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Deutscher Bundestag

Bundesverwallungsaml

Sportausschuss

Ausschussdrucksache

17 (5) 157

Bundesverwaltungsaml, 50728 Köln
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Datum

IIA1-AD-ADB2011

04.10.2012

Zuwendungsrechtliche Stellungnahme zu den Antidoping-Berichten 2011 der vom BMI geförderten Sportfachverbände Anlage: Bericht der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) über die Antidoping-Berichte 2011 der Sportfachverbände vom 07.07.2012

Berichterstatter: RD Dr. Randerath

Auf der Grundlage der mir von der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) mit Schreiben vom 07.07.2012 mitgeteilten Ergebnisse (5. Anlage) über die Antidoping-Berichte der Sportfach­ verbände im Jahr 2011 berichte ich über deren zuwendungsrechtliche Auswertung wie folgt: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat die Antidoping-Berichte 2011 der Sport­ fachverbände zum 31.03.2012 zur Vorlage bei der NADA eingefordert. Die NADA hat unter Einbeziehung bereits vorhandener Erkenntnisse eine Plausibilitäts- und Schlüssigkeitsprüfung sämtlicher vorgelegter Antidoping-Berichte der Verbände durchgeführt. Es wurde dabei auf die Selbstauskünfte der Verbände und auf die von den Verbänden zur Verfügung gestellten Unterlagen zurückgegriffen. Der Schwerpunkt des NADA-Berichtes liegt für das Jahr 2011 insbesondere in der Auswei­ tung des Antidoping-Programms auf Athletenbetreuer sowie der intensiveren Analyse von Dopingkontroll- und Präventionsaktivitäten der Verbände. Darüber hinaus soll - wie im Vorjahr - ein Gesamtüberblick über die Antidoping-Maßnahmen der Verbände vermittelt werden.

Diensträume Eupener Straße 125, Köln (Braunsfeld) Erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln Buslinien 140, 141; Haltestelle; J.-Lammerting-Allee Buslinie 143, Haltestelle: Technologie Park Straßenbahnlinie 1; Haltestelle: Eupener Straße S-Bahnlinien 12, 13; Haltestelle MüngersdorffTechnologie Park

Servicezeit Anrufe bitte möglichst MO.-Fr. 08:00 ­ 16:30 Uhr

Überweisungsempfänger Bundeskasse Trier Konto Deutsche Bundesbank Filiale Saarbrücken Ne. 590 01020 (BLZ 590 000 00)

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Die I\IADA hat in diesem Zusammenhang u.a. die Verbandsangaben zur Behebung der Hin­ weise und Beanstandungen aus dem Antidoping-Bericht des Vorjahres einer kursorischen Nachprüfung unterzogen. Das BVA hat unabhängig von der Verwendungsnachweisprüfung und in Absprache mit dem Bundesministerium des Innern (BMI) die Einhaltung der Antidoping-Auflagen der Zuwen­ dungsbescheide folgender Verbände einer vertieften Prüfung unterzogen: • • • • • • Deutscher Hockey-Bund Deutscher Kanu-Verband Deutscher Ringer-Bund Deutsche Eislauf-Union Deutscher Rasenkraft- und Tauzieh-Verband Deutscher Sportakrobatik-Bund

Das im Folgenden im Detail erläuterte Gesamtergebnis der Auswertung, in dem letztendlich kein Sportfachverband die Vorgaben der Antidoping-Auflagen in zuwendungsrechtlich rele­ vantem Maße verletzt hat, ist - wie im Vorjahr - als sehr positiv zu bewerten. Dieses gute Ergebnis dürfte darauf zurückzuführen sein, dass keine wesentlichen Änderun­ gen des Antidoping-Regelwerkes erfolgten und die durch das BVA, die NADA und das Deut­ sche Sportschiedsgericht der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) eV gege­ benen Hinweise bzw. Empfehlungen Wirkung entfaltet haben. Im Nachgang zu der ersten Auswertung der Antidoping-Berichte durch die NADA erfolgten durch das BVA einige Sachverhaltsermittlungen, deren Ergebnisse eine Korrektur und Neu­ bewertung der Angaben im Antidoping-Bericht der I\IADA erforderten, aber in allen Fällen zur Entlastung der Verbände führten. 1. Zuwendungsrechtliches Prüfverfahren Die zuwendungsrechtliche Auswertung erstreckte sich ausschließlich auf die vom BMI im Jahr 2011 geförderten Sportfachverbände und die in Bezug auf die Antidoping-Auflagen der Zu­ wendungsbescheide zuwendungsrechtlich relevanten Themen. Die Auswertung umfasste folgende Punkte: a. Behebung redaktioneller Umsetzungsmängel des NADA-Codes 2009 Version 2.0 aus dem Jahre 2010 b. Anbindung der Athleten an den NADA-Code c. Anbindung der Athletenbetreuer an den NADA-Code d. Teilnahme am Dopingkontrollsystem (Trainings- und Wettkampfkontrollen) Hierzu fokussierte sich die Prüfung auf die sich aus Art. 5.1.2 NADA-Code für die Sport­ fachverbände ergebende Pflicht, die NADA über die geplanten Wettkampfkontrollen zu un­ terrichten.

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e. Durchführung von Sanktionsverfahren f. Bestehen eines "echten" Schiedsgerichtes i.S.d. Zivilprozessordnung (ZPO) g. Abschluss von Schiedsvereinbarungen mit Athleten und Athletenbetreuern h. Durchführung verbandsinterner Ermittlungen, Mitteilung an die Staatsanwaltschaft sowie die Unterrichtung der NADA und der Olympiastützpunkte im Rahmen von Verstößen ge­ gen Art. 2 I\JADA-Code Die Prüfung der in den Antidoping-Auflagen verankerten Mitteilungspflichten bei Doping­ verstößen bezog sich auf die geförderten Sportfachverbände, bei denen im Jahr 2011 Ver­ stöße gegen Antidoping-Bestimmungen gem. Art. 2 NADC festgestellt wurden und berück­ sichtigte folgende Aspekte: • Bei Meldepflicht- und Kontrollversäumnissen, medizinischer Indikation bzw. fehlender Verbandszugehörigkeit (ausländische Athleten oder Vereinssportler) waren verbandsin­ terne Ermittlungen entbehrlich. • Mitteilungen an die Staatsanwaltschaft erfolgen seit 2011 vornehmlich über die NADA. • Mitteilungen der Sportfachverbände an die NADA sind nur relevant, soweit das Ergeb­ nismanagement nicht bereits der NADA übertragen wurde. • Olympiastützpunkte waren nur zu informieren, soweit ein Betreuungsverhältnis zu den Athleten bestand. Bei nichtolympischen Sportfachverbänden besteht ein solches Betreuungsverhältnis i.d.R. nicht.
I.

Antidoping-Klauseln in Arbeits-, Dienst- und/oder Honorarverträgen

j. Antidoping-Vereinbarungen mit Ehrenamtlichen Die Abfrage zu den Ehren- und Verpflichtungserklärungen im Antidoping-Bericht des Jah­ res 2011 bezog sich wie im Vorjahr auf alle ehrenamtlich Tätigen. Nachdem das Jahr 2010 im Hinblick auf die Umsetzung dieser Vorgabe als Übergangsjahr gewertet wurde, lag verwaltungsseitig für 2011 ein besonderes Augenmerk auch auf diesem Prüfpunkt.

2. Ergebnis der zuwendungsrechtlichen Auswertung
2.1 Entlastungen ohne Hinweise Die Sportfachverbände, bei denen ausweislich der NADA-Auswertung des Antidoping­ Berichts 2011 keine Beanstandungen festgestellt wurden, erhalten ein diesbezügliches Entlastungsschreiben. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Sportfachverbände: Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband Deutscher Baseball-Verband Bob- und Schlittenverband für Deutschland Deutscher Kegler- und Bowling-Bund Deutscher JuJutsu-Verband Deutscher Squash-Verband Deutscher Curling Verband Deutscher Ringer-Bund Deutscher Gehörlosensport­ verband American Footballverband Deutschland Deutscher Basketball-Bund Christlicher Verein Junger Menschen (CV.IM) Deutscher LeichtathletikVerband Deutscher Judo-Bund Deutsche Triathlon-Union Makkabi Deutschland Bund Deutscher Radfahrer Deutscher Verband für den Modernen Fünfkampf Deutscher BadmintonVerband DJK Sportverband Deutscher Behindertensport­ verband Deutscher Sportakrobatik Bund Deutscher Karate-Verband Deutsche Taekwondo-Union Deutscher Tischtennis Bund Deutscher Turner Bund Deutscher TanzsportVerband

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Deutscher Boccia-, Bouleund Pétanque-Verband Deutsches Polizeisportkuratorium Deutscher Rugby-Verband Deutscher Eishockey-Bund Deutscher Eisstock-Verband Deutsche EisschnelllaufGemeinschaft

Deutscher SnowboardVerband Deutsche Reiterliche Vereinigung Deutscher Schach-Bund RKB Solidarität Deutscher Ruderverband Deutscher Rasenkraft- und Tauzieh-Verband

Deutscher SchwimmVerband Deutscher WasserskiVerband Deutscher Handball-Bund Deutscher Schützen-Bund Deutsche Fechter-Bund

2.2 Entlastungen mit Empfehlungen bzw. Hinweisen Ein Entlastungsschreiben mit Empfehlungen bzw. Hinweisen erhalten die Sportfachverbände, bei denen die Auswertung des Antidoping-Berichtes geringfügige Beanstandungen ergab, aber keine zuwendungsrechtlichen Konsequenzen erforderte. 2.2.1 Im Bereich der Prüfung zu den Schiedsvereinbarungen ist festzustellen, dass sie entsprechend den Bestimmungen der §§ 1029 ff. ZPO zwischen dem Verband und den Athleten/Athletenbetreuern erst unmittelbar vor der Einleitung eines schiedsgerichtlichen Sanktionsverfahrens abgeschlossen werden können. Damit liegt eine ausreichende ordnungsgemäße Umsetzung des NADA-Codes vor. Damit der Rechtsweg zu einem unabhängigen Schiedsgericht sichergestellt und der Klageweg vor den ordentlichen Gerichten ausgeschlossen ist, haben die Sportfachverbände mit den dem NADA-Code unterliegenden Personen (Athleten, Athletenbetreuer) weitestgehend bereits im Vorfeld Schiedsvereinbarungen geschlossen, teilweise jedoch nicht – wie von der NADA und der DIS empfohlen – separat, sondern in der Athletenvereinbarung integriert. Folgende Sportfachverbände erhalten ein Entlastungsschreiben mit der Empfehlung, die bestehenden Schiedsvereinbarungen von den Athletenvereinbarungen zu entkoppeln:
Bundesverband Deutscher Gewichtheber DLRG Deutscher Hockey Bund Deutscher Kanu-Verband

2.2.2 Bezüglich noch vorzunehmender redaktioneller Anpassungen des NADA-Codes ist nach Abschluss der Berichtsauswertung allein beim Deutschen Boxsportverband noch eine einzelne geringfügige sprachliche Korrektur vorzunehmen, auf die der Verband in seinem Entlastungsschreiben hingewiesen wird. 2.2.3 Im Bereich der Ehren- und Verpflichtungserklärungen für Ehrenamtliche fand eine umfassende Umsetzung bei den Sportfachverbänden statt. Für den Deutschen Tennis Bund ist aufgrund seiner erstmaligen Förderung das Jahr 2011 als Umsetzungsjahr zu werten, der Verband hat jedoch die Unterzeichnung bereits veranlasst.

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2.2.4
Sieben Sportfachverbände haben 2011 die Mitteilungspflichten an die NADA über die ge­
plante Kontrolltätigkeit im Rahmen von Wettkämpfen gem. Art. 5.1.2 NADA-Code nicht hin­
reichend beachtet.
Die tatsächliche Durchführung der Trainings- und Wettkampfkontrollen ist jedoch erfolgt und blieb hiervon unbeeinträchtigt. Da dieser Umstand lediglich einen geringfügigen For­ malaspekt betrifft und alle betroffenen Verbände zudem umgehende Abhilfe und künftige Aufnahme in die Routineabwicklung versichert haben, ist ein Verzicht auf zuwendungs­ rechtliche Sanktionen gerechtfertigt. Folgende Sportfachverbände erhalten ein diesbezügliches Entlastungsschreiben mit Hin­ weisen:
Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer Deutscher MinigolfsportVerband Deutscher Volleyball-Verband Deutscher Rollsport- und InlineVerband Deutsche Eislauf Union Deutsche Lebens-RettungsGesellschaft Deutscher Segler-Verband

2.3Anhörungen Anhörungen i.S.d. § 28 VwVfG waren mangels zuwendungsrechtlich relevanter Widerrufs­ tatbestände entbehrlich.

Im Gesamtergebnis ist festzustellen, dass die Auswertung und Prüfung der Antidoping­

Berichte für das Prüfungsjahr 2011 keine zuwendungsrechtlich relevanten Verstöße gegen die Antidoping-Auflagen ergeben.

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