You are on page 1of 43

Der kastrierte Schokobär

von Nika Sas

Kapitel 42-44

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

.Kapitel 42.

Aus verletzter Eitelkeit hat mit mir noch kein Mann geschlafen! Die schrille Stimme von Cathrin Hansen hallte in Madeleines Ohren. Also hatte sich Lars nur an sie herangemacht, weil er seiner Verlobten eins auswischen wollte! Tränenblind war sie die Treppenstufen hinuntergestolpert und hätte beinahe ihre Nachbarin Frau Döhring umgerannt. „Oh... guten Morgen, Frau Brennike. Na, Sie haben es ja eilig...?“, rief ihr diese sogleich mit einem lauernden Blick hinterher.

537

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

Madeleine ignorierte sie. Mit zittrigen Fingern schloß sie die Wohnungstür auf, kickte sie wütend mit dem Fuß zu, lehnte sich dagegen und schloß die Augen. Zog sie denn nur noch kaputte Typen an, die ihre Eitelkeit mit ihr befriedigen wollten? Gab es keine Männer mehr, die auch meinten, was sie sagten? Ein klagendes Schluchzen brach aus ihrer Kehle hervor. Ihre Schultern zuckten. Langsam rutschte sie an der Tür herab auf die Holzdielen. Ihr Kopf sank auf die Knie und dann weinte sie, wie sie noch nie in ihrem Leben geweint hatte. All die enttäuschten Hoffnungen in bezug auf Hanno und ihre frisch erblühte Liebe zu Lars, die sich leider gerade eben schon wieder in Luft aufgelöst hatte, brachen mit einer derartigen Wucht aus ihr heaus, daß ihr ganzer Körper von diesem Kummer geschüttelt wurde. Ausgerechnet Lars! 538

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

Cora hatte ihn als Ausgeburt an Verständnis, Mitgefühl und Anständigkeit dargestellt. Von wegen! Jetzt hatte er sein wahres Gesicht gezeigt und sich, wie all ihre anderen gescheiterten Beziehungen auch, als Mogelpackung entpuppt. Und dabei hatte sie einen ganz besonderen Zauber zwischen ihnen gespürt. Alles nur Einbildung? Sie lachte hart auf. Wie hieß Coras Leib- und Magenspruch noch? Achte nicht auf das, was ein Mann sagt, sondern auf das, was er tut! Auf einmal bekam dieser Satz eine inhaltsschwere Bedeutung, denn getan hatte Lars nichts weiter, als sich ausgiebig um seine liebe Cathrin zu kümmern. Wie sie sich dabei fühlte, schien ihn überhaupt nicht zu interessieren.

539

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

Wildes Schluchzen schüttelte sie. Der Druck auf ihrer Brust wollte einfach nicht weichen. Das Gefühl tiefer Verletzung übermannte sie. Mit beiden Armen umschlang sie ihre Beine, um sich selbst einen Halt zu geben; die Tränen liefen weiter. Längst weinte sie nicht mehr über ihre verflossenen Liebschaften. Ein Bild aus vergangenen Zeiten stieg in ihrer Erinnerung auf. Sie sah sich als Fünfjährige weinend in ihrem Kinderbettchen sitzend und verzweifelt die Hände ausstrecken. „Papa, Papa, wo ist mein Papa?“, hörte sie sich jämmerlich rufen. Die Wucht des Schmerzes traf sie wie ein Schlag. Eine Welle verdrängter Gefühle von Verlassenheit, Ohnmacht und Hilflosigkeit aus frühen Kindertagen schlug über ihr zusammen.

540

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

Sie wußte nicht, wie viel Zeit vergangen war, aber sie saß immer noch auf dem Fußboden in der Diele an die Haustür gelehnt und schniefte. Suchend fuhr ihre Hand in die Hosentasche. Endlich bekam sie den Zipfel eines Taschentuchs zu fassen. Sie strich sich damit über die leergeweinten Augen und putzte kräftig die Nase. Wie sollte es jetzt weitergehen? Sie konnte Lars nicht vollkommen aus dem Weg gehen. Aber sie könnte ihren Job kündigen und ihr Kunststudium wieder aufnehmen. Oder Grafikdesign - ihr heimlicher Traumberuf - studieren. Vielleicht im Ausland. Dann würde sie weder Lars noch Hanno begegnen. Der Gedanke fühlte sich gut an. Allen Kummer hinter sich lassen und woanders noch einmal ganz von vorne zu beginnen... Für einen Moment schien dies die

541

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

hoffnungsvollste Lösung all ihrer Probleme zu sein. Das schrille Klingeln an der Wohnungstür unterbrach ihre Überlegungen. Erschrocken zuckte sie zusammen. LARS!, schoß es ihr durch den Kopf. Na warte, Freundchen, jetzt kannst du was erleben! Sie rappelte sich hoch, riß die Haustür auf und schrie: „Scher dich zum Teu…!“ Die weiteren Buchstaben blieben ihr im Halse stecken. Ungläubig weiteten sich ihre Augen. Ups. Mit diesem Besuch hatte sie nicht mal in ihren kühnsten Träumen gerechnet! Wie angewurzelt stand sie da und starrte auf den Mann, der sich schwankend gegen den Türrahmen lehnte und große Mühe hatte, ihr nicht entgegenzufallen. Hanno Streuber!

542

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

Offensichtlich lag eine lange Nacht hinter ihm. Der sandbraune Anzug war vollkommen zerknittert, der Seidenschlips weit aufgezogen und das Krawattengebinde baumelte schief von seiner Brust herab. Ein Hemdzipfel hing lose über der Hose. Unter seinen Augen lagen tiefe Ringe; er schaute sie mit einem verschleierten, glasigen Blick an. „Hallo, Zaubermaus“, lallte er undeutlich und hatte sichtlich Probleme, sich aufrecht zu halten, „oh mein Gott... ist mir schlecht...“ Aus den Augenwinkeln beobachtete Madeleine, daß Frau Döhring ihre Tür einen Spalt weit geöffnet hatte und mit sensationslüsternem Blick ins Treppenhaus spähte. Rasch trat sie zur Seite und ließ ihren angetrunkenen Chef eintreten. „Ich mach‘ uns einen starken Kaffee!“

543

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

Vorsichtshalber hakte sie ihn unter und schob ihn Richtung Küche, dann drückte sie ihn auf den nächstbesten Stuhl und machte sich an der Kaffeemaschine zu schaffen. In ihrem Kopf rotierte es. In den ganzen Monaten, die sie nun schon zusammenarbeiteten, hatte Hanno sie noch nie zuhause besucht. Warum ausgerechnet jetzt und in diesem Zustand?! Während sie den Kaffeefilter in die Maschine schob, fragte sie über die Schulter: „Was willst du hier, Hanno?“ Zusammengesunken hing er über dem Küchentisch und hatte den Kopf auf seine Unterarme gebettet. Nur mit äußerster Willensanstrengung gelang es ihm, den Kopf wieder zu heben. Angestrengt versuchte er, seinen Blick auf sie zu fokussieren. Es gelang ihm nicht. Seine schweren Lider fielen zu. Sein Oberkörper neigte sich bedrohlich schräg zur Seite. Schon befürchtete Madeleine, daß er im näch544

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

sten Augenblick ganz vom Stuhl kippen würde. Mit schwerer Zunge nuschelte er schließlich: „Ich brauche dich, Maddie.“ Sie verstand kein Wort. Er brauchte sie? Wofür? Jetzt hatte er die angebrochene Rotweinflasche entdeckt, die vor ihm auf dem Tisch stand. Ohne zu fragen, entkorkte er sie und setzte den Flaschenhals an seinen Mund. Gierig trank er ein paar Schlucke – und rülpste. Angewidert zog sie die Schultern hoch. Hoffentlich kotzte er ihr nicht gleich auch noch auf die Fliesen. Sie trat an den Tisch heran und nahm ihm energisch die Flasche aus der Hand. „Ich glaub, du hast genug von dem Zeug intus! Nun erzähl mal, was ist eigentlich passiert? Wieso brauchst du mich, Hanno?“

545

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

Sein Kopf sank zurück auf die Tischplatte. Sie konnte sein Gemurmel nur schwer verstehen. „Ich will dich...“ Sie glaubte, sich verhört zu haben und schüttelte seine Schulter. „Hanno, du sprichst in Rätseln. Ich verstehe kein Wort.“ Mühsam richtete er sich auf und schaute sie mit glasigen Augen an. Der saure Atem, der ihr aus seinem Mund entgegenschlug, machte ihr klar, daß er sich wohl schon die ganze Nacht mit Hochprozentigem zugeschüttet haben mußte. Angeekelt rümpfte sie die Nase und wich einen Schritt zurück. „Ich brauche eine Frau, die nett und anständig ist, aber eben eine richtige Frau... So eine, wie dich, Maddie...“ Seine rechte Körperhälfte

546

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

sackte schlaff zur Seite. „Du bist doch meine Zaubermaus... willst du mich heiraten?“ Noch ehe sie zugreifen konnte, rutschte er auf den Boden. Kaum lag er auf den Fliesen, fing er sofort an, zu schnarchen. Verzweifelt rüttelte sie ihn an der Schulter. Er konnte doch nicht auf dem Küchenboden liegen bleiben. „Hanno, nicht einschlafen, steh auf!“ Mit größter Anstrengung gelang es ihr, seinen schweren Oberkörper aufzurichten. Für einen kurzen Moment tauchte er aus den dunklen Tiefen seines Rausches auf. Mit ihrer Hilfe rappelte er sich wieder auf und ließ sich von ihr willenlos ins angrenzende Schlafzimmer ziehen. Wie ein nasser Sack fiel er auf ihr Bett und war in der nächsten Sekunde eingeschlafen. Sie zog ihm seine Lederslipper aus und deckte ihn mit einer Wolldecke zu. Beim Hin-

547

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

ausgehen fiel ihr Blick auf den Schokobären auf ihrem Nachttisch. Er schien ihr zuzunicken und zu sagen: Was lange währt, wird endlich gut! Rasch nahm sie ihn an sich und sah auf Hanno herab, der nun zusammengerollt auf der Seite lag. Beim Aufwachen sollte er bloß nicht auf die Idee kommen, daß ihr an ihm, sprich an dem Schokobären, noch irgendetwas lag. Lautes Schnarchen drang aus seiner Kehle. Sein Mund war leicht geöffnet; Speichel tropfte auf den Satinbezug ihres Kopfkissens. In diesem Augenblick empfand sie nur noch Mitleid für ihn. Was hatte ihm bloß so zugesetzt, daß er volltrunken an ihrer Haustür klingelte? Wollte sie das alles überhaupt noch?

548

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

Sie verließ das Zimmer. Jetzt brauchte sie wirklich einen starken Kaffee. Für einen Samstagmorgen waren das ein paar unangenehme Ereignisse zuviel gewesen. „Welch ein Hohn“, murmelte sie vor sich hin und füllte ihren Becher mit Kaffee, „da sehn ich mich mit jeder Faser meines Herzens danach, daß Hanno mich endlich wahrnimmt. Jetzt macht er mir sogar einen Heiratsantrag und ich habe mich in einen anderen verliebt, der mich auch nicht will... Tolles Leben!“ Es klingelte erneut an ihrer Wohnungstür. „Herrgott, was ist denn bloß los? Hoffentlich kommt jetzt nicht auch noch seine Brasilianerin...“ Mit gemischten Gefühlen lief sie in den Flur, öffnete und erstarrte. Vor ihr stand - Lars Anderson!

549

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

Sehr zerknirscht, sehr nervös. Seine Augen bettelten um Vergebung. „Madeleine, wegen vorhin... entschuldige, das habe ich nicht gewollt... Kann ich reinkommen und es dir erklären?“ Er wollte sie in die Arme ziehen, doch sie wich steif zurück. Ihre versteinerte Miene ließ Böses erahnen. So leicht, wie er gehofft hatte, würde er das nicht in Ordnung bringen. Er wollte etwas die Spannung aus der Situation nehmen und lächelte sie liebenswürdig an. „Mm, ich rieche frischen Kaffee. Genau den brauche ich jetzt!“ Zielstrebig marschierte er den Flur runter. Sie folgte ihm zögernd. Kurz vor der Küche blieb er abrupt vor der geöffneten Schlafzimmertür stehen.

550

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

Hanno Streuber ‚sägte’ gerade den gesamten norddeutschen Waldbestand ab. Irritiert blickte Lars auf das Bett. Der Ausdruck auf seinem Gesicht war so verwirrt, daß Madeleine unter andern Umständen laut aufgelacht hätte, doch danach war ihr momentan wirklich nicht zumute. Er wirbelte auf dem Absatz herum und deute mit ausgestrecktem Zeigefinger auf den Schlafenden. Seine Stimme vibrierte vor mühsam gezügelter Eifersucht. „Wieso liegt der da in deinem Bett?! Was für ein Spiel spielst du mit mir, Madeleine?!“ Seine Augen sahen sie drohend an. „Wer hier was spielt, ist doch wohl eindeutig“, parierte sie seinen Vorwurf und warf herausfordernd die Haare in den Nacken. „Du hast mich nur benutzt, um deiner...“, ihre ganze Verachtung legte sie in das Wort, „Verlobten

551

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

eins auszuwischen. Da hat es dich weiß Gott nicht zu interessieren, wer oder was in meinem Bett liegt!“ Sie wollte an ihm vorbeigehen, doch er verstellte ihr den Weg. Mit zusammengezogenen Brauen schaute er auf sie herab. „Madeleine! Bitte glaub mir, ich meine es ernst! Ich habe mich in dich verliebt...“ „Dann hast du aber eine recht merkwürdige Art, mir das zu zeigen“, fauchte sie unversöhnlich zurück. Der Schmerz über die Demütigung brannte noch in ihrem Herzen. „Mit keinem Wort hast du mich vor deiner Freundin verteidigt. Ich hab mich wie eine billige Schlampe gefühlt! Sei ehrlich: Ich war nur ein One-Night-Stand für dich. Aber weißt du was...“ Mit einem Ruck riß sie die Haustür auf. „Ich will dich nicht mehr! Verschwinde!“ 552

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 42.

Sie wich seinem flehentlichen Blick aus und starrte stur an ihm vorbei. Verzweifelt überlegte er, wie er sich ihr verständlich machen konnte. Doch sie machte keinerlei Anstalten, ihn anzusehen. Nun meldete sich sein verletzter Stolz. Hatte er nicht alles getan, um ihr die Situation zu erklären und sich bei ihr zu entschuldigen? Auf der anderen Seite war er auf sich selbst wütend und auf die Umstände, die nicht nur sein Leben durcheinandergewirbelt hatten. Mit den Worten „Gut, wie du meinst“ stürmte er an ihr vorbei aus der Wohnung. Wenn sie sich wieder beruhigt hatte, würde sie erkennen, daß es niemals in seiner Absicht lag, sie zu verletzen, geschweige denn, sie in eine so unmögliche Situation zu bringen. Und für die Anwesenheit von Hanno Streuber in ihrem Bett gab es sicher eine ganz plausible Erklärung.

553

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 43.

.Kapitel 43.

„Wollte Maddie nicht vorbeikommen?“ Fragend blickte Rüdiger zu seiner Freundin herüber. Sie saßen beim Frühstück auf der von Efeu und wildem Wein umrankten Terrasse. Cora hob leicht die Schultern und ließ sie wieder fallen. „Wir haben nichts Konkretes abgemacht.“ Irritiert hob er die Brauen. „Habt ihr euch gestritten?“

554

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 43.

Sie schüttelte den Kopf. „Nein, aber ich brauchte mal ’ne Pause.“ Ihre wenig informative Auskunft weckte seine Neugier. Fürsorglich goß er ihr Kaffee nach und biß von seinem Brötchen ab. Kauend nahm er den Faden wieder auf. „Verstehe, Hanno hat ein neues Spielzeug und jetzt ist sie wieder mal am Boden zerstört.“ Cora legte die Stirn in Falten und sah ihn für paar Sekunden unschlüssig an, als überlege sie, ob sie ihm von dem neuesten Problem berichten sollte, doch da es auch sie persönlich betraf, entschloß sie sich, ihren Freund in die aktuelle Lage einzuweihen. „So ähnlich, nur diesmal ist es leider viel schlimmer...“ „Was kann schlimmer sein, als sich in Hanno Streuber zu verlieben?“, fragte er lakonisch.

555

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 43.

„Na, zum Beispiel, daß sie jetzt ausgerechnet ein Auge auf meinen Chef geworfen hat! Ob das von seiner Seite her erwidert wird, weiß ich nicht. Seine Verlobte arbeitet bei einer Münchner Agentur. Die sehen sich nur an den Wochenenden. Da scheint es aber zu kriseln. Eine ziemlich komplizierte Geschichte... Dazu kommt, daß er mir die Sache mit den verkehrten Sendebändern in die Schuhe schiebt. Ich könnte schwören, daß der Lüders da seine Finger im Spiel hat, nur weiß ich nicht, wie ich das beweisen soll...“ Ein gequälter Ausdruck lag auf ihrem Gesicht. „Du siehst, ich sitze momentan zwischen sämtlichen Stühlen.“ Rüdiger schaute seine Freundin verblüfft an. Mit dieser Entwicklung hatte selbst er nicht gerechnet. Während er die andere Hälfte seines Brötchens fast andächtig mit Butter bestrich, meinte er nachdenklich: „Die Sehnsucht nach dem perfekten Glück, daß es, 556

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 43.

wie wir ja wissen, gar nicht gibt, ist bei Madeleine schon fast zur Besessenheit geworden. Solange ich sie kenne, ist sie auf der Suche nach dem sagenumwobenen Traumprinzen. Dummerweise gehen Typen wie Dieter zurück zu Frau und Kind, wollen, wie dein Chef eine andere heiraten, oder nehmen sie überhaupt nicht wahr, wie unser lieber Hanno. Ihre permanente Suche nach der einzig wahren Liebe wird niemals eine Erfüllung finden, da sie auf einer Illusion beruht. Wenn du mich fragst, ist sie gar nicht in der Lage, einen anderen Menschen zu lieben. Dafür müßte sie sich erst mal mit sich selbst auseinandersetzen und herausfinden, stimmt.“ Cora schwieg betroffen. Ihr Blick schweifte gedankenverloren in den Garten hinab und blieb an den Rosenbeeten hängen. Rüdiger hatte genau das ausgespro557 was mit ihr eigentlich nicht

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 43.

chen, was sie seit Monaten, ach was, seit Jahren versuchte, ihrer Freundin klar zu machen. Vergeblich. Eine Biene flog surrend über die Aufschnittplatte, um sich dann auf dem Rand des Marmeladentöpfchens niederzulassen. Automatisch fächelte Cora mit der Hand, so daß die Honigspenderin enttäuscht von dannen zog. „Ich weiß nicht, was ich alles versucht habe, um ihr die Augen zu öffnen. Jeden beschissenen Liebeskummer habe ich mit ihr durchgekaut, analysiert und bis in kleinste Detail auseinandergenommen. Jedes Mal dachte ich, so, jetzt hat sie’s geschnallt, aber dann tauchte der nächste Kerl aus dem Liebes-Bespaßungs-Katalog auf und schwupps...“, sie schnippte mit dem Finger, „das ganze Spielc-

558

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 43.

hen begann von vorn. Vielleicht liegt es daran, daß sie ihren Vater so früh verloren hat. In jedem Mann sucht sie eine Art Ersatz und landet so treffsicher bei der nächsten Niete.“ Mitfühlend strich ihr Rüdiger über die Hand. Ihre Finger umschlossen seine. Sie sah in seine Augen. Ihr Blick wurde weich. Für einen Moment schien ihre kleine, heile Welt still zu stehen. Ihr Herz war erfüllt von Liebe und Dankbarkeit für dieses Glück. Vor sieben Jahren hatten sich beide das erste Mal getroffen. Obwohl – ineinander gecrasht traf es eher. Er war ihr an der Ampel hinten reingefahren. Nur ein kleiner Blechschaden, aber sie war wie eine Furie auf ihn losgegangen und hatte darauf bestanden, die Polizei zu rufen. Eine Stunde mußten sie bei strömenden Regen auf die Beamten warten. Zunächst standen sie gemeinsam unter ihrem Schirm, dann schlug er vor, 559

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 43.

in seinem Auto auf die Polizei zu warten. Widerstrebend gab sie nach. Zwischen ihnen entspannte sich ein angeregtes Gespräch. Rüdigers ruhige und besonnene Art und sein trockener Humor führten dazu, daß sie sich langsam wieder beruhigte und ihre Ausdrucksweise mäßigte. Sie fand den Unfallfahrer immer netter und als endlich die Polizisten am Tatort eintrafen, hatte er sich bereits mit ihr zum Abendessen verabredet. Rüdiger griff nach einem neuen Brötchen und schnitt es mit dem Messer auf. „Mit den Aufgaben, die uns das Leben stellt, verhält es sich wie mit einer dänischen Keksmischung – jeder pickt sich nur die heraus, die er mag.“ Cora schob ihre Brille auf der Nase zurecht. Ihre Lippen zogen sich zu einem spöttischen Grinsen auseinander.

560

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 43.

„Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut es dir gelingt, die großen Lebensweisheiten einfach und verständlich auf den Punkt zu bringen. Dieser Argumentationskette könnte sich selbst Maddie nicht verschließen.“ Er quittierte ihr Grinsen mit einem fröhlichen Augenzwinkern. „Ihr zwei solltet mehr miteinander unternehmen. Wenn ihr euch ständig zum Kaffeetrinken trefft, wird sie dich nur weiter mit ihren Sachen zutexten.“ Cora setzte schon zu einer Erwiderung an, doch dann schwieg sie und sann über den Vorschlag nach. Ein bißchen Abwechslung in ihren Treffen konnte sicher nicht schaden. Madeleine tat ihr leid. Aber sie versuchte in ihrem Leben gerade die Quadratur des Kreises zu vollziehen, während Cora in der Agentur ihren ganz eigenen Kampf auszufechten hatte.

561

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 43.

Es belastete sie mehr, als sie es ihrem Freund eingestanden hätte, daß diese leidige Sendebandaffäre das Verhältnis zu ihrem Chef nachhaltig trübte. Das Beste wäre, wenn sie sich vorerst aus allem was ihre Freundin betraf, heraushielt. Vielleicht würde Madeleine dann erkennen, welche Fehler sie ständig wiederholte. Hieß es nicht: Nur aus unseren Fehlern lernen wir? Dann war für Madeleine jetzt der Zeitpunkt gekommen, aus den ihren zu lernen. Und zwar allein. Cora straffte die Schultern und schaute Rüdiger mit einem entschlossenen Blick an. „Was hältst du davon, wenn wir gleich ins Gartencenter fahren und uns noch ein paar Pflanzen für die Ecke dahin neben den Rosen kaufen?“

562

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

.Kapitel 44.

„Wie bitte? Was sagen Sie da…? Ihr Mandant ist der DJ H.J.? Und dieser Mensch behauptet, es gäbe eine Vereinbarung mit unserem Hause?!“ Lars Anderson richtete sich kerzengerade in seinem Schreibtischsessel auf und preßte den Hörer ans Ohr. „Von einem Auftrag ist mir nichts bekannt. Ich kenne diesen Mann überhaupt nicht!“ Angespannt lauschte er den weiteren Erläuterungen des Anwalts. Er war an diesem Morgen 563

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

in keiner besonders guten Verfassung. Der Streß vom Wochenende saß ihm noch in den Knochen. Es war ihm nicht gelungen, sich mit Madeleine auszusprechen und auch Cathrin verweigerte jedes weitere Gespräch. Jedes Mal, wenn er bei ihr im Büro anrief, wimmelte ihn ihre Assistentin ab. Von Mal zu Mal unfreundlicher. Und nun rief auch noch der Anwalt irgendeines Discjockeys an, der behauptete, der urheberrechtliche Komponist der „Eismeer“Musiken zu sein. Ja, waren denn jetzt alle verrückt geworden?! „Natürlich gibt es keine schriftlichen Vereinbarungen mit diesem Herrn. Er hat noch nie für unser Haus gearbeitet... Lieber Herr Becker, es ist mir egal, daß Ihr Mandant Gegenteiliges behauptet. Ich habe den Auftrag für die Werbemusik der „Eismeer“-Spots definitiv an ein anderes Studio vergeben.... Wieso Herr Lü-

564

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

ders? Sie meinen, Frank Lüders...? Ist gut, ich kläre das mit ihm. Auf Wiederhören!“ Lars knallte den Hörer auf und starrte ein paar Sekunden lang grübelnd vor sich hin. Dann drückte er auf die Gegensprechanlage und schnarrte in sein Vorzimmer ein Barsches: „Cora, ich will den Lüders sprechen – sofort!“

Das Gespräch zwischen dem Kontakter und dem Creative-Director von „Wilfore & Reece“ fiel Augenblicke später recht kurz und knapp aus. Nachdem Frank sich windend und um Worte ringend zerknirscht zugab, hinter dieser Bänderaffäre zu stecken, kündigte Lars dem jungen Mann fristlos. Mit gesenktem Kopf verließ dieser daraufhin kleinlaut das Büro seines Chefs und schlich wortlos an Coras Schreibtisch vorbei zur Tür.

565

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

Verwundert blickte diese von ihrem Bildschirm hoch und sah ihm nach. So etwas wie Mitgefühl keimte in ihr auf. Aber dann dachte sie daran, daß Lars wegen ihres dealfreudigen Kollegen an ihr und ihrer Arbeit gezweifelt hatte. Wenn dieser Anwalt heute nicht angerufen und alles aufgeklärt hätte, wäre auch ihr Arbeitsverhältnis bald zerrüttet gewesen. Lars kam aus seinem Büro und legte die Unterschriftenmappe in ihren Eingangskorb. Sie bemerkte den Anflug eines kleinen Lächelns auf seinem Gesicht. „Cora, ich möchte mich bei Ihnen in aller Form entschuldigen. Sie haben nichts falsch gemacht.“ Er wollte schon zur Tür hinaus verschwinden, drehte sich aber noch einmal zu ihr um. „Ach, ehe ich’s vergesse... sind Sie bitte so nett und holen meine Flugtickets ab? Sie wurden eben unten am Empfang abgegeben. Ich werde jetzt Herrn Gutjahr darüber infor566

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

mieren, daß ich Frank Lüders fristlos entlassen habe.“

Nachdem Cora alles für die bevorstehende Geschäftsreise ihres Chefs nach Cannes vorbereitet und noch etliche Vorgänge für die nächsten Tage mit ihm durchgesprochen hatte, freute sie sich darauf, endlich Feierabend machen zu können. Sie wollte heute abend Rüdigers Vorschlag in die Tat umsetzen und mit Madeleine in die „Große Freiheit“ auf den Kiez gehen. Es war lange her, daß die beiden Freundinnen abends um die Häuser gezogen waren, doch an diesem Abend stand ein ganz besonderer Event auf dem Programm, der versprach, recht unterhaltsam zu werden. Die Werbeszene feierte sich selbst. Jede Agentur hatte aus Mitarbeitern eine eigene Band zusammengestellt, die sich nun in schrillem Outfit und einer ver-

567

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

rückten Performance dem Urteil einer Jury stellte. Als erster Preis winkte eine Wochenendreise nach Paris. Madeleine klatschte ausgelassen im Takt der Musik mit und warf Cora einen gelösten Blick zu. Es war eine gute Idee gewesen, sie zum Mitkommen zu überreden. Die Hälfte der Bands war bereits aufgetreten. Die zum Teil sehr schrillen Auftritte hatten ihr eine Menge Spaß gemacht. Die Darbietungen hatten zwar den Charme einer Karaoke-Show, doch es war äußerst unterhaltsam und man traf auf viele Bekannte. Eine ideale Kontaktbörse, um Informationen und Gerüchte auszutauschen und in Erfahrung zu bringen, wo welche Jobs gerade frei geworden waren oder gesucht wurden. Madeleine selbst wußte allerdings immer noch nicht recht, welchen neuen Weg sie beruflich einschlagen sollte. „Hey, ist das nicht klasse?“ 568

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

Cora drückte ihr einen Drink in die Hand. Die Pause auf der Bühne ermöglichte jetzt fast so etwas wie eine Unterhaltung. Die beiden Frauen zogen sich in die Nähe des Ausgangs zurück, wo die geöffnete Eingangstür für etwas Frischluft sorgte. „Ich freue mich für dich, daß nun endlich Klarheit darüber herrscht, wer diese blöden Bänder vertauscht hat“, nahm Madeleine den Gesprächsfaden wieder auf und legte den Arm um die Schultern der Freundin. Den ganzen Abend hatte sie vermieden, ein einziges Wort über ihre unglückliche Episode mit Lars zu verlieren. Sie wollte das Ganze so schnell wie möglich vergessen. Stattdessen hatte sie Cora auf dem Weg zum Club nur in das kuriose Erlebnis mit Hanno eingeweiht. Daraufhin war Cora hart auf die Bremse getreten und hatte sie mit einem entgeisterten Blick angestarrt, doch Madeleine hatte ihr beruhigend die Hand 569

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

auf den Arm gelegt und gemeint, daß er ja gar nicht mehr zurechnungsfähig gewesen sei und sich in den letzten Tagen kaum im Studio hatte blicken lassen. Sie ließ ihren Blick durch die Menge schweifen und stutzte plötzlich. Aufgeregt stupste sie Cora in die Seite und deutete mit dem Kopf zum Tresen. Dort hockte Frank Lüders und hielt einen wasserstoffblondgefärbten, jungen Mann am Ärmel fest, der sich an ihm vorbeischieben wollte. Madeleine beugte sich zu Coras Ohr. „Das ist der Typ, der neulich im Café am Tisch hinter mir gesessen hat.“ Cora musterte den jungen Mann mit zusammengekniffenen Augen. „Das muß dieser DJ sein, der Freund vom Lüders. Aber so, wie’s gerad ausschaut, haben

570

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

sich die zwei nicht mehr ganz so lieb“, fügte sie feixend hinzu.

„Mensch H.J., jetzt hab dich nicht so. Ich weiß genau, daß du was dabeihast.“ Franks Augen hefteten sich flehentlich auf das Gesicht des DJs. Seine Finger krallten sich noch fester um dessen Handgelenk. Mit einem Ruck befreite sich der DJ aus dem Griff und fuhr Frank so laut an, daß sogar Cora und Madeleine, die ein paar Meter entfernt standen, den Wortwechsel verstehen konnten. „Diese Quelle ist für dich ein für allemal versiegt und zwar endgültig! Ich laß mich doch nicht von dir verarschen.“ Er trat dicht an Frank heran. Sein Blick war kalt und unerbittlich. „Und ich meine, was ich sage!“ Brüsk drehte er sich um und verschwand im Gewühl der Menge.

571

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

„Undankbarer Dreckskerl!“ Unkontrolliert schlug Frank mit der Faust auf den Tresen. Einige der Leute blickten sich erstaunt zu ihm um. Er holte tief Luft und versuchte, werden. Er hatte keine Drogen mehr und auch keinen Job! Alle Bekannten, die er hier getroffen und nach einer neuen Stelle angegraben hatte, machten ihm wenig Hoffnung, in der Branche schnell wieder unterzukommen. Die Finanzund Wirtschaftskrise hinterließ auch in der Werbebranche immer tiefere Spuren und jeder, der in Lohn und Brot stand, hielt eisern an seinem Job fest. Grübelnd betrachtete Frank seine zitternden Hände. Sein auf Drogen eingestellter Körper brauchte dringend eine Prise Koks, Ecstasy, Crack, Valium – egal was, nur so schnell wie seiner inneren Unruhe Herr zu

572

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

möglich! Suchend blickte er sich um und beobachtete, wie sich ein junger Mann am Ende des Tresen zum Barkeeper rüberbeugte und ihm etwas ins Ohr ‚flüsterte’. Der Barkeeper nickte und mixte einen neuen Cocktail. Er goß verschiedene alkoholische Zutaten in seinen Mixbecher und ‚würzte‘ das Ganze zum Schluß mit ein paar Tropfen aus einer kleinen Medizinflasche, wie Frank verwundert bemerkte. Der Barkeeper schüttelte kräftig den Mixbecher, goß den Inhalt schwungvoll in ein Cocktailglas, das er noch mit einer klebrigen Kirsche und einer Melonenscheibe garnierte und vor dem Mann abstellte. Dieser zog einen Schein aus der Hosentasche und schob ihn dem Barkeeper mit einem verschwörerischen Augenzwinkern zu. Der Barkeeper verzog keine Miene und ließ den Schein rasch in seiner Hosentasche verschwinden. Der Mann nahm 573

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

das Cocktailglas in die Hand und zog gierig am Strohhalm. ‚Flüssiges Ecstasy’ oder ‚Tilidin’’, schoß es Frank durch den Kopf. Letzteres war eigentlich ein Schmerzmittel für Krebspatienten, das sich in der Clubszene allerdings schnell als neue Modedroge etabliert hatte. Ein paar Tropfen davon sollten die gleiche Wirkung haben, wie Kokain. Frank wußte, wie gefährlich das Zeug war. Es machte nicht nur abhängig, sondern setzte auch die HerzKreislauf-Tätigkeit sowie die des Atmungssystems herab. Bei zu hoher Dosierung bekam das Gehirn zu wenig Sauerstoff. Der Tod wäre die Folge. Frank starrte wieder auf seine zitternden Hände. Dann winkte er den Barkeeper zu sich heran und beugte sich vor, um ihm ins Ohr zu rufen, daß er ihn mit dem anderen Mann beo-

574

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

bachtet hätte und genau den gleichen Cocktail mit exakt der gleichen Mixtur haben wolle. Der Barkeeper musterte ihn scharf und knurrte: „Das kostet aber ’ne Kleinigkeit.“ Frank schob unauffällig einen 50 Euroschein über den Tresen. Blitzschnell ließ der Barkeeper den Schein in seiner Hosentasche verschwinden und begann, das Getränk zu mixen. Als der Cocktail endlich vor ihm stand, mußte sich Frank zwingen, den Drink nicht auf ex hinunterzustürzen. Er hatte keine Erfahrung mit dem Schmerzmittel und wartete teils gespannt, teils etwas ängstlich auf die Wirkung. Zunächst merkte er nichts. Er bestellte noch einen Whisky. Doch plötzlich begann er, am ganzen Körper unkontrolliert zu zittern. Er taumelte – die Leute dachten, er sei betrunken - und stürzte zu Boden.

575

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

Cora und Madeleine schrieen mit den Umstehenden entsetzt auf. Dann drängten sie sich durch die Menge zu ihm. Cora hockte sich neben ihren Ex-Kollegen auf den Boden und schlug ihm mit der flachen Hand leicht gegen die Wange. „Frank, kannst du mich hören? Mach die Augen auf.... Frank?“ Keine Reaktion. Leichenblaß lag er vor ihnen. Cora erkannte den Ernst der Lage. „Er braucht einen Arzt!“, rief sie in die Menge. „Kann jemand bitte den Notarzt rufen!“ Der Barkeeper winkte ein paar Ordner herbei, die den Bewußtlosen hochhoben und in einen angrenzenden Sanitätsraum trugen. Wenig später traf der Notarzt mit zwei Sanitätern ein, die den immer noch bewußtlosen Frank Lü-

576

Der kastrierte Schokobär - .Kapitel 44.

ders auf einer Trage zum Krankenwagen brachten. „Das war’s“, sagte Cora mit tonloser Stimme. „So sehr ich ihn auch verabscheue, aber das hab ich ihm wirklich nicht gewünscht.“ „Du meinst... er ist tot?“ „Na ja, so gut, wie. Keine Ahnung, was der alles geschluckt hat, nur um sich den Kick zu holen...“ In diesem Augenblick setzte die Live-Musik wieder ein. Die zweite Runde des Bandwettbewerbs begann. Nach wenigen Minuten hatten die Anwesenden den kleinen Vorfall an der Bar vergessen und gingen ausgelassen mit den Darbietungen mit.

577

Der kastrierte Schokobär - Fortsetzung folgt!

Fortsetzung folgt!

Weitere Kapitel vom kastrierten Schokobären unter derkastrierteschokobaer.blogspot.de.

578

Related Interests