Wäldern sie das Leben gerettet hat!

Scheu und ängstlich blicken die Gemeindefremden sich zuerst um; sie haben niemals ein Spital, ja oft nicht einmal ein Bett gesehen. Nur der Ruf von der Güte der «Brüder» ist zu ihnen gedrungen, und so kommen sie, wenn sie sich in Not befinden, und vertrauen sich diesen Händen an, die eine andere Hautfarbe haben als die ihren. Die Aerzte sind Europäer, die Krankenschwester ist eine Chinesin. Aber manchmal siehr der Kranke aus dem Walde doch auch ein vertrautes Gesicht, denn auch einige Paraguayer arbeiten hier. Ihre Kinder wachsen glücklich und sauber auf und lernen in der Schule alles das, was ihren Eltern nie vergönnt war zu lernen. Oder man sieht die strahlende Mutter, deren breite Züge deutlich die indianische Rasse verraten: ihre Tochter beherrscht Spanisch, Englisch und Deutsch, was tut es da, wenn sie mit ihrer Mutter, die nur Guarani spricht, kaum mehr als einige Worte des täglichen Lebens und der kindlichen Liebe austauschen kann? Wer als Gast nach Prima vera kommt, wird herzlich aufge-

nommen. Keinerlei Forderungen werden an ihn gestellt. Er kann Tage, Wochen oder Monate bleiben. Bis er sich entscheiden will. Kehrt er in die Welt zurück, so wird ihm ein herzlicher Abschied geboten. Will er aber bleiben, dann bedeutet dieser Schritt den Verzicht auf alle seine Güter, die vom Tage seiner Aufnahme der Bruderschaft der Gemeinde gehören. Die Aufnahme eines neuen Bruders, .einer neuen Schwester bedeutet einen festlichen Tag für Primavera. - Es gibt Holländer und Belgier, Franzosen und Deutsche, Schweizer und Engländer, Nordamerikaner und Italiener, Uruguayer und Paraguayer, Chinesen, Irländer und Skandinavier und noch manche andere Nation unter den Brüdern in Paraguay. Ein wahrer Völkerbund im fernen Walde, ein idealer Buna glücklicher Menschen. Heute, da die Erde täglich widerhallt von den Nachrichten über Haß und Zwietracht, Kampf und Not, Verbrechen und Unglück, sei um so freudiger die Botschaft des Friedens und der Liebe verkündet, die aus Primavera im fernen paraguayisehen Urwald über die Weh hin ausstrahlt. '.

Die Kinder verstehen sich, auch wenn sie verschiedene Sprachen sprechen. Dieser Junge wurde halbverhun~ert im Wald gefunden und von einem Weißrussen adoptiert.

Dr. Konstantin Merconcheff, Adoptivvater des Indianerbuben, hat in seiner Praxis viel zu tun, denn auch in Primavera Iilt es, die ·Zähne zu pflegen und zu behandeln. Er ist verhältnismä ig gut eingerichtet.

Der Drechsler Christoph Bollert ein Schweizer, beherrscht sein Fach ausgezeichnet. Seine Arbeiten werden bis nach den USA exportiert. Der Erlös gehört der Gemeinde.

Auch die Wäsche wird in einer Gemeinschaftswaschküche lewaschen. Der Holländer Charles Julliat geht mit dem Sack auf dem ücken von Haus zu Haus, um sie einzusammeln. Das Waschen kostet gar nichts.

Die feierlichste Stunde des Tag-

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