Giiroh Pap.

11,2 (Griffith, The Petrie Pap. 39,14
/.

— 23).
text has

Deseribed and discussed

c.

p.

93: and by Maspero,
also,

ihid.

The

been coUated with the facsimile and

somewhat

hastily,

with the original.

"fSnHllTffiocpp^lif jp

°

JJoi

°

p^

''m
16

(3\

A^^^AA

I

\\

I

]ii^M::iTixx^^fiio
<-^
n
I

Olli
b

III
\\
A/v/»AA^ (ül

A/^/W\

i

'-^

I

I

II

^öll(2

17

III
^

e

\

Mll^s>-,
CZl

ll]ö'(3^^'^^""^'^l[o]

IM

1111(3

ä
O
A^^AA^ aaaaaa

oc=>r

OI^IO
20
(2

0(3

-^-^ n
A/WW\
"^
I I I

Space
\\

l

ü

^
•^
I

I

I

I

1

£1:^

I

I

I

Verso
21

Ä^^i
(1
I

W

AAAA/V\

W

.^^?i!if.fflfrj
$ W
AAAAAA

AAAAAA

/
I

^
I

AAAAAA -^^^^^"1
AA^VnAA AA^^AA^

Q.
<C
;>

V

J^T
C—i-

^\

WvV
as

O
B

|

/WWAA
6.
6.
<l

»

See on

D

3.

^

The same group

on
cf.

B

7.


16.

^

New

illegible,

but doubtless

— "So suggested by Griffith from B — See — Certain: B form of sp sn D
as
8,

14.

f

for

tlie

(1

(I

*y,

L ^

month of inundation(?); day 10 +x(?), under this great god. On day, purchase made by the herdsman ^^[Msi of the Fay]um from the dweller in the town Pihi/{?), of 6 days' (service) of the female slave Hryt.
first
tliis

l^Year 33,

^^Given to her as the price thereof:
1
. .
.

of d^yt-garinents, value ^^ß rings;

^-

garment

,

value [4]Y2(?) rings; 8 goats, value

4 rings.

Thereupon she

.

l

38
l^said:

A. H. Gardiner:

Four papyri of the 18th Dynasty from Kahun.

[43.

Band.

»As
I

Amon

endures, so the Prince endures!

If the

6 days

are

hot,

which

have given to ^^the herdsman Msi, because of anyone, compensation

shall be given,

day

for day: for

I

am

fully paid

20by the price

thereof.

She spoke

this oath before the Council of
?/?<'ö-priest

judges of ^^Pr-Wsir: List thereof:

the priest T/y, the priest H<^y, the
the w<^rtw of the troops

^^Pw^h, the

iü<^6

-priest N^-7nh{?),
this day.

Gr

.

.

.

mnw. Done

23i)y the w;<'6-priest

Wnnfr on

Commentary
15.

For the restoration of
See on

tlie

first

words, see on
here.

D

3.

19.

A

9,

for tlie

meaning of m^
too
in

21.
a military

The

knht

is

here composed of priests> as in B, but with the addition of
D, the court consists of two
officers
iü<'ft-priests

officer.

Similarly
In Abbott

and a

hri md^y.

and Mes various mihtary
7 sliould be consulted.

are

members

of

the Great Qenbet.

For the part played by priests
6.

in the local courts the

Decree

of Horemheb, Right side

D.

Berlin

Pap.

9785

(Plate

III).

A
both

Single sheet of papyrus,

(great est present breadth 16,5),

24 cm high and originally about 18 cm broad which the lacunae show to liave been folded in
in a

directions

like

A.

The

writing,

more

legible

band of the same

character as in A, consists of 20 lines, written on the side where the vertical
fibres lie

uppermost.

(Sin,7®E^f7fJ.MN
^fi© Ol I.W1 T
i®i

o
INJ


r^n—
I

^A/^AA

C^

I

I

n ^1

i£S! K'°'i rD[eo|l|

i

?a

'[^

.

1

M-^1
Ky

r\-^^^

^

0(3

ci(S

ra

,q^l^^^i^y^^()

I

t

^,köi
OCS
,-w-,

[e^iä!t^k^r.¥^^,^B?^]fi
^1
6

^(5

I-

a \

I

I

lO-

8ian
C=]
(ZZl

[||]

ISI^MJII^

ä]'

'

1906.]

A, H. Gardiner:

Four papyri of the

18tli

Dynasty

froin

Kahun.

39

%
9i
(2;

ir^
'\

^

In

n

10 n e

A

n A^AA/vA

(äl

I

I

11 .^-Si

\m.ä^\\m±t:X^im
III

(3

A

D,

o

\

^=o
\

111-^^
12

"^^
8ia|[rii][()^;
fs/\f^t'J^

AAA/V%A

/^^\r\/\/\A

lyk
IP
-^

/T-~Ä

¥^[i]

/WWAA

^

I

AAA/VNA

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I

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11

I

I

I

uräm^^'k^\ir,
p
sie

IM
I I

I

o(S

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g

^

I

I

I

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1

I

I

D \

I

I

\\\\\ Q.

g

H^ ^

^/^ JlC^

I

^
(2|

O
ll
I

I

I

I

O

AA/V^

I

-=4

/WVAAA

1

^

^A\

Ji i

/^W^

1

^li'

1^1^
I

:

40

A. H. GARniNER:

Four papyri of the 18th Dynasty from Kahun.

[43.

Band.

Cl

20
AAAAAA

nCo,f.^ö^]1»«
in

I
cf.

»

As
•=

hnt.

below

5.

''

The

sign

is
''

not

and can hardly be anytliing bat 0;!^;

C

15.

Reconstrncted from 10 below.
is



S

a longer

synonymous expression
is

reqnired.

From below 11. 13. The restoration
*"


is

«

See V)elow 11: but perhaps

from 11. 12 below, but some
impossible:
cf.

Word more
^

required to

fill

the lacuna.
all.

The reading ____^W^ seems

4above.

Only

^,
but

if

any lacuna

at

'

Part of <

—m

is

visible.

^

See

A

10.

28 where the form

differs

little

from that of Pap. Ebers.
,

^Year 4, second month of inundation 2great in [his] duration, living ever and

day 7:

lives the

king AmenothesIV.

until eternity.

On

this

day [came the cowherd Msi] of 3[the Fayum, tobring a charge
tlie

against(?) 7/y/,

son
I

of the

woman]

of the Fayum.
stables wlien H^t
to

What

he said:

»As for *me;

was

sitting in

my

approached
I

me
gave

fol-

lowed by men
him] 2 cows,
4(?) rings]«.

5 [and said to

me: *Let cows be given
female
slave

mel

will give
I

you

a]

price consisting of

my own

^[M^'^t-nfrt.'
1

Thereupon
dbn: total,

to

value 16 rings, [2]

calves, ^ [value

2 dbn and

What Wt
»It
is

said with
^

his

own

voice:
(-tax)
,

true

collected

by{?)
fast,

Pharaoh

in

the

^

of cattle for me.

I

went, being bound
'Let

and

10

approached

the

herdsman

3Isi

and

[said

to

him]:

cows be given
total

to

me:

I

will

give you an l^equivalent in

my own
^2

slave M^^t-nfrt\
1

[He gave me?] 2 cows,
2 dbn,
of

yalue
I

16 rings,
[By]

and 2 calves
])aid

value

dbn:

and 4

(?)

rings.

[swear to?] have

to

him

M^<^t-nfrt.
i*4

my

iather and

my equivalent '3 consisting my motlier, I have paid the
it (?)
!

my

female slave

price of his cattle«.
,

Therefore he declared the terms of

with an oath to Pharaoh

to

wit

»[As

Amon
of)

endures, so] the Prince [endures]

As
^^ if

for
I

the equivalent ^^^eon-

sisting

my own
it

(female slave) M^'^i-nfrt, which

the four (hoad of) cattle to the lierdsman
hot,
^^it
tlien

Msi —

gave as the
after
it

[price]

of

morning

shall be

:

or

if

dispute be raised about
for

morning be by any man,

shall be

compensated with an equivalent
said

my

equivalent (?).«
is

What was
is

by the Council of judges:
the «Kö-priest

^^Msi

in the right,

and^^Hy^
head

in the

wrong«.
'I
,

Council of this day:
pf Matoi
1^ 'IpL

the

i6'<'6-

priest 'Irr, the

citizens(?),

Done by the the scribe HHiy

scribe of accounts 7V. 20 of Pr-r^,

(?).

Those present: the
the

the

herdsman

<^prti,

herdsman

Mi.

Tafel

3.

^Jgpil

«? ^Li. _ÖÜes~*^~^*

'

Ä-^Wr^^'iJ^V 7

4^2^;

itschr.

f.

Ägypt. Spr., 43. Band.

1906.

PAP.

BERLIN

9785.

Verlag:

J.

C. Hinrichs, Leipzig.

1

1906.]

A. H. Gabdiner:

Four papyri of the 18th Dyuasty from Kahun.

41

Commentary.
In dealing with the three first papyri
it

seemed best

to eonfine the
tlieir

com-

mentary

to

special

points

,

philological

or

otherwise,

reserving

general

bearings for later discussion.

In the present case a different

mcthod must he
of
its

employed:
lies

for the only

chance of recovering the sense of this mutilated document

in

first

forming,

from

general considerations

,

a

notion

probable

Contents, and in then seeing
notion.
It

how

far each

separate sentence accords with that

has

elscAvhere been

pointed out^ that
civil

we have

here the simplest

imaginable form of proces- verbal in a
follows:
3.
1.

lawsuit,

the subdivisions being as
plaintifif iHs/ (B

introduction (date

etc.

1

3);

2.

speech of the
(a)

speech
(b)

of the defendant
4. verdict

HH

(7

18),

comprising

a deposition (7

and

an oath;

in favour of

Msi (17

7);

13)

18);

and

lastly 5.

a

list

of

the judges, persons present, and the

name

of the scribe (18

— 20).
as
left

The
the
for

striking feature here

is

the absence of any evidence apart from that
It

contained in the speeches of the litigants themselves.

seems therefore that
no room

admissions

of the
his

defendant

HH

must have been such

doubt as to

culpability.

This Suggestion finds considerable support in

the words »said

by

Wt

with

his

own moutha by which the deposition
interjection tiw.

is

pread-

faced, as well as

by the following concessive
it is

But

if

HH

mitted the facts aUeged against him,

clear that his

statement of them

cannot have

diflfered
if^^'

substantially from that of the plaintiif.

Having emended

the deposition of

accordingly

,

and comparing
sitting

it

with that of Hü,

we

obtain

a fairly consistent

tale.

The

dispute arose out of a bargain of the kind with

which we are already

familiär.

Msi was

one day in his cow-stables

(4),

when Hu approached him, bound in fetters (9) and followed by a number of men (4). The reason for his plight is not quite obvious, but there are some
grounds for the guess that he had got into
to
for
difficulties

with the tax-collectors,
In return

extract

himself from which he urgently needed some cattle(8).

these

having been fixed

he offered the services of his female slave M^<^t-nfrt. 12; 14 (6; 11 17), Mst gave four head of


it

The terms
cattle to Ä/^.

Such are the
formulate

facts

which Msi now
but
is

laid before the court:

he does not actually

his claim,

clearly implied that

HU

had

failed to

perform
seen,

his part of the agreement.

In reply,

HH

admits the facts, as

we have

but invokes the names of his father and mother to bear witness that he had
fulfilled his

Obligation towards Msi{\?>).

Apparently his bare word for

it

was

deemed insufficient, for he was next made to swear an oath, whereby he reveals two conditions of the contract of which we have hitherto heard nothing. One
of these
Services
is

the usual stipulation, that

if

any accident intervened

to prevent the
(16).

contracted from being rendered,

compensation should be given

')

Gardiner,
f.

Inscription of
43.

Mes, pp. 23

— 24.

Zeitschr.

Ägypt. Spr.,

Band.

1906.

i

42

A. H. Gardiner:

Four papyri of

the 18th Dynasty from

Kahun.

[43.

Band.

The

secoiid

condition provided
(17).

that if any litigation should arise, the terms
It

should be arranged anew(?)

seeins as

though the second contingency
in favour of Msi. in

had now
lawsuit
is

arisen,

and hence the verdiet went

The main
refers to
it

difficulty

which we experience

attempting to understand this

to realise the

exact nature of the Obligation undertaken

by

Hit.

He

more than once by a word
»price«.
,

S^^

J

,

n ^vhich appears to be nearly

synonymous with swnt
like the English

If

it

also

conveyed a certain notion of vagueness

»equivalent«

we

should have an explanation for the use of

the

word

instead of swnt, and for the stränge condition above mentioned.

On
The

this view,

HH may

have promised

in return for the cattle

an equivalent con-

sisting of an unspecified

number of
his

days' service on the part oi Mi<^t-nfrt.
action
will

cause

for

which Msi brought

then have been, that liH had

amount that did not seem to Msi adequate. But since a clause had been appended that in case of any dispute, »an equivalent should be made corresponding to my equivalent«,
either rendered none of the service promised, or eise an
in other words,
tliat

the price to be jiaid

by llH should be
turn

legally assessed

therefore

Msi Avon
^/

his suit.

After these lengthy preliminaries,
2.

we may now

to the text itself.

m <^A<'W7-/,

cf.

Griffith, Hleratic Pap. 38, 3. 31, likewise an epithet of

Amenothes IV. 3. HH must have been named
of a

woman must
'^^A.AAA^

be his mother.

in this line,

and the partly preserved name
jC^:^
is

The name ^

for the

Fayum
AAA/WV
t

{e.

g.

shkhtp,
tlie

Brugsch, A^. 31 [1893], 23)

apparently not found
g.

elsewhere with
beside
a

determinative c^^^: but this occurs
in

e.

in

mh

flaa

— —
rr^

f^-^^

r#^
{Slut

'^
I

and
317).

r\/^

meaning the pond and garden belonging

to

tomb
7.

jl<2Q(\

»yes«,

»certainly«

,

a

particle conceding the truth of

what has

gone before, see the notes Erman, Westcar 8, 13: AZ. 29 (1891), 59: the word occurs fairly frequently. An exactly parallel instance at tlie beginning of a
deposition
is

to be

found in the Berlin Gerichtsprotokoll [Berlin Pap. 3047, 14):

10.

S"^.

J(^|

Q, the Coptic s'fioi »arm«,

is

here and below 12, 14 and 17

used as a commercial term.

Tlie present passage corresponds closely to 5 above,

must be nearly synonymous with swnt. But there is probably some diö'erence of meaning between them which suggested the choice of gib here instead of swnt: it has been conjectured above that gib was
and
it is

thence clear that gib

The arm being a typical example of a thing that occurs in pairs, provides a handy metaphor for the two sides of a bargain, or the two » equivalents « of which one is oflfered by the buyer, and one by the seller.
a vaguer term.

1906.]

A. H. Gardiner:

Four papyri of the 18th Dynasty

fioni

Kahun.

43
perhaps

11.

The Space

is

somewliat small for the restoration twf hr

dit-ni:

we

should emend
12.
J]i,tm

<c=>A

J^^^f^

i

or something of that sort.
to the dhn,

For the relation of the »ring«
»destroy«, »annul«, »eancel«
5,
:

see

tlie

appended

note.
Tff6/<9^

Rogers, verso
13.
is

perhaps so in an obscure passage

I

have no parallels to support
is

my

conjecture Yiw4<^rk-k{wt)\hr?itin.
in Salt,

'It-i

mt-i

clearly part of an oath.

So too

verso 1,13 there

a referenee

to an

oath

hy a man's father and mother;

^ a^

"^^[^(^ä^.^^

^^'

Q

1

QA '^"^'^

'

-^^ri

elsewhere means to »assess« or »estimate« an
1
;

amount, especially of taxes
Rechnungen
suffix
4,

{e.

g.

Rhind Math. Pap. 82,

R,

7, fl"

26,

1 3

;

Spiegelberg,

4); but

it

can hardly bear exactly this meaning here.
is

The
is

objeet-

probably refers to swn{t) in 13, and what

doubtless meant

that

HH

reeounted the exact conditions of the contract.
16.

7r smm-f
I

m

dw^

s/
cf.

dw^, probably the

same construction
§

as

[1

Q7\

^v^

^w
'Ir

^

^^^ N15;

Erman, Neuäg. Gram.
s/

327.

The

reduplication in
notice.

ämmf and
in

the Omission of hr before

are points

worthy of

AZ. 29 (1891), A^foll. An instance a legal text occurs in the unpublished Munich judicial fragment. 17. For the form and wording of the verdict cf. von Bergmann, Hierat.

mdtw im-s:

for the phrase, see Piehl,

Texte 3,

and the Munich papyrus mentioned just above.
\

18.

^

probably qualifies
\

all

the

following names,
,

though the

Singular

is

often speit with öl used of

men,

see Golenischeff

AZ. 12 (1874), 36

and

{e.

g.) Rec. de Trav. 25, 134.

Of the

six transactions here recorded five have to do
for a

v^^ith

the hiring of

slaves from their owners

small fixed
is

that deserves attention

is

that this

number of days. The first point very welcome and precious evidence of

the prevalence of slavery in the 18th Dynasty.

No

contracts of the kind are

known
Slavery

before that date
is

,

nor are any found again before the age of Tirhakah^.
I

a term that requires careful definition and

am

not aware that

its

existence in the Old and Middle
strated.

Kingdoms has yet been

satisfactorily

demon-

No

doubt many of the servants depicted in the tombs
required

at all periods

were

in a position of entire or nearly entire
is

dependence upon their lords; but
status
clear.

further investigation

to

make

their precise

On
:H^Si

the

')

For hry

in

an oath,

cf.

perliaps Bologna 1094, 10, 8

"^

(2

£55 ^^ ^^(1
to

fl

^
6*

"^
I I

^)

For
the

inforination about these

the leader must be referred

Mr. Griffith's forthcoming

work on

This book also contains an interesting section on contracts,

Rylands papyri, some proofs of which he has very kindly permitted me to see. to which I owe some suggestions.

44
other band
the
great

A. H. Gardiner:

Four papyri of

tlie

18th Dynasty froin Kahun.

[43.

Band.

it

is

true slavery

when,

in the 18th dynasty, the

Pharaoh endows
as in the

temple estates with the captives from his victorious campaigns in

Asia and Nubia: or
case of

when he rewards

the prowess of his warriors,
of the prisoners

Amosis of El kab, by the

gift

taken by their

own

hands.

These papyri however reveal the existence of
in

real slaves

even in the

households of persons of comparatively low rank:

man, and
an

in every instance

it

is

the

A 3 the owner is a herdscowherd Msi who hires the slaves. In B
and her
son,
to barter

and probably
their slaves

also in

C the

Joint- owners are an independent lady

iü^6-priest'.
is

That these persons were able
a

away the

Services of
latter:

proof of very considerable proprietary rights over the

but

it

is

not

known whether they had
for
at;

the right to alienate them altogether".
is

The purpose
even hinted

which the Services were required
lies

nowhere stated nor
It

and herein

the main crux of these

documents.

seems

probable that the use of written contracts for the simpler business transactions

was not customary by the time of the 18th dynasty:
it is

at

least

if

it

was
to

so,

remarkable that none should have survived.
here
exhibited
is

In any case

the

degree of

formality

distinctly

surprising,
In

unless

the

Services

be

rendered were of some quite exceptional kind.

B and C
not

the

agreements

were
the

ratified

by the

local

judicial

authorities,

clearly

by an informal
for

gathering of
titles

men
in

constituting themselves into a judicial

body
the

the nonce:

of the

individual

members, and the
in

fact

that

same persons
Further
is

reappear both
the
prices

B and

C, are sufficient proof of their
:

official character.
,

paid are astonishingly high
it

A

5

—6 7 —8
that four

a

day's

service

valued at 2 rings, vvhence

may be

calculated

days'

liire

would

owner of the slave a bull! Lastly, the records of these Such a transactions were preserved by Msl for a space of several years.
have procured
tlie

combination of surprising circumstances

is

hardly thinkable in the matter of
It

a paltry arrangement for a few days' ordinary service.

should not be over-

looked that in most cases,

if

not in

all"^,

the slaves were of the female sex:
itself

but the supposition that thus involuntarily suggests
at all likely.

does not seem to be

The
:

difficulties that

have been outlined will be seen, on reflexion,
is

to

be considerable

and the Solution of the problem

not

much advanced by

the acquisition of the Berlin papyri.

Only two of the documents are contracts within the narrow meaning of
the term.

These are

B and

C, where the terms arranged

by the contracting

parties

are duly set doAv^n,
Services

together with a clause
this

ensuring the performance of the

contracted for:

owner

also testifies to

was reinforced by an oatli. The slavethe receipt of the füll payment. That the matters here
clause

recorded were settled before a court of justice was probably due, as has been
^)

Note too
on

that Hit in

D

emphasises the fact that his slave
suffix.

phrase nt tmy instead of the simple pronominal
in the note

A

5 proves nothing, as

we

are

is his own by the use of the The change of ownership referred to ') See note to A 9. ignorant how it came about.

^)

:

1906.]

A. H. Gardiner:

Four

i)apyri of tlie

18th Dynasty from Kahun.

45

said,

to tlieir unusual nature.

D

is

a lawsuit arising out of a similar bargain,

and has received

sufficient notice already.

A

consists of three
if,

distinct

trans-

actions, ranging over a period of about ten years:
it

as
it

we have
is

conjectured,
it

was written by the same
20

scribe at a single sitting,
,

clear that

con-

tains only copies of the original undertakings

not the documents tliemselves.
contains

A

— 31

is

closely

related
it

to

B and C, but
record
of an

some obscure words
had
for

that

may imply

that

is

the renewal of a contract that
is

some reason
after

been cancelled.

A

1

— 13

the

arrangement made

the

circumstances provided against by the previsory clause had arisen,

and deals

with the eompensation given, here consisting of an equal term of service to be performed by two other slaves. In the last two instances there was no
recourse to a court of justice,

but the settlement was made »in the presence

of

many

witnesses«: the reason for this

may

possibly

lie

in

just

those

diffe-

rences which distinguish these compacts from

B and

C.

The mode

of attestation

consists merely in the writing down of the names of the individual witnesses their own signatures are not appended, and seals were apparently not used
for this purpose.

A

14

— 19
sale

difiers

from

all

the foregoing transactions

,

being

by which three acres of land were disposed of for a Single cow; the price named does not suggest any great degree of The value of such a record is obvious. There is no fertility in the soll!
the

copy of a deed of

mention of the locality or of the boundaries, nor any clause declaring the land
to

be free from

all

burdens.

The document
this

is

attested

by »many witnesses«;

in our ignorance of the circumstances,

contract appears of greater impor-

tance than the others, yet

it

required no ratification in the local court.
calls

The language of our papyri
cuments of
this

for a
to

few words of comment.

The New

Egyptian Idiom has not yet penetrated
date
;

any great extent into the legal dois

though
is

its

influence

shown

e.

g.

by

(1 (1

and by ^X^

^,

-^"j and the article

more often employed than
°>

at

an earlier date.

On

the other band the use
struction

off
to the

the

place

of the

numerals,

and the con:

spr irnf belong

language of the Middle Kingdom

in general

may be said to be little and those of the end of the 12th Dynasty from Kahun.
there

difference between the style of our documents

Note on the »ring« and

its relation to

the dhn.

From Dil
that the

12, with the corresponding words in

D6 — 7,

it

is

apparent

»ring«

(QA)), which

was used

as

a medium of exchange

at the be-

ginning of the

New Kingdom,

w^as a fraction

of the dbn (^^czi).

The two

passages are here set beside one another, unemended:

a)D6-7.
b)

^-lirSl-n I^TI
\ ^.

|l ^

11-12.

i|i;^,|^8i^n'''^tii^^°i=^^°ii9i-|-

46
It

A. H. Gardiner:

Four papyri of the 18th Dynasty from Kahun.

[43.

Band.

may

be coneluded at once from
is

h that the

dbn was equivalent to 16

—x
a
is

rings, X being the iiumber that

partly destroyed at the end.
1,

To judge from
in
it is

the

traces

this

caii

only have been

2,

3,

4 or

5.

The lacuna

somewhat

large for a restoration exactly identical with b, but
it

nevertheless
rings in the

probable that ^||, with which
total here represented

concludes,

is

the

number of

by

x.

In this case,

the dbn can have been equivalent

no other number of rings but 12, 13 or 14. Of these, 13, as an odd number and a peculiarly inconvenient one, can be put out of the question. Of the otlier two, 12 is obviously the more probable, and if it be right, it gives a satisfactory difference of value between a cow and a calf (cow 8 rings,
to calf 6 rings).

Tliese figures tally well
in

enough with the prices of
is

eattle

else-

where

in these papyri;

A

17

a

cow

valued at

'/a

dbn, and, in

B

6, a bull

at 8 rings.

The
classicus

equation,

1

dbn

=

12 rings \ thus obtained,

is

further confirmed

by

the passage in tho Rhind Math. Pap.
for

XIX,

no. 62, that

was hitherto the
in

locus

the

(1892), p.

436

— 438,

Q^-

This was

discussed

by Mr. Griffith

Froc.

SBA. 14
he has

but in a manner that leaves

me

uncertain

how

far

grasped the real Import of the problem.
füll

Mr. Griffith finds the example so
it,

of obscurities that he

oflfers

three distinct versions of
is

without however

explaining any one of them.
{l'rß)
is

It

true that the precise

meaning of one word

unknown, and others
to

are slightly ambiguous:

but these uncertainties

do not appear
the passage,
in

me

to
I

touch can see

the question
little

of the mathematical bearing of

which

difficulty.

Thus

it

seems necessary to
I

discuss the passage once more, with apologies to Mr. Griffith if
to take
liis

have

failed

meaning.

The

text runs:

kPi'^m^k

nitiii^kP

hz^'tt i.f'^tQ
o ^
<=><=^

A^-Dl A^-ül

I

I

I

^'i

I

I

^
.

^111

\l

I

I

'

li

"" A_fl ^~^
*)

0^

^-=>

LTD
I

O
fact in

\l

I

Here

I

am

referring of course to weight: the equation liolds good of value, only

if

the dbn
is

and rings are of the saine metal.

As a matter of

our papyri the Standard

is

silver, as

shown by was gold,

A
as

8: on the contrary in the
I

Rhind problem discussed below the presupposed Standard

shall try to prove.

.

1906.]

A. H. Gardiner:

Four papyri of the

18tli

Dynasty

froni

Kahun.

47
According

»Example of making a bag(?) Holding many precious metals.
as
it

is

said to tliee; a bag(?),
is

gold in

it,

silver in

bag(?)

bought
is

for

84

rings.

What
is

is

the

it, lead in it: and this amount of each precious metal?

What

paid for a dbn of gold
3 rings.

12 rings, for
is

(a

dbn of) silver, 6 rings;

for a dbn of lead,

Add what
It
is

paid for the dhn (read thus instead
to

of »rings«) of each precious metal.

amounts

21.
It

Divide this 21 into

the 84 rings,

and

it

is

what

bought

in this bag.

amounts

to

4

{dbn),

which you put of each precious metal.«
Anglice.
silver,
It is required to fill a bag with an equal weight of each gold, and lead, so that the price of the bag may be 84 rings. How much

will

there
is

be of each

of the three metals?

The value of

gold,

silver,

and

lead,

respectively

12, 6, and 3 rings per dbn.

Consequently the bag will

contain
It

-zr^

12

= b o +^+^
me

84

84
-^^-

21

=

4 dbn of each sort of metal.
is

appears to

quite evident that the problem
A
, ,

to

be interpreted in

a mercantile sense, and that
atic

and

Y

have accordingly their idiomequally

commercial meanings here.

The emendation proposed above seems
Griffitii
entirely.
It
is

obvious,

and did not apparently escape Mr.

not

ex-

plicitly stated in the text that the
kr/t

bag

(or

whatever the exact significance of
this is to

may
Q

be),

was

to contain the

same quantity of each metal, but
(1

some extent implied by the

triple repetition of

^^ R

.

Finally

the

unique
»ring-s«.

\vlll
The Q

,

if
1,

not an error,
of the RJiind

must give the true reading of Ql
is

III

clearly the

medium

of exchange speit
are,

Q

^

in

our papyri and in Boulak Pap. 11.

The Egyptians

so far as
_

we know,

unacquainted with the use of tokens, so that the

Q

^

l,

must have had a
it

certain constant weight, besides varying in value according as

consisted of

gold or of silver: in Boulak Pap. 11 both gold rings and silver rings are named.

So

far as the
i.

mathematical problem of the Rhind
e.

is

concerned the Standard

is

indifferent,

the result

is

not affected whether the rings are conceived to

be gold or

silver,

stone or wood; provided always that they are of same weight

in other words, equal value, throughout the problem. At same time the teacher of course drew Ins example from daily life, and certainly had in view one or other of the current Standards. The value of a

and material, or

the

dbn of gold being given as 12 rings, and that of the dbn of silver as 6 rings,
the
weight of the

of gold.

The

ring must be Ye dbn, if it be of silver, or 7i2 dbn, if it be latter proportion coincides with the result from the equation
set out,

from which we
in his

so

that no

doubt the scribe had here rings of gold

mind.

Thus

the data from both sources of evidence corroborate one an-

other,

and we may safely conclude that the Q

^

weighed

Y12

of the

=^ cu

'

48

Heinrich Schäfer: Äthiopische Fürstinnen.

[43.

Band.

Äthiopische Fürstinnen.

Von Heinrich

Schäfer.

1.
a)

Erman hat
»Ich

in dieser Zeitschrift (30,

S. 47)

die Statue Berlin

4437

ver-

öffentlicht.
(Z. 1)

Die zwei Zeilen der Inschrift lauten:

war Schreiber des Herrn der Zehntausende, des an HundertAlle Dinge (?) (Z. 2) Schwester und Gemahlin eines Königs, die das Herz des Horus durch alles, was sie sagt, erfreut NN.« Die Verbindung der beiden Zeilen bleibt unklar, doch ist wohl nicht mit
tausenden reichen'.

Erman an

ein

Verwandtschafts Verhältnis dieses »Schreibers des Königs« mit der

Königin zu denken, sondern nur an einen Ausdruck, der die Ergebenheit des

Mannes auch gegen
nicht ganz
sicher.

die

Königin bezeichnet.
des

Die Lesung

^ '^

»alle

Dinge«

ist

Statt

®

könnte irgend ein anderes Zeichen dastehen.

Den

in

der Übersetzung mit NN. bezeichneten
h
,

Namen

der Königin
'=p^

liest

Erman f^ D ^^ (^ ^^^ h
des
AA^,/w^

bemerkt aber dazu, daß die Lesung des
In

und

zweifelhaft

sei.

der Tat

ist

der Zweifel berechtigt,

denn eine
zu lesen

Prüfung des Originals ergibt, daß die fraglichen Zeichen beide
sind.

<r:r>

Daß

die

<rr>

innen

nicht

offen,

sondern ganz geschlossen •^»- sind,

kann nicht weiter

auffrällig ersclieinen.
z.

Dieselbe Eigentümlichkeit findet sich auch
oft außerordentlich.
1q1

sonst, sie erschwert

B. die

Lesung der Traumstele

Der

Name
b)

der Königin lautet also auf unserer Berliner Statue -V-n
In

ÜO-

Bologna (Nr. 1939 des Katalogs von Kminek-Szedlo) befindet sich die

Stele eines

^

Ij^— 1^^ (^T-^ ^1 []|^^ V^flf
aufmerksam gemacht
hat.

.

auf die zuerst

Wiedemann

(Proc. VIII, 32)

Es

ist klar,
ist,

daß der

Name

dieser »großen königlichen Gemahlin«

vollkommen derselbe
ist

wie die zweite
fiir

Hälfte unseres Berliner Königinnennamens, also den besten Beweis
keit unserer

die Richtig-

Lesung

bildet.

Der Berliner Name

nach alter Weise durch ein vor-

gesetztes
c^

•¥"

erweitert, genau so wie wir in der 22. Dynastie den

Namen

•¥"

'—

o
und

(LEPsros, Königsb. 606)

neben

LJ

__j|\
^'^^^

°

(Königsb. 568 und 589) (Königsb. 619) haben.

in der 25. -^

-w

(Königsb. 622) neben
ist

\/

Von dem Frauennamen P-k-r-s-r-j
gebildet.
^)

also ein anderer

»Es lebt P-k-r-s-r-j«-

Ursprünglich
dhc-w,
csi

muß

natürlich einmal der erweiterte

Name

einer jüngeren

Nb

hfn-w, das erinnert an den

Namen

des Königs Königsb. 618: s-^si knj-w

»der die Tapferen zahlreich macht.«

1906.]

Heinrich Schäfer: Äthiupische Fürstinnen.

49

Generation angehört haben als der einfache.

Docli

ist

daraus für die zeitliche

Stellung von Statue a und Stele h kein Sdiluß zu ziehen.

Denn

durcli die Ver-

erbung beider Namen kann

sich

das Verliältnis öfter geradezu umdrelien.

Wie WiEDEMANN
die Bildung des

die Stele

von Bologna, so hat Erman die Berliner Statue

der Äthiopenzeit zugewiesen.

Namens

ermittelt haben,

Zwar können wir nach dem, was wir eben über Erman nicht mehr zugeben, daß »die

ersten Zeichen -Y-G trotz ihrer Stellung den
also
bis jetzt kein

Namen Dyllü

wiedergeben«, es

ist

Grund, mit ihm anzunehmen, daß die Königin der Statue
sei.

die Gemaldin eines Pianchi gewesen
nastie angehörten, bleibt bestehen.

Aber daß Statue wie

Stele der 25.

Dy-

Diese Ansetzung läßt sich erhärten durch

den Nacliweis ganz ähnlich gebauter Namen, die sicher äthiopisch sind und
aus derselben Zeit stammen.
c)

Amelineaü hat bei seinen Grabungen
fouilles

in

Abydos das Grab
S. 52),

einer Königin

gefunden (Nouvelles

d'Abydos 1895/96,

in

dem zwei Türpfosten

die folgenden Aufschriften trugen:
1.

^12(mS]^-.^^
(bV
i—'i

n
]

2-

(^^MIL^.
eine
Parallele

Es gelingt mir nicht, aus dieser AMELiNEAuschen Kopie eine klare genealogische Verbindung der Namen herzustellen. Aber daß der Name der Königin

g
d)

zu

dem Namen
ist

der Königin

unter

h)

aus

Bologna

bildet, ist klar.

Diese P-k-s-t-r

eine Tochter des Kaschta.

Zu derselben Namengruppe gehört augenscheinlich auch der Name der
Deveria
las

Gemahlin des Tanotamon auf der Traumstele.

O
^^^

den Namen dort
Bedenkliches hat,

Doch
die

hält

die

Lesung,

die

an sich ja schon

allerlei

wie das Sl

und das ^\\, der Vergleichung mit den Papierabdrücken,
nicht stand.
Ich glaube vielmehr, mit

mir zur Verfügung stehen',
zu erkennen

Sicherheit folgendes

Vor allem

dem

nicht
"Y"

zu zweifeln.

Das

^

i

längliche

dem D und Zeichen unter dem D
ist

an

ist

an sich unkenntlich,
ein ^^cr^

aber es liegt

sehr

nahe,

in

den

erhaltenen
also

Spuren

zu

sehen.

Der Name

1 W

dieser Königin

wäre

D
-V-

{|^^

»Es

lebt

P-k-i-r... ]<<-.

Denn

daß die Umstellung des •¥ nur
klar.

auf einem

leicht verständlichen
ä)

Versehen beruht, scheint
erhaltenen, durch
ist

Der Name

ist

ein Gegenstück zu der unter

¥

erweiterten Form.

Allen vier

Namen gemeinsam

ein charakteristisches nubisches Bildungs-

element Pk.
1)

Vgl. den verbesserten Text der Traumstele in den
f.

Urkunden des ägypt.

Altert. III, S. 59. 7

Zeitschr.

Ägypt. Spr., 43. Band.

1906.


50
Heinrich Schäfer: Äthiopische Fürstinnen.
[43.

Band.

2.

In »El

Amrah and Abydos« haben Maciver und Mace auf
sie

Taf. 31

zwei

gut gearbeitete Stelen veröffentlicht, die
weise
(vgl. S.

aus stilistischen Gründen vermutungs-

ihre Ansetzung,

79 und 94) in die Äthiopenzeit setzen. Der hübsche Beweis für den die Inschriften der Steine enthalten, scheint ihnen also
sein.

entgangen zu

84 jetzt in Sie Chicago und stammt nach S. 100 aus Grab 9, nach S. 84 aus Grab 8. lehrt uns einen der nubischen Generale der Äthiopenkönige kennen. Es ist der ^^^ ""^^^ Lesung des =??5= ist wahrschein^^^ \ m /^^ S ^^ Vi lich, doch schwanken die Herausgeber zwisclien =??^ (Griffith, S. 94) und —m—
Die kunstgeschichtlich wichtigere Stele befindet sich

nach

S.

I

I

(S.

72, 84, 100).

Der Name lautet

also P-g-t-t-r-r,

denn daß das
Königsb. 602.
,

o

-^
I

nicht

mit den Herausgebern zum Namen, sondern zum BUck auf die Titel der Prinzen der 22. Dynastie,

Titel zu ziehen ist,
z.

lehrt ein

B.

Und daß
an einen

wir bei unserem General wirklich

,

wie es auch die Herausgeber tun

Äthiopen, nicht etwa an einen Libyer zu denken liaben, beweist der »schöne

Name«

des Mannes.

Er lautet

'^^^-^

\

bedeutet:

«Der 'p-nh kämpft für

(?)

ihn.«

^'^^ (FSJx m> Kr enthält zwar ebensowenig den
**
\

^

Namen

des Königs Pianchi wie der

Name

auf der oben besprochenen Statue,

wohl aber eine aus äthiopischen Texten uns bekannte Bezeichnung für die nubischen Könige.

So wird ja unter anderem auf der Pariser Königsstele eine
^.^aa^

Königini

11

i

J|

^^-Y-

T

Frauenname j genannt,

also

»Gemahlin des

j9-'nA«.

Ob

das

f^J^ ^^
soll

des eigentlichen

Namens

dasselbe

nubische Bildungselement

wiedergeben

wie das r^-^ der
die aus

Namen

unter

1,

muß

die Zukunft lehren.
ist
(1

Die andere Stele,

Grab 48 stammt

(S.

84, 100),

weniger gut
fi

gearbeitet, aber mindestens ebenso merkwürdig.

Sie gehört einer

11 [1

^ w| 'www

^?1U1'^^1T1^?ZJ^^"
eines Königs,

Priesterin des

Amon-Re, Schwester
verleiht,

Tochter eines Königs, Mutter des Gottesweibes, P-iht-U-mrjv^.

Was
ist

dieser sonst

unbekannten Dame für uns einen gewissen Reiz
[]

der »schöne Name«, den sie sich beigelegt hat: aww\T
94) den

d

m ^-

Griffith

liest (S.

Namen

Meresetiapdu
(S. 79),

,

bei

den anderen Herausgebern hat er sich
(S.

zu Mer-s-n-ahdu verschoben
84).

wie der Hauptname zu Pa-apt-ta-mr
die Datierung des Steins

79,

In Wirklichkeit ist natürlich Mrjs-nipd zu lesen.

»Sie liebt Napata«, heißt

also

dieser »schöne

Name«, der über
in

und

die

Herkunft

seiner Besitzerin keinen Zweifel läßt.
fürstlichen Nubierweiblein

Zugleich
oft

zeigt er wohl,

daß sich diese

Theben

nicht recht heimisch gefühlt haben,

sondern mit demselben rührenden Heimweh wie die heutigen Nubier an ihrer
fernen
dürftigen

Heimat gehangen haben.

Die

in

älterer

Zeit
[1

sonst

nicht

nachweisbare Schreibung des Namens Napata mit mittlerem
ZU der ptolemäischen

hat den Anlaß

Form

[1

g

^

gegeben.

1906.

Henry Madsen: Die

Totenfeier im Garten.

51

Die Totenfeier im

Grarten.

Von Henry Madsen.
Mit einer Abbildung.

I.

Icli

möchte gern noch einmal
früher
gelegentlich

die

Aufmerksamkeit auf die Totenfeier im Garten
einiger

hinlenken,
ich

deren Beliebtheit bei den vornehmen Ägyptern des neuen Reiches
der Besprechung
Relief bruchstücke

aus

dem

Grabe eines memphitischen Hohenpriesters nachzuweisen versucht habe\

Was
ist,

noch von den hübschen Darstellungen
teils

in

diesem Grabe vorhanden

befindet sich teils in Berlin',

in der Carlsberg Glyptothek in

Kopen-

hagen^; beide Sammlungen haben ihre Erwerbungen Ende der neunziger Jahre

Nach mehreren äußeren Kennzeichen erschien es, als wären die Reliefs beim Abbrechen eines Fellachenhauses ans Licht befördert worden. Man konnte danach hoffen, daß noch weitere Bruchstücke von den Fellachen in
in Gizeh gemacht.

Handel gebracht waren und einmal
wiederauftauchen würden.
Erfüllung gegangen.

in

den Sammlungen Europas oder Amerikas
ist

Meines Wissens

diese

Hoffnung noch nicht in

Die untenstehende Abbildung zeigt nun ein neues Relief, das wenn auch
nicht aus

demselben Grabe herrührend doch eine ganz ähnliche Darstellung

trägt.

Das Relief befindet
Henri IV:

sich

im Louvre,

ausgestellt

in

der sogenannten

Salle

es trägt keine

Nummer,

ein Zettel gibt an,

daß

es

aus einem

thebanischen Grabe herrührt*.
')

ÄZ. 1904,

S, 110.

-

2)

hat mir freundlichst mitgeteilt,

des Reliefs besitzt und daß die

*) Hr. Ch. Boreux ») Ibid. 1904, S. 110. Sammlung keine Nachrichten über die Herkunft Angabe »thebanisch« nur auf dem Stil des Reliefs beruhte.

Ibid. 1895, S. 18.
in

daß man

der

7*

52

Henry Madsen: Die

Totenfeier im Garten.

[43.

Band.

Daß wir

hier wieder das Stück

einer Darstellung von

der Totenfeier im

Garten vor uns haben, kann keinem Zweifel
eine Szene, die wir bereits aus

unterliegen.
'

Rechts sehen wir

dem Grabe
in

des Wesirs
einer Kapelle

ä

'^
i

^^

Theben

kennend
seinen

In

einem kleinen Boote steht

Verstorbenen; ein Diener

aus

Kummer weinend

o. ä.

die Statue des
letzten

rudert

zum

Male

Herrn über den hübschen Gartenteich,
Die Statue des Verstorbenen

dessen

grüne Wasserpflanzen,
er,

dessen herumschwimmende Enten und schnelle Fische
sehr liebte.

als er

noch lebte, so

Leben

stellvertreten,

vor der Bestattung.

sollte ja den Menschen im jenseitigen und diese Tätigkeit begann, wie wir hier sehen, schon Aber wir wissen auch aus einem anderen Grabe des

neuen Reiches, dem Grabe des Gütervorstehers ^r^ i
der Statue auch den Sarg mit
In

J]

Nl

'

daß man

statt

dem Leichnam

in

das Boot setzen konnte.

den

Darstellungen

der beiden

hier angeführten

thebanischen

Gräber

stehen ein {Mn-nht) oder zwei

{lih-mL-r^^) Totenpriester

im Boote; andere Toten-

priester {Mn-njit) oder wenigstens einige Klageweiber {RJ}-7nl-r<^) sehen

am Ufer

zu und erhöhen durch ihre Klagen und Rezitationen den Ernst der Zeremonie.

Auf dem
vorne

Relief im Louvre scheint der kleine

priester dargestellt

— vor der Kapelle mit der Statue — ursprünglich oder zwei Toten— waren. Was sonst auf dem Relief auf dem — zu Darstellungen im Grabe des erinnert an im Garten Hohenpriesters zu Memphis. Mehrere Opfergaben — Brot, Blumensträuße — sind zusammengebracht und aufeinander Totenpriester im Begriff zum Gebrauche im jenseitigen Gaben einzuweihen —
ein

den Rudern steht, ein Diener zu sein;

Mann, der hinten im Boote neben sehr wahrscheinlich ist es ferner, daß
links
d. h.

Ufer,

selien ist,

vielfach

die

u.a.

gelegt;

ein

ist

diese

vielleicht

Leben; die hierzu nötige Rezitation
beiden Händen
liält;

liest

er aus

einem Buche vor, das er mit
Hinter ihm stehen seine drei

ein anderes Buch mit Rezitationen für einen späteren Teil

der Zeremonien, hält er unter seinem linken Arm.
Gehilfen,
die ihre

Hände erheben und das
Es
ist

Rezitieren des Totenpriesters mit
alle

Gesang begleiten.
augenscheinlich
ist

bemerkenswert, daß diese Mithelfer

drei

ganz

als

Semiten dargestellt sind: ihre Nasen, ihr ganzer Gesichtstypus
ist

semitisch.

Sonst

von der Darstellung links

(in

wesentlich größerem Maßstabe
ein

als die

übrigen) nur wenig erhalten; unten sieht

man

Klageweib, oben den

Ellenbogen und den Zipfel des Kleides eines Priesters; in der aufgehobenen
Als

Hand

hat er eine Libationsschale getragen, aus derer Wasser über die Opfergaben ausgoß.
ich

das

erste

Mal dieses Louvre - Relief sah, dachte

ich,

es

könnte

möglicherweise aus

demselben Grabe wie die Berliner und die Kopenhagener

Bruchstücke stammen. Vieles konnte dafür sprechen.
derselben Feier dargestellt, das Material
ist

Es werden Episoden aus

dasselbe.

Auch

die künstlerische

Bearbeitung stimmt so ziemlich überein; ganz ähnliche Überarbeitungen, wie
*)

ViREY, Tombeau de Rekhmara; Miss. arch.

fran(j.

V,

pl.

38.

^)

Miss. arch. frang. V,

S.

319f.

1906.]

Henry Madsen: Die

Totenfeier im Garten.

53
hier vor; die

sie

auf

dem

Kopeiihaf^ener Relief zu sehen sind,

kommen auch
seine

Gesichter der Personen sind auf dieselbe leichte und elegante Weise ausgeführt,

usw.
ist

Der Gartenteich erinnert sehr an den

in

Kopenhagen,

Bevölkerung

genau dieselbe: Wasservögel, Fische und dieselben Arten von Wasserptlanzen.
bleibt es ja eine ziemlich bedenkliche Saclie, nur

Immerhin
terien eine

Zusammengehörigkeit anzunehmen
so

nach solchen Kriin

vor allem

der ägyptisclien

Kunst,

manches konventionell und wo so wenig Platz für die PersönAuch haben die HH. Georges Benedite und Ch. Boreux mir freundlichst mitgeteilt, daß das Relief schon seit langem im Museum vorhanden sei, »faisant partie de l'ancien fonds du musee«. Die Bruchstücke in Berlin und Kopenhagen sind dagegen, wie schon gesagt, erst Ende der neunlichkeit
ist.

wo

ziger Jahre

erworben worden;

eine

Zusammengehörigkeit scheint damit aus-

geschlossen.

Trotzdem dürfte aber der Umstand, daß wir hier eine neue Dar,

stellung aus der Totenfeier im Garten treffen

genügen

,

um

unser Interesse auf

das Relief hinzulenken.

IL
Eine vollständige Darstellung dieser Totenfeier besitzen wir nicht; es
ist

des-

halb nicht möglich den Gang, die Entwickelung der verschiedenen Zeremonien
festzustellen.

Ich

möchte aber versuchen eine vorläufige Zusammenstellung zu

geben von dem, was wir nach den bekannten Bruchstücken kennen.
Die Feier wurde, wie es scheint, nur im neuen Reiche begangen*; natürlich

war
ist

sie

nur möglich unter den Vornehmen, die einen Garten besaßen.
kurz oder lange nach
festzustellen;

Wie
nicht

dem

Eintreffen des Todes sie gefeiert wurde,

wahrscheinlich aber unmittelbar
der Garten von

vor

der

eigentlichen

Bestattung.
gesetzt.

Zuerst wird

den Dienern und Gärtnern instand
in

Überall

wird gereinigt, überall werden Lauben errichtet,
aufgestellt

denen

Opfergaben und Blumen
viel

werden.

Diese

Arbeit wird

nicht
die

ohne
Opfer-

Heulen und Jammern seitens
die nötigen Rezitationen^.

der Diener vollbracht^.

Über

gaben werden Libationen ausgegossen; ein Priester, von anderen unterstützt,
liest

Auch

die

folgenden

Zeremonien vollziehen sich unter den Tränen der
der Klageweiber. Die Diener sind so von Trauer

Diener* und

dem Heulen
sie

übermannt, daß

sich

jammernd zu Boden werfen und nur mit Mühe ihren
ihre Arbeit ausführen

Kummer bekämpfen und
der Hausmauer weint
')

können

;

sogar der Türhüter an
die

bitterlich

und bemerkt wohl kaum

Personen,

die

Vgl. ÄZ., 1904. 112.
Berlin 12411,
Berlin 12412,

^)

Kopenhagen
2089 oben.
pl.

A 83

,

oben.


!

(Außerdem

vielleicht:

^NIarieite,
trav.,

Mon.

divers,

pl. 60.


^)

Grab des

I^

in

Theben, Recueil de

1899,128.—

ScHEiL,

Tombeau

des graveurs,

Vgl. das Relief im Louvre.

8, Miss. arch. frang. V.)
*)

Kopenhagen. A 83. Berlin 12411.

*)

Kopenhagen, A 83.

Das Relief im Louvre.

Berlin 12411.

54
in

Henry Madsen: Die

Totenfeier im Garten.

[43.

Band.

den Garten treten \

Besser geht es den Priestern, die schon so viel mensch-

liche

Leiden gesehen haben.
Die verschiedenen Zeremonien, welche jetzt anfangen, drehen sich

um

den

Sarg,

d. h.

den Leichnam des Verstorbenen, die Statuen und die Grabsteine.
,

Der Sarg wird
lebte,

von Opfergaben umgeben
welche
B.

,

mit Blumen bekränzt

,

auf derer

jenigen Stelle des Gartens aufgestellt,

vom

Verstorbenen,

als

noch

besonders

bevorzugt war,

z.

auf einem

Gartenweg

zwischen

den

Blumen und Bäume seines Gartens, und den ganzen Reichtum seiner Vorratskammern überblicken konnte". Oder der Sarg findet Platz auf einer kleinen Insel im Teiche des Gartens, von dem ganzen Totengut umgeben: Tischen mit allerlei Opfergaben, Weinkrügen, Broten von verschiedener Form, Blumensträußen Diese Zeremonie war sicher ganz besonders wichtig, denn während sie usw. stattfindet, versammeln sich am Ufer die Klageweiber und das Trauergeleit ^. Wohl in dem Falle, wo im Teiche keine Insel war, wurde der Sarg in einem
Vorratsmagazinen, von
die Enten
er gleichzeitig die

dem

und Gänse

seines Hofes

kleinen Boote über den Teich gerudert*.

Die Statue oder die Statuen wurden in einer Ecke des Gartens oder des

Hofes aufgestellt, vor

sie

setzte

man man

Tische mit Opfergaben^.

Auch konnte

man

eine Statue des VerstorVjenen statt des Sarges über den Gartenteich rudern^.

Der Grabstein wurde samt dem Sarge auf einer beliebten
aufgestellt'.

Stelle des Gartens

Die Reihenfolge, in der diese Zeremonien vorgenommen wurden,
gesagt,

ist,

wie
die

nicht

anzugeben:

auch

die

Klagegesänge,

die Rezitationen
ist

usw.,
alle

gleichzeitig

stattfanden,

sind

uns unbekannt.

Sicher

Zeremonien den Zweck hatten, den Verstorbenen
ausgerüstet und

mit seinem Totengut ausgestattet ruhen,

— schon — noch einmal
für

aber,

daß

diese

für die Ewigkeit

auf seinem

irdischen Eigentum

noch einmal

in

seinem Garten wandeln zu lassen,

zwischen seinen Blumen und Bäumen, seinen Höfen und Vorratsmagazinen, seinen

Teichen und Gartenwegen und was sonst er

jetzt

ewig verlassen mußte.

Auf dem

Berliner Relief* wird noch der Leichenzug dargestellt: erst

kommt

der Sarg, dann folgen die nächsten Verwandten des Verstorbenen, dann

alle seine

Freunde, seine Bekannten, seine Amtsbrüder.

Vielleicht handelt es sich dabei

nur

um

eine
es

Prozession
die
letzte

auf einem der Gartenwege.
Prozession
ist,

Wahrscheinlicher

ist

es

aber,

daß

die

Überführung des Leichnams vom

Hause zum Grabe, zur endgültigen Bestattung.
1)

Berlin 13297.
83.

hagen

A
•^j

^)

Berend, Musöe de Florence, 103;
fran(,\

vgl.

*)

Miss. arch.
pl.

V, 319

— 320. —
-

ÄZ., 1904, 113.

^)

^)

Relief im University College in

KopenLondon;

Capart, Recueil de Mon.,
Relief im Louvre.

49.

Grab des
103.

x. *)

i

')

Berend, Musee de Florence,

^

'

Miss. arch. frang. V, pl. 38.

Berlin 12411.

1906. J

A.

11.

Gardiner: A

Statuette of the Higli Priest of

Memphis, Ptalunose.

55

A

Statuette of the

High

Priest of

Memphis, Ptahmose.

By Alan

H. Gardiner.

Mit eiuer Abbildung.

X he accompanying
which
in
I

illustration is

drawn from

a small octavo pamphlet,

upon

chanced in a second-hand bookshop at
|

Rome
d'

a few years ago: upon the
egizia
|

title-page stand the following words: Disegno

una immagine
\

funeraria
|

un nuovo

aiteggiamento.

||

Estratio

daW Album.

||

Roma
;

Tipografia delle

belle arti
|

1842. The text, consisting of but four pages,

is

signed with the

initials

D. L. U.,

and betrays a certain familiarity with Egyptian topics
are eorrectly read.
I

a few hieroglyphic groups

extract only those lines which are of importance to the

modern reader:
alla privata

»

questo grazioso monumentino

d'Egitto appartenente

coUezione delF eminentissimo signor cardinale Luigi Lambruschini.
e pietra calcare bianca^, colorita

La materia

appresso in turchino:

il

lavoro,

come

dal presente intaglio apparisce, e al

sommo

diligente; la grandezza dell' originale

e la medesima di questa copia.« The engraving represents a High Priest of Memphis clad in the panther-skin characteristic of his office; the spots upon

which are conventionally rendered

as

upon a
is

statue recently copied

by Miss
his

Murray {Saqqara Mastabas
Shoulder
priestly

I,

pl. 36).

He wears
that

sandals,

and over

right
his

hangs
rank.

the

tress

of

hair

another

typical

feature
is

of

His attitude of grinding corn
it

between two stones

rather

incongruous in so high a worthy; but
in
is

is

precisely paralleled
beloAv.

by a
in

Statuette
is

the Louvre, to which reference will be
inscribed

made

The

side that

visible

with

the

6th chapter

of the

Book of the Dead,

the

form

56

A. H. Gardiner:

A

Statuette of tlie

High

Priest of

Memphis, Ptahmose.

[43.

Band,

commonly found on

the ushebti -ügures: the

first

words are

'ffO^^yf

öfn

A
priest

veiy considerable number of

relics

have survived from the tomb of
reign

this

Ptahmose, who flourished

in

the

of Amenothes

III.

objects liave been published in Proc.

SBA. (XXI

[1899], p. 305

— 306;

Two

small

XXIII

[1901], p.

12— IB),

useful additions to Schiaparelli's bibliography {Cat. diFiremel, p.

where tooWiEDEMANN has printed (XXIII [1901], p. 248) some 197 sqq.). The

tomb from which tliese antiquities come was doubtless at Sakkara, a site that was much exploited at the beginning of the last Century. The Louvre Statuette has never been published, but to judge from Pierret's description {Cat. de la Salle Hlstorique p. 11, no. 10) it must bear a close resemblance to
tliat

of Ptahmose.

M. Benedite, the keeper of the Egyptian antiquities
I

in the Louvre,

has most courteously answered some enquiries
is

addressed to
states,
left

him.

He

notes that the figure

of

scliist,

and not, as the Catalogue
foUows:

Serpentine;

and

lie

gives

the

inscriptions
*'

as

(1)

between the

arm and

leg:

VI

^

[

rl

^^^

between

the

right

arm and

leg:

I

sie

(These texts are published in part Leps., Denkm. Texth.
Statuette in the Clot-Bey collection).

I,

11 as belonging to a

The

prince and sm-priest

Thutmose here
II,

named

is

probably the same as the

man mentioned
III.
,

Petrie, History

p.

201,

and none other than the father of our Ptahmose.
Thutmosis
III.

He

lived from the time of

until the reign

of Amenothes

and was thus probably the

predecessor of Ptahmose as the high priest of Memphis.

To

the same category belong also three statuettes in the Leiden

Museum,
no longer

recently published
a priest that
is

by Capart

{Rec. de

Mon.

II,

79).

Here, however,

it is

depieted, but an official of the treasury.
is

On
^
I

the base of two

of these a formula

engraved, which runs thus':

^) H
who

.

(V^^^^';^i'^

y^^^-^^^[:f3^()(j®^
and
(I

»He

says:

I

am

he

grinds (corn) for Osiris,

am) the servant of Nut.
Closely related to this
is

To
the
to

the
first

ka of the keeper of the Treasury
inscription on the

Mryy-.'i.
riie

Louvre
to

Statuette,

question

now
or,

arises

as

the meaning that

ought

be attached

to

these figures:

to put

the

matter otherwise,
all

seeing that they undeni-

ably come from tombs,

and that

tomb-deposits are designed to procure

some advantage
1)

to the

dead, what particular benefit was thought to be attain-

It

will suffice to (mote
is

D

48: the text of

D

47

is

practically identical.

— The determinative

of nd, here omitted,
^)

the

man

grinding

com,

in the attitude of the Statuette itself.

Bissing translates (ÜZ. 42 [1905], p. 83, footnote 1): »ich mahle für Osiris, und für und für den Ka des Osiris, des Wächters des Weißhauses Mry-Mry.^^ He ovei-looks the Word »servant«, and inisreads the name: the last words are obviously a dedication and not tobe
V.

die Nut,

connected with the foregoing formula.

1906.]

A. H. Gardiner:

A

Statuette of the liigli Priest of

Memphis, Ptahmose.

57

able
tliis

by

their

agency?

I

fancy

we
is

shall

be able to find a plausible ans wer to

query, though not oue that

susceptible, at present, of complete
to construe the

demon-

stration.

At

first

siglit

one

is

tempted

Leiden formula as im-

plying a belief that the owner of the Statuette would grind corn for Osiris in
the
the
life

beyond the tomb.

However obvious
his

this

view might appear

(for it is
little

owner who speaks, and
life

words are
its

free

from any ambiguity) a

con-

sideration will convince everyone of

falsity.

What

the Egyptian sought for

himself in the other
if

was something very

different:
all

he hoped for an existence,
Abso-

not of absolute indolence, at least free from
is

menial forms of labour.

lution from these

just that
It
it

which the 6th chapter of the Book of the Dead
objected that Egyptian beliefs are very fre-

Claims to be able to give.

may be

quently inconsistent; yet

is

hard to coneeive that a former High priest should

covet for himself the labour of a milier, even in the service of the gods.
the utmost,
it)

At

if

such a belief did really exist (elsewhere

we have no

trace of

it

would be utilised merely as a means of currying favour with the deity:
words, our statuettes would be found in shrines of Osiris, but not in

in other

tombs, where alone the personal requirements of the deceased were held in view.

To my mind,
If,

therefore, the

answer to our question must be sought elsewhere.
be the only natural Interpretation of the formula

however, we reject this prima fade view, we reject at the same time
to

what has been pointed out
as
it

now

Stands on the Leiden Statuette.

The

suspicion thus suggests

itself,

that the

authors

of this

and the other figures of the kind were themselves
There are other
at

under a misconception as to their true purpose.
point in the same direction.

facts that

No one

can

glance

these

statuettes without

being reminded of the figures of servants so often found in twelfth Dynasty
tombs.

Concerning the purpose of those figures there can be no doubt: they
to perform,
in

w^ere intended

in

a future

life,

their

several functions on behalf
if

of the dead

man

whose tomb they

are buried\
it

Now

the formula in question
diffi-

were found inscribed on one of them,
culty: if not merely a quotation from

would hardly occasion us much
text,
it"^,

some ancient mythological
»milier«
[nd) occurring in

placed

here simply on account of the

word

it

might

be interpreted as alluding to the identity of the deceased with Osiris; and the

words
the

»I

grind (corn) for Osiris« would imply that the Statuette would perform

like

duty for
it is

its

owner,

he being identified with Osiris.

However
is

this

may

be,

difficult

to escape

from the notion that our statuettes are misforgotten,

understood survivals of the servant- figures: their real significance
')

stitute for

The very probable Suggestion has been made, that the servant -figures are a later Subhuman victims: not only is the custom of sacrificing slaves to follow their lord to the other World a wide-spread practice, but also substitutious of this kind are not rare among peoples emerging from the barbarian stage: see Westermarck, Origin and Development of the Moral Ideas, 475. I 468—470, 474

^)

This Suggestion appears the more plausible, as the words »servant of Nut« convey no

particiüar
Zeitschr.

meaning apart from a
f.

fuller context.

Ägypt. Spr.,

43.

Band.

1906.

8

58

A. H. Gardiner:

A

Statuette of the

High

Priest of

Memphis, Ptahmose.

[43.

Band.

and from some confused idea, perhaps. that the statuettes ought
the owner of the
that depicts

to represent

tomb
corn.

to

which they belong,

arises the stränge
in

frame of mind

the High Priest of Memphis,

clad

his ceremonial robes,
it

and

grinding his

own

If this explanation

be correct,

further enables us to

grasp the true significance
to

of the ushehtis that

have hitherto proved so puzzling
in
all

Egyptologists.

Borchardt has shown that these,

cases, depiet the
states

that

owner of the tomb himself. The 6th chapter of the Book of the Dead these statuettes answer to the name of their owner when he is
upon
to

called
it

to

perform certain distasteful kinds of labour in the other world: but

throws no light on the further question, whether the figures were believed
contain
in

themselves

something of the personality of the deeeased, or

wliether they impersonated his servants.

On

the other
latter

band
view

texts have been
is

quoted by Spiegelberg"' and Boeser'

in

which the
after the

elearly taken.
is

Now

the servant-iigures

become obsolete
ushebtis

Middle Kingdom, and this

just the period at

which the

make

their first appearance.

What

is

more

likely than that the ushehtis are the later,
tatives of the earlier servant- figures?
to

and only half understood, represenbe so, there need be no desire

If this

reconciliate
in

the contlicting views that have been expressed with regard to

the ushehtis:

representing them as portraits of their deeeased owners, the

Egyptians themselves
nature.

were responsible
it

for

a

misapprehension of their real

On

this

view

would appear that the statuettes here discussed are
their true origin

themselves
later

ushebtis in
is

which the incongruity between

and the

misconception
is

emphasised to the utmost: and that they were regarded
the fact that the regulär ushehti formulae are written at

as such

shown by

length on the Statuette of Ptahmose*.

This hypothesis agrees well with ends with the Middle Kingdom

the

notions to be gained

from other

sources as to the evolution of Egyptian religious ideas.
:

The formative period
to

until then the rites
literally,

were generally understood,

and the
them.

religious

texts

were interpreted
the

and practice conformed

Book of the Dead has passed into the hands of the commentators, whose labours did not always make in the direction of clearness. He who desires to grasp the meaning of the 17th chapter will
Before
the
')

New Kingdom

AZ. 32 (1894),
tlie

p. 116.

The

difference

between Borchardt's theory and
portraits

my own

is

this.

For Borchardt the

ushebli -ügaves,

being

of the deeeased

person whose

name

they bear, are

material expression of a clearli/-conceiver/ and original helief that these Substitutes

of that person could be compelled by magical means to perform menial Services for his

mummy.

On my
ception

view, the ushebli - figures are a hybrid product: they arise from, and are inexpHcable except

in relation to, tlie earlier servant -figures:
i)as
I

but at the same time a secondari/ and contradictory conin
,

caused

them

to

be fashioned

the likeness of their lord.

It

is

of course possible,

though

can see no direct evidence for

this

that the Egyptians at a late date conceived the •ushebü-

figures as really
^)

imbued with the personality of their owner. Sammlung des Museums Westreenianum im Haag, j). "25 and again

in the Vorwort.

')

AZ. 42

(1905), p. 81.
*)

The Word

'

[°^

on the Statuette of Tluitmose

is

also a j)roof of this.

1906.]

A. H. Gardiner:

A

Statuette of the Higli Priest of

Memphis, Ptahmose.

59
with

certainly not seek

aitl

from

tlie

Egyptian scholia.

It

will not be otherwise

the ushebti-ügures: at times, as wlien they are furnished with basket and mattock, or depicted grinding

com

,

a dim recolloction of their true import was doubtless

present: but at the same instant they are conceived also as portraituros of their
possessors.

Whatever

sistency cannot

we may attribute to the Egyptians, be counted among them. c/, dP^^XX^, /a^.-'^-' /^
virtues
Postscript.

a rigid con-

This
note

article
v.

was already

in

print

when Schäfer

called

my
its

attention to a

by

Bissing

{Denkmal, ägypt. Sculptur, Text to no. 40,

note 15), which

places the relationship of the ushehtis to the servant-figures in
further suggests to
I

proper

light,

and

.

me

that

I

have not done

füll justice to

Borchardt's researches.

am

therefore compelled to restate
1.

my

views in a slightly modified form.

In the Old

Kingdom

the prevalent opinion was that the menial labours

of the household and estates of the deceased would be performed for him, in
the other world, by bis
ual
fore

own

serA'^ants:

their statuettes, bearing their individ-

names and representing them in their characteristic functions, were thereOn these servant-figures, buried in the tomb together with their lord.
ÄZ. 35 (1897)
p.

see BoRCHARDT,
2.

119

folL

Before the Middle

Kingdom another and

contrary view had arisen, actoil

cording to Avhich the dead

man

himself would be called upon to

in the

life

beyond the tomb. In order

to defeat this imposition,

modeis of the

the earliest ushehtis or siü/ö^Z-figures

mummy

were now placed within the tomb,-*^
bear,

and impersonated the dead man whose iiame they

when

the call to workl

was heard. To these
figures,

figures the

6th chapter belongs, and not to the servant-

This

is
is

Borchardt's view {AZ. 32 [1894], p. 116) unmodified, so far
concerned.

as the
3.

M. K.

After the Middle

Kingdom, the
cease
to

servant-figures, which

had persisted
N. K. as

beside the real
^y6^«-figures,

5iüy6^/- figures,

be found, and are absorbed into the

so that a confusion of ideas arises.

Even

late in the

in the passages

quoted by Spiegelberg and Boeser these are occasionally thought

to represent the servants of the deceased,

and not the deceased himself;
in

this
dis-

conception

is

particularly clear where,
article,

as

the

case

of the
is

statuettes

cussed in

my

the attitude of the old servant-figures

preserved.

At

the same time the ushehtis were imagined to represent the dead

man
(as

himself,

\

as

is

clear

from their portraiture, garments, and other attributes; the High Priest

of Ptah wears his panther-skin and side-lock, and the king too,
teils

Borchardt

me),
It

is

represented in his regal
to

attire.
if

would perhaps conduce

clearness,

the earliest Totenfiguren men-

tioned above in 2 were henceforth to be called iwihti- or shawabti-^gnTes, and

the corrupted

name

ushehtis restricted to the

hybrid figures

(3)

of later times.

60

D.

Krencker

u.

H. Schäfer: Eine neue Art altägyptischer Riegelschlösser.

[43.

Band.

Eine neue Art altägyptischer Riegelschlösser.

Von Daniel Krencker und Heinrich
Mit 17 Abbildungen.

Schäfer.

Jit4ffi'!'i^*^^'M*>ffl''ii'''''*^^

iiirfij^iii^S^i'l}ll]^:<^.^l)n:)')l:f|s:)]Jiigli:

In der Berliner ägyptischen Sammlung befindet
Gerät,

sich seit

75 Jahren das hölzerne

das

die

obige Abbildung wiedergibt.

Es stammt aus der Sammlung

Passalacqua und trägt die

Nummer

473B.

Im

ausführlichen Verzeichnis von

1899

ist es als

oberes

Ende

eines Stabes erklärt.

Daran

ist

vor allem die Auf-

schrift

schuld,

die ganz

ähnlich

auf wirklichen Stabgriffen vorkommt'.

Nun

steht aber in den

Worten
er

nichts weiter, als daß
in

dem

Besitzer,

dem

Schreiber Mh,

gewünscht wird, daß

Theben

ein

hohes Alter erreiche und daß ihm,
in der

wenn
zuteil

er hochbetagt sein

Leben beschließe, ein schönes Begräbnis
gestehen,

Nekropole

werde.

Man muß

daß diese Aufschrift zu jedem beUebigen
Stockgriff"

Gerät paßt.
Die Gestalt des Stückes hat mir von jeher die Erklärung
als

bedenklich erscheinen lassen, da nicht einzusehen war, wie es bei seiner Einrichtung
als Griff

auf einem Stock befestigt gewesen sein

sollte.

Die sicheren

Stockgriffe

(Berlin

4721

und 10602) haben
ist

eine

ganz andere Konstruktion.
uns in diesen Tagen die
Hr. Regierungs-

Trotz aller

Bemühungen

es

mir aber niemals gelungen, eine einleuchtende

Erklärung für das rätselhafte Holz zu finden.

Nun

ist

an Ursprung und Inhalt ganz überraschende Lösung gekommen.

baumeister Krencker sprach nach der Rückkehr aus Abessinien Erman von einem

merkwürdigen Türverschluß,

den er auf seiner Reise bemerkt habe.

Erman

äußerte die Vermutung, daß sich vielleicht auch ägyptisch etwas Ahnliches nach-

weisen ließe, und in der Tat war mir, sobald ich die Skizzen und das Modell
des Schlosses aus Abessinien sah
griff die richtige
,

klar,

daß damit für den angeblichen Stockist

Deutung gefunden war: Es
Monumenten

ein

»Schlüssel«.

^)

Vgl. Berlin 4721 und Leiden,

Burgerl. Lev. Taf. 55 Nr. 84 und 87.

1906.]

D. Krencker

u.

H. Schäfer: Eine neue Art altägyptischer Riegelschlösser.

61

Wir Ägyptologen können Hrn. Krencker nur
vorrichtung wieder lebendig gemacht hat.

äußerst dankbar dafür sein,

daß uns seine Umsicht und Sorgfalt eine so interessante altägyptische Schließ-

Denn man kann

getrost sagen,
lösen.

daß

es

ohne die moderne Parallele niemals gelungen wäre, das Rätsel zu
hätte es gewiß als Phantasterei abgelehnt,

Man

wenn

es wirklich

jemand

eingefallen

wäre, aus

dem angeblichen

Stockgriff einen so wunderlichen Verschluß zu reist,

konstruieren.

So sinnreich übrigens diese Vorrichtung
die Sicherheit also sehr gering war.

scheint sie doch den

Nachteil zu haben, daß jedes Schloß mit jedem beliebigen »Schlüssel« geöffnet

werden konnte,

Man wird nun
Wir
angehört.

die

ägyptischen

Sammlungen nach

diesen

unscheinbaren

Resten durchmustern müssen.
besitzen in Berlin noch

einen

solchen Schlüssel,

der in Eschmunen
Zeit

von Dr. 0. Rubensohn gefunden Er
ist

ist,

und wohl der griechisch-römischen
wie der

von Krencker unter Nr. 2b besprochen.

Der oben abgebildete
des Besitzers und der

Schlüssel (bei Krencker Nr. 2a) gehört,
Stil

Name

der Inschriften zeigt, der 18. oder 19. Dynastie an und stammt gewiß aus
in das er

einem Grabe,
ist.

dem Toten

als

häufig gebrauchtes Gerät

mitgegeben

Vielleicht sind uns aber sogar auch aus

dem

mittleren Reiche einige Stücke

erhalten.

Wenigstens sehen die bei Petrie, Kahun, Gurob, Hawära Taf. IX
abgebildeten Geräte
aus

unter Nr. 13
ähnlich.
sein

Kahun unseren

Schlüsseln

verdächtig

Allerdings könnte dann die PETRiEsche Zeichnung nicht ganz
die

genau
In

und

Bohrungen am unteren Ende wiederzugeben vergessen haben.

uralte Zeit ginge diese verzwickte Schloßeinrichtung zurück,

wenn

sich die

Erman ausgesprochene Vermutung
einen

bestätigte,

daß

eins der Zeichen für

von Wächter

Mann darstellt, der einen solchen »Schlüssel« auf den Knieen hält. Eine genaue Sammlung der betreffenden Zeichenformen wäre also auch für diese
Frage ebenso wichtig wie für die von Gardiner, ÄZ. 42
S.

116

f.,

behandelte.

Heinrich Schäfer.

Bei Gelegenheit des Aufenthaltes in

Aksum

als

Mitglied der dahin entsandten

wissenschaftlichen Expedition zur Erforschung der alten Denkmäler machte ich
in

diesem Frühjahr

durch Zufall

die

Entdeckung

eines

sehr

eigentümlichen

Riegelschlosses.

Als ich eines Tages in einer dortigen altchristlichen

Grabkammer

die Riegelspuren einer

Auf meine Frage
Riegel im Inneren

Tür untersuchte, beobachtete mich ein abessinischer Greis. hin, ob es in Abessinien jetzt noch Türen gäbe, wo der
sitzt,

und

die

doch von außen geöffnet werden, lud er mich

nach seinem Hause
verschluß zeigte.

ein,

wo

er

mir einen nach diesem Prinzip gebauten Riegel-

Die Eigenart des Verschlusses schien mir ethnologisch so wertvoll, daß ich

mir von dem Alten eine getreue Nachbildung machen

ließ

,

die sich jetzt in der

62

D. Krencker

u.

H. Schäfer: Eine neue Art altägyptischer Riegelschlösser.

[43.

Band.

Ägyptischen Abteilung der Kgl. Museen zu Berlin befindet.
plizierten

Von dem koman Ort und Stelle

Mechanismus

fertigte

ich

in

allen

seinen Stadien

Skizzen an, die den hier beigegebenen Textillustrationen zugrunde liegen.
Dieses Schloß

mag wohl noch

sonst hier

und da
in

in

Abessinien vorkommen;

während unseres viermonatlichen Aufenthaltes
dere dieser Art nicht zu Gesicht.

Nordabessinien kamen uns an-

1.

Schilderung des Schlosses.

a.

Das Verriegeln der Tür. Von außen
(Fig. 1).

Die Tür, eine Angeltür, schlägt nach innen auf.

sieht

man

bloß ein 3

cm im Durchmesser messendes rundes Loch

*!<i>.

.

Tv RGRN/N 1^1^ IV

Der Verschluß geschieht innen durch einen Riegel
Laibung der Türwand heraus sich vorschiebt
(vgl.

(Fig. 2),

der aus der
3).

den Grundriß Fig.
a,

Der Riegel

R

bewegt

sich

in

einem durchlöcherten Holzblock
sich

der in

der Laibung festliegt.

In der

Mauer befindet

für

den zurückzuschiebenden
entsprechender Hohl-

R3^-

Riegel ein seiner Länge

raum

h,

dessen

rechtzeitiges

Ende

ein

voll-

ständiges Hineinschieben und das Verlieren des
Gt( C/Tn.

T^ieceLHoc^.

Riegels verhindert.

Gegen das Herausfallen aus dem Holz a
trägt der Riegel
zeigt das

am Ende
für diesen).

eine

Verdickung und einen Querstift

(Fig.

4

Loch

Die Größenverhältnisse ergeben sich aus den Skizzen.

Der Holzriegel wird mittels

eines

dünnen Riemens

r,

der

am äußeren

Ende des Holzes

befestigt

ist

und von da

(vgl. Fig. 2 u. 3)

durch das runde

Loch der Tür nach außen geht, von außen durch einfaches Ziehen an dem

Riemen vorgeschoben. Ist der Riegel vorgeschoben, so hängt (Fig. 1) der Riemen auf der Außenseite der Tür aus dem runden Loche heraus.

1906.]

D.

Krencker

u.

H. Schäfer: Eine neue Art altägyptischer Riegelschlösser.

63
der

Fällt dieser

Riemen

absiclitlich

oder unabsiclitlicli nacli

dem Verschluß

Tür nach innen, so muß er, wenn die Tür geöffnet werden soll, mittels eines Hakens wieder hervorgeholt werden. Diese Manipulation ist mir leider entgangen. Charakteristisch ist die Art der Befestigung des Riemens am Riegelende.
Damit
er

aus der Mitte

der gerade abgeschnittenen Vorderfläche des Holzes

heraustritt, trägt das Holz seitlich eine

Kerbe

(Fig. 4),

nach dieser hin
hält.

ist

ein

Loch gebohrt.

In der

Kerbe

liegt der

Knoten, der den Riemen

b.

Das Öffnen der Tür.
(Fig. 1).

Der Riegel

soll

von außen wieder zurückgeschoben werden
der Konstruktion
ein,

Hier setzt das Charakteristische
Schlüssel, dessen Gestalt Fig. 5 zeigt:

ein

eigenartiger

Das 26 cm lange, 2 cm dicke runde Holz (der Schlüssel) trägt an dem Dieser ist am Holze in einer Kerbe einen Ende {x) einen dünnen Riemen s.
mit

einem Knoten

genau

so

bel(o
<J/»*V

festigt,

wie es oben beim Riegelist.

riemen geschildert
Schlüsselriemens
s

Am Ende des
eine
die

ist

runde
etwas

Lederscheibe befestigt, größer
ist

als

das runde Türloch.

Diese Scheibe verhindert,

da der

Schlüssel zwecks Öffnens der

muß,

bei

Am

Tür durch das Loch nach innen geschoben werden Unachtsamkeit das Hineinfallen und den Verlust des Schlüssels. anderen Ende {y) trägt der Schlüssel ebenfalls eine Kerbe mit einem

.von ihr aus nach

dem Ende führenden Loche.

T^K

'//////////A

v//////

////m i

,.-..

^

1

Es

sei

der Mechanismus des öffnens geschildert:
,

Schlüssel daran vorgeschoben, durch das Loch der

Außen wird durch das Schlüsselende y der Riegelriemen r gezogen der Tür durchgesteckt (Fig. 6),
7).

weitergeschoben, bis er nach innen herabfallt (Fig.

Die öffnende Person
s,

hat jetzt zwei Riemenenden in den Händen, in der rechten den Schlüsselriemen
in

der linken den Riegelriemen

r.

64

D.

Krencker

u.

H. Schäfer: Eine neue Art altägyptischer Riegelschlösser.

[43.

Band.

Durch Ziehen an
nähergebracht
(Fig. 8).
,

r

wird der Schlüssel mit seinem Ende y

dem Riegelkopf
allmählich das

Durch gleichzeitiges Ziehen an
geführt durch den Riemen
r,

s legt sich

Ende y des

Schlüssels

immer mehr gegen den Riegel

Fiq.-Ii.

(Fig. 9).

Schließlich

stemmt
.<r,

sich der Schlüssel horizontal

gegen den Riegel.
r,

Bei

kräftigem Ziehen an

durch gleichzeitiges langsames Nachlassen von
Die Tür
ist

schiebt

der Schlüssel den Riegel zurück.

geöffnet.

Fig. 11 gibt den

dem

der Riegel zurückgeschoben
hat.

Moment, in ist, und von
Öffnet
die

außen das Ziehen aufgehört
die Tür, so hat
sich

man

man, solange

Riemen

noch nicht aus ihren Verbindungen ge-

schoben haben, von innen den Anblick, den
Fig.
1

2 zeigt.

Bei weiterem Öffnen der

Tür

gleitet r

aus

dem Türloch und
s
fällt

fällt

zum Riegel
ab.

zurück,

der Schlüssel

von ihm

Der Tür-

wächter kann seinen Hausschlüssel wieder

durch das Loch zurückschieben und verwahrt
ihn bis zur Zeit,

wo

er wieder öffnen

muß.

Zum Schließen war der Schlüssel ja nicht nötig.

2.

Altägyptische Schlüssel.
hat, finden sich Schlüssel zu dieser Schloßkonstruk-

Wie Schäfer bemerkt
hier

tion schon in altägj^ptischer Zeit.

Ich bespreche die mir nachgewiesenen Schlüssel

von der technischen

Seite:

19()().l

D.

Krencker

II.

IL Schäfer: Eine neue Art altägyptischer Riegelschlösser.

65

a)

Berlin

473B

(Fig.

13

und

dio

Abbildung zu Beginn des Aufsatzes).

L.

21,5 cm, Dm.

1,6 cm.

Beiderseits trägt er eine in der Längsaxe bis zu je

einer

Kerbe hin reichende runde Durchbohrung von 4
In

mm
das

Dm. zum Einführen
erlialtene

von Schnüren.
ende
der
aus

dem
ge-

einen

Ende

(.x)

steckt

noch

Knoten-

Hanf
zeigt

drehten

Schlüsselschnur.
/jj

c^^»

,.

p,v, i:*
^^rr

^

Das Ende y genau die Bearbeitun»- des
in

^^5

^^
Fij.i^.

>,

^-^^
\^!;*^'^

^'''^'"'^''^^'''"''""''"''''^^^^^

Aksuni

gefundenen

Schlüssels, das

Loch mit
(t\
-C

der

Kerbe

zum Durch-

^^pe «. "^^^-^

er«oe x.

~~
77ZI,
i7,5<i*»v.

„„„,„„„„„«73

zielien

der Riegelschnur.

>

Zeit:

Neues Reich.
b)

Berlin

17749

(Fig. 14).

L. 27,3

cm. Dm. 1,3 cm.

Die Enden sind ver-

Das Ende y diente zum Durchschieben der Riegelschnur, es ist analog dem des vorigen Schlüssels gearbeitet. Das Holz ist über der Kerbe etwas verschieden.
letzt.

Am

Ende x

diente

zum

Befestigen der Schlüsselschnur bloß eine einfache
die Schlüsselschnur genügte diese Art der Begestaltet

quergeführte Durchbohrung.
festigung, für die sichere
sein.
c)

Für

Wirksamkeit mußte das Ende y aber anders
(?).

Zeit:

griechisch-römisch
in

Leiden,

Leemans, Monum.

II

Taf.
ist

CCLI Nr. 645

(Fig.

15

ist

nach

der Abbildung bei Leemans gezeichnet).

Es

vermutlich ebenfalls ein Schlüssel
ersichtlich ist,

wie die obigen, wenn auch
durchbohrt sind.

in der

Zeichnung nicht

ob die Enden

wohl anzunehmen.

Doch ist das Das rechte
den vorge|

^3
r^m

'^•

Ende

stimmt

mit

f^

j
1

nannten Schlüsseln überein. Die
linke Seite

,

muß
durch

verzeichnet sein.
F.3.IS-

Die Kerbe kann nicht, wie der
Zeichner

den

Schatten

andeutet, nach der Mitte des Stabes führen, nach dorthin hat eine Durchbohrung
fiir

eine Schnur keinen Zweck, die

Kerbe
Zeit:

muß andersherum

liegen.

Fig. 15a!

ist

vermutlich die richtige Form.

unbekannt.

Es
Berliner,

unterliegt

keinem Zweifel, daß diese Hölzer, vor allem die beiden vollkommen mit dem in Aksum gefundenen Holzschlüssel überein-

sitmmen.
ist,

Da

aber gerade dieser Schlüssel das Charakteristische des Schlosses

so dürfte ein bisher unbekanntes altägyptisches Schloß durch diesen
sein.

Fund

nachgewiesen

Daniel Krencker.

Zeitschr.

f.

Ägypt. Spr.,

43.

Band.

1906.

66

Heinrich Schäfer: Die Entstehung einiger Muinienainulette.

[43.

Band.

Die Entstehung einiger Mumienamulette.

Von Heinrich
Uie

Schäfer.

Zahl

der in unseren
ist

stammen,
erstaunlich

fast

Sammlungen erhaltenen Amulette, die von Mumien unendlich, und die Zahl der unter ihnen vertretenen Formen
Ich
zähle an der

groß.

Hand

des

»Ausführlichen Verzeichnisses«

der Berliner ägyptischen Altertümer die wichtigsten

Typen

in

der folgenden

Reihe auf, die sich gewiß mit Leichtigkeit noch verlängern

ließe:

Es scheint auf den ersten Blick hoflnungslos, darüber nachzudenken, durch
welche Gedankengänge diese sonderbaren Dinge wohl zu Amuletten für den

Toten geworden
überliefern,
ist,

sind.

Was

die

Ägypter

selbst

uns darüber

in

ihren Texten

wie Erman' mit Recht sagt, für unseren Zweck unbrauchbar,

da es zu deutlich aus einer Zeit stammt, die sich selbst nicht mehr über die
ursprüngliche Bedeutung der Amulette klar war.
die bekannten Kapitel des Totenbuchs.

Dahin gehören unter anderm
es

Trotzdem aber scheint

mir möglich,

wenigstens für einen großen Teil der Liste zu einem Verständnis zu kommen.

Für

ein

paar der klarsten Typen hat

man

sogar schon längst die richtige Er-

klärung gegeben, ohne daß

man

die nötigen

Folgerungen daraus gezogen hat.
sie

So sagt Erman" von den kleinen Kopfstützchen, daß
einen sanften Schlaf gesichert haben mögen.

wohl dem Toten

Glücklicher aber scheint mir doch

Masperos Formulierung desselben Gedankens': »the head-rests were presented
to the defunct in

a peaceful slumber«.

Amulett die

place of wooden head-rests, in order that he might enjoy Das Fördernde darin ist der Hinweis darauf, daß dieses hölzerne große Kopfstütze ersetzen soll. Erst darin liegt der
der meisten der Amulette des Toten.
ein

Schlüssel für das Verständnis

So hat

denn auch Maspero schon für
gezogen,

weiteres Stück, die Troddel A, den Schluß
solle.

daß

es das

entsprechende große Schmuckstück ersetzen

Aber

auch Maspero noch zahlt dem späteren ägyptischen Mystizismus seinen Tribut
in

den Sätzen, die er an seine Erklärungen anhängt.
1)

Religion S. 144.

-)

Religion S. 146.

^)

Guide

to the Cairo

Museum

1903, S. 277.

In Ansätzen auch schon in

dem

ältesten französischen

Guide von Bulaq.

1906.]

Heinrich Sciiäfkr:

Die Entstehung einiger Miuiiienauinlette.

67
die Bilder

Weiter werden wir

erst gefiihrt,

wenn wir daran denken, daß

der beiden bisher besprochenen Dinge, Kopfstütze und Troddel, schon in weit
älterer Zeit fast stets in der

Nähe der Toten zu

finden sind; ich denke an die

Friese von Gerätdarstellungen, die das Innere der Särge des mittleren Reiches

zu schmücken pflegen.

Ist

unsere Aufmerksamkeit erst einmal in dieser Ver-

bindung auf jene Friese gelenkt, so werden wir dort sofort noch zu weiteren
Amulettformen die Urbilder
der Schlangenkopf
[|^

entdecken.

Wir

finden
(89),

da:

•¥-

(113),

'j

(B16),
die
in

(82),

^(486),

^ (481),

|

tin

(126), wobei
in

Klammern

beigesetzten

Zahlen sich auf die Tafeln 30

— 54

Lacaus Sarco-

phages anterieures au nouvel empire beziehen.

Nun
als

hat uns gerade diese vortreffliche Zusammenstellung Lacaus noch klarer,

wir es schon vorher wußten, gezeigt, daß jene Bilder des mittleren Reiches'

nicht eine unabänderliche feste Reihe darstellen.

Nur

die

Gruppen im ganzen

kehren

stets

wieder.

Im einzelnen aber kann uns jeder neu auftretende Sarg

ein neues Gerät zeigen.

formen, die sich

Wir haben also ein Recht, auch solche der Amulettohne Zwang in den Ideenkreis der Sargbilder einreihen, auf
ohne daß
sie bis jetzt

dieselbe Quelle zurückzuführen,

dort genau so vorkämen.
[p"

So fügen

sich die

Setzwage

/j\

und das Winkelmaß

ohne weiteres an die
an.'

bekannte Gruppe der Werkzeuge, Säge, Beil, Bohrer, Poliersteine, Dächsei,

Daß das W, das Gegengewicht der Perlenhalskragen, nur
besprochenen Troddel Q
rTTTi

eine Abart der

oben

ist,

leuchtet ein.
sie

Die bisher besprochenen Amulette hatten das Gute, daß der Gegenstände,
auf die
sie

die Gestalt

zurückgehen, im ganzen unversehrt, höchstens

mit geringen Veränderungen, bew^ahrt haben.

Aber nicht

bei allen ist uns die

Sache so leicht gemacht.
Verkleidung hindurch
die

Manchmal können wir nur wie durch
ursprüngliche wahre Gestalt erkennen.

eine spätere

Besonders
)

charakteristisch sind dafür die folgenden drei Amulette: die Doppelfeder

(,

die

Treppe
1.
,

^,
Daß

das Zeichen für »vereinigen«
die
als

X.
die mit

eine

Form der

Doppelfeder,

überhängenden Köpfen

nichts

ist

das

ffl

bekannte fischschwanzförmige vorgeschichtliche Feuerich

steingerät',

hat, wie
S. 38).

sehe,

schon Petrie gezeigt (Abydos

I,

S.

24, und

Abydos

II,

Er hat auch schon bemerkt, daß dieses Feuersteingerät das

ist. An den Veränderungen, die das «^ Determinativ dieses Wortes im Laufe der Zeit erlitten hat, läßt sich der Über-

aus den Opferlisten bekannte

^

gang von

^

zur Doppelfeder deutlich erkennen.
z.

Auch

in

den Särgen des m. R.

hat das pss-kf seine Stelle; so findet es sich
^)

B. im äußeren Sarge des Ber-

übrigens

sollte

man aufhören, jene
in

Feuersteingeräte

zu bezeichnen.
als

Nach seinem Vorkommen

als Dolche oder gar Lanzenspitzen den Opferlisten wird man sie vielmehr wohl eher

das Tischmesser der Urägj^pter bezeichnen können.

Später

ist

es

eins

der Geräte,

die zur

Zeremonie des wp-ri dienen.
9*

68
liner

Heinrich Schäfer

:

Die Entstehung einiger Mumienamulette.

[43.

Band.

Mentuhoteps

(Mitt. Orient.

Samml.

VIII, Taf. IV) in einer schon stark ent-

stellten
2.

Form\
Die rätselhafte Treppe

^ hat ganz
als

gewiß ursprünglich nichts mit einer
hwdt
B. Urk. d. ägypt. Altert.

Treppe zu tun, sondern geht auf den treppenförmigen tragbaren Thronsessel
zurück, dessen

Name

uns aus den Texten
ist

(z.

I,

43)

bekannt

ist.

Bei Lacau

er nicht vertreten,

um

so besser aber in den

von

der Deutschen Orientgesellschaft beim Totentempel des Ne-user-re in Abusir

gefundenen Särgen.
3.

Er

zeigt dort die folgende

Form

Am

meisten Neigung zu rein symbolischen Deutungen wird

man

bei
s?n/

dem Amulett
»vereinigen«
nicht.

Y haben,
nehmen

das

man

gern wird einfach für das Schriftzeichen

wollen.
in

Aber auch hier versagt unsere Deutungsmethode
den Särgen findet sich ein sm^ genanntes Gerät

Unter den Bildern

dieser

Form, aber unbekannter Bestimmung, mitten unter Stöcken und Zeptern
wenig anders.
Unter den Geräten

(Lacau, S. 185 Nr. 104).
Vielleicht aber liegt die Sache noch ein
in

den Särgen wird wiederholt eins abgebildet, das die Form des Zeichens

T

hat, nur daß

von dem einen der beiden Flügel eine Art Tülle ausgeht, Lacau 88.
J
(]

Nach den

Beischriften heißt das Gerät

«h

Was

es eigentlich vorstellt, lehrt

die Beischrift Lacan, S.112:

^^^lllM?f 1^1 »Waschen

der Füße des Königs

von Oberägypten, Waschen der Füße des Königs von Unterägypten.« Danach kann dieses Gerät nur ein Gefäß sein. In der Tat finden wir in den Festdarstellungen
des Sonnenheiligtums des Ne-user-re öfter die
eines

Fußwaschung unter Benutzung
hilft

gleichen

Gefäßes

dargestellt.

Noch weiter
U

eine
'

bisher nicht ver^*

standene Stelle aus der Londoner Inschrift des

_ZI

v1
I

Dieser sagt

I

O^

^A^^AA

war der ^mr mit dem b^j des Königs am Fest der Jahre, unter dem Könige Amenemhet III.« Daß hier dasselbe Gefäß gemeint ist wie mit dem bj in dem Sarge des m. R. und dem Gefäfs im Relief aus Abu-Guräb, wird endgültig dadurch bewiesen, daß auch in Abu-Guräb gerade ein smr mit dem besprochenen Gefäß den König wäscht. Wir haben also zwei Möglichkeiten für die Deutung des Amulettes Y^.
»Ich

Auf

ähnliche Weise wie bei diesen dreien,

dem

|

i,

^

und X, mag

sich

auch noch für eins oder das andere der übrigen Amulette später die Urform

nachweisen lassen.
der

So scheint
sie

es

mir unzweifelhaft, daß die Halskragenamulette
,

Form
^)

^^

,

soweit

Mumienamulette sind
ist,
ist

auf die in vielen Typen in
II,
6.

Was
In

dazu im Text gesagt
des

vmrichtig.

^)

Sharpe

^)

der Gestaltung

smf genannten unbekannten Gerätes und des &/- Gefäßes

liegt

natürlich

irgendeine Symbolik.

Wir können

diese aber hier beiseite lassen,

denn hier kommt es

uns nur darauf an, zu zeigen, daß es reale Geräte der

Form

1906.]

Heinrich Schäfer: Die Entstehung einiger Mumienamulette.

69

den Särgen des m. R. vertretenen Perlenkragen (Lacau 426) zurückgehen, wenn auch die Form durch Anknüpfung an andere Gedankenreihen verändert ist. In
einem der Särge aus Abusir erscheint auch das
eben eigentlich wirkliche Gebrauchsgegenstände.

Ä

neben dem

¥-.

Beide sind

Uns kann

es vorläufig

genügen,

daß wir von 34 Amuletten 17 oder, wie wir gleich sehen werden, 19 auf den Gedankenkreis zurückführen können, den der Gerätefries der Särge des m. R.
darstellt.

Auch

die Bilder

dieses

Gerätefrieses

haben da,

wo

sie

uns zum ersten

Male entgegentreten, schon eine Geschichte hinter

sich.

Deutlich sehen wir,

daß schon damals den Zeichnern die Natur der Dinge, die sie malten, oft Aber doch hat wohl noch niemand daran gerecht wenig klar gewesen ist.
zweifelt,

daß dieser Gerätefries die

reale

Grabausrüstung des Toten, die Waft'en,

Kleidungsstücke, Musikinstrumente, Werkzeuge usw., die
seits

dem Toten im
ist

Jen-

zur

Hand

sein

sollen,

zu ersetzen bestimmt

ist.

Das

also auch

der

ursprüngliche Sinn des
sich
in

Stammes der späteren Menge von Amuletten. So fügen
L/Vl|

zwei weitere der Amulettformen, die Opfertafel
ein.

und der Obelisk

||,

den Kreis

Man gab
sehen.

ursprünglich diese Dinge

dem Toten

wirklich in natürlicher Größe

mit, wie wir das

z. B. in de Morgans Funden aus Dahschur und vielen anderen Noch gewisse Darstellungen in Gräbern des n. R., für die hier nur das Grab des Har-em-hab genannt sein mag (Wilkinson, Manners 1841, Supplem.

Taf. 83), zeigen, wie ganz die gleichen großen Gegenstände

zum Grabe getragen

werden.

Die Verbindung zwischen diesen großen Geräten und den winzigen

Amuletten geben interessante kleine, aus Holz geschnitzte Ersatzstücke im Berliner

Museum,

die

nur etwa 10 cm lang sind
sich

(vgl.

Ausf. Verz. 1899, S. 227).
die keine oder nicht
viele

Schon früh gesellen

zu diesem

Stamm Dinge,
Das
jj

mehr
dere

reine Gebrauchsgegenstände darstellen.

und das w und
anderen

an-

der

im Anfang aufgezählten

Amulette verdanken

Gedanken-

kreisen ihr Dasein.
lich

besonders die

Auch von den alten wirklichen Geräten wird man schließgepflegt und im Laufe der Zeit immer mehr bevorzugt haben,
in der Art,

an die sich irgendein mystischer Nebensinn anknüpfen ließ
es in

wie wir

Von manchen der Dinge in den Gerätefriesen wird schon das m. R. nicht mehr gewußt haben, wozu sie ursprünglich Gewiß mit Recht nimmt man an, daß an die Setzwage und das dienten. Winkelmaß leichtbegreifliche Gedanken an Gerechtigkeit usw. geknüpft waren. Daß auch die Formen der Gegenstände unter dem Schwinden des klaren Verständnisses gelitten haben, ist kaum wunderbar. Das haben wir schon für die Bilder aus dem m. R., z. B. das pss-Jcf, hervorgehoben. Doch wir sind noch nicht am Ende. Wir haben die Amulettformen der
jenen Totenbuchkapiteln sehen.
Spätzeit
bis auf die Grabausrüstung der Privatleute des m. R. zurückgeführt. Sehen wir aber nun einmal die Gerätfriese dieser alten Särge auf ihren Inhalt

70

Heinuich Schäfer: Die Entstehung einiger Muinienamulette.

[43.

Band.

genauer an, so zeigt

es

sich

uns aufs deutlichste, daß die dargestellten Dinge
oder den Priester X. X. geeignet
sollen,

recht wenig für den »Hausvorsteher« N. N.
sind.

Wenn

wir unter den Geräten, die zur Verfügung des Toten stehen

die Kopftücher des Königs, seine Kronen, seinen Schurz, seine Schlangen

Zepter finden,

sowie jenes Gefäß,
ist,

das

ausdrücklich

und zum Waschen der Füße
so ist es klar, daß die

des Königs bestimmt

und

vieles andere ähnliche,

Bilder in den Särgen des m. R. eigentlich die Grabausrüstung des Königs dargestellt haben.

Es

ist

damit gegangen wie mit manchen anderen Dingen.

Wie

nach einer Vermutung Setiies ursprünglich nur der König mit Osiris

identifiziert

worden
vielleicht

ist,

wie

die

sogenannten Pyramidentexte und viele andere Formeln,
nur auf den toten wie die Prunkscheintür und gewiß auch beSterblichen zuteil geworden

auch die große sogenannte Opferliste, eigentlich
sollten,

König angewendet werden
alles

stimmte Sargformen anfangs dem Könige eigentümlich gewesen sind, wie das
aber schließlich auch

dem ärmsten

ist,

so ist

gekommen, daß schließlich auf der Mumie des einfachen Mannes die Dinge, die man dem toten König ins Grab zu legen pflegte, zu finden sind, sogar die Kronen der beiden Länder, wenn auch alles schließlich zu Amuletten umgees

deutet wurde.

Die

Ausbildung des Osirisglaubens

hat

diese

gleichformende

Entwicklung veranlaßt und ermöglicht, nach welcher nun im Grunde der König

im Tode vor dem geringsten seiner Untertanen nichts voraus

hat.

Altägyptische Greldgewichte.

Von Heinrich
Unter den uns
erlialtenen altägyptisclien
,

Schäfer.

Gewichten gibt

es

bekanntlich viele

mit Bezeichnungen wie
Metrologie begnügt
für
»die

*^

,
,

i

i

i

usw.

In

den älteren Arbeiten über ägyptische

man

sich

damit, das Zeichen

O

einfach als einen
es

Ausdruck

Einheit«

aufzufassen,
tritt

ohne

sich

zu fragen, was

denn eigentlich
seinem Auf-

darstellt.

Erst (iRiFFixn

dieser Frage näher,

indem

er es in

satze

Proc. SBx\ 15, S. 315

als

Darstellung eines Ringes erklärt.

Das

ist

ein

großer Fortschritt gegenüber der alten Anschauung.
Avird dabei nocl» nicht das entscheidende

Aber auch von Griffith
das meines Erachtens

Wort gesprochen,
als

nötig

ist,

um

uns das richtige Verständnis dieser
das

Gewichte zu erschließen.

Auch

Griffith faßt

O

im Grunde noch immer nur
möglichen Dinge dienten.

bloße Bezeichnung einer

Gewichtseinheit und denkt offenbar, daß die Gewichte mit solchen Bezeichnun-

gen zum Wägen

aller

Das

ist

aber gewiß nicht richtig.

Wir wissen

aus Texten und Darstellungen längst, daß
Metall

man im

alten

Ägypten

dem noch unverwerteten

gern die Form von Ringen gab, wie es

am

1906.]

Heinrich Schäfer: Altägyptische Geldgewiclite.

71

oberen Nil noch bis über die Mitte dos vorigen Jahrhunderts hinaus geschah.

Aus mehreren Texten wissen wir
als

ferner,

daß solche Metallringe den alten Ägyptern

Geld gedient haben.
ilir

Da

diese Ringe natürlich noch keinen Stempel trugen,

der

Gewicht garantierte, also noch keine Münzen waren, so mußten
bei

Wage

dem die Geldringe verwendet wurden, eine große Rolle spielen, und zwar nicht nur, wenn Gold und Silber das Zahlungsmittel waren, sondern oft auch schon bei dem gewöhnlichen Kupfergelde. Was liegt nun näher als die Annahme, daß der rätselhafte Ring auf den
und Gewichte

jedem Geschäft,

bei

Gewichten, die uns hier beschäftigen, eben auf diese Verhältnisse zu beziehen
ist

und daß

in diesen

Gewichten ganz

speziell

»Geldgewichte« zum Nachwiegen

des Ringgeldes zu sehen sind.

So fände die Bezeichnung »3 Ringe«, »6 Ringe«

usw. ihre einfachste Erklärung, gegen die

kaum etwas einzuwenden

sein dürfte.

Da wir bekanntlich mehrere Gewichte mit der Bezeichnung nach Ringen
besitzen, die sicher noch in die Zeit des alten Reiches gehören, so hätten wir

mit dieser Erklärung eine für die Wirtschaftsgeschichte des alten Reiches einiger-

maßen wichtige Tatsache gewonnen. Es
nach Ringen,
deren Gewicht

scheint übrigens, als ob diese

Rechnung

bis in die Mitte des n.
sich

15 g herum gelegen zu haben scheint, nur R. gebräuchlich gewesen ist und als ob von da ab man
in dehen

um

gewöhnt, die Geldsummen nach ihrem Gewicht
Ich

anzugeben, das

vielleicht

einem ganz anderen Gewichtssystem angehört.

möchte diese Vermutungen hier nur aussprechen,

um

Fachgenossen,

die mit metrologischen

Fragen vertrauter sind, zur Prüfung anzuregen.

Eine Vase Amenophis'

III.

Von Paul Wrede.
JUas
folgendem mitgeteilte Vasenbruchstück wurde im Jahre 1867
in

in

Kairo

erworben und befindet sich im Besitz meiner Familie.

Nach der Inschrift handelt es sich um ein Weih geschenk, das Amenophis III. dem Tempel der Muth von Theben gestiftet hat. In der bandförmigen unteren Schriftreihe wird dem König
»die

Stärke

des

Seth«

ge-

schenkt.

Daraus, daß dieses
sicher
in

Inschriftband

der

Horizontalen die Vase umzog,
ließ sich letztere rekonstruie-

ren, wie in

den Zeichnungen
ist.

^

dargestellt

Es läßt

sich
In-

annehmen, daß außer den

72
Schriften, die

Paul Wrede: Eine Vase Amenophis'

III.

[43.

Band.

wohl

in gleicher

Weise

alle sieben

nach innen gerichteten Blätter
sich
hat.

bedeckten, und außer

dem

die größte

Ausladung betonenden Schriftband
Stückes
sind:
ein

noch auf dem unteren Teil der Vase weiterer ornamentaler Schmuck befunden
Die Farben des erhaltenen

lichtes

Kobaltblau für den Grund und

Weiß

für die Schriftzüge.

Die Bestimmung der Vase war wohl die, Blumen auf-

zunehmen, worauf die sieben Randauskerbungen schließen (Zum Vergleich seien hier die modernen Formen lassen.
von Blumenvasen herangezogen, die nicht
Randausbildungen zeigen.)
Dahingestellt
selten ähnliche

mag

bleiben, ob

das Gefäß einen abgeflachten Boden hatte, oder ob es, in

^^^M^=±.

einem Ständer aufgestellt, die auch
Die Technik der Vase
heit.

in der

Rekonstruktion
aufwies.

angenommene, nach unten zulaufende Rundform
ist

von außerordentlicher Feinist

Das Weiß der Inschriften
3

in

sauber gezogene,

rund

mm

tiefe

Rillen eingefügt, die

Ränder der Lappen
beträgt

umzieht ein
grat.

zierlicher,

nur wenig hervortretender Abschluß-

Der größte

Durchmesser der Vase
sich

26 cm.
des

Die Wandstärke

Aväclist

von der Spitze des Blattes an von
wieder unterhalb

10

auf Iß

mm

und verjüngt
sich nach

des größten Durchmessers.

Das Material der Vase
chemischen

ist

— soweit

dem Augenschein und

und physikalischen Tastversuchen

feststellen ließ

einigen

eine außer-

ordentlich harte porzellanartige Masse,
ist

die durch

und durch

lichtblau gefärbt
hat.

und noch einen gleichen intensiveren Farbüberzug erhalten
siel)

Die weiße

Masse der Schriftzüge zeigt
läßt

ein gleiches Gefüge, ist jedoch weicher als erstere.

Es

hiernach annehmen, daß die Vase zweimal gebrannt wurde, und daß die

Schriftfüllungen erst nach

dem

ersten Brennprozeß eingestrichen
z.

worden
v.

sind.

Ähnliche Stücke sind mitgeteilt
Denksteine
des
mittleren

B.

in

Lange und Schäfer, Grab- und
;

Reichs Taf. CVl
S.

Nr. 786

sowie von

Bissing

im

Recueil de travaux

XXVI,

178.

Die »Horuswege«.

Von Adolf Erman.
Sinuhe
als Greis

Is

nach Ägypten heimkehrt, sind die ^^^jrä
die
Stelle,

»die Horus-

wege« (Sinuhe 242) offenbar
betritt.

wo

er

den heimischen Boden zuerst
Offizier

Es
ist

muß

ferner dort

eine

Festung sein, denn ein

mit einer

Truppe

dort stationiert, der die Nachricht von Sinuhes Ankunft an den

Hof

1906.]

Aüoi.F

Erman: Die »Hoiiiswege«.

73

schickt.

Daß

es

irgendein
3*^"""

poste-frontiere

sein

müsse,

nimmt

aucli

Maspero

an (Contes populaires,

ed. S. 60), der aber auch

nichts Näheres über die

Lage weiß.

Und doch haben

wir eine positive Angabe über die Lage des Ortes, die nur
ist.

bisher übersehen worden

In der Osirislitanei

von Dendera werden im ersten

Satze stets zwei Ortsnamen angeführt, die ungefähr ein

und dasselbe bezeichnen,
99)
/

und

so lieißt es

denn

in

dem

einen Exemplare dieses Textes (im Osiriszimmer auf

dem Dach,

Mar., Dend. IV 75
in

= =

Dum., Geogr. Inschr.
des

I

7^ g*^H^^
^=^<c=>,X]S

ZarUj im Gaue
II

^^

Anfang

Ostens ^<.

Dafür hat nun das andere
II'

Exemplar (Mar., Dend.
/

39c?

Dum., Geogr. Inschr.
;

29)

''"*~^

Os

in

ZarUj in den ^^Horuswegen^^

es setzt also die

»Horuswege« dem

Gau von Zaru

gleich.

Zaru

ist

aber bekanntlich die große Grenzfestung* des neuen

Reichs, von der die Heere ausziehen und an der die Pharaonen bei der Heim-

kehr empfangen werden. Hier also liegen die »Horuswege«" des Sinuhe, und die dortige Festung,
deren

Kommandant zum Hofe
ist

sendet,

ist

gewiß dieselbe, die im neuen Reiche

Zaru heißt.

Nun

aber Zaru nach den treffenden Darlegungen Dümichens^ beim heuti-

gen Ismailije zu suchen, und wenn man dies bedenkt, so ergibt sich noch
etwas Interessantes aus unserer Sinuhestelle.

Denn

Zeile

244 wird
"-''^'^

in

ihr be-

merkt, daß der König Schiffe zum Empfang des Sinuhe dorthin schickt, und
nach Zeile 247 segelt Sinuhe von dort nach der Residenz

^
hat

V\^,
-n.\
I I

d.h. doch

wohl nach i^l Dahschur.
12. Dynastie ein schiffbarer

Wenn dem

aber so

ist,

so

schon unter der

Kanal vom Nil aus durch das Wadi Tumilat nach
die später

den jetzigen Bitterseen geführt, die ja damals noch mit dem Meere zusammenhingen.

Es

ist

dieselbe Fahrstraße,

Necho und Darius ausbauten.
Aufsatz.
ist,

Bemerkung zum vorstehenden
der Ausdruck
in Inschriften
'^^,

Mit den »Horus wegen«, deren Bedeutung hier klargelegt worden

ist

^^^0^^^

(stets

mit doppeltem o) nicht zu verwechseln,
öfters

der

der 18. Dynastie

belegt

ist^

und nach Dümiciien, Oasen
Sethe.
Illllllll

Taf. 1
^)

eine

Wein produzierende Landschaft
ersterer Stelle
zitierte

bezeichnet.
läßt

M.,---:~- C^i

Der an

Denderatext

dort auch

die
Tfflnnr (»

^^^ ^ ^i^~^

Ägyptens liegen.
^)

©

die

Tore

Vermutlich wird auch der

Name »Horuswege«
z.

der Horus, d.h. der König, seine Feldzüge beginnt. ebenso jetzt auch Schä,fer
^)

damit zusammenhängen, daß von hieraus
*)

Geschichte Ägyptens,

8.258

— 260;

in

Lehmanns Beiträgen
1);

alten Gesch.

1904 S.159.

Grab des Pw-i-m-rc (Dum., Oasen Taf.
II.
I

oberird.

nophis'

(nach

eig. Abschrift);

Statue des Sn-nfj aus der Zeit Thutmosis'

Grab des Sn-nfr aus der Zeit AmeIII. in London (Sharpe,

Eg. Inscr.

56 A).

Zeitschr.

f.

Ägypt. Spr.,

43.

Band.

1906.

10

74

Heinrich Schäfer: Das Zeichen für twn.

[43.

Band.

Das Zeichen

für

twn.

Von

Heinrich Schäfer.

Abb.

4.

In den »Unterweisungen des Amenemhet«

findet sich die Stelle:

±
AAAAAA
_i_r'^ AAAAAA

2S

AAAAAA

pa

Q

< C.

!^

\v

/p

A

Griffith,
setzt in seiner

dem auch

die vorstehende
S.

Umschreibung entnommen

ist,

über-

Bearbeitung (ÄZ. 34,
is

41) diese Sätze:
that forgets yesterday

Forsootli the battle

for a lassoed ox,

but good fortune

is

not complete for one

Zu dem Ausdruck »a lassoed ox«, der das
bemerkt
Griffith:
pl.

who is unable to know. Wort mtwn wiedergeben soll,
JL,

»The

same word

in

the

place -name ^\

/^

Petrie,

Medum

XIX, in which the determinative is an ox tripped up by a rope The lassoed ox I suppose to be the Egyptian people, helpless in the hands of the oppressors from whom Amenemhet delivejed them.« Wie man sieht, beruht die Deutung und Übersetzung der Stelle, die mir übrigens auch trotz der erklärenden Bemerkung nicht verständlich ist, ganz auf dem Determinativ des Wortes mtvon in der Inschrift von Medüm.
or bolas.

1Ü06.1

Heinrich Schäfer: üas Zeichen für tum.

75
in

Ich bilde eine genaue

Vergrößerung des Zeichens nach der Publikation
1

Petries

Medum

unter Abb.

ab.

Auf den

ersten Blick könnte die Deutung,

die Griffith gibt, überzeugend scheinen.

Vergleicht

man

Bilder wie das unter

Abb. 2 gegebene aus Deschäsche, so könnte man bei dem Schriftzeichen an

Abb.l.

Abb.

2.

einen Stier denken, der

am

Fesselgelenk

vom

Lasso gefaßt, sich durch Schlen-

kern des getroffenen Beines der Leine zu entledigen trachtet.
lose,

Daß

dabei das

gepeitschte

Tieres flattern

Nun
darstellt,

gibt

Ende schwerlich jemals so wie in Abb. 1 über den Kopf des würde, könnten wir dem Zeichner nachsehen. den dies Schriftzeichen Abb.l es aber genau denselben Typus
,

auch

in

der großen bildenden Kunst.
5.

Ich

gebe unter Abb. 3

ein

Bild aus einem Grabe der
nastie nach

Dy-

LD.

II,

77, das uns an

der

GRiFFiTHschen Deutung des Typus irre macht. Denn der Zusammenhang der ganzen Darstellung zeigt klar, daß von einem
gefesselten

oder einem

mit

dem
Abb.
ist
3.

Lasso getroffenen Ochsen hier nicht
die

Rede

sein kann.

friedliche

die Gruppe der Abb. 3 Szenen aus herum, und die unmittelbar anstoßenden Figuren, die wir deshalb mit

Von Jagd oder Schlächterei dem Hirtenleben umgeben

nichts in

dem

Bilde.

Völlig
ringsin die

Abbildung aufgenommen haben, zeigen, daß wir ein Tier
regung
Beispiel
in

in der höchsten Er-

dem

angeblich gefesselten Ochsen zu sehen haben.

Trotzdem würden

wir schwer mit der Deutung zu Rande kommen, wenn uns nicht noch ein

Typus erhalten wäre. Die Abb. 4 ist nach einer der prächtigen der »Weltkammer« des Sonnenheiligtums des Ne-user-re gezeichnet. Auf dem Original ist das Tier selbst in Relief gemeißelt, der von dem einen Huf ausgehende schmale Streifen aber nur gemalt, und zwar mit derselben roten Farbe, mit der der Wüstenboden auf diesen Reliefs wie üblich gemalt ist. Damit ist die Deutung des Typus gegeben. Er soll ein Tier vorstellen, das vor Erregung den Boden mit dem Hufe scharrt, so daß der Sand
des
Tierfiguren

aus

ihm

in

etwas unnatürlich gezeichneter Kurve über den Kopf

fliegt.
10*

76

Heinrich Schäker:

Das Zeichen für

twn.

[43.

Band.

Also nicht ein gefangenes Tier, das olinmächtig an seinen Fesseln

zerrt,

sondern ein
lichkeit,

Stier,

die

Verkörperung der Kraft, zur Zeit seiner größten GefährSchriftzeichen
in

wird

in

dem

Medüm

dargestellt.

Dadurch

ist

die

GRiPFiTHsche Deutung der schwierigen Stelle, von der wir ausgingen, unmöglich

gemacht.

Versuche, die Worte zu erklären, müssen sich

in

ganz anderer Rich;

tung bewegen.

Eine befriedigende Lösung vermag ich auch nicht zu geben

aber
ist,

daß der Weg, auf den unsere Erklärung des Zeichens weist, der richtige
zeigen zwei andere Stellen, an denen nach

vorkommt.
platz«
o. ä.

Aus ihnen
zu ergeben.

scheint sich für das

dem Berliner Wörterbuch das Wort miwn Wort mtwn eine Bedeutung »Kampf(Z, 3)

Die eine, der Bentreschstele
»

entnommene

Stelle,

^^
eilt«,
ist

irDj

-^^ ^^

ein trotziger Stier,

wenn

er

den Kampfplatz durch-

im weiteren Zusammenhange etwas dunkel, und die andere aus dem
III.

Hofe Amenophis'
zerstört, aber die
so,

in

Luxor (Mission XV,

3):

LI

A\ "^^^^ll^^^^.^ WW
V5

ist

A/WW\

I

AAAAAA

Verbindung mit den Ausdrücken

s'pd '^b-wj,

mn

jb weist ebenStier.

wie die besprochenen Bilder, auf den von Kraft und Mut strotzenden

Die Worte werden etwa bedeuten:

»Mit kampfbereiten Hörnern und trotzigem

Mute auf seinem Kampfplatze.« Der Das Wort mtwn ist ofienbar eine der bekannten Bildungen mit m. Stamm, von dem es abgeleitet ist, lautete twn, twn, und ihm kommt das eigentümliche Zeichen des scharrenden Stieres zu.
aus
einer Reihe von W^orten, von
In der Tat
nacli

kennen wir den Stamm
Berliner

denen hier

dem

Wörterbuch

nur einige genannt seien: ein dunkles Wort Ebers 101, 13; desgl. Newberry,

Rechmere
in diesen

Taf. 8; desgl. Math.
liäufig

schen Texten

Hdb. 59, und endlich ein besonders in medizinivorkommender Pflanzenname. Fast überall wird der Stamm
Bilde des Ochsen geschrieben, doch, hieroglyphisch
nicht mit

Worten mit dem
liieratisch,

dem komplizierten des scharrenden Ochsen, sondern der Einfachheit wegen mit dem gewöhnlichen Bilde. Wir haben oben gesehen, daß an sich die Deutung des Zeichens als vom Lasso getroffener Ochse nicht einfach von der Hand zu weisen wäre. Und in
sowohl wie
der Tat scheinen auch die späteren Ägypter das Zeichen so mißverstanden zu
haben.

Denn nach der von Sethe

Kollation der zitierten Stelle

Wörterbuch am Original gefertigten aus Luxor sieht dort das Zeichen so aus "^^ Wenn
für das
.

kein Versehen Sethes vorliegt, so hängt

dem

Tiere hier wirklich eine Leine von
diese

den Hörnern herab.

Aber doch

bleibt

selbst

mißverstandene Form in

dem

richtigen Gedankenkreise.
ist

Nicht ein

vom

Lasso behinderter, wehrlos ge-

machter Stier

dargestellt,

sondern

einer,

der in seiner stürmenden Kraft
ist.

mit der an den Hörnern hängenden Fangleine dem Jäger durchgegangen

1906.]

Edouard Naville: Le dieu

Bat.

77

Le dieu Bat.
Par Edouard Naville.
Mit 3 Abbildungen.

J-7ans une phrase des textes des pyramides, nous lisons ces mots':

i

J^

^j^

*fh6At^

f

S^&rj i^vt

'(^^J^'-p^
les

1

11"^

»le roi est le

dieu

hat,

celui qui a

deux

faces«.

11

y a entre

*iJ^

trois
la

versions

qui

nous ont conserve cette
le

phrase de

legeres
Dt]

dilfferences

dans

forme du determinatif; puis
au
lieu

texte

de Pepi donne

au lieu de
il

u\>,
du
que
II

II

de a;

^^^^\
tete

j

raais le

sens est parfaitement clair;

est dit

roi

qu'il est
la

un dieu ä

de taureau et qui a deux faces.
j'ai

Dans
c'etait

premiere note que

ecrite ä ce
la tete

sujet^,

j'ai

dejä

fait

ressortir

une erreur de confondre
il

de ce dieu avec

celle

de Hathor.

n'y a

aueun doute,

s'agit

de la tete d'un

taureau, et non pas d'une vache.

Que

l'on

compare

toutes les representations de ces animaux, et l'on

verra que toujours les cornes de vaches sont di-

vergentes au sommet, tandis que Celles du taureau
sont convergentes.
d'ardoise

A

cet egard, les
(fig. 1)

deux

palettes

du Louvre^

et

de Hieraconpolis*

sont particulierement instructives.

Les cornes du
l'animal tue

taureau se rejoignent
et

presque,

et

son

ennemi en

le

renversant,

en

le

foulant aux pieds, et non en le perQant de ses cornes.
la palette

Sur
Celles

de Hieraconpolis,

les

deux representations d'en haut, sont
si

d'un boeuf tout semblable ä celui qu'on voit en bas, et
la

l'on

a

m^me
c'est

exagere

convergence des cornes
les

comme

si

elles

etaient

recoquillees,

precisement pour

distinguer bien nettement des cornes de Hathor.

On
breuses

arrive ä la

meme

conclusion, en regardant soit les vignettes

du

eh.

148

du Livre des Morts, oü
representations

se trouvent les sept

vaches et

le

taureau, soit les

nomdans

d'Apis,
ils

et

de Hathor.

Les chapiteaux hathoriens en
et
si

general n'ont pas de cornes,
les

n'ont que des oreilles de genisse;
et

sistres

ou voit des volutes qui convergent,

dont

l'idee

premiere est sans

doute Celle de cornes, ce ne sont pas cependant des cornes proprement dites,
elles

ne partent pas de

la

tete

comme

celles
la

du
le

dieu.

Ainsi les deux tetes au

sommet de

palette de Hieraconpolis, sont celles

d'un taureau, et cela concorde tres-bien avec
1)

texte des pyramides, qui nous

Pepi

II.

1.1248.

Belles-Lettres 1906 p. 25.

Mer. 1.480. Pepi
*)

I,

1.

267.

^)

Comptes - rendus de
1900
pl.

Legge, Proc. Soc. of

Bibl. Arch.

IV.

l'Acad. des Inscr. et
*)

Legge,

1.1.

pl.

I.

78

Edolard Naville: Le dieu

Bat.

[43.

Band

donne

le

nom

de dieu auquel appartiennent ces deux tetes

,

<<^,

3

.

Le bovide
II

est sans doute

un

büffle,
'—^

dont

il

y a

uiie variete

sauvage en Afrique.

est

neanmoins un taureau
les representations

5^'
' ;

^^

T^ova

generique de l'espece.
sera le

Plus tard, dans

de

meme

nature,

ce

taureau domestique qui sera
lui

Tembleme du
convergentes.

roi victorieux

mais on aura soin aussi de

faire des

cornes

La

qualification de taureau puissant ou vainqueur, se transmettra
rois.
II

dans
qui

les

noms des

est

interessant de constater que c'est une tradition

remonte ä I'epoque
n'etait pas

thinite,

au dieu ^^^^, et k un animal qui probable-

ment

un animal domestique.
d'autres

Nous en avons

representations

sur les

monuments

thinites,

sur

une plaque trouvee par M. Petrie, oü Ton

voit aussi les
fait

deux faces du

dieu".
fait

Le

d'avoir ces

deux faces me

croire

que

c'est lä le

nom

ä donner au
sur une

büffle ä

deux

tetes

represente

palette divisee entre le

Louvre

et le

Musee

Britannique^

(fig. 2).

M. Capart* a prole

pose pour cet animal
I,

nom

de Xens

tout en reconnaissant que le

nom

AAAAAA

I

s'applique ä une autre espece de bovide,

un taureau qui a
plus longues.
d'apres
le

les

cornes beaucoup

Le

vrai

nom

de ce büffle ä deux tetes c'est ^^^ ce dieu dont
le

texte des pyramides,

roi

prend

la

forme.

A
et

cöte de lui est une sorte de liutte
les

qui

me

semble etre

celle

du

dieu,
et

au-dessous, un lion perce par
la

fleches des archers qui le combattent,

qui viennent ä

defense du dieu.

Cette scene

me

parait celle ä laquelle

un

texte des pyramides fait allusion.

Ounas. L 538

_2^,
,

CKl^^^
KJ

"M
I I

AAA/

PepiL 1/229 II D^5f^| 'm:
M. Maspero traduit
duction
»le lion

rl

AAA/

combattant
»dans
-^

le

double taureau« nous pourrions
gTue«.
II

dire aussi le "lion au double devant,

la

est certain

que

le tra-

de

ces

derniers mots est

absolument conforme au determinatif; mais

OLL nom
de

i'en proposerais
la hutte,

une autre X pour
de
la

le

mot
si

AAAA/VA

®. que L
'

ie O

considere
oii

comme
le

etant le

maison, ou

l'on
les

veut de Tetable

habite

taureau.

A

deux reprises nous voyons dans

sentee

avec une grue perchee dessus.

monuments thinites cette hutte repreUne premiere fois, sur une tablette
le

d'Aha^, cette hutte semble etre celle de laquelle sort
')

taureau
13.

(fig. 3)

repre-

Deir

el

bahari V,
p. 131

pl.

122.
II.

Bibl. Arcb.

1900

et pl.

— —

-)

Pktrik, Royal toinbs
Recueil

I

pl.
')

")

XXII, p.108.

XI,

^)

Peirie, Royal toinbs

Legge, Proc. Soc. II pl. X.

1906.]

EuouARn Navii.m:: Le dien

Bat.

79
la tablotte

sente devant.
d'ardoise.

Les proportions ne sont pas plus respectees que dans
secoiule
'

Une

fois
;

nous voyons une hutte toute pareille, sur une
les

massue de Hieraconpolis
sinage
aurait
'^

cette fois-ci

taureaux ne sont pas dans

le

voi-

immediat.
ainsi

La
le

liutte

pris
la

nom

de

®

celui
le

de

grue perchee
les

sur

toit,

et

textes des

pyramides n'auraient reproduit
que
la

partie

superieure

du
dire:
le

^'g- ^•

groupe.

La phrase voudrait donc
le

lion

qui combat le double taureau

(Ounas) ou

taureau ä double devant (Pepi),
le

»qui est dans sa hutte«.

Cependant
qu'une; c'est
sur les

dieu ^^^ n'a pas toujours
lorsqu'il se

deux

tetes.

Souvent

il

n'en a

le eas

montre comme un dieu belliqueux, par exemple
et

deux palettes du Louvre

de Hieraconpolis.

L'animal k deux tetes
la

avec un seul corps n'est

guere propre au combat.
c'est le roi

Sur

palette
la

de Hiera-

conpolis, le dieu se confond avec le roi;
büffle
J

qui a pris
,

forme du

male dont

le

nom
'^^'""^

est
l^s

ecrit

par

le

signe

f—^

le

determinatif du

mot

o,

JpKo.

J

-^ %> le

textes des pyramides.
et
il

Ce dieu aime

combat,

semble que son Image

ait

ete

consideree
la victoire

comme une
a la guerre.

amulette conferant au porteur soit une force speciale, soit
C'est

evidemment

la raison

pour laquelle on voit quelquefois un
la tete

employe superieur portant sur sa personne
en
toile,
la

du dieu qui

etait

peut-etre
le

ou en cartonnage'.
porter
il

Cette decoration n'appartenait pas a tout

monde;
le

pour

fallait etre

^-^r^^

Sur

les

sarcophages du Moyen Empire,
defunt*.
est
dit
II

'^Tf' est

represente parmi les
C'est

offrandes faites au
puisqu'il

se

nomme

alors
est

J

jpl

.

bien la tete

d'un dieu

,

du defunt

qu'il

F

Dans
ou
le

la

note que

j'ai

publice precedemment

j'ai

cmis l'idee que ce dieu

avait plusieurs formes differentes, et

que l'une

d'elles etait la pierre precieuse
le

morceau de bois ou de metal enchässe dans
etait

petit

godet au centre

de la palette, et qui

r»umbilicus« dont Quinte -Curce nous parle
l'oasis

comme

ayant ete

la

forme du dieu de

d'Ammon.
la

Je n'ai jamais pu admettre

que ces palettes servissent ä broyer de
paraissent
le

couleur.

Sans parier de ce qu'elles

absolument impropres ä cet usage, on ne s'explique pas pourquoi
la

godet central devrait etre sous

garde de divers animaux,

tels

que des

pantheres ou des chiens.

Si l'on considere l'ensemble des sculptures

que por-

tent ces palettes, on est conduit ä voir dans ces godets le

cadre ou l'enveloppe

I
1.1.

^)

QuiHELL, Hieraconpolis

I

pl.

p. .566.

^)

Daressy, Recneil

vol.

XXVI B. — ^) XXVI p.l32.

3Iariette, Mastabas p. 467.

^)

Mariktte,

80
d'un embleme
sentait le dieu.

Edouard Naville: Le

dieu Bat.

[43.

Band.

divin, qui

pouvait etre tres mince,

mais qui cependant repre-

M. Heuzey' objecte ä
avoir
faire

cette

idee que le godet est trop
central.

peu profond pour

pu

servir ä

renchässement d'un syrabole

Je

me

permettrai de
la

remarquer au savant aeademicien que nous ne connaissons pas
il

forme

de ce Symbole;
ayant une forte
Si
le

peut avoir eu un relief tres faible, et

si

c'est

bien ce que

Quinte -Curce appelle un »umbilicus«, eertainement ce n'etait pas quelquechose
saillie.

godet central contenait un embleme divin, on comprend que cet
eu une
garde.

embleme
formöe
je
dois

ait

Sur
dont

la
le

palette de Hieraconpolis

,

cette garde

est
Ici

de

deux

pantheres
separer

cou

est

enroule

autour du

godet.
les

encore

me

de M. Heuzey.

Je

ne crois pas que

animaux
el

figures ainsi doivent reprcsenter des

animaux fabuleux. Le temple de Deir

ba-

bari nous renseigne sur leur nature".

Dans

la

scene, malheureusement martelee

en grande partie, ou l'on voyait
porte en triomphe, et precedant

le

tröne de la reine surmonte de son embleme, tröne de T.
III,

le

la

suite a ete conservee;

nous y voyons d'abord
cCUers.
»les
Ils

le

porteur du sandales, puis deux felins tenus par des

se

deux

f tachetes vivants amencs avec
S.

„o.„.e„t

J^^^l
Ils

1^^^^^^ ^Zk^PTtTP
les

merveilles
les

du pays,

et qui sont

dans l'escorte de
Pount,
ils

M.«.

figurent

aussi parmi

animaux Importes de
tenus par des colliers^,

s'appellent les tachetes

du Nord,

et ils sont

ce sont des leopards,

Les animaux de

la

palette

peuvent ctre des leopards ou des pantheres;
les

mais
cou,
les
la

si

c'etaient des animaux fabuleux, on ne

verrait guere

un coUier au

et

tenus

par des humains.

Leur cou a

ete allonge

demesurement pour
du godet. Ce que
pour cela

distinguer dos lionnes; et pour bien faire comprendre qu'ils sont la garde,
protection

du dieu,

on a entortille
la

leur

cou

autour
la

l'Egyptien recherche avant tout, dans

sculpture ou

peinture, c'est d'etre
Si

compris, c'est de rcndre exactement lidöe qu'il veut exprimer.
il

faut aller contre la verite, et violer les lois de l'anatomie, peu lui importe.

Ici

Ton ne

s'est

pas plus inquiete de ces

lois

que

lorsqu'il s'agit
il

de reprcsenter
arrive souvent

un homme de
Sur
theres.
il

profil.

Dans

les ])eintures

des vases grecs aussi,
le

qu'on voit des pantheres dont on a allonge
la

cou outre mesure*.
bi

palette de Hieraconpolis,
telles

le

dieu est sous

garde de deux panle

Sur d'autres,

que

celle qui a ete achetee

recemment par
voit aussi

Louvre^

est garde par quatre chiens, loups, ou chacals places aux quatre coins, et
le

que je considere comme etant
et

dieu

\/^t
Sur
Deir

.

On

une panthere

un autre

felin qui

peut etre une lionne.

la palette

du Musee d'Oxford*,

1)

Comptes
le

rendiis de l'Acad. 1906, p. 24.

*)

el

bahari V, pl.l25.
III

*)

Voir
vol.

vase de Panticapee;

H.Brunn,
p.

Kleine Schriften
«)

p.49.

^)

Id. III, pl. 80.

^)

Benedite Fondation

Pior

X.

Legge, Proc.1904

262.

Legge, Proc. 1900,

pl. III.

1906.]

Edouard Naville: Le dieu

Bat.

81
celle

la

garde est composee de deux pantheres et de deux chiens, enfin sur
le

qui est divisee entre
<iui

Louvre
qui

et

la

Musöe Britannique',
le

ce

sont
le

les

archers

defendent

le

dieu, et
(fig. 2).

tuent

lion

prct ä attaquer

dieu taureau

devant sa hutte

Nous avons reconnu deux formes du dieu «^t,
deux
tetes,
et
la

le

buflfle

male ä une ou
n'avons pu

rombilic, se plagant dans

le

godet, et dont nous

determiner

forme

et

la

nature.

S'il

etait vert

comme

l'indiquent soit les
le

Testes de couleur trouves sur

quelques unes

de ces palettes, soit
il

passage

de Quinte -Curce, qui l'appelle une emeraude,
conventionnelle d'un germe, d'un bourgeon.
plus plausible,

est naturel d'y voir la

forme

Cette
palette

supposition parait d'autant

qui

si

nous retournons
le

la

du

Louvre'^,

si

nous en

re-

gardons

le

revers,
c'est

nous y voyous

bourgeon qui a
d'un palmier.

atteint son entier deve-

loppement;

un arbre, qui a

l'air

La garde du dieu
le

est

formee

ici

de deux tachetes, qui ne sont ni des pantheres ni des leopards, ce
x.ccfj.YjKo7ra,p^uXsig
,

sont des girafes

qui

ainsi

que nous
le

dit

Diodore"^ sont
et la

un

melange des deux animaux compris dans leur nom,

chameau
et

panthere.

Le
les

meme

groupe,

l'arbre entre
il

deux

girafes,

existe sur

une palette du Musee
oü Ton ne voit pas

Britannique

dont

ne reste que

la partie

inferieure,

quatres chiens

comme

sur la palette du Louvre.

Ainsi les populations de l'epoque thinite, pour qui ont ete faites ces palettes reveraient

un dieu en forme d'arbre, ou du moins qui pouvait prendre

l'apparence

d'un arbre, aussi bien que celle d'un taureau ou d'un bourgeon.

L'existence de ce culte, de ce dieu- arbre entre deux animaux qui lui servent

de garde conduit ä de nombreux rapprochements avec
sinage,
et

les

populations du voi-

en particulier,
si

avec l'adoration du

»pillar

tree«

que M. Evans a

etablie par des preuves

nombreuses.

Un
le

autre point ä signaler, et qui ressort de l'etude de ces palettes, c'est

r61e

qu'y joue

la

panthere ou

le

felin ä
la

peau tachetee;

et

de nouveau nous

pensons ä des mythologies etrangeres, ä

panthere de Dionysos, laquelle d'apres
attribue ä ce dieu, et qui n'est pas

M. Thraemer'^
que

est

le

plus

ancien animal

d'origine hellenique; ou ä des representations de la mythologie egeenne, telles
les

deux

felins

de

la

porte de Mycenes,

qui pourraient bi^n

n'etre pas

des lionnes.
C'est
si

vraisemblablement aussi
la

qu'il

faut

chercher l'origine de Fusage
les

frequent de

peau de panthere comme vetement sacerdotal dans
la

cere-

monies.

Le pretre qui

revet

prend

ainsi l'apparence

du gardien, du proque

tecteur, de l'escorte

du

dieu.
c'est evi-

Le

culte

du dieu
de
1.1.

^^^^ est d'autant plus important ä connaitre

demment
•)

celui

la

population ancienne, de l'element autochthone de l'Egypte^.

Legge,

pl. II.
^)

Lexicon IV 1096.


la
1906.

^)

Legge, Proc. 1904

p.

261.

^)

L. II eh. 51.


H

*)

Röscher,
la

Voir

premiere de mes Conferences au College de France sur

Religion

des Anciens Egyptiens.
Zeitschr.
f.

Ägypt. Spr.,

43.

Band.

)

)

82

Edouard Naville: Le dien

Bat.

[43.

Band.

Les archers qui combattent
le

le lion,

l'agresseur de taureau, et qui plantent dans

Corps de l'animal leurs fleches ä point de silex, ce sont a

mon

avis les

|[|[|,

les

Anu,

le

fonds africain de
le

la population,

chez qui se sont implantes les Horiens.
a ete gravee, on en voit por-

Ceux-ci sont dejä dans

pays lorsque

la palette

tant l'etendard d'Horus, et d'autres armes de lances, tandis que
cellence des

Tarme par

ex-

Anu cest

l'arc m

.

Avec

la

predominance croissante des Horiens,

l'ancienne religion

disparut par degres.

Le dieu

^^

tut oublie.

II

ne conoii

serva son apparence primitive que dans l'oasis
lluence

d'Ammon. au

desert, lä

Tinle

egyptienne nouvelle tut plus longue ä se faire
encore mentionne dans
les

sentir.

Cependant

dieu

est

textes des pyramides,

avec d'autres divi-

nites destinees aussi a

disparaitre.
est

En revanche,
deux
freres.

il

reste

comme

le

heros d'un conte dans lequel se reJe veux parier

trouvent plusieurs des metamorplioses du dieu.

du conte des

M. Lauth* a
le

le

premier assimile "i^^

r—

Jr au roi

mythique Bytes.
de l'autre frere

M. Maspero admet
|]

rai)prochement et

fait ressortir

que

le

nom

"vx J|

est celui

du dieu Anubis.

Tout dernierement M. Gardiner" a trouve

sur un ostracon d'Edimbourg que "i^^ ^

— Jj

ctait le dieu

de

la ville

de [PT]M©

dont nous ne connaissons pas l'emplacement, qui ne parait pas avoir ete une
ville

d'une grande importance,

et

oü probablement

le

culte

du dieu ^^^

Jr

s'etait

maintenu.
le

Reprenant
risent le dieu.

conte nous y rencontrerons la plupart des traits qui caracteles

Au commencement

deux

divinites sont

anthropomorphes, ce
champs.

sont de modestes paysans occupes sont

Tun

et l'autre

aux

'travavix des

Ce
et

cependant des etres divins.
dans

Lorsque Batou

s'est separe

de son frere
le

qu'il s'est etabli
et

sa hutte sous l'acacia, la

neuvaine des dieux

rencontre

Tun d'eux

lui dit:

D^^^^^^a^^^
l\

"^^1111^1

"^'' ^^^^'^

taureau de

la

neuvaine des dieux«.

M. Maspero^ trouve

l'epithete de taureau

»au moins bizarre, appliquee

un eunuque.
de

On ne
les

doit pas oublier cependant
est toute naturelle,

que Bitiou

est Osiris«.

Mais

l'epitliete

»taureau«

appli-

quee au dieu ^^^

3

dont Tune des formes

plus frcquentes est le taureau.
II

Cest
vetir

lui

qui par excellence est le taureau des dieux.
les

n'a pas cette forme
la

au moment oü

dieux

le

rencontrent, mais ceux-ci savent qu'il peut
efiet,

rela-

quand
il

il

lui plaira.

Et en
les

c'est la

premiere transformation par

quelle

passe.

Lorsque
se

deux

freres se sont retrouves,

Batou desireux de

rejoindre sa

femme

change en taureau _^,^0

y

''^^=—

^.

ö

y^

I

(|^.,jw

©^o %> A^|][|^^=_[l

^^^^ »grand au pelage parfaitement beau, et dont

1)

Chronologie, p. 30

31.

^)

Proc. 1905,

p.

186.

^)

Contes populaires, 3« ed.

p. 11.

1906.]

Edouard Naville: Le dien

Bat.

83
est

on ne connaissait pas

la nature«.

Son arrivee en Egypte

un evenement.
ftiit

Le

roi

lui-meme
de

coiisidere cet animal merveilleux

comme

divin, et lui

faire

des olTrandes et des sacrifices

comme
il

ä un dieu,

ce qui ne le

met cependant
a quelquefois
et

pas a

l'abrl

la

haine de

la

favorite.

Le taureau n'est pas double,
le

n'a pas

deux

t^tes

comme

dieu

^^^

;

il

est

tel

que nous
dualite

le

voyons

sur les palettes
la

du Louvre

de

Hieraconpolis.

Lidee de
etre

parait

dans
le

transformation suivante.

Le

taureau peut bien

mis a mort, mais

principe vital qui est en lui ne-

meurt pas.
de Tanimal, form es sont

II

se transmet par les

deux gouttes de sang qui tombent du cou deux perseas.
c'est l'arbre;

et

qui donnent naissance ä deux arbres,

Ainsi, ä

l'inverse des palettes, l'etre double n'est pas le taureau,
les

mais

les

memes. Retrouvons-nous

la troisieme,

celle qui sur les palettes

est l'ombilic, le
le

morceau aniconique de bois ou de pierre qui
la
le

est enchässe

dans

godet,

et

dont nous ne connaissons ni

forme,

ni la

dimension?

II

me

semble que cette forme existe aussi dans
de tout analogue.
favorite,

conte, ou

du moins quelquechose

Lorsque
dans

les
la

ouvriers coupent les arbres en presence de la

celle -ci rcQoit

bouche

i

AWA^^K
erreur,

i

"h^.^^-^,

On

a traduit le
et la

dernier

mot par »un copeau« mais, sauf

c'est le seul

exemple,

traduction est purement conjecturale.

^^
un

i^v^''^^ ^^^ quelquechose qui saute,
eclat plutöt

qui vole sous

le

coup de

l'outil;

c'est

qu'un copeau;

il

a une

vertu fecondante puisque la favorite conQoit aussitöt apres l'avoir avale.
bilic

L'om-i

peut tres bien avoir ete quelquechose de semblable, un eclat de bois ou
sa

de pierre qui par

provenance avait un caractere divin,

et qui etait considere

comme donnant

la

vie.

Ainsi nous avons reconnu dans un conte, les restes d'une mythologie ancienne, et d'une divinite qui, nous le croyons etait celle de l'element aborigene,

sur lequel

est

venu
le

se

greffer l'element

etranger des Horiens.
le

II

est naturel

de rapprocher
les

dieu ^^^-r^r^ jj du roi prehistorique dont

nom
est

est ecrit

par

Chronograph es
la version

»Bytes,

ßitys,

Bidis,
et

Bitis«

qui nous

connu surtout

par
le

armenienne d'Eusebe,
le

que M. Lauth^ considere

comme

etant

dernier roi prehistorique, et
Ägyptens

predecesseur immediat de Menes.

^)

\'orzeit, p. 27,

ir

r

84

Wilhelm Spiegelberg: Ägyptologische Randglossen

zu Herodot.

[43.

Band.

Agyptologische Randglossen zu Herodot.

Von Wilhelm

Spiegelberg.

Mit einer Abbildung.

1.

König Moiris\
daß sich
in

iTlan

ist

sich lieute wolil darüber einig,

dem

sagenhaften herodo-

teischen König Motpig kein anderer Pharao verbirgt als 'mn-m-hLt-N-mi^.t-R^

Amenemes-Lamares, den wir Amenemhet III. zu nennen pflegen. In der Tat, nachdem Flinders Petrie" nachgewiesen hat, daß die Reste der beiden Kolossalstatuen zu Biahmu mit den beiden von Statuen bekrönten Pyramiden des Herodot (II, 101 und 149) identisch sind und daß diese beiden Kolossalfiguren, die Herodot
(II,

=

101)

dem

Motpt?

zuschreibt,

aller
Molbtc

Wahrscheinlichkeit

nach Amenemhet

III.

darstellten,

ist

die

Gleichung

=

Amenemhet

III.

kaum noch

zu bezweifeln.
Moipiq selbst anlangt, so ist zuerst

Was
einst

den Namen
er aus

von Wilcken^ vermutet
der Bezeichnung des

worden, daß
die

mr-wr* »großer See« entstanden
Diese

sei,

ganze Oase des Fajum ausfüllenden Wasserreservoirs, dessen letzter
ist.

Rest der heutige Birket Karun
M.o7pit;

Vermutung
sicli

ist

gewiß

richtig,

denn
be-

läßt sich unbedenklicli aus

mr-wr entwickeln.
(aus

In der Ptolemäerzeit sprach
MoYipig,

man mr-wr etwa m-oer"
legen lassen^.

oder m-uer^, wie
Mo?ptc

denn auch
sich,

Muvlpic^

Herodots

Mo-iris) verhält
Moyfptc

worauf Steindorff
-»)0"i^.

mich freundlichst hinwies, zu späterem
')

wie

'Icrtc

zu späterem

Möglich,

Die ältere Literatur siehe bei Lepsius, Ciironologie S. 262
198flF.

Vorreit S.
letzten

Der obige Aufsatz

ist

ff. und Lauth Aus Ägyptens ohne Kenntnis der AbhandUing von O. Rubensohn im
,

deren Ergebnisse erst während der Meine Ausführungen, welche durch eine freundliche briefliche Mitteilung von G. Steindorff in wesentlichen Punkten beeinflußt worden sind, suchen jetzt die von Rubensohn in der Schlußnote seines Aufsatzes gestellte Frage nach dem Zusammenhang Hefte
dieser Zeitschrift

niedergeschrieben worden,

Korrektur benutzt werden konnten.

zwischen n^«(£)a«^^r«' und Mo7^jc zu beantworten.

Hawara, Biahmu and Arsinoe (1889) S. 54 Ten years digging in Egypt S. 83. Vgl. ^) Wilcken, Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde XXV, 183. 1887 S. 27/28 Aum., und Archiv für Papyruskunde II, 146. Schon Lepsius, Chronologie 8.263, vertrat diesen Gedanken, suchte das Prototyp von Moeris aber in einem willkürlich rekonstruierten Namen.
^)
flf.

dazu VON Bissing, Recueil

*)

Siehe besonders Brugsch, ÄZ. 30, 72.
ist,

Daß

t

— ^^

und

varr. wirklich

mr-wr

(nicht

etwa si-wr) zu lesen
°)

beweisen jetzt die demotischen Schreibungen mi-wr. deren

älteste in

Pap. Cairo 30612, 30617 vorliegt.
AVie in
*)

S. 24. sich

') Siehe Wessely, Topographie des Faijüm 'Aoor;a«c. Wie in Qovr^ig. So Flinders Petrie, Papyri (1905) Nr. 84. Die späte Variante MJ^«? für Mo7^i<r, das zu allen Zeiten findet, ist nach Mayser, Grammatik der griechischen Papyri §12rfzu erklären.
*')

1906.]

Wilhelm Spiegelberg: Ägyptologische Randglossen zu

Ilerodot.

85

daß die herodoteisclie Form nach

einer mir mündlich

geäußerten Vermutung

worden

WiLCKENS durch den häufigen griechischen Personennamen MolpiQ mit beeinflußt ist, jedenfalls steht der Gleichung rnr-wr = Moipig lautlich nichts im Wege.
Ich

I
in

möchte nun glauben, daß bei der Verwandlung des Seenamens

M.6iptg

den gleichlautenden Königsnamen der
hat, die auf
liegt,

Name Amenemhets

III.

in

derjenigen

Form mitgewirkt
geht.

Dieser Name dem manethonischen

den eigentlichen Thronnamen N-m?<^.t-R<^ zurückwie das jetzt wohl allgemein angenommen wird,
varr.
Accixccpig,

AccßupYjg,

Ao(,,Qxpig^

zugrunde, der ganz regelist.

recht' aus der ägyptischen

Form L^-m^-r^ entwickelt worden
N£%äw, daß das anlautende

Nun

zeigt

aber der

Name N-klw

=

NexcJ?,

^'^vaa

n^ in der ganz

analogen Namensbildung auch rf gelesen werden konnte.
Vokalisation N^-m^-r^ denkbar.

Also wäre auch eine

Daraus aber würde sich M'^-r^ entwickelt haben,

wie ©«ytoM aus w^n^m »essen«, indem das n sich dem folgenden
Dieses
iW'^-r*' ist

m

assimilierte*.

nun das Prototyp des griechischen
ein

Motpj^^^

der ja bei Eratosthenes

Amenemhet III.-Lamares krähe am See Myris (= Moerissee)
in der Tat

entspricht, desselben MapriQ, der seiner Brief-

Grabmal

errichtet

haben

sollte*^.

Dieser

Königsname
TlpefjMppvig

steckt nun, wie

Wilcken zuerst
Dat.

richtig gesehen

und Rubensoiin', auf

Sethes lautliche Begründung gestützt, sicher erwiesen hat, in
(Genit. npefxotppetovg
,

dem Gottesnamen
,

npsiJ.cip]pe7)~

var. (mitteläg.)

TlpoLixuppvig

der,

wie

ich vermutete,

vor

Mccppvig^

noch den Titel Pharao

{pr-<^^ iippo)''

in

der ent-

tonten

Form

zeigt.

der Pap. Cairo

Daß diese Vermutung das Richtige getroffen hat, zeigt jetzt 31178 Verso (Taf. 120), welcher unter anderen Gottheiten des
Pr-^^^ M^<^.t-R<^

Fajüm auch |JIa |iXr.
bedeutet also
des

»Pharao Marres« nennt.

Upe{cx,)ixuppvig

»Pharao Marres«, und dementsprechend wird dieser König- Gott Fajum auch auf der von Rubensohn in ihrer Bedeutung erkannten Stele von Hawara ganz wie ein König mit der Uräusschlange an der Stirn dargestellt. Neben Upeßuppvig findet sich Petrfe, Pap. II, S. 141 auch die Variante JlpsfxccvpYig,

welche Sethe

a. a.

0.

richtig

gewürdigt
III.

hat'*^.

Demnach
Name.

ist

^cip{p)yig

der in

hellenistischer Zeit für
yioipig

Amenemhet

geläufige

Aus ihm

läßt sich

zwar

lautlich

nicht entwickeln, aber es ist mir sehr wahrscheinlich, daß die

Ähnlichkeit beider
Rolle gespielt hat.
')

Namen

bei der Metamorphose des Sees in den

König eine

Armen. Lampares

I,
>>

§229.

zeigt verschärftes h mit Epenthese.

^)

Vgl. dazu ÄZ. 34, 50.

^) Man versteht nun die starke Verbreitung des Personennamens Memphis« aus Mn°fe, Mnßfe. M«flor? in dem Onomastiken des Fajüm in dem ja der König Amenemes III. Marres als Gott ^) Aelian, Nat. an. VI, 7. verehrt wurde. Siehe z. B. die Indices der Berliner Urkunden. *) Zu der Verdoppelung des Zu der Form Mu^«? vgl. oben S. 84 Anm. 8. ÄZ. 42, 113 ff. ^ vgl. Tippo aus jfr-o; Steindorff, Kopt. Gramm. ^ §47. ^) Der Titel Pharao unmittelbar vor dem Königsnamen wie in den alttestamentlichen Bezeichnungen »Pharao Necho«, »Pharao Hophra« ist in der Spätzeit etwa von 1000 v. Chr. an sehr häufig. Siehe Griffith, PSBA. XXllI (1901), ^^) 74 ff. Zu dieser »dissimilierten Verdoppelung- vgl. auch W. Max Muller, OLZ. 1906
,


aus

^)

Zu n

=

/"

s.

Sethe, Verbum

*)

Vgl. auch ^K^xo

n-mo

(alt

rnm)

und

Tffo

Ainqe

'')

— —

=

S. 154/55.

86

Wilhelm Spiegelbkrg: Ägyptologische Randglossen zu Herodot.

[43.

Band.

Andere Varianten des Namens sind
Mev^vjg,

Jfj.ocv§Yig

,

varr.

yiuiv^yjt;

(Strabo 811, 813),
in

Mccppog

(Diodor

I,

61, 97).

Alle diese

Namen werden

den betreffenden

Quellen dem Erbauer des Labyrinths zugewiesen, der nach allem, was wir wissen, Amenemhet III., also Mupvjg, gewesen sein muß. Denn daß die Pyramide von Hawara das Grab dieses Königs war, ist nach Petkies Grabungen so gut wie

daß derselbe König Denn wir kennen ja auch sonst von Herrschern zwei Gräber, so von Zoser und Snofru. Es bleibt also dabei, daß das Labyrinth die große Tempelanlage war, die sich im Laufe der Zeiten aus
sicher
in

und wird keineswegs dadurch

Frage gezogen

,

auch eine Pyramide in Dahschur besaß.

dem Grabtempel
Daher
in
ist

des Labares entwickelt hat, der südlich von seiner Pyramide lag.

es mir nach

wie vor sehr wahrscheinlich, daß der

Name

des Königs

Labares den" seines Grabtcmpels geschaffen hat, vielleicht so, daß die Griechen

Erinnerung an das kretische Labyrinth den Labaresbau
Also die obigen

^

so nannten.

Namen

dürfen mit Recht diesem Pharao zugewiesen werden.

\fxuv^V[q

möchte
mit

ich für fehlerhaft,
ui

dagegen

^laiv^vig

für eine

Nebenform von
v^,

Mei/^vic

halten

dem Wechsel von

und

e".

Das eigentümliche
Vielleicht
in e*

das hier für

ein zu erwartendes p steht, findet sich ebenso, wie Sethe^ richtig gesehen hat,
in

dem Gottesnamen Mrul
Msv^vig

=

Muv^ovKig.

Form, aus der

mit Übergang des u

ist

Hav^vig

mit

oc

die ältere

möglicherweise auch unter

dem
zeigt

P^influß
statt

der bekannten gleichnamigen Deltastadt
die

entstanden

ist.

Muppog

-Yjg

Namens
ich

darstellt,

Endung -og, die jedenfalls wenn nicht eine Korruptel
Umständen

eine sehr freie Gräzisierung des
vorliegt.

Für eine solche halte
Plinius

mit

Unger''

unter allen

3Ioteris^\

den Demoteles bei den Namen

(XXXVI U,
Lesung

84) nennt.
liat

Neuerdings

Hall (JHSt. 1905,

S.

328)

Mot[p]pYig

aus der

M^<^ .t-n-R'^ (

O ^7 ~^\
hätte,

herleiten wollen. Es ist aber ausgeschlossen,

daß neben der durch die griechische Transkription gesicherten Lesung N-mi<^.t-R^
eine

zweite bestanden

die

eine

ganz andere grammatische Auffassung
auf die offenbar korrumpierte

voraussetzt.

Daß man

sich

dabei

niclit

Form

Moteris berufen kann, habe ich unten (Anm. 6) gezeigt.

Demnach wird man mit einem hohen Grade von Wahrscheinlichkeit annehmen dem gleichlautenden Seenamen mr-wr (m-oir) entstanden und unter dem Einfluß des ähnlich klingenden und historisch identischen Namens für den Pharao Amenemhet III. = Mc6p(p)>ic zum Königsnamen geworden ist.
dürfen, daß Motpt? aus
*)

Diese Modifikation meiner Ansicht (Orientalistische Literatuizeitung 1900, S. 447 ff.) durch
,

Evans (Journal hellenic studies XXI 8.109 Nr. 6) ist mir sehr einleuchtend. Grammatik der griechischen Papyri 1, § 10b; vgl. auch Sethe, Verbum I §39.
ist
^)

es

am

einfachsten,
II
,

sowohl
S. 6

lanv^rfi
2.

wie
*)

M«ii'Sv;?

als

Korruptelen aus

M«i'6vi?

— ^)Siehe Mayser, — Vielleicht aber zu erklären. —

Manetho S. 131. Sethe, Verbum 1 §30. ®) Daß darin nicht die Femininendung .t von mic.t stecken kann, erwähne ich nur, weil es neuerdings (J HS. 1905 S. 328), vermutet worden ist. Für jeden, der weiß, wie früh die Femininsollte p.ndung im Ägyptischen abgefallen ist ich erinnere nur an Nimmurija aus iV6-m/f. ^-i2f
Untersuchungen

Anm.

'")

das ausgeschlossen sein.

li)06.]

Wilhelm Spiegelberg: Ägyptologische Randglossen zu Herodot.

87

2.

Die Kalasirier und Hermotybier.
(II,

Die Erklärung der obigen Namen, welche Herodot
die beiden Klassen der Kriegerkaste
{\j.dL%i}xoi)

164'; IX, 32^) für

überliefert hat, ist bis heute dunkel

geblieben.

Was

die

KuXctdipiBQ

anlangt,

so

ist

es

sicher^,

daß dieser

Name

in

den

folgenden ägyptischen Schreibungen der Spätzeit vorliegt, die einen Eigennamen
bezeichnen:
a)

^

^^^i](j^ (Pap. Rhino

II,

1, 4.

2, 4),

<)

ffi^°°(](l^(ib.3,7-8),
_2i^ <

'^)

,2.°°1e^ >
1

(ib.

5,6. 8,9),
(6, 8.

CLL

e)

S%. jg^^^fle^^

7, 2.

9, 8),

/)

S^^^^^
_g^
IZSZI

(BuDGE, Book of the Dead 1899).

Demotisch entspricht
9)

]

^^

\

^= a, d,

^*.

h)

i)

_g^
diesem

In

zusammengesetzten Worte

ist

der

zweite Bestandteil,

wie

/

deutlich zeigt, irj »klein, jung«.
-cipig

Das bestätigt auch die griechische Umschrift

und das koptische
:

ujipe in der analogen
in kr-,

Zusammensetzung g^p-ujipe

:

,ie?V.-

igipi

g^p-^ipe.

Also

muß

M-,

gl-

das
ß

Wort
2J)I

für Soldat

(o. ä.)

stecken,

und der ganze Ausdruck
Schaft«'

dürfte

dem

alten

^

hwn-nfr »junge Mann-

entsprechen.

Diese Auffassung steht durchaus
-cipig

im Einklang mit der
welche Pap.

demotischen Schreibung, welche
*=r-

durch

das Wortzeichen* »klein, jung«
zeigt,

{^^^) wiedergibt,
^)

für KccXol- aber die
naXiouTut
fj.si'

Gruppe
rs nui

RmND

I,

Ci

ÖS

i/.ct'ynaci

ccxjtxv

Kcc?.ctTipw,'
stTt

YjOixorvßicQ.
ixwyjt/.ot.

ot

KaXccTiots? xcc}.soucUQt uciyjxigocpoooi

omso

Alyjmiujv ixowot

— —

'"')

oi

ts

E.pi/,orvßtsg xai

*)

Die vor

dem von

BiRCH gelieferten Nachweis der hieroglyphischen Form versuchten Erklärungen des Namens, die

Hall (PSBA. XXVII,
ist

*) Die Gruppe S. 53) gesammelt hat, haben nur noch als Kiu-iosa Wert. im demotischen Text mehrfach zerstört. Pap. Dennvson, Revue archeol. IV (1847), S. 195. ®) Brügsch, Wb. IV, 1497 ohne Quellenangabe.

'")

')

Urk.lV, 307

ft^„j;^^l7t|'|'
Siehe auch H. SchXfer

vg:.ElBe,,heI,
in

Taf.l4|^|^^

I

^

§ ^4"

ö%I^^l'|.
*)

ÄZ.

42,

125 und 126.

Vgl, dazu Hess, Rosettana S. 54.

88

Wilhelm Spiegelberg: Ägyptologische Randglossen zu Herodot.

[43.

Band.

9,
ist

11
A/^VVW

1^

iM JlÄ

^
I

»Fußsoldaten« entspricht.
I

Daß
S.

I

i_

7ns'^

MHHUje zu lesen

I

und 2.«

=

^

ist,

hat Griffith (PSBA.
KatAÄ-

XXI,

271) gezeigt^ also kann
eigenteinmal"^

die demotische
liche

Gruppe

nur

Bedeutung dieses Wortes

bleibt noch

dem Sinn nach wiedergeben, und die zu finden. Nun habe ich
KaXacnpiQ
sein

unter Vorbehalt die

Vermutung geäußert, daß
:

=

Glirj eine dialektale

Nebenform von g^ujipe
T

^e\igipi

:

^puyipe

könne und wie dieses auf
zurückgehe.
Ich
halte diese

N^
I

2j)

0'^^

»kleiner
sie

(junger)
in

Syrer«

Ansicht heute für falsch, da
glyphischeii

vollem Widerspruch sowohl zu der hiero-

wie der demotischen Schreibung steht, und möchte eine andere

Vermutung vorschlagen.
Es ergab
nahe, die für
legt die
sich uns

oben einmal, daß

KciKoi.-

eine Soldatenbezeichnung

sei,

und

weiter lag der Vergleich mit der altägyptischen militärischen Bezeichnung hwn-nfr
KolXol- eine

Bedeutung wie »Jüngling«

o. ä.

erwarten

läßt.

Ferner

schwankende hieroglyphische Schreibung,
ist,

die rein phonetisch

und unist.

etymologisch

den Schluß sehr nahe, daß das Wort nicht ägyptisch
(alt),

Nun
hat.

heißt im Nubischen kr

gar (jung) »Sohn«, wie Schäfer^ aus
d.
i.

dem theophoren
KotXuyLtxiv

Eigennamen
Dasselbe
des
Amon«"*,

^

,

^v\ Kr-M{w)t,
wohl auch
»Sohn des

»Sohn der

(Göttin)

Mut«, erschlossen

Wort

steckt
KaXo&ipK;

in

den späteren Eigennamen

»Sohn
die

Osiris«^.

Ebenso wie nun

srj

(igHpe)

Bedeutungen »Solm« und »Jüngling, Knabe« hat, so möchte ich auch für kr
beide Bedeutungen
x-ccKoL-

annehmen.
in

Dieses kr, gal »Jüngling«
x.oc?<ci<yipit;

würde
ein

ich

also

in

suchen und
(s.

kr -srj

=

»kleiner Bursche«

Gegenstück zu
starke Stütze

Jiwn-nfr

oben) sehen.

Diese Kombination gewinnt nun

eine

an

dem
in

c^s.'\^vlg€l€

der sahidischen Eliasapokalypse ^ welchem im achmimischen
Icli

Text ^p-ujipe entspricht.
daß
civAd^ujeie unser

glaube mit der
*(5'd.\&>tgipe)

Annahme kaum
so

fehlzugehen,
für
c&.?V.*<*

Wort (=
(gr)

steckt,

daß

also

=

*0iK'\.iK-

=

y.QL}^

=

nub. kr

die

Bedeutung »Bursche, Jüngling« auch von
sein,

dieser Seite her
Ist

gewonnen wird.

meine Erklärung richtig, so wird weiter die Vermutung erlaubt

auf die ich unten noch zurückkommen werde, daß kr-§rj
lich

=

nocXucipig

ursprüng-

nubische Soldaten bezeichnete.

Noch

will ich

der Vollständigkeit halber hier erwähnen

,

daß dieser Sol(s.

datenname bekanntlich auch, abgesehen von dem Papyrus Rhind

oben), als

Eigenname häufig vorkommt.
s'2s.7Vi^ujipe (N.

Die

mir bekannten
S.

koptischen

Formen sind

DE G. Davies, Schech Said

35

=

Petrie, Season XIX, Nr. 690,

und Crum, Copt. mscr. Brit. Mus. 478b), nc^Ä-^Ä^Uiipe (Turajeff, Ostraka-Moskau 1902, S. 15, Nr. 29), KJv^ecHpi (Spiegelberg, Demot. Studien I, Nr. 105b, S. 17*). Die gräzisierte Form ist bekanntlich KocXotdlpig (passim)^
>)

Ebenso Hess,

a. a.

*) ')

Pape-Benseler.

O. 8. 55.

^)

Demotisclie Studien

I,

17*, Nr. 105.

Zuerst festgestellt

BU. II, Index. von Letronne, Revue
^)

*)

ÄZ.

33, 113.
S. 121.

^)

Steindorff, Die Apokalypse des Elias,

archeol. 1847, S. 196.

1906.]

Wilhelm Spiegelberg: Ägyptologische Randglossen

zu Herodot.

89

Der
sicher

-/.aXcKTipiQ

genannte, mit Fransen (Troddeln) besetzte Scliurz', der übrigens
ist",

nicht

der ägyptische Schurz (ujütiu)

hat wahrscheinlich

von den

gleichnamigen Soldaten seinen
tybiern
(s.

Namen

erhalten, ebenso wie es bei den

Hermo-

unten) der Fall

ist.

Auch
worden.

für die 'Epuorvl^itg^ sind

eine Reihe

von Erklärungen vorgeschlagen
Titel, ohne inKrall ^ erkannte in dem
in
Epjuoru/Ste?

Maspero* dachte an einen hrj mdij analog gebildeten

dessen den herodoteischen
ersten

Namen
piuMe,

selbst zu erklären.

Bestandteil

richtig

und

W. Max
Wort

Müller*^ wollte
sehen.
^

eine »alte Verschreibung

von

EpiJLo{rem-en)Xvßieg<i.

Indessen der
'

Name

ist

gut überliefert und enthält das wohlbekannte
r7nt htr »Reiter«',

^

ö

v "^^
II.)

(Kadesch)

das sich hieroglyphisch (iuerst unter Ramses

und demotisch

nachweisen

läßt,

und zwar geht

die herodoteische

Form auf

einen Plural r^m-ht^^w^

(*pM£^Tiuo'!n) zurück.

Das
lautete

alte

rm-htr hatte gewiß schon früh^ das auslautende r verloren und
r^rn-ht^ (£To).
(z.

wie sein koptisches Derivat

Von

r^m-hiP hat

man nun

nach Analogie der männlichen Substantive auf o
(alt

B. po, pl. piuoir) r^m-lii^w

r^m-ht^wY gebildet, ähnlich wie
:

man von

ptq-siu »Sänger« (aus rmt 'w-f dd)

den Plural peq'XOOTre

peq'XiuoTTi als Analogiebildung'^ entwickelte.

Im übrigen ist zu der lautlichen Gleichung folgendes zu bemerken: In der Wiedergabe von pÄi-, der tonlosen Form von piuMe, hat bereits Krall
(a. a.

0.) auf das

'EpjtxtotiS^

hingewiesen

,

welches nach Artapanos (Euseb. Präp. IX,
sicli

23) der ägyptische

Name

der Juden war und
läßt.

nicht gut anders als r^m-

Juth (Mann von Juda) deuten

Nun wird auch
:
:

sonst r^m nicht selten durch

h^rm oder ^rm wiedergegeben",
jUj^^j
'EpjUGüi/i&ic

z.B. ^epMd^ii

epM*.it

»Granatapfel«

aus

"jiTai

(aus

[PYr-M^nt), epMHi
ht

epMH »Träne« neben
ein

pÄieiH^^.
(also

Vor
durch
h^'"

der

Doppelkonsonanz

wurde
in

Hilfsvokal

gesprochen
das

r^m-^ht-°w),

der sich

dem

folgenden

Bildungsvokal

anglich^*,

w wurde

wiedergegeben und das h
n. pr.
'\olo{o()ix<jyi(ji(;

der Schrift unbezeichnet gelassen wie
»Isis

z.B. in
^)

dem

=

Nhm-s{j)-'s.t
rct
cry.i7.Ect

rettet sie«.

ivhshvxctn bs

yt^ijivccQ

XwioVQ

ttsdi

•O'VTai'WTOV';,

Tovg HctXioiiTi xceXuTi^tt;.

^)

Er

erinnert nach der Beschreibung Herodots an denjenigen der Keftoleute.

Siehe die Abbildung bei

^) Die Variante 'E^nxort;^/3»fT? (St. B.) zeigt die Möller, Asien und Europa S. 341 (Champ. 191). bekannte Epenthese (s. Stern, Kopt. Gramm. S. 419 zu § 103 und Lemm, Kl. kopt. Studien XV). Studien zur Geschichte des *) Histoire des peuples de l'Orient classique III, 500, Anm. 1. ') Siehe für das Nähere ") Orientahst. Literaturzrg. 1902, S. 242. alten Ägypten II, S. 73. ®) Sethe, Verbum I, § 239. ') Urmeine Ausführungen in dem Papyrus Reinach S. 194.

'')

sprünglich r^m-ht^icy.
^^)

°) Steindorff, Kopt. Gramm.'' § 142.
bis

^*)

Vgl. Loret, RecueilVII, 108

ff.

Ich verdanke die folgenden Beispiele
n. pr. Ea^Jl.ov^t<;

auf pne einer freundlichen Mitteilung Sethes.

Auch das

(6pAioT-»€uic

auf einem hölzernen Stempel der Berliner Samml.
I,

Jahrb. der Kgl. preuß. Kunstsammlungen 1906,
halten, der meist mit
^*)

S. 7)

möchte

ich

für

den Gottesnamen Rnwt.t

dem Artikel Qs^aoZ^iQ erscheint. Vgl. meine demotischen Studien I, S. 12*ff. Auch pne »Tempel« aus ri-pr gehört wohl hierher. Ich möchte daher jetzt meine Be'*) Siehe die Beispiele bei denken (Recueil XXI, 46) gegen die Lesung ri-pr fallen lassen. ^^) Sethe, Verbum I, § 162 1, §203 2a. Sethe, Untersuchungen II, S. 62 Anm. 3.

Zeitschr.

f.

Ägypt. Spr., 43. Band.

1906.

12

90

Wilhelm Spiegelberg: Ägyptologische Randglossen

zu Herodot.

[43.

Band.

So darf denn die hier gegebene Erklärung von
trachtet

'EpuoTvßisi; als

sicher be-

werden.

Der Name bedeutet »Reiter«, und

es liegt

daher nahe, in

den Kalasiriern, die mit »den Reitern« zusammen das ägyptische Heer bilden,
»Fußsoldaten« zu sehen.

Dazu würde auf das beste stimmen, daß

die

Kcc?^(Tipic;

entsprechende hieroglyphische Gruppe mit
determiniert
ist,

dem Deutzeichen
das

des Fußsoldaten

^

und daß

y.aXu-,

der erste Bestandteil dieses Truppennamens'

demotisch mit

dem Zeichen
0$

geschrieben wird,
»Infanterie«

im Pap. Rhind

(I,

9/11)

durch

^

mnft(jw)

wiedergegeben wird.

Dieser An-

nähme würden auch
die

die Zahlenangaben des

Herodot nicht widersprechen, der

250 000 Mann angibt. Trotz alledem ist det Schluß unrichtig, da er in Widerspruch zu den Angaben Herodots steht, der IX, 82 (Sclduß) die Kalasirier und Hermotybier ausdrücklich zum Fußvolk rechnet \ Überdies wäre es seltsam, wenn
Hermotybies
(Reiterei) auf

160 000,

die Kalasiries (Infanterie) auf

Herodot
Zweifel,

die

beiden Soldatenklassen nicht

als

»Infanterie«

imd

»Kavallerie«

bezeiclinet hätte,

wenn dem

wirklich

.so

gewesen wäre.

Es duldet also keinen

daß Kalasirier und Hermotybier Fußsoldaten waren,
alte

und

es

bleibt

daher nur der Ausweg übrig, daß die beiden Trupi)enteile
deren Bedeutung sich im Wechsel der Zeiten geändert hat.
{rmt htr),
die

Namen

führten,

Die »Hermotybier«

zur

Zeit

Ramses
Es

II.

Wagenkämpfer waren, waren zu Herodots
Erscheinung vor wie in den
{Tvig e7riyovv\g)

Zeit Fußsoldaten geworden.

liegt eine ähnliche
Wlp<Tv\q,

Truppenbezeichnungen der Ptolemäerzeit
unseren modernen Uhlanen, Husaren usw.

Aißvg, MuxeS'jov

oder

Die

Namen haben

die Sache überlebt'^.
fJLot%ifxoi

Aus dem
ägyptische
diese

Vorstehenden ergibt sich klar, daß die beiden Klassen der
führten'^.
Ist

Namen

die

Deutung der

Kcc?^x(Tipisg

richtig,

so

waren

vielleicht

ursprünglich

nubische Söldnertruppen,
,

die ja

zu allen Zeiten

während die 'EpfXQTvßieg in der pharaonischen Zeit die Reiterei oder genauer die Wagenkämpfer beDie Namen haben sich gehalten aber die Bedeutung hat sich zeichneten.
im ägyptischen Heere
eine große Rolle gespielt haben
,

verändert, denn zu Herodots Zeit gelten beide für Fußtruppen.

Die geographische Verteilung der beiden Soldatenklassen bei Herodot will
ich

vor der

Hand auf

sich

beruhen lassen

,

da

man meines

Erachtens mit den

zur Zeit vorhandenen Mitteln über Vermutungen nicht hinauskommt.
ist

Auch das
in

mir zweifelhaft, ob die Zweiteilung des Heeres der Dyn. XVIII.

eine

unter-

und

eine oberägyptische »Klasse«

(.s/)

mit den beiden Klas.sen der

|Uot%tjtxot

irgendwie zusammenhängt*.

')

Auch VII, 8ö

ff.

fehlen

die
S. 20.

Reinach, Papyrus Th. Reinacli
ägj'ptisches

*) Siehe Theodore Ägypter unter den Reitervölkern. ') riuiTvßicu, das nach Pollux, Onom. VII, cap. 16 ein

ist allein Anschein nach griechisch, wie auch Wiedemann, Samm22 annimmt, und hat mit den Hermotybiein vermutlich nichts zu tun. *) Siehe die scharfsinnigen, aber nicht ganz überzeugenden Ausführungen von W. Max Müller Die Zweiteilung des Heeres findet sich auch in einem späten mythologischen in ÄZ. 26, 82 ff. Texte (ÄZ. 24, 6), wo ein AcAiHHUje des Südens und Nordens erwähnt wird, und vielleicht schon

Gewand

bedeutet,
S.

lung alltäglicher Wörter

1906.]

Wilhelm Spiehelberg: Ägyptologischc

Haiulglossen zu Ilerodot.

Dl

3.

Literarhistorisches zur Sethonnovelle'

(II, 141).

Ich

stelle
^e

den Text voran.
(sc. "Avvg'iv)

MsTöt
Xe^ööv'

rovrov

ßoc.ciXeva'ui

rov

Ipsoc

tov 'llcpuiCTTov,

t'Sj

ovvofjioc

eivai

Tcv SV

(i,?^oyir(Ti

e%siv

7rocpct'XjpYi(To(.fj.evov
l<?

rwv
y.ui

\X(JLyj.\xo)v

Xl-yviiriicv uoq ov^ev ^svi(Toixevov
oLirtXsfj^ai,

uvTuJv, üXXcc T£
£771

8yi

ocrifxx

TToisvvTci

oLVTov; ,

(Tcpeug

raq

oLpovpoCQ,
fxtroL

roidi
^s
stt'

tÖüv

TTpoTsptJüv
£?.oLvveiv

ßocciXsoüv
(TTpctrov

^s^oö'^-ioci

s^ocipsTovi;

ey.o(,(TTUJ

^vu)^s>ccc

oipovpag'

AiyviTTov

iJLeyav

'XcLvur/jLpißov

[oot,(TiXicc

'Apocßiwv re kocI 'Acrcrup/wv
^e
ipect

ovzujv

^

IS-eAetv

rovg
eg

\xcuyj.\xovQ

twv AiyvTTTMv ßoYi^seiv

rov
olcc

h

oLiroplviv

dTreiXYjfxevov

iö'e?&ovTo(,

to

jxsyoipov

Trpog rüoyciXixcc oi7ro^vpe(7^oi.L,

'/.iv^vvevei

irot^eiv

oXo(pvpöiJ.evov

S'upoc

[Xiv

f7reAS-e?v ctyjtpi

vttvov,

kui

c'i

ooPai

sv

tyj

o^/i eirKTTocvroi tov S-eou ^otpcrweiv ,

wg ov^sv
tovtokji
57rS.(J^0Ll
\xcir/J.\x.{üv

TTSicreTcii
Sy\
fJLiv

dvricu^wv
ToTdi

tov 'Apaßiwv

CTpocrov'

avrog

ycip oi

7r£iJi.\l/eiv

Tifxwpovg'
oi

TTiCwov

svvTTvioiü'i,

TTctpoiKoißovTct

AiyvTTTMv

Tovq

ßovXofxivovg

CTpocT07r£Ssv(TU(T^oi.i £v
\ikv

IlviXov(Tiuj

{tuvtyj
y.ou

yctp

si(Ti

dl egßoXdi)'

eirsc^cci ^s oi toüv
oiv^pooTTovg'
y.oLTU

ovosvx

oivopwv
to1(ji

,

x.ci7rYiXovc

^s

%£ipüovciy.Toig

kuI

ouytjopaiovg
\jLvg

ev^uvToc
(pccyslv
tyJ

oL7:iy.o^ivov,

evuvTioicri

avroldi eTTriyjj^evTUg vvKTog
os
tol

oLoovpcciovg
tu,

jxsv

Tovg

(potp£TpewvcK.g

ocvtüüv,

kutu

to^cc,

vrpog

§£

toov

uttti^oüv

o^/^ava,

wctte

vcTTepair,

(p£vyovTwv

ccpeoüv
o

yofxvöüv

ottXoüv

irsasTv

iroXXovg.
iptv

Koci
iirl

vvv ovTog

ßoL(TiX£vg eCTYj>ie iv tm
Xiyoüv

rov

'HcfyociG'Tov

Xi^ivog, ey^cuv

Tr,g

%£ipog

jjlvv,

^id

ypoL\xiJ.cirüov Tct^z'

kg

IjUf Tig opsoüv evcrsßYjg ecttu).

Selten liegt der Ursprung einer historischen Novelle

handelt es
die wie
Eis
z.

sich

— denn um

eine solche

so klar zutage wie hier.
die

Sie gehört zu den Geschichten,-

B. auch

Pyramidenlegenden bei Herodot an Bauwerken haften.

stand also vor

Standbild mit Inschrift,

dem Tempel des Ptah = Hephaistos zu Memphis ein das eine Maus in der Hand trug, und an dieses Modie

nument knüpfte
'Für jeden,
ist

die Novelle an,

Herodot an Ort und
(z.

Stelle

von den Priestern
hat.

des Ptah oder auch aus anderer Quelle"

B.

den Dolmetschern) gehört

der den Typenschatz
in

der ägyptischen Traditionskunst kennt,

es

klar,

daß die Statue

Wahrheit mit der herodoteischen Geschichte
in

nichts zu tun
in der

haben kann, denn eine Statue mit einem bestimmten Attribut
ist

Hand

zur Erinnerung an ein bestimmtes Ereignis
Parallele.

der ägyptischen

Kunst nicht möglich, wenigstens ohne jede

Für ägyptische Augen

bedeutete der von Herodot geschilderte Typus ohne weiteres, daß die betreffende
im MR.
^)

(siehe

Maspero

bei

Mallet, Les

pi'emiers etablisseinents des Grecs en
Siiit

Egypte 8.413),
zuläßt.

so-

weit die sehr zerstörte Stelle (GRiFPrrH,

XV,

Z. 17

— 18)

eine sichere

Deutung

Ich betone hier in ei'ster Linie das literarhistorische

Moment und
vertretene

lasse dabei die historische

und

religionshistorische Seite der Frage zurücktreten.
in

In letzterer Hinsicht vergleiclie jetzt

Oestrup,

Smintheus

der Nöldeke- Festschrift S. 865if.

Die

dort

Deutung der ägyptischen

Sethonstatue S. 868 halte ich für falsch. Daß die von Herodot überlieferte Inschrift nicht den Sinn haben kann, den ihr Oestrup gibt, ist für jeden klar, der Herodots Geschichte unvoreingenommen
liest.

Übrigens

sollte

man

heute

die

Übersetzungen, die sich Herodot

von den Dolmetschern

seinerzeit gefallen ließ,
^)

ebensowenig ernst nehmen wie die ihrer modernen Nachfolger.
ipssg iXsyov.

Beachte namentlich, daß sich unmittelbar hinter dieser Geschichte der Vermerk findet
rov }.cyov AlyvTrrioi rs neu
ol

£?

IJ,su

roToi'OS

12*

92

Wilhelm Spiegelberg: Ägyptologische Randglossen zu Herodot.

[43.

Band.

Figur das heilige Tier eines Gottes trug.
Bronzefiguren von Betenden,
die

So gibt

es in

unseren Museen kleine

ein heiliges Tier auf der

Hand

tragen', ab-

dem verwandten Typus einem Schrein oder auf dem heiligen
gesehen von

der Priester, die ein Götterbild allein, in

Stabe ^ tragen.

^

Die Mau^ war nun das heilige Tier des Gottes Horus von Letopolis im
Delta^,

und

es liegt

nahe, das herodoteische Standbild auf dessen Hohenpriester

zu deuten, der das heilige Tier seines Gottes in der
die Statue bei Herodot ein König.

Hand
in

hielt.

Nun

ist freilich

Aber durch Griffiths scharfsinnige Unterworden, daß
des

suchung*
Titel

ist

festgestellt

dem

Xe^uiv einer
(stm)

der

des Hohenpriesters

Ptah von Memphis

steckt,

der bei Herodot ebenso irrtümlich zu einem Königsnamen ge-

worden

ist

wie der König

^epu)v,

in

dem

sich ja der bekannte

ägyptische

Name

für

den

»Pharao«

verbirgt.

Wenn

wir also
des

Xe^öüv richtig deuten,

so stellte die Statue in

dem Tempel

memphitischen Ptah dessen Hohenpriester
spricht

dar^.
in

Dem
Hand

widerträgt,

nun keineswegs

die

Maus, die

er

der

und

die, wie wir sahen, auf den Hohenpriester des Horus von

Letopolis gedeutet werden konnte.

Wie

sich namentlich aus

den

von Brugsch (Thesaurus 887
des Ptah von

ff.)

zusammengestellten Stellen von

memphitischen Hohenpriestern ergibt, bekleidete der Hohepriester

Amt

in

Memphis seit der Saitenzeit (etwa 700 v. Chr.)" häufig dasselbe dem benachbarten Tempel des Gottes Horus von Letopolis. Demnach
dafür,

spricht

alles

daß die Statue, welche Herodot im Heiligtum des Ptah
das heilige Tier, welches ihn als Hohenpriester des Gottes

=

Hephaistos sah, einen Hohenpriester dieses Gottes darstellte, und die Maus

in seiner

Hand war

von Letopolis bezeichnetet
Diese Hohenpriesterstatue
überlieferten Novelle
ist

nun der Ausgangspunkt der von Herodot
Eine
aber
ein
Griffith** bereits betont hat,
ist

vom König
die

Sethos oder besser Sethon geworden.

Reihe von Zügen sind darin ägyptisch, wie
der Kern
der Geschichte,

Deutung der Maus,
sich

nicht ägyptisch
ergibt,

ägyptischer Priester hätte, wie
religiös

gedeutet

aus

dem Vorstehenden

die

Maus
hat

sondern weist

nach einer anderen Richtung.

Man

früh

erkannt,
,

daß die von Herodot berichtete Vernichtung des Heeres des
Königs der Araber und Assyrer« mit der Niederlage des »Sanherib,

vXuvoiXfiipißog

')


*)

in

Form von Mädchen,
2)

Heinrich Schafer, dem ich diese Mitteilung verdanke, erinnert auch an die Spiegelgriffe die auf der Hand vor der Brust ein Kätzchen tragen, z.B. ÄZ. 41, 17.

Recueil

XXV,
bin

187.

')

Vgl.

LEFieuRE, Sphinx VI

S.

189

ff.,

VII S. 25

ff.,

ferner mag.

pap. XI, 15

»ich

die göttliche

(heilige)

Maus

(caviav),

die

in Sliim (Letopolis)

[wohnt]«.

— —

Stories of the

(Herodots

^) Aus diesem Grunde halte ich Wiedemanns High Priests of Memphis, S. 6ff. zweites Buch, 8.504) Ansicht für unwahrscheinlich, der die Gruppe auf den Gott

Horus und
^)

sein

heiliges Tier beziehen mochte.
z.

")

Recueil

XIX,

21

(=
*)

Dict. geogr.

,

740).

Man

könnte

B.

an

ein

Geschenk des Nachbartempels denken.
ff.

L.

1.

S. 4.

Vgl. auch

Masfero, Contes populaires- 156

1906.]

Wilhelm Sfiegelberg: Ägyptologische Randglossen

zu Herodot.

93
auf

Königs von Aschur«,
Jahves {nMf^

identisch

ist,

durch
»In

die Jerusalem

im Jahre 701

wunderbare Weise gerettet wurde.
^isbia)

selbiger

Nacht aber ging der Engel
sie alle

aus und schlug im Lager der Assyrer 185 000 (Mann), und als
tote Leichen.
. .

man
35

sich in der

Morgenfrühe erhob, siehe da waren
37, 36

Da

brach Sanherib, König von Aschur, auf, zog ab und kehrte heim

(II

K., 19,

— 36 = Jesaja

37').

Also das AT. und Herodot berichten von dem-

König dieselbe Katastrophe nur mit verschiedenem symbolischen Ausdruck. Das Ereignis, welches Sanherib zum Rückzug gezwungen hat und sowohl Tirhaka wie seinen Verbündeten Hiskia von Juda aus schwerer Not erselben
rettete,
ist

in

Wahrheit, wie

jetzt

allgemein anerkannt wird,

eine

Pest ge-

wesen, die das assyrische Heer so schwächte, daß sein Führer von weiteren
Operationen absehen mußte.
Jahves, Avährend
sie für

In der Sprache des

AT. war
6,

diese Pest ein Engel

Herodots Quelle eine Maus, das Symbol der Pest, war^.

Diese letztere Symbolik liegt
des Raubes
Israels

am

klarsten in

I.

Sam.
die

4 zutage,

wo

die infolge

der Bundeslade von der Pest heimgesuchten Philister,
sie

den Gott
sie

dadurch zu versöhnen suchen, daß

Lade zurückschicken und
(i^35>)

mit Abbildungen von Pestbeulen und fünf goldenen Feldmäusen

begleiten.

Durch

die

Weihung

des Pestsymbols will

man

also die Plage beseitigen,

ganz
soll.

wie Num. 21,9 die eherne Schlange den Schlangenbiß unschädlich machen

Die Philister haben die Pest symbolisiert durch die Verbildlichung ihrer Wir-

kungen (Beulen) und Ursachen (Feldmäuse).

Die Feldmäuse gelten als Träger

der Pest und sind daher ihr Symbol geworden.
Diese orientalische Anschauung hat auch in der griechischen Kultursphäre Ein-

gang gefunden, und die Gestalt des Apollon Smintheus^ geschaffen, der namentlich
in

der Troas verehrt und hier mit der Maus in der

Hand

dargestellt wurde.

Wie verhält sich nun die ägyptische Statue zu der Sanheribgeschichte? Im Lichte des alttestamentlichen Berichtes kann es keinem Zweifel unterliegen und bereits Wiedemann* hat das richtig erkannt daß die Novelle älter ist als das Denkmal. Sie ist nicht erst ätiologisch aus dem Denkmal entwickelt

,

worden,

sondern dieses hat die bereits fertige Geschichte

an

sich

gezogen.

Dabei war der Magnet das Tier in der Hand der Statue, das im Mittelpunkt
der Novelle steht.
Dieser wesentlichste

unägyptisch, er spricht

Zug der Erzählung erwies sich als meines Erachtens aber auch gegen die Annahme^, daß
zu suchen
sei.

die Quelle der herodoteischen Erzählung in jüdischen*' Kreisen

')

Ferner 2 Chr. 32,21.

Festschrift S. 867.

^)

Siehe
0. S.

Vgl. dazu Oestrup

a. a.

^) Vgl. zum folgenden J. Oestrup, Smintheus in der Nöldeke Wiedemann, Herodots zweites Buch S. 504, Pauly -Wissowa II S. 68. *) Herodots zweites Buch S. 504. ") So GRiFFnH, Stories 868.


in

of the High Priests S. 12,

der die Sethonlegende
betrachten möchte.

als

»the

product of Jewish intercourse with

Egypt

in the Saite dynasty«
®)

Ich gebrauche das

Wort

dem Sinne von

alttestamentlich.
in

Es mag auch

in jüdischen

Kreisen

der Grund

des

Rückzuges des Sanherib

der allgemein semitischen Symbolik oder

auch ganz realistisch erzählt worden sein, aber diese Kreise haben im AT. keinen Nachklang
hinterlassen.

94

Wilhelm Spiegelberg: Ägyptologische Randglossen zu Herodot.

[43.

Bnnd.

Gerade die Maus, welche eine andere symbolische Ausdrucksweise
der »Engel Jahves«, zeigt das deutlich. Kreise denken,

darstellt als

Ebensowenig darf man an griechische
in

denn Griechen hätten gewiß
in

Anlehnung an
in

die Figur

des

Apollon Smiutheus diesen Gott zu der ägyptischen Statue

Beziehung
in

gesetzt.

Nun
Tempel

]iat

Herodot seine Geschichte

Memphis, und zwar

dem

dortigen

Ptahtempel, gehört.

Hier aber befand sich zu Herodots Zeit südlich von diesem

eine pliönikische Niederlassung

\ die wohl schon lange vor Herodot
^oiviy.wv (TTpaTCTreSov

liier

bestand^.

Vermutlich waren die

in

dem

angesiedelten Tyrier

nicht die einzigen Semiten, die in Memphis wolinten, sondern es werden hier
zahllose andere Stammesgenossen,
also

gewiß auch
,

Xvcoi

oi

h

rr natAÄtcrr/wi

(II,

104),

Juden
,

,

ansässig gewesen sein
castra

(TTpuTc-e^ov

ludaeorum" mag

in seinen

und das aus römischer Zeit bekannte lov^otioüv Anfängen schon zur herodoteischen
Ich halte es

Zeit oder noch früher existiert haben.
lich,

nun

für sehr wahrschein-

daß die herodoteische Novelle

in dieser semitischen
ist.

Mischbevölkerung, in

den Fremden vierteln von Memphis, zu Hause
lieeres zur Zeit des

Unter ihnen lebte die Er-

innerung an den auch für Ägypten so bedeutungsvollen Rückzug des AssyrerSanherib infolge einer Pest, welche weite Kreise der semitischen

Kultursi)häre

mit

Ausnahme

der Juden

mit den Mäusen,

den Pesttieren,

in

Verbindung brachten.
Es
ist

In der unmittelbaren

Nähe

dieser semitischen Ansiedler

stand das merkwürdige Bild, ein königlicher
begreiflich,

Mann mit

einer

Maus

in der

Hand.

daß hier

das Denkmal
ist

die

Auslösung bringen mußte, welche
Zeugnis für den literarischen
7.

uns Herodot bewahrt hat.

Sie

ein unschätzbares

Verkehr zwischen Ägypten und den semitischen Ansiedlern im
christlichen Jahrhundert;

bis 5.

vor-

denn

in

dieser Zeit
sie

ist

die

Novelle in Ägypten so

heimisch geworden,
Ich

daß Herodot
namentlich

bereits stark ägyptisiert angetrofl'en hat.

denke, daß diese Sethonnovelle auch für den Alttestam entler das größte
beansprucht,

Interesse

nachdem

jetzt

Eduard Meyer'' auf

die

Be-

einflussung der alttestamentlichen Literatur durch die ägyptische nachdrücklich

hingewiesen hat.
risches Ereignis,

Wir haben hier den untrüglichen Beleg dafür, daß ein histodem Ägypten und das mit ihm verbündete Juda ihre Rettung

verdankten, in ägyptisch -semitischen Kreisen auf ägyptischem Boden eine Novelle
geschaffen hat.

Hier sind also nachweislich ägyptische und semitische Novellisten

gemeinsam an der Arbeit gewesen.
')

Herodot
Sie

II,

112

-sstoiy.icv-t Hl ro Tiusi>o<; -o\^to (sc.
c

das

rifxsvcc;

des Proteus) ^cIvixsq Tvsioi,

xccXiETCci
^)

hs b yji)^0(; ovtoq

rvrccTrcet;

Txjstuui'

T-jctTC-shzv.

geht

vielleiclit

in

letzter

Linie auf die

Ansiedelung von Kriegsgefangenen

in

den

Tempeln des neuen Reiches zurück. Vgl. Borchardt, ÄZ. 36, 84; Spiegelherg, Recueil XXI, 84; VON Bissing, ÄZ. 37, 79. Zur Zeit des Sesonchis I, (Schischak) kennen wir einen Tempel des Baal 7Ai Memphis (Berlin 8169 = Brugsch, Thes. 811). *) Die Israeliten und ihre Nachbar^) Siehe Wiedemann, Herodots zweites Buch S. 432. stämme S. 448 451 ff.

ff".,

e

]9Üt).]

Wilhelm Sfikgelberg: Ägyptologische Randglossen zu Heiodot.

95

4.

Ac))(«ju,

A5,ucx)(

=

auTOjLioAoi.

Etwa 56 Tagereisen südlicli von Meroe läßt Herodot (II, 31) eine Völkerschaft wohnen, welche ev ccvtojjloXqi »Überläufer« nennt. »Diese Überläufer aber (var. Acrn>iöt%), und dieses Wort bedeutet griechisch heißen A'(T%ocfx die zur Linken
:

des Königs Stehenden«

(II,

30).

Man
n

hat längst' erkannt

geäußert worden

nur zu Unrecht

ist

gelegentlich

ein Zweifel

daß das ägyptische Wort, welches Herodot übersetzt, smhj
ist,

^v

»links«

welches auch ägyptisch in P
X(TfjLoi,%

§ ^v. '---^ 5Am(y)'^ dieselbe

Metathese wie

X(j%cifjt.

neben

zeigt ^.

Indessen das kann nur eine »VolksepfjLYivevg,

etymologie« sein oder auch die Übersetzung eines

der auf Herodots

Frage nach der Bedeutung von

k(j%ccix

antwortete, das

und bezeichne die zur Linken des Königs Stehenden^. steht in gar keinem Zusammenhang mit der eigentlichen Bedeutung von
A(Tfxu%

Wort bedeute »links«* Denn diese Übersetzung
A(T%ocfx:

=

»Überläufer«

,

wie

sie ja

auch die ganze weitere Erzählung Herodots
als historisch

verlangt, die
auffaßt".

man
ist

jetzt

mit vollem Recht allgemein in ihrem Kern
I.

Danach

unter Psammetich

die

meuternde Garnison von Eleph antin
Äthiopien angesiedelt.
die

nach Äthiopien ausgewandert und hat sich in
rührte
ihr

Daher

Name

»Überläufer«, und dies

muß

eigentliche

Bedeutung des

ägyptischen W^ortes sein.

Nun
laufen«
^iilfm^j

heißt ägyptisch

ä'ä/w;'

:

i'mAy

»

vergessen «

,

und könnte sehr wohl mit
ein Partie,

zu ergänzendem »den Herrn«

(d. h.

den Pharao) die Bedeutung »abfallen, übersetzt

haben.

A(X%c4jU

oder

A(T(jlcc%

ägyptisch

imperf. activi

»vergessend«

=
ist.

»abtrünnig« voraus, in welchem das e des anlautenden
ä' assimiliert

Hilfsvokals sich

dem Bildungsvokal

hat und die enttonte

Endung

'^j

regelrecht abgefallen
Ich
die

glaube,

trotzdem sich für
Zeit

'^shP-m^j

var.

«iW/i^'

=

A(r%ötju

var.

Acr|Ufl6%

Bedeutung »Überläufer« zur
ist

noch nicht

inschriftlich erweisen läßt
will,

das

in der

Tat eine, wie mir aber scheinen
so läßt sich diese

Erklärung
\

Schwäche meiner Bedeutung doch aus der Grundbedeutung von
leichte

shmj smhj unschwer erschließen.

Vor allem aber wird nur
S. 268.

so die Herodotstelle

^)

Zuerst HoRRACK,

Revue

arch. 1862,

(passim) nach freundlicher Mitteilung von Gardiner.
*)


')

^)

Chabas- Lieblein, Papyrus de Turin

Siehe auch Sethe,

Verbum

I,

§

253,

6.

Also ganz wie in der Übersetzung von
^)

0«t«c in III, 26 (ÄZ. 42, 85).

häufige Titel Uj

Herodot erklärt den Ausdruck nicht weiter. Wenn man aber daran denkt, daß der mh hr wnmj n stn »Wedelträger zur Rechten des Königs« die rechte Seite als die
damit die zur Linken stehenden Soldaten
sich
als

Ehrenseite auffaßt, so sind
bezeichnet.
bei

Krieger zweiter Klasse

Darauf gründet
(I, 67).

wohl auch

die

weitere Ausspinnung der herodoteischen Angabe

Diodor
^)

Zuletzt Schäfer, Beiträge zur alten Geschichte IV, S. 152
ä
(statt

ff.

'')

Man mag

diesen Bil-

dungsvokal
142
ff.)

6)

dialektal

nach Recueil

XXIV,

S. 31

oder mit Maspero (Recueil

XXIV,

als

y.oivr,

der älteren Zeit erklären.

96
verständlich.

Wilhelm Spiegelberg: Ägyptologische Randglossen zu Herodot.

[43.

Band.

Die Meuterer von Elephantine
^sJfrrfj Acr%flt|U

ägyptische Truppen

»Überläufer«

oder ^sm^Jfj

X(T\xa,%
:

genannt,

ein

wurden Name, der von
Bei
die

Herodot durch den gleichlautenden shmj smhj »links« übersetzt wurde.
dieser Auffassung
ergibt
sich

auch,

daß

die beiden überlieferten

Formen

gleiche Existenzberechtigung haben.

Miszellen.
J^jes

prlsonniers sous

les

pieds

du roL
tres
le


seuil
si

M. de Bissing
a

.

{Az.

42_,

83)

emet

l'opinion
l'idee

que cette representation
le

courante

pu avoir son
porte,
foule

origine dans
ses

que

roi,

en

passant sur

dune

aux pieds

ennemis.
et quel

Pourquoi localiser d'une faQon

precise cette figuration symbolique

rapport intime y a-t-il entre un socle de statue et un seuil de porte?
tres simple et tres clair:
et

Le sens de ces representations me parait
le

c'est

roi
a

vainqueur foulant aux pieds ses ennemis,
ete
traitee
le

pas autre

chose.

Cette
soit en

idee

de differentes manieres par
des

les

artistes

egyptiens,

gravant sur
les

socle

statues royales les vaincus renverses dans les poses
la

plus bizarres,
le

comme dans

statue de

Kha-sekhem\ pour

citer le

monu-

ment
dans

plus ancien, soit en faisant ressortir leurs bustes en haut-relief,
articles

comme

les

precedents sur ce sujet, soit enfin,
les

d'une faQon tout-ä-fait
les

schematique, en gravant simplement

neuf arcs sous
ces
la

pieds du

roi.

On

retrouve

le

prototype

du second de

modes d'exprimer
ses

la chose,

d'une maniere symbolique et un peu naive sur

grande plaque de schiste de

Kom-el-Ahmar":

ä cote

du

roi

lui-meme massacrant un de
se

ennemis

et

en

foulant deux autres

aux pieds,

trouve un groupe curieux sur le sens du-

quel tous les commentateurs sont d'accord: l'epervier royal tient dans ses serres
l'extremite d'une corde qui aboutit aux narines ou aux levres d'un captif etranger

dont
avec

la tete

seule sort d'une masse rectangulaire qui n'est,

me

semble-t-il pas

autre chose qu'un socle sur lequel se dresse Tepervier.
les
II

L'analogie est frappante

statues

du Nouvel Empire, dejä

citees.

me

reste ä rappeler brievement les cas

oü nous voyons des prisonniers

foules aux pieds par le roi ou ecrases par lui, et devenus presque

un simple
les pein-

motif decoratif: on

les

retrouve sur des sandales^ de

meme

que dans

tures sur platre des dallages de palais a Teil el
ils

Amarna

et ä

Medinet-Habou^;

ornent

les

cötes

du

fauteuil

ou du char royal ^ ou

la balustrade

du kiosque

^) Wilkinson, QuiBELL, Hieracovpolis pl. XL. ^) Quibell, Hieracoupolis pl. XXIX. ') *) Petrie, Teil el Amarna pl. II; Daressy, Annales Manners and Customs (3"^ edition) III p. 366. du Service IV p. 166. Tomb of Thoutmosis IV pl. XII. *) LD. III pl. 76, 77; Carter,

1906.]

Miszellen.

97
sont alors geiieecrase.

d'oü

le

roi jette

des Colliers d'or ä ses liauts dignitaires'

:

ils

ralement attachcs au signe
ils

^

et ploient

sous

le

fardeau qui

les

Enfin
seuil
la

se tiennent agenouilles
cite
il

sous les barres de la litiere royale'^
il

Quant au
premiere
crois,

de porte
inline,

par M. de Bissing,
est difficile
la tete

est

possible

que

l'idee

soit

mais

de Taffirmer, cet objet etant, je

unique en
iie

Egypte,
dans

et surtout,

en question etant peu caracteristique et

donnant

pas Fimpression d'un type etranger.
les

Parmi

les

monuments analogues trouves

pays mesopotamiens,

il

en a ete decouvert dernierement un ä Suse^,

datant de l'epoque des patesis, qui porte a un angle une tete de lion en rondebosse.
la

Cette coincidence

me

porte a voir dans

le seuil

de Hieracoupolis plutöt

representation d'un genie familier,

d'une sorte de gardien

du

seuil,

dont

le

role serait d'ecarter de la porte les

mauvais sorts

et les

mauvais

esprits.

G. Jequier.

The goddess Ningal in an Egyptian

text.

In the papyrus

I

343 of Leiden
Q
AAftAAA AAftAAA


C=jjv

containing magical formulae directed against
tliat

/^^^^[ppl

m "^^ O» whatever
5-6):
8

may mean

oceurs

the foUowing passage

{recto 5,

^

.iixm:z:°^
Nkr mention of Rsp makes
the high god, and
his wife; the poisons
it
oi'

Rsp, and 'lim bis wife«.

The

evident that the deities here
Itrn.

am

unable to identify his wife

Babylonian Ningal, the wife

named are foreign: I The goddess Nkr is unquestionably the of the Moongod, whose name is speit in a similar
in

manner
as

b33

(read of course

bss)

the

old Aramaic inscriptions

of Nerab

(cf.

LiDZBARSKi,

Hdb.

d.

Nordsem. Epigr. glossary).

Her husband

is

here described

»the high god«, or rather »the god above<s

»the upper god«*, not an unthe parallelism with Pre,

suitable title

for a celestial deity: but in recto 2, 11
in

and the use of the words hft wbnf
the writer conceived

connection with his name,
as a

him

rather as a
recto 6, 1:

Sungod than
it

Moongod.
all

show that The same
events not

papyrus names
later than the

(Iwn ^-^
20th Dynasty.

dates from a period at

Alan H. Gardiner.
Futurum
I.

The origln of

the

Copiic tense

In

commenting on the words
I

^i

V^l\

Ou^
in a

-^

<cr>^i »the riourney?! which
from the end of the N.
-)

am going

to

make«, that occur
')

letter

K.^,

Prof. Spiegelberg

Oalte cCAtonou pl. 57, 65.
la reine

Davies, El Amarna UI

pl. 40.

Les
*)

captifs

manquent ä
la

la

litiere

de

qui ä part cela, est presque exactement semblable.

en

PerseW,
in

pl. II.

Memoires de

Delegation
ntr

*)

Not

to

be rendered »the god of the sky«, which would be Pi
joi

n Ü

hrt'.

this case too

one would expect nb instead of
p. 60.

ntr

corresponding

to the seinitic

p'äWa.

*)

Correspondances du temps des Rois-pretres,
Zeitschr.
f.

Agypt. Spr.,

43.

Band.

1906.

13

98
correctly observes

Miszellen.

Erschienene Schriften.

[43.

Band.

the Eiiglish »I

that we have here a periphrasis for the future tense like am going to do« and the Frencli »je vais faire«. He seems howis

ever to have overlooked the faet that this
Coptic tense "^hävCootm.
at present
(]

clearly an early instance of the
infinitive I

For the use of

m

and the

can only quote

^^^

a^vvaa

f y^ Anast.l 10, 4. 5; the usage was perhaps confined

to the verbs of motion.

Alan H. Gardiner.

Zur Lesung von ^=^ »Fürst«.
weise diesen Titel
als


,

ÄZ. 39, 137 habe ich vermutungsh^tj

Zusammensetzung aus einer Nisbeform
mit

des Wortes

"^^

h^-t

»Vorderteil«

dem Worte

^

»Arm«

erklärt.

Diese Deutung

scheint nun, wie
stein aus der Zeit

mir Georg Möller freundlichst

mitteilt,

durch einen Denk-

zwischen altem und mittlerem Reich im
bestätigt zu werden.

Museum von Kairo

(Saal

C Nr. 1588)

Dort erscheint ein:
hier

^^ "^7^ \IZ.£^^ ^
d
I

LW^

o

I

I

^
den
in

iWCU

^

Daß

es

sich bei

dem

<=^

,

geschriebenen Titel
die

um

Rede stehenden

Titel

^=^ handelt, wird durch

darauf folgenden

beiden Titel sichergestellt.

Kurt Sethe.
mitteilt,

Berichtigung.
ich

Wie mir Borchardt

beruhen meine Bemerel

kungen' über den Verbleib der Bruchstücke der Inschrift von Der

bahri, die

im vorigen Heft dieser

Zeitschrift behandelt habe, auf

einem Mißverständnis.
als

Die Steine sind nidit, wie ich sagte, bei der Restaurierung des Tempels
Baumaterial verwendet, sondern in den nördlichen, unbeschriebenen
des Tempels magaziniert, und diese

Kammern

sind

Kammern zum Schutz gegen Antikenmit Vergnügen hier
fest-

räuber vermauert worden.
zustellen die

Dieser Tatbestand, den
gibt

icli

Gelegenheit nehme,

uns erfreulicherweise die Möglichkeit,

daß

die Steine

später doch noch näher untersucht werden können,

wenn der

Service des antiquites, wie zu lioffen, dermaleinst jene Magazinräume zugänglich

machen wird.

Kurt Sethe.

Erschienene Schriften.
Aramaie Papyri,
druckblätter.

discovered at Assuan.

Edited by A. H. Sayce, with the assistance of A. E. Cowley

and with appendices by

W.

Spiegelberg and

London 1906.

Seymour de

Ricci.

Gr.

4.

79 SS. und 27 Licht-

Die Papyri sind großenteils von Robert

Mond -London

er-

worben und auf seine Kosten veröffentlicht. Karl Baedeker, Ägypten und der Sudan. Handbuch für Reisende. 6. Aufl. CLXXXVI, 419 38 Karten und Pläne, 59 Grundrisse und 57 Vignetten. Leipzig 1906. Aug. Bai 11 et, Les vases »oucheb« et »soeben« (Revue arch6ologique 1906, I, S. 52
Paris 1906.

SS.,

— 55).

')

ÄZ. 42, 92.

1906.]

Erschienene Schriften.

99

J.

Baillet, La Reunion de

la

Familie dans les Enfers egyptiens (Journal Asiatiqiie 1904, Nr. 20).
I.

Fr.

W.
.

V.

Bissing, Mitteilungen aus meiner Sauunlung.

—— ——

teilungen 1906, S. 55

Zwei Sarapis -Statuetten (Athen. Mit-

59).

Denkmäler ägyptischer

Skulptiu".

Li ei". 2

4.

Fol.

München

1906.

Ludwig Borchardt,
Skulptur, Lief.
,

d,

Denkmälern ägyptischer und 2 (Göttingische Gelehrte Anzeigen 1906, Nr. 7, S. 552— 559). Nilmesser und Nilstandsmarken (Anhang zu den Abhandhmgen der Kgl. Preuß. Akademie Wiss. vom Jahre 1906). 4. 55 SS. mit Textabb. und 5 Taff. Berlin 1906.
Freiherrn von Bissings
1

Besprechung von Fr.

W.

James

H. Breasted, Ancient records of Egypt.

Historical

documents from the
8.

earliest times to

the Persian conquest, coUected, edited and translated with commentary. dynasty).

Vol. III (the nineteenth

IV

(the twentieth

to

the twenty-sixth dynasties).

XXVIII, 279 bzw. 520 SS.

Chicago 1906.

——

,

The Temples

of

Lower Nubia. Report
8.

of the

work

of the Egyptian Expedition 1905
I.

— 1906.

(The oriental Exploration Fund of the University of Chicago, Egyptian Section
Journal of Semitic Languages 1906.)

American

64 SS. mit vielen Abbildungen.

Jean Capart,
T. LIII.

Bulletin critique des religions de l'Egypte 1905.
S.

(Revue de

l'histoire

des religions.

1906.

307—358.)

Brüssel 1906.

Catalogue general
E.

des antiquites egyptiennes du
Fol.

Musee du

Caire:

Gaillard

et

Daressy, La
Frangais

faune momifiee de l'antique P^gypte.

158 SS.

65 Taff.

Paris 1905.
l'Institut

Chassinat, H. Gauthier & H. Pieron,
d'Archeologie Orientale du Caire.
et la

Fouilles

de Qattah (Memoires de
4.

Tome XIV).
XII).
4.

IX, 79 SS. und XVIII
l'Institut

Taff.

Kairo 1906.

Jean Cledat, Le Monastere
logie Orientale

Necropole de Baouit (Memoires de
167 SS. und 111 Taff.
Part
III.

Franqais d'Archeo-

du Caire.

Tome

Kairo 1906.
of

N. de G. Davies, The Rock Tombs of El Amarna.

The tombs

Huya and Ahmes.
London 1906.
Carter.
4.

With an Appendix on Egypt, edited by F. LI.
Naville.

the

Greek

Graffiti

by Seymour de Ricci (Archaeological Survey of
4.
life

Griffith.

15th Memoir).

XI, 44 SS. und 40 Taff.

Theodor M. Davis, The Tomb
Description

of Hatshopsitu.

The

and monuments of the Queen by Edouard

of the finding and excavation of the tomb by

Howard

XV,

112 SS., mit 15 Taff. und zahlreichen Abbildungen im Texte.

London 1906.
45,5X30,5 cm).
2.

Alex. Dedekind, Photographische Reproduktionen der Inschriften der Nainarut- Statue aus der
Kaiserl.

——

Sammlung

altägyptischer Objekte.

(8 Lichtdrucktafeln

Wien

1906.

,

Des Ägyptologen Ernst von Bergmanns Leben und W^irken.

Auflage.

8.

17 SS.

Wien

(Frick) 1906.

Adolf Erman,
,

Bericht über das Wörterbuch der ägyptischen Sprache (Sitzungsberichte der Kgl.
d.

Preuß. Akademie

Wiss. 1906, IV, S. 88
(in:

90).

Berlin 1906.

Die ägj^ptische Literatur

Teill, Abt. VII, S. 28

Die orientalischen Literaturen.

Die Kultur der Gegenwart,

39).

Berlin

und Leipzig 1906.
la

George Foucart,
,

Sur

la

decoration des vases de

periode dite de Neggadeh (Comptes rendus
Paris 1905.

des seances de l'Academie des Inscriptions et Beiles -Lettres 1905, S. 257).

Un Temple
I

Solaire de l'Empire
:

——

Memphite (Journal des Savants.
II.

Juli

1906).

,

Ausführliche Besprechung von

Egyptian Research Account. lOth Year. Saqqarah, Mastabas.
S. 185

Part

by Margaret A. Murray (Revue archeologique 1896.

— 193).

Fraas, Wüstenreise eines Geologen in Ägypten (Zeitschrift »Kosmos« 1906). F. K. Ginzel, Handbuch der mathematischen und technischen Chronologie. Das Zeitrechnungswesen der Völker. I. Band. Zeitrechnung der Babylonier, Ägypter, Mohammedaner, Perser usw.
8.

XII, 584 SS.

Leipzig 1906.
Stelse,
etc.

H. R. Hall,
British

Coptic and Greek Texts of the Christian Period from Ostraka,

in

the

Museum.

4.

XI, 159 SS., 100 Taff.
sein

London 1905.
sein

H.

Hartleben, Champollion,
2 Bände.
8.

Leben und
SS.

Werk.

Mit einem Titelbild, einer Tafel und

19 in den Text gedruckten Abbildungen, sowie mit Einführungen von G. Maspero und Ed. Meyer.

XXXII, 593 bzw. 636

Berlin 1906.
4.

Hermann Junker,

Grammatik der Denderatexte.

VIII und 207 autograph. SS.

Leipzig 1906.

100
Johannes
Leipzig

Erschienene Schriften.

[43.

Band. 1906.]

Lei[)oldt,
(in:

Verzeichnis der Koptischen

Handschriften

der Universitätsbibliothek zu
,

K. Völlers, Katalog der islamischen, christlich - orientalischen

jüdischen und sama-

ritanischen Handschriften der Universitätsbibliothek zu Leipzig).

Leipzig 190B.
in

— —

,

Ausführliche Besprechung von

W.

E.

Crum's Catalogue of the Coptic Manviscripts
S.

the

British

Museum

(Zeitschrift

der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, GO,

679

— 687).
VHl^
Faculte

Oskar

V.

Lemm,

Iberica (Memoires de l'Academie Imperiale des Sciences de St-Petersbourg,

Serie.

Classe Historico-philologique Vol.

VH,

Nr.

ß).

4.

39 SS. mit 2 Taff.

St.

Petersburg 1906.
la

Alexis Mallon, Une Ecole des Savants Egyptiens au Moyen Age (Melanges de
Orientale de l'Universite Saint- Joseph I, S. 109

131).
8.

Adolf jMichaeiis,
325 SS.

Die archäologisclien Entdeckimgen des neunzehnten Jahrhunderts.

Leipzig 1906.

VHI und

Enthält auch gute Übersichten über die ägyptischen Ausgrabungen.

Alexandre Moret, Diplomatie pharaonique (Revue de Paris Edouard Navilie, La Religion des anciens Egyptiens. Six
France (Annales du Musee Guimet.
Paris ]i)06.

1906, S. 71

94).

Conferences

faites

au College de
8.

Bibliotheque de Vulgarisatiou, tome 23).

IH, 273 SS.

— — Le dieu de Inscriptions — — Karl Richard
,
,

l'Oasis

de Jupiter

Ammon

(Comptes rendus des seances de l'Academie des
8.

et Beiles Lettres

1906, S. 25).

8 SS.

Paris 1906.

Lepsius (Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 51, S. 659
in Sinai.

— 670).

W.

M. Flinders Petrie, Kesearches
London.

XXIV, 280

SS., 186 Photographien und 4 Karten.

— — Migrations (The Huxley Lecture 1906. — Ägyj)ten auf 4 — 16 behandelt.
,

for

.lournal of the Anthropological Institute, Vol. 36).

ist

S.

,

——

,

The Hyksos (Man. 1906, Nr. 75). The Religion of ancient Eg^pt. 8. 98 SS. und

1

Taf.

London 1906.

Alfred Rahlfs, Anzeige von W. E. Crum's Catalogue of the Coptic Manuscripts in the British Museum. London 1905 (Göttingische Gelehrte Anzeigen 1906, Nr. 7, S. 579 — 589). E. ReviUout, Le pajjyrus moral de Leide. (Journal asiatitiue, X™"= Serie, Tome VIII, S. 83 148.) Marc Rosenberg, Ägyptische P^inlage in Gold und Silber. 4. 12 SS. Frankfiu-t a. M. 1905. Heini'ich Schäfer, Die sogenannte »Stele de l'exconununication« aus Napata. Ein angeblicher

Religion.skampf im
Leipzig 1906.

Äthiopenreiche.

(Klio,

Beiträge

zur

alten

Geschichte, VI, 287

— 296.)

——
Kurt

(Sitzungsberichte der Kgl. Preuß.

und K.Schmidt, Die ersten Bruchstücke christlicher Literatur in altnubischer Sprache Akademie d. Wissensch. 1906, S. 774 785). Sethe, Urkunden der 18. Dynastie. VI. VII. Historisch -biographische Urkunden von Zeit-

genossen
mosis'
III.

der Hatschepsowet.

VIII.

Historisch -biograj)hische

Urkunden aus der

Zeit Thut-

(mit Inhalt des 2. Bandes der IV. Abteilung).

(Urkunden des Ägyptischen Altertums,

herausgegeben von Georg Steindoiff.
J. J.

Vierte Abteilung, lieft 6

8.)

Leipzig 1906.
18.

Smirnoff, XAAf (Berl. Philol. Wochenschrift Wilhelm Spiegelberg, Ägyptisches Sprachgut
Urkunden der
Perserzeit
siebzigsten Geburtstag gewidmet).
8.

Nr. 33/34, 1906,
in

vom

August 1906).

den aus Ägypten stanunenden aramäischen

(Sonderabdruck aus: Orientalische Studien, Theodor Nöldeke zum
23 SS. Gießen 1906.
(Der Volksmund, Bd. VI).
1906).
,

Alfred Wiedemarin,

Altägj^ptische

Sagen

und Märchen

8.

VII,

—— —— ——

153 SS.
,

Leipzig 1906.

Die Zeichenkunst im alten Ägypten (Die

Umschau X, Nr. 40 und

41,

,

Ägyptische Religion (1904

— 1905).

(Bericht im »Archiv für Religionswissenschaft«

Bd. IX,

S. 481
,

— 499.)

Leipzig 1906.
(Jahresberichte der Geschichtswissenschaft 1904,
I,
1

Ägyj)ten (1904).

24.)
4.

Walter Wreszinski,

Ägyptische Inschriften ans
in

dem

k. k.

Hofmuseum

in

Wien.

VII.

und

215 autogr. SS. und 5 Taff.

Lichtdruck.

Leipzig 1906.

Leipzig, J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung.

Verantwortl. Redakteur Prof. Dr. G.

Steindorff, Leipzig, Waldstr.

52.

Berlin, gedruckt in der Reichsdruckerei.

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

[43.

Band.

1906.]

101

Poesie aus der Spätzeit.

Von Hermann

Junker.

Wer

in

ägj^ptischen Texten

nach schöner Literatur suchte, pflegte an den
,

Tempelinschriften der gTiechisch- römischen Epoche vomberzugehen
gelten als
gibt es

denn

sie

der T^^-pus einer erstarrten
i^ühmliche

manche
B. finden

und formelhaften Sprache. Und doch Ausnahmen unter ihnen, die sehr wohl ein beIn Den-

scheidenes Plätzchen in der ägyptischen Poesie beanspi-uchen dürfen.

dera

z.

sich

kleine Festlieder

und Hymnen, welche Wortspiel und

Alliteration,

die beiden besonders

in der Spätzeit

zum

Überdi-uß gebrauchten

Hilfsmittel yerschmähen, dagegen

Metrum und
sie in

Parallelismus benutzen

und im

Strophenbau eine Klarheit zeigen, wie
erreicht

wenigen ägyptischen Gedichten

worden ist. Bemerkenswert

ist

das Auftreten des Refrains (und der Gegenstrophe), der

Aor oder nach jeder Strophe, oder freier
zu b und

am Anfang und Ende

des Liedes gerf";

sungen oder yon dem folgenden Liede übernommen wird;
c.

ygl. la^ zu

la*

yollkommen gesichert; Hebungen^ yor; doch begegnet die Bestimmung des Metrums im einzelnen manchen Schwierigkeiten, die aber wohl
Die Existenz
ist

des Metrums

in

einigen Liedern

es

kommen Verse

mit zwei,

di-ei

und

xiev

mehr auf unsere mangelhaften Kenntnisse der metrischen Gesetze in der ägyptischen Poesie zurückzuführen sind; zudem muß man in den religiösen Liedern
der Spätzeit damit rechnen, daß
sie

wie

in der

Sprache so auch in der Vor-

tragsweise von der des Volkes geflissentlich abweichen.

A. Inhalt und Übersetzung.

L

Liederkranz zu Ehren der Göttin des Weines.
Mariette, Dendera
I

31

ist

die

feierliche

Überreichung des

mnw -Kruges

an Hathor wiedergegeben, die an der Rückwand der Opferhalle" dargestellt
ist.

Zwischen dem König, der den Krug mit seiner Rechten darreicht, und
') D. h. vollbetonten Worten; das Nähere bei der Übersetzung und im Kommentar; über Betonung oder Tonlosigkeit der Worte in der Poesie vgl. Max Müller, Liebespoesie S. 10

die

Anm.

3;
^•^

Erman, Bruchstücke koptischer
I^TI
f.

Volksliteratur S. 44

fF.

n

c^
43.

'^^b-^'^^P der zweite Saal hinter der Vorhalle.
1906.

Zeitschr.

Ägypt. Spr.,

Band.

14

102

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

[43.

Band.

der Göttin, die auf ihrem Throne
in Vertikalzeilen.

sitzt,

findet sich ein langer poetischer

Text

Es sind die Lieder, die

am

20.

Thot bei dieser bedeutungs20
^^37„

vollen* Zeremonie vor der Herrin der Trunkenheit, der Freude und des Tanzes

gesungen wurden:
'^^^^l

in ihrer Titulatur steht (3Iar.,
§}<^-tw

Dend.

III

v):

n ltltT
mnwund der
Fest

j^ofö^XlM-^i nh.t mnw

n h-s

tpj

Uh.t ssw 20 »Herrin des

Kruges, deren

Ka man

(den

mnw -Krug)'

zuerst bereitet
• •

am

20. Thot«;

Kalender Denderas gibt an:

^"^lü^

"^jp"^

%

^^ »20. Thot

der Trunkenheit der Herrin Denderas«"*.

Über und unter
Schrift:

— 8 der obengenannten ^^^^' P^^VSI^^P^^Ö
Zeile 4

Inschrift steht in größerer
^'*'^ '^^^

^^^••••*^

P^

"^^-^

^^s
Der
,

der König (?) zu Hathor sagt,

um

diesen mniü'-Krug zu verherrlichen«.

Text beginnt mit einer poetischen Schilderung der kostbaren Bestandteile
denen der Inhalt des Kruges bereitet wird, wobei beachtensAvert
Es folgen dann, mit Zeile 10 beginnend, die Lieder a,b,c,d.
a. ist,

aus

daß die

einzelnen Strophen meist durch einen Zwischenraum voneinander getrennt sind.

Vier zweizeilige Strophen, jede von einem zweizeiligen Refrain gefolgt,
ist

der durchsichtige Bau dieses kleinen Liedes.
;

Der Parallelismus

ist

streng

durchgefiihrt

die Verse haben meist zwei Hebungen.
1.

Es kommt der Pharao zu tanzen,

Er kommt,
seine

(dir)

zu singen.
sieh,

Herrin!
des

wie er tanzt;
sieh^

Braut
2.

Horusf

wie er hüpft.

Der Pharao, dessen Hände gewaschen,
Dessen Finger rein sind,
seine

Herrin!
des

siehj

wie er tanzt;
siehj

Braut
3.

Horusf

wie er hüpft.

Wenn

er ihn dir opfert.

Diesen mnw-Kvng.
seine

Herrin!

sieh,

wie er tanzt;
sieh,
vgl. §

Braut des Horusf
')

wie er hüpft.
auch die darauf bezüglichen

Sie hat eine

tiefere
I

mythologische Bedeutung;
III 79.

Denderas Mar., Dend.
Denderatexte«
*)
'')

zitiert.

166;
')

Namen

^)

Ellipse

nach

278; so immer die »Grammatik der

Siehe unten S. 120.
in
tf|j

Ob

stn, so

daß JH

zu verbessern wäre?
zur Hervorhebung umgekehrt geschrieben,
selten,
Ic.
.

Der Name der Göttin
tw

ist

^)

^

e.

=^ r

^1

für

i

ist

meist bedeutet dieses Zeichen n/r,

während <?0 für

i

steht;

vgl.

jedoch ^Iar., Dend.
I

II

]\^\ \^
4t
I I I I
I

=
Ä
Xf

dd

tw.

I

I

'')

Siehe Mar., Dend.
7. 8. 9.

31 Z. 4

„y,

s<^n

mnw

pn; zu

Q

als

Ideogramm

für

mnw

vgl.

auch Z. 1.5.

1906.]

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

103

4.

Sein Herz

ist

geradej aufrichtig sein Leibj
ist

Kein Dunkel
seine

in seiner Brust.
sieh_,

Herrin/
des

wie er tanzt;
sieh,

Braut

Horus!

wie er hüpft.

h.

Dieses Lied hat einen freieren Bau.

Die erste Zeile knüpft an a an, aus

dem auch Strophe 4 herübergenommen
1.

ist.

Goldene! wie schön

ist

dieses Lied!

Wie
Er
2.

das Lied des Horus selbst.

Es singt der Sohn des Re den Sang des Ober-sm6y,
ist

das Horuskind, der göttliche Sänger.

Er verringert dein Brot nicht, Er vermindert deine Speise nicht,
Sein Herz
ist

gerade ^ aufrichtig sein Leih^
ist

Kein Dunkel
3.

in seiner Brust.

Sein Abscheu

ist ist ist

die Trauer deines Ka,
(dein)

Sein Abscheu Sein Abscheu

Hunger und

Durst,

das Leid der Sonnengöttin.

c.

I

Das folgende Lied scheint besonders beliebt und
kannt gewesen zu sein, denn es
ist

in weiteren Kreisen be-

uns noch in zwei Rezensionen erhalten,

von denen die eine
Inlialtlich

(/6)

in

einem Saale in Dendera, die andere

Ptolemäertempel zu Theben
ist

nördliches Karnak

(7)

in

einem

steht \

es

das

schönste.

Es beginnt mit einer Anrufung an die
(2).

Göttin

(1),

der ein kleiner,

am

Schlüsse wiederkehrender Refrain folgt
,

Der

eigentliche Text zerfällt in zwei auch

erstem

(3)

die

im Metrum verschiedene Teile in deren Huld der Göttin auf den König herabgefleht wird, während der

zweite (4) dessen treue

und

aufrichtige Gesinnung versichert.

Die Verse in
die Übersetzung
1.

1

und

2 haben drei
I

Hebungen,

in 3 deren vier.

Im folgenden

nach Mar., Dend.

31, der vollständigeren Rezension.

Schöne! o i^hw.t! o Große!

große Zauberin! o seine Herrin! Herrliche! Götterkönigin!
2.

Es verehrt dich der Pharao

Götterköniginj er verehrt dich
3.

gib, daß er lebe!
gihj,

daß

er lebe!

Schau' ihn, Hathor, seine Herrin,

Sieh ihn, Hathor, seine Herrin,

vom Khhw her; vom Horizont her;
her;

(
1)

hör' auf ihn, Nesert,

vom Ozean
A.

Siehe Dum., Geogr. Inschr.

II,

LXXVIII

U*

104
Blick'

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

[43.

Band.

auf ihn, Grötterkönigin

,

vom Himmel, von

der Erde her;

4.

Von stt, von tmhw, von m^nw, von bihw her; Von allen Landen und Orten her, an denen deine Du siehst, was in seinem Innern ist, Ob auch sein Mund nicht redet.
Sein Herz
ist

3Iajestät erglänzt.

gerade, aufrichtig sein Leib^
ist

Kein Dunkel

in seiner Brust.

Er

verehrt dich^

o

Götterkönigin

gibj

daß

er lebe.

d.

d besteht aus zwei Strophen, denen ein aus a herübergenommener Refrain
vorausgeschickt wird'.
1.

Die Verse haben fast ausnahmslos zwei Hebungen.
tanzen^
singen.

Er kommt um zu Er kommt um zu

Mit seinem Brot in seiner Hand,
Nicht läßt er verderben das Brot auf seiner Hand,
Seine Speisen sind rein auf seinen Ai-men,

Denn

sie

kommen

aus

dem Horusauge,

Und
2.

er reinigt,

was

er dir opfert.

Er kommt um zu Er kommt um zu
Sein dhh.t

tanzen^
singen.

ist ist

aus twn. aus Binsen,

Sein Korb

Sein Sistrum aus Gold,
Sein mnt.t aus südlichem Grünstein.
Seine Füße eilen zur Herrin des Jubels,

Er tanzt

ihr,

und

sie

liebt sein

Tun.

n.

Hymnus am
In

Neujahrsfeste.

(Mar., Dend.

IV

30.)

dem

kleinen Säidentempel des Daches steht neben den bekannten poeti-

schen Anrufungen an das Jahr* ein
bei der Feier des neuen Jahres

auf

Hymnus an Hathor, den man dem Tempeldache sang, wenn
Re zu schauen.
fiinf

besonders
die Göttin

dort weilte,

um

das Antlitz ihres Vaters

Das Lied besteht aus

zwei verschieden gebauten Teilen zu je
ersten Teil ist ungefähr:
a)
b)

Strophen.

Das Schema

für

den

N. N., preiset die Hathor, die Herrin Denderas,

N. N., verehret {snd)

sie;
dasselbe zu schlecht erhalten, als daß die

*)

Ein gleich gebautes Lied folgt auf d; doch
sich lohnte.

ist

Wiedergabe

^)

Brugsch, Thes. 221ff.

1906.]

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

105

fiir

den zweiten:
a) Verehret
b')

(snd) die Hatlior in allen Landen,
ist

Denn

sie

die N. N.

Siehe auch unten S.122.
a)
1.

Neunheit des Re, preise Hathor, die Herrin Denderas!
ihr Götter all, verehret die Hathor, die Herrin Denderas. ihr Göttinnen all, jubelt Hathor, der Herrin Denderas, zu,
ilir

2.

großen Götter,
des

verehret Hathor,

die Herrin Denderas.

3.

ihr Götter, betet sie an,

Dem Diadem
4.

wenn man ihr lobsingt, Re, in dem seine Kraft ist.
sie!

große Neunlieit, preise

Verehre sie in allen Landen!
5.

kleine Neunheit, gib ihr Preis, der Hathor, der Herrin Denderas,

Wenn
b)

sie

ruht in ihrer Kapelle, gleich

Re

alltäglich.

1.

Verehret Hathor, die Herrin Denderas, in allen Landen,

Denn
2.

sie

ist

die Herrin der Furcht.

Verehret Hathor, die Herrin Denderas, reich an Jahren in allen Landen,

Denn
3.

sie

gibt Alter

dem, den

sie liebt.

Verehret Hathor, die Herrin Denderas, in allen Landen,

Denn
4.

sie

sendet die Rachegötter gegen die Feinde.

Verehret Hathor, die Herrin Denderas, in allen Landen,

Denn
5.

in

ihrem

Namen

entstehen Feuersgluten.

Verehret Hathor, die Herrin Denderas,

Denn

sie

ist

die Herrin aller Lande.

m.
Das Lied der sieben Hathoren.
(Mar.,
In

DendmGOe— A
Wände

=

Dübi., Res.

XLV.)

dem

südlichen schmalen Gange,

der zwei Abteilungen der Krypte 5

verbindet, sind, auf die beiden

verteilt, die sieben

Hathoren

dargestellt,

wie

sie

der großen Hathor von Dendera zu Ehren das Tamburin schlagen \
ist

An
net,

der Tür, die zu diesem Gange führt,

das nachstehende Lied aufgezeich-

an das die Beischriften der Darstellung, Titel und Sprüche, auffallend

liäufige

Anklänge besitzen.

Jeder der fünf Strophen folgt, mit
strophe
,

Ausnahme der
du

letzten, je eine
. .

GegenDie

die stets mit

^^ ^37 ...» denn
ist

bist die Herrin

.

«

beginnt.

Verszahl der Strophen

nicht konstant; die meisten Verse haben zwei He-

bungen.
^)

Dieselbe Darstellung befindet sich in

dem

westlichen Gange der Krypte 8, die mit Krypte 5

auf einer

Höhe

liegt.

;

106
1.

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

[43.

Band.

Wir schlagen deinem Ka das Tamburin, Wir tanzen deiner Majestät, Wir erheben dich, hoch bis zum Himmel
Denn du
bist

hinan.

die

Herrin der shm,

Des mni.t und des Sistrums,
Die Herrin des Spieles, deren
2.

Ka man

musiziert.

Wir
Wir Wir

preisen deine Majestät alltäglich,
an, bis daß die Erde hell wird.

Vom Abend

sclüagen die Pauken vor deinem Angesicht,

Herrin in Dendera!
loben dich mit herrlichen Gesängen,

Denn du

bist die

Herrin des Jubels, die Königin des Tanzes;

Die Herrin der 31usik, die Königin des Harfenspiels; Die Herrin des Reigens, die Königin des Ki-änzewindens Die Herrin der Myrrhen, die Königin des Tanzes.
3.

Wir Wir Wir

verherrlichen deine Majestät,
preisen vor deinem Angesicht,
erlieben deinen

Riünn
Herrin der Lieder,

Über den der Götter und Göttinnen.

Denn du

bist die

Die Fürstin des Bücherhauses, Die große SsLt an der Spitze des vSchreibergemaches.
4.

Wir Und Wir

erfreuen deine Majestät alltäglich,

dein Herz jubelt,

jauchzen,

wenn du unsere Lieder wenn wir dich schauen,

hörst;

Alle Tage, alle Tage,

Und

unsere Herzen frohlocken beim Anblick deiner Majestät.

Denn du

bist die

Herrin des Kranzes,

Die Herrin des Reigens,

Die Herrin der Trunkenheit ohne Ende.
5.

Wir Wir Und

jubeln vor deinem Angesicht, musizieren deinem Ka,
dein Herz jauchzt über unser Tun.

W.
Prozessionslied.
(Dum., Res.

XLVI 9—12.)

Das folgende Lied steht an einem der Fenster der Nordtreppe und wurde gesungen, wenn die Prozession zmn Tempeldache zog; der Anfang des Textes Es ist mis leider nur weist u.a. unzweifelliaft darauf hin (s. unten S. 126).
bruchstückweise erhalten, doch genügt das Vorhandene,

um

uns den klaren und

'

1906.]

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

107

logischen

Aufbau erkennen zu

lassen.

Als eine Art .Vntiplion gclit jeder der

vier viergliedi-igen Strophen eine zweigliediige voraus,

und jede der
ersten.

vier Strophen

beginnt mit

nhm n-t

«es jubelt dir zu«.
di-ei

Von den

vier parallelen Versen der

Strophen enthalten die
drei

letzten die

Ausführung des

Die Verse haben

Hebungen, der
1.

letzte jeder

Strophe jedoch nur zwei'.
ist
es_,

wie schön

und wohl
der

wenn

die

Goldene gedeiht^

Wenn

die

Goldene erstrahlt und gedeiht.

Es

Jubelt dir

Himmel mit

seinen Göttern zu;

Es preisen dich Sonne und 3Iond, Es verehren dich die (männlichen) Götter, Es jubeln dir die Göttinnen zu.
2.

wie schön

und wohl

ist

eSj

wenn

die

Goldene gedeiht^

Wenn

die

Goldene erstrahlt und gedeiht.

Es

Jubelt dir der Erdkreis zu;

Es tanzen

dir die Tiere in Freuden,

Es preisen dich Ägypten und die Länder,
Bis hin zur Nenet auf ihren vier Enden.
3.

wie schön und wohl

ist

eSj

wenn

die

Goldene gedeiht^

Wenn

die

Goldene erglänzt und gedeiht.
dir

Es Jubeln

zu

Dir jauchzen die Fremdländer zu.
wie schön

und wohl

ist

eSj

wenn

die

Goldene gedeiht.

Wenn

die

Goldene erglänzt und gedeiht.

Es

Jubeln dir die 3Iänner zu ....

B.

Text und Kommentar.

1.

^-4^^^— l)Y^iQ^ (l]"^1

^)'-^

stn-bjtj pr-c}

hnj-f

\J

'^^ ^^c^
^^

^^
f]

hnw.t-f mj-t hnj
^^
^'^

^v "^^ ^

^'^^ mJ-t ssp

^) ^)

Vgl.

Max Müller,
als

Liebespoesie

S.U.

^)

Der Text

ist

nach einem Abklatsch revidiert.

Die Stellen, die

Refrain usw. wiederkehren, sind im folgenden unterstrichen.

108
Vers
1

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

[43.

Band.

dort finden:

y-n-f hnj-f —

kehrt

iii

d

als

Refrain wieder,
ij-n-f snsn-f zeigt,

und
wie

die Fassung,
ini

in der

wir ihn

ersten GMiede das Personal-

pronomen / durch stn-hjtj pr-^i ersetzt ist. Aber das EirLfiigen dieser allgemeinen Titulatur des Königs ist offenbar nur ein Ausweg. Da wo in Liedern, die auf den König gedichtet sind, zum erstemnal von ihm die Rede ist, mußte
der

Name

des jeweiligen Herrschers eingesetzt werden, wie es
r lehrt

uns

u. a.

die

thebanische Rezension von
leere

\

In Dendera,
sich

Kartuschen finden, behalf

man
iV.

im Opfersaale nur mit der Einfügung von pr-^L Die
sich

wo

Vorlage lautete also etwa: 0>/iV.

^-#^''u=_;

zum Vergleich

diene

aus

der

koptischen Poesie: Tuki, Rituale Trqo:

»Lasset uns weinen in lauter Klage:

npeqcyiMooiT

iiä.ii

ninpecfiTTepoc eTTe^iHOTT
bJiiSiiK

niM
der uns den
2.

— Vater
Namens

Über unseren
N. N.
«^;

Meister,
vgl.

Weg

wies,

den geehrten

Priester,

auch Strophe

Da man

sich

bei

dem Singen

des Liedes mit der bloßen
wii-d,

ohne die Titulatur

unschwer

feststellen: ijn

Substantiv enttont wird,

N.N. ^nj-f Mährend

begnügt haben
ij-n-f snsn-f,

läßt

Nennung des sich das Metrum
mit folgendem
ist.

wobei also

ijn

die

Form mit

Suffix betont

[^

nach d sicher aus

OV

verderbt; für die

n-Form

vgl.

§

13P.

jl-^-

Das im ganzen Liede gleichmäßig gesetzte Determinativ ergibt für hnj

hier sicher die Bedeutung: tanzen; sonst

kommt
;

es

auch allgemeiner

als:

singen,

musizieren vor,

z.

B.

LD. Text

II,

228
I

J*J

Mar., Dend. IE

20v ^(2^.

Die Darstellung Mar., Dend.
es ist

31 zeigt zwar den König nicht tanzend, aber

wohl

sicher,

daß

er, d.i.

der Priester, bei der Darreichung des 7WWiü-Kruges

einen religiösen Tanz aufföhrte.

Die sdm-f-Form hnj-f
,

final

nach

§

124.

J\
f|

^

.

Die Parallelen zeigen

doch scheint

in der Spätzeit

überhaupt

und 7^ des n^l

öfteren promiscue gebraucht zu werden.

interessante, aber

ungewöhnliche Schreibung
Rochem., Edfu
JVIar.,

^

Snsn preisen, loben,

singen.

Varr.:

"^0^

d\

"^0"^

H

69;

"^flO^

Mar., Dend.
kzi^a^aa^a

ni 61a

(vgl. § 11).

snsn parallel hnj auch

Dend. EI 20 v: Hathor

^^^
1)

seine,

d. h.

des Königs Herrin; so auch

c\

^1

rv"^-^--

Vgl. Pap. Berlin 3049, S. 5,

und

die

Bemerkung Schäfers ÄZ. 34, S.167 Anm.
&.-2k.*.M...

2.


d.i.

^) Aus dem Liede beim Tode eines Priesters: •v|/*.Ai Metrum: Adam, Melodie: Werde Licht, werde Licht

h5(^oc

(S'io-ycoiru
')

(S'ioTioim

= Trauermelodie. —

Nach der obigen

Verbesserung

ist

das erste Beispiel § 275 zu streichen.


1906.]

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

109

-.v\

.

In der offiziellen Liste ilirer

Namen und

Titel (Mar.,

Dend.

I

25)

wird Hatlior genannt: ütI
Vgl. RocHEM., Edfu
ist
I

^^ 9^^
I

Hathor, Herrin Denderas, Frau des Horus.

50

I

v\

/

m

^

^

^^

sj

m

hm.t-itn n.t Hr-ühwtj »Sie

die königliche

Gemahlin des Horus des Horizontischen«.

D 4^^*^ oder sps tanzen; ursprünglich wohl ein vierradikaliges redupliziertes

Verhum
I

*spsp',

wie
II II

^ Mar., Dend.
Ji

III

21, knkn usw.; vgl. Sethe,
III

Verbum

336.
AwsAA

Es findet sich noch einmal Mar., Dend.

27: O ü

1]

-l"^,?!

e/

o

11

r^

,^13

^^

»wir tanzen dir unter Gesängen«.

rm
o
^^iv^^ .=^^

w^^b

db^-w

^„-#^

hnw.t-f mj-t hnj

o
o ^^^v>"fe^'^(1
O.^ r []*-=> j
den Titulaturen
.

dY

hm.t-Hr mj-t

ssp

Nach Analogie von
Dend.
Stelle
I

stn-hjtj-pr-^^ in Strophe 1 gebildet,

wie in

3Iar.,

9

und 113:

?Of ""^"^(C^l

n^^~^(D^l
daß

Es war an dieser

entweder der zweite

Name

des Königs einzufligen
so

oder es stand ursprünglich eine
der ersten angeglichen hätte.

Form mit

Suffixen,

man

Zu betonen wäre eventuell NN i^j-<^wj daß dabei eimnal Verbum und Substantiv mit einer, das andere Mal mit zwei Hebungen gelesen wüi-de, erklärte sich aus der A-^erschiedenheit der Radikale: €!&." mid €i(o neben OTon ots-b^bA und THH^e.

— w^b-db^^-w;

Strophe 2

Y,

,

r?^

fj

mußte auch der
gereinigt haben.
zr

N" Priester,
I

^^

^^^^

^^^ -^gypt^i'
er vor

'^'Oi"

^^^^ Mahle seine

Hände wusch,
I

wenn

den Gott trat\
fiir
/

um ihm
»

zu opfern, sich
15:

Daher

die Vorschriften
;

die Tempeldiener, Mar., Dend.

»

tretet rein ein «
I

ibid.

116:

n—p

herein.: ibid.

63c:

5|

— ^| JtSni®^1=l"^e^Pitiji
um
alle

p,

kommt

nicht schmutzig

"''™S^'

euch

zur Zeit im reinen See,

Zeremonien des Speisebringens zu ver-

richten«.
opfert«
ist

Der König heißt:
59 ft).

X^'^''^^

T

3^

»rein an

Händen, wenn

er

(ibid. 11

In den Beischriften zu den Darstellungen der Weinspende
zu einer stehenden Redensart in der Titulatur des Königs
I

das ^9

<^wj-w<^b db<^w
z.

geworden,

B. Mar., Dend.

31 links:
I

»Es

ist

der König auf seinem Throne

T^^IZ^T/^lll"' Wr Yi AAA^ ^ mit
I

Cochem., Edfu

462: »Ptolem. IV.
,

r-&^^
,

!^/^ll^
wenn
1.

gewaschenen Händen

mit reinen Fingern

er das

^)

Zu w(b dbc-w
f.

vgl.
Band.

auch Schäfer, Mysterien des Osiris S.18 und 19 Anm.
1906.

Zeitschr.

Ägypt. Spr.,

43.

15

110
herrliche (Getränk)

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

[43.

Band.

ftir

die Himmelsgöttin ergreift«

(vgl.

auch LD. Text

11

202;

Dum., Baug. 26).

%
„ D

—«—

wfh-f n-t sw

^

mnw pn
hnw.t-f mj-t hnj

o ^K^^^^J-^
'[1

Q-C

hm.t-Hr mj-t

ssp

Y w)/Ä
Edfu
Dend.
1

»opfern«, Speisen vor

dem
fiir

Gott niederlegen: 3Iar., Dend.
deine
Gestalt
§

I

616: <==>

5

Qüs=> »um
884).

Speisen

zu

opfern«
(vgl.

(vgl.

Rochem.,

Die sdin-f-Form tem2)oral nach
Rochem., Edfu
I

125

die Beispiele Mar.,

U 596 und
sieht,

462

in Strophe 2).

Man

daß die Konstruktion unbekümmert

um

den Refrain weitergeht:
Dend.
III

»mit reinen Händen [R.].

wenn

er dir opfert«;

wie

31ar.,

75:

Zu der eigentümlichen, aber in Dendera häufigeren Hervorhebung des Objekts: er opfert ihn dir, diesen Krug, vgl. § 270'; hier wurde sie gewiß des Metrums wegen verwendet: sw ist betont, weil durch n-t von dem Verbum getrennt; vgl. sdm-n-t iw in c.
^w nach
§

Yq —H— =

öö

^^''^^~^fll

^

^-^ ^-^^ ^^^ db<^-w icih

mnw n

nhj.t nh.t 'In.t.

53.

4

^^11

°^^
<::0i>-

ib-f

av h.t-f

phJ-t)

n snk
\

m

hHj-f
mj-t hnj
ssp

"o^-^ ^^^:m"ö
c^

1},nw.t-f

^^^^"^^^0
ist

T

hm.t-Hr mj-t
da
sie

Die letzte Strophe
Gliedern besteht: sie
ist

uiu-egelmäßig gebildet,

aus drei parallelen
a

in 6

und

c,

als

Refrain in

dem Liederkranz

d,

auf-

genommen worden.

P

\\

von der geraden, aufrichtigen Herzensgesinnung; wie Siut
ist"s,

I

429:

»mein Abscheu

zu lügen,

"^^11 0"' ohne Hintergehen«

{gs^)\

den König,
I

dessen Gesinnung und Worte
"l
j

dem

Gott Wohlgefallen, nennt Rochem., Edfu
berulit

496:

Y
II

T AAAAAA^

I

.

Auf

einer

irrigen Auffassung

die Parallele Rochem.,

Edfu

42:

ph^ h.t hr
^)

^ö'ö1'S3^^--^Pol>^^"^^'=1^^=-=^' ^ a-ibmntr-w ntr-wt n wn snk m hHj-f. Vereinzelt ist die Bedeutung »zufrieden
in

Ebenso
S.

der Äthiopischen Königsinschrift des Berliner Museums, herausgegeben von

Schäfer,

84

— 85;

auch im Demotischen wird diese Konstruktion des öfteren angewandt.

19013.]

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

111

sein« o.a.;
froh,

Dim.. Hist.
sie
-^

J.

II

56:

'^^^^'l^f'^^y^^^
betritt«.

"i^^i"

H^i'z

i^^

zufrieden,

wenn

es (das

Gemach)

oK^eo
rein;
ähnlicli

muß

nach dem Zusammenhang heißen: sein Leib

ist

aufrichtig,

wie das von Brugsch,

WB. VI 478

zitierte pJi^-hHj
I

^1"
ibid. I

V
1.

_S W
(vgl.

Die Parallele Rochem., Edfu

114, umschreibt es

durch w^h rein:

inr.Uk
III

^<=-4;
Doch darf man
es in

auch
in

76 und Mar., Dend.

50,

s.

unten).

ein anderes,

Dendera häufiges ph^-tb zur Erklärung nicht heranziehen, da
Sinne gebraucht wird.

ganz anderem
phf
ih
rji

=
2.

geschickt^:
III

m
III

h.t-sn »geschickt und kundig in ihrer Arbeit« (Mar., Dend.
72, Dum., Baug. 40).
AAAAAA
yV

70; vgl. ibid.
Freude:

als

Substantiv

("O"

Detemiinativ?)

=

4_DÖ
.

c\

n A/VSAAA AiVNAAA

^

(Mae., Dend.

m

80»);

^^^(f^fe,
(ibid. III

30
c.

jj

(ibid. rV^

286);
I

^_^^,^ Q
i.

••'W'^^tJ

71) usw.
1.

';2^'^T^ »Dunkel«, d.
tellektuelle Finsternis,

Bosheit, nicht, wie Brugsch,

WB.

auffaßt, in-

Unkenntnis; es geht das aus folgenden Varianten und
jT

Umschreibungen hervor:

....ÖWii

^^y

|^e^_(U-

^^^ »der König,

.

.

.

,

der treffliche Mundschenk, mit geradem,
(Mar., Dend.

aufrichtigem Herzen, ohne Bosheit«

m
I

50);

/\

— ||^11 ^
I

D
I

IC

(^

(2o
'

IIP
»ich gebe

(Rochem., Edfu
dir dein

368);

^^^11 ^^^=^S C^^T™ V V^^=^-"0
z]

Herz gerade, deinen Leib aufrichtig, deine Brust uns (Göttern) treu«
zw^eite,

(ibid. I 152)-.

Die letzte Strophe kehrt, ähnlich wie die
der Spätzeit häufig wieder und
ist

in

den Tempelinschriften

eine beliebte Foraiel bei den Libationen.

JJ Ci V)

^ A/VW^
''^

I

^'

I

1

ü

hi nhj.t nfr-wj
1

snsn-w tpn

y

AAAAAA VOs.

—"— I

mj snsn n Hr ds-f
iw s^-R^
.

.

.

m

snsn

mr

§msj

2^
berichtet:
^o<T£(jüg.

nbj.t
rv^v

Goldene; häufiger
re \<ppo^iTY\v

Name

der Hathor, von

dem auch Diodor I, 97
ex TraXuiug
Trocpoc-

ovoiuoc^ea^ai Trupoc Toig sY/jjopioig %pv(TYiv

')

Wie

whi-tb.

^)

phi-h.t sw

m

snTc.t findet sich

schon Blackden,

Graffiti

VIII

3.

15*


112

>

«

Hermann Junker

:

Poesie aus der Spätzeit.

[43.

Band.

-^
Sic

.

Bei der Überreichung eines Kruges (JMar., Dend. HI 50Ä) heißt es:
"^^ singt (tanzt) ihr

4^

^v"'—T^

Horus selber«; gemeint

ist

der kleine

Horus,

der vor seiner 3Iutter Hathor spielt

und

singt

und zu

ihr spricht:

»ich singe deinem

Ka, ich tanze deiner Gestalt
dii-«


40

ich singe vor
/

deinem An-

gesicht ..... ich spiele vor

(31ar.,

Dend.

III

u. m).
I

^~Y^^.
A^lj

§msj

ist

ein Priestertitel: vgl. 3Iar., Dend.
I

02:

^^<^? Ai^^
alle

y n^^eH-=======^'2i^.=_y<2>-(loü
Der Ober-sm
bezeichnen.
.

»nach der

(hl.

Stätte)
ist,

N. gehen, indem

der ämsj vor ilim (dem Gott, der dorthin getragen wird)
verrichtend«.

Zeremonien
einen Vor-

muß dem Zusammenhang nach wohl
Roche.m., Etlfu
II

sänger

o. ä.

"^

%

sdtj ist

wiederum der kleine Horus;
Mar., Dend.
II

41, 8:

"^

^••••(j|()^^YHS^
Vergleich des Königs mit
sonst in Dendera,

686:

^^- -^f^'-^y

Dem

dem musizierenden Hathorkinde begegnet man auch
III

z.B. 3Iar., Dend.

16 rf:

"]JP^^^

ol'^V^"^'''^^

'

Vn sonst meist

^%

ntr-^^.

Titel des Horus, des
spielt,
z.

Sohnes der Hathor, weim
sS-s

er vor seiner 3Iutter das

Sistrum

B.

S).^^^v\^T^^
»es wii-d
(ilir)

m

nfr-<^^
I

hr ^m§
19&):

ib-,^

»ihr

Sohn
\

ist

der 'große Gott", der ihr Herz erfreut« (Mar.,
'

Dend.
spielt

^2>-|yn„r|^
dem

"^
g

1|^*^

zum

Preis

ge-

von

ilu-em Sohn,
2.

'großen Gott« (3L\r., Dend.
n iw-n-f

III

37Ä).

— A^^ ^=g^^— ?(3<^

<l

m
m

ti-t

n nhj-n-f

whf-i{?)

A

1=^
^:j55,

/

^--^y-^^

n snk

m

hUj-f

iw

ist

wohl auf

^:^^\\

»absclineideii« zumckzufülireii

und mit

»verr «

ringern, vermindern«

zu übersetzen; vgl. Brugsch,

WB. VI

501: ^^^2^^.

»Verlust, Einbuße«.

Der Sinn
vgl.

ist:

der König verringert nicht die

dem

Gott

zukommenden Opfergaben:
gerichtet sind:

unter den Verboten, die an
^^^^^

die Priesterschaft

ff^f^^y^
16ö).

^

^Sf ^^
Stelle

^^^ ^"

-^J

"^^'^^^^

nicht als Diebe ein«

(Mar., Dend.
losigkeit

I

Die

erinnert

an die Versicherungen der Sündendie Speisen in den

im Totenbuch Kap. 125: »Ich habe
,

Tempeln nicht

vermindert

ich habe die Brote der Götter nicht verringert.

.

^

i

i

1906.]

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

113

M^ =
Dend.
II

|-—
I

^'^^:

liier falschlicli

wie nh »schützen« geschrieben

(vgl. IVIar.,

28).

mindern«.

nhw bedeutet »verlorengehen und verlorengehen machen, verBrugsch, WB. VI 684 stellt es mit neg^ »separare« zusammen.
wh^

Tcp ri=n vielleicht

^l'^^
ist

^

t

ein

Brot

(Inscr. in

the hierat. Char.

XXVni,

3639a).

3Iögiich

auch, daß ein Derivat von h^w »messen« vorliegt,

so daß der Sinn wäre:

er verringert das für

den Gott bemessene, bestimmte

Brot nicht; das Fehlen des l^etreff'enden Determinativs darf nicht auffallen, da

auch iw und nhj ohne die üblichen Detemminative geschrieben sind.
^

3.

^^r^^.^^

0^1

j^

bw.t-f
bw.i-f
biü.i-f
ttei/S-o?;

pw smn n

ki-t

'^^^^^'^Ö"^
^*r *L:^

pw

hkr ibJ
St^{t)

^O
=
.

pw

itn

.

'^snm »Trauer«; Kanop.
Abscheu
ist

das Doppel-m nach

§

26.

Sein

deine Trauer

er sucht deine

Trauer (üble Laune) durch seinen
II

Gesang zu verscheuchen. Vgl. Mar., Dend.
ich ergreife die

53a: »Ich erfasse das Sistrum,
°
"v)

Klapper

.

.

«,

.-t-ä

<^<^ s=* =^f
ibid. III,

"ich verjage dei-

nen Schrecken und erfreue dein Angesicht«;
o Herrin des Jubels
^-^

40m:

»Ich spiele dir,

r-vm

~

]

M und verjage (deinen) Schrecken mit
1

dem

Sistrmn.

«

Links von der Darstellung wird Vers
.i&j.. ~wvaa

in

den Titeln des Königs

wiederholt: ^^<r

p^

Analog Vers

1

muß man Vers
Auffallend
ist

2 übersetzen

:

»

sein

Abscheu

ist dein

Hungern

und

dein Dm'sten.

der Anklang an die PjTi-amidentexte Kap. 7

setzen

ist:

sein
5//.

Hmigern und

sein

Dursten.
Inschrift
p.

'"o"'^ von der Darstellung: »Der gute Gott .... l'SV
st}

Das Wort kehrt noch einmal wieder in der

links

V^rö„

LD.

^w mj Hr dr

n

itn.t er ist

wie Horus, der das Unheil

o. ä.

der Sonnengöttin vertreibt.«

Vgl. Pap. Rhind 4,11,

wo

es in

einem Eeinigungskapitel heißt:

»Es

ist

kein

^
Reinigung «

in

deinen Gliedern«:

der demotische Text hat W^b-bin »schlechte

S^
U

itn.t.

Offizieller Titel

der Hathor in

ilii-er

Namenliste

IVIar.,

Dend.

I

25:

^
A/V^^\A

Sie wii"d so genannt, weil sie die erste Tochter

und

die Stellver-

treterin der SoimiC ist:

HL

^o

aaaaaa

[]

^O

»Sonnengöttin, Erste der Sonne« (Mar.,

Dend. 154a; vgL
eine zweite

E

29a; 30a; Dum., Baug. 25);
II

^^q^O
H

»Sonnengöttin,

Sonne« (Mar., Dend.
(]\L\r.,

71);

(l^H^

o

»die die Stelle der

Sonne

vertritt«

Dend. IV 25a).

114

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

[43.

Band.

c^)

ra

1906.]

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

115

2-)f^o(Ü3Vf
ra:^^i£2Vf;

u)

snd n-t stn-bjtj
h>

pr-(^^ dj-t

^nh-f

nb.t ntr-w snd-f n-t dj-t ^nh-f

Mit 2 beginnt der übereinstimmende Text, während die vorhergehenden

Am-ufungen
ohne Titel
d.
i.

variierten.

Wie

7 zeigt,

war im I.Vers der Name des jeweiligen

Herrschers einzufügen.

Beim Singen oder Rezitieren wird man diesen Namen und Beiworte ausgesprochen haben; das Metrmn ist daher wie in 1,
:

drei

Hebungen
116.

snd-f n-t

N.N.

dj-t ^nh-f.

y%\

i*^^

nicht etwa Umschrei-

bung des Kausativs, sondern
ihn«
;

heißt:

»verleihe,

daß er lebe«, nicht:

»belebe

vgl.
<*)

§

«^-

^[^ o CN^^— ^ ^ ^ ° ^1^1^ ^"^"^ ^
X7
fi

m/y sw Hthr hnw.t-f dr khhw
^^'^'-

"^

^^ ^*^^ hnw.t-f dr

i^Jiw.t

——
H

^y

VJ l3 VJ

C^

l

A aaaaaa

7)

o_5>^

^ci

AAAAAA AAAAAA

dichtes

Nach der Einleitung (2) das Metrum wechselt,
;

folgt

nunmehr der

erste Teil des eigentlichen Ge-

die Verse zeigen alle deutlich vier

Hebungen.

8 ist

die weitere

Ausführung der
"'"''^

Bitte,
{

die so häufig an die Gröttin gerichtet wird:
1
"

n

g

!

I

r' r\

,

'^

iT^öge dein

schönes Antlitz gnädig ruhen

auf deinem geliebten Sohn,

dem König N.N.«
sie
als

(Mar.,

Dend.IIßO;
1

II,

33 usw.).

Vom Himmel
der Erde her,

her,

wo

Sonnengöttin erglänzt (Vers

wo

sie in

ihren Heiligtümern erstrahlt (Vers 5

4),

und von
auf ihn

6), soll sie

schauen und sein Gebet erhören.
^)

^

=1

V^lriö
-0^
-^^^

^^^

^-'^ ^"-

^^

nsr.t dr

nnw
ti

1^=^ -^

</

l^^l

\,

mU-t sw

nb.t- ntr-w dr p.t dr

116

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

[43.

Band.

ij

sie ?

^<=:=>'

^P^ ^
TTf^fT AAAAAA

O
w/
ist

o

o

o

I

I

I

< >

<dr>

nach *Wm

ist

der DathTis ethicus nach

dem

Imperativ

(vgl.

§

164); er

hier mit Absicht des Metrums wegen gesetzt; sw, das in direkter Verbindung mit dem Verbum enttont ist (oder den Ton des Verbums auf sich zieht), ist nunmehr eigens zu betonen so daß sich auch hier vier Hebungen ergeben
,

(vgl. auch oben a Strophe

3).

dr p.t soll die A^orher genamiten Orte noch
einleitet.

einmal zusammenfassen, wie dr ü die folgenden

"^e

III

_

_

^

^

_

^

%

-„za*

rfr

^/./
ti

dr imhvo dr

m^nw dr bfhw

dr

nb dr Im vb psd hn.t im

Vers

1

zählt die vier
tmJji,w

Himmelsrichtungen auf:

st-t,

am

ersten Katarakt

fiör

den Süden;
unterganges

(7 thnw),

Lybien

fiir

den Norden; m^nw, das Land des Sonnenes

als

sind die poetischen Bezeichnungen

Westen; bfhw, das Land des Sonnenaufganges als Osten; fiir das alltägliche rsj mh.t fmnt.t iib.t.
§ 50).
/n (7)

=^i

fär imsn (vgl.

sonst

Ideogramm

fiir

whn; vielleicht

ist

die

Abschrift fehlerhaft.

^.=_

n dd

m

ri-f

ib-f ^ki h.i-f ph^-tj

n snk

m

hitj-f

1906.]

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

117

/3)

1^ ö

^
-fl\\

ri^-r=?

D ^

^-=C
7)

zerstört

Der zweite Teil
Königs.

(4)

beteuert die

Ergebenheit

und

treue Gesinnung des
(3),

Das Auge

der Göttin,

das huldvoll auf ihn herabschauen soll

durchforscht sein Herz

und
\y
,

findet es rein

und

treu.
(vgl. § 65).

Q,
von Vers

^
1

nß, sonst
dient

N\^?^ geschrieben

Zur Erläuterung
Jji)
«*-=-

Rochem.,
-'^^

Edfun42, wo
2»y'.^

Horus^ genannt

wii-d:

^ irT^^^^SS^
,ju.
]

-'^^ ^^
ist«.

hHj-w »der die Leiber dui-chforscht und

weiß, was in den Herzen

entweder n (wn) dd.t »ohne daß ein Wort in seinem Munde

ist«,

oder n-dd

»ohne zu sprechen«

RocHEM., Edfti

n

15:

^^

283).

Ein

ähnlicher Gedanke findet sich
"^^^ ^^^" ^P^^'^^^)

~'^jl Zunge bewegt«.

A 91

kennst die

Leiber, ohne daß sich eine

^%Ü ^ö
Q AAAAAA X

iJ-^-f bnjif) fj-n-f snsn-f

l'®)'^

c^

^'^
c^\1

^r t^-f

m

d.t-f
tp

^ 11
LJl' '/]
I

n hwn-f U-f

d.t-f

"S,''^-^—

hw-f

w^h

tp

^wj-f

prj{sn?)

m

ir.t-Hr

/| % J. J.
und
3

'

sw^b-f nn wdn-f n-s

Jeder Vers des Refrains und der Strophen hat zwei Hebungen; nur Vers 2

machen

einige Schwierigkeit.

in hnj-f ZM verbessern.

— ^|. wohl
zuj-

rs"^

^^^

nach dem Refrain vor Strophe 2

identisch mit
ä.
;

X-^'^.
vgl.

|T|

»faulen«; denn
i?

der Sinn verlangt ein

Wort

für verunreinigen o.

X-^'v\

1

Var.

ö

rr,

|

»Fäulnis, Gärung, Abscheu«.
^)

Der König

läßt die

Speisen, die der Göttin vor-

Ebenfalls in einer Beischrift
f.

Darreichung von "Wein.
16

/.citschr.

Ägypt. Spr.,

43.

Band.

1906.

118

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

[43.

Band.

gelegt werden, nicht unrein, sondern läutert sie durch Begießen mit Wasser;
es
ist

eine

Anspielung auf die Zeremonie des
Rochem., EdfuI471:
I

»

Altarreinigens «

oder «Opfer-

reinigens«.

/j
1^1
"g")

T<SNr^ w^b h^w.i: der König spricht dabei:
^
°

r^^ AAA^

ll (^--Tr-'rrr^
:

/j
:

AA/vwv

»ich wasche den Altar,
I

ich

reinige

ihn mit Natron «

ibid. I

486
I

—^
j
1

T

.^ic^b

htpw

-nfr

=

i

"^
.
. .

pfe^^r:^
ich überflute
\\\
|

^^

^'cz:::*
I

....
.

^~~^^ AAAAAA

1/^

»ich reinige deinen Altar,
;

deine Opfer

.

.

,

die

Thot deinem Ka spendet«

Dü.m.,

Baug. 26

:

|

T/j

T

X 3 ^~^^<=>
sind rein,

I

/j ^% ^^
alles

sj-^yJ| »meine
fiir

Hände

sind rein, meine Finger

um

zu reinigen, was

deine Majestät geopfert wird«.

09
sie?

1

fiTi

^^.=^

ij-n-f snsn-f

A
\j
c^

^ur3 vi

dhh t-f
.

m

twn

Z%^US,
r^°
($.

nh.fmnn.t
sSS.t-f

m

d<^m

(2

n

o

^^CD
^11
^^-^^VW^
^

mnt.t-f

m wMw

§m^

^-^^ ^^^j'f

^ ^^'^ %'
(n')

^^^^^^^
\j ist unzweifeUiaft in

^^^^^

hnj-fn-s mrj-8

^wj-f

^ vy

zu verwandeln', wie aus

dem Determinativ

und folgenden
EdfuII69)

Parallelen erheUt: Bei der Überreichung

lautet die Überschrift:

~
um
i

von i und Ä (Rochem.,
'
'

P"^
ihr

^^^ <=^ffi^„ ^= ,^, j J
Angesicht mit

'^.,

»Lobpreisen der Herrin der Musik,
das ihr Herz liebt, zu erfreuen«.
spricht der König:

dem

Gerät (Sistrum),

Bei der Darbringung eines

<^

(ibid. II

77)

->=

^-^

II

~^^LJ
in

J J°4i

T^

»Dar-

gereicht wird dir das mnt.t: ich bringe es deinem

Ka

.

.

.;

es ist das dbh.t,

um

dein Herz zu erfreuen«.
bedeutet, in

Ob dbh.i dem Sistrum und Kette

Vers

1

(wie

"^::37

in

Vers 2?) ein Gerät

überreicht werden?
als

r*n°-

Sonst werden in Dendera
PI^^i^-'

3Iaterial

fLii-

die Sistren angegeben:

^^f 1tff'°
Bei

Dend.
ist

536; Dum., Baug. 17):

]|^°
S^n\

(Mar., Dend. IV

7).

dem

mnit

nur die Kette (Perlen) aus südlichem Grünstein, für den

anderen Teil wird Gold verwandt;
')

^Ii^_3

'

-^nCT

"*

"

^^^^

Leider konnte ich den Abklatsch nicht mehr nachprüfen.

1906.]

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

119

mnit aus Gold, dessen Perlen aus Lapislazuli sind« (]Mar., Dend.
I

II

796);

(^'^
£1^0

(LD. IV, 53a).

(3

sßw\ ohne Zweifel

liegt ein

IiTtmn des Schreibers vor; in seiner Vor;

—&—
läge stand

wohl

«

,

das st?w

und ?kc bedeuten kann
l^

er entschied

sich hier

wie auch Mar., Dend. HI 75 ^_^f^,^^
z.

für ersteres; mit Unrecht',

wie zahlreiche Parallelen beweisen,
gute Gott,

B.
eilen,

»Der
Sänger der Götterkönigin«

dessen Füße

zu

seiner Mutter

(RocHEM., EdfuI 352). Bei der Überreichung vonSistrum

und Halskette

(ibid. II 41):

nK n~Sv ^ f mit der Parallele: »dessen Füße zu der eilen, "^ a 55 aus der er hervorging«. Der König, der das Sistrum vor Hathor spielt, heißt

-^

— Ein st^w

^^

AAA/vvA

F^=^

H ? Q Q

^

"

dessen Füße zur Herrin des Jubels eilen«
z.

(ibid. I 55).

»gehen, einherziehen« findet sich des öfteren,

B. Dum., Kai.

1112:

zieht jubelnd zu

dem Gemache

in

bedächtigem Sclmtt«^

— aber

es

wird gerade

von dem ruhigen und behutsamen Einherziehen gebraucht, was zu dem tanzenden

König nicht paßt.
Das
'^wj-f des letzten
,

Verses

ist in

r^-^wj-f
,

z\i

verbessern.

In der Titulatur
:

des Königs

der Hathor 2 Sistren schenkt

steht entsprechend
. . .

^ QA I

N^

(2

»

der schöne Sänger
III

,

der ihr Angesicht mit seinem

Tun

erfreut«

(Mar., Dend.
n
/
.

190); vgl. die Beischriften bei der Überreichung
(Mar., Dend.
II

des (^=:

'jjjy'y

79a, 6 usw., auch unten

III 5).

d)

1.

la
I I

^>^\
ra

ö

^

iir

ä

I

onöiii4

^)

Aus

dieser wiederholten irrigen Auffassung

darf

man

vielleicht

schließen,

daß das Lied

einer früheren Zeit angehört.
'*)

ly -'^

wird

in der Vorschrift für die Priester

(Rochem.

,

Edfu

I

414) erklärt: c

A

»eilt nicht
^)

mit den Sohlen
ist

Der Text

nach einem Abklatsch verglichen.
16*

:

120

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

[43.

Band.

Jlo

^CIMZ^ o
II

ö
5

$$

'H^{^^.wi.^oiim
^n^Eßo
Ä/ psd.t Ä/

'^O'^

1.

R^ mj

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Hthr nh.t

'In.t

nfr-w nh-w snd n Hthr nb.t

'In.t
'In.t 'In.t

2.

Ä/ nfr-iüt nb-w{t) Irj

hn n Hthr nb.t
n Hthr nb.t

Ay nfr-w cy-zü ^nd
3.

Äy

nfr-w dw^

sj

shtp-sn sj
i2<^

hrj.t-dM}{?) n
4.

hpr iß'.t-f im-s

Äy

pM.t

<'y. /

mj n-S

iiw

snd n-s
5.
(Äy)

m

ti

nb
i^w

psd.t nds.t
htp-s

mj n-s

Hthr nb.t
nb

'In.t

m

hd R^ mj

K

=
Parallelen

Hthr,

=
I

nh.t

'In.t.

Diese Lesungen ergeben sich

u. a.

aus folgenden

X

Ci

%a

il<^S

PIAR., Dend. in 24; Dum., Kai.

I

91)

r^
n.
III

(31ar.,

Dend.

III 81<-);

(Mar., Dend. I

IS)

= ^^gc,
^^^^'^''•'

X u

(Mar., Dend.
^^'''^-

III

71d)

^^^IT
l
(|^-c2>-.

^^^''" ^^'''^- "^ ^^^ "^

^%

™ ^^^'

Mar., Dend. IE 296 opfert der König einer

^_

,

deren Beisclirift lautet

Seltsame Imperativform mit Vorschlags

-

1|

V^

;

ob

sie

(1^

|

(|(|

nachgebildet ist?

Oder wollte man
Vergleiche:

Ä.pi-

wiedergeben?

<^0"^

=

'In.t.

^^^z-^O^"
^^

(Dum., Baug. 49) mit
(3Iar.,

-.

'<^Q<^

Dend. IV

2)

mit

^O^

(LD.,

Text

II

218) mit

1906.]

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

121

jji

|_!^0ttO »wenn

sie

auf ihrem Throne

am

Sitze des

Sonnensehens ruht«

I

W^^

"^'^^

"^^^
,

Erdenbewohner sind immerwährend trunken, wenn
sie

sie

die Starke sehen
sie

wenn

in ihrer Kapelle ruht

an ihrem schönen Feste

,

da
das

ihren Vater sieht« (Mar., Dend.

IV

18).

Spezieller handelt es sich
''^"^^
/

um

ß-roße Fest
sie

am

Jahresanfang

^

°°^ ^^^^

^^ ....

7^, T

U/

»wenn

die

Große schauen

an diesem schönen Feste des Jahresbeginnes«
I

(Dum., Res. 51, 36).
für diesen

Die Festvorschrift im Kalender (Mar., Dend.

62) lautet

Tag: ^^31^0

:^0^,|,|,|'
I

I

I

I

fl

I

I

I

I0-O O n
(vgl. 1

X
aller

6

..

^

D

»Fest des
2);
alle

Re am Neujahrstage; Fest

Götter und Göttinnen

und

Zeremonien verrichten,

um

diese Göttin .... in ihrer Barke
fiihi'en.

samt ihrer Neunlieit in Prozession zur Halle auf dem Tempeldach zu
Sich vereinen mit ilirem Vater
(d.
i.

seine Strahlen sehen)

.

.

.

.

,

verweilen an

diesem ihrem Sitze«
b)

(vgl. 5).

1.

ö^^öH^^O^^

I

I

I

Ho-^lsW
%
A—J]
3.

f]ö^

ö
I I

I

SIC si

f

4.

o^tf:>--~-[H^^O^
Ö
D
/SA
/y\

DI

<^Z>

r-vr-\

5.

1.

a)

md
h)

n Hthr nh.t
nts

'In.t

m

//

nh

hnw.t ind

2.

d)

(snd)
h)

n Bthr nh.t In.t Uk.t
dj i^k.t n mrj-s

m

t^

nh

122
3.

Hermann Junker:

Poesie aus der

Si^ätzeit.

[43.

Band.

a)

snd n-s Hthr nh.t
h)

'In.t

m U
t^

nb

nts

wd wpwtj-w
hpr hmm.t

r hSkw-ib

4.

ä)

snd n Hthr nh.t
b)

'In.t (m)

nb

nts

m

rn-s

5.

a)

snd n Hthr nb.t
h)

'In.t

nts hniü.t
ist

t^

nb

Der Bau der zweiten Strophe
Gröttin, jeder zweite

besonders kompliziert;
ziu-

der erste Vers

jeder Abteilung enthält, mit snd begimiend, die Aufforderung

Verehrung der
Außeres,

Vers, mit nts beginnend, gibt die Begründung dazu.
t^-nb,

dem enthält jeder Vers a
gewiß
absichtlich,

mit Ausnahme der letzten Strophe, in der
steht, so

im zweiten Vers
{i^hjü)

daß Ib und

5/^

auf la anspielen.
{i^kw)

h'^^Ih
kommt auch
3

~

^^^

wohl keine Verwechselung mit Uw.t, denn ikw
Hathor ^37
|

sonst als »Greis«,
einer

»Alter« o.a. vor, z.B. Totenb. Nav., Kap. 118,

4.

In

Simiparallele

heißt

^

rN^'^^^in

"^^^'^'^^^

^^^"

Jugend, Herrin des Alters« (Mak., Dend.
I

I

25).

\M

I

bezieht sich auf die Darstellungen der Schutzgötter

am
Pn

Säulentempel

des Daches; vgl. Mar., Dend.

IV 256:

^

|1

°°S

®Q^V§l(|J...Jp_^J^
strahlt,

und

ft(jl]^i0iy^

P^— —
itl

o^

i?— __
gehetae
er-

»^'^™

die

Gestalt der sh^.t-h^w-s (Hathor- Seehmet) in ihrem Heiligtum auf

dann folgen die großen Schutzgötter ihrer Majestät«
36 kehrt

dem Dach
Dend.
III

»die hl. Boten fol-

gen der größten der Götter«.
0^\j

fast wörtlich

wieder in

ÄIar.,

58^:

\hJl H'N\I ^•••liJ^\\|-=>-f>^- -ö ^=^U VIII

46 ergänze iziaTT \\,
Nsr.t identifiziert;
so

es

knüpft an 36 an;

hier wird Hathor mit der

auch Mar., Dend.
die

ü

70a: /ß|

^ "^ ^^
^
zi

Q,}

]
|

™ f|

P^^
ilire

^^

»große Nsr.t,

die Feinde verbrennt, die ihre

Fhunme gegen

Widersacher sendet«; Mar;, Dend. IE 18:
Herrin der Flamme«.

<3L^/^

il »Starke, iVsr./,

m.
1.

dhn-n n k^-t
ibi-n n hn-t

Q

ski-n

{tn)

r kS

n p.t

ntt nb.t

shm-w

1906.]

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

123

>/^-r--Ä

»musizieren«,

sj^cziell

das Tamburin schlagen, wie das DetermiVarr.

nativ (Dum., Baug. 37, 1) zeigt:

^^q^;

^^^^

(ibid. 19^;);

c|d

^

(Mar.,

Demi.
(ibid.

I

7a); bei der

Ha thor von

Herakleopolis steht

^

^'^'^

^Pn''"'TrnAM
I

lU 766).

T

laut preisen; Sinnvarianten finden sich Dum., Kai.
t^=^ (der Priester)

109:

f'^^^
Die

"^t [l<=i=>zlT

»der ihre Gestalt bis

zum Himmel

lobt«.

musizierende Uto spricht:
III

x VH^'^^-^ia

T
76

(aR^^^^^ (Mar., Dend.

59 m').
J

=

O

I

:>Iar.,

Dend. IV 26; vgl.

ibid. III

ausge§

schrieben \\V\^)Ä Mar., Dend.

H

30.

Die EUipse nach

228

dw^-n hn-t hr.t hrw

m
Ö
IM

Ji^w r

hd

t^

lo ^

^

nhm-n
Tynw
.t

m

Jji,r-t

m
[in)

swi^-n

m

mir -r -im

r^i
»
\3
o<==^

ntt nh.t hj

hnw.t ib^w

nh.t ihj hnw.t hs

J-r,

u=/]

a

nh.t hhj hnw.t ts-mh
nh.t <^ntjw hnw.t ksks

'

T^^^f^

^'^^-

-^ 1^"^^"^^^!

nl"^^

(Mar., Dend.

m

28/*); einen

Anklang

an diesen Vers enthält der Spruch der Hathor von Cusae (Mar., Dend. in 59 w):

und am Abend und wiederum

o

bis

I> zum Morgen«
»

ich erfreue ihr
(vgl.

Herz

in der Frülie

auch
U

lll 275r;

766).
I

k
Dend.

.-^

/

Q^

hier:

Tamburin schlagen; Var.

VfÖ^T
r—,
/

-^^^•'

Dend.

7«;

in 76a; der Spruch der Hathor von Atfih lautet:

m 59

^|

aaaaaa

(äIar.,

w'; vgl. 766).

Die Ergänzung von

1^

^

in swis ergibt
;

sich aus

M^^ly
^

rv

und

l-J^]

iP

-.^^fl

(Mar., Dend. in 59 n

Hathor von
o.
ä.

s-dsr).

mtr-r-im{?) heißt:

Lied,

Gesang, Spruch

-^

,°I(>,V

11^^
27p');

T

QA

"GS freut

sich

deine Majestät über den Gesang« (Mar., Dend. in

124

Hermann Junker:
C=Gi

Poesie aus der Spätzeit.

[43.

Band.

i<

S5\
o. ä.

ll--±

I

1

^

»Preiset

sie

mit

herrlichen

Sprüchen«

(Dum., Res. 51, 16); vgl. Mar., Dend.
'=2>-

IV 25«; IE 59w'.

Die Hathor von Herakleopolis spricht:

pg

[|

(1

^ V ^^

»ich jubele der

Großen zu« (Mar., Dend. HI 49w'); die von
»ich harfne vor dir, o Herrin« (ibid.
III

^-dsr:

W^l^^^=^^^^^^
III 57;>/).

766); die von Diospolis parva heißt:

^H

WAA^ fO)

\\rv

»die der Horizontischen tanzt« (ibid.

hnw.tts-mh
7

findet sich

neben

nh.t-<^ntjw

auch

ibid.

HI 80/

(^ py,

und Dum., Baug.

3.

fl.|ö

3f^

dj-n

Uw m

Tir-i

I
,^

o ^

sh-n Uw-t
r ntr-w ntr-wt

^
I
I

ntt nh.t

dwi-w

^^
Zeile 2 ergänze

hnw.t pr-7nd^ .t{?)

1^

on

I

W.t
IH

wr.t

Jintj.t

ht
A

I

nach dem Titel der Hathor von Herakleopolis:

oH iIaw^

\J

(Mar., Dend. lU 766); vgl.

Den
e
w

in Zeile 3

—4

"f^^f)^'^

(ibid.

26c?).

auss:edi'ückten

Gedanken wiederholt

die

Hathor von
III

i-dsr:

S.,^.^>
"^"^^^

iiiMai
I I I

(ibid.

m 59n';
SsLt;

vgl.

HI 27/; g;

59m').
III

^"i"

1

Die Gegenstrophe
StT'r>.
ibid.
rv
1

feiert

Hathor
-^•^

als

vgl.

dazu Mar., Dend.

61a

»Du, o

Isis,

bist die Ss^t, die Herrin des Bücherhauses«;
1

n

63ö: ^^••••

I

u. a.

m.

I

I

lA^ 8_j]
I

shtp-n hn.t hr.t hrw

^ M

ö

tfn ib't

h'''

^d/in

skr-n

]int-{n)

n mS^-i
nh

ao
ra

r<^

nh

r<^

T^

I

.

I

r
SIC
.•'

lo
sie?

nhm

ib-n n

mU

Tin-i

AA/W/VA

nit nb.t
,Ci

mh hnw.t
ib

ibiw

tJ

rü).t

nwh n

^

190t).]

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

125

'— -1<£J'

"^'gl-

<len

Sprucli

der Hatlior von Diospolis parva:

_,^

«es freut sieh die Herrliehe über
Zeile
1

meinen Anblick « (Mar., Dend.
zu

III

59m').

der

Gegenstrophe

ist

nach Mar., Dend. EI 17

berichtigen:

Indem
III

häufigen
,

^:^^ö^=£l^K^CO^^fJ
^-O"
(Mar., Dend.
III 80^')

(Mar., Dend.
(ibid.

72) u.

ä.

wird nwh durch

und
'^
.

^fe
hr-f

IV 286)

ersetzt;

Thes. 798 heißt Hathor ^3^
5.
i-pi

ö ^"^

^ä ¥
nlim-n

TQA|Y,/cr=:T

^

m

X\j
^j^z^'^^^l QTj

h lo

I

fi

i

II

-

'^

musizieren,

parallel

dhn:

^

sie?
'ij;^^

^ ^ ^ ö LJ ^ "^

(Mar.,
jl

Dend.

III
I

76 Ä); wie dieses besonders

vom

Paukenschlagen: .<ffi>-'^^

^^/^^

O

°^=

nA

CN

" ^^^^

musiziere mit

dem Tamburin im Angesicht

der

Sothis« (Mar., Dend. HI 59 7w').

Zum
und
die

letzten

Vers vergleiche den Spruch der Hathor von §-dsr: »(Ich
. . .

er-

freue) die Herrin

/

,

n J|

»mit meinem Tun«
|

(]\Iar.,

Dend.

III

b%n),

Worte der h^w von Nim

(ibid. III 27):

T'^^TI'^

"^^ jubelt dein

Herz über deine schönen (Lieder, die

dir

gesungen werden)«.

IV.
(>,^'Hh

h? nfr

wM

nhj.t

wM

o ^ 1 ü°^ 1
i^^i—

^^^'"

^

P^- '^^-' ^^

nhm

n-t p.t hn^ ntrw-s
itn

J'^^ÜqOO

dw? n-t

i^h

X ÖA

'^

I

^^^

^-'^

ntr-wt

An

das unpersönliche

J"^

^-eihen sich

^^
wenn du

"^^^^

^SM"^^
T

^^^ ^'^'

Standssätze an, deren
die Endunff
tj.

Verbum im

Pseudopartizip steht; doch zeigt nur noch

Mh

Ähnliche Konstruktionen finden sich häufig, z.B.
ist
1906.

y^
er-

^[—13= »o wie schön
/.eitschr.
f.

dein Angesicht,

in

deinem Heiligtum
17

Ägypt. Spr.,

43.

Band.

«

126

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

[43.

Band.

strahlst.

(Do,., Res. 51):

die Goldene in Frieden

^J^^^^l^f^ kommt« (Mar., Dend. I\
die

»o wie
2).

schön

ist

es. Avenn

um vom
zosr: ^'

Erscheinen der Prozession,
'

auf der Nordtreppe
rv
,,,

zum Dache

vei. 3Iar.. '^

Dend.

I 62/":

_ ^^„ -^0111 ••••n/H ^ üfi\^^^/www Olli
II

»Liste der Feste,

an denen diese Göttin in der Prozession hinausgefiihrt wird.
Strophe
1

keliit

mit kleiner Umänderuno- Mar., Dend.

67^ wieder:

e (^A

Uli

I

I

^"

1-4 —
'

^111

ö

^'Hk
Cl

Äy nfr

wM

nbj-t w^d

C^MH\

T\

nbj'-t

psd

wM

n^V

^p^^
ist

.^w^i (In)

üwj

m-wt

<=>®©^A^|||I

,., JS^^jf,, if^.^

W
>/
I

als

Ideogramm
III

ungewöhnlich; ein ähnlicher Gedanke findet sich

Mar., Dend.

26r/'|^^I^|^'^|^.c=-^Pö
ebenso Rochem., Edfu
II

J^
15
'^:ry

»

Tiere
r-j-i

und Vögel

jubeln deiner 3Iajestät zu«;

^

T ^"^ ^^^^
W.

^

»Alle Tiere jubeln vor deinem Angesicht«: möglich wäre auch, daß
,

den Bes bezeichnete
»Die

nach Rochem., Edfu
bei

II 1

5

:

\\\\\

\^

'

'

^

w

A ^""^ H

Üi^^^^^

Bes -Götter sind in Lobpreis

deinem Erglänzen«:

vgl.

dazu

3L\r.,

Dend.

ü

33 und LD. Text

II

247.

I^Wc^

öS^s=i

I

I

1906.]

Hermann Junker:

Poesie aus der Spätzeit.

127

'

u^:^^
r '^rn^O

Trotz der großen Lücken erkennt

man unschwer, daß

der Bau A^on 3 und 4
niclit,

mit dem von
eine sichere

und 2 übereinstimmt; das Erhaltene genügt aber Ergänzung vorzunehmen.
1

mn

Beispiel einer Textentlehnung in Dendera.

Von Hermann
J-^ie Inschriften eines

Junker.

Tempels der Ptolemäerzeit sind nicht das Werk der be-

treifenden Tempelschule allein; wir finden unter ihnen viele Texte wieder
oft

nur wenig verändert
sind,

,

die

uns aus der übrigen ägyptischen Literatur
die

längst bekannt

sowie andere,

mehreren Tempeln gemeinsam

sind.

Bei letzteren erhebt sich die Frage nach der gegenseitigen Entlehnung oder der gemeinsamen Quelle, eine Frage, die durch das Alter der betreffenden Inschriften allein nicht entschieden ist,

da

man mit

der Tradition der Tempel-

schulen rechnen muß.

Ein sicherer Fall der Entlehnung findet sich Mariette, Dendera IV 30

=

Brugsch, Thesaurus 221 sqq.

Es sind die j)oetischen Anrufungen an das

Jahr: die dritte Anrufung lautet:

»^0 Jahr der Freude,

2 gib

alle

Freude der Hathor, der Herrin Denderas.«
sich der

Der

dritte

und

vierte Satz

ergeben so keinen Sinn, und Brugsch verzichtete
findet

auf eine Übersetzung.

Nun

Edfu wieder, aber dort auf Horus bezogen
schwindend.
ist

ganze Text

(alle

Anrufungen) in
sind ganz ver-

die Varianten

Setzen wir nun in den obigen Text Horus statt Hathor ein, so

alles

klar:

«0 Jahr der Freude, gib

alle

Freude dem Horus, dem Herrn
17*

128

Hermann Junker:

Beispiel einer Textentlehnung in Dendera.

[43.

Band.

von Edfu; möge
Jalii"

er

dich in Freuden

empfangen; o gib, daß

er

ein

zweites

von neuem

in

Freude empfimge.«

Zu dem Ausdi'uck ssp-f

tn vgl.

unten 30^:

das

den Sommer gebiert, verleihe, daß Hathor, die Herrin Denderas, einen
sie

schönen Sommer erhalte, möge
Schi-eiber

einen schönen
ftir

Sommer

verleben.«

Der
er

hat also, als er den Text von Edfu
ersetzt,

Dendera bearbeitete, ganz

richtig

Horus durch Hathor wohl nicht und ließ ihn Avie

den dritten und vierten Satz verstand

er in der Vorlage stand, statt ihn zu verändern in:

^^^^^0=^ fT\

^^

usw. isp-s

in dj-t ssp-s

....

Bestätigt wird die
fiir

Tatsache der Entleiliung des Textes durch den Gebrauch des ^
f.

die 2. Pers.

sg. pron. absol.,

die sonst in
tn,

den Texten Denderas'

^

u. ä.

lautet; unsere
vgl.

Inschrift

kennt nur

das in Edfu gewöhnlich gesetzt wird;

auch die

neunte Anrufung:

i\>.°™^™'^^<=>ll]^
dich in Jubel aufnehmen.«

^'^-=""x^^

.0 Jahr des

Jubels, begib dich zu Hathor (und weile voll Freude in ihrem Hause), sie

möge

Wenn man

einmal weiß, daß diese Anrufungen ursprünglich för Horus

bestimmt waren, dann versteht man auch eher folgende Sätze, die zu Hathor
gesprochen zum mindesten auffällig sind:

»0 Jahr der Hunderttausende, vermehre die Jahre der Hathor zu Hunderttausenden, indem sie bleibt wie der Sperber auf dem irA- Throne.« »0 Jahr der Ernährung, ernähre du die Hathor auf deinem Schöße
. .

.

wie

Isis

iliren

Sohn Horus ernährt hat« usw
ihre Feinde, wie

Isis

»0 Jahr des Horusauges, beschirme die Hathor wider ihren Sohn Horus wider seine Feinde beschirmte.«
') Ausgenommen Gramm. § 52.

sind die ältesten Inschriften in den tiefsten Krypten; vgl. Spr. Versch. § 38.

^)

190H.]

\V. Spiegelbero:

Ein Denkstein auf den

Tod

einer heiligen Isiskuh.

129

Ein Denkstein auf den Tod einer heiligen Isiskuh.

Von Wilhelm

Spiegelberg.

J^ie Stele, mit welcher sieh die folgenden Ausführungen beschäftigen,
reits

ist

be-

127) und von Ahmed Bey Kamal im Catalogue du Musee du Caire unter Nr. 22180, hat aber bisher keine Bearbeitung erfahren. Und doch beansprucht das Denkmal
S.

zweimal veröffentlicht worden, von G. Daressy (RecueU

XVI

ein Interesse, welches über dasjenige der üblichen Stelenliteratur weit hinaus-

geht.

Freilich

ist

der Stein sehr schlecht erhalten,

und wenn auch

die vor-

treffliche Tafel des

Catalogue

(LIII) fast

das von mir gleichfalls befragte Original
Ich gebe

ersetzt,

so bleibt der Text doch sehr lückenreich.
,

im folgenden das

Resultat längerer Entzifferungsbemühungen

die hoffentlich andere anregen wer-

den, über diesen ersten Versuch hinauszukommend
In der Mitte des Kopfstückes unter der geflügelten Sonnenscheibe ist eine

auf einem Sockel liegende

Kuh

dargestellt mit

dem Emblem

yYy zwischen den
ist.

Hörnern und einem Halsband, dessen sogenanntes »Gegengewicht« sichtbar
Sie heißt
|

?'|^| »Isis, die hs.t-Kuh, die göttliche Sothis, jj^ § jj^s^l A ^ j{ Fürstin der Planeten«"^. Vor der Kuh steht das Abzeichen des Gottes Nefr-atom,

welches von
der Beischrift

dem mit Armen versehenen Lebenszeichen
so
|

-41

gehalten wird, mit

X

P

snsn ntr,

dem Namen

der Standarte des Gottes.

Die Hiero-

glyphe ¥- ergreift auch die Götterembleme hinter der
pyrusstengel stehenden Falken mit

Kuh

:

1

.

den auf dem Pa-

auf seinem Papyrus«*;
S§^
.t

2.

das

dem Kopf, den ^^f=^I^^=_ »Horus auf einem Gestell befindliche Emblem der Göttin
auf

jR

mit den yTy- Federn darüber und der Beischrift ^^^:37Tn| »die Große,
3.

die Herrin der Schrift«;

einen ebenfalls auf einem Gestell liegenden Skorpion

mit den yTy- Federn darüber, das

Emblem

der n

^^

-V-

»Selkis, Herrin des

Lebens«.
^)

Vor diesen Göttern

steht der n 3^\^^=_ -Priester

und hinter ihm der

In der folgenden Schilderung gebe ich keine genaue Beschreibung des Äußeren der Stele

und der Darstellungen.
^)

Die Tafel und der Text der Kairener Publikation macht das überflüssig.

Siehe unten den
^)

Kommentar unter

II.

Die richtige Lesung und Erklärung verdanke ich Herrn Dr. Junker.
II

Dieselbe Schreibung

hinter

1

findet sich auch

Rochemonteux, Edfou

I

542.

Mar., Dend. IV 3 und 12 hat die Va-

riante I v„
*)

V

y

^

.

Vgl. dazu Brugsch, Mythologie S. 461/2.

130

W.

Spiegelberg: Ein Denkstein auf den

Tod

einer heiligen Isiskuh.

[43.

Band.

König, der zwei nms.t-Krüge darbringt, uni
besae-t.

sie,

wie die Inschrift
steht
!^ 5% i^

"^
5^ 5%

"^

^

°

der Isiskidi zu «schenken«.

Über dem König
I.

'

iiiiiiü^^ ^ ^ Jj
!?5

e

( '^''fl

^^

'

^""'^^

nach

Z. 1

zu Ptolemäos

Soter zu ergänzen

ist.

Ji

Text.

I

A

I

I

I

I

'^

I

I

I

/WVAAA

1

O

I

I

I

J

mm

n!P

i

f\/^

^%-viir[y]^^^iii
P2^~'°'^
SPI
<^K

Sv^^n

1

3^

^^p

j^^^;

ß]

m%

I

I

I

1

1

1

1

I

I

1

190ti.]

W.

Spiegelberg: Ein Denkstein auf den

Tod

einer heiligen Isiskuh.

i;u

I

A/VW\A

^^

#

w

i:nn«[]t^n ^

liiiiiiiiiiiviii iii^^iw^

1

^¥1il
^^^Qy^^^

I I

I

'

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P^

'"IlliJ

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D

tmtmmMMt
'<:3>~
fl

-<2>I I
I

v_^
AAftAAA

m$/mm

III

^

ES
>TT.
lo D

'llill^^-l^ß^lllll
')

Die Zeichen sehen

fast

aus wie die demotische Gruppe von maioot.

I

132

W.

Spiegelberg: Ein Denkstein auf den

Tod

einer heiligen Isiskuh.

[43.

Band

Olli

oi-_H_^^=r ^^on

ra^^^fiix

^^--[121^01111]
iiiJ

Übersetzung \
»^Im Jahre [13] geliebt von Isis, der
der Planeten
(II).

(I)

am

27. Paophi unter
Äs.
^-

dem König
göttlichen

Ptolemaios
Sothis,

Soter",

(heiligen)

Kuh, der
Tod) (III)

der Fürstin

2An diesem
da meldete

[Tage],

als

die Trauer

(=

<ier

der Majestät^ der Isiskuh

nai.te,

man

iliretwegen

dem

wzi^y-

Priester (IV),

dem

srnw-Ay.^- Priester (V)

und den Propheten, Gottesvätern und ^stundenpriestem. und der Gottesschreiber trug för sie (sc. die Kuh) Sorge, wie es in den Büchern steht, indem (VI) er meldete: In der 3. Stunde an diesem Tage ging die Seele der Majestät'^ der Isis*, der (heiligen) As.^-Kuh, zum Kbhw (VII). Ihre Seele ist zum Himmel gestiegen (VIII). Sie hat sich mit Re vereinigt. Da ging (X) der Priester des (IX) 5 im ganzen Hause. Da von irgend jemandem gesehen zu werden, und trat in Stalles* heraus, ohne die Halle ein, um das Unglück^ dem ;/2A;'- Priester 5 und den großen Propheten mitzuteilen (?) (XI) indem er sagte Der Himmel hat sich heute auf die Erde niederdie Seele der Isis ist zum Himmel geflogen (XIII) und 7 gelassen (XII) Da eilte der 'n- Priester (XIV) (und) der Srnw-A/^- Priester (und) der Meister der Geheimnisse (und) der Herr von Aphroditopolis (XV) und die Propheten,
,
:

,

Gottesväter, großen Priester

^

(und) die vier Einbalsamierer, die

Vorlesepriester, der Schreiber des Gottesbuches,
als
JL/^-r^m(/'-

der das Fest

leitet

Priester

im Hause der
zu zerstört,

(heiligen) Isiskuh.«

Das Folgende
statten.
')

ist

um

eine

fortlaufende Übersetzung zu

ge-

Man

erkennt in den erhaltenen
ist

Wendungen, daß

die Einbalsamierung (?)

unsicheres

klein gedruckt.

^)

Ich kürze die Thronnanien ab.

Apis wird hn genannt, z.B. Stele Nr. 34. 35 (ed. Chassinat)
passim
in

^)

Recueil

XXI,

71. 72

Auch der tote und sonst
heili-

den Serapeumsstelen.

*)

Siehe Brugsch,

"\^^b.

VII 980.

°)

D.h. den Tod der

sen Kuh.

1906.]

W.

Spiegelberg: Ein Denkstein auf den Tod einer heiligen Isiskuh.

133

der heiligen
(ikby

Kuh
12

beschrieben wird, die erfolgt, »wie es in den Ritualbüchern

steht«

(Z. 11),

oder gemäß den bhc

R<^

genannten heiligen Schriften

und in dem Satze »Da trauerten (XVI) die Propheten, Gottesväter (und) alle Bewohner dieser Stadt« wird die allgemeine Trauer um den Tod der heiligen Kuh geschildert. Ob am Schluß über die Auffindung der neuen Kuh, namens (??) Mh.f-wr.i {yu^vep), berichtet wird, wage ich bei der Zerstörung des Textes nur als Frage aufzuwerfen.
Z.

Dann wird

— 13

(Z. 12).

die Beisetzung (htp),

Kommentar.
I.

So

IL
ni.

und dem Befund der Lücke zu ergänzen. Zu »Planeten« vgl. Orientalist. Litteraturztg. V (1902) S. 8 Anm.l. Die richtige Auffassung dieser Stelle verdanke ich Sethe und Hrn.
ist

wohl nach

Z. 1 5

<^nh{w)

Prof.
liner

Erman, der die große Güte hatte, daraufhin die Zettelsammlung des BerWörterbuches dui*chzusehen.
das
oft

Danach

ist

üü"^^

i^^it

nJ^w.t »Klage«
(n.

identisch,

die

Bedeutung »Trauerklage« hat, so Leiden K. 15
(j.<2>-

R.)

=
um

Leemaxs: Mon. fun. pL 24 ^_(j

^ ®

1 1

1^ ^ s= in

""^ »weint
i

mich, wehklagt

um

mich,

alle

Menschen!«

Dazu fuge

ich die Trauerklage
(n. R.)

einer Frau

um

ihren

Mann nach einem schönen Sarkophagfragment

der

Straßburger Universitätssammlung (Nr. 1393c):

^

^^
um

^

—o
um
dich jeden Tag.«

»Es weint
Ich

dich mein Herz in Wehklage.

jammere
fiir

(o. ä.)

So steht nhw.t geradezu
2118,
tung

»Trauer« auf der Chahapistele (ptolem.)
"<^e 70 Trauertage «^ bedeutet,

— Berlin

wo

'Qpjnnn®^^
auch
füi-

und

diese Bedeu-

trifft

unsere Stelle zu.

rV.

Der

Titel

mhj

ist

durch den Sarkophag des Nesschutafnut (Estphenis)

zu

Wien ^

bekannt.

Die dort eimnal belegte Variante °*^^(lfl^ läßt an der

Lesung mhj keinen Zweifel.
V.

Daß

es sich

um

einen Priester handelt, ergibt sich

aus den folgenden Ausfölirungen.

Diesen Titel kenne ich aus folgenden Stellen:

Petrie,

Abydos

I

70

1)

Vgl. dazu Mendesstele Z. 23

High

Priests S. 29.
*)

(Urk.

II,

48,

1.5).

^)*

Vgl. dazu Griffith,

Stories

of the

^)

Recueil VI, 135.

Var. fügt ^^^ hinzu.
\ar. ti^^ l

5)

i
dem
1906.

®)

s'ihw wdi.t fehlt in
f.

Paralleltext.

Zeitschr.

Ägypt.

Spr., 43.

Band.

18

134

W.

Spiegelberg: Ein Denkstein auf den

Tod

einer heiligen Isiskuh.

[43.

Band.

Q^^37'Mk

v-^35-

v\ A)^

.

Äliiüiclie Titel

fiilirt

ibid.

der Bruder dieses Harv-

Demsell)en 3Ianiie gehört ein Sarkophag in Kairo an. dessen Eigentümer

Eine weitere Stelle finde

icli

in einer Notiz,

die ich mir über eine Stele
in

gemacht habe,
gehörte einem

die ich

1905 bei einem Händler

Luksor gesehen habe.

Sie
t^""^

.^
In

usw

diesen Texten erscheint der Titel smn-hH'i

verbunden mit folgenden

Priestertiteln^:
1.

.öm

^'^^

'^'7

^^^
'b

hprw

=

Priester des XIII. oberäg\^tischen Gaues,

2.

'vi:^/^ nb lw{.t)

=

Priester des XII. oberägyptischen Gaues,

3.

—«—
'ApO^

shtpij)

=

Priester des XI. oberägyptischen Gaues,

4.

sm}*

'piiv)

=

Priester des IX. oberägyptischen Gaues.

Die ül)rigen, in der
nicht zu lokalisieren^.

Umgebung von r^^ 'y
Titels läßt sicli

befindlichen Titel

vermag

ich

Für die Bedeutung unseres
Priestertitel war.

danach Aermuten, daß er ein

wie es auch unsere Inschrift voraussetzt.

VI.

Zu der Lesung hr von
oft'',

A^

s.

Junker, Grammatik der Denderatexte
parallel zu p.t.
Avird aber

§

200.

VII. kbfyw steht

wie

hier,

doch wohl eine
Ähnliche

bestimmte Gegend

am Himmel

oder im Jenseits bezeichnen.
fiir

Wen-

dungen

in

den Apisstelen, avo wdf r kbhw
ed. Chassinat).
Avie in ssd hr htr

den Tod des Apis gebraucht

wird (z.B. Xr. 34. 35,
Recueil

Vni. ssd »aufsteigen«

»das Gespann besteigen« (vgl. Loret,

XI
Var.

S. 123).

^)

(I

'^

'
I

J


I
I

V
^

/|o^^^-^
|

.

In

dem geographischen Namen

steckt offen-

bar eine späte Schreibung von
r~|

~

^Yid.t

(X

1

|r^..

~%

der Pyramidentexte), bei welcher der

Schreiber an den zcrf- Fisch gedacht
AAAAAA
*)

hat.

Var.

\^

also

Kurzform des obigen vollen Namens, zu welchem Spiegelberg,
ist.
s.

Ägyptisches Sprachgut in aramäischen Texten Nr. 32 a zu vergleichen
^)

Vgl. dazu Brugsch,

Dict. geogr. 1376.

*)

Zu der Lesung
Priestertitel

Schäfer, Die Mysterien

des Osiris in Abj^dos, S. 19.
*)

Q£!l^^^<^
Lefebuke
in

ist

wohl nicht mit dem tanitischen
S. 202.

Q^ ^^ ohne ^sV

identisch.

«)

Sphinx VII,

19Ü().]

W.
IX.

Spieoelberg: Ein Denkstein auf den Tod einer heiligen Isiskuh.

135

Der Sinn der

Stelle

entgeht mir.

Doch
ist,

will

ich

darauf hinweisen,

daß
(ed.

'nj

rd ein kultischer terminus techuicus
I,

der sich

384, 6, Mariette (Abydos

S. 56),

Naville (Der

el

Bahri

II,

Urkunden IV, 28) und Beni Hasan
z.

B.

Newberry)
in

I,

35

findet,

an den beiden letzten Stellen neben einem Priester,
Papyrusrolle,
in

der

der

linken

Hand

eine

der

rechten

einen Wolfs (?)-

scliwanz hält.

X. Das Tempus stm hr-f steht hier in der erzählenden Schilderung
Sethe,
Beispiel
II

(vgl.

§406; Junker, Grammatik der Denderatexte
Inscr.

§

140).

Ein weiteres

ist

du Sinai

(ed.

Weh-l) 63,9: ^°1

I'

»sie sprachen«.

XI.

Da

das

Verbum

in

dem Zusammenhang nur
Auch

die

Bedeutung »melden,

verkünden« haben kann, so bin ich geneigt, in M \\Q() die ptolemäische Schrei-

bung von lyüaA smjw
XII.

(so!)

cMMe

zu sehen.

die
ist

Lesung snh wäre möglich.

Wenn

was aber keineswegs sicher

das Determinativ ein
für

Flügel

ist,

so darf

man

an
I

1

^x^ denken.
A/WNAA

>o^^

würde

®

stehen, wie

(T^

auch sonst' in der Ptolemäerzeit.
XIII.

Die Lesung des Verbums verdanke ich Herrn Dr. Junker.

Das Deter-

minativ, welches wie

^

aussieht, ist
in

gewiß aus dem Flügel verzeichnet.

XIV. Das

ist

wohl der

der Denderaliste (Brugsch, Dict. geogr. 1376)

M'W VSr

^^iiäi^i^t^ Priester

des 10. Gaues, der in den beiden gleichnamigen

Städten (Aphroditopolis im 10. und 22. oberäg}^ tischen Gau) denselben
geführt haben Avird.

Namen

XV. »Herr von
polis (heute Atfih)

Jjo-'A«

ist

ein Priestertitel,

der deutlich auf Aphrodito-

im

22. oberägj^ tischen

Gau

weist.
als tteVS-o?

XVI. snm

ist

durch das Dekret von Kanopus

bestimmt.

Ich denke, Übersetzung und

Kommentar
Unser Text

rechtfertigen

genügend den

Titel,

den ich
der der

fLlr

die Inschrift A^orgeschlagen habe.

Sie berichtet über die Beisetzung
setzt

Isis

heiligen ^s.^-Kuh^

nun

dieses heilige Tier ein-

mal

in

Beziehung (Anm. XV) zu der Hauptstadt des 22. oberägjqDtischen Gaues,
deren Hauptgottheit Hathor-Isis^ war, und in welcher nach

Aphroditopolis,

Strabo (XVII, 35 [809])* eine heilige weiße

Kuh

unterhalten wurde.

Man

darf

daher die Frage aufwerfen, ob unsere Stele sich nicht auf dieses heilige Tier
bezieht.

Leider

ist

die Herkunft

des Steines (provenant de la Basse -Egypte)

so unbestimmt, daß daraus keine Schlüsse gezogen
')

werden können.
Siehe Brugsch,

Siehe das

Hieroglyphenverzeichnis von Brugsch.

^)

Wb. VI

849.

^) *)

In der sogenannten Chronique demotique III 15 heißt Isis »die Herrin von Aphroditopolis«.
'Acpgohiro7roXtT-ri(;

— —

vouc(; xcti

y)

oßMvvuoi; ttoXiq Iv ~r

'Aoctßtt^t,

iv

r

?.svy.Yi

ßoZg U^u T^npsrm.

IS'

136

Alan H. Gardiner:

JNIesore as first

month of the Egyptian

year.

[43.

Band.

Mesore

as first

month

of the Egyptian year.

By Alan

H. Gardiner.

ioince Brugsch published his learned researches on the origin of the Egyptian

month -names, no
but
difficult topic.

contribution of miportance has been

made
it

to this interesting

Nor

will

it

possible to deal with

at all adequately until

the evidence bearing on Egyptian feasts has been collected and studied anew. All that
I

propose to do here isto add sonie

and

to discuss tlie
It
is

immediate conclusions that
first

new facts to those already known, may be drawn from them.
results hitherto reached.

necessary

of

all to

summarise the

As

is

well -known, the Egyptians of the Pharaonic periods did not employ monthin dating tlieir

names

monuments, but numbered the months in reference to a division of the year into the three seasons of Inundation, Winter and Harvest. This cmnbrous System was retained by the native Egyptians, with characteristic conservatism down as far as the Coptic period. The practice of dating the months liy names of their own seems to have become usual among the foreigners dwelling in Egypt in tlie Persian period, as it is found in the Aramaic papyri\ In the Greek documents of the Ptolemaic and Roman ages the monthnames ai-e in regulär employment, and here Thoth corresponds to the first
,

month of

the year

l

,

MU
Ijy

j

in tlie native

mode
the

of writing.
their

The names used
poLLiox

the Greeks for

P]gyptian months betray

native origin at a glance, and at an early stage of Egyptological science Cham-

was able

to

show

the conneetion

of a few of them with the names

accompanj'ing the tutelary deities of the months recorded on the ceiling of the

Ramesseum^.

The proof that at a still earlier date the Egyptians possessed, though without using them for dating, designations for the various months that are practically equivalent to month -names, was given by the Calendar of the
Ebers medical papyrus
in the
,

where most of the months are
lists^

called in the

same way
all;

as

Ramesseum.

A

comparison of the three

shows only four names (those

of Athyr, Pharmouthi, Pakhon and Epiphi) that are

common

to

to these

may be added Khoiak, which
represented in the
')

oecurs in
the

the

Ebers and Greek

lists,
(

but
j
.

is

Ramesseum by
possible, as
.

name of
to

the goddess
me,

Sekhmet

Y

The

It

is

however

Schafer suggests
,i-

that in the

New Kingdom
we
170

the native

Egyptians read the hieroglyphs
»the
^)

tH

I

d

I.

Q,

&c. with

month -names,

just as

should read 1.1.07
III

first

of January, nineteen

hundred and seven.«

^)

For these see LD.

They

are conveniently tabulated Brugsch, Thesaunis, 472

— 473.

— 171. —

li)Ot)

]

Alan H. Gardiner: Mesore

as first

month of

tlie

Egyptian year.

137
saine in all

relative position of tliese five
tlie lists,

months

to

one another remains

tlio

so tliat

it

is

clear that the original schenie of

as a wliole, biit that
at different times
,

such changes as

it

months was never altered underwent are due to tlie Substitution,
It
is

of

new names
of,

for old ones.

the merit of Brugsch to
festivals celebrated in,

have reeognised that the month -names are derived from

and considered typieal

the months

called

after

them.

This

aflfords,

in

several instances, an explanation for the change of name.
lallen into disuse or insignificance ceased to

Festivals that

had

be looked upon as the

chai-acteristic

feasts of the

months, and were replaced by others of greater popularity.
that enjoyed great repute in
tlie

Thus

thi-ee festivals

Theban period, those of Opet
(

(

fl__^), of
in the

Amenothes
list,

(

(1

)

and of the »Valley«

aaa^
(J

r\/-v^
)

Uli

Greek

where they are

called respectively Phaoj)hi,
aaaaaa,

Phamenoth,
^^ other

and Payni, the positions of the
cases the variations of the lists

earlier

^o S), and

fW]"

may

be differences of

name and nothing more:
Pn 1^ VU W
)

this is of course clear e.g. in the case of

Pharmouthi
(

^^^^^

\

AAAAAA AAAAAA

AAAAAA _ZI

v^' C^

which are but
and the same

slightly varying designations
feast.

applied at

difi'erent

times to one
disguised by

But sometimes the identity of a
names:
I

festival is
it

a less transparent diflference of

hope

to

make

probable in several
is

instances that certain
far

month -names,
,

the relationship of which to one another
or successive
,

from obvious

,

are really variant

appellations of a Single feast.

Having pointed out that the month -names were derived from festivals, Brugsch sought to lind evidence in the case of eacli particular month -festival that it w^as actually celebrated in the month to w^iich it gave its name. UnIbrtunately the material here proved defective, and even with the help of the

contradictory and late festival calendars in the Ptolemaic and

Roman
case

temples

he was unable to lind

much

support for his thesis\
itself:

In one

indeed a

surprising contradiction revealed

both

in the

tomb of H'^-m-liH (18th dyn.)
t^"^
Pr«

and

in the

contemporary tomb of Nfr-htp the feast of
lirst

(Pharmouthi)
(

is

dated as having occurred on the
that
is

day of the

lirst

month of Harvest

U;^;;;;^

,

Y,

to say

on the
for

lirst

day of the month called by the Greeks Pakhon,
, , ,
,

Pharmouthi being

them the preceding month
anomaly
is

.

As
I

a matter of fact this

far

from being an isolated one, and
1.

shall

now

quote several instances of the same kind.

In the

still

unpub-

lished continuation of the Pap. Chabas- Lieblein in Turin^,

which the

verso dates

^)

303

— 304. —
me
to

His results are suminarised
^)

in

Die Ägyptologie pp. 362

— 363. —

^)

Brugsch, Thesaurus

I

take this opportunity of expressing

courteous manner in which he laid the Turin papyri

my gratitude to at my disposal,

Prof. Schiaparelli for the

and for the permission he

gave

make use

of some of the unpublished material.

138

Alan H. Gardiner: Mesore

as first

month of the Egyptian

year.

[43.

Band.

aaaaaaqi

^

^|^'^(]D(|Dn
no work.
it

«Fourth month of summer, day
«

1

(or 2).

The

workmen
instead

clid

Epiphi-festival.
is

There can be no possible doubt
that

about the month here, but
of »day

just possible

»day 2« should be read

1«\

nearly everj^ day 's
^vith

Nor can the emendation wsf be called m question: record begins in the same way, the work-days being noted ^

the

Word S^

^
or

,

^vhile

days on which

the

workpeople were
i^

idle

receive the remark
Epiphi'^
is

^

>a 1^ j

/^

,

That

(]

D

D

n

really the festival
t)

sho"\\Ti

by
a

the following passages where wsf ov wsf

ist

is

foUowed
;

by the name of

feast:

(2,26)

,

oa^^-^OCI

C--

>^

\

(©"fß"

of the festival obviously gives the reason, or at least an excuse, for the
ness of the artisans.
It

idle-

thus appears that in the third year of Ramses XI.

the festival of Epiphi was actually celebrated at the beginning of the
called
I

by the Greeks Mesore, while the Greek Epiphi
I

is

month the preceding month

\\

1

I

I

AAAAAA f7) AA^AAA

.

The
context

feast of

Epiphi

is

further mentioned on the verso of Pap. Boulak 19
is

(20th dyn.?) but unfortunately the number of the month
unclear: the last

damaged and the
D\

words are

rm
^

'v^^wva

qc-_ V\

(I

DlJ

^

»Fourth(?)
is

summer -month, day
important.
festival,
It
is is

15, in Epiphi«^.

Here the Insertion of the preposition
is

possible that (1dÖg\

the

month -name, and not the
At
all

which
is

hardly likely to have lasted fifteen days.

events the

passage
2.

too obscure to

weigh

against the clear evidence aboA-e quoted.

Pleyte-Rossi, Pap. de Turin 152
its

— 153
first

is

part of a diary of the Necro-

polis not very different in

contents from the Pap. Chahas- Lieblein, and dates

from the 13th year of Rameses IX.*
')

The
still

day that

is

named

is

the last
(5, 17)
(5,

The complete and incomplete
I

dates
I

legible in this
(5, 18)

passage are as foUows:

w

I

AAAAAA

QCZd
J

IM;
III

I

\v

I

I

ij

/WVAAA

III

Aw^ AW^
,

L

Q V-Ä^J

;

no date, several lacunae;
^'^^"

19)

,C30
I
I

AAA^OJ
L/wwv\

I

I

ÜDljDn; 11

,

,

II II

.oa^^'^oii; AA^AA^ ^^
is

lacunae; (5,20)
I I I I

AAAAAA

AAAAftAQ".

The

question as to whether »day 1« or »day 2«
is

to
in

be read
5,

in
5,

cur passage thus
19
i.

depends upon whether the missiug day's notice
after the
^)

to

be restored

18 or

e.

before or

mention of Epiphi.

Sethe points out

to

me

that

'E-Tricpi

is

a

nominal form like pcKpiKC, tA'^Ac,
i

Silsile; the

Coptic equivalent

enHn having

the

later

h
to

instead of

as in

Hce

for 'It«?.

^)

I

quote from

\

Erman's
so that

collation for the Berlin Dictionary: beside the first
it is

word he expressly adds

the note »3? 4?«,

him the more probable on palaeographical grounds. *) The name of the king is not mentioned, but the vizier Hc-m-wist, who is known, e. g. from Abbott, occurs on a related papyrus dated from year 17 and written in the same band; this is the document partly transcribed by Spiegelberg, Zwei Beiträge p. 12.
likely that the latter

seemed

.

1906.]

Alan H. Gardiner: Mesore

as first nionth of the Egyptian year.

139

(lay
eacli

ol* tlie

[foiirtli]

summer

montli.

Tlien follow
oiie

tlie

five

epagomonnl days,
runs as

being signalised as the birthday of
iisiial

of the five children of Nut, in

their

order.

Tho dating of

tlie

first

day of the

New Year

fol-

lows: (153,12)
first

[^nill^Moifli[12| = ^Gs^^5^5^nn^
1,

"Yeor 13,

moiith of inimdation day

birtliday of Re-llorakliti.«»

The words mswtall
list

R^ are obviously the prototype of the month-name 3Iesore, and
this point is

doubt on
has
tlie

removed when

it

is

observed that the Ramesseum

god ^r^

as typical of that montli.
'^;^

Thus here Mesore Stands

at the

beginning
to expect.

of the year, and not in
3.

O

as the

Greek evidence would lead us

For the montli Athyr we have testimony from two sources, one dating

from the 3Iiddle, and one froni the New, Kingdom.
attendances of singers at certain festivals j)ublislied

24

— 25

by

The fragmentary list of Griffith, Kahun Papyri

belongs to the 35th year of a king wlio can onl}^ be
find the entrv

Amenemmes
this is

III.

Here we
the feast

^^ Mil
jd.

O

^ ^^ ü ^
'^^

'^

J)'-

That by

meant

of the montli Hathor (Athyr)

is

corroborated by the Medinet Ilabu

Calendar (Brugsch, Thesaurus

364) which gives

But according
4.
It
is

to the

Greek reckoning Athyi* was
that

M^ O ^0 MU Q
|

y/vw^ ^^£7

^

'\

eurious

the

name

of the populär feast of Klioiak

should

be so rarely met with outside the calendars and literary works, and that no
early evidence as to
its

place in the civil year should oecur.

In Greek times

Klioiak
niouthi,
their

is

tlie

fourth

month of Inundation, but
all

since at an earlier date Phara

Epiphi, Mesore and Hathor are
in

found just
so

month

later

than

place

the Greek calendar requu-es,

too

Klioiak on
ferred

"^n'^^^OI- As
.

a matter of fact the

we might expect to find Kahun papyrus above re-

to gives the notice

n

O

Vv

i

J kJ_/i

M

l"^^^^^

^^^

"^ ^

number

of inscriptions of the

New Kingdom

(Brugsch, Thesaurus 335. 362. 364; Sethe,
is

Urkunden

IT

107. 109) the feast of N/ib-klw

dated on

'^n'^OI
ö

Wlien we
..Mi'^S:?

obsen-e that the sense of the words
»uniting the
^as«

LJylJ

„^ß upon ^a« and T\

\L

conveys something of the same idea,

we may hazard
festival.

the

conjecture that these are but
')

two names

for

one and the same

This feast

is

of course not to be confused with that of »Hathor, lady of Herakleopolis
in

magna«, which was apparently celebrated

the

second month of winter
11
(

(loc. cit).
{loc. cit.;

This was of
uffith's se.eGRi

course a merely local festival, like that called
note),

ci?

^ —
]

I

V^

which
^)

is

not to be identified with mnht in the
feast of

Ramesseum Calendar.

That the

Hathor
to

is

found

to

be celebrated at two widely separated periods on
calendar, incidentally disposes of an hypothesis that
feasts

precisely the

same day of the

shifting

civil

might be advanced, according
calendar.
(line 21)

which the monthly

belonged

to a fixed

year.

All

the

evidence here adduced confirms the view that the feastdays are closely connected with

the civil

The Greeks were
that

of the same opinion

:

otherwise the Statement of the decree of Canopus winter season in reality sometimes
feil,

the

feasts

that ought to

have

fallen in the

owing

to the deficiencies of the civil year, in the

summer, could have no possible meaning.

140

Alan H. Gardiner: Mesore

as first

month of the Egyptian

year.

[43.

Band.

5.

A

piece

of evidence

that

is is

far

less

certain

and

is

onlv mentioned

here for the sake of completeness
British
certain

given by the Ramesside ostracon in the

Museum
grouj)S

treated

by Erman, ÄZ. 39 (1901) 128

— 130;
is

he shows that

of words that occur at inter^-als in the text are the Originals

of the Greek designations of the Egyptian

months^ This
two

quite clear in six

of the

eight cases (Thoth, Phaophi, Athyr, Khoiak, 31ekhir and Phamenoth),
therefore probable that the other
/vvwva

and

it is

a^^^^-^^v

A^'^'^^^Wf

(before Thoth)

and

^"^ ^ Ö^^^^^^Pn

(between Khoiak and 31ekhir)

are unusual circumlocutions for the better- known
spectiyely.

names Mesore and Tybi

re-

In tbe former instance the sense agrees well with this Suggestion;

»the going forth of Horus« could easily be an alternatiye expression for »the
birth of
to
is

Re Horakhti«. Thus

it

seems not unlikely that »the periplous of 3Iut«

is

be regarded as the
the

t^-pical

monthly

festival

of Tybi,

tliat

in

Greek times

name of ^^n*"^^©rU

In the 17th year of a king

unnamed (probably

Rameses

IX.) the feast in question
|

[^

'\?^^^ k-^ ^^^^(j '^^^[_2s.©©])
;

cf. ib. 6). It would be very ^'kS:^ {Pap. Turin 68, col. 3, 1 Strange that a feast that was eelebrated on the very last day of a month should

oecurred on

^

be considered
lasted

tj-pical

of that month: and

it is

easier to

assume that the

festival

two days and that the
and not
to

feast of »the periplous of

Mut«

really belongs to

TTn^O
tlie

^n'^Oyet sound evidence of various date for the fact that

Ignoring the last two instances as too dubious to serve as arguments in
discussion,

we have

the feasts of Athyr, Pharmouthi, Epiphi and Mesore were in early times eelebrated, not in the months of the usual notation
i—n—
1

l—TT-l

M^iO111^ 'INI n O

O- 111

AA/NAAA

AAAAAA AAAAAA

O

?

';$cc!^

O

,

wliere from the Greek testimony

we should

expect to find

them, but at the beginning of the foUowing months. Applying the argument used

by Brugsch
Ü1H
I I I I

that the

names of the months

are derived from characteristic festi-

vals eelebrated in them,
C^
,

we now

reach the conclusion that the earlier name of
'
, I

was not Khoiak but Athyr, that of
that of
I I I
I

;:;jj^O
AAAAAA

not Khons (Pakhon)
,

but Rnwtt (Pharmouthi)
,

;:^i:^
iv\i\r\rJK

O

not Mesore but Epiphi

and that of
is

I

Mio o

not Thj (Thoth) but Mesore.
retain the

The

striking feature here

that the

month -names

same

relative position to

one another, but in reference

to the beginning

of the year in the notation

of the civil calendar they have
If

in the coui-se of ages receded one place backwards.

now we

recall the inference

made

at the

beginning of this

article that the original

scheme of month-names

remained rigid and unaltered
1)

as a

whole, whatever changes might be found in
But the
possibility
feil,

Erman

thiaks

them
is

to

be populär terms for the months.

must be

reckoned with that the
Since however no feast

feasts themselves,

and not the months

in

which they

are here meant.

named

that

is

clearly disconnected with the

months, Erman's explanation

remains the more jirobable.

190(i.]

Alan H. Gardiner: Mesore

as first iiionth ot

tlie

Egyptian year.

141

individual

names,

it

follows

that wliat
rest,

lias

beon found truc of four monthall

names must be

true

of

tlie

and that
one

twelve moiitli -names stood in

early times onc place ahead of their Liter position.

The

inferenee

would be

a rash

if it

were not tliroughly eonfinned by
its

the Ebers Calendar, which

lias

liitherto

so puzzled

commentators

' .

All are

agreed that the object of this was to compare the nionths of a fixed year

beginning froni the rising of Sothis with the months of the shifting

civil year.

But the

cliief

crux up to

now

consisted in the fact that the left-hand column

containing the month- names seemed to correspond to neither of the forms of

year compared.
tlie

Tlie first three lines of the Calendar will suffice to illustrate
/-=^ l^SCD
.

difficultv:
f
I I I

[ZTZl

A

Ci

V'

III
INI

W,AAA

Mio
^iÜ

Li

i<

S^^

(the other

month - names follow

in the order

J^'^-U'^ILJ-

fi-

\

?

h X
to

^^^^- ^ 1^T /www C^
-ZI
AAAA/W

_2r

(W{^^iii O
I
I

(l°?i>llCiA

li*-

^"^

seemed the more
the
it

likely

hypothesis, the names on the

left

were intended

to represent

a fixed year beginning with the rising of Sothis, then
find
at

we onght.
is

months of was argued,
also
in

the head

of the

column q\\, the month -name that
the year.

the

Ramesseum

Stands in the place of Thoth, since Thoth
first

known on

the Greek

evidence to be the

month of
its

Instead of this,
at

Thj appears in

Ebers in the second place,

proper position

the top

being usurped by
This argument

Y'y'^^S^. the Avell- known designation of the

New Years

festival.

rested

however on an assumption that

it

occurred to no one to dispute, namely

month -names had always maintained the precise poThe conclusions that were reached in the last paragraph show this assumption to be erroneous, and if they be adopted, all the month -names are seen to stand in the Ebers Calendar just where they onght to stand: thus Rnictt (Pharmouthi) is in Ebers the ninth name of the left-hand column, just as in the inscriptions quoted it is the ninth
the assumption that the
sitions that

they occupy in Greek times.

month

.

rrr-i

/wwvvQl of the year,
fourtli

and similarly Hathor and Epiphi

fall

into

their right

places as

and

t^velfth

months

respectively'.

Hitherto the
pp. 47

')

^)

The difficulties are put as cleai-ly as possible in Ed. Meykr, Äg. Chrnnoloyie Tims in the Ebers Calendar the month -names aie, f'or the nonce and for
their

— 48.

the special

purpose of that calendar, transferred from
civil

customary use as equivalents of the months of ihe

year

j

.

iliJiiO' &c.
special

1.

so as to represent the

months of an

ideal fixed year, the Egj-ptians

names for the latter. It must not be inferred that this was their usual The whole calendar is drawn uj) in employment: see the remarks above p. 139, footnote 2. an exceedingly abbreviated and schematic fashion, and its meaning can only be conveyed to
possessing no

Zeitschr.

f.

Ägypt. Spr., 43. Band.

1906.

19

142

Alan H. Gardiner: Mesore

as first

month of

the Egyptian year.

[43.

Band.

Position was, to

all

appearances, as absurd as ifAve, wlien Avishing to compare
,

our

own

calendar with that of the 31uhammedans
it

sliould

head our

first

column

with December instead of Januarv:
of them.

is

clear that
is

when

tAvo different calendars

are to be compared, the natural course

to begin Avith the

beginning of one

A

further result of our argument
festiA^al,
first

is

that >Ay^:SP in Ebers
or,

is

not merely
the

the NeAv Year"s

but the typical montlilA^ feast
the year
:

in other Avords,

month-name of the
Avith
fail
fn
I

month of

and that

it is

accordingly synonymous
eA^idence that can hardly

j|

oJf
Siui

Mesore.

Tliis point is elinched
it

by

to conA'inee.
2d,'^'2:

()n tlie

one hand

is

proA-ed l)y texts of the Middle, (Pap.
{e.

Kahun

1.2^7) and the XeAv.

g.

LZ). III

43
|.

c. f.)

Kingdoms
the

that

the feast of the XeAv Year Avas

celebrated on w JjIU q

On

other hand

Brugsch has produced (AZ. 8 [1870], 109) from the temple of Edfu parallel
passages Avliere

q
u/
:

^=^

.

i.

e.

the

month

that at
to

tlie

Greek period
of the

is

called 3Iesore,

has as A-ariant

and

in reference

the sense

name

3Iesore

«the

birthday of Re« he ingeniously remarks:

«daraus erklärt sich dann, Ave.shalb im

Kanopusdekrete
durch
ist,

(line 3)

der Geburtstag des Königs im hieroglyphischen Texte
Fest der Geburt der irdischen Sonne, ausgediaickt
tcl
yevsTAiot,
. . .

u/

.

ü'leichsam das

Avährend der griechische Text dafür

.

einsetzt.«

The terms

u/

and

fflO^ Jj

öJ\, and probably the expression

^^^.

"^^^k. A^^'^^v?^ ^^^ ^^^^ London ostracon aboAC quoted. are thus alternatiA-e names for one and the same festival originally celebrated on Xcav Years day.
That
u/
AA'as

a

solar feast

is

fnirlv

evident from the Avish in Anast. 7. 3

.

5

the

sky Avhen he begins the year«
first

:

it

commemorated

the

moment
first

Avhen

tlie

sungod, in his
as

act

of rising, opened the succession of montlis and years,

the
AA'as

originator of Avhich
also

he

is

so

often eulogised.
(3Iesore),

But the

rising of

Re

the

instant
?i

of his »birth«

the occasion of his earliest
first

»going forth« [pS smt

Hr)\

We

see hoAv appropriately the

day of the year

Avas accounted the birthday of Re.

modern reader by an expanded paraphrase, wliicli I imagine shoiild run someuhat as Ibllows: I., the New Year should fall on the 9th day of the 3rd summer month, that being the date of the rising of Sothis; siiiiilarly Thj should fall on the 9th day of the 4th Summer month. (kc. The point beneath prt Spelt is here rendered by the word »similarly«. In tlie third month Mnht the epagomenal days have been overlooked: it is perhaps possible that tiiis is due to mere carelessness on the part of the scribe. who has copied the figure 9 mechanically from the preceding line; or it may be due to some dogmatic confusion of thought, that the epagomenal days do not really belong to the year. ') Smt is not seldom employed of the movement of celestial bodies, and that may possibly be its meaning here.
the

In the ninth year of Amenotlies

190(5.]

Alan H. Gardiner: Mesore

as first inonth of

tlie

Egyptian year.

148
upset by
part of
it

It
fiitiirc

socnis

uiilikely

tliat

tlie

coiiclusions

licrc

advanced

will
a

l)e

iiivestigatiüiis;

tliey
all

afford

too

good an explaiiation of

iarg-e

tlio

evidence and above

of

tlie

P^bers Calendar.

At the

.sanie

timo

must
later

bc adniittcd that
facts.

tlicy raise

serions problems,

and do not account
in

for all the

The discrepancy of
is

the place
It

of the month-nanies

early

and

times

a

very grave

difficnlty.

conld on the one band

l)e

acconnted for

by the assuniption that
intercalated in
festivals,
if
tlie

a

certain

nnniber of days were at a given

moment
tra-

civil

calendar of seasons and montlis, so that the monthly

they were celebrated, without any break of continuity, at the

ditional intervals froin one other, feil back into the preceding calendar niontlis.

Such an assuniption would naturally vitiate thewhole of our chronology. Happily there is another alternative, nainely that the festivals, and not the months of
the civil calendar, Avere transferred, as a body, froni their original place. the difficulty
is

But
is

to find a

motive for such a proceeding. This topic
,

is

one that

better left to practiscd chronologists

who

will doubtless

have some theory

to

suggest.

We
as

have hitherto spoken of the displacement of the month-names as
it

evidenced by the Ureek testimony only: and
the reign of Rameses

lias

been pointed out that as
still

late
first

XL

the

feast

of Epiplii was

lield

on the

(or second)

day of the

fourtli
still

day of the year could
in the

summer month, while under Rameses IX. the first be named Mesore. Yet there is conclusive evidence
at least theoretic-

Ramesseum

list,

dating from the earlier period of Rameses IL, that the

Greek position of the month-names was already then accepted,
ally\
first

Tlius in point of date the System according to which Mesore was the month of the year and that according to which the latter was called Thoth overlap. The evidence as to the place in early times of the feasts that gave their name to the months Thoth and Phaophi (the first and second of the year according to the Greeks) does not fit in well with the other data. The festival of Thoth occurred in Greek times on the nineteenth day of the first month^,

and so too
/vwvAA
I
I

in

Medinet Habu (Rameses
^

III.)

we

find the notice w
ü

MU n
^
o
1 1 1 1

I

U

<=>

ä^^^'

^^^^

feast of -4|

/a\

being mentioned on the preceding day.

Since even in the Old
together,

Kingdom

the festivals of Thoth and
the Middle

and since the

latter is already in

WSg always appear Kingdom {Siut 1, 283)

')

The name

~^\x»

«•

e.

the

Greek month Thoth,

is

there j)laced opposite

,

J^

l

^

l.

and

all

the other

months follow

suit.


3,

On

the other

hand the evidence broiight forward by Bkugsch,

Thesaurus 298 to prove that the feast of
ninth

month (Greek Pakhon),

rests

Khons was already under Rameses III. celebrated in the on a false reading, as is shown by the older publications,
354 and Champ., Not. Descr.
2, 1Z2),

Wii.iiiNSON, Manners (ed. Birch)
as

plate opposite p.
in

as well

by Sethe's collation of the original ^) Plutarch, De Iside et Osiride

Medinet Habu.

68.

'*)

Brugsch, Thesaurus 364.
19*

144

Alan H. Gardiner; Mesore

as first

month of the Egyptian year.

[43.

Band.

dated on the eighteenth day of the
Tlioth-feast ever changed
that
its

first It

month,
is

it is

highly improbable that the

place.

of course verv milikely that a feast

was celebrated on the nineteenth day of tlie first month could ever ha^-e given its name to the second month of the year. and as a matter of fact in
the Ebers Calendar and in the Ramesseiim the of Thoth.

name Thj

^\\ Stands in phice

Perhaps these names refer

to different festivals\

and Thotli suc-

ceeded Thj ns month -name in the same
earlier

Mnht.

Yet Thoth

is

apparently a

way as Phaophi took the place of the month -name on the Ramesside ostracon

in the Britisli 3Iuseum"".

The

feast of

Phaophi shifted

its

position considerably during the Ramesside
tlie

period, but seems always to have extended over from the latter part of

second month into the
feast only

third"^.

It

is

possible tliat

it

was adopted
last
tlie

as

monthly

when

3Iesore Avas generally regarded as
tlio

tlie

This hypothesis avoids

necessity of assuming
.

tliat

month of the year. name Phaophi ever
evidence.

belonged
Still
it

to tlie third

month

an assmnption for whicli

we have no

appears that Phaophi was already a month -name before the end of the
,

Ramesside period
whicli

since

(j

^

succeeds

.

j^ on the London ostracon
topic, very conscious of

,

in

we

inclined to recognise
I

month -names. and not mere names of
and perplexing
all

feasts.

Here
terials

leaA'e

this difficiilt
it

my

in-

competence
here

to deal Avith

at

adequately.
first

31y only hope

is

that the

ma-

made

accessible for the

time will be of Service to otlier scholars

who

are better equipped than myself to

make use

of them.

Der Name der Göttin Neith.

Von Kurt
xVls

Sethe.

Name

der Göttin von Sais,
NvitS- (so,

die die Griechen ihrer

Athena gleichsetzten,
liest)

wird von ihnen
genannt.
Diese

nicht

NetS-,

wie

man

in

ägyptologischen Büchern oft
-^

läßt bereits
alte

und nachfolgendem Hiatus erkennen, daß zwischen den beiden Konsonanten n und /, die die

Namensform mit dem langen Vokale

phonetische Schreibung des

Namens

R zeigt, noch ein schwacher

Kon-

sonant gestanden haben

muß, der
das

in der Schrift unbezeichnet gelassen

wurde.

Und zwar wird man nanten eben in dem

mit einiger Wahrscheinlichkeit diesen schwachen Konsoi,

dem Vokal

vj

folgt,

vermuten dürfen.
identity are hardly adequate.
^)

the
^)

') The groimds given by Brugsch, op. cit. 393 for their Ramesseum list the deity of the first month is a goddess.

See above

p.

140 footnote

1.

In

See Brugsch,

op.

cit.

315

foll.

1906.]

Kurt Sethe: Der Name

der Göttin Neith.

145

Dazu stimmt nun

in

der Tat auch die

Form

des Status eonstructus, die
^[l<::r> J| Nt-i.krt (von

wir aus den griechischen Namensformen
Eratosthenes
Nt-iJtJ,
'k^Y\voi vix,Yj(popog

'Sitwx.pk;,

ägypt.

übersetzt)

und

NtryiTt^

oder

NetT>]Ttc,

ägypt.

cn

>|

A

(1

vi

kennen.
ein

Sie erscheint hier als nlti,

und

zeigt also zwischen

dem n und

dem

t

langes

das bei einer konstrukten

Form auf den Konsonanten /
(1

zurückgehen

muß

(vgl.

c\- von

ctoi

V.v/o;"

»Geruch «)\
altes

Dabei kann
Ti-

dieses j

ebensogut auf ein
//

j wie ein altes ^^,

/

(vgl.

»Land«,

stat. constr.
s>

von ===

to

in n-Ti-iJ.vpi(;

^^=^^

ü{©»

^'"

»Sohn«

von ägypt. "^^
"^ hr

in

'ApcTiYjUK;

usw.) wie auch auf ein altes <rr> r (vgl. £i-, ägypt.

»auf«) zurückgehen.

das

j,

das die

griechischen

Daß die Formen

letztgenannte Möglichkeit vorliegt
N>]iSr

und daß

und

Xtr- als mittleren

Konsonanten

zeigen, auf ein altes

<=>

r zurückzuführen

ist,

lehrt eine Schriftvariante, in der uns

der

Name

einmal im Grabe des Oy^^, eines Zeitgenossen Ramses' IX,, begegnet.
dieses

Im zweiten Räume

im Hügel Schech Abd

el

Gurna belegenen Grabes,

auf der rechten Seite, beginnt eine Inschriftzeile, die einen jener Sprüche für
das Wohlergehen des Toten im Jenseits enthält, mit den Worten:

llKSSS^^1T?!i^^t^
»iVr/ die seite,
sie

usw.

Große, die Gottesmutter, das Auge des Re^, die Fürstin der Westder hier genannten Göttin Nrt die Göttin
zu erkennen'^

gebe« usw.
in
N>]i'9-

Daß wir

liaben, lehrt die Schreibung mit

dem Zeichen

><=^

,

der Titel »die Große, die

Gottesmutter«, der gerade dieser Göttin eignet, und endlich die Tatsache, daß
die entsprechende Zeile auf der linken Seite der

Kammer

statt ihrer eine Göttin
z.

nennt, die auch sonst

als

Partnerin der Neith erscheint, die Selkis (vgl.

B.

die Inschriften der Eingeweidekrüge).

Dürfen wir demnach
die
ältere

als

Lautwert des Namens der Göttin von Sais für
spätere
Zeit

Zeit Nrt,

für

die

annehmen,
Es
ist

so

erklärt

sich

die^^

griechische
die wie
(in

Form

Ntr-

ohne weiteres von
(in

selbst.

eine konstrukte Form,
{miset)

pÄin- von

poMne

pÄin-ujjpe), mcct- von Auce
ist

und

«SÄtCi-

•s^vcl-gTo)'"
als

einsilbig
t

geworden

und daher sowohl das j

(ähnlich wie

«XÄ^ci-)

das

(genau wie in mcct-) erhalten hat.

Schwieriger sind die lautzu erklären.

lichen Verhältnisse bei der unverkürzten

Form
ist

NviiS-

Das

S-

statt

des ägyptischen

t

am Ende

des Wortes

eine Eigentümlichkeit, die wir bei
öfters finden.

griechischen Wiedergaben ägyptischer
^ÄiuevcüS-,

Namen

Es

sei

nur an ©wuS-,

MouS-,

Xv\^, 'X\xevu)^ci^
t

erinnert.

Was
N>iiS-

aber im höchsten Grade auffallen

muß,
es

ist,

daß sich das
als

in

dem Namen

überhaupt erhalten hat, während
durch ein nachfolgendes
P]leall-

doch sonst

Femininalendung,

wo

es nicht

ment vor der Verschleifung geschützt
1)

w^ar,

anscheinend schon sehr früh
I

Sethe, Verbum

I

§ 16.

2)

Vgl. Sethe,

Verhum

§

104,

3.

146
gemein weggefallen

Kurt Sethe: Der Name

der Göttin Neitli.

[43.

Band.

ist.

Wir können

für diese auffallende
Ms'JS-

Erscheinung zunächst

nur auf den anderen Göttinnennamen

hinweisen, bei

dem

die gleiche Er-

haltung der Femininalendung vorzuliegen scheint, ohne daß wir in einem wie

im anderen Falle imstande wären, eine befriedigende Erklärung dieses Rätsels
zu geben.
Nicht minder unregelmäßig
Sie setzt nach
ist

aber auch

die Erhaltung

des

j

in

N>iiS-.

den Lautgesetzen voraus, daß das j in der Tonsilbe gestanden haben muß, als der allgemeine Wegfall des j in den unbetonten Nebensilben

dem j vorangeht, so muß die Tonsilbe geschlossen gewesen sein. Man würde also auf eine Form mit verdoppelten mittleren Konsonanten, wie sie dem kopt. poeic ptoic röjjes und anderen Formen von Stämmen med. w oder j zugrunde liegt\ schließen, etwa *Nojjet oder *Nejjet und das lange für eine sekundäre Dehnung des ursprünglich kurzen
eintrat.

Und, da der Vokal

v]

:

v)

Vokals erklären, wie
für sah.
iiä^i,

sie

im Bohairischen vor j

oft

eintritt

(vgl.

tiHi

«mir«

ptoic fär sah. poeic).

Und

in der

Tat wird ja der

Name

N>)iS-

der

Göttin des unterägyptischen Sais gewiß ebenso wie die meisten älteren griechi-

schen Formen ägyptischer

Namen dem
j,

unterägyptischen Dialekt entnommen

sein.

Doch
altem

scheint hier wieder eine neue Schwierigkeit einzutreten: gerade das aus
r

hervorgegangene

als

das wir ja das

/ von
Doch

Nv^iS-

oben erkannt haben,

hat die Eigentümlichkeit,

daß es im Koptischen niemals eine solclie
ist,

Dehnung

des vorangehenden kurzen Vokals hervorruft "^
gilt,

was

für das Koptische

wohl nicht

für die griechischen

bei diesen auch sonst häufig eine

Namensformen bindend, finden wir doch Dehnung des kurzen Vokals, wo dieser sich
Ich
Wccyjjijv

im Koptischen noch ungedehnt erhalten hat oder erhalten haben würde.
erinnere nur an
'Ovvw(ppii;
^cLu.ivüö'^

"YLpuCiv^ig

(nfp.uotiT),
2t»iv>)

(ndk.cgonc),

^^(TuKTrpiq

{*Se-icosret),
'A^evct'S>)c,

(o'ycuoqpe)
(nei^p.ug^oTn).

sowie an

(co-y&.w)

und

'Ajuwcrt?

('Aaatcrtc) ^,
N'viiS-

So

mag

also auch in

unserem Namen

die

Dehnung

des kurzen Vokals eine griechische Spezialität sein.

Wenn

wir nun

demgemäß
so drängt

die

Form

N»)iS-

auf ein ägyptisches *NejJ€t bzw.
Ist

*Najjet zurückführen,

sich

auch die Frage auf:

etwa auch der

andere Göttinnenname, der die gleiche auffallige Erhaltung der Femininalendung
aufwies, MoCS-,

auf ein *3Iewicet zurückzuführen, und hängt die Erhaltung der

Femininalendung irgendwie mit dieser Vokalisation zusammen*?
denken,
co-yS:

Man könnte
in

daß etwa eine Verschiebung des Tones stattgefunden habe, wie
,
:

co-yen-

das aus *sewwen- (Stat. constr. von coo-^'n ctoo-yn »erkennen«)

1)

Ebenda, § 243,
statt

I.

^)

Ebenda,
in

§ 344.

')

Der Vokal des Elementes ms
des w nach

den Namen Auoltk, 0ov-axT«c

muß

kurz gewesen sein,

da sonst
das « in
*)

dem
Ntj/S-

m

ja ein u erscheinen

und

es also AauTK?

heißen müßte.

Auch
gÄ.erT

'Xixctrig

muß

ja kurz sein, da das Ägyptische langes a überhaupt nicht kennt.

Ein Analogon zu

und McCS könnte man auch
ist

in

dem
(I \\

sahidischen

Worte

»Vorhof", »Tor« vermuten, das femininal
Chajjet).

und dem ägypt. rn ^^^

entsprechen könnte

1906.]

Kurt Sethe: Der Name der

Göttin Neith.

147
das aus
*§ehjet

enstanden

ist, ist,

gegangen
Fällen
N»)i9-

und und

in igefiiein

(Stcat.

constr. zu ujefciHT*)

,

hervordiesen
sie

anderen

koptischen

Formen'.

Allein

in

allen

ist

die

Tonverschiebung offenbar verhältnismäßig jung, während

in

und MouS- einerseits schon sehr alt sein müßte, wenn sie noch die Wirkung gehabt haben sollte, das, wie gesagt, sehr früh abfallende femininale t zu schützen, und andererseits aber auch wieder nicht sehr alt sein kann, da
sonst die ihres Tones beraubte Hauptsilbe

kaum den

vollen Vokal

(>])

bewahrt
er-

haben würde.

So müssen wir uns eben damit bescheiden, dieses Problem

kannt zu haben, und seine Lösung der Zukunft überlassen.

Der Name des Gottes

KHf

Von Kurt
iJer Name des

Sethe.

alten
,

Erdgottes der Ägypter

^^J

wurde
J)

frülier,

und wird
:

noch heute vereinzelt
gelesen.

wegen der späteren Variante
es

^J

Seh (Maspero

Sihnu)

Brugsch war

dann, der die Unhaltbarkeit dieser Lesung an den

hieroglyiDhischen Varianten der griechisch-römischen Zeit

UO'
dartat

^Jc^'
luid

^^J^
und

und der griechischen Transkription des Namens
eines Wortspiels in

Kv]/Ö

auf Grund

den Pyramidentexten (zwischen '^^ZSj ZSj und

der Existenz eines Wortes Z5J j^^ für «Gans«

J) die Lesimg Geh für den Gottes-

^\

namen
laut

vorschlug.

Gegen

diese

Lesung sind nun neuerdings wieder Bedenken

geworden;

man

hat wegen der griechischen

Form mit

y.

und den

ol)en

angefLihrten hieroglyphischen Schreibungen, die ein k oder k als ersten Radikal
bieten, der

Lesung Keh den Vorzug gegeben".
die

Tatsächlich lieweisen diese jungen

Formen aber ebensowenig gegen
die

von Brugsch vorgeschlagene Lesung Gb,
füi-

wie etwa die griechisch-römische Schreibung «cz^"^"^
alte

«ytopg^

»Nacht« gegen

Form

^

o

"^T^ ^^-^^

oder wie die griechischen Formen Kottto? \md

KoC(7ot(

alten

und die entsprechenden koptischen Formen KenTto und KUic gegen die Fonnen Gbtjw, Gsi; von der allgemeinen Bezeichnung des altägypt. S g
ist
•^r^^
,

durch &, das
Geschichte,

Daß Brugsch mit

seiner

im Koptischen ganz zu schweigen. Lesung Gh für die späteren Zeiten der ägyptischen
in der

vom

n. R.

ab,

Tat das Richtige

getroff'en hat,

das zeigen

die folgenden beiden Stellen, die uns einen entsprechenden

Wert

für die älteren

Zeiten ergeben.
1)

Sethe, Verbum

I

§

19

ff.

^)

Erman, Ägypt. Religion S.12.

148

Kurt Sethe: Der Name

des Gottes Kr/3.

[43.

Band.

1.

Der

Grrabstein

des

[1

^^"""^^^

'

Jl

1

oder schlechtweg
^^

i

jl

)

zu
J

Leiden (V. 114) aus

dem Ende

des m. K. gibt die Worte:

^

|^AA^^AS=^'Vi.^^
z!

«dich hat Geb geschaffen« eines Pyramidentextes (W. 382) so wieder:

^

^^

o^ S

]

\\J\^-

Das Totenbuch des neuen Reichs,
ist,

in das

dieser alte

Spruch

aufgenommen worden

Nav., Kap. 174

—r^'^j^
2.

pb,

oti«^!']^'^

Die Titel, die Königin Arsinoe
II,

d.

ägypt. Altert.

72)

führt:
h)ft-c

und Tochter des
Recherches
p.

Gel)^,

und

—^^^"^Ji^ ^ ^^"^ J^^ ^^|^ 5^^
^^^-^
II

schreibt statt

dessen so:

^. ]^^

auf ihrer Statue im Vatikan (Urkund.
^^^pcit

Tocliter des Stieres 31rhw^^

lauten in einer

Inschrift der 6. Dynastie (Kairo. Katal.

1578:

3Iar.. Catal.

dAbyd. 525; Rouge.
J

133) nach Ermans Abschrift

so:

D

^J

jK-^"^"^

Der Name des Erdgottes
ist,

,

der hier beide Male phonetisch

S

J

J

geschrieben

das eine Mal unter Hinzuftigung seines Wortzeichens, der Gans

^^

(wie

es scheint in

etwas luigewöhnlicher Form), lautet also in alter Zeit Gib.
(eine Vokalisation

War
so

das

etwa *Geheb vokalisiert

wie bei

1^

*Seteh

i>iS-),

mußte daraus
durch
einen

später mit Notwendigkeit

durch Kontraktion der beiden, nur

Hilfsvokal
I
^

getrennten h *Geb werden,
*pöses erst *pöiei,

genau wie aus

Uj^
I

,9.
I

AAAAAA

I

I

*^ögnen cosrii, aus

dann nioig wurdet

Note on

the foregoing
is

article.

A
of the
their

further proof of the

reading Gbb

to

be found on the sarcophagus

Q^ 11^

1

I

(12th dyn.)
I

published by Gautier

and Jequier
is

in

volume on Les
1

Fouilles
|

de Licht, where the name of the god
for

con-

sistently written '^1
') Nach einer Erman, ÄZ. 32, 13.

:

so

instance,

pl.

17 middle
dem
Stein

section

=

Totb. ed.

Abschrift, die ich im Jahre 1890 von

genommen

habe.

^)

Vgl.

^)

Daß

die

..

D

n

Tochter des Geb genannt wird, hängt natürlich damit zusammen, daß dieser

Gott den Titel
*)

D

oder

D
I

TTT
§§

^ü'^'^-

Vgl. Sethe,
is
I

Verbum
as

59

— 60 iw.
texts,

•^)

here,

every where in these

determinative

of the god's

name.

The

sarcophagus

in question has

now

perished, but the published copies seem on the whole reliable,
After a cursory examination
e.

and

will

repay a careful study.
of the

I

identified a

number of chapters
left,

of the
pl. 18,

Book

Dead

(ed.

Naville):

g.

pl.

17 middle, eh. 85 and 149;
pl.

eh.

59 and 38a;
the

ch, 86; pl. 19, right, eh. 25;

middle, eh. 53;

20 above, eh. 71; below. eh. 69, 70 and 122.
to

Besides these there appear to be

many

sections

which belong neither

the

Book of

Dead

nor to the Pyramid

texts.

1906.]

Kurt Sethe: Der Name

des Gottes Krß.

149
spelling
recalls

Naahllle
oiio's

85,14:
the

pl.

19,

middle section

=

ih.

53.8.
'^J

Tliis

to

niind
,

rnre
(stele

jDoetical

word

for

»earth«

JP^

MilUngen 2,8;

Urflo.

künden lY \^^

of

'^:z^(l

IStli dyn.)

wliicli
a

Piankhi bb writes ^fl

That the p]gyptians -wcre thcniselves aware of

conncetion Letwoen the two
oi'

words
P eansetli

is

elear

tVom

tlie

passage in the toml)
"''^^

Nbhnn,

1

v^^~-^Jif|
wliich

'

"

^

Id^^^T^'^J JlTl
to

things

good and pure
in simihir

Hajn

groAv on the back of Earth«;
(Brugscii,

T^'^Js^
I

Wb.

Suppl. 102?.) and
"^
15

^Ö=
^^
1

contexts are found both
{ib.

979).

There can,

think, be

little

doubt that

J J
for

is

nierely the
.

name of

the god, used in

Iiigli-tlown
tliesis

style as a

synonym

"^^
the
is

It

would be
J|

a venturesome

hypoAvord

that
,Y,

should

seek to

derive

name

from an

earlier

I5J

J

»earth«, especially as

there

no evidence for the existence of the

latter before the

Middle Kingdom.

Alan H.

Ctardiner.

Zur Entwicklung der Negationen im Neuägyptischen.

Von Franz Graf
xVllgemein bekannt
bloß
"-^^^

Calice.

ist,

daß altägypt.

^^

sowohl

als

c^-fw,

im Neuägyptischen
ist

gegenübersteht.

Die nächstliegende Folgerung aus diesem Tatbestande

wie in der ältesten Periode beide Partikehi

als

s,-^^

Neuäg^^Dtischen durch ^^;^ vertreten werden (so z. Ähnlich ist ja das Verhältnis der neuägyptischen Form sdrnf

nun wohl, daß erscheinen, so beide im B. Erjian, Gramm. 389).

zum

altägj^tischen

Nebeneinander von sdmf und sdmnf.
Bei näherer Betrachtung finden wir jedoch Ursache,

an diesem Ergebnis

zu zweifeln.

Die Verwendung von

^;^

ist

in

den neuägyptischen Texten im
steht: A/VNAAA Q ^*N^ -^5-)

allgemeinen auf Avenige Fälle beschränkt.
1.

Es

in

Verbindung mit wn (woraus dann

oder selbständig
des
Nicht-

mit folgendem Possessivausdi'uck (Suffix oder na-)
vorhandenseins^:

zum Ausdruck

K
')

^^'^^?l^
soll es ein

'^^^^ An. V, 10.8.
'^^-^ naist eine der Spezialitäten des Pap. Harris.

Der häufige Gebrauch von
gewählterer Ausdruck
20.
43.

Offenbar
/VAAAAA

sein.

Ähnlich das

"^^^^UU^ AZ.

1900, 151;

-i^su

Dekr.

d.

Harm.
f.

Zeitschr.

Ägypt. Spr..

Band.

1906.

20

I

:

150

Fr. Graf Calice: Zur Entwicklung der Negationen im Neuägyptischen.

[43.

Band.

A^A/v\^

AAA/Wi

_cr^

*^.«=a

_c£^

^''
I

1

i

i

I

v^^^ZT-tx
2,

""

°"v\.

11^—

"^
,

Harr. 75.

3.

im abhängigen Nebensatz mit der Bedeutung »ohne daß, ohne zu«:

In diesem Falle steht oft aucli das Nebensätze einleitende

(1

(E

r^Tl"^^
3.

Orh.

7.

4.

Selbständig mit folgendem

T em])us Jwf sdm^

odev Jwf r sdm mit mehi

oder minder ausgesprochen futurischer Bedeutung:

(l(E^<r^-(j-|N^^"^^(l(£^<=>n^^(]™^
/\/\/\/\f^

Harr. 500. Y,

6.

13.

Dies sind aber nun o-erade die Fälle,

in

denen auch im Altägvpt. ^^^^

und

nicht

,^-n^

steht

(dem Falle 3 entspricht dabei die Verwendung vor der

emphatischen Form).
das neuägypt.
tritt
^'"^^
v^-n.^

Wir

sind somit gewiß zu

dem

Schlüsse berechtigt, daß

lediglich die
niclits

gleichgeschriebene altägyptische Partikel ver-

und mit

zu schafl'en hat,

dessen Nachfolger also anderswo
A/W\AA

gesucht werden muß.

Dies kann aT)er dann nur melir die Negation
c--fw

Jj

sein,

die auch tatsächlich wie jenes

im Nominalsatz und bei den Verbalfornien
steht:
»

des Aussagesatzes in

Verwendung
"f"

Nominalsatz

:

J °^ | ^ R ^ >^^^
AAAAAA A^^VWV
A/VNAA/\

Israel

^^

-

Stele 6^

^
<Z^^Ü3 V^

IQ,

/,

^^^^

AAAAAA

Tempus
jwf sdm:

sdmf:

J f-T^^<=:^-^K^
^

Salt 2. 1,

J

(1

^^Tfll^v

^

Mayer

B

bei

Spiegelb.

St.

U.M. 8 t

*^f^'"-

1-^s^WkkftT,
es
AA/VW\

*-^-^^'-- ^^^'^
«^-a_>

Hier gibt

nun zwei Erklärungsmöglichkeiten: entweder

ist

ganz

verschwunden und
AAAAAA

J

ist

ein

neues,

an dessen Stelle getretenes Wort oder
.,-sv^
_

J

stellt

nur eine neue Orthographie des alten

dar.

Gardiner hat es

aber ÄZ. 41, 134 wahrscheinlich

gemacht, daß

AAAAAA

J

der Vorläufer des kopti-

sehen S
')

sei,

und

hierbei darauf hingewiesen, daß eine Aussprache h-n für die

Dies steht dann wohl in der ÄZ. 34, 154 erwähnten Weise im- jwf r sdm.

1906.]

Fr. Graf Calice: Zur Entwicklung der Negationen im Neuägyptischen.

151

Rede stehende Partikel nicht angenommen werden dürfe, da man dieses oder ähnlich schreiben müßte. Dann Avird man aber kanm zweifeln dürfen, daß man es wirklich nur mit einer vorläufig allerdings noch unerklärten neuen Schreibweise des altägypt. v^-^U- zu tun hat. Einen Grund
in

neuägypt. Jrwn

dafür, daß die Orthographie der alten Sprache niclit l)eibehalten Avurde,

können wir auch nachweisen: die neuägyptische Schreibregel, welche verlangt, daß zu jedem Silbenzeichen der auslautende Konsonant geschrieben werde, hätte zwischen ^^"""^ und v^-f^ nicht mehr unterscheiden lassen'.

»Neincc

im Koptischen.
Rahlfs.

Von Alfred

Oterx, Kopt. Grramm.

§

528 führt

di-ei

»Adverbia der Verneinung« an: sah.

MMon

»nein«, Äintop »mitnichten«, Äine »nicht, keineswegs«; außerdem findet

man im Anhang

zu dem Neudruck des PsYRONSchen Lexikons noch Rno. Der wahre Unterschied dieser Negationen ist meines Wissens bisher noch nicht ausgesprochen. Er besteht darin, daß sie den mit mm«, Äinp, Äine, nne gebil-

deten negativen Sätzen entsprechen.
1.

Also heißt:
»es ist nicht«,

sah.-boh. mmo«.

2.
3.

sah. -achm. Äintop

= achm. mmjvii = boh. Md^cop

»tue nicht!«,

sah.

Mne

=

boh. Mt^H »jemand hat niclit getan«,

4.

sah. Riio

»jemand wird nicht tun«.

Einige Beispiele werden
1.

zum Beweis

hierfür genügen:
in Luk. 12
ist
51,

MMO«.

steht

im Sahidischen und Boheirischen
für
4

13

3. 5

für

das eine gegenteilige Ansicht zuiiickweisende ov%i, also »es
steht

nicht so«.

Es

im Sahidischen

ovx, e/ju/

Luk. 22

58.

MM^vll steht in der achmimischen
die Frage
ist
e^pd».

Apokalypse des Elias 2
hier völlig
2.

als

Antwort auf

mR

kckc

»ist

nicht

Finsternis vorhanden?«, heißt also »nein, sie

nicht vorhanden«; es entspricht

dem mS

der Frage.

Ps.

Mncap steht im Sahidischen zweimal für )U>j in dem Aufforderungssatze 113 9 »nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre«. Es
')

Ganz abweichend von dem oben Dargelegten
dort,

ist

der Sprachgebrauch des Pap. Golenisclieff.

Derselbe verwendet nicht nur

wo man
AAAAA^
,
I I

^

erwarten würde, sondern setzt jenes

auch allen anderen Negationen, selbst -»^^

voran.
20*

152
faßt als

Alfrkd Rahlfs:

»Nein« im Koptischen.

[43.

Band.

Wiedergabe von

ßri^aßwc Gen.

18

25

einen vorhergehenden Satz mit
23

ünp

nochmals zusammen und wird

in Can. eccl.

6H

(Lagarde, Aegyptiaca 269) durch

einen Satz mit Äinp fortgeführt.

Auch im Boheirischen haben wir inPs. IIB9
Mnepipi
In der achmimischen Apokalypse Weise mit folgendem Imperativ ver-

und Gen. 18

25

Mt^wp, an
TToiYiG-eig

letzterer Stelle überdies vorher M?^(op Re-OK

=

iJiYj^cifji.wg

(7v

(sah,

Miipeipe Rtok).

des Elias

1

6

ist

üntop

in eigentümlicher

bunden: Mncop
3.

Ä.o'yooigT

»bete nicht an!«.
ov^evog

Mne

gibt

im Sahidischen

Luk. 22
sie

35

wieder;

Jesus fragt seine

Jünger:

»Habt
in

ihr etwas entbehrt?«

und
tyjv

antworten: Äine »wir haben es
dies steht
r,

nicht getan«.
für ov

Ebenda hat das Boheirische Mt^H, und
Satze
yj

auch in Gen, 24

21

dem

evoSwKe

ycvpiog

o^ov

olvtov

ov,

also

»ob er es nicht

getan hat«.
4.

Sno
es

ist

im Sahidischen Übersetzung von

ov S-eAw

3Iatth.

21

30.

Da

im Altägj'ptischen nur negative Sätze, keine
haben wir
in

für sich allein stehen-

den Negationen gibt, so sind XvMOti usw. gewiß keine alten Formen.
scheinlich

Wahr-

ihnen sekundäre Bildungen eines Status absolutus zu

MMti USW. zu sehen.

Ein bohairisches Lied zum Preise Schenutes.

Von Johannes

Leipoldt.

J_js ist

bekannt, daß Schenute von den Kopten des öfteren im Liede verherrlicht
ist.

worden

Ein Bruchstück, das aus einem

selu-

kunstvoll gesetzten bohairischen

H^Tnnus stammt, wurde vor kurzem von Hrn.
das liebenswürdige

W. E. Crum veröffentlicht'. Durch Entgegenkommen des Hrn. Dr. Oskar v. Lemm, dem ich auch an dieser Stelle den herzlichsten Dank ausspreche, ist es mir möglich geworden, das ÜRUMSche Bruchstück wesentlich zu ergänzen^, v. Lemm entdeckte nämlich in der Sammlung Golenischeff in St. Petersburg einen vollständigeren Text, den
er

mir gütigst
')

mitteilte.

W.

E.

Crum, Catalogue of
60, 1906, S.

the Coptic Manuscripts in the British

Museum, London 1905,

S.

373 f.

Vgl.

ZDMG.
teilt

686 und Corpus scriptorurn Christianorum orientalium, Scriptores

Coptici, Textus, Series secunda,
^)

Tomus

II, Paris

1906, S. 82.

V.

Lemm

mir außerdem mit: Unter den von Tischendorf stammenden Handschriften
St.

der Kaiserlichen ötfentlichen Bibliothek zu

Petersburg befinde sich ein Papierband, der lauter

Hymnen (^^j)
Takla Haimanot.

enthalte, darunter zwei auf Schenute

und einen auf den abessinischen Heiligen

1906.]

Johannes Leipoldt: Ein bohairisches Lied zum Preise Schenutes.

153
Brucliöbi

Die Petersburger Handschrift beschreibt
stück aus einem litm-gischen Buche.
bis Öh), die

v.

Lemm folgendermaßen

:

»

Eine Lage von vier Doppelbljittern

Bezeichnung auf dem Verso.

(foll.

Gr.

16X11 cm;

Papier.«

Das Lied

steht auf Blatt 6 (76) bis 8 (78).

Der Hymnus besteht aus Vierzeilern,
betisch geordnet sind.

die kreuzweise gereimt

luid al2)Iia-

Die bohairischen Lieder sind wohl die einzigen Stücke
d. h.

der bohairischen Literatur, die sicher original sind,

schen noch aus

dem

Saidischen übersetzt wurden.

Sie

weder aus dem Griechiverdienen deshalb, von

dem

Philologen und von

dem

Geschichtsforscher beachtet zu werden.

Ich nenne Ckums Handschrift L, die Golenischeffs P.

Text.
o^jjjü [J\ ^_AäiJ ,j~)='\j <JLajl

1.

ivAieoc^ *<qigÄ.i"

iid.ii

Mt^uiO'Y

neKepfiAie'Yi/ tö niei.cRiTHc,

niujt^Hp^

n^c

no'Ypo

itTet^coo'y,

2.

fion^

tiifieii

ÜTeiiiniceoc

3.

uc^^ i^d^p R^yici

eMdK.u}tx)

ueAineKfeioc e^M€g^(sic) nuiO'Y,
d.'Y»^

ujeuo-Yi^; igis.'^cen'xeXiÄ. (sie).

4.

'^dl^

no'Ypo

^engivitVIrjvTV.Avoc

©•yog^ eqd.ujÄ.1 Kis.?Voc

.ientimToXe iiTenoc.
5.

€Ten*w!ne ceuo-ye^ioc

ni-^Reoc ni*».p^HMÄ.nepiTHc

Reoq

^>iqc^^.'XI

iieAin^c

'^

MnpH'\" MAio^cHC niiid^Mcoe^HTHC
')

(sie).

c

über der Zeile nachgetragen P.

^)
')

Das erste
i"

*.

über der Zeile P.

(Zeilenende) P.

*)

^) Au Stelle des zweiten n hat ursprünglich ein uj gestanden, das ganz veroYon. Mit k beginnt eine neue Zeile in P; daher der wischt, aber noch deutlich zu erkennen ist P. '^) ne über der Zeile P. '°) i hochgestellt (Zeilenende) P. ") D. h. ne, k*.i. Querstrich.
')

D.

h.

D.

h. eii*., Ä.fcAe..

aus t verbessert P.

— —

*)

p steht hoch

^)

ce über der Zeile P.

— —

'')

L

154

Johannes Leipoldt: Ein bohairisches Lied zum Preise Schenutes.

[43.

Band.

6.

-^eoc^

nitiiig'^

ü^t^Hpi

ineTdwiqTpi^

^ennen^\H\
(sie)'

MnicAie^o^ HHiujHipi(sic)^

;ieiiT'xoMn^c
7.

MM&.ito'yH'X.
Ä.qTis.Xjycoo'Y
(sie)

Hnne meTujtom

neAinifieWe'Y iv'ynevy Äi£io\

ncMiiipeqMWO'YT

is.qTO'yito'Yco'Y^

ceiio'Ye^ioc' niO'yHfi Stcii^Cc"^«
9.
i?ic

n^c

nu}Hpi nt^'t"

fiujo'yuiO'Y tiTeiUMOiies.^oc'''.

c€ttO'Yoioc ninpecfe'YTf poc ".
11.
A.eK.\i"^

Mt^coo'Y,

Il^^s,cKHTHc'

^eniTujis^i

""^

M^l^vp^HA^^vn^plTHc^',

niiwUioc ceiio'Yoioc.
12.

Moi

ni^i"^,
(sie)

noc, no-yMepoc^"
iteAini'^iReoc

ncMOKAipoc

^)

V.

Lemm

teilt

mir über dieses

Wort

gütigst folgendes mit:

»Für das reoc wüßte

ich

nur die

folgende Erklärung: ich halte es für eine Abkürzung von 7eoiiT(oc

=

ce ootcoc »ja, wahrlich«; vgl.

Euchologium

S. tk7,

wo

zu Anfang des

6.

Verses TCOitTtoc steht
getilgter Buchstabe P.

=

arab.
*)
i

'^.<'


ist

^)

e

klein

über der Zeile; darunter ein
*)

undeutlicher,


®)

über der Zeile P.

m

die

und H über der Zeile P. Rhythmus und Reim stört.
ist

Hinter liniujHipi fügt

das erste t

Das zweite n hochgestellt ^") nTcnöc L; auch in P scheint ®) cenoy-aioc beginnt L; cen-noy-o^ioc P. (Zeilenende) P. ^') «^"^ P. ursprünglich ÜTenoc dagestanden zu haben (Spuren einer Korrektur an n^^^). ^'^) **) d^yaL P. '^) e«^ P. ^*) nTeniMton*.^coc L. '^) KOCTe^m^ynoc L. MTir^YKeoc L.
aber getilgt P.
")

P

ÜTeniptoMi hinzu.

Das

eine Glosse,

^)

Lies ^cht-xom Äin^^.


m

hochgestellt (Zeilenende) P.

Erste
^)

Hand

T«>.qTO'Y'noTfcoTf >

^")

ek.qM*.T L.
^^)

— —
L.

^*)

nniAitoo'Y'nÄ.^d^oc L.

TimpecfeiTepoc P.

^®)

Äenn*.i
^°)

(sie)

L.

— —

'^)

c

über der Zeile

P.

^^)
*')

Aä.Aia. P.

'*)

iti*.CKYVHC L.

nie.p5(|^H.w«.n-&prTHC L.

Y

hochgestellt (Zeilenende) P.

— —

— —

^^)
^^)

^tooy L.

^')

Atni^-yueoc L.

m

hochgestellt (Zeilenende) P.
^")
^^)

''*)

n*.n P.

"')

juä.i

über der Zeile P.

— —

no'yAieA[oc

(sie)

endet

Hier gehen zwei Les-

arten durcheinander.

Entweder muß

es heißen ni.uikipcoMi nrreAioc, oder nipto.ui (m)<^'^ nrreAioc.

IW6.]

Johannes Leipoldt: Ein bohairisches Lied zum Preise Schenutes.

155

13.

neoK

o'ymig'f .^ettiniK.cKHTHc,

«».YÄ.

ujeno'Y'^ nies^p-^^HAViviiepiTHc

ninpoc^HTHc ivXieoc.
14. TL&.nuja)i'

^enÖAiH"^ iiceuo-y^ioc"

tiTenemo"^ «opec^oaoc,
ü5

nenitoT

e^"^

cencyeioc,

KevTÄ.nci>^'si *

ÄineniooT R-YpiiV-Xoc,
felilt.
-s-

Der Schluß
Die einzelnen Verszeilen sind in

P

meist durch

oder

:

getrennt.

Übersetzung.

Arabisch.

Weise

{\lu?.ice.)

»Dornbusch«

{ßaTog),

auf den heiligen Anbä Schenüda(h).

Bohairisch.
1
(cc).

Wahrlich (uX&og),
{oca-/uTYig)
,

o

(u))

keit,

— und der Söhne der Kirche — — Abba Schenüti, Liedern du Gerechter I Denn du auch sehr hoch — der Kämj^fer — mit deinem Leben das von Rulmi, — Ana zmn Ende — der Gerechte ging durch Der König David 4 Psahiien = im (zum?) Hause des Herrn — und schöner Weise — den Geboten des Herrn. Das Senuthios, — der Gerechte der Ai-chimandrit — er — wie mit dem der Gesetzgeber Ja wahrlich 6 großen Wunder, — unseren — der Kraft des Gebeten — vor den Söhnen Emmanuel. — und Blinden wurden sehend — Kranken — und Dämonen ßeixm) und Toten erweckte — Du aber 8 Kraft und unser — — wir guter Heiland vergib uns wegen der
2
(ß).

du Asket

— du

es ging

uns heute auf

die Erinnerung an dich,

Genosse des

Chi-istus,

des Königs der Herrlich-

Aua'' Schenüti, bis

zum Ende

{(revTeXioc).

Jeder der Gläubigen
o
(oo)

(TrtcrS-o?)

{eüJcKiG-iu)

feiert dich,

(Tixeog),

in

{^/u?^^).

3

(7).

bist

(75 [x^/!] yup)
{ßiog),

iimiitten

{x^Xirvig)

voll ist

Schenüti,

bis

{(TEv^eXioc).

(^).

in

{^'otXfj.og)^

:

{TTipot

TTspu?)

ist

oft in

(zot-

Xog)

in

{vrG?^s)

5

(e).

ist

{Tty.ecg),

{ccpyjr,-

uctv^piTYig):

redete

Christus

31oyses,

{va-

Ixw^viTYig).

(^).

(ovroog?),

die

die er tat in

[der 3Ienschen]'

in

Christus

7

(>)).

Siehe, die

heilte er

die

die

er

die

trieb

er aus.

(S-).

{^e)

bist die

die Herrlichkeit,

o (w)

(ayu^og)

(toüc):

bitten:

Bitten

des Senuthios, des Priesters des Christus.
^)

D.
^)

h.

Kce^niyioi.

lesen?
ist

eö P.


Ps.

-)

i

über der Zeile P.
ä.

Das Wort

*)

Das zweite

über der Zeile P.

gibt keinen Sinn.

Ist

nccAinoc zu

'')

Aua

wohl an Stelleu wie

41(42),5 oder 65(66), 13 gedacht.

=

Awa, Aba, Abba.

®)

Es

'')

Glosse.

156
9

Johannes Leipoldt: Ein bohairisches Lied zum Preise Schenutes.

[43.

Band.

(i).

Jesus, der Christus, der

Sohn

Gottes,

unseren heiligen Vater Abba Schenüti,

10

(x).

Kostantinos \ der den Christus
{fj.u)voi,%og)
,

der Mönche

— erwählte den Gerechten den Ruhm der Mönche Liebende, — sah Herrlichkeit
{^iKeog),
{ij.ovoc%o?).

die

vor allem

{ixccXkttol)

besonders des gerechten

(i^txeo?)

Senuthios, des Presbyters
11
(A).

(irpsa-ßvTspog).
(öt(7x>]T>)c)

Redet

(XocXi)

Mönche
(ocyiog)

()uovo6%o?),

— am Feste des Archinrnndriteii — und
einen Teil
(fJ^epog)

heute, o (w) ihr Asketen


ein

und unsere Väter

{oi,p%v\iJ.oi.v^piTYig),

— des

heiligen

Senuthios.
(ju).

12

Gib mir, o Herr,
{^ix,eog)

und

dem

gerechten

mächtigen Aua Senuthios,

{rs?Aog)

Manne
(v).

Gottes".

13

Du
,

'Engel (ccyyeXog)
in

bist

mächtig unter den Asketen
Prophet

(äC"x>)t>ic)

Aua

Schenüti, du Archmmndi'it
{irpccpYiTyig)

{oi.pyjjfj.acv^piTYig)

Wahrheit
14
(^).

(oiX&og)

(bist).

Du

stehst hoch in der ehrwüi-digen

unserer rechtgläubigen (op^c^o^og) Väter,

{? (revov^icg?

— dem vollkommenen — du Genosse der — du Mitte —
, ,

Erbe

(xAtpo?)

bei

(der)

=^

(Tsfxvog?)

o (w) unser lieiliger Vater Senuthios,

nach

(üocTcc)

dem Worte

unseres Vaters Kyrillos.

Schluß

fehlt.

Miszellen.

Uas Diadem

der Prinzessin Berenike.

Der Kopfschmuck des Götter(Z.

bildes der verstorbenen Prinzessin Berenike ist

im Dekret von Kanopus

31

— 32)

so anschaulich beschrieben

,

daß man sich davon ein völlig klares Bild machen

kann, Avelches ganz der kleinen Bronzegruppe der Sammlung Mac Gregor^ entspricht.

Das Diadem bestand aus zwei Ähren, zwischen denen sich ein von

einer Uräusschlange
dieser

umwundener Papyrusstengel

befand.

Dagegen

ist

der Sinn

Gruppe bisher noch nicht* gedeutet worden; denn daß
Dekret selbst mit den Worten:
TY\g

ein solcher beab-

sichtigt war, besagt das
a)
rot,

oütrre

y,ou

ex.

rY\g ^loi^ecrswg
ypoLyiixoLTix,v\g

ßotciKeMg

^lacTXipeicr^cii

ro BspeviZYig

ovo\xcc

kuto,

eTriCYjiJLci

Tvjg

kpoig

^)

Das

ist

natürlich, soweit Schenute in Frage

kommt,

ein grober

Anachronismus.

^)

Oder:

dem Menschenliebenden und Vollkommenen
^)

{ts7ao<;).

Siehe die Abbildungen in Mahaffy,
Fig. 33.

S. 117,

A

history

*)

Dedekinds

Erklärungsversuch

Morgenlandes XI [1897], S. 288 ff.) ist ganz verfehlt. Rechnung und arbeitet mit unrichtigen Wortbedeutungen.

of Egypt under the Ptolemaic Dynasty, (Wiener Zeitschrift für die Kunde des Er trägt dem Wortlaut der Inschrift keine

190(j.]

Miszellen.

157

»Damit die Weise

{s§

= shr

}

dieses

Diadems gelesen werde auf den Namen

der Berenike mit seinen Zeichen in der Schrift des Lebenshauses,«
er)

mtu-f

p)

smt n p^ shn nb n rn-f

("^[w?]

p^ rn^ Brnig^ r h w/ tU n/ sä

pr

<^nh

»Damit die Weise des genannten Golddiadems gelesen werde mit(?) dem

Namen
also die

Berenike^ gemäß den Zeichen der Schreiber des Lebenshauses.«

Das kann nur heißen, daß die Zeichen, aus denen das Diadem besteht,
zwei Ähren {hms) und der von der Uräusschlange umwundene Papyrusstengel, als Hieroglyphen

den Namen Berenike schreiben

sollen.

Ich kann mir

das nur so erklären, daß

man

versucht hat, den
die

Namen

der Prinzessin mit einer

jener Schriftspielereien

zu schreiben,

von jeher

für

Königsnamen

beliebt

Nun ist die Schriftspielerei der Ptolemäerzeit in erster Linie die akrophonische. Man benutzt den ersten Konsonanten eines Wort- oder Silbenzeichens Danach läßt sich, wie ich glaube, auch der Name Berenike, als Buchstaben. ägyptisch Brng, erklären. Für h benutzte man das Wortzeichen I wd, aus dem man nach dem akrophonischen System w entwickelte, das bekanntlich namentlich
waren \

im Anlaut

oft

mit

b wechselt.

Mit der Uräusschlange

T)^,

die sich
i?nnzt'^./

um

diesen Stengel

windet, wird gelegentlich^ der
schrieben^.

Name

der Erntegöttin

(Thermuthis) gebleibt für die

Hier

düi-fte

sie

den Lautwert rn haben.

Demnach

beiden Ähren der Lautwert ^ oder k k\

Die Ähre heißt hms (gMc:^€Aic) und

daraus ließe sich f ^ entwickeln. Ob aber daraus weiter unter dem Eintluß des Übergangs A^on h in k^ der Lautwert k erschlossen werden darf, wage ich

=

nur

als

Vermutung zu
so
ist.

äußern.**

Mag auch
harren,
richtig

der letzte Bestandteil des
die

Namens noch der
mitgeteilten Text,
(d.
i.

sicheren Deutung

glaube ich doch, daß
Sie deckt
sich mit

hier gegebene Erklärung

des Diadems
sie

dem oben

indem

»den

Namen
sclii'ift

Berenike nach den Zeichen der heiligen Schrift«
[Hieroglyphen]) erklärt.

der MonumentalSpiegelberg.

W.

[Ar?]
.
.

.

^) Var. (Kom el Hisn): miu-f hpr p) shn n rn-ßs >) Vgl. Recueil XXVllI, S. 128 Anm. 3. »Damit das genannte Diadem gelesen werde [auf] den Namen ^) Var. (Kom el Hisn): m. *) Siehe Erman: .« Zu der Hervorhebung des Subjekts vgl. Junker, Gramm. Dend. § 269.

") Daraus hat sich der ptoleZ.B. Inschrift von Sehel (Wilbour), Z. 21. Wechsel von k:k:g s. Junker, Gramm. Dend. § 36 ff. Zu dem mäische Lautwert r entwickelt, *) Sethe, Verbum § 255, 3; Junker, a. a. 0. § 33. Der Name Berenike mit k bei Lepsius, Kb. 716. daß das koptische ömc ^caic kein k zeigt. ^) Besonders bedenklich stimmt der Umstand

ÄZ. 29,

S. 124.

*)

'')

,

:

Indessen entwickeln

ptolemäischen Schreiber häufig ihre Alphabete ohne Riicksicht auf den Lautbestand. Daß sich der oben vermutete Lautwert sonst nicht nachweisen läßt, besagt wenig, da ja das uns bekannte ptolemäische Alphabet in der Hauptsache auf Edfu und Dendera beruht, während die Schreibung des Namens Berenike in unserem Texte der Priesterschaft von Cano]»us
die

angehört, deren Schriftspielereien wir sonst nicht kennen.
Zeitschr.
f.

Ägypt. Spr..

43.

Band.

1906.

21

«

«

158

Miszellen.

[43.

Band.

Zu den Hermotybiern.
lichen Mitteilung


mir

Eine schöne Bestätigung der
'Epfj-oTvßieg
,

S.

89 gegebenen
sich

Erklärung des ersten Bestandteils von

verdanke ich einer freund-

des Hrn. Herbert Tho^d'sox

in dessen Besitz

Kralls
Dort

Handexemplar
steht
II,

seiner »Studien zur Geschichte des alten
aucli
A^on

Ägypten«

befindet.

7B an der

zitierten

Stelle

in

Kralls Handschrift die

wertvolle Notiz:

^^spao%vyLiog

Wie

Hr. Thompson richtig gesehen

cognomen Aegypti, Stephanus von Byzanz s.v.'« liat, kann in diesem kp^oyßjjLioQ nur p.XviiRHMe

»Ägypter« stecken, vermutlich in der älteren Form rmt-km.t ohne das vulgäre n
des Genitivs".

Auch

das neue Beispiel zeigt rmt in der

Form

kp\xo-.

W.

Spiegelberg.

mni »Königsring« (Kartusche). Dieses meines Wissens bisher nicht richtig bestimmte Wort ist mir aus folgenden beiden Stellen des n. R. bekannt,
die beide

Königshymnen angehören.
II

Pap. Anast.

4/5 heißt

es

von dem Pharao:

j^^J^^ ^i)"^ j^
"""'^ '"^

"^
Pap.

AwvAA

[

1

jj

»der Falke, welcher in den Königsring eingetreten ist«, und

Turi8, 6:
Namen
(ed.

\'^^Z1C.^\C.M^VZ^%^
I,

«-"™

deinen

in ihre Kfniigsringe ein«.

Die folgenden Beispiele aus der Ptolemäerzeit vcrdaidce ich Hrn. Dr. Junker:

Edfu
großer
187,

RociiEMONTEUx

71):

'^^^^^

tCJ'

CZZ)(<=>V\

w^ czDi

»sein
11,

Name ist in den Königsring geschrieben«, und wo der Gott(j|(j^x u. a. heißt:
,

Lepsrs. Denkm.. Text
"^^'^'''"

^™^=^^ gf i Vi^i

'^^^

Königsringes

der zuerst König der Ewigkeit war.

Von diesem Substantivum mni »Königsring« ist nun das Verbimi mn§{j) »mit dem Königsring stempeln« abgeleitet, das sich im Pap. Harris 77.6 findet.

aaaaaa [][]| ]i

Y

GArJr "ich

gab ihnen

(seil,

den Gefangenen) Oberste der Bogengebrannt, zu Sklaven gemacht

schützen und Stammesgroße, mit

dem Stempel

und mit dem Königsring gestempelt^ auf meinen Namen. Wir kennen also jetzt zwei Namen fiir die »Kartusche«, mnS und inw*. Die Etymologie des letzteren Namens »der umgebende« (seil. Ring) ist klar. Bei mnä möchte ich nur die Frage aufwerfen, ob es im Zusammenhang mit 7?ini »3Iennige,
Röthel« steht.
oft die

Dabei wäre noch zu beachten, daß die ägyptischen Farbnäpfe
des Königsringes haben.

Form
Unter

W.

Spiegelberg.
8.16
j

')

ct'tyv7rTo<;.

Schäfer, Nastesen
^)

S. 100

— Vgl. — 101.
^)
i

die

Beispiele bei Spiegelberg,

Deinot. Studien
H
1
I I t 1

I,

tind

K

<

Die früheren Übersetzungen beruhen auf der falschen Lesung
(J|J
|

r^m

wvwn|l^^si

(Brugsch,
richtig

Chabas) oder aaa^^
getroffen.
*)

(Piehl).

Den Sinn

hat bereits Breasted,

|

Records IV, §405

Schäfer

in

ÄZ.

34, S. 167.

1906.]

Miszellen.

159
in

vor

Zu Pap. Harris 75, dem König Setnaclit

2

ff.

— Die Schilderung der inneren Wii-ren

Ägypten

beginnt Pap. Harris 75, 2 folgendermaßen:

Es

ist

merkwürdig, daß sich

alle

Elrklärer,

soweit ich sehen kann,

ein-

schließlich Breasteds^ das Verständnis dieser Stelle dadurch verschlossen haben,

daß

sie

^

,^

i

A

ohne weiteres mit

^

^^

f=;i r^tV/

»außen«

identifizieren.

Und

doch spricht die Verschiedenlieit der Determinative gegen eine solche
fikation.

Identi-

Die Deutzeichen

^J\

des Pap. Harris weisen auf ein

Verbum

der Beist.
(1

wegung, welches
Ich

tatsächlich

in

dem Verbum

rwtj

»fliehen«

nachzuweisen

kemie

es

aus folgenden Stellen: Sinuhe 101:
»jedes Land, in welches ich tloh«
;

<cr> VN*^ 'vww^v^.ci:^

hJs.t nb.t rii't(j)-n-j r-s

Dekret des Haremheb,

Vorderseite Z. 81^:

A
sw mj
'h ist

^^1
s/

(oder ss?) 'r-f p^ sm.t ^n hr
das, das Zurückkeliren nach
ist freilich

rwtj

»Wie

dem

Fliehen?«
die
sie

Die Stelle

im Zusanmienhang dunkel, aber
rwtj,

Bedeutung
auch
Avie

»

fliehen,

weglaufen« ergibt sich auch hier für
Harrisstelle
vorliegt.

ebenso wie

in der

obigen

Xur muß man
steht
^i/«^

die Sätze

so abteilen,

es

oben ge-

schehen

ist.

Dann

absolut wie in

dem

folgenden Beispiel:

Hierat. ins... 14.5:

q.^q^-j-,f,t4^:^

»Seine Plätze waren verlassen.«

Die Stelle

ist

danach so zu übersetzen:
»Das Land Ägj-pten war verlassen,

indem jeder
The particle

aus(?)*

ihm

floh.«

W.

Spiegelberg.

1\

.

The

existence of this particle

was

first

pointed

out by Speegelberg, Rec. 24, 35,

who quoted

Ebers

1.

2

^\

^
its

V^^|^^^@
lation

»Behold

I

have come out from Heliopolis«, and conjectured

presence in Sinuhe 46

^^

^^ywsA

^^^^.^z^^^

.

<3>^^[j^ where
ist«

the trans-

»Uns

rettet sein

Sohn, der in den Palast eingetreten

makes very

poor sense.

The newly-found manuscript of Sinuhe from the Ramesseum (MK.)
this brilliant Suggestion:

entirelv confirms

\\

and not

"^

aa^^^

is

')

Records IV,

§

398,

wo
.

übrigens die Übersetzung

der letzten Publikation von
(Recueil VI, S. 45)
liest

W. Max

C

als unsicher bezeichnet ist. *) Nach Müller, Egyptological researches (T. 95 ^) Boüriant 96). *) In dieser Bedeutung kann ich m cä-/ sonst nicht belegen.

21*

160
the reading that
gives.

Miszellen.

[43.

Band.

it

A

hitherto unnoticed example of the
I

word occurs

Sinuhe

5

118
is

^"N

'^^xii^t^ »Behold

am

like a bull«,

Avhere any other

translation

liardly possible.
particle,

In

two of the three cases a noun follows the
^^^"^^"^ar should be read,
It

and

I

suspect that

in Ebers 1, 2

as actually Stands in the duplicate

Hearst Q
ij-n,
I

,

6.

Spiegelberg suggested that nfym-n was a parallel form to prj-n,

^h^-n.

seems however hard
it

to separate

it

from the

enclitic KJr

should prefer to suppose
H

to be a formative
:

with the element

n,

which

in

emphatie particle

'^

l

has the power of placing words

in a

prominent position that they otherwise could not hold.

be correct

it

is

hardly susceptible of

strict

proof

— then

If this

surmise

the second n more
to

likely belongs to the following Substantive or

pronoun than

the preceding

particle:
\3/

^^
—CPVt AAAAAA

(2wi
cLL

would then have

to

be transcribed n-lim n-wi.

Alan H. Gardiner.
Kjj-bw »foreigners«.
Inschriften

— On
in

the Saitic stele pul)li.shed

by Wreszinski, Ayypt.
^^^^

aus dem Hof/nuseum

Wien

p.

85

9H occurs the passage

^ ""^

10

11),

which

its

editor rightly translates

of notes of interrogation

to niy

mind with
auf

a superiluity

»ich
die

nahm

auf(?) die

dem Wege, meine
icli

Tore(?) waren geöffnet denen,

von draußen kamen (?), und

gab ihnen

etwas,

um

sie

damit

am Leben

zu erhalten«.

The words

ip hit
i.

may
e.

be a nautical
it

metaphor «to take hold of the rope
shore«"";

in front of a ship«

»to bring

to

and J'ljO^i must be a word meaning »strangers«.
passage of the stele of Tombos(8)
.

In an untrans"^^r^^llll

latable

we

find

a

Compound word

jl'^ f\/\yi

literally
is

»another place«
in

i.e.

»foreign land« or »foreigners«.

Probably

J'[l[l^i
V
-1
I
I

to

be construed
J
|

similar fashion,

and

it

will

then be an ex-

eil

I

pression analogous to

^:37 ^xli

»everyone«.

Alan H. Gardiner.

'\y\*\

=

2*;^=^

.

Die Texte a und h stammen beide aus

ritual,

das im

1.

Zinuncr des südlichen Osiristempels auf
ist:

dem großen Osirisdem Tempeldache in

Dendera aufgezeichnet

a in

Kolumne 33:
Rec.
III.

b in

Kolumne 118

— 190.
(J

Mariette,

Dendera IV 36 und IV 38
')

=

53 und V, 90.

The
It
is

'^=^ is

always
to

laid

through the J.
this sp

^)

tempting

connect

hH with
receive

the phrase sp n
this

hH

in

j
,

^3}i^

D

^

aaaaaa

"^^ AAAAAA T^v
[

\^

^v
'^^

(I [1

^^S

'yoii

shall

boat«

Pap. Leiden 370

recto \'2

and

in

.dÄä: t/U AAAAAA

(j


Biit the

I

j

»he welcomed nie and treated
is

me

well« Spiegei.-

BERG, Cnrrespondances p. 85.

comparison

not without

its

difficulties.

1906.]

Miszellen.

161

Mio /WW\^

I

I

I.

J]

^—^

I

\

1

W^]

A^AAAA \^

I

O

O O'^

o

1

OMNI
A^^AA^
I I

I

I

ij^^^*^

l|\

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Fc^niis

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.

macht 473 Maß; »Sieben 3Iaß zu ^3 Hin; sein ^s dazutun an Dattel sein Ye dazutun an allem süß duftenden Räucherwerk (an den oben beschriebe;

nen 12 Ingredienzien); macht P/e Maß; sein (24) macht Verlaß.«
sich,

Y40

dazutun an allen echten Steinen

Aus der klaren Rechnung und der Yergieichung der beiden Texte
daß
b

ergibt

zweimal

^^jf'\

für das pron. B. Pers. sg. masc.

/

gebraucht; die Er-

klärung

füi"

diese auffallende Schreibung gibt uns das Demotische, in

dem

die

Zeichen für ¥^ etAva */^ und

und ^yT]^ gleich sind; der Schreiber hatte in seiner Vorlage * /H/^ stehen; da nun die Anfänge dieser Zeichengruppen Brüche
auch den Schluß für solche und schrieb
'/4
,

waren

,

hielt er fälschlich

und

be-

dachte in seiner Nachlässigkeit nicht, daß /,

wenn

es ein Viertel bedeutet,

vor

und

Y42

stehen muß.

Eine absichtliche Spielerei wird ihm ferngelegen haben,
^^^i"

da

man

sonst

wohl
ist

nie j^^T^
es,

^^

wiederfindet.

Schwierig

aus diesem li-rtum Schlüsse auf die Schrift der Text-

vorlage zu machen,

da

man

nicht weiß,

wie weit die Ähnlichkeit von ^^f]

und v^

im Demotischen (oder Hieratischen?) hinaufreicht; die Zeit der Abfassung des Textes läßt sich noch viel weniger daraus bestimmen. H. Junker.

I

Der Feuerbohrer.
stellen,

Daß
f.)

die Hieroglvphe

i

den Feuerbohrer

darstelle,

hat Geiffith (HieroghqDhs S. 50

wie das Zeichen zu

man konnte jedoch bisher nicht festdem Lautwert df kam. Nun lesen wir in der kürzgezeigt;

lich

von GoLENiscHEFF

(Rcc. dc Trav.

28 S.73ff.) und Erman (ÄZ. 43

S. 1

ff.)

be-

handelten Geschichte des Schiffbrüchigen in Z. 54:

^
Aus

-

- i
i'^.0 »Feuerbohrer« bedeutet
ist

dieser Stelle dürfte sich ergeben, daß
[^-="^1

und wohl zu 1"^.
')

ergänzt werden

muß.
/;

Die Stelle

demnach zu über§ 142.

7* eigentlich

^, aber ebenso häufig

einfach

vgl.

Brugsch, Gramm. Demot.

162
setzen:

Miszellen.

[43.

Band

»Nachdem

ich einen Feuerbohrer

genommen
|

hatte, ließ ich Feuer entd^ erhalten hat.

stehen.«

So erklärt sich ohne weiteres,

M'cshall)

den Lautwert

A. ÜNGNAI).

Stele de Nehuaui.


pris

La

stele

de

<^=^

\\

copiee

dans

le

commerce par

Spiegelberg (Recueil de travaux

XIX, 1897
se

p.

97

et

98;

Sethe, Urkunden der au
British

XVIII. Dynastie

p.

208
ai

et

209)

trouve

actuellement
copie.

Museum
et

(n"1199) oü Jen

recemment une

Voici

quelques additious

corrections ä Tedition de Sethe:
ligne 1
lire

l^

III

O

1

C^

I

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I

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17Mo^^]^„^'
»

^^
Museum
ä la seconde stele d'un Nebuaui

18 correct

J'ai

compare

la

stele

du

British

du musee du Caire (Album photographique Rouge -Banville n°151 = Mariette, Abydos II pl. XXXIII) et je ne puis que confirmer la premiere impression de Spiegelberg: les deux steles proviennent du meme endroit, elles ont ete faites
par
la

meme main

et

pour un seul

et

meme

personnage.

Jean Capart.

I
190K.
Miszellen.

Erschienene Schriften.

163

Broyeurs en pierre.
Dynastie, p.
inscriptions

Sethe publie (Urkunden der XVIII.
broyeurs en pierre portant des

416
au

et

417)

trois

nom

de Senmut.
la

Un

des

exeraplaires,

celui

u
o

du Musee de Berlin, porte sur
tierement effacee.
J'ai

surface une inscription en-

acquis ä Thebes en

1900

et

en 1906

pour

le

Musee de Bruxelles deux broyeurs
A\

arialogues:

Tun, en
B.

albätre, porte seulement l'inscription

l'autre, en diorite:

Les deux inscriptions sont extremement abimees et se laissent
plus deviner que
lire.

Jean Capart.

in Verona. Beide Inwohl auf Fragmenten von Rückenpfeilern zweier Statuen eingemeißelt; sicher feststellen läßt sich dies aber nicht, da die Fragmente in die Mauer eingelassen sind. Die erste Inschrift (Mus. Maff. Nr. 588 auf Basalt oberschriften

Zwei Inschriften des Museo Maffeiano
sind

flächlich graviert,

nicht gut erhalten) lautet:

1

^

=^=

o

D

O

tk-^^^ O o

n
D

©ci' ©q^-^-

ß

tnJ
=^f^

m\
i
^.
I

mL\
mn
mögen
das Verständnis erleichtern.
Z.

I

I

Der Text
Z. 1

ist

nur zum Teil verständlich, deshalb wage ich nicht, eine Über-

setzung zu geben, nur einige Bemerkungen
lies

hiwt

cy^

n pr R^.
(lies

2

[o]

diese Götter,

möget

ihr euch doch meines
|)

Namens

erinnern

slß-tn)

mit den Worten [dd hier zweimal nur
allen

ge-

schrieben)

usw.

Z. 3:

Ich wandte mein Antlitz
in)

Leuten zu, die kamen,

um

etwas in diesem

(lies

Tempel zu

erbitten.
sie ist

Die zweite Inschrift

ist

noch kürzer, auch

auf einem Basaltfragment

eingemeißelt; dieses trägt die Nr. 584.
1

C^M

m^m T^%
dJj
1

^(

<ri ^^^^

^
2

't^'^s ^^ i W C
„^

AAAAAA AAAAAA «S

»Die Sängerin des

Amonre

weiter verstehe ich von

den Zeichen nichts.

Walter

Wreszinski.

Erschienene Schriften.
Ludwig Borchardt,
Das Grabdenkmal des Königs Ne-user-re (7. wissenschaftliche Veröffentlichung der Deutschen Orient- Gesellschaft), 4. 184 SS. mit 143 Abb. im Text, 24 schwarzen und 4 farbigen Blättern. Leipzig 1907. Die vorjährigen deutschen Ausgrabungen in Ägypten (Klio VII, S. 138 142). Leipzig 1907.
,

——

164
Catalogue general des Georges Legrain,
antiqiiites

Erschienene Schriften.

[43.

Band. 1906.]

egyptiennes du Musee du Caire. Vol.

XXX.

N»« 42001
I.

— 42138.
89 SS.

Statues et statuettes de rois et de particuliers.

Tome

Fol.

II,

mit Abbildungen und 79 Taff.

Cairo 1906.

N. de G. Davies, The Rock Tombs of El Amarna. 36 SS., 45 Taff.
A. Frhr. v.
S.

Part IV.

The tombs

of Penthu,
4.

Mahu,
VIII,

and others (Archaeological Survey ofEgypt, edited by F.

LI. Griffith.

16th Memoir).

23

London 1906. Gall, Hyksos (Zeitschrift
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comprising the

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Fund Ignazio Guidi, Coptica (Rendiconti
storiche e filologiche, vol.

and the progress of Egyptology during the year 1905
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1906.

85 SS. 3 Taff.
Classe
di

London.
morali,

Accademia
1906).
vita
et

dei

Lincei,

scienze

XV

fasc. 7

— 10,

Rom

Johannes Leipoldt,
(Corj)us

Sinuthii archimandritae

opera omnia.

1.

Sinuthii

vita

bohairice

scriptorum

christianorum

orientalium.

Scriptores Coptici.

Textus.

Series

secunda.

G.

Tomus II). 8. 82 SS. Paris 1906. Maspero, Guide to the Cairo Museum.
mit 68 Abb.

Translated by

J. E.

and A. A. Quibell.

8.

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Cairo 1906.

Ausgrabung der Deutschen Orient -Gesellschaft auf dem vorgeschichtlichen Friedim Sommer 1905 (Mitteilungen der Deutschen Orient- Gesellschaft Berlin 1906. zu Berlin Nr. 30, Mai 1906). 8. 28 SS. mit 28 Abb. W.Max Müller, Egyptological Researches. Results of a Journey in 1904. 4. 62 SS., 106 Taff.
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Wiss., phil.-hist. Classe 1907, IX, S. 154

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alten

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11 SS.

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Menschheit.

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der

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(Entwicklungsgeschichte

der

Erster Band).

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9.

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Leipzig 1907.
Historisch -biographische

Kurt Sethe, Urkunden
der Zeit Thutmosis'
mosis'

der 18. Dynastie.
III.

— 11. Heft.

12. Heft.

Historisch -biographische

Urkunden aus Urkunden aus der Zeit Tiuit-

III. und seines Nachfolgers Amenophis' II. (Urkunden des ägyptischen Altertums, herausLeipzig 1907. gegeben von Georg Steindorff. Vierte Abteilung, Heft 9 12). Thadee Smolenski, Etat actuel des recherches Eg^ptologiques (Extrait du Bulletin de l'Aca-

demie des Sciences de Cracovie, Juin-Juillet 1906,

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alte Orient, 8. Jahrg.

Wilhelm Spiegelberg,
Heft
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älteren

— — Ägyptische Lehnwörter der Sprachforschung, Neue Folge, — — Der PapjTus Libbey,
in
,

2).

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32 SS.

Leipzig 1907.
griechischen Sprache
S.

(Zeitschrift für vergleichende

41.

Band,

127— 132).
GeStraßburg 1907.

ein ägj'ptischer Heiratsvertrag (Schriften der Wissenschaftlichen
4.

sellschaft in

Straßburg,

1).

12 SS. mit 3 Taff. in Lichtdruck.

Leipzig, J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung.

Verantwortl. Redakteur Prof. Dr. G.

Steindorff, Leipzig, Waldstr.52.

Berlin, gedruckt in der Reichsdruckerei.

Mi