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Röthlin vs Steffny Urteil Kammergericht

Röthlin vs Steffny Urteil Kammergericht

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Maraton-Europameister Viktor Röthlin hat den Laufjournalisten Manfred Steffny wegen eines Dopingtextes verklagt. Gegen das Urteil des Landgerichtes Berlin hat Röthlin Berufung eingelegt und 15.000 Euro Schmerzensgeld verlangt. Das Kammergericht Berlin hat entschieden, dass ihm diese Geldentschädigung nicht zusteht.
Maraton-Europameister Viktor Röthlin hat den Laufjournalisten Manfred Steffny wegen eines Dopingtextes verklagt. Gegen das Urteil des Landgerichtes Berlin hat Röthlin Berufung eingelegt und 15.000 Euro Schmerzensgeld verlangt. Das Kammergericht Berlin hat entschieden, dass ihm diese Geldentschädigung nicht zusteht.

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10/09/2012

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Kammergeri

Im Namen des Volkes
Geschäftsnummer: 10 U 127/11 27 0 195/11 Landgericht verkündet am : Berlin

als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle des Kammergerichts Berlin

In dem Rechtsstreit

Klägers und Berufungsklägers,

gegen

Beklagte und Berufungsbeklagte,

hat der 10. Zivilsenat

des Kammergerichts Verhandlung

in Berlin-Schöneberg,

EIßholzstraße

30-33, 10781 BerRichter am Kam-

_,
für
JV 531

lin, auf die mündliche mergerich~,

vom

5. März 2012 durch den Vorsitzenden __

die Richterin am Kammergericht

und den Richter am Landgericht

Recht

e r k a n n t :

2

Auf die Berufung des Klägers wird das am 30. Juni 2011 verkündete gerichts Berlin - 27 0 195/11 - geändert:

Urteil des Land-

Die Beklagte wird bei Vermeidung lung festzusetzenden satzweise

eines für jeden Fall der Zuwiderhandvon bis zu 250.000,00 Euro, erbis zu sechs Monaten, letzteverurteilt, es zu unterlassen, zu

Ordnungsgeldes

Ordnungshaft,

oder Ordnungshaft

re zu vollziehen behaupten verbreiten

an ihrem Geschäftsführer,

und/oder behaupten zu lassen und/oder zu verbreiten und/oder zu lassen,

- der Kläger sei zweimal operiert worden,

er habe zwischen den Olympischen tik- Europameisterschaften

Spielen 2008 und den Leichtathlebestritten.

2010 nur drei Wettkämpfe

Die Beklagte wird verurteilt, in der nächsten für den Druck noch nicht abgeschlossenen drucktechnischer in allen Ausgaben, Ausgabe der Zeitschrift "Spiridon" in gleicher Schrift und Anordnung und in gleichen Teilen des Druckwerks "Unglaublich! sowie

in denen die Ausgangsmitteilung

Tod-

krank und jetzt Europameister" in der Ausgabe 9/2010 erschienen ist. auf
der er Ausgangsmitteilung Hervorhebung "Unglaublich! entsprechenden Seite unter drucktechnischer in der Größe der Überschrift über der Ausgangsmitdes Wortes "Richtigstellung" Todkrank

und jetzt Europameister" Richtigstellung

teilung, nachfolgende

zu veröffentlichen:

Richtigstellung

In der ,Spiridon"

(Ausgabe 9/10) schreiben wir auf Seite 14 in einem Artikel "Unglaublich! Todkrank und jetzt Europameister" über

unter der Überschrift Herrn Viktor Röthlin:

"Er wurde zweimal operiert." Hierzu stellen wir richtig: Herr Viktor Röthlin wurde kein einziges Mal operiert.

JV 531

3

Weiter heißt es in dem Artikel:

"Das sind Röthlins Wettkämpfe

seit den Olympischen

Spielen 2008: 2:10:35 (6.)

2008 2009 2010

42,195 km kein Wettkampf 8,71 km 16,109km 42,195 km

OS Peking beendet, krank Luzern Bern EM Barcelona

26:20 (10./24.4.) 51 :01 (12./22.5.) 2:15:31 (1./1.8.)"

Hierzu stellen wir richtig: Seit den Olympischen erwähnten Spielen 2008 hat Herr Viktor Röthlin neben den vornoch an folgenden Wettkämpfen teilgenommen:

Wettkämpfen

2008

8km 7,25 km 8,8 km

Corrida Bulloise Escalade Genf Silvesterlauf Zürich

23:15:6 (4.) 20:56:7 (4.) 25:20:0 (1.) (Aufgabe) 43:59:1 (5.) 48:37:2 (10.)

2009

21,0975 km 14,5 km

RAK Half Marathon Ägeriseelauf Kerzerslauf BUPA Great North Sunderland

2010

15 km 10 km

29:54 (7.)

Die Redaktion Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger weitere 675,78 Euro zuzüglich Zinsen i. H.

v.

5 Prozentpunkten

über dem jeweiligen

Basiszinssatz

seit dem 12. April 2011 zu

zahlen. Im übrigen wird die Berufung zurückgewiesen. Von den Kosten des Rechtsstreits im I. Rechtszug haben der Kläger 2/3 und die Be-

klagte 1/3 zu tragen. Von den Kosten der Berufung haben der Kläger 3/4 und die Beklagte 1/4 zu tragen.

JV 531

4

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. auf die Verurteilung zur Unterlassung

Die Beklagte kann die Vollstreckung

im Hinblick in durch

von

Äußerungen

durch Sicherheitsleistung zur Richtigstellung

Höhe von 6.000,00 Euro und im Hinblick auf die Verurteilung Sicherheitsleistung der Vollstreckung streckung

in Höhe von 11.000,00 Euro abwenden, wenn nicht der Kläger Sicherheit in gleicher Höhe leistet. Die Parteien können die Voll-

vor

im übrigen durch Sicherheitsleistung Betrages zuzüglich

in Höhe des aufgrund des Urteils zu vor

vollstreckenden der Vollstreckung 10 % leistet.

10 % abwenden, wenn nicht die Gegenseite

Sicherheit in Höhe des jeweils beizutreibenden

Betrages zuzüglich

Gründe

I. Wegen der Darstellung des Sachverhalts
gen im angefochtenen

wird zunächst wird auf die tatsächlichen

Feststellun-

Urteil Bezug genommen.

Dieses Urteil ist dem Kläger arn 14. Juli 2011

zugestellt worden. Der Kläger hat dagegen am Montag, dem 15. August 2011 Berufung eingelegt, wegen der Begründung am 12. September 2011 Fristverlängerung bis zum 14 Oktober 2011 be-

antragt und die Berufung an diesem Tag begründet.

Er verfolgt sein mit der Klage geltend geworden ist. Die Beklagte beantragt, die

machtes Begehren weiter, soweit die Klage abgewiesen Berufung zurückzuweisen.

11. Die gemäß § 511 ZPO statthafte und gemäß §§ 517, 519 f. ZPO form- und fristgerecht eingelegte und begründete Berufung ist teilweise begründet.

1. Dem Kläger steht der mit dem Klageantrag gemäß

zu 1.) geltend gemachte Unterlassungsanspruch

§§ 823 Abs. 1, 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB i. V. m. Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 GG in dem im
anhängigen umfang teilweise zu.

Berufungsverfahren

a) Im Hinblick auf die vom Kläger angegriffene sei bei ihm eine lebensgefährliche anspruch zu.
JV 531

Behauptung,

nach seiner Rückkehr in die Schweiz

Lungenembolie

erkannt worden, steht ihm kein Unterlassungs-

5

Das durch die vorstehend stete allgemeine

genannten

Artikel des Grundgesetzes

verfassungsrechtlich

gewährlei-

Persönlichkeitsrecht

des Klägers wird durch die Veröffentlichung hat der Kläger aber hinzunehmen.

dieser Textpas-

sage beeinträchtigt.

Diese Beeinträchtigung

Wegen der Eigen-

art des Persönlichkeitsrechts

als eines Rahmenrechts

liegt seine Reichweite nicht absolut fest, grund rechtlich geschützten Belan-

sondern muss erst durch eine Abwägung

der widerstreitenden

ge bestimmt werden, bei der die besonderen Grundrechte und Gewährleistungen

Umstände des Einzelfalles sowie die betroffenen Menschenrechtskonvention interpretati-

der Europäischen

onsleitend zu berücksichtigen rig, wenn das SChutzinteresse überwiegt. Vorliegend

sind. Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen die schutzwürdigen

ist nur dann rechtswid-

Belange der anderen Seite einerseits

sind das Interesse des Klägers am Schutz seiner Persönlichkeit Äußerungsinteressen

und die durch Art. 5 Abs. 1 GG, Art. 10 EMRK geschützten andererseits Äußerung abzuwägen. Denn der Schutzbereich

der Beklagten

des Art. 5 Abs. 1 GG erstreckt sich auch auf. die dienen können. Dies ist bei der Ausführungen ergibt, der Fall.

von Tatsachen,

soweit sie Dritten zur Meinungsbildung wie sich aus den nachfolgenden

streitgegenständlichen In der Rechtsprechung

Äußerung,

sind verschiedene vorgeben.

Kriterien entwickelt worden, die Leitlinien für den konin der Re-

kreten Abwägungsvorgang gel hingenommen nicht. Allerdings

Danach müssen wahre Tatsachenbehauptungen

werden, auch wenn sie nachteilig für den Betroffenen sind, unwahre dagegen kann auch eine wahre Darstellung das Persönlichkeitsrecht anzurichten des Betroffenen ver-

letzen, wenn sie einen Persönlichkeitsschaden Interesse an der Verbreitung die Aussagen Stigmatisierung der Wahrheit

droht, der außer Verhältnis zu dem dann der Fall sein, wenn

steht. Dies kann insbesondere Breitenwirkung

geeignet sind, eine erhebliche des Betroffenen

zu entfalten und eine besondere für eine

nach sich zu ziehen, so dass sie zum Anknüpfungspunkt

soziale Ausgrenzung

und Isolierung zu werden drohen (BGH, VersR 2012,192

<193 f.> Rn. 13 richtig,

ff.). Die hier in Rede stehende Tatsachenbehauptung wie der Kläger selbst ausführt. Dass die Verbreitung den anzurichten

der Beklagten ist für sich genommen

dieser Tatsache einen Persönlichkeitsschader Wahrheit steht,

droht, der außer Verhältnis zum Interesse an der Verbreitung

ist nicht ersichtlich,
JV 531

der Kläger macht dies auch selbst nicht geltend. Er dringt auch mit seiner An-

6

sicht nicht durch, er könne dennoch Unterlassung Satz mit ihn einbindenden sei, sämtliche Aussagen

beanspruchen,

da der hier in Rede stehende verbunden

falschen Tatsachenbehauptungen bauten gedanklich aufeinander

gedanklich untrennbar

auf. Die hier in Rede stehende Äußerung

und die weiteren Äußerungen, nach Auftreten

der Kläger sei auf dem Flug in die Schweiz zusammengeklappt, sei er zweimal behandelt worden, als Ursache sei eine Blutun-

der Lungenembolie

anomalie oder die Anwendung trennbar miteinander

von EPO vermutet worden, sind indessen nicht gedanklich Vielmehr handelt es sich bei den Phänomenen,

verbunden.

dass der Kläger erlitt und dass er Seite 8, BI.

nach seinem eigenen Vortrag auf dem Flug in die Schweiz eine Lungenembolie deswegen nach seiner Darstellung auf seiner Internetseite

(vgl. die Klageerwiderung,

47 d. A.) intensivmedizinisch

behandelt wurde, um Tatsachen,

über die im Hinblick auf die Betätivoneinander und ohne die

gung des Klägers als Ausdauer-Leistungssportler Äußerung einer Vermutung,

auch unabhängig

es sei EPO angewendet

worden, berichtet werden könnte. Dass die die Lungenem-

Beklagte diese Vermutung bolie-Erkrankung gen untrennbar

geäußert hat und dass sie in diesem Zusammenhang

des Klägers anführt, bedeutet deshalb auch nicht, dass diese beiden Äußerunmiteinander verbunden sind.

b) Der Kläger hat aber einen Unterlassungsanspruch

im Hinblick auf die Äußerung

der Beklagten,

er sei zwei Mal operiert worden. Betrifft ein Beitrag zur Meinungsbildung wesentlich berührende Frage, so dürfen bei der Auslegung öffentlicher

eine die Öffentlichkeit beschränkengestellt wer-

der die Meinungsfreiheit

den Gesetze an die Zulässigkeit den. Grundsätzlich geschützten

Kritik keine überhöhten Anforderungen

unterliegt auch die Form einer Meinungsäußerung des Äußernden.

der durch Art. 5 Abs. 1 GG Wort,

Selbstbestimmung

Das gilt namentlich für das gesprochene

kann aber auch bei Äußerungen Rede, für deren Zulässigkeit zungen des öffentlichen wertenden Äußerung

in der Presse nicht außer Betracht bleiben. Im Interesse freier spricht, müssen im Einzelfalle Schärfen und Überspithingenommen werden. Die Befürchtung, wegen einer

die Vermutung

Meinungskampfes

einschneidenden

gerichtlichen

Sanktionen ausgesetzt zu werden, trägt die und damit

Gefahr in sich, öffentliche Wirkungen
JV 531

Kritik und öffentliche

Diskussion zu lähmen oder einzuengen

herbeizuführen,

die der Funktion der Meinungsfreiheit

in der durch das Grundgesetz

7

konstituierten

Ordnung zuwiderlaufen

(vgl. BVerfG NJW 1982, 2655 f.). Wertneutrale

Falschmel-

dungen wie etwa Vergröberungen rechter Darstellung

und Einseitigkeiten

infolge des Zwangs zu Kürze und pressegedas Lebensbild nicht ohne 4. Aufl.

können unvermeidbar

sein. Sie beeinträchtigen

weiteres und können daher im Einzelfall hinzunehmen

sein (vgl. Soehring, Presserecht,

2010, § 18 Tz. 6). Die Beklagte kann sich aber hier nicht auf das Vorstehende Operation handelt es sich um einen chirurgischen, d. h. mechanischen

berufen. Bei einer Ein-

oder instrumentellen

griff (vgl. Duden, Das große Wörterbuch und Bd. 2, "Chirurgie"). oder therapeutische

der deutschen Sprache, 3. Aufl. 1999, Bd. 6, "Operation",

Dabei beinhaltet der Begriff "Eingriff", dass die fragliche diagnostische mit einer mechanischen oder thermischen Einwirkung auf das in den

Maßnahme

Gewebe des Patienten verbunden Körper hinausgeht,

ist, die über das reine Eindringen

mit einem Werkzeug

wie es z. B. bei einer mikro-invasiven

Operation der Fall ist, bei einer Infusion das bei dem Kläger wurde

aber nicht. Demnach handelt es sich bei dem Einlegen eines Lyse-Katheters, ausweislich der Presseerklärung seines Managements

vom 25. März 2009 vorgenommen

(Anlage B 3 zur Klageerwiderung Denn diese Maßnahme des Klägers einzuführen. wenn diese Maßnahme ärztliche Maßnahme

vom 16. Mai 2011, Bd. I, BI. 64 d. A.), nicht um eine Operation.
Medikament in den Körper

diente lediglich dazu, ein gerinnungslösendes Im übrigen wäre die hier abgehandelte als Operation angesehen

Äußerung auch dann nicht wahr,

werden würde. Denn eine weitere, vergleichbare a. a. O. ist lediglich zu entnehmen, zwei Mal in ärztlicher

ist nicht ersichtlich.

Der Presseerklärung

dass sich der Kläger innerhalb weniger Tage wegen einer Lungenembolie Behandlung kamentöse befand. Bei dem ersten Vorfall beschränkten Therapie. Diese Therapie

sich die Ärzte aber auf eine sog. medimit dem Begriff ,Operation" Erkrankung be-

kann ersichtlich keinesfalls

schrieben werden. Der Gesichtspunkt,

dass der Kläger eine lebensgefährliche

erlitten

hatte und sich deswegen zwei Mal in ärztliche Behandlung Behandlung

und letztlich in intensivmedizinische als wahr anzusehen wäre. Die

begeben musste, führt nicht dazu, dass die Äußerung das Geschehen

Beklagte hatte keine Veranlassung, zu Kürze und pressegerechter die beim Kläger erforderlichen und eingängiger JV 531

wegen des ihr zugute zu haltenden Zwangs zu schildern; vielmehr hätte die Beklagte zutreffend in vergleichbar prägnanter

Darstellung

unzutreffend

Behandlungsmaßnahmen beschreiben

Form wie geschehen

können.

8

c) Der Kläger hat hingegen keinen Unterlassungsanspruch klagten, er sei ein SChützling des italienischen handelt es sich um eine Meinungsäußerung. zu verstehen: Sofern eine Äußerung

im Hinblick auf die Äußerung des BeDr. Gabriele Rosa. Hierbei weit

Marathon-Mediziners

Denn der Begriff der Meinung ist grundsätzlich

durch die Elemente der Stellungnahme, des Grundrechts.

des Dafürhaltens

oder Meinens geprägt ist, fällt sie in den Schutzbereich

Das muss auch dann oder-

gelten, wenn sich diese Elemente, wie häufig, mit Elementen behauptung verbinden oder vermischen, jedenfalls

einer Tatsachenmitteilung

dann, wenn beide sich nicht trennen lassen

und der tatsächliche

Gehalt gegenüber

der Wertung in den Hintergrund tritt. Würde in einem solangesehen, so könnte der grundrechtli-

chen Fall das tatsächliche

Element als ausschlaggebend

che Schutz der Meinungsfreiheit Schützling ist jemand,

wesentlich verkürzt werden (vgl. BVerfG NJW 1983, 1415 f.). Ein ist, der betreut, für den gesorgt

der dem Schutz eines anderen anvertraut

wird (Duden, a. a. 0., Bd. 8, "Schützling') auf und ist deshalb als Meinungsäußerung

Dieser Begriff weist eine starke wertende Komponente einzuordnen. Denn der vorstehend wiedergegebenen dass er ein Verhältnis einer Person zu eiaufweisen kann. Denn es stellt Betreuung oder Sorge geprägt

Definition dieses Begriffes ist zunächst zu entnehmen, ner anderen Person bezeichnet, einen Unterschied beschrieben das verschiedene

Eigenschaften

dar, ob dieses Verhältnis

als von Anvertrautsein,

wird. Außerdem

sind diese Begriffe ihrerseits wiederum von Elementen der Stellung-

nahme, des Dafürhaltens

oder Meinens geprägt und stellen deshalb abermals Meinungsäußerundes Begriffes "Schützling" liegende Meinungsäußerung ist nur eine For-

gen dar. Die in der Verwendung dann zu beanstanden, malbeleidigung

wenn es sich bei ihr um einen Angriff auf die Menschenwürde,

oder eine Schmähkritik

des Klägers handelt (vgl. BVerfG NJW 1995, 3303

<3305». Dies ist aber ersichtlich nicht der Fall. Entgegen der Ansicht des Klägers ist die Wortwahl
der Beklagten im übrigen auch nicht zu beanstanden, behandelt, weil sie suggeriere, der Kläger werde von

dem Arzt medizinisch Begriff "Patient'.

denn die Beklagte verwendet

gerade nicht den hierfür treffenden

JV 531

9

d) Der Kläger hat hingegen Anspruch Olympischen Wettkämpfe

auf Unterlassung

der Äußerung, er habe zwischen den 2010 lediglich drei

Spielen 2008 und den Leichtathletik-Europameisterschaften bestritten. Diese Äußerung

ist in dem Passus enthalten, der im Tenor des vorliegenseit den Olympi-

den Urteils wiedergegeben

ist und mit dem Satz "Das sind Röthlins Wettkämpfe

schen Spielen 2008:" beginnt. Durch die Verwendung dieses Satzes und die nachfolgende an denen der Kläger teilgenommen Olympischen tabellarische

des bestimmten Artikels "das" am Anfang von insgesamt fünf Wettkämpfen, bei den

Aufstellung

hat und zu denen die Marathonlauf-Wettbewerbe

Spielen 2008 und den Europameisterschaften

2010 gehören, kommt zum Ausdruck, erwähnt werden, um eine . Eine

dass es sich bei den übrigen drei Wettkämpfen, abschließende Aufzählung

die in der Aufstellung

handelt. Hierbei handelt es sich um eine Tatsachenbehauptung der Überprüfung

solche liegt vor, wenn die in Rede stehende Äußerung zugänglich feststellen, ist (vgl. BVerfG NJW-RR 2006,1130 ob der Kläger in dem fraglichen

auf ihren Wahrheitsgehalt

<1131».

Dies ist hier der Fall, denn es lässt sich teilgenomist unvollstän-

Zeitraum an weiteren Laufwettbewerben

men hat oder nicht. Diese Äußerung dig. Unwahre Aussagen Beklagten angeführte

ist unwahr, denn die Aufzählung der Beklagten

müssen nicht hingenommen

werden (vgl. BVerfG, a. a. 0.). Der von der Wettkämpfe seien in interna-

Gesichtspunkt,

nur die von ihr angegebenen

tionalen Statisken ersichtlich,

ändert daran nichts. Der oben erwähnte, der Beklagten zugute zu Darstellung muss nicht dazu führen, in diesem

haltende Zwang zu Kürze und pressegerechter Punkt auf einen kurzen klarstellenden

Zusatz bei der Darstellung zu verzichten.

e) Der Kläger hat schließlich aber keinen Anspruch darauf, dass die Beklagte es unterlässt, durch Äußerungen pameistertitel in dem vorstehend im Marathonlauf Aussagen erwähnten Artikel den Eindruck zu erwecken, er habe den Euronach Einnahme von Dopingmitteln ist besondere Zurückhaltung gewonnen. Bei der Annahme der

von sog. verdeckten offenen Aussagen Denkanstoßes

geboten. Eine im Zusammenspiel

enthaltene zusätzliche

eigene Sachaussage

des Autors muss die Grenzen des Schlussfolgerung nahe legen Tatsachen-

überschreiten

und sich dem Leser als unabweisliche

(vgl. BVerfG 2004,1942). behauptung
JV531

Wenn dem Kläger mit der Feststellung

einer "versteckten"

eine Äußerung

in den Mund gelegt wird, die er nicht getan hat, und wenn er gleich-

10

wohl zur Unterlassung

dieser Äußerung verurteilt wird, so wäre dies ein Eingriff von hoher IntenPersönlichkeitssphäre des Beschwerdeführers des Grundrechts staatlicher treffen muss. Über die hinaus würden die von er-

sität, der den Kern der grund rechtlich geschützten Beeinträchtigung der individuellen Meinungsfreiheit

negativen Wirkungen heblicher Tragweite

auf die generelle Ausübung

der Meinungsfreiheit

sein. Denn ein solches Vorgehen Wirkung,

Gewalt würde, nicht zuletzt we-

gen seiner einschüchternden empfindlich 1977,799).

freie Rede, freie Information und freie Meinungsbildung in ihrer Substanz treffen (vgl. BVerfG NJW ist zwischen der Mitteilung einzelner

berühren und damit die Meinungsfreiheit Bei der Ermittlung

sog. verdeckter Aussagen

Fakten zu unterscheiden, eigentlich "verdeckten'

aus denen der Leser eigene Schlüsse ziehen kann und soll, und der erst Aussage des Autors, mit der dieser durch das Zusammenspiel Sachaussage der offenen Schluss-

Äußerungen folgerungen "verdeckte' Betroffene mitgeteilten

eine zusätzliche

macht bzw. sie dem Leser als unabweisliche

nahe legt. Unter dem Blickpunkt des Art. 5 Abs. 1 GG kann nur im zweiten Fall die Aussage einer "offenen" Behauptung des Äußernden gleichgestellt werden. Denn der

kann sich in aller Regel nicht dagegen wehren, dass der Leser aus den ihm "offen" Fakten eigene Schlüsse auf einen Sachverhalt bieten, der von dem Äußernden zieht, für den die offenen Aussagen

Anhaltspunkte

so aber weder offen noch verdeckt behauptet woran seinem Text gemessen zu werden. unmöglich gemacht. Deshalb

den ist. Auch insofern kann der Autor nämlich verlangen, Andernfalls würden in vielen Fällen Information

und Kommunikation

bedarf es im Einzelfall genauer Prüfung, ob der Äußernde Schlussfolgerungen 1994,1242 <1244». aufzWingt, die einen "verdeckten" Wie das Landgericht

mit den "offenen" Fakten dem Leser ergeben (vgl. BGH NJW-RR Urteil zutreffend mit den Umständen ausführt, setzt auseinander,

Sachverhalt

in dem angegriffenen

sich die Beklagte in dem in Rede stehenden Artikel eingehend die für eine unerlaubte Leistungssteigerung

beim Kläger sprechen, und gibt dabei auch eine Ten-

denz zu erkennen, wie diese Umstände aus ihrer Sicht zu bewerten sind. Die Beklagte erfüllt damit ihre vorstehend der Öffentlichkeit vorstehend erwähnte, durch das Grundgesetz geschützte Funktion, zur Meinungsbildung Die Schlussfolgerung, ob der

in Fragen von allgemeinem

Interesse beizutragen.

formulierte

Vorwurf gegen den Kläger tatsächlich Schlussfolgerung

zutrifft, überlässt sie aber dem Le-

ser, ohne selbst eine unabweisliche
JV 531

nahe zu legen. Auch die polemisch formu-

11

lierte Überschrift enthalten

und der ebenso zu qualifizierende

Schlussabsatz

des in Rede stehenden Artikels

nicht die verdeckte Äußerung,

die er Kläger ihnen entnehmen möchte. Diese TextpasSpitzensportlern nach ärztlicher Besind.

sagen setzen sich lediglich mit dem beim Kläger und den anderen genannten auftretenden Phänomen auseinander, dass deutliche Leistungssteigerungen bzw. chronischer Erkrankungen

handlung wegen lebensbedrohender

aufgetreten

2. Der Kläger hat ferner in dem aus dem Tenor zu entnehmenden dem Klageantrag Voraussetzungen abgehandelten zu 2.) verlangte Richtigstellung.

Umfang Anspruch auf die mit des Landgerichts zu den des hier

Auf die Ausführungen

dieses Anspruchs Anspruchs,

wird verwiesen.

Es gehört zu den Voraussetzungen

dass es um Tatsachenbehauptungen zur Beeinträchtigung

gehen muss, die nachweislich Rufbeeinträchtigung

unwahr sind und deren Berichtigung des Betroffenen notwendig

der fortdauernden

sind. Diese Voraussetzungen der Beklagten

liegen bei den im Berufungsverfahren Um-

streitgegenständlichen

Äußerungen

in dem aus dem Tenor zu entnehmenden

fang vor. Die Behauptung, gefährliche Lungenembolie

nach seiner Rückkehr

in die Schweiz sei bei dem Kläger eine lebensder Kläger sei

erkannt worden, ist wahr. Hingegen ist die Behauptung,

zwei Mal operiert werden, nicht wahr. Bei der Äußerung, schen Marathon-Mediziners nicht der Richtigstellung

der Kläger sei Schützling des italienidie

Dr. Gabriele Rosa, handelt es sich um eine Meinungsäußerung, ist. Die Äußerung, der Kläger habe zwischen den Olympi-

zugänglich

schen Spielen 2008 und der Europameisterschaft

in Barcelona 2010 lediglich drei Wettkämpfe

bestritten, ist nicht wahr. Schließlich hat die Beklagte nicht den Eindruck erweckt, der Kläger habe den Europameislertitel ren Begründung im Marathonlauf nach Einnahme von Dopingmitteln Ausführungen gewonnen. Zur nähe-

wird auf die vorstehenden

im Zusammenhang

mit dem Klagean-

trag zu 1.) verwiesen.

3. Der Kläger hat auch keinen Anspruch Geldentschädigung. Maßgebliche

auf die mit dem Klageantrag

zu 3.) geltend gemachte

Anspruchsgrundlage

ist § 823 Abs. 1 BGB i. V. m. Art. 1 Abs. 1

und Art. 2 Abs. 1 GG.

JV 531

12

§ 823 Abs. 1 BGB umfasst den Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts,
den genannten Vorschriften findet seinen Mittelpunkt menschlichen staatlichen des Grundgesetzes gewährt wird. Das Wertsystem

das durch die beider Grundrechte

in der innerhalb der sozialen Gemeinschaft

sich frei entfaltenden

Persönlichkeit

und ihrer Würde. Ihr gebührt Achtung und Schutz von Seiten aller dient im Bereich des Privatrechts auch die Rechtsfigur aus, die hier trotz

Gewalt. Diesem Schutzzweck Persönlichkeitsrechts;

des allgemeinen Anerkennung

sie füllt Lücken im Persönlichkeitsschutz verblieben

einzelner Persönlichkeitsrechte

und im Laufe der Zeit aus verschiedenen Bedeutung

Gründen immer fühlbarer geworden waren. Auf der anderen Seite ist die grundlegende der Pressefreiheit für die freiheitlich-demokratische

Ordnung nicht außer acht zu lassen (vgl. Staatsordnung schlechthin .kondie ist

BVerfG NJW 1973, 1221 <1223> das Grundrecht stituierend

- Soraya). Für eine freiheitlich-demokratische und damit auch die Pressefreiheit

auf freie Meinungsäußerung

(vgl. BVerfG 1958, 257 <258> - Ulth). Sie behält ihr Gewicht bei der Abwägung, hat, wenn ein Konflikt zwischen den verfassungsrechtlich geschützten

stattzufinden

Interessenbekann das

reichen der Parteien eines Zivilrechtsverhältnisses allgemeine Persönlichkeitsrecht nicht schlechthin des konkreten Ansprüche

zu lösen ist. Bei dieser Abwsgung den Vorrang beanspruchen;

von der Pressefrei-

heit geht je nach der Gestaltung Persönlichkeitsrecht auszulegen; abgeleiteten

Falls eine restriktive Wirkung auf die aus dem Der Begriff "Presse" ist weit und formal abhängig geDaraus folgt jedoch Zusammenhang

ausgehen.

er kann nicht von einer Bewertung

des einzelnen Druckerzeugnisses

macht werden. Die Pressefreiheit

ist nicht auf die "seriöse" Presse beschränkt. jedem Presseorgan

nicht, dass der Schutz des Grundrechts und für jeden Inhalt seiner Äußerungen gung zwischen der Pressefreiheit kann berücksichtigt

in jedem rechtlichen

in gleicher Weise zuteil werden müsste. Bei der Abwägeschützten Rechtsgütern von öffentlichem des Publikums

und anderen verfassungsrechtlich

werden, ob die Presse im konkreten

Fall eine Angelegenheit

Interesse ernsthaft und sachbezogen erfüllt und zur Bildung der öffentlichen mehr oder minder breiten Leserschicht

erörtert, damit den Informationsanspruch

Meinung beiträgt oder ob sie lediglich das Bedürfnis einer nach oberflächlicher Unterhaltung befriedigt (vgl. BVerfG Persönlichkeits-

NJW 1973, 1221 <1223 f.> - Soraya). Nicht jede Verletzung JV 531

des allgemeinen

13

rechts löst einen Anspruch Ein solcher Anspruch

des Betroffenen

auf eine Geldentschädigung

gegen den Verletzer aus.

kommt vielmehr nur dann in Betracht, wenn es sich um einen schwerwienicht in anderer Weise befriedigend ausgeglierschwe-

genden Eingriff handelt und die Beeinträchtigung

chen werden kann (vgL BGH NJW 1995, 861 <864> Caroline I). Nur unter bestimmten renden Voraussetzungen ist das unabweisbare Bedürfnis anzuerkennen,

dem Betroffenen wenigeiner Geldent-

stens einen gewissen Ausgleich für ideelle Beeinträchtigungen schädigung zu gewähren

durch Zuerkennung

(vgL BGH VersR 1970,675 <676> - Nachtigall). Ob eine schwerwiegenvorliegt, die die Zahlung einer Geldentschädigung erfor-

de Verletzung

des Persönlichkeitsrechts

dert, hängt insbesondere Beweggrund

von der Bedeutung

und Tragweite des Eingriffs, ferner von Anlass und ab (vgl. BGH VersR

des Handelnden

sowie von dem Grad seines Verschuldens

1970, a. a. 0.; NJW 1995, a. a. 0.). Ob ein derart schwerer Eingriff in den Eigenwert der Persönlichkeit anzunehmen Entschädigung Einzelfalles ist, dass dem Betroffenen für seine sonst nicht ausgleichbare Unbill eine Umstände des

in Geld zuzusprechen

ist, lässt sich nur auf Grund der gesamten wesentlichen

beurteilen.

Die für die Beurteilung vorzuliegen

Umstände brauchen nicht notwendig übermäßig

und immer nebeneinander strenger Sanktionen

(vgl BGH NJW 1970, a. a. 0.). Die Verhängung verfassungswidrig einschränken.

würde die Pressefreiheit

Die Sorgfaltsanfor-

derungen an eine verantwortungsvoll jede Ungenauigkeit Anspruchs

arbeitende

Presse dürfen nicht überspannt werden, nicht für muss im Rahmen des hier abgehandelten kommt insbesondere gegenüber dann in Betracht, Pres-

oder objektiv unrichtige

Information

gehaftet werden. Eine Geldentschädigung Persönlichkeitsrechts

wenn der Schutz des allgemeinen seäußerung unbedingt

der in Rede stehenden

den Vorrang verdient (vgL BVerfG, a. a. 0., S.1224).

Bei der gebotenen

Beurteilung

der gesamten

Umstände des Einzelfalls ist vorliegend

nicht

von
auszu-

einem unabweisbaren

Bedürfnis des Klägers nach Zuerkennung Persönlichkeitsrechts

einer Geldentschädigung

gehen, weil der Schutz des allgemeinen

des Klägers gegenüber

der Pres-

sefreiheit der Beklagten unbedingt den Vorrang verdienen würde. Die Beklagte hat eine Angelegenheit von öffentlichem spruch des Publikums
JV 531

Interesse ernsthaft und sachbezogen erfüllt und zur Bildung der öffentlichen

erörtert, damit den InformationsanMeinung beigetragen. Denn es ist

14

wegen der Vorbildfunktion

von Leistungssportlern

von öffentlichem

Interesse, ob diese ihre Wett-

kämpfe in korrekter Weise bestreiten oder nicht. Die Beklagte ist den aus ihrer Sicht im Hinblick auf den Kläger hieran bestehenden vanten Tatsachen und Argumente Zweifeln unter detaillierter nachgegangen. Darstellung der aus ihrer Sicht releder Beklagten war von Urteil als rechtswidrig Bestandteile der

Die Berichterstattung

den mit dem angegriffenen festgestellten

Urteil des Landgerichts rechtmäßig.

und den im vorliegenden

Punkten abgesehen der Beklagten der Beklagten

Die festgestellten

rechtswidrigen

Berichterstattung Berichterstattung nauigkeiten Behandlung Wettkämpfe,

rechtfertigen

keine Geldentschädigung

für den Kläger. Soweit die

Fehler aufweist, handelt es sich zum einen lediglich um Ungevon ernsthaften Krankheiten des Klägers und aufwändiger ärztlicher

in der Darstellung derselben.

Zum anderen äußert sich die Beklagte ungenau über die Anzahl der der Zeitraum teilgenommen haben soll, ohne

an denen der Kläger in einem bestimmten Anzahl der Wettkämpfe

dass sie aus der geringeren tung der Beklagten

Schlüsse zieht. Insofern ist die Berichterstatdes Bun-

in keiner Weise vergleichbar

mit den Fällen, die den Entscheidungen

desverfassungsgerichts

zugrunde liegen, die zur Anerkennung .sorava"

eines Geldentschädigungsan-

spruchs geführt haben (vgl. insbesondere nen der Schutz der Privatsphäre zwecken erfundene Meldungen

und .Caroline I", jeweils a. a. 0.), und bei deder Art, dass zu Unterhaltungs-

gegenüber veröffentlicht

Presseäußerungen

wurden, unbedingt den Vorrang verdient. Den mit Eingriff in das allgemeine

der teilweise falschen Persönlichkeitsrecht

Berichterstattung

der Beklagten verbundenen

hat der Kläger wegen der Vermutung

zugunsten der Freiheit der Rede (vgl.

BVerfG NJW 1995, 3303 <3305> "Soldaten sind Mörder") hinzunehmen.

4. Der Klageantrag

zu 4.) ist hinsichtlich

der Hauptforderung Zugesprochene

in dem aus dem Tenor zu entnehhinaus begründet. Der Anspruch auf

menden Umfang über das vom Landgericht

Ersatz der Kosten, die durch die vorgerichtliche entstanden

Inanspruchnahme

der Prozessbevollmächtigten

sind, besteht dem Grunde nach gemäß § 280 Abs. 1, 2, § 286 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 einer unerlaubten Handlung ohne Mahnung in

Nr. 4 BGB zu, denn die Beklagte ist als Schuldnerin Verzug gekommen (vgl. Grüneberg

in: Palandt, BGB, 71. Aufl. 2012, § 286 Rn. 25).

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Der im Tenor ausgewiesene Betrag kommt durch folgende Berechnung zustande:
"';: .:- ->4#-00/'7*"

Gesamtbetrag der zu ersetzenden Kosten vorgerichtlicher Inanspruchnahme der Prozessbevollmächtigten des Klägers

1.023,56 Euro 367,80 Euro 675,78 Euro

vom Landgericht zugesprochener Betrag

Der in vorstehender Berechnung eingestellte Gesamtbetrag setzt sich in folgender Weise zusammen:

Unterlassungsanspruch (Streitwert 26.666,00 Euro) - vorgerichtliche GeschäftsgebÜhr (40 % der geltend gemachten 0,65Gebühr gemäß W 2300 zzgl. Pauschale gemäß W 7002) Unterlassungsanspruch (Streitwert 26.666,00 Euro) - Abschlussschreiben (40 % einer 0,8-Gebühr gemäß W 2300 zzg. Pauschale gemäß W 7002) Richtigstellungsanspruch (Streitwert 50.000,00 Euro) - 40 % einer 1,3-Gebühr gemäß W 2300 zzgl. Pauschale gemäß W7002)

217,08 Euro

262,56 Euro

543,92 Euro 1.023,56 Euro

Der Senat bewertet das teilweise Obsiegen des Klägers bei den Klageanträgen zu 1.) und 2.) mit 40 % und folgt im übrigen _auch im Hinblick auf die zugesprochenen Zinsen - den Ausführungen des Landgerichts zu dem hier abgehandelten Punkt.

Die Nebenentscheidungen ergehen gemäß § 91 Absl. 1 Satz 1, § 92 Abs. 1 Satz 1, § 97 Abs. 1 ZPO hinsichtlich der Kosten und gemäß § 708 Nr. 10, § 711 Satz 1 und 2 ZPO hinsichtlich der vorläufigen Vollstreckbarkeit.

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